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Braun, Schiller. II.

Cabal and Love; a Tragedy. Translated from the 1795. German of Frederic Schiller. 1795. 119. S. 8. Der Überseger dieses bekannten Trauerspiels hat die Schwierigkeit seines Unternehmens nicht verkannt und er äußert in der Vorrede die Besorgniß, vielleicht nicht im Stande gewesen zu seyn, to preserve unabated the author's fervor, or to save undiminshed the interest of each succeeding incident. Diese Besorgniß ist auch nicht ganz ungegründet gewesen. Die Übersetzung würde vollkommener geworden seyn, wenn der Verf. derselben einen kühnern Gebrauch von der starken Sprache der Leidenschaften gemacht und sich genauer an das Original gehalten hätte. Luisens Mutter ist ganz ausgelassen und also auch ganze Stellen übergangen, in denen sie vorkömmt. Auch einige andere Stellen des Originals sind entweder ausgelassen oder wesentlich geändert. Einige Scenen können ganz für neu gelten.

Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen
Künste, Leipzig, 1795, 56. Band, 2. Stück, pag. 367.

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1796.

1796.

Die Boren, eine Monathsschrift, herausgegeben von Schiller. Erstes bis sechstes Stück. Tübingen, in der Cottaischen Buchhandlung. 1795. (Drey Stücke in gr. s. machen jedes Mahl einen Band aus.)

Die Erwartung des Publikums von dieser Zeitschrift mußte schon durch den im Voraus bekannt gemachten vortrefflichen Plan sowohl, als durch die Nahmen des Herausgebers und der Mitarbeiter, welche unter Deutschlands beste Köpfe und gelesenste Schriftsteller gehören, aufs Höchste gespannt werden. Daß jene Erwartung dieß Mahl nicht, wie beh so manchen andern literarischen Speculationen getäuscht; sondern in vollem Maße befriedigt worden sey, weiß nun jeder, der dieses Journal auch nur aus den Relationen gelehrter Zeitungen kennet. Ein so interessantes, und unsrer Nation wahrhaft Ehre bringendes Werk dürften wir (so spät auch unsre Anzeige folgt) in unsern Blättern nicht mit Stillschweigen übergehen, wäre auch nur, um durch eine gedrängte Uebersicht des Inhalts diejenigen, welchen es noch unbekannt seyn könnte, darauf aufmerksam zu machen.

Das erste Stüd beginnt mit einer Epistel voll Anmuth, echtgriechischer Simplicität und Leichtigkeit. Goethes Geist weht zu sichtbar darin, als daß man ihn nicht gleich bey den

ersten Versen als Verfasser erkennen sollte. Hierauf folgen 1796. Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts, die bis in das sechste Stück fortlaufen, und von jedem gelesen und beherziget werden müssen, dem das am Herzen liegt, was der Menschheit Noth ist, und worüber in unsern Tagen so viele Stimmen laut, und in ihren Meinungen verschieden sind. Sie rühren zweifelsohne vom Herausgeber selbst her; denn kein anderer Schriftsteller verbindet mit so viel Kraft und Würde des Ausdrucks einen so großen Ideenreichthum; keiner besißt in so hohem Grade die Gabe, auch den tiefsinnigsten Untersuchungen eine gewisse Anschaulichkeit zu geben; keiner weiß die Resultate der forschenden Vernunft dem gemeinen Menschensinne so nahe zu legen. Er sucht in diesen Briefen zu zeigen, daß bey dem herrschenden Reformationsgeiste unsrer Zeit der Zustand der Menschheit eher verschlimmert als verbessert werde, und daß der Mensch allein durch innere Cultur, hauptsächlich durch Ausbildung seiner ästhetischen Seelenkräfte sich dem Ziele nähern könne, wo die politischen Verfassungen seinen höhern Zwecken die Hand reichen, und die jetzt noch bestehenden Widersprüche zwischen den Formen der Menschheit und der Regierungen. sich durch Verschmelzung beyder auflösen werden. Wie der Verfasser dieß alles entwickelt, welche Folgerungen und Maximen er aus seinen Grundsäßen zieht, muß man bey ihm selbst nachlesen; denn ein so fruchtschwerer Schriftsteller läßt sich nicht gut epitomiren.

Der dritte Aufsaß, welcher ebenfalls in den folgenden Stücken fortgesetzt wird, hat die Aufschrift: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten, und ist wahrscheinlich ebenfalls von Göthe. Eine für unser Zeitalter äußerst fruchtbare Lehre ist mit seiner Kunst durch das Ganze verwebt, obgleich dieses dem Anscheine nach nur aus wenig zusammenhängenden häuslichen Szenen und kleinen Erzählungen besteht. Es herrscht in diesem Auffage jene anziehende Kunstlosigkeit, die alle Produkte dieser Meisterhand charakterisirt. Nro. IV.: leber Belebung und Erhöhung des reinen Interesse für Wahrheit, ist voll neuer Bemerkungen.

