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lyphem, da er ihn sonst davor beschützt haben würde; Ares ahnt nichts von dem Falle seines Sohnes Askalaphos 1) u. s. w.

Aehnliches, wie von der Allwissenheit der Götter, gilt auch von ihrer Allmacht. Theoretisch zwar wird ihnen dieselbe zugeschrieben mit den Worten: θεοὶ δέ τε πάντα δύνανται 2); in der That aber ist dieses Theorem dahin zu modificiren, dass die Götter im Vergleich mit den Menschen zwar eine bedeutende, aber trotzdem eine so wenig absolute Macht besitzen, dass ihnen vielmehr in vielfacher Hinsicht die Hände gebunden sind. Abgesehen davon, dass die Moira ihnen Schranken setzt, tritt die Ohnmacht der Götter auch sonst oft hervor. Wissen sie doch nicht einmal ihre Lieblinge vom Verderben zu erretten, wie Zeus den Sarpedon; Poseidon vermag, so sehr er auch möchte, den Untergang des Odysseus nicht herbeizuführen 3); Geschehenes kann selbst Zeus nicht ändern 4), und es erscheint demselben als unmöglich, dem Achilleus Hektors Leiche zu entwenden 5) u. dgl. m.

Endlich gebricht es den homerischen Göttern auch an absoluter Wahrhaftigkeit, da sie nach Menschenweise zur Erhärtung der Wahrheit des Eides bedürfen, den sie entweder bloss bei der Styx 6)- und dieser Schwur ist für sie der bindendste — oder auch bei der Erde, dem Himmel und dem Wasser der Styx 7) schwören.

§ 16.

Der Neid der Götter.

Wie die homerische Theosophie den Göttern Beschränktheit der Intelligenz, des Wissens, der Macht und der Wahrhaftigkeit zudictirt, so erspart sie eben diesen Göttern auch nicht die demüthigende Zumuthung, mit allen menschlichen Affecten sich sympathisch zu zeigen, was ebenfalls mit der Tendenz zusammenhängt, die Götter nach mensch

1) Ν 521: οὐδ ̓ ἄρα πώ τι πέπυστο βριήπυος όβριμος "Αρης | υἷος ἑοῖο πεσόντος ἐνὶ κρατερῇ ὑσμένη.

2) × 306. Vgl. ξ 445 und & 237.

3) € 339 (Leukotheë spricht zu Odysseus): κάμμορε, τίπτε τοι ὧδε Ποσειδάων ένοσίχθων | ὠδύσατ ̓ ἐκπάγλως, ὅτι τοι κακὰ πολλὰ φυτεύει; | οὐ μὲν δή σε καταφθίσει, μάλα περ μενεαίνων.

4) Ξ 53 (Nestor spricht): ἦ δὴ ταῦτά γ' ἑτοῖμα τετεύχαται, οὐδέ κεν ἄλλως | Ζεὺς ὑψιβρεμέτης αὐτὸς παρατεκτήναιτο.

5) 2 71 (Worte des Zeus): ἀλλ ̓ ἤτοι κλέψαι μὲν ἐάδομεν οὐδέ πη ἔστιν | λάθρη Αχιλλῆος – θρασὺν Εκτορα· ἡ γάρ οἱ αἰεὶ | μήτηρ παρμέμβλωκεν ὁμῶς νύκτας τε καὶ ήμαρ.

6) Ξ 271 (Hypnos zu Here): ἄγρει νῦν μοι ὄμοσσον ἀάατον Στυγὸς ὕδωρ· [ χειρὶ δὲ τῇ ἑτέρῃ μὲν ἔλε χθόνα πουλοβότειραν, | τῇ δ' ἑτέρῃ ἅλα μαρμαρέην κτέ.

7) Ο 36 (ε 184) : ἴστω νῦν τόδε Γαῖα καὶ Οὐρανὸς εὐρὺς ὕπερθεν ] καὶ τὸ κατειβόμενον Στυγὸς ὕδωρ, ὥστε μέγιστος | ὅρκος δεινότατός τε πέλει μακάρεσσι θεοῖσιν.

lichem Massstabe zu bilden und auch in ethischer Hinsicht menschenähnlich zu gestalten. In erster Linie ist hier der Neid und die Scheelsucht hervorzuheben, womit die Götter auf bevorzugte Menschen herabblicken und ihnen ihr Glück missgönnen. So ärgert sich Poseidon über die Phaieken, weil sie als Geleiter umherirrender Fremdlinge in die Heimath so viel Glück mit ihren Meerfahrten haben 1); derselbe missgönnt den Achaiern ihre schützenden Mauern und Gräben2); Apollon beneidet den Menelaos um die Waffen des getödteten Euphorbos 3); ja, was das Aergste ist, die Götter gönnen sich gegenseitig die Augen im Kopfe nicht, wie denn Kalypso sich unumwunden beklagt, dass die Götter ihr, der Göttin, den Besitz eines sterblichen Mannes verargten 4).

