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Dritter Auftritt.

Beide Piccolomini.

Octavio.

Was nun, mein Sohn? Jezt werden wir bald klar sein,
Denn alles, weiß ich, ging durch den Sesina.

Mag der während des ganzen vorigen Auftritts in einem heftigen innern Kampf gestanden, entschlossen.

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Wenn du geglaubt, ich werde eine Rolle
In deinem Spiele spielen, hast du dich

In mir verrechnet. Mein Weg muß gerad' sein.
Ich kann nicht wahr sein mit der Zunge, mit
2605 Dem Herzen falsch — nicht zusehn, daß mir einer
Als seinem Freunde traut, und mein Gewissen
Damit beschwichtigen, daß er's auf seine
Gefahr thut, daß mein Mund ihn nicht belogen.
Wofür mich einer kauft, das muß ich sein.

2610

- Ich geh' zum Herzog. Heut' noch werd' ich ihn
Auffordern, seinen Leumund vor der Welt
Zu retten, eure künstlichen Gewebe

Mit einem graden Schritte zu durchreißen.

Das wolltest du?

Octavio.

Max.

Das will ich. Zweifle nicht.
Octavio.

2615 Ich habe mich in dir verrechnet, ja.

Ich rechnete auf einen weisen Sohn,

Der die wohlthät'gen Hände würde segnen,

Die ihn zurück vom Abgrund ziehn — und einen

2620

Verblendeten entdeck' ich, den zwei Augen
Zum Thoren machten, Leidenschaft umnebelt,
Den selbst des Tages volles Licht nicht heilt.
Befrag' ihn! Geh! Sei unbesonnen g’nug,
Ihm deines Vaters, deines Kaisers
Geheimnis preiszugeben. Nöt'ge mich
Zu einem lauten Bruche vor der Zeit!
Und jezt, nachdem ein Wunderwerk des Himmels
Bis heute mein Geheimnis hat beschüßt,
Des Argwohns helle Blicke eingeschläfert,
Laß mich's erleben, daß mein eigner Sohn
2630 Mit unbedachtsam rasendem Beginnen
Der Staatskunst mühevolles Werk vernichtet.
Mar.

2625

2635

2640

2645

2650

O diese Staatskunst, wie verwünsch' ich sie!
Ihr werdet ihn durch eure Staatskunst noch
Zu einem Schritte treiben - Ja! ihr könntet ihn,
Weil ihr ihn schuldig wollt, noch schuldig machen.
O, das kann nicht gut endigen und, mag sich's
Entscheiden, wie es will, ich sehe ahnend

Die unglückselige Entwicklung nahen. —
Denn dieser Königliche, wenn er fällt,
Wird eine Welt im Sturze mit sich reißen,
Und wie ein Schiff, das mitten auf dem Weltmeer
In Brand gerät mit einem Mal und berstend
Auffliegt und alle Mannschaft, die es trug,
Ausschüttet plöglich zwischen Meer und Himmel,
Wird er uns alle, die wir an sein Glück
Befestigt sind, in seinen Fall hinabziehn.

Halte du es, wie du willst! Doch mir vergönne,
Daß ich auf meine Weise mich betrage.

Rein muß es bleiben zwischen mir und ihm,
Und eh' der Tag sich neigt, muß sich's erklären,
Ob ich den Freund, ob ich den Vater soll entbehren.
Indem er abgeht, fällt der Vorhang.

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