Billeder på siden
PDF
ePub

Magd, dann schamlose Frau, vergl. unser Dirne, vom kymr.

baches eine kleine Frau, von bach klein, vergl. bachelier. Baire afrz. erstaunen, buif, henneg. bahi erstaunungsvoll, zsgs. it.

sbaire, prov. esbahir, fr. ébahir = baire, vom bret. bada wie ein

Dummer reden, vergl. Badaud. Balai Bescn, irl. balan Ginsenstrauch und Besen, ebenso bret. balan.

Mit Recht behauptet Diez, dass das ganze Wort sammt und sonders aus dem Keltischen hergeholt ist, da das Suffix ai im

frz. nie als Bildungsmittel eines Hauptwortes verwendet wird. Banne, afrz. benne. Nach Festus keltischen Ursprungs, vom kymr.

,
benn Wagen, abgeleitet hievon banneau, benneau, bannelle, ban-

nette, banneton. Baragouin kauderwälsch vom bret, baro Brot und gwin Wein, welche

Worte die Franzosen häufig im Munde der Bretonen hörten, denn
ihrer Sprache galt der Ausdruck zuerst und kommt daher in
Spottliedern vor, so Villemarqué dict. fr. brét. p. XXXIX.
Diese Ableitung wurde auch von Diez und Littré angenommen;

davon baragouiner. Barat, barate, it. baratto, altsp. barato, prov. barat Täuschung, Betrug,

Verwirrung, leite ich mit Chevallet vom bret. barad Betrüger ab, da sich dieser Stamm in allen keltischen Dialekten erhalten hat und der Form des Wortes sonst auch nichts im Wege steht; vergl. irl. brath, schott. brath, gaél. brad, bradu täuschen, betrügen,

bradwr Betrüger. Barde Barde, keltischen Ursprunges. Barguigner, afrz., auch bargaigner Handel treiben in früherer Zeit, jetzt

bedeutet es schwanken, leite ich in Ermangelung einer besseren Etymologie wie Chevallet von baragan Markt, barkaña Handel

treiben, ab. Baril ist ebenso wie barrique, afrz. barrot mit Recht schon von Diez

als Ableitung vom kelt. bar angeführt. Hieron kommt auch

nfrz. barre, barillet, barilleton. Barnache, -acle, -iele (auch bernache) wo ein wilder Vogel, lepas

anatifera, sein Nest baut. Ich glaube, dass es mit dem prov.

barnatge zusammenhängt. Baron. Mit Recht hat Diez die Ableitung aus dem Keltischen als

cine den prov. und frz. Sprachgesetzen widersprechende Hypothese abgelehnt. Allenfalls ist das Wort sehr alt und mag als gemeinsames Gut der europäischen Sprachen geblieben sein. Jedoch müsste man immer bedenken, dass die Römer durch die Aehnlichkeit mit ihrem Worte baro wol eine Verwechselung herbeigeführt haben könnten, und dem Keltischen den Stempel des

Lat. dadurch aufgedrückt. Barre, von dem bereits erwähnten bar, kymr. ein Stück Holz, Derivata:

barreau, barrièra, barras, barrer, baraque, baraquer. Bassin Becken, vergl. Bac Nachen, derivata: bassinet, bassiner, bas

sinoire. Bayer, afrz. baer, béer, it. badare, prov. cat. badar, mittell. badare, den

Mund weit öffnen, sowohl in bonam als malam partem, vergl. Dante inf. 31, 139 stare a bada = strenge Wacht halten, s. Badaud, fernere Ableitungen bariller, bailler, badan, badin, béant,

bée, béance Wunsch. Bec Sclinabel, gael. beic, bret. bek, hievon bécquet, becquer, bacquer,

abecquer, bécu, se rebéquer, bécasse (vom langen Schnabel),

béccard, béchot, béquot, bécot, béquille, bequet. Betoine, nach Plinius keltischen Ursprungs: Vettonica dicitur in Gallia,

in Italia serratula, es findet sich auch die Form vétoine. Bijon, Chevallet sowie Diez leiten es vom bret. bizon, bezon Ring,

welches selbst wieder von biz der Finger herkommt. Die Ableitung Langensiepen's aus bijugus scheint mir mehr für sich zu

haben, obwel der Ausfall des g am Ende schwer zu erklären wäre. Bille Stück Holz, bret. bill, irl. bille, gael. pill, davon billot, billon,