Diese Vorstellung von dem óvos dewy hat übrigens im Laufe der Zeiten sich umgestaltet und verschiedene Phasen durchlaufen, deren nach Eichhoffs gründlicher Entwicklung) drei zu unterscheiden sind. Zunächst, auf der ersten Stufe, erscheint dieser óvos rein als Eifersucht der menschlich gesinnten Götter, indem sie auf ihre eigene Macht und Hoheit trotzen und pochen, und den Menschen grosses und dauerndes Glück missgönnen, weil diese durch ihr Emporstreben mit den Göttern selbst zu rivalisiren scheinen. Auf dieser niederen Stufe befindet sich der póvos Dev bei Homer: die homerischen Götter gönnen aus purer Missgunst den Sterblichen die Augen im Kopfe nicht und betrachten Glück, Lebensgenuss und Macht als eine von ihnen selbst gepachtete Provinz, in welcher sie keine menschlichen Eindringlinge dulden. Von irgendwelchem ethischen Motive ist bei dieser Auffassung des óvos de@v keine Rede; eher schon auf der zweiten Stufe seiner Entwicklung, wo er im Dienste des Verhängnisses stehend erscheint und über die den Menschen gesetzten Gränzen und das ihnen beschiedene Mass und Gleichgewicht des Glücks und Unglücks wacht. -Auf der dritten und letzten Stufe endlich erscheint der póvos dewv als eine sittliche Potenz, welche jeder Ueberhebung, jedem Hochmuth und Frevel tadelnd und strafend entgegentritt: in der That läuft der Mensch,

1) 9 564 (Worte des Alkinoos): ἀλλὰ τόδ ̓ ὥς ποτε πατρὸς ἐγὼν εἰπόντος ἄκουσα | Ναυσιθόου, ὃς ἔφασκε Ποσειδάων ̓ ἀγάσασθαι | ἡμῖν, οἵνεκα πομποὶ ἀπήμονές εἶμεν ἁπάν

των.

2) Η 448 (Poseidon spricht zu Zeus): οὐχ ὁράᾳς, ὅτι δ ̓ αὖτε καρηκομόωντες Αχαιοὶ | τεῖχος ἐτειχίσσαντο νεῶν ὕπερ, ἀμφὶ δὲ τάφρον | ἤλασαν, οὐδὲ θεοῖσι δόσαν κλειτὰς ἑκατόμβας;

3) Ρ 70: ἔνθα κε ῥεῖα φέροι κλυτὰ τεύχεα Πανθοίδαο | 'Ατρείδης, εἰ μή οἱ ἀγάσσατο Φοῖβος Απόλλων, ] ὅς ῥά οἱ Εκτορ' ἐπῶρσε κτλ.

4) ε 118: σχέτλιοί έστε, θεοί, ζηλήμονες ἔξοχον ἄλλων! ] οἴτε θεαῖς ἀγάασθε παρ' ἀνδράσιν εὐνάζεσθαι [ ἀμφαδίην, ἤν τίς τε φίλον ποιήσετ ̓ ἀκοίτην.

5) Eichhoff, die Vorstellung von dem Neide der Gottheit, im Jahresberichte über das Gymnasium zu Duisburg. August 1846.

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wenn er auf einen hohen Standpunkt des Glücks und der Macht gelangt ist, Gefahr, sich zu überheben und die scharfe Gränzlinie zwischen der göttlichen und menschlichen Sphäre zu überschreiten; eine solche Ueberhebung ist aber unsittlich und unfromm, und darf von den Göttern als den Schirmherren der Sittlichkeit nicht geduldet werden; daher überwachen sie das Thun und Treiben der Menschen, insbesondere der vom Glück begünstigten, und stürzen sie in demselben Momente, wo sie sich überheben, von ihrer eingebildeten Höhe herab. Auf dieser hohen sittlichen Stufe erscheint der 40óvos suv namentlich bei Pindar, wie ich an anderer Stelle 1) nachgewiesen habe, während er sich bei Homer, wie gesagt, noch auf der niederen Staffel egoistischer Scheelsucht und Missgunst hält.

