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Schlußworte des Stücks, die Aufschrift der überbrachten Kaiser 1799. lichen Depesche an Octavio, nicht von diesem selbst, sondern, ich weiß nicht warum? von dem Schauspieler gesprochen wurden, welcher den Gordon spielte, und die Depesche dem Octavio übergab. Das Händezusammenschlagen des leßten konnte nun freilich die rührende Einfalt nicht erregen, mit der Iffland die Depesche aus der Hand fallen ließ.

Im Ganzen hatten wir Stoffes genug zu reichlicher Zufriedenheit, und wenn Sie etwa von unzufriedenen Urtheilen gehört haben, so rührt dies muthmaßlich von Fremden her, welchen vielleicht die allerdings auffallende Erhöhung der Preise der Pläße mißfiel. Ich hätte freilich selbst eine Freikomödie lieber gewünscht, da man ohnedies bei der Bewirtung unserer Gäste nicht sparte, und so konnte es freilich scheinen, als hätte man den Anblick derselben einer Taxation unterwerfen wollen. Indessen hatte die Theaterdirektion auch unläugbar beträchtlichen Aufwand, da die Gesellschaft bereits an ihren Sommeraufenthaltsort abgegangen war, und zu diesen Vorstellungen eigens zurückgebracht werden mußte. Gegen die Beibehaltung der bei jenen beiden Schiller'schen Stücken gewöhnlichen Preise hätte gewiß Niemand etwas erinnern können.

Rambach und Feßler, Berlinisches Archiv der Zeit und ihres
Geschmacks, Berlin, 1799, August, pag. 174–176.

Jena, b. Maufe: Allgemeine Sammlung historischer Memoires vom zwölften Jahrhundert bis auf die neuesten Zeiten, herausgegeben von Sr. Schiller. 7te Abtheil. ster B. 1794. Į Alph. ĮĮ Bog. 9ter B. 1795. Į ́Alph. 4 B. 10ter B. 1795. Į Alph. 6 B. Įter B. 1796. Į Alph. 7. B. 12ter B. 1797. 1 Alph. 5 B. 15ter B. 1797. 1 Alph. 12 B. 14ter B. 1797. į Alph. 2 B. Jšter B. 1798. Į Alph. 8 B. §. Jeder Band mit einem Kupfer.

Diese acht Bände der historischen Memoiren fangen mit der Fortsehung der Memoiren des Marschalls Lesdiguieres an, und durchlaufen die Regierungen Franz II, Carl IX, Heinrich III,

1799. Heinrich IV bis in die ersten Jahre der Selbstregierung Ludwig XIII. Die Herausgabe derselben hat nicht Herr Hofr. Schiller, sondern Hr. Prof. Paulus besorgt, welcher auch Verfasser der vor jedem Bande voraufgesandten universalhistorischen Uebersicht ist.

Allgemeine Literatur-Zeitung, Jena und Leipzig, 1799, 11. September.

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Tübingen.

Bei Cotta: Musenalmanach für das Jahr 1798, herausgegeben von Schiller. gr. 12. (Į Rthlr.) Musenalmanach f. d. Jahr 1799, herausg. v. Schiller. gr. 12. (1 Rthlr.)

Es kann die Absicht unserer Anzeige nicht seyn, diese Sammlungen den Lesern erst bekannt zu machen oder anzupreisen, da sie ohne Zweifel längst von den meisten gelesen worden sind. Wir enthalten uns daher einer ausführlichen Angabe der darin enthaltenen Stücke und theilen bloß einige Anmerkungen, die wir für nüßlich halten, zur Prüfung und Anwendung mit. Es scheint uns, als wenn diese späteren Jahrgänge des schillerschen Musenalmanachs den früheren, besonders dem ersten, an Werthe sehr nachstehen. Und doch fehlt es ihnen nicht an vortrefflichen Stücken, wohin mehrere von Göthe, A. W. Schlegel, Matthisson u. a. gehören. Auch Schiller's eigne Beiträge haben zum Theil großen Werth; allein seine Balladen, deren diese beiden Jahrgänge eine ziemliche Anzahl enthalten, erinnern zu sehr an Bürger, mit dessen Werken dieser Art sie gar keine Vergleichung aushalten, wie wir denn, unbeschadet unserer Hochachtung für Schiller's Talente und Verdienste, der Meinung sind, daß er sehr wohl daran thun würde, wenn er Bürger's nervige und dabei so äußerst klare Darstellung, vorzüglich aber seine reine, wohl

1800.

