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. CELIFT, Baut

HH. Bartlett
. (7-5-60]
INSELGRUPPEN IN OCEANIEN.

4-1-93

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DU

B32 Vorwort.

Wie bei dem, im Gesellschaftswesen bestimmten, Character des Menschen von denjenigen Gedanken, die für diesen Gesichtspunkt characteristisch sind, der Ausgangspunkt psychologischer Forschung zu nehmen ist – (als dem Gegebenen eines einheitlichen Abschlusses, innerhalb welches die integrirenden Theilgrössen im eigenen Bewusstsein ihre Verhältnisswerthe erlangen mögen) —, so wird auch sociologische Betrachtung bei Anstrebung nationalen Bandes erst den Ruhepunkt der Einigung finden, den man früher in die Familie bereits setzen zu können meinte, während diese, neben der nach zwei Stämmen zersplitterten Ehe, auch in den aus ihr folgenden Kindern (wie Mehrzahl ethnologischer Beispiele zeigt) beständig wieder auseinanderfällt (und demnach nur als Voranlage des wirklich Realisirten auffassbar bliebe).

Für solchen Untersuchungsweg sind in Graduirung der aus yévos, gpárgia und qúan (oder mehr weniger identisch, gens, curia und tribus) schon bekannten Stufen die gleichwerthigen Aequivalente aus den ethnischen Kreisen zu fixiren, für das, worin sie, als allgemein nothwendig, übereinstimmen sowohl, wie für das, worin local bedingte Abweichungen variiren.

Im Wettstreit der Geschlechter wird in der vorwiegenden Menge der Fälle 1) (wie in der Natur der Sache begründet) der Stärkere sein Recht des Stärkeren zur Geltung bringen, und das dabei naheliegende (auch wohl für dogmatische 2) Zwecke verstärkte) Verächtliche im weiblichen Geschlecht 3), kommt dann in solchen Fällen, wo auch physische Gründe schon Rechtfertigung zu liefern scheinen (im Freibalten von Verunreinigung), zum besonders lebhaften Ausdruck, also bei der Menstruation 4) sowohl (besonders der ersten), wie bei der Schwangerschaft und dem Geburtsact 5), bis zu völligen Abtrennungen führend, bis zu einer tabuirten Entfremdung und Abgeschlossenheit, so dass aus dem in ein, mehr und mehr, Unbekanntes Zurücktretenden wieder allerlei Wunderbares herausgespürt werden kann, in den mit himmlischer Krone (aus Märtyrerkränzen) geschmückten Jungfrauen sowohl, wie in den sibyllinisch weissagenden, mit Einwohnung des Göttlichen (bei Britanniern oder Germanen).

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Die in körperlichem Wohlbefinden bereits empfohlene Enthaltung von Verunreinigung läutert sich (in den Brahmanen, als Phu-loi, zu den die Sünden Abwaschenden) auf psychischer Scala zu den erhabensten Ideen in den Religionen der Culturvölker, bis im Buddhismus mit moralischer Kraft das gesammte Weltganze erhaltend und in seiner Ordnung zusammenfassend.

So könnte auch der Makel einer Verunreinigung, wenn trotz der vom Staatscultus überall eingerichteten Jahresfeste der Reinigung zurückbleibend, das Ganze in Unordnung bringen, und zum Schrecken der darüber Nachsinnenden erneut sich diese Gefahr bei jedem der innerhalb des Stammes geborenen Mädchen, auf den Stufen der klimacterischen 6) Jahre, ja, zur Vermehrung des Grausens tritt eine Verknüpfung hinzu mit dem gewaltigsten magischer 7) Zaubermittel *), dem (auch weiterhin verwertheten) 9) Blut 10), und zwar gerade bei seiner geheimnissvoll tiefsten Wirkungsfähigkeit, in Bildung des Homunculus 11) selber.

Sehr erklärlich deshalb, dass bei allen Naturstämmen, die in ihrem eng beschränkten Horizont durch die frisch erwachenden Fragen geschichtlicher Gestaltungsprocesse noch nicht abgezogen sind, der religiöse Gesichtskreis in den, mit jeder Persönlichkeit wiederholten, Entwicklungsphasen centert, und dadurch die Aufmerksamkeit absorbirt wird, ohne in der sonst (wie für tägliche Naturereignisse z. B.) leicht abstumpfenden Gewohnheit zu erschlaffen, weil hier, mit stets erneuerter Gefahr und ihren Bedrohungen, die Wachsamkeit lebendig zu halten ist.

Als mit der Fahrt S. M. S. Gazelle, mit freundlichem Eingehen der Kais. Admiralität auf die im Interesse der Ethnologie gemachten Vorstellungen, das für die Geschichte der Ethnologie bedeutungsvolle Ereigniss sich vollzog, dass aus dem letzten der, wegen Abgelegenheit und Schwerzugänglichkeit unberührt gebliebenen, Winkel, – unter den wenigen derart noch übrigen, in dem (sonst seiner ganzen Länge und Breite nach für psychische Originalitäten verlorenen) Continent Oceanien, – unverfälschten Quellen entnommene Materialien dem Studium der europäischen Fachgelehrten vorgelegt werden konnten, erkannte sich bald, in Durchmusterung der dem königlichen Museum eingefügten Sammlungen, dass hier eine neue Gedankenwelt hervorquellen würde, nach welcher sich viele unserer bisherigen Theorien über die Weltanschauung des Menschen in seinem primitiven Zustande würden zu modificiren haben müssen. Wir gewannen hier plötzlich eine weite Masse thatsächlicher Anschauungen, bei denen wir sicher und gewiss sein durften, dass die (im Denken als Rechnen) zu verwendenden Ziffergrössen alle auf gleichartigen Elementarwerthen standen, also unmittelbare Combinationen erlaubten, während unsere bis dahin als vergleichend bezeichnete Mythologien an dem Kernfehlerleiden mussten,

mit den Ziffern zu operiren, als ob dieselben an sich schon Zahlen repräsentirten, ehe der unbekannten Grösse, in Auflösung der Gleichung ihr Stellenwerth substituirt ist. Wenn man nach beliebter Manier parallele Vorstellungsweisen trotz ihrer Inconsequenz unbedenklich durcheinander wirft, Analogien vielleicht, welche bald dem authochthonischen Niveau, bald auf Stufengraden der Sage (in volksthümlicher hier, in poetischer Ausbildung dort) oder unter religiöser Färbung entnommen sind, so kann, ohne inductiven Einblick in den psychologischen Wachsthumsprocess (und Kenntniss der für ihn geltenden Gesetze arithmetischer und geometrischer Progressionen), nichts Besseres dabei herauskommen, als wenn bei einem gestellten Rechnenpensum, worin die Ziffer 7 etwa neben ihrem einfachen Zahlenwerthe unter dem verschiedengradiger Potenzen oder Bruchtheilungen auftreten mag, dieselbe durchweg als homogen betrachtet worden wäre, im Hinwürfeln magischer Quadrate und anderer Spielereien. Ausserdem musste von vornherein die Ethnologie, als sie nach dem Entdeckungsalter allmählig ins Leben trat, mit dem aporov yeúdos behaftet sein, dass man (wie es damals nicht anders sein konnte), von den Principien historischer Culturanschauungen eigener Beherrschung ausgehend, unter deren Brille das bei den Naturstämmen Erblickte betrachtete und fassbar zurecht zu legen suchte. Jedem Geschichtsvolk aber, sobald zum Bewusstsein als solches erwacht, ist damit dann bereits die Kenntniss seiner Vergangenheit, aus träumerischem Morgen der Kindheit, nothwendigerweise verloren gegangen, und jene primären Vorstadien, auf welchen die Voranlagen frühester Ideenentwickelung keimten, werden sich nur in einem Gedankengange verstehen lassen, der sich, losgelöst von vorgefassten Deductionen, rein objectiv den (unbeeinflusst und unverfälscht) angesammelten Materialien zuwendet.

Ansammlung des Materials hat also als erste und unerlässliche conditio sine qua non zu gelten, und wer, ohne vorheriges Herbeischaffen von Bausteinen, eine Wissenschaft vom Menschen im inductiven Sinne errichten zu können meint, wird, wenn seine Ohren für Worte taub verblieben, sich unsanft daraus durch Ocular-Demonstrationen aufrütteln lassen müssen. Gegen Thatsachen hilft dann kein Disputiren, und Thatsachen werden reden, wenn die Ethnologischen Museen, deren Bau sich überall jetzt vorbereitet, geöffnet stehen.

Unter den Neuigkeiten, welche sich der Ethnologie während des mit dem letzten Jahrzehnt eingetretenen Wendepunktes aus allen Theilen der Erde zu offenbaren beginnen, waren es bei den bereits erwähnten Sammlungen besonders die wunderbaren und wunderlichen Schnitzereien aus Neu-Irland, welche allseitiges Erstaunen in Fachkreisen hervorriefen.

Aus verstecktester Ecke des Globus, wohin anthropo-ethnische Schulweisheit die nächsten Verwandten der Amanut, oder Halbmenschen wenigstens, zu verweisen beliebt hatte, brachten uns die

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