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drei Asse (und ohne Zweifel auch die Zahl drei). Ei „du bist“ bei den alten wie Fra Guittone, Jacopone da Todi, auch noch bei Boiardo, geht zurück auf das con Varro 11. einst bezeugte esis (esum [esis esit esumus esitis esunt]).* Auf esumus esunt schliesst man allgemein nach Varros Worten: in omnibus personis constabat. Dass esis esit esitis hier einzusetzen, beweist Macr. Sat. 1, 4 durch eine Stelle aus den 12 Tafeln: Sei nox furtum factum esit sei im occisit. Factum esit ist Perfect wie occisit, esit = est. Adessint CJL 1 ist als Futur hiervon zu trennen. Auf es est von esis esit drängt auch die Analogie hin, vgl. fers fert. Sehr weit ist es bierron nicht ab, wenn Nannucci erklärt: e „du bist“ von lat. es; in ei ist jenem e ein i angefügt, die Endung der 2 singularis ind. praesentis. Damit man sich nicht zu sehr über solche altehrwürdige Reste hier verwundere, braucht man, um nicht auf Corssens Betrachtungen zu kommen, nach welchen manches lateinische gegen italiänisches an Alter und Ursprünglichkeit zurücksteht, sich nur zu erinneren, wie prode neben pro schon von Diez mit altlateinischem prod zusammengebracht wird. Poi als Praeposition hat übrigens noch Fra Guittone in seinen Canzonen: 7 poi morte 12 poi la morte nach dem Tode; 14 Dice Cristo: chi vuol poi me venire, wer mir nachfolgen will. Jacopone hat ebenso noch pos und po'.

Diese Darlegung der nahen Verwandtschaft zwischen den lateinischen und italiänischen Praepositionen könnte ich noch weiter fortsetzen, und der Leser würde doch, indem er an italiänisches a und da dächte, die Entfernung im allgemeinen für gross halten. A nach allgemeinem Zugeständniss und offenbar das lateinische ad hat eine mächtige Ausdehnung gewonnen, indem es nicht nur die verlorenen Datire ersetzt, sondern auch noch vielfach eintritt, wo das Lateinische andere Praepositionen anwendete; und da ist der Form nach neu und rätselhaft und steht gar öfter für ad.

Ad oder a ist oft deutsches mit und zwar erstens instrumental. Dass dieser Gebrauch dem mittelalterlichen Latein eigen sei, bemerkt schon Diez RG 3 S. 153. Man darf hinzusetzen : auch dem alten, wenigstens dem volksthümlichen. Petron 75 me solebam ad illum

* Auf esumus esitis esunt scheinen mir auch emo ete enno zurückzu. führen. Erstere beide nimmt Nannucci S. 445 nach heutiger tosc. Mundart uad nach pr. em, etz, afr. emes im Altitaliänischen an; letzteres ist der alten Sprache und heut in Toscana sehr geläutig. Man pflegt dies enno, eno als nach der 3 s. è gebildet zu erklären.

metiri an oder mit dem Leuchter sich messen. Zweitens begleitende Umstände; egli lavora a fatica, a forza, a questa maniera ist durchaus alt: ad modum, ad similitudinem, ad exemplum, ad arbitrium, bei Plautus ad istam faciem. Drittens beschreibend, stava a testa china, pregava a mani giunte. Namentlich für diesen Fall fehlt es an lateinischen Beispielen, sodass man sich schon nach provenzalem ab (apud = mit) umsah. Mit Recht weist Diez solche Hülfe von ausserhalb ab. Es ist unglaublich wie vielfache Verwendung des ad sich durch die Bedeutungen an (instr. woran leiden und sein Gegentheil, überhaupt etwas durchsetzen: ad praemia peccat, ad raptum ferramentum expaverat Petron 83, 94; aures callescerunt ad iniurias, Cato bei Nonius S. 89 ed Quicherat Par. 1872), gegenüber (im Vergleich, nihil ad hanc rem, ad hunc hominem Zpt. 296, in Hinsicht) aufklären lässt. Prega a mani giunte, a testa china scheint mir durch eine Attraction = a mani giunto, a testa chino an den Händen gefaltet, am Haupte gebeugt zu erklären. Man vgl. non può a sua natura esser potente in der commedia und povera a' panni ed a cintura in der 17. Canzone Dantes. Dieses „an“, „in Hinsicht auf“ geben Lateiner gelegentlich durch ad und durch a; man sehe die Grammatiker, Madvig 253 A. Auch kann man leicht eben dort sich überzeugen, dass für das instrumentale sebr gern a ab gesetzt wird. Livius ab ira, ab odio, ab insita animi levitate; ab singulari amore, Balbus bei Cic., a vi praestare

