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einem Malefikanten seinem Galgenpater abgelegten Generalbeichte, 1797. und die zwischen ihm und dem Prinzen öfter gewechselten Reden find wahre Gespräche eines armen Sünders mit seinem Beichtvater. Anstatt uns den Armenier selbst recht kennen zu lehren, gibt uns der Verf. eine gar lebhafte Beschreibung von dem unglücklichen Ende desselben zum Besten, wo wir es recht mit Augen sehen mögen, wie durch heftiges Anschlagen des Kopfes an den Boden seine Wunden unheilbar geworden sind; wie große Maden in der Kopfwunde wachsen, und langsam das Gehirn verzehren; wie in seinem Leibe überall Löcher ausfallen; wie ihm die Augen im Kopfe verfaulen, seine Anfangs schwarze Zunge sich zuerst in Schleim auflöset, und dann aus ihrem bisherigen Behältniß herausfließt u. s. w. Thl. 3. S. 303. Auch der Prinz kehrt ganz als ein reumüthiger Sünder nach seinem Hofe zurück, von dem er sich zu seinem künftigen Aufenthalte ein altes, in einer romantisch schauerlichen Gegend liegendes Schloß erbittet, wo er auch bald darauf, unter einem Baum ruhend, nach einem zu Gott und Theresen abgeschickten Stoßseufzer von einem Blizstrahle getödtet wird. Sollte es der Verf. bey einer etwaigen. Herausgabe der Geschichte des Grafen von D** über sich gewinnen. können, unnüße Auswüchse wegzulassen, und sich anstatt von seiner lebhaften Phantasie etwas mehr von einer gesunden Philosophie leiten zu lassen, so würde er in diesem Fache gewiß etwas Vorzügliches leisten können.

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Oberdeutsche, allgemeine Litteraturzeitung, Salzburg, 1797,
30. October.

Xenienlitteratur.

Der Kosmopolit hat angefangen, die Xenien und was dazu gehört, zu beurtheilen. Dies fortzusehen, möchte jetzt schwerlich der Mühe werth sein. Aber da sie einmal (leider!) zu einer merkwürdigen Erscheinung in unsrer neuesten Litteratur geworden find, so soll er wenigstens ein Verzeichniß alles dessen liefern, was sie veranlaßt haben, und allenfalls hier und da ohne weiteres ein Pröbchen, oder einen vorzüglichen Einfall ausheben. Krono

1797. Logisch möchte es schwerlich zu stellen sein; aber hoffentlich ist es ganz vollständig.

Į. Beilage zu Schillers Musenalmanach für das Jahr 1797. 3ur allgemeinen Erbauung aus dem dritten Stücke der Beiträge von gelehrten Sachen zum neuen Hamburger Korrespondenten versartig abgedruckt. 1797. t. 8. 22. Seiten.

2. Gegengeschenke an die Sudellöche in Jena und Weimar. Von einigen dankbaren Gästen. 1797. tl. 8. 31. Seiten.

Zum Beispiel:

Wunder über Wunder. S. 22.

Welch ein seltnes Genie, o Göthe! bist du! Gelesen
hast du, wie keiner von uns, ach! und geschrieben
so viel,
hast am Hofe gelebt, im Lager gelebt, und in Welschland,
und die Studentennatur doch so getreu dir bewahrt!

3. Aeatus. Oder Fragmente aus den Gerichtsakten der Hölle über die Xenien. Zum Besten eines Seldlazareths für Gelehrte herausgegeben von Joh. Ad. Rebenstock. Teutschland 1797. kl. 8. 124 Seiten. 4. Anhang zu Friedrich Schillers Musenalmanach für das Jahr 1797. v. Fr. Nicolai. Berlin nnd Stettin. 1. 8. 217. Seiten.

5. An die Xeniophoren. Ein kleines Meßpräsent. 1797, fl. s. 16. Seiten.

Zum Beispiel:

Indiskrezion. S. 13.

Prahlt doch nicht immer, ihr Herr'n, mit Gunst der lieb-
lichen Musen;
züchtig sind sie und hold nur dem verschwiegenen Mann.
Grenzberichtigung. S. 14.

Freilich hat reine Moral in Künsten wenig zu sagen;
doch spricht über die Kunst streng sie das richtende Wort.

6. Parodien auf die Xenien. Ein Körbchen voll Stachel- 1797. rosen, den Herren Göthe und Schiller verehrt, mit erläuternden Anmerkungen zum Verstande der Xenien. Motto: Herr, wer ift's? 1797. Gedruckt auf schwere Koften des Verfassers, gr. 8. 70 Seiten.

7. Kraft und Schnelle des alten Peleus. 1797. tl. 8. 29 Seiten.

Zum Beispiel:

Ein wahrer Jammer ist's, daß zwei so gute Köpfe, verdreht von Brausewind,

Daß zwei so spiegelrein erschaffne Gottgeschöpfe nicht rein geblieben sind!

