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Program menschau.

Deutschland im Liede der Dichter vom Beginne des siebzehnten Jahrhunderts

bis in die neuere Zeit. Vom Dir. Dr. Fr. Joh. Scherer. Programm

des Gymnasiums zu Coesfeld

Remarques sur la langue des Classiques Français au XVIIème siècle. Thèse

présenté à la faculté de philosophie de l'université de Leipzig pour

obtenir le grade de docteur par Joseph Müller

Ueber das Präfix a im Englischen. Habilitationsschrift von Dr. F. Lindner.

(Dr. David Asher.).

Zur Etymologie von ahd. âgalastrâ, Elster. Von J. Peters. Programm des

Gymn. zu Leitmeritz

Ueber die Tropen und Figuren. Von Prof. Dr. Wilh. Caspers

. Programm

des Gymn. zu Recklinghausen

Die sprachliche Thätigkeit des niederen Volkes von K. Schmidt. Programm

des Gymn. zu Minden .

Eine Kinderlehre des 15. Jahrhunderts. Vom Dir. Dr. K. E. H. Krause.

Im Programm der Rostocker grossen Stadtschule .

Der Consonantismus des Siebenbürgisch - Sächsischen. Vom Gymn.-Lehrer

J. Wolff. Programm des Gymnasiums zu Mühlbach

Gedankengehalt von Schillers Lied von der Glocke nebst Erläuterungen. Vom

Oberlehrer Hörling. Programm des Gymn. zu Paderborn

Ernst Moritz Arndt, ein Vorkämpfer für das neuerstandene deutsche Kaiser-

reich. Ein Vortrag, gehalten am 6. März 1871 von Dr. F. Münscher.

Programm des Gymn. zu Torgau

Neue Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff. Ein kritischer Versuch

von Dr. Gust. Eschmann. Programm des Gymn. zu Burgsteinfurt.

(Hölscher.)

Zur Lehre vom französischen Pronomen von Dr. E. Gessner. Berlin, Collége

Royal Français, Michaelis 1873. (F. S.)

Ein Beitrag zur Ueberlieferung der Gregorlegende von

Dr.

Hugo Bieling.

(Dr. F. Sachse.) .

J. Schmidt. „Ueber die französische Nominalzusammensetzung.“ Ein

Beitrag zur wissenschaftlichen Grammatik der französischen Sprache.

Programm des Louisenstädtischen Gymnasiums zu Berlin. (Dr. G.

Schulze.)

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Ueber die keltischen Elemente im Französischen.

Von

Dr. Moritz Grünwald.

C'est qu'en aucune chose, peut-être il n'est donné à l'homme d'arriver au but; sa gloire est d'y marcher.

M. Guizot (Civilisation d'Europe). Bei Beurtheilung des Werkes : La langue française dans ses rapports avec le Sanscrit et avec les autres langues indoeuropéennes par Louis Delatre bemerkt Littré zu dem Motto, das Verfasser gewählt und gewissenhaft durchzuführen sich bemüht hat, nämlich: La langue française étudiée dans ses origines peu servir de clef pour toutes les langues de la famille indienne, treffend und wahr: L'épigraphe choisie par M. Delatre me parait dictée, non par la science étymologique mais par un patriotisme qui ne doit point prévaloir dans les questions de sciences et d'histoire. *

Diese Mahnung bei etymologischen Studien alle Sonderinteressen, also auch den Patriotismus aus dem Spiele zu lassen, wo er nicht am Platze ist, scheint mir, wenn anders die Etymologie den Namen einer exacten Wissenschaft verdienen soll, wenn irgendwo vorzüglich bei den romanischen Sprachen und unter diesen wieder beim Französischen von der grössten Wichtigkeit. Denn selbst gewiegte Forscher und anerkannte Meister auf dem Gebiete der Sprachwissenschaft, Namen die Klang haben, waren gerade hier zu sehr Patrioten und vergassen darüber die Sache selbst; so Max Müller in seiner Abhandlung: Ueber deutsche Schattirung romanischer Sprachen (Kuhn's Zeitschrift, Bd. V,

* Histoire de la langue française p. 83. Archiv f. n. Sprachen. LIII.