§ 17.

Fernere psychische und sittliche Fehler und Gebrechen der Götter. Zu den sittlichen Schwächen der Götter gehört ferner die unter ihnen herrschende Unverträglichkeit, welche Zwiespalt und Zänkerei unter ihnen hervorruft, so dass Zeus zur Herstellung der Ordnung ein ernstes, gebieterisches Wort sprechen muss; ja, die Götterfamilie zersplittert sich sogar in Parteiungen, so dass die Einen den Griechen, die Andern den Troern ihre Gunst zuwenden, was ebenfalls zu manchen Zankscenen Veranlassung giebt. Wie leidenschaftlich die Natur der Götter angelegt ist, bezeugt aber insbesondere der Umstand, dass sie unversöhnlichen Hass und Rachedurst nähren können. Hegt doch Poseidon gegen Odysseus einen förmlichen Grimm, der ihn zum Zielpunkte seiner unablässigen Verfolgung macht2); auf Bellerophon werfen alle Götter ihren glühenden Hass, so dass er in dumpfe Melancholie verfällt und einsam umherirrt 3); die Tugend der Versöhnlichkeit aber ist den Göttern trotz des theoretischen στρεπτοὶ δέ τε καὶ θεοὶ αὐτοὶ 4) in der Praxis oft wenig eigen, wie Heres und Athenes Beispiel zeigt, insofern sie gegen die Troer und insbesondere gegen Paris wegen der Bevorzugung der Aphrodite unauslöschlichen Groll hegen.

Nicht minder charakteristisch für die moralische Gebrechlichkeit der Götter ist ihr kleinlicher Ehrgeiz. Statt im stolzen Selbstgefühl ihres göttlichen Absolutismus sich selbst genug zu sein, sind sie viel

1) Die sittliche Weltanschauung des Pindaros und Aischylos. Leipzig, Teubner, 1869. S. 79 f.

2) α 19: θεοὶ δ' ἐλέαιρον ἅπαντες, | νόσφι Ποσειδάωνος· ὁ δ' ἀσπερχὲς μενέαινεν | ἀντιθέῳ Ὀδυσῆϊ, πάρος ἣν γαῖαν ἱκέσθαι.

3) Ζ 200: ἀλλ' ὅτε δὴ καὶ κεῖνος (Βελλεροφόντης) ἀπήχθετο πᾶσι θεοῖσιν, | ἤτοι ὁ καπ πεδίον τὸ ̓Αλήϊον οἷος ἀλᾶτο, | ὃν θυμὸν κατέδων, πάτον ἀνθρώπων ἀλεείνων.

4) I 497.

mehr auf Ehrenbezeugungen von Seiten der Menschen erpicht, sehen ihnen argwöhnisch auf die Finger, um nicht im Punkte der ihnen gebührenden Opfer und Spenden zu kurz zu kommen, und speien Feuer und Flamme, sobald sie sich beeinträchtigt und zurückgesetzt glauben. Als Oineus bei den Thalysien der Artemis die Erstlinge der Früchte darzubringen versäumt hat, sendet sie rachedürstend den kalydonischen Eber in dessen Aecker'); weil die Achaier den Göttern keine Festhekatomben gebracht haben, zerstören diese die von jenen errichtete Mauer), und aus demselben Grunde halten die Götter den Menelaos in Aigypten zurück 3), wobei die Entrüstung über die laesa maiestas deorum doch nebenbei kleinliche Ehrsucht durchschielen lässt. Aber vollends wehe über die, welche gegen die Götter eine hohe Miene aufstecken und mit ihnen in die Schranken zu treten sich erdreisten! Ihnen gegenüber kennt der Götterzorn keine Gränzen, und ihr Untergang ist gewiss. Eurytos vermisst sich, Apollon zum Bogenkampfe herauszufordern, und wird zur Strafe von demselben erlegt 4); Apollon und Artemis tödten die zwölf Kinder der Niobe, weil diese die Leto, welche nur zwei Kinder geboren hatte, zu missachten wagte 5); Thamyris wird von den Musen geblendet und der Gesangskunst beraubt, weil er sie zum Wettkampf herauszufordern gewagt habeo) u. s. w.

