Selections from Schiller's Lyrical Poems

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Side 11 - Morgen wieder neu sich zu entbinden, Wühlt sie heute sich ihr eignes Grab, Und an ewig gleicher Spindel winden Sich von selbst die Monde auf und ab. Müßig kehrten zu dem Dichterlande Heim die Götter, unnütz einer Welt, Die, entwachsen ihrem Gängelbande, Sich durch eignes Schweben hält. Ja, sie kehrten heim, und alles Schöne, Alles Hohe nahmen sie mit fort, Alle Farben, alle Lebenstöne, Und uns blieb nur das entseelte Wort. Aus der Zeitflut weggerissen, schweben Sie gerettet auf des Pindus...
Side 84 - Und sprach: der Zehente ist mein. Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen, Naht der Poet, er kam aus weiter Fern Ach ! da war überall nichts mehr zu sehen, Und alles hatte seinen Herrn! Weh mir! so soll denn ich allein von allen Vergessen sein, ich, dein getreuster Sohn ? So ließ er laut der Klage Ruf erschallen Und warf sich hin vor Jovis Thron.
Side 38 - So kann ich hier nicht ferner hausen, Mein Freund kannst du nicht weiter sein. Die Götter wollen dein Verderben, Fort eil ich, nicht mit dir zu sterben.
Side 10 - Wehn, Einen zu bereichern unter allen, Mußte diese Götterwelt vergehn. Traurig such' ich an dem Sternenbogen, Dich, Selene, find' ich dort nicht mehr; Durch die Wälder ruf
Side 106 - Jeder freut sich seiner Stelle, Bietet dem Verächter Trutz. Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis ; Ehrt den König seine Würde, Ehret uns der Hände Fleiß. Holder Friede, Süße Eintracht, Weilet, weilet Freundlich über dieser Stadt ! Möge nie der Tag erscheinen, Wo des rauhen Krieges Horden Dieses stille...
Side 21 - Ins Feld, in die Freiheit gezogen. Im Felde, da ist der Mann noch was wert, Da wird das Herz noch gewogen. Da tritt kein anderer für ihn ein, Auf sich selber steht er da ganz allein.
Side 47 - O hemme des Stromes Toben! Es eilen die Stunden, im Mittag steht Die Sonne, und wenn sie niedergeht Und ich kann die Stadt nicht erreichen, So muß der Freund mir erbleichen.
Side 92 - Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel Sinnend der Weise, beschleicht forschend den schaffenden Geist, Prüft der Stoffe Gewalt, der Magnete Hassen und Lieben, Folgt durch die Lüfte dem Klang, folgt durch den Äther dem Strahl, Sucht das vertraute Gesetz in des Zufalls grausenden Wundern, Sucht den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht.
Side 92 - Freiheit ruft die Vernunft, Freiheit die wilde Begierde, Von der heil'gen Natur ringen sie lüstern sich los. Ach. da reißen im Sturm die Anker, die an dem Ufer Warnend ihn hielten, ihn faßt mächtig der flutende Strom, Ins Unendliche reißt er ihn hin, die Küste verschwindet, Hoch auf der Fluten Gebirg...
Side 11 - Wälder ruf ich, durch die Wogen, Ach! sie wiederhallen leer! Unbewußt der Freuden, die sie schenket, Nie entzückt von ihrer Herrlichkeit, Nie gewahr des Geistes, der sie lenket, Sel'ger nie durch meine Seligkeit, Fühllos selbst für ihres Künstlers Ehre, Gleich dem todten Schlag der Pendeluhr, Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere Die entgötterte Natur.

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