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p. 11 ff.). Führen wir nur folgendes aus derselben an: Die romanischen Sprachen sind das Lateinische, aber aus römischem wie deutschem Mund verpflanzt und dort gezeitigt.“ Ferner: „Die Fehler welche durch diese Völker in die römische Sprache Eingang und Heimatsrecht sanden, sind der Art, dass sie von Anfang an bis in die spätere Zeit nur von ursprünglich deutsch redenden Völkern ausgegangen

sein können.“

Gegen diese nur allzu patriotischen Aeusserungen können wir einfach die Thatsachen der Geschichte anführen, wie ja übrigens nicht die Menge der Wörter, sondern die Grammatik bei der Abstammung und Verwandtschaft der Sprachen massgebend ist. Denn obwohl das Rumänische, um aus dem Gebiete der romanischen Sprachen ein Beispiel anzuführen, eine grosse Menge slavischer* Wörter enthält, wird es Niemandem einfallen, es für eine slavische Sprache zu halten. Sagt ja selbst eben derselbe Max Müller gleich in den ersten Zeilen der eben erwähnten Abhandlung in Betreff des Englischen:

,,Und dennoch gibt es keine einzige grammatische Form im heutigen Englisch die nicht sächsisch wäre, so dass selbst, wenn jedes Wort sächsischen Ursprungs, Zahlwörter, Pronomina und Präpositionen nicht ausgenommen, gänzlich ausgerottet und mit romanischen Ausdrücken ersetzt worden wäre, auch das einfache s der 3. p. sing. hinreichen würde u. s. f.“

Nichtsdesto weniger wird Niemand den grossen Wert dieser Abhandlung verkennen, da er ja hier zuerst den Einfluss des deutschen h auf's Französische klar nachwies, und auch sonst wissenswerte Bemerkungen darin vorhanden sind. Littré würdigt dies vollständig, will aber davon nichts wissen, dass die französische Sprache von Anfang an bis in die spätere Zeit nur von ursprünglich deutsch redenden Völkern ausgegangen sein könne und widerlegt es richtig mit den Worten: „Enfin et c'est là ce qui me semble décisif, si l'influence allemande avait eu la préponderance, qu'on lui attribue, c'est surtout à l'origine qu'elle se serait fait sentir. Plus les textes seraient anciens, plus il en offriraient la trace. Or les textes ne se comportent pas ainsi; plus ils sont anciens, plus le caractère latin y est marqué c'est à dire plus il est facile de calquer une phrase latine sur la phrase romane.“

• Vergl Miclosich, über die slavischen Elemente im Rumänischen,

Es darf aber ferner nicht auf das Wieviel, sondern auf das Wie der Wörter gesehen werden d. h. für welche Art oder Gattung von Gegenständen man germanische und keltische Wörter angenommen, so Diefenbach in seiner Vorschule zur Völkerkunde S. 510:

Um aus dem stammgemischten Wörtervorrath einer Sprache nicht blos auf die verschiedenen Bestandtheile eines Volkes zu schliessen u. s. f. - müssen wir die Wörter nicht blos zählen, sondern auch wägen.

„Ces folies étymologiques que Voltaire appelait plaisamment la celtomanie, amusèrent le dix-huitième siècle aux dépens des Celtomanes, ne mettant plus de bornes à leurs divagations, les Celtomanes en vinrent à affirmer que le celtique était la langue du paradis terrestre, qu'Adam, Eve et le premier serpent parlaient bas-breton. Ces erreurs regrettables ont un autre résultat plus fâcheux encore, celui de jeter sur les études celtiques un discrédit, qu'elles ne méritent.“ Diese Bemerkung Brachets in der Vorrede seines Wörterbuchs ist eine leider nur allzu

Andererseits aber darf uns das Suchen der Paradiesessprache im Keltischen im 18. Jahrhundert gar nicht befremden, da ja selbst beim heutigen Stande der Sprachwissenschaft sich derartige Auswüchse vorfinden, die aber allenfalls jetzt ihrem verdienten Geschicke, der Vergessenheit entgegengehen (vergl. Kaulen's : Die Sprachverwirrung zu Babel und eine treffende Widerlegung in Pott's Antikaulen).