1) 1 533: καὶ γὰρ τοῖσι (Αἰτωλοῖς) κακὸν χρυσόθρονος Αρτεμις ώρσεν, | χωσαμένη, δ οἱ οὔτι θαλύσια γουνῷ ἀλωῆς | Οἰνεὺς ῥέξι· ἀλλοὶ δὲ θεοὶ δαίνυνθ' ἑκατόμβας· | οἴῃ δ ̓ οὐκ ἔῤῥεξε Διὸς κούρῃ μεγάλοιο, | ἢ λάθετ', ἢ οὐκ ἐνόησεν· ἀάσατο δὲ μέγα θυμῷ. [ ἡ δὲ χολωσαμένη, δῖον γένος, Ἰοχέαιρα, | ὦρσεν ἔπι χλούνην σῦν ἄγριον, ἀργιόδοντα, | ὃς κακὰ πόλλ ̓ ἔρδεσκεν ἔθων Οἰνῆος ἀλωήν κτέ.

2) Μ 3: οὐδ ̓ ἄρ ̓ ἔμελλεν | τάφρον ἔτι σχήσειν Δαναῶν καὶ τεῖχος ύπερθεν | ευρύ, τὸ ποιήσαντο νεῶν ὕπερ, ἀμφὶ δὲ τάφρον | ἤλασαν· οὐδὲ θεοῖσι δόσαν κλειτὰς ἑκατόμβας, | ὄφρα σφιν νῆας τε θοὰς καὶ ληῒδα πολλὴν | ἐντὸς ἔχον ῥύοιτο· θεῶν δ ̓ ἀέκητι τέτυκτο | ἀθα νάτων· τὸ καὶ οὔτι πολὺν χρόνον ἔμπεδον ἦεν.

3) δ 351: Αἰγύπτῳ μ' ἔτι δεῦρο θεοὶ μεμαῶτα νέεσθαι [ ἔσχον, ἐπεὶ οὗ σφιν ἔρεξα τε ληέσσας ἑκατόμβας.

4) θ 226 : τῷ ῥα καὶ αἶψ' ἔθανεν μέγας Εύρυτος, οὐδ ̓ ἐπὶ γῆρας | ἵκετ ̓ ἐνὶ μεγάροισι· χολωσάμενος γὰρ ̓Απόλλων | ἔκτανεν, οὕνεκά μιν προκαλίζετο τοξάζεσθαι.

5) Ω 602: καὶ γάρ τ' ηύκομος Νιόβη ἐμνήσατο σίτου, | τῇπερ δώδεκα παῖδες ἐνὶ μεγάροισιν ὅλοντο, | ἓξ μὲν θυγατέρες, ἓξ δ' υἱέες ήβώοντες. | τοὺς μὲν ̓Απόλλων πέφνεν ἀπ' ἀργυρέοιο βιοῖο, | χωόμενος Νιόβη, τὰς δ' Αρτεμις ἰοχέαιρα, | οὖνεκ' ἄρα Λητοῖ ἰσάσκετο καλλιπαρῄψ· | φῆ δοιὼ τεκέειν, ἡ δ ̓ αὐτὴ γείνατο πολλούς. Die numerischen Angaben in Betreff der Niobiden schwanken sehr. Ael. var. hist. 12, 36: ἐοίκασιν οἱ ἀρχαῖοι ὑπὲρ τοῦ ἀριθμοῦ τῶν τῆς Νιόβης παίδων μὴ συνάδειν ἀλλήλοις. Ομηρος μὲν ἓξ λέγει ἄρ ρενας καὶ τοσαύτας κόρας, Λᾶσος δὲ δὶς ἑπτὰ λέγει (so auch Ovid, Met. 6, 182 f.), Ησίοδος δὲ ἐννέα καὶ δέκα, εἰ μὴ ἄρα οὐκ εἰσὶν Ησιόδου τὰ ἔπη, ἀλλ' ὡς πολλὰ καὶ ἄλλα κατέψευ σται αὐτοῦ. ̓Αλκμὰν δέκα φησί, Μίμνερμος εἴκοσι καὶ Πίνδαρος τοσούτους.

6) Β 594: ἔνθα τε Μοῦσαι | ἀντόμεναι Θάμυριν τὸν θρήϊκα παῦσαν ἀοιδῆς | Οιχαλίη θεν ἰόντα παρ' Ευρύτου Οιχαλιῆος· | στεῦτο γὰρ εὐχόμενος νικησέμεν, εἴπερ ἂν αὐτοὶ [ Μοῦσαι ἀείδοιεν, κοῦραι Διός αιγιόχοιο· | αἱ δὲ χολωσάμεναι πηρὸν θέσαν, αὐτὰρ ἀοιδὴν | θεσπεσίην ἀφέλοντο καὶ ἐκλέλαθον κιθαριστών.

