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1715

1720

Genug davon! Jezt gilt es schnellen Rat
Der Reitende, den mir Graf Kinsky_schickt
Aus Prag, kann jeden Augenblick erscheinen.
Was er auch bringen mag, er darf den Meutern
Nicht in die Hände fallen. Drum geschwind,
Schickt einen sichern Boten ihm entgegen,

Der auf geheimem Weg ihn zu mir führe. Jllo will gehen.
Buttler hält ihn zurück.

Mein Feldherr, wen erwartet Ihr?

Wallenstein.

Den Eilenden, der mir die Nachricht bringt,

Wie es mit Prag gelungen.

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1735

Ist aufgebrochen, läuft durchs ganze Lager

Wallenstein gespannt.

Ihr wißt, was er enthält?

Buttler bedenklich.

Terzky.

Befragt mich nicht!

— weh' uns, Jllo! Alles stürzt zusammen!

Wallenstein.

Verhehlt mir nichts! Ich kann das Schlimmste hören.
Prag ist verloren? Ist's? Gesteht mir's frei.

Buttler.

Es ist verloren. Alle Regimenter

Zu Budweis, Tabor, Braunau, Königingräß,
Zu Brünn und Znaym haben Euch verlassen,
Dem Kaiser neu gehuldiget, Ihr selbst

Mit Kinsky, Terzky, Jllo seid geächtet.

Terzky und Jllo zeigen Schrecken und Wut. Wallenstein bleibt fest und gefaßt stehen.

1740

1745

Wallenstein nach einer Pause.

Es ist entschieden, nun ist's gut — und schnell
Bin ich geheilt von allen Zweifelsqualen;
Die Brust ist wieder frei, der Geist ist hell,
Nacht muß es sein, wo Friedlands Sterne strahlen.
Mit zögerndem Entschluß, mit wankendem Gemüt
Zog ich das Schwert, ich that's mit Widerstreben
Da es in meine Wahl noch war gegeben.
Notwendigkeit ist da, der Zweifel flieht,

Jezt fecht' ich für mein Haupt und für mein Leben.
Er geht ab. Die andern folgen.

1750

1755

1760

1765

1770

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Nein! ich kann's länger nicht ·
Ist leer. Sie lassen mich allein

Wo sind sie? Alles

allein

In dieser fürchterlichen Angst Ich muß
Mich zwingen vor der Schwester, ruhig scheinen
Und alle Qualen der bedrängten Brust

In mir verschließen Das ertrag' ich nicht!

Wenn es uns fehlschlägt, wenn er zu dem Schweden
Mit leerer Hand, als Flüchtling, müßte kommen,
Nicht als geehrter Bundsgenosse, stattlich,

Gefolgt von eines Heeres Macht

Wenn wir

Von Land zu Lande, wie der Pfalzgraf, müßten wandern,
Ein schmählich Denkmal der gefallnen Größe

Nein, diesen Tag will ich nicht schaun! und könnt'
Er selbst es auch ertragen, so zu sinken,

Ich trüg's nicht, so gesunken ihn zu sehn.

Zwölfter Auftritt.

Gräfin. Herzogin. Thekla.

Thekla will die Herzogin zurückhalten.

Oliebe Mutter, bleiben Sie zurück!

Herzogin.

Nein, hier ist noch ein schreckliches Geheimnis,
Das mir verhehlt wird Warum meidet mich
Die Schwester? Warum seh' ich sie voll Angst
Umhergetrieben? Warum dich voll Schrecken?
Und was bedeuten diese stummen Winke,
Die du verstohlen heimlich mit ihr wechselst?

Thekla.

Nichts, liebe Mutter!

Herzogin.

Schwester, ich will's wissen.

Gräfin.

Was hilft's auch, ein Geheimnis draus zu machen!

Läßt sich's verbergen? Früher, später muß

1775

1780

Sie's doch vernehmen lernen und ertragen.
Nicht Zeit ist's jezt, der Schwäche nachzugeben,
Mut ist uns not und ein gefaßter Geist,
Und in der Stärke müssen wir uns üben.
Drum besser, es entscheidet sich ihr Schicksal
Mit einem Wort -

Man hintergeht Euch, Schwester.
der Herzog

Ihr glaubt, der Herzog sei entseßt ·
Ist nicht entsegt er- ist

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Thekla zur Gräfin gehend.

Der Herzog ist.

Wollt Ihr sie töten ?

Gräfin.

1785

Thekla die Arme um die Mutter schlagend.
O standhaft, meine Mutter!

Gräfin.

Empört hat sich der Herzog, zu dem Feind
Hat er sich schlagen wollen, die Armee
Hat ihn verlassen, und es ist mißlungen.

Während dieser Worte wankt die Herzogin und fällt ohnmächtig in die Arme ihrer
Tochter.

1790

1795

Ein großer Saal beim Herzog von Friedland.

Dreizehnter Auftritt.

Wallenstein im Harnisch.

Du hast's erreicht, Octavio! Fast bin ich
Jezt so verlassen wieder, als ich einst
Vom Regensburger Fürstentage ging.
Da hatt' ich nichts mehr als mich selbst

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doch was

Ein Mann kann wert sein, habt ihr schon erfahren.
Den Schmuck der Zweige habt ihr abgehauen,

Da steh' ich, ein entlaubter Stamm! Doch innen
Im Marke lebt die schaffende Gewalt,
Die sprossend eine Welt aus sich geboren.
Schon einmal galt ich euch statt eines Heers,
Ich einzelner. Dahingeschmolzen vor
Der schwed'schen Stärke waren eure Heere,
Am Lech sank Tilly, euer leßter Hort;
Jns Bayerland, wie ein geschwollner Strom,

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