Er kann die Grazien betrüben! Wie könnt' er sie denn lieben?

8. Trogalien zur Verdauung der Xenien, vescere sodes. Kochstädt, zu finden in der Speisekammer. 1797. 8. mit einem allegorischen Kupfer. 62 Seiten.

Zum Beispiel:

Phänomenon. S. 14.

Immer bisher sank Blei im Wasser; aber in Sch . . s
Musenalmanach schwimmt Blei in dem Wasser herum.
Vermuthung. S. 24.

„W.. g ist zu F.. a. M. geboren.“ Ich glaub' es;
Aber jenseits des Stroms scheint er erzogen zu sein.

9. Urians Nachricht von der neuen Aufklärung nebst einigen andern Kleinigkeiten. Von dem Wandsbecker Boten. Hamburg 1797. kl. 8. 24 Seiten.

Zum Beispiel:

Der Schriftsteller und der Mensch. S. 22.
Er schrieb. Sie beteten den jungen Schreiber an —
und es war um den Menschen gethan!

O hättest du den Gözen nicht geschrieben;
so wären deine Götter dir geblieben!

1797.

10. Dornenstúde, nebst einem Memento mori für die Verfasser der Xenien. 1797. Mannheim, kl. 8. 101 Seite.

Zum Beispiel:

Unterschied der Stände. S. 52.
Sei in der Freundschaft, in der Liebe treu,
zerbrich des Wahnes alte Ketten, stirb
für's Vaterland: du bist und bleibst nur ein
gemeines Wesen in der Geisterwelt.
Doch sei ein Dichter, mach' ein Epigramm,
dann hat die Menschheit weiter nichts an dich
zu fordern, bei Dämonen ist dein Plaz.
Du fährst auf Cherubsfittigen, indeß
ein Howard hinter dir zu Fuße geht.

ĮĮ. Berlocken an den Schillerschen Musenalmanach auf das Jahr 1797. Jena und Weimar. 8. 37 Seiten. Zum Beispiel:

1. Verfasser der Xenien. S. 1. Rathet, wer ist's, der die Xenien schrieb? Es schrieb sie ein Hofmann, und ein Dichter; doch hat auch ein Baron daran Theil.

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2. Woher weißt du das?

Suchest du Feinheit in ihnen? du findest sie: findest auch
Scharfsinn,
und Erfindung und Wiz; aber auch Grobheit genug.

12. Ein paar Worte zur Ehrenrettung unsrer teutschen Martiale. 1797. 8. 30 Seiten.

13. Litterarische Spießruthen oder die hochadeligen und berüchtigten Xenien. Mit erläuternden Anmerkungen ad modum Min - Ellii et Ramleri. Zevs vdov. Weimar, Jena und Leipzig, im eisernen Zeitalter der Humanität. 8. 184 Seiten.

14. Mückenalmanach für das Jahr 1797. Pest. 8. (Ein 1797. zweiter Titel heißt:) Leben, Chafen, Meinungen, Schicksale, und letztes Ende der Xenien im Jahr 1797. Arma virumque cano. Pest. 163 Seiten.

Zum Beispiel:

Seite 60.

Nach Italien reis't er, den klassischen Geist sich zu hohlen;
da er den nicht erhielt, geht er als Xenie um.

Seite 62.

Ist denn die Schönheit ein Riechtopf, aus dem man Gefühle
nur aufzieht?
Wo sie der Sinn nicht bewahrt, riecht ihr sie nirgends
heraus.

15. Die Ochsiade, oder freundschaftliche Unterhaltungen der Herren Schiller und Göthe mit einigen ihrer Herren Kollegen, vom Kriegsrath Cranh. Berlin. 1797. s. 60 Seiten.

Das sind alle mir bekannt gewordene einzelne Schriften. Dessen, was in Zeitschriften und gelehrten Zeitungen steht, mag vielleicht nicht viel weniger sein. Davon sind mir nur im Gedächtnisse:

1. Bemerkungen über des Herrn Geheimen Raths von
Göthe Bemühungen, unsre Sprache zu reinigen und
bereichern zu helfen. In: Beiträge zur weitern Aus-
bildung der teutschen Sprache u. s. w., B. 3.

2. Eine Erklärung vom Herrn Kapellmeister Reichard in:
Teutschland, B. 3.

3. Eine sehr schäzbare Beurtheilung der Xenien in: Archiv
der Zeit, B. 5, S. 35.

4. Wieland's meisterhafte Beurtheilung im neuen teutschen
Merkur, worin man nur die künstlichen Wendungen
gegen das Ende tadelt, wodurch ein Paar Namen ge-

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