biller. Blague Aufschneiderei, Lüge von ir. gael. blagh und bladh Prahlerei,

siehe Mahn etym. Unters. p. 120. Bonge, bougette, nach Festus kelt. Ursprungs ,bulgas Galli sacculos

scorteos vocant“. Richtig ist die Bemerkung Chevallet's, dass das Wort von Frankreich nach England durch die Normannen eingeführt worden und in der neuen Form budget wieder zurückgekommen sei. In allen neukeltischen Dialekten findet sich derselbe Stamm in der urspr. Bedeutung bret. boulgan irl. bolg,

schott. bolg. builg, gall. bolgan Börse. Boulcau, Diminutiv von boule, vom lat. bétulla, nach Plinius XVI 18

keltischen Ursprungs. In allen neukeltischen Dialekten ist dieser

Stamm vorhanden. Buurde Betrug, Täuschung, Spott, glaube ich mit Chevallet vom bret. bourd Täuchung ableiten zu müssen, obwol es nicht zu verkennen ist, dass der Ursprung der prov. Formen bouhourder sehr schwer

zu erklären ist. Braie, brayette. In der Vita Alexandri Severi von Lampridius wird

des keltischen Ursprungs Erwähnung gethan, bret. bragez, gall.

brethyn, irl. bristighe, schott. brigis, briogais, briogan. Braire, brailler schreien, seufzen, vom kelt. brais und braiz Geschrei,

mittell. braiare. Bran Abfall, Auswurf vom kelt., gael. bran, kymr. brân, bret. brenn

Kleie, Diez etym. Wb. I. p. 84. Branche mit Diefenbach in seinen Celtica I, 210 vom altgael. brac,

corn. brech, kymr. breich Arm, oder sollte es etwa vom lat.

brachium herkommen? Bray Koth, Morast, vom bret. pri, gall. priz. Le pays de Bray ist

eine kothige Gegend in der Normandie, näheres bei Chevallet

I. p. 235; brayeux kothig, brayer, brayette. Brian, brien, brion kleiner Wurm, vom bret. preoñ Wurm. Bruyère in Langue d'Oc brughiera, im prov. brus, brudgio. Nach

Diez vom kymr. brwg Wald, Gesträuch. Bugne, buigne, bounie Geschwulst, vom bret. puñez Geschwulst, gall.

pwnga, von pwng Anbäufung. Cabane, cabine, cabinet, in der niederen Latinität capana, capanna

Hütte, vom kymr. caban, welches selbst dimin. von cab. Carole eine Art Tanz, vom bret. karoll, gall. coroli. Carrière. Die Römer nannten lapidicina vom kelt. carr Stein, Felsen. Chemin Weg, vom kymr. cam Schritt, eig. Wendung und caman der

Weg, vergl. das frz. tour (de promenade), das ital. girare von giro Kreis, das deutsche wandern, wandeln, s. Scheler dictionn. d'étym. fr. p. 89, derivata cheminer, acheminer, ebendazu gehörig halte ich auch das frz. camard, vergl. hiezu noch das ir. gael.

camus Zeuss gr. 800. Chômer zu arbeiten aufhören, rasten.

Mit Recht nimmt Littré gegen Diez keltischen Ursprung an, bret. choum sich aufhalten, gael.

cum; vergl. in Littré's Wb. chômer. Coche Einschnitt, prov. coca, it. cocca, angl. cock; bret. coch gael.

sgoch. Combe Höhle, vom kymr. cwn Thal, Niederung, bret. comba. Wenn

Diez sich darauf bernft, dass das l im kymr. nicht vorhanden ist und deshalb die ganze Ableitung verwirft und zu einem Worte wie concava seine Zuflucht nimmt, so ist das denn doch zu gewagt; zumal da die Uebergangsformen des niederlateinischen cuma,

coma, cumba, comba vorhanden sind. Dague kurzer Degen, Dolch vom kymr. dag Pistole, bret. dag, dager

Dolch. Darne Stück eines Fisches vom kymr. darn Stück, Abschnitt. Dartre, im patois auch dertre vom gall. tarzuzaint, das selbst von tarz

Ausbruch abstammt. Dégobiller sich erbrechen, vom kelt. gob Mund, ebenso irl. und schot

tisch, s. Gober. Drille Lappen, Lumpen, Bruchstück vom kelt. dryll, drylliaw. Drouine Kesselflickersack, ursp. Bedeutung ist, dasjenige was man auf

dem Rücken trägt, vom bret. druim der Rücken, ebenso in den

übrigen neukeltischen Sprachen. Done Sandhügel am Meere, vom altir. dûn, kymr. din Hügel, urspr.

