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In der Farce des cinq sens wird aus Coquin Coquibus, aua borgne
Borgnibus.
Les yeulx: Tu es entre les orfebvres

Le plus ort des ors coquibus.
Le cul: Et qu'as-tu dict, hé, borgnibus?
Coquibus erscheint auch in der Farce du pasté et de la tarte (Anc.
th. fr. II, 70), und so heisst auch einer der Schelme in der Sottie

du roy des Sotz (ib. 223 ff.). Grec. Das Gänsespiel wird mit 2 Würfeln gespielt und einer Platte,

auf der Gänse in bestimmter Ordnung aufgezeichnet sind. Littré führt aus Me de Sévigné's Briefen u. a. Autoren ähnliche Stellen wie die im Avare an. Auf dem Brette ist unter dem Titel „de temps immémorial", nach G. Paris, die Inschrift „renouvelé des

Grecs“ zu lesen. Harpagon. Die characteristische Stelle IV, 7, wo Harpagon sich

selbst ergreift, erinnert einigermassen an Lucian's Som. S. Gallus 8 29: δέδια γούν, μή τις υπoρύξας τον τοίχον υφέληται ταύτα: πολλοί φθονούσι και επιβουλεύουσί μοι και μάλιστα ο γείτων Μίκυλλος. "Αριστον γούν άγρυπνον αυτόν φυλάττειν άπασαν περίειμι διαναστάς έν κύκλο την οικίαν· τίς ουτος; ορώ σε γε, ώ τοιχωρύχε" μα Δία, επει

78,

, κίων γε ών τυγχάνεις, εύ έχει.

, . Hébreu erscheint nicht sowohl als die Sprache der Pedanten, sondern

als Bezeichnung von etwas völlig Unverständlichem, Unbekanntem. Helmont. Das Alcahest der Araber war ein allgemeines Auflösungs

mittel, ein alle Körper durchdringendes, zersetzendes Specificum. Hervé. Mlle Hervé heirathete einen Sieur de la Villeaubrun und

spielte unter dem Namen Mlle Villeaubrun die Bélise in den FS;

Moland VII, 18. Hollandia fehlt im Namenbuch. Das Scorbutum de Hollandia (s.

Hollande) mag so in scherzhafter Anspielung auf drap de Hollande genannt sein, gleichsam ein den Holländern als Seefahrern

gewöhnlicher Artikel. Hongrie. Das Dict. le l’Acad. sagt über point de Hongrie nur:

genre de tapisserie que l'on fait à la main on au métier. Das Dict. de Trévoux erklärt es füir une sorte de tapisserie faite par ondes et qui est fort en usage parmi les femmes ménagères pour faire des ameublements. Damit stimmt Diderot, Salons, sur la Sculpture (Éd. Génin, II, 187): C'est comme le beau point d'Hongrie sur des Archiv f. n. Sprachen. LIU.

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mains de bois, son beau satin si vrai sur des figures de mannequin. Das Bett ist demnach mit einer Tapisserie-Einfassung (bandes) von points de Hongrie versehen, und die Erklärung Brandstäter's

nicht haltbar. Horace. Oracius heisst schon in der Moralité von 1544: Histoire

romaine (Anc. th. fr. III, 170) ein christlicher römischer Konsul; mithin ist Horace einer der ältesten lateinischen Namen des fran

zösischen Theaters; vergl. Valère. Isabelle. Die französische Form des Namens ist Isabeau, Isabelle

ist dem Ital. entlehnt. Jeannot. Schon in der Farce du Badin aus der Mitte des 16. Jahrh. (Anc. th. fr. I, 182) heisst es : Le Badin : Les aucuns m'appellent Bonhomme,

Les autres m'appellent Janot. Le Mary: Janot est le vrai nom d'un sot. Joannes. Mit „mal de St. Jean“ vergleiche le mal de St. Main

(Aussatz), le mal de St. Evagre, de St. Job, de St. Morvien, de Ste. Reine, de St. Roch, de St. Sément (Syphilis), le mal de St. Antoine (Rötheln), le mal de St. Fiacre (Fleischgeschwulst). Der

gleichen Bezeichnungen mögen auf Legenden beruhen. Jocrisse. Zu joquer (= Nichtsthun) habe ich folgende Belegstelle gefunden in der Farce nouvelle d'un Amoureux (Anc. th. fr. 1, 212)

L'Homme: Ma femme!
La Femme:

Que vous plaist, Roger ?
L'Homme: Et venez avant, orderon !

