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sich unterfängt. In dem leztern Falle ist offenbar der Verfasser 1797. der Gegengeschenke

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K. - t.
Der Kosmopolit, Halle, 1797, April, pag. 368–374.

Die Xenien.

Bruchstück eines Briefes.

Audiatur et altera pars!

Der Schillersche Musenalmanach, der ja, leider! in Deutschland nicht ruhen kann, ist auch bis zu meinem Winkel an der Ostsee gekommen. Wie ich die unheilgebärenden Xenien ge= lesen hatte, sagte ich:

Richtig ist der Kalender, wie deutschem Fleiße gebühret; Aber der häufige Wit! Ist der in Deutschland gedruckt?

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Das Interesse, das ich an Aglajen zu nehmen, nur mit dem Ende meines Lebens aufhören werde, hat, wie sie wissen, mir das Archiv der Zeit lieb gemacht. Und jede Stellung, die eine Grazie annehmen kann, ist für mich schön.

Was an Venus Urania
Zeige lächelnd ich euch.

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Wenn die Aglaja auf dem Umschlage des Archivs der Zeit mit den Xenien oder dem Schillerschen Almanach selbst sprechen wollte, - denn zu dem Umschlage sagt sie ja gewiß nichts, könnte sie sich ungefähr so ausdrücken:

Smollet, der Grämliche, lobte,
Seht es; ich lächle dazu.

Oder meinen Sie nicht?

Sie sind unter allen Schriftstellern der erste, dem ich es gestehe, daß mir die Xenien Freude gemacht haben. Boshaft bin ich, so viel mir bekannt ist, nicht; aber, leider! noch immer hypochondrisch. So machte mir denn auch der eigentliche, wahre Sinn des Worts: Xenien, anfangs viel vergebliche

1797. Mühe, und, weil mir nicht einfiel, wie man in Deutschland (oben) das Griechische ausspricht, gerieth ich auf die Bedeutung von Zugvögeln. Auch gut! dachte ich, weil meine Nachbarn die Störche für glückliche Vögel halten, und ich mich auch im lezten Frühlinge sehr gefreut habe, da sie meine ausgetrocknete Wiese zum erstenmal besuchten. Aber die Xenien selbst halfen mir aus, S. 237 des Almanachs. Ich dachte:

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Der Pedant.

Wie man Pedant uns verdeutscht, bescheid' ich mich gerne zu fragen. Ueberseze das Wort, wer es von Hause aus kennt!

Heute erfahre ich, durch den Genius der Zeit, mittelst eines Briefes aus Halle, glücklicher Weise auf eine gelehrte Art, in welchem Verhältnisse das Wort §eiviov sich zum Homer befunden hat, und nun liegt mir nur noch auf der Seele, daß der Schillersche Almanach mit lateinischen Lettern gedruckt ist. In der That ein boshafter Kunstgriff!

Wäre nicht die feine Schlauheit, welche hier zum Grunde liegen mag, vermögend, die selige Ruhe der Götter des deutschen Parnasses zu stören? - Wäre es nicht möglich, daß wir über den Aetazismus und Itazismus noch einmal müßten blöcken hören?

Denn wie verschieden wird nicht in Deutschland das Ch vom X ausgesprochen!

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Bedenken Sie das! Es ist der größte Kummer, den mir die Xenien gemacht haben.

In der That, auch wenn es ausgemacht wird, daß die Xenien sowohl Kuhfüße, als Gastgeschenke sind: es ist doch mein größter Kummer, daß ich nichts bekommen habe, wiewohl ich bei den Austheilern oft zu Gaste gewesen bin, kränket mich nicht. Ich habe mich immer unbekannter Weise eingefunden, und mit Dank genossen, was reichlich für Alle bereitet war.

Aber daß Göthe oder Schiller, oder irgend ein andrer, der gastfrei das Seine darbietet, das mir Genuß gewährt hat, wie die Freier der Penelope Gastgeschenke aus fremden Eigenthum gegeben, habe ich auch nicht gefunden.

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In Halle scheint diese Entdeckung gemacht zu seyn. Sie wissen, daß ich vor funfzehn bis sechzehn Jahren mit Halle (in Sachsen) genauere Bekanntschaft gemacht habe. Ich kann nicht dafür, daß die gelehrte Erklärung des Xenophilos im Genius der Zeit mich zu gleicher Zeit an die selige Ausgabe, welche der gottselige Niemeyer weiland mit dem unschuldigen Homer vornahm, und an eine Stunde erinnerte, die ich ein mal in Halle zubrachte, um einen andern, sehr gelehrten Mann nicht ausmachen zu hören, ob Horazens Vater coactor exauctionum oder coactor redituum gewesen sey." Genealogie verführt ja immer; und ängstlich bin ich einmal. Sagen Sie selbst: wenn nun die Disticha (die nur vermittelst einer Sünde gegen zwei Sprachen Doppel-Verse werden können) am Ende auch Kuhfüße sind; — wäre nicht vor der Mittheilung dieses Geheimnisses an eine Dame zu bedenken gewesen, daß die vermutheten Austheiler jener Kuhfüße verheirathete Männer sind, und also durch eine Hinweisung auf ihr Verhältniß zu den übelberufenen Freiern, die um die keusche Spinnerin, Penelope, buhlten, ehelicher Unfriede gestiftet werden könne?