befestigter Ort, vergl. dle Städtenamen auf dunum st. Lugodunum = Lyon, Virodunum = Verdun, Castellodunum = Châteaudun,

Issoudun Escelodunum. Ecagne, afr. eschagne, escaigne, angl. skain Strähne, Gebinde Draht,

vom schott. sgein, sgeinne, irl. sgaine. Enganer betrügen, vom bret. ganaz Schurke, Betrüger, Verräther.

Hievon wurden sogar Eigennamen gebildet wie Ganelon, jener berüchtigte Verräther, der die Arrière-Garde Karls des Grossen

dem König Marsille übergab. Escoufle, escofle, écoufle Hühnergeier, vom corn. ysgavaelu Beute

rauben. Escrache Krätze, Reude, gaél. crac? Etalon, estalon, estallon vom gael. ystalw productiv, fruchtbar. Galerne Nordostwind von irl. gal, welches Wehen des Windes bedeutet. Gazouiller, gazouillement vom bret. geiz, geid ein sanftes Murmeln,

afrz. gaziller. Glai, glaye grünes Laub, vom bret. gláz grün. Glaire Eiweiss. Mit Recht leitet es Mahn vom bret. glaouren schlei

mige Flüssigkeit ab. Gloe, afrz., kleines Holz, vom schott. giolc. giolag. Glui, urspr. ein Bündel Stoppeln, jetzt Stroh das Dach zu decken,

vom gael. cloig in ganz derselben Bedeutung.

Gobe, afrz., Schwätzer, von gob Mund, Schnabel, hievon gober, gobelet. Gone, gonne, gonelle, gunelle, gunèle, afrz., langes Kleid, vom schott.

gun Kleid, vergl. engl. gown. Gourme Druse, Pferdekrankheit, vom bret. grom, in derselben Bedeu

tung, ebenso in den übrigen kelt. Sprachen. Gournal, afrz., Rothfeder (Seefisch), bei den Franzosen heutzutage

rouget genannt, nach Cherallet; vom schott. guirnead. Grève, gravier, prov. grava dicker Sand, Kies, vom corn. grou Sand,

bret. grouan, kymr. gro, pl. gravel. Grignoter vom bret, kriña nagen, dann auch bespotten vergl. absentem

qui rodit amicum, Horatius. Guermenter, afrz., seufzen, vom bret. garm Geschrei. Hanter, engl. baunt. Diez, etym. Wb., leitet das frz. Wort vom altn.

heimta, einen verlorenen und abwesenden Gegenstand zurückverlangen oder aufnehmen, ab. Wäre dies der Fall, so wäre das kelt. hentiff von hanter entlehnt. Wahrscheinlich ist das Umgekehrte der Fall. Whitley Stokes in den Beitr. Kuhn's und

Schleicher's V. Bd. p. 224. Haret, afrz., Grenze, vom bret. harz, harzon.* Hatir, hatir, atir, aatir anfahren, beleidigen, vom bret. atahin Streit,

Lärm. Jambe, jambon, Gambade, gambader, ingambe haben alle den kelt.

Stamm cam gebogen, gemeinsam, vergl. Camboritum, das heutige

Cambridge. Jurret Kniebug, Kniekehle, vom kymr. går Schenkel, bret. gar Schien

bein, vergl. kymr. cảmez gar Kniebug, bret. garan Einschnitt. Lagaigne, afrz., Augenbutter, Augentriefen, gaél. llygadgocni von

llygad Auge. Larris unbebautes Land, vom schott. lar Erde, Land. Liart, afrz., grau-braun, graugestreift, vom schott. liath grau. Lieue, it. prov. lega, sp. legua, port. legoa, vom Keltischen in alle

romanische Sprachen verpflanzt; schott. leig, irl. leige, leagik. Loche eine Art Fisch, vom bret. louch, louchic, gaél. lyngu. Magnan, maagnan, maignan, afrz., Kupferschmied, voin bret. mañamer

in ders. Bedeutung. Marne, afrz., marle, merle, engl. marle, vom niederlat. margila, marg’la

• Siehe Scheler, dictionn. d'étym. frs. p. 235: hanter.

« ForrigeFortsæt »