1781 früher eine Auswahl von 10 Idyllen, Lugd. Bat. 1773, 8 —) imponirte den Zeitgenossen und Nachfolgern durch die Fülle seiner Gelehrsamkeit, noch mehr durch die Bestimmtheit seiner Behauptungen so sehr, dass er lange das Orakel blieb, ja einzelne völlig unberechtigte Aenderungen sich noch bis in die letzte Ausgabe von Meineke erhalten haben. Einen brauchbaren apparatus criticus, jedoch mit Valckenaers Texte gab zuerst Gaisford (poetae Gr. minores ed. Thomas Gaisford, Oxon. 1814 flg., tom. II, Nachdruck Lipsiae 1823, 8. tom. IV). Auf die hier gegebenen Collationen basirt sich die zweite Ausgabe von Aug. Meineke (Berol. 1836, 8 Theocr. Bion et Mosch. frühere Ausg. Leipzig 1825, 8), welcher die dritte Ausgabe (Berol. 1856, 8) folgte. Das Hauptverdienst um die Beschaffung eines zuverlässigen, wohl gesichteten kritischen Materials hat sich Lud. Ahrens (bucolicorum Gr. reliquiae, Leipzig 1855, tom. I) erworben. Neben dieser Ausgabe ist jetzt zu benutzen die durch Collationen ital. Codices ausgezeichnete zweite Ausgabe des Theokrit von Christoph Ziegler, Tübingen 1867 (erste Ausg. 1844). Beide Werke ergänzen sich. Als erklärende Ausgabe ist, trotz mancher ihrer Flüchtigkeiten, mit Pietät zu nennen die Ausgabe von Ernst Friedr. Wüstemann (Gotha und Erfurt 1830). Kritik und Erklärung, die hier unzertrennlich sind, umfasst meine grosse Ausgabe: Theocriti idyllia iterum edidit et comm. criticis atque exegeticis instruxit Fritzsche, Leipzig 1865-69 (bis jetzt vol. I enth. Id. 1-12, vol. II die folgenden Idyllen). Vgl. hierzu Theocriti pharmaceutriae ed. et Lat. vertit F. Lips. 1862 und meine Schrift zu Theokrit und Virgil, Leipzig 1860. Ausserdem nenne ich hier die sehr verdienstliche, durch besonnene Kritik sich auszeichnende Ausgabe von Ameis (poet. buc. ed. C. Fr. Ameis, Paris 1846, 4), die Ausgaben von Boissonade (mit Bion und Mosch., Paris 1823 u. 1837, 16), Briggs (Cantabrigiae 1821, 8), Dukas (Aegina 1839, 8), Kiessling (Lips. 1819), Wordworth (Cantabr. 1844, 8), Paley (Cantabr. 1863), Renier (mit franz. Uebersetzung, Paris und Algier 1847, 8). Nicht ohne geniale Einfälle, aber völlig salop gearbeitet ist die Ausgabe von Hartung (Lpz. 1858, zugleich mit deutscher Uebersetzung). Die älteste lateinische Uebersetzung in Versen ist die von Phileticus (siehe oben p. 24). Sie erstreckt sich auf die ersten sieben Gedichte. Den ganzen Theokrit übersetzten in lateinische Verse Hel. Eobanus Hessus (Haganoae 1530 und öfter, auch in der Ausg. von Valckenaer), Bern. Zamagna (Parma 1792), zum grössten Theil Raym. Cunichius (Parma 1799), einzelne Idyllen Henr. Stephanus (Venet. 1555, 4), Heinsius und Hugo Grotius (in Heinsii emendatt. in Theocr., bibl. Commel. THEOKRIT VON FRITZSCHE. 2. Aufl. 3 1603, 8 und in der oben genannten Ausg. von Heinsius), Whitford (Mus. Bion Mosch. Theocr. sel. Lond. 1655, 4). In lateinischer Prosa sind die Uebersetzungen von Divus (Venetiis 1539, 8 und später) und die von Vitus Vinsemius (Francof. 1558, 8). Letztere ist die vulgata für Theokrit geworden, mit einzelnen Abänderungen bei Stephanus, Kiessling, Ameis. Gute deutsche metrische Uebersetzungen sind die von Bindemann (Berlin 1793), Voss (Tübingen 1808, Wien 1815), Witter (Hildburgh. 1819), Naumann (Prenzlau 1828), Zimmermann (Stuttg. 1856). Elegante poetische englische Uebersetzungen haben wir von Fawkes (Lond. 1767), Polwhele (Lond. 1811 u. öfter), Chapman (Lond. 1853, voran eine prosaische Uebersetzung von Banks); unter den französischen steht obenan die poetische Uebersetzung von Didot (Paris 1833). Prosaische franz. Uebersetzungen von Chabanon (Paris 1777), Gail (Paris anno reipublicae Gallicae 4, auch 1805), Renier (s. oben), Leconte de Lisle (Paris 1861) u. A.; italiänische von Pilnejo (Parma 1780, 4), Vicini (Venedig 1781, 12) u. a.; schwedische von Sjöström (Helsingf. 1833). Die besten Ausgaben der griechischen Scholien sind die von Dübner (Paris 1849) und von Ahrens (tom. II der poet. buc. 1859). Ein unentbehrlicher Nachtrag hierzu ist Ziegler's Ausgabe der Scholien des oben genannten Codex k (Tübingen 1867). = Blackwell collectio stirpium etc. Nürnb. 