, nihil possum, Cic.; calescit ab ipso spiritu, Cic., dolere ab oculis, ab animo, Plautus. Für das wie vgl. man Petr. 75 librum ab oculo legit wie από γλώσσης, από στόματος ειπείν, ohne zu stocken, 76 ab acia et acu mihi omnia exposuit, haarklein. Nimmt man hierzu noch das a bei den römischen Lustspieldichtern, welches den Genitiv ersetzt (auch Cicero hat dgl. Zeno et qui ab eo sunt, qui sunt ab ea disciplina, nostri illi a Platone) und vergleicht es mit Dativen, welche dasselbe thun, und mit it. a in derselben Art verwendet, und denkt vollends daran, wie manches lat. a in adverbialen formelhaften Ausdrücken wie a casu alt und mittelalterlich sich gleich blieb (Benv. von Imola zu pg. 30: Dantes ridit a casu inter alias puellas puellulam), 80 kommt man darauf zu glauben, dass manches heutige italiänische a noch lateinisches a ist, obgleich es durch die Vermengung von a und ad, in welcher letzteres siegte, nur noch als ad empfunden und zu diesem umgedeutet wird. Man versteht, bei diesem a caso bleiben, nicht mehr „vom Zufall her“, sondern „an und und beim Zufall“ und kommt auch aus.

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zu

Dass lateinisches a als solches verstanden wirklich im Italiänischen, wenigstens im alten, noch vorhanden wäre, sprach Nannucci aus. Er erklärt analisi S. 484 abento und abentare per modo elittico sicuro, lontano da vento. Delle pecore quando sono in luogo sicuro e riparato dal vento dicono (auf Sicilien): so abento; quindi = quiete, calma, pace. Gegen diese sonst nicht üble Etymologie liegt leider eben das

. eine vor, dass lateinisches a in italiänischen Wörtern neuerer Bildung sonst etwas fehlt. Schon im Lateinischen geprägter Zusammensetzun. gen wie adiuvo abnego astengo avante (-i) giebt es genug; aber sie gehören eben schon dem klassischen, ja schon dem vorklassischen Latein an und sind so fertig übernommen. Vergleichen könnte man einzig avocolare (avocolo)

accecare, Diez Wb. 3.

Vielleicht noch avaccio, avannotto a. 0.? I Provenzales a dios no se defienden, a sus armas defendre nennt Nannucci an. S. 116 einen modo romano. È la preposizione a de' Latini, che poi si tradusse per da. Fra Goittone lett. 13 io non posso o non voglio a (da) femmina astenere (astenermi), Nè non mi voglio a carne astenere, Buono scernendo a (da) male e male a (da) buono. Alle diese drei Stellen sind in der schon öfter angeführten Ausgabe Bottaris S. 35 zu finden. Defendere, muss ich aber erinnern, scheint von diesen Beispielen auszusondern. Denn ich finde allerdings, dass jene alten Italiäner es ebenfalls gern mit a statt mit da verbinden; da aber gelegentlich statt des a das Pronomen im Dativ sich einstellt, so ist man, glaube ich, genötigt dieses a bei defendre nicht = da = lateinischem a zu setzen, sondern vielmehr = lateinischem ad. Die Auffassung des Wortes hat sich eben etwas geändert, es nähert sich dem verbieten. Fra Guittone Rime 2, 69 gravemente Ti si difenderia di folleggiare; S'altro il suo ti difende (vieta, ricusa), or fatti offesa ? Inf. 15, 27 Il viso abbrucciato non difese La conoscenza sua al mio intelletto. Auch ad im ma. Latein wird sich finden. Du Cange hat unter aquae defensae: ponuntur in defenso ad capiendum salmones, werden dem Lachsfang gegenüber in Schutz gestellt. Dagegen scheinen mir die Beispiele mit astenere unangreifbar. Abbracciavacca hat in einem Sonnet an Fra Guittone Come s'amorta cosi gran talento („al generare“) Non astenendo li bere ed il mangiare? Wie man diesen Accusativ auch erklärt, , in Bezug auf trinken und essen“, oder „wenn man trinken und essen nicht (ron sich) fern hält“ (Terent. inversa verba, aversas cervicis tuas, gemitus, screatus, tussis, visus abstine und manum abstinere, Liv. liberas urbes

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abst.), eine Verdächtigung gegen jenes a erhält man nicht. Auch nicht, wenn man bei Fra Guittone R 1, 24 den blossen Infinitiv nach diesem Worte findet, astener peccare, wie bei Plautus im Miles abstineas colere und bei Sueton. Will man aber streng gegen lateinisches a im Italiänischen vorgehen, wozu man zunächst allerdings Grund hat, so könnte man an den Dativ bei Livius 1, 1 erinnern. Duobus, Aeneae Antenorique omne ius belli Achivos abstinuisse; aber dieses „das Kriegsrecht dem Aeneas fern halten“, wie etwa defendit aestatem capellis, ist doch etwas anders, so dass die Wahrscheinlichkeit jenes a (da) carne, femmina bleibt. Noch weniger scheint von dem „gutes vom bösen unterscheiden, abtrennen“ etwa durch ein „gegenüber etwas abzuhandeln. Deshalb ist es wünschenswert zu erfahren, ob dies zufällige, vereinzelte Beispiele sind, vielleicht veranlasst durch Erinnerung an lateinisch geschriebene Ordensregeln, oder ob lateinisches a jener alten Sprache überhaupt noch angehört, und ich sehe mich nach weiteren Belegen um.