Vous faut-il tant jocquer,

Ma femme ? Zu der Form joquessus ist folgende Parallele zu verzeichnen aus der Farce du Savetier von 1548 (Anc. th. fr. II, 155), wo die Frau zu ihrem Mann, dem betrunkenen Calbain (!), der sie geschlagen hat, sagt:

Au meurtre! Tu m'as villainement

Meurdrie, vieil coqu joquessu. Jourdain heisst schon ein „sergent“ im Miracle de Nostre Dame

(bei Monmerqué, Th. fr. au moy. âge 481 ff.). Latin in der Stelle BG II, 6 Jourd. muss trotz G. Paris für latiniste

erklärt werden. Littré sagt: „Latin s'emploie quelquefois pour latiniste“ und führt an DA 681: Je vous crois grand latin et grand

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docteur juré. Dionysius Cato wird auch in der Moralité des

enfans de Maintenant von c. 1540 citirt. (Anc. th. fr. III, 9, 19.) Lubin heisst schon im Miracle de Nostre Dame (Monmerqué p. 551

ff.) ein Jäger, Lubine eine dumme Frau in der Farce de Maistre

Mimin (Anc. th. fr. II, 338). Lucile. Die Lucile der PR ist irrthümlicherweise als eine stumme

Person bezeichnet, sie spricht aber zu Anfang der Sc. 13 einige

Worte. Marotte. Marion heisst auch bei Adam de la Halle Marotte. Marphurius. Die Figur ist dem Trouillogan des Rabelais (Pant. III,

35 u. 36) nachgebildet und stammt ursprünglich (nach G. Paris) aus Lucian's Biov ngãous (D. D. 27), welches ich leider zur Ver

gleichung nicht zur Hand habe. Myrmidon = petit homme in Anc. th. fr. IX, 83. Vergl. Littré s. v. Nicole heisst schon die dreiste, gewitzte Frau in der Farce de Pernet

qui va au vin (c. 1550; Anc. th. fr. I, 195). Orpbise, F. präcisirender Name. * Fách. Liebhaberin, gespielt von

Mlle Molière. Im Namenbuch durch Versehen ausgefallen. Paris. Ueber die place Maubert findet sich eine bemerkenswerthe

Stelle in Grévin's Komödie Les Esbahis (gespielt zuerst im College
de Beauvais 1560). Der Prolog sagt (Anc. th. fr. IV, 228):

Car quand le poëte pense faire
Quelque chose pour vous complaire,
Elles (les dames de ce quartier) prennent l'opinion,
Que c'est à leur intention,
Et que toujours on parle d'elles,
Si aux comédies nouvelles
On a possible découvert

Un lieu de la place Maubert.
Pernelle. Schon in Adam de la Halle's Robin et Marion kommt

ein Bauermädchen Peronnele, auch Perrete genannt, vor. Pétaud. Littré leitet es von péter ab. Phébus in der Bedeutung „Schwulst" EdM 885. Gottsched in der critischen Dichtkunst I, 8, § 21 sagt: „

Die Franzosen haben diesen Namen einer schwülstigen Art des Ausdrucks, so viel mir wissend ist, zuerst beygelegt, und die Engelländer nennen dieselbe einen Bombast. Es scheint die Benennung der ersteren ihren Ursprung hauptsächlich von dem Misbrauche zu haben, vermöge dessen manche Poeten, auch bey den schlechtesten Dingen, die Vergleichungen von der Sonne herzunehmen pflegen.“ Sodann beruft er sich zu näherer