Wenn bei der Etymologie stets eine richtige Mischung von Kühnheit und Vorsicht unbedingt notwendig ist, ist dies beim Keltischen in noch höherem Grade der Fall; denn obwol fast alle Dialekte, mit Ausnahme des Cornischen, das im vorigen Jahrhundert erloschen ist, fortbestehen, ist noch so vieles in der Lautlehre und in der Syntax unaufgeklärt trotz der eifrigsten Studien von Männern wie Villemarqué, Zeuss, Ebel, Whitley Stokes, Norris, Lottner. Und auch dies darf nimmer aus dem Auge gelassen werden, dass die britischen Kelten ihre Sprache erst unter dem Einfluss lateinischer Schrift und Bildung in christlicher Zeit zu Schriftsprachen ausbildeten, welche grammatischer Erlernung fahig waren. Und welchen ungeheuren Einfluss die Schriftzeichen auf die Sprache ausüben, ist wol bekannt. Wie bereits erwähnt hat die Sucht, alles aus dem Keltischen abzuleiten, das Studium der keltischen Sprachen in Miscredit gebracht.

Und trotz der genialen Leistungen von Männern wie Bopp* und

Ueber die keltischen Sprachen vom Gesichtspunete der vergleich. Sprachwissenschaft in Abh. der Berl. Acad. d. Wiss. d J. 1838, herausg. 1839.

l'

Pictet, * welche die Verwandtschaft und Einreihung des Keltischen mit und in die indogermanische Sprachenfamilie bewiesen, hat das Studium der keltischen Sprachen nichtsdestoweniger bei sehr wenigen Platz gegriffen.

Und so ist es denn gekommen, dass man auf der einen Seite den Einfluss des Keltischen fast auf Null reducirt, während andererseits die Kelten noch heutzutage den Einfluss für einen unermesslich grossen halten; und führen wir im Wortlaute folgendes aus dem internationalen Keltischen Congress in Saint-Brieuc im October 1867 an.**

„La France que sa magnanimité pousse à quatre coins du monde pour porter secours à tout ce qui est faible ne permettra pas qu'une littérature mère de la sienne languisse on meure à ses côtés. On a dit du Pélican qu'il nourrit ses petits avec son sang, on n'a pas dit que ces derniers se soient montrés ingrats pour cette générosité sans exemple. Je me trompe, il y a un exemple, la langue celtique a nourri la langue de l'Europe et en particulier celle de la France, du plus pur de son sang, il est impossible qu'on dise de la France ce qu'on n'a pas dit des petits du pélican qu'elle a oublié sa mère.“

Dass dies von einer vollkommenen Unkenntniss und Verkennung der vergleichenden Sprachwissenschaft Zeugniss gibt, liegt wol auf der Hand, dass aber wieder hier Egoismus und der leidige Patriotismus im. Spiele sind, wird Niemand verkennen. Doch glaube ich, man ist auf beiden Seiten zu weit gegangen, und dürfte uns ein näheres Eingehen in das Wesen des Keltischen einen richtigeren Begriff verschaffen.

Hören wir einmal, wie Meister Diez sich über den Einfluss des Keltischen auf's Französische äussert:

Wo es an allen inneren und äusseren Kennzeichen gebricht, da ist in Betracht des unverhältnissmässigen Gewichtes der deutschen Bestandtheile die Wahrscheinlichkeit für diese Sprache, für die keltische nur die Möglichkeit. Dieses Uebergewicht des deutschen Elementes über das alteinheimische (keltische) ist eine unläugbare Thatsache und jedes Sträuben gegen seine Anerkennung eine Thorheit. Es wird kaum übertrieben sein, wenn man behauptet, dass der einzige Buchstabe h im Französischen nicht viel weniger deutsche als alle Buchstaben zusammengenommen keltische Wörter in sich begreift.“

Soviel darf als Thatsache, gewiss keine unerhebliche, ausgesprochen * Pictet de l'affinité des langues celtiques avec le sanscrit, Paris 1837. ** Congrès celtique international (Saint-Brieuc, octobre 1867, p. 309.

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