1750, fol. Dictionn. = Dictionnaire des sciences naturelles. Planches. Botanique, classée par Turpin. Paris 1816-29, 8. Dierbach = Flora mythologica oder Pflanzenkunde in Bezug auf Mythologie und Symbolik der Gr. und Römer, von Joh. Heinr. Dierbach. Frankf. a. M. 1833, 8. Duhamel = Duhamel du Monceau, traité des arbres. Paris 1755, 4. par J. = Plantae officinales oder Sammlung officineller Pflanzen mit Abbildungen von Henry u. s. w. Düsseldorf 1828, fol. Fée Flore de Théocrite. Par A. L. A. Fée. Paris 1832, 8. Flor. Austr. Florae Austriacae icones. Opera Nic. J. Jacquin. Vienn. 1773, fol. Flora Dan. = = = = = Abbildung der Pflanzen, welche in Dänemark u. s. w. wachsen, herausg. von O. F. Müller. Kopenhagen 1782, fol. Fraas = Synopsis plantarum florae classicae oder übersichtliche Darstellung der in den klass. Schriften der Gr. und Römer vorkommenden Pflanzen von C. Fraas. München 1845, 8. Gussone Florae Siculae synopsis, auctore Joanne Gussone. Neapel FLORAE THEOCRITEAE. = 1842, 8. Hayne = Darstellung der in der Arzneikunde gebräuchl. Gewächse von Hayne. Berl. 1805 flg. 4. Hogg Hogg, the classical plants of Sicily, in Journal of botany by Hooker. Vol. I. London 1834, 8. Jacquin = Nic. Jos. Jacquin, icones plantarum rariorum. Vindob. 1781, fol. Lamarck = ICONES = Herbarium Blackwellianum, i. e. Elisabethae Blackwell Encyclopédie méthodique par une société de gens de lettres. Histoire naturelle. Botanique. Par J. B. P. Ant. de Lamarck. Paris 1783 flg. 4. Magaz. Curtis's Botanical Magazine Plenck by John Sims. Lond. 1823, 8. Wittenb. 1791, 8. = Deutschlands Flora von J. Sturm. Nürnberg 1798 flg. 16. ΘΕΟΚΡΙΤΟΥ ΕΙΔΥΛΛΙΑ. I. ΘΥΡΣΙΣ Η ΩΙΔΗ. ΘΥΡΣΙΣ. Αδύ τι τὸ ψιθύρισμα καὶ ὁ πίτυς, αἰπόλε, τήνα, ἃ ποτὶ ταῖς παγαῖσι μελίσδεται, ἁδὺ δὲ καὶ τύ I. Thyrsis oder das Lied von dem Tode des Daphnis. Thyrsis, der Schäfer, singt, von einem Ziegenhirten gebeten, das Lied von dem Tode des Daphnis (v. 64-145) und erhält als Preis des Gesanges eine Ziege zum wiederholten Melken und ein kunstreich gearbeitetes Gefäss, dessen Beschreibung (v. 27 flg.) zu den gelungensten Stücken dieses Waldgespräches gehört. Dem Geschmacke des alten Sammlers macht es Ehre, dass er diese Idylle an die Spitze der Sammlung setzte. Schon ein Scholiast wendet darauf den Spruch Pindars, Ol. 6, 3, an: doxoμένου δ ̓ ἔργου πρόσωπον χρὴ θέμεν τηλαυγές. = = 1-3. Αδύ συρίσδες. Der Deutsche würde gesagt haben: etwas in seiner Art (t) einzig Süsses und Liebliches (áðő = dv) ist das Geflüster von jener (τήνα ἐκείνη) Fichte (Pinie), welche an den Quelien melodisch rauscht (μελίσδεται = = μελίζεται), süss und lieblich bläsest aber auch du, Ziegenhirt, die Pansflöte. Der Grieche aber sagt τὸ ψιθύρισμα καὶ ἡ πίτυς ἡδύ τί ἔστιν hier dies Geflüster, nämlich von der Pinie (das hört ja der Angeredete), und der ganze Baum überhaupt, von welchem das Geflüster kommt. Vgl. Id. 7, 57 und meine grosse Ausg. zu 9, 8. 11, 49. Ueber adú siehe Anhang Dor. § 21, über & ebendaselbst § 1, über tyva § 107, über лoτi πρὸς ebendas. g 151, über παγά πηγή 8 3, über μελίσδεται § 41, über tv § 94. Adv ti steht wie 5, 89 oder z. B. Anthol. Planud. 228 áðú tí ¿v χλωροῖς πνεῦμα θροεῖ πετάλοις. Vgl. 1, 85. 11, 3. 12, 12. Krüger I, II § 51, 16 A. 2. Der Artikel vo vor ψιθύρισμα und πίτυς ist demonstrativ wie Vers 2. 8. 21, Id. 3, 38. Ueber nítvç s. Anm. zu 5, 49. μελίσδεται. Das Säuseln wird ein Singen, melodisches Rauschen genannt, wodurch Vers 3 ovgíodes vorbereitet ist. Vgl. 7, 89. Moschus 5, 8 sagt ἃ πίτυς ᾄδει (it moans der Engländer). Virg. Ecl. 8, 22 pinos loquentes. Catull. 4, 12 von der Fichte: loquente saepe sibilum edidit coma. Auson. Ep. 25, 13 est et arundineis modulatio musica ripis, cumque suis loquitur tremulum coma pinea ventis. [Wir schreiben Vers 2 a, Andere & mit der unstatthaften, weil erkünstelten, Construction xal ἃ πίτυς τήνα, ἃ ποτὶ ταῖς παγαῖσι, μελίσδεται τὸ ψιθύρισμα ἁδύ τί. Nichts beweiset daher die freie Uebersetzung bei Terentianus Maurus p. 2430 ed. Putsch. dulce tibi pinus submurmurat, en tibi pastor, proxima fonticulis; et tu quoque dulcia pangis. Vgl. gr. Ausg. p. 14.] 2. ἀδὺ δὲ -. Das Wort, welches Vers 1 im Anfange stand, kehrt wie |