Erklärung auf eine Stelle aus Bayle's Briefen. Philène. Die Erinnerung an die fratres Philaeni liegt nahe. Ragotin. Der Ragotin des Roman comique ist ein Advocat und

nicht ein Diener, wie es im Texte in Folge einer Flüchtigkeit heisst. Robin. Adam de la Halle hatte die Possenfigur aus älteren franzö

sischen Pastourellen, in welchen Robin der stehende Name des bäuerischen Liebhabers ist, dem der ritterliche Dichter ins Gehege kommt. Vergl. Monmerqué p. 27, wo eine solche Pastourelle von Perrin

d'Angecort abgedruckt ist. Sganarelle. Zu dem Sgan. des Mml ist zu bemerken: Adam Olea

rius in seiner Muskowitischen und Persischen Reise (erschienen 1656) erzählt eine wunderbar ähnliche Geschichte in Buch III, Cap. 6 (abgedruckt bei Wackernagel, Deutsch. Leseb. III, 1, 674 ff.) wie ein moskowitischer Bojar auf Anstiften seiner Frau von dem Grossfürsten Boris Gudenow durch Prügel gezwungen sci, ibn als Arzt zu behandeln. Der Mml ist 1666 zuerst gespielt sollte Molière durch irgend eine Vermittelung von dieser Anecdote Kenntniss er

halten haben? Tartuffe. Bei Petron. 58, 4 kommt terrae tuber als Schimpfwort vor, = Maulwurfshügel ? -- Pag. 132, 10. Zeile v. 0. lies ,,Stief

u„ tochter“ statt Tochter. Thomasse heisst in der Farce du nouveau Marié (Anc, th. fr. 1, 11)

die unsaubere Mutter. Trissotin. In der Farce de Colin (Anc. th, fr. I, 227) schimpft

die Frau ibren Mann: pauvre sottin ! Uranie. Pag. 143, 3. Zeile v. 0. lies „Stiefmutter“ für „Mutter“;

der vorletzte Satz des Artikels muss heissen: Sie muss nicht verwechselt werden mit ihrer nur 6 Jahre älteren Stiefmutter Anne

Geneviève etc. Valère. Auch der Valère des Avare wird gelegentlich doinestique

genannt. Valerius heisst schon in einer Moralität von 1544 ein christlicher Römer. Cf. Horace. Bei Valère No. 9 ist vor Sgan.

der Stern zu streichen. Vaugelas ist nicht zu Bourg-en-Bresse, sondern in Meximieux, im

früheren Bugey in Savoyen geboren (Sainte-Beuve, Nouv. lundis VI, 346).

Grünberg i. Schl.

Evangelium Nicodemi

in altschottischer Mundart

aus Ms. Harl. 4196 fol. 206 (14. Jhdt.).

Von

Dr. Carl Horstmann.

Bekanntlich existiren mehrere altenglische Uebertragungen des Evangelium Nicodemi, vgl. Wülcker „Das Evang. Nic. in d. abendl. Litt.“ p. 18. Die älteste findet sich in Cambridge unter den Mss. des Samuel Pepys No. 37, in Versen, aus 1300; die zweite ist die hier abgedruckte aus Ms. Harl. 4196 in altschottischer Mundart, aus dem 14. Jhdt.; eine dritte enthält Ms. Harl. 1495 fol. 254 b. Ausserdem findet sich das Ev. Nic., nebst der Erzählung vom Untergange des Pilatus, in Ms. Bodl. 2021. Eine Uebertragung in Prosa enthält ein Ms. des Sion College Library, London Wall; letztere wird in Kurzem von der Early English Text Society veröffentlicht werden. Das hier abgedruckte Gedicht, dessen Verfasser sich V. 11 einen clerk of yngland nennt, überträgt den A-Text des Evangelium Nicodemi (gedruckt in Tischendorf Evang. Apocr. p. 312 ff.), und stimmt am meisten mit dem Cod. des Fabricius (bei Tisch. = D"), und den verwandten Codd. Einsiedl. (= D) und Corsini D), sowie mit dem Texte der Editio princeps überein; doch enthält es manches Eigenartige.

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