§ 18.

Fernere psychische und sittliche Fehler und Gebrechen der Götter (Fortsetzung).

Auf eine wie niedrige Stufe der Anthropomorphismus den sittlichen Standpunkt der Götter herabschraubt, beweist ferner der in der homerischen Welt eingenistete Glaube, dass die Sterblichen von den Göttern verblendet und zu bösem Thun verleitet würden. Daher machen sich auch die homerischen Menschen, wenn sie durch eigenen Frevel Unheil angerichtet haben, nichts daraus, ohne Weiteres die Schuld auf die Götter zu schieben oder sie gar falsch und grausam zu schelten. In der ersten Nɛxvía erklärt Odysseus dem Schatten des Aias geradezu, die Schuld an dem schlimmen Ausgange des Waffengerichts und seinem (des Aias) Tode sei einzig dem Zeus beizumessen '); und eben so klagt Nestor den Zeus an, dass er grausamen Sinnes unter den Achaiern Zwist und Hader ausgesäet habe 2); als dem Menelaos im Kampfe mit Paris die Schwertklinge zerspringt, schiebt er die Schuld auf Zeus und vergisst sich so weit, ihn den grausamsten der Götter zu nennen 3); so schilt auch Philoitios denselben Gott grausam, weil er die Menschen in Noth und Elend stürze1). — In mancher Hinsicht stehen die Götter im Punkte der Sittlichkeit fast noch unter den Menschen, wie sie denn keinen Anstand nehmen, sich gegenseitig zu mystificiren und zu betrügen: Here hintergeht, wie wir in der Atòs áñáτη lesen, den eigenen Gemahl3); Athene begiebt sich auf den Vorschlag der Here und mit Bewilligung des Zeus auf die troische Schlachtebene, um die Troer zu meineidigem Vertragsbruch zu verleiten") u. dgl. m.

Ausser den bisher besprochenen sittlichen und psychischen Gebrechen und Affecten haften den Göttern noch viele andere an. Fast könnte

1) λ 558: οὐδέ τις ἄλλος | αἴτιος, ἀλλὰ Ζεὺς Δαναῶν στρατὸν αἰχμητάων | ἐκπάγλως ἤχθηρε· τεῖν δ ̓ ἐπὶ μοῖραν ἔθηκεν. Ueber diese anstössige criminatio deorum, welche 'ganz im Gegensatze zu unserer christlichen Ansicht von der Heiligkeit Gottes die Zurechnungsfähigkeit der Menschen in vielen Fällen aufzuheben und die Möglichkeit der Annahme der göttlichen Gerechtigkeit zu vernichten scheint', s. besonders: K. G. Helbig, die sittlichen Zustände des griech. Heldenalters. Leipzig 1839. S. 26 ff. 2) η 159 : ἐς Τένεδον δ' ἐλθόντες ἐρέξαμεν ἱρὰ θεοῖσιν, | οἴκαδε ἱέμενοι· Ζεὺς δ ̓ οὔπω μήδετο νόστον· | σχέτλιος, ὅς ῥ ̓ ἔριν ώρσε κακὴν ἔπι δεύτερον αὖτις.

3) Γ 365: Ζεῦ πάτερ, οὔτις σεῖο θεῶν ὀλοώτερος ἄλλος. [ ἦ τ ̓ ἐφάμην τίσεσθαι ̓Αλέξανδρον κακότητος· ] νῦν δέ μοι ἐν χείρεσσ ̓ ἐάγη ξίφος κτέ.

4)υ 201: Ζεν πάτερ, οὔτις σεῖο θεῶν ὀλοώτερος ἄλλος. | οὐκ ἐλεαίρεις ἄνδρας, ἐπὴν δὴ γείνεαι αὐτός, | μισγέμεναι κακότητι καὶ ἄλγεσι λευγαλέοισιν.

5) E 153 ff.

6) Δ 64 (Here spricht zu Zeus): σὺ δὲ θᾶσσον Αθηναίῃ ἐπιτεῖλαι, | ἐλθεῖν ἐς Τρώων καὶ ̓Αχαιῶν φύλοπιν αἰνήν, | πειρᾶν δ ̓, ὥς κε Τρῶες ὑπερκύδαντας ̓Αχαιοὺς | ἄρξωσι πρότεροι ὑπὲρ ὅρκια δηλήσασθαι.

Buchholz, Homerische Realien. III a.

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