1800. klingende und durchaus musterhafte Versifikation zu erreichen strebte. Wie weit übertrift ihn in dieser Hinsicht Schlegel, dessen Gedichte, ihre übrigen Vorzüge ungerechnet, einen hohen Grad von Klarheit und eine äußerst melodische Versifikation haben! Von anderen hat Schiller in der That manches sehr mittelmäßige Produkt aufgenommen, wohin z. B. die Beiträge eines Hrn. Just us Amman gehören. Das Gedicht, die Musageten, von diesem, soll schalkhaft seyn, es ist aber schleppend und abgeschmackt; Sängerwürde ist gedehnt, ohne Klarheit und ohne Sorgfalt in dem Versbau. Die beiden Stanzen an meine Lieder sind noch das erträglichste. Warum nahm Sch. diese Stücke auf? Vielleicht weil sie sich dem Ton und der Manier zu nähern suchen, worin er selbst zu dichten pflegt? Aber eben diese Einseitigkeit in der Auswahl, auch in so fern sie auf gute Sachen fällt, ist ohne Zweifel ein Grund mit, warum die letzten Sammlungen dieser Blumenlese uns nicht so reißend vorkommen, als die früheren. Jeder singe in dem Tone, der ihm natürlich ist, und niemand denke, daß nur eine Manier, nur ein Ton, nur ein beschränkter Kreis von Gegenständen dem wahren Dichter anständig sey. Gegen eine solche Einseitigkeit kann nicht genug gewarnt werden; es ist aber sehr lächerlich, wenn Einige, welche bemerkten, daß die Ideen der kritischen Philosophie auch auf die Behaup= tungen einiger Dichter und Kunstrichter Einfluß gewonnen haben, jene Einseitigkeit, so wie alle Uebel, die unsere Literatur drücken, dieser Philosophie in den Schuh gießen wollen, da doch dasjenige, was von den neuen Untersuchungen derselben auf die Aesthetik sich bezieht, sobald man es nicht halb, sondern ganz faßt, gar feinen einseitigen Geschmack und keinen ästhetischen Despotismus begünstiget. Indessen hat doch vermuthlich die Meinung, daß die kritische Philosophie manche schneidende Urtheile über Gegenstände der Poesie und einzelne Dichter hervorgebracht habe, zu dem Enthusiasmus mit beigetragen, womit Wieland die herderische Metakritik empfiehlet und sich so sehr übereilt, ein Werk, welches der Hauptsache nach nichts als ein Gewebe der offenbarsten Verdrehungen ist, als ein Meisterstück anzupreisen. *)

*) Unmöglich_kann W. nur einen einzigen Abschnitt dieses Werkes mit ruhiger Prüfung gelesen haben; unmöglich kann er das Geringste von dem wahren Zwecke, der Tendenz und dem Inhalte der kritischen Philosophie wissen, welches alles doch, was man auch von der undurch

dringlichen Dunkelheit derselben sagen mag, Jedem, der mit der ge- 1800. hörigen Spekulationsgabe Unbefangenheit des Geistes verbindet, in der Kritik deutlich genug vor Augen gelegt ist. Daß es unter denen, welche sich mit der kritischen Philosophie befassen, Nachbeter gibt, daran ist kein Zweifel; wo gibt es die nicht? daß sie selbst aber, die echte krit. Philos., Nachbeterei begünstige, ist eine Erdichtung. Uebrigens hat doch wohl Nachbeterei allenthalben gleichen Werth und es läßt sich nicht einsehen, wodurch der blinde Nachbeter Herder's besser wäre, als der blinde Nachbeter Kant's.

Gothaische gelehrte Zeitungen, Gotha, 1800, 15. Merz.

Musenalmanach für das Jahr 1800. Herausgegeben von Schiller. Tübingen bei Cotta.

Nicht leicht wird irgend einer unserer Leser seyn, welcher diesen Almanach nicht kennte, und dessen Urtheil sich nicht schon auf die eine, oder die andere Seite gelenkt habe, und daher von diesem interessantesten unter allen diesjährigen Almanachen hier nur wenig Worte. Mit einem innigen Mißbehagen vermißt man in diesem Jahre den Nahmen Göthe; und erinnert sich an so viele süße Lieder, welche den vorigen Jahrgang zierten; und welche, soviel wir wissen, öffentlich bei weitem nicht genug gewürdigt wurden. Auch von dem Herausgeber finden sich verhältnißmäßig sehr wenig Beiträge. Der beträchtlichste ist: das Lied von der Glode. Es ist eine kleines Drama, an welches der Dichter mit vielem Scharfsinne heterogene Gegenstände geknüpft hat; und es ist interessant zu sehen, mit welcher Genauigkeit er die Momente des Geistes darstellt, und die Gelegenheit ergreift, sie durch eingemischte treuherzige Betrachtungen, und eingestreute schöne Schilderungen hie und da zu einer Art von Allegorie zu erheben. Unserm Gefühle nach ist ein anderes Gedicht von eben dem Verfasser: die Erwartung, vorzüglicher und poetischer, sowohl dem Stoff als der Form nach; ob wir gleich überzeugt sind, daß die Liebhaber überwundener Schwierigkeit, die Künstlichkeit des ersteren, der Zartheit des letteren vorziehen werden.

Rambach und feßler, Berlinisches Archiv der Zeit und ihres
Geschmacks, Berlin, 1800, April, pag. 290, 291.

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