Entfernen allontanare allungiare kann man oft genug bei jenen alten mit a finden; aber es ist wiederum nicht recht stichhaltig, weil man bisweilen auch den Dativ so verwendet sieht. Guittone R 1, 10 lungiando a se peccato e villania, 28 se Deo m'allungi a noia. Fazio D. 5, 29 non lunge all'oceano. Frezzi Q. 3, 7 E vidi il mostro apposito (opp. Hs.D) e distante Alla lupa rapace. Guittone R1, 46 stogli or più lontano. Hingegen ist a bei diverso, disparte ,abweichend, getrennt von“ statt da beweisend. Fra Guittone R1, 19 disparte a tutto reo istà (stà separato da ogni cosa rea). Folgore da S. Gemignano PPS 2, 182 all'opera è diverso il vario effetto. Inf. 9, 11 fur parole alle prime diverse, pg. 13, 47 ombre con manti Al color della pietra non diversi; par. 8, 140 discorde a se ist wol nicht durch Vergleichung mit contrario a als Dativ = ad zu erklären. An der Auffassung dieses a nach diverso „, abweichend von“ ändert die Beobachtung nichts, dass diversus im Mittelalter in den romanischen Sprachen (wie öfter bei Dante) in den Begriff von „garstig“, „, feindlich“ übergehend ein ad zu sich nimmt wie offenbar im Chron. S. Dion, car il estoit divers à sa gent meismes, s. Du Cange.

Manches a vor einem Infinitiv sieht auch nicht wie ad aus. Guittone R 1, 11 ritenendo a far di te pianto, wir halten uns fern davon um dich zu weinen. Lasciare a = ablassen von einer Thätigkeit. Eg. Colonna Gov. dei principi 3, 2, 8 (Nann. 2, 347) fanno male e non lassano a fare alcuna mala opera. Fazio im Dittamondo hat es oft, 3, 1, 4, 20, che a dire lascio, che qui lasso a ricordar.

Auffällig ist, wie statt „ich verdanke dir“ jene alten gern setzen „ich habe von dir“ sowie „ich hoffe von dir“. Guittone R 1, 14 O quanto amore, quanta divozione, Quanta suggezione e riverenza Deono te e tuoi (a te e ai tuoi) d'ogni ragione Tutt' i cristian, com tutti ogni piagenza, A cui assempro, a cui ammonizione Hanno quasi quant hanno di valenza, von dessen Beispiel und Belehrung sie alles haben. Vgl. 19 Da lui è sol quant' uom dir può. 23 Onor, prode e piacer sol si procaccia A (da) piacer d'essi a cui suol bon piacire. Mazzeo Ricco PPS 1, 226 Ho ferma speranza a vostro amore, vom Dichter selbst nach zwei ,denn“ so erklärt: Ond' io da voi aspetto la migliore (nämlich sorte). Pannuccio a. 0. 344 Non aggio poso né d'alcun ben parte A quella per cui sono in si rea parte. Folgore da S. Gemignano 2, 182 E sempre aver acconci gli appetiti, La notte e'l vento piovere al ciel messo, Siate nelle letta ben forniti. Das e'l ist hinter vento zu setzen oder dort noch einmal zu widerholen: wenn bei Nacht Wind und Regen vom Himmel herabkommt. Trarre hat sehr oft a, welches nur durch ad erklärt zu werden braucht, indem man aus und ab hinzudenkt, wie bei trarre il dente (tagliar la testa) ad alcuno. Schwerlich aber geht dies pg. 33 che non traggon la voce a' denti, Dittamondo 4, 3 color tratto a zaffiro. An lateinisches a erinnert auch par. 19, 55 Non può a sua natura esser potente Tanto.

Der Kampf zwischen lateinischem ad und a ab begann im frühen Mittelalter. Du Cange hat ungefähr von 690 a saepe dictas basilicas. Vorbereitet war er schon im frühesten Alterthume durch die Schwäche von auslautendem d und t, wie die lateinische Grammatik und die plautinische Prosodie lehren. Ad, welches so die Veranlassung zu dem Streite gab, gewann trotzdem die Oberhand durch seine weit verbreitete Macht. A ab konnte man aber doch nicht ganz missen und man griff deshalb zu der oskischen Nebenform von de dat (skr. dati, s. Zeyss z. f. vgl. Spr. 14), welches dem a in Construction und Bedeutung gleich stand. Die Etymologien de ad und de ab für da stehen einander gleichberechtigt gegenüber. Erstere hat chw. dad, letzteres davanti und altsardisches daba, daue für sich. Für beides aber fehlen lateinische Belege; da ist auch im mittelalterlichen Latein gleich als fer

es Wort vorhanden und chw. dad unterstützt noch mehr als ein de ad die Annahme des oskischen Einflusses. Concrepuit a milite

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