Zweytes Stück. 1) Fortsetzung der Unterhaltung deutscher Ausgewanderten. 2) Ideen zu einer fünftigen Geschichte der Kunst. Ein eigenthümlicher Kunst

1796. trieb, sagt der Verfasser, hat sowohl die bildenden Künste (von denen hier eigentlich die Rede ist), als Dichtkunst und Musik hervorgebracht. In ihrer ersten Periode beschäfftigte sich die bildende Kunst mehr mit dem mechanischen als geistigen Theile: Richtigkeit und Deutlichkeit in Nachahmung allgemeiner Formen war das Höchste, wonach sie strebte. Allmählig erhob sie sich höher, und der Stoff schmiegte sich unter ihren Willen. Der Verfasser zeigt hierauf an den verschiedenen artistischen Ueberresten des Alterthums den stufenweisen Fortgang der bildenden Kunst bis zu ihrer schönsten Blüthe, und von da wieder bis zu ihrem Abwelken. Eine Geschichte der Kunst, nach dieser Idee ausgeführt, müßte allerdings sehr lehrreich seyn. 3) Fortsehung der Briefe über die ästhetische Bildung der Menschen. 4) Zweyte Epistel, die nicht allen Mädchen gefallen wird. 5) Ueber den Geschlechts-Unterschied und dessen Einfluß auf die organische Natur. „Man irret, wenn man glaubt, daß die Natur bey der Verschieden= heit der Geschlechter keine andere Absicht, als die der Fort= pflanzung gehabt habe. Sie ist unbeschränkt in ihrem Streben, und will überall ein Ganzes; darum mußte sie ungleichartige Kräfte einander gegenüber stellen, die durch gegenseitiges Bedürfniß aufeinander wirken, und durch diese Wechselwirkung sich zu einem Ganzen vereinigen.“ Dieß sind die Hauptideen, welche in diesem Aufsatze auf eine sehr genugthuende Weise ausgeführt werden.

Drittes Stück. 1) Das eigene Schicksal. Man hört oft sagen: Dieser Mensch hat sein eigenes Schicksal. Der Verfasser dieses angenehmen Beytrages zur Lebensphilosophie zeigt, wie gewöhnlich das Wenigste dessen, was man Schicksal nennet, auf Rechnung der Nothwendigkeit; sondern das Meiste vielmehr auf die des Menschen selbst komme. Folgende sind die Hauptmomente seines Raisonnements: „Jeder Mensch hat sein eigenes Schicksal, weil jeder Mensch seine eigene Art zu seyn und zu handeln hat. Das Schicksal scheint inconsequent mit uns zu handeln, weil wir selbst inconsequent sind. Es ist mächtig und groß, weil wir selbst sehr klein sind. Vermeide jeder so viel er kann, der Sklave einer fremden Bestimmung zu werden, und baue sein eigenes Schicksal.

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- Das Leben des Menschen ist auf Lebenszeiten 1796. berechnet, so auch sein Schicksal. Eine Begebenheit ist auf Momente berechnet, so auch ihr Schicksal." 2) Dantes Hölle. Ein räsonnirter Auszug mit Belegen von Schlegel. Der Anfang dieses Aufsages stand in Bürgers Akademie der schönen Redekünste, und es wäre zu wünschen gewesen, daß er hier wieder abgedruckt worden wäre. 3) Entzückung des Las Casas, oder über die Quel len der Seelenruhe. In der Manier von Engels Traum des Galiläi und Manso z Traum без Empedokles. 4) Ueber die männliche und weibliche Form.

Viertes Stück. Enthält außer Fortsetzungen einiger in den vorhergehenden Heften angefangenen Aufsäge die Belage= rung der Stadt Antwerpen im Jahre 1584. Meisterhand des Verfassers der Geschichte des Abfalls der Niederlande ist hierin nicht zu verkennen. Möchte er uns bald mit der Fortsetzung jenes schäzbaren Werkes, wovon dieses Gemählde ein Bruchstück zu seyn scheint, beschenken!

Fünftes Stück. Außer einer Fortseßung 1) Beytrag zu einer Geschichte des französischen Nationalcharakters. Der Verfasser geht von der wahren Bemerkung aus, daß es äußerst schwer sey, den Charakter der neueren Nationen aufzufassen, weil wir selten eine Nation als solche, fast immer nur als das Werkzeug von wenigen Einzelnen handeln sehen. Dieß ändert sich, wenn ein Volf die Zügel der höchsten Ge= walt selbst an sich reißt, wie dieß bey den Franzosen der Fall war. Um die anscheinenden Widersprüche im Charakter dieses Volkes zu erklären, muß man in die Geschichte seiner Cultur zurückgehen. Diese gieng von der Phantasie aus und zwar zu einer Zeit, wo Frankreichs verschiedene Provinzen mehr als der Geist der Feudalaristokratie dieß in anderen Ländern erlaubte, zu einem großen Staat vereinigt waren. Alle Erscheinungen in dem Charakter dieses Volkes sind daher Folgen seiner Erziehung durch die Einbildungskraft. Dieß alles entwickelt der Verf. vortrefflich mit stätem Hinblick auf die französische Geschichte; und Rec. hält diesen Aufsatz für einen der lesenswürdigsten unter den vielen, welche bey Gelegenheit der französischen Revolution erschienen sind. 2) Litterarischer Sanscülot =

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