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Wich doch der kluge Odüsseus nur aus, und ließ die Kuhfüße, welche er nicht haben wollte, an der Wand abprallen, ohne etwas davon zu erzählen!

Ein so großes Beispiel könnte wohl schon allein meine Aengstlichkeit entschuldigen. Aber mit welcher Feierlichkeit protestirt nicht jeder, der sie empfängt, gegen diese Kuhfüße, daß er sie nicht verschrieben habe!

Braun, Schiller. II.

Mein Gott! Wir haben so viel Krieg von außen. Wenn es nun im Innern auch noch losgeht, und es fehlt dann den Vertheidigern der guten Sache an andrer Ammunition, als die sie in den Zeughäusern der Moral finden, die schon so lange geplündert sind: wie will das werden!!!

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Ich muß gestehen, mir ist sogar um unser Haupt-Arsenal, um die allgemeine Literatur-Zeitung bange.

Rambach und Feßler, Berlinisches Archiv der Zeit und ihres
Geschmacks, Berlin, 1797, Mai, pag. 410—413.

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1797.

1797.

Berlocken an den Schillerschen Musenalmanach auf das Jahr 1797. S. 37. in 8.

Die angebliche Firma dieser Berlocken ist: Jena und Weimar, und vielleicht haben sie wirklich dort ihre Existenz erhalten, ob sie gleich daselbst nicht gedruckt und verlegt sind. Es ist eine kleine Sammlung von 97 Xenien (warum nicht gerade das Hundert voll?). Die Hauptcharakteristik dieser Küchenpräsente ist eben kein Ueberfluß an Wit; aber Bestimmtheit, und sehr oft treffende Wahrheit. Lob verdient der Verfasser (wenn ihrer nicht mehrere Hand ans Werk gelegt haben), daß er alle Grobheit vermieden hat, von welcher selbst die Xenienmacher unter Schillers Pannier nicht immer ganz freyzusprechen sind. Ueber dieselben läßt man sich in den Berlocken also heraus:

Verfasser der Xenien.

Rathet, wer ist's, der die Xenien schrieb? - Es schrieb sie ein
Hofmann,

Und ein Dichter; doch hat auch ein Baron daran Theil.

Woher weißt du das?

Suchst du Feinheit in ihnen; du findest sie: findest auch
Scharfsinn,

Und Erfindung und Wiz; aber auch Grobheit genug.

Aber was folgt daraus? Der Scharfsinn gehört dem Hofmann, die Erfindung dem Dichter, die Grobheit dem Baron. Das wäre also das Xenische Kleeblatt? Und was sind die Berlocken?

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Leichte Berlocken sind wir, von Gold und Silber und Tomback
Unbeständig von selbst hängen an Andre wir uns.

Also gehören die Berlocken auch gleichsam mit ins Klettengeschlecht?
Wir wollen nun einige derselben beschauen. S. 10.

Shakepear's Geist.
Shakepear's Geist! dich heßten in Deutschland und Engel-
Land viele,

Aber mit glücklicher Hand faßte nur Göthe dich auf.

Das Auffaffen eines Geistes mit der Hand will uns nicht ge 1797. fallen. S. 12.

Berichtigung der Urtheile.

Auch über sich selbst hat Fichte des Publikums Urtheil berichtigt;

Kein Philosoph ist er, nein! ein philosophisches Kind.

Die Gedichtchen (S. 12.): Verhältniß 2c., und Nachrichten ic. sind gut. S. 24.

Iffland.

Einheit, das ist doch war, ist in Ifflands sämmtlichen Stücken,
Einheit der Zeit und des Orts, und der Personen dazu.
Nur der Handlung nicht; denn man siehet viel dumme Streiche
In einem einzigen Stück, und sie sind alle sich gleich.

Wer könnte hierauf wohl mit Nein antworten? S. 28.: Das aufgegebene Räthsel ist entweder sehr local, oder es bezeichnet den Handwerks-Nahmen eines Schriftstellers. S. 35.

Wieland.

Gegen sich selbst ist er streng, nur gegen Andre voll Nachsicht; Was er sich selbst nicht erlaubt, findet an Andren er schön. Ist das nicht wahr? S. 36.

Falks Taschenbuch.

Schneidet das Kupfer heraus, und es ist dem ganzen Gesichte,
Was ihm zur Zierde noch war, Augen und Nase geraubt.

Dieses ist die treffendste Wahrheit und Recension über dieses Taschenbuch zugleich, dessen Ankündigung von dem Verleger desselben man nicht leicht ohne Kopfschütteln lesen kann. So viel von den Berlocken! Und noch das, in einigen derselben ist die Sprache sehr uncorrect. Frbg.

Oberdeutsche, allgemeine Litteraturzeitung, Salzburg, 1797,

23. Juny.

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