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Sa mo a.

Während in Neuseeland die stolzen Bäume den Himmel emportragen, vermag in Samoa das schwache Krautpflänzchen am Tingalagi nur um ein weniges Himmel und Erde (in zweiter Schöpfungsperiode, weil von einem Herabfallen gesprochen wird) auseinanderzupressen, nur eben genug für Tiitii zwischen zu kriechen, und, mit Aufpressen des dem Fels eingedrückten Fusses, höher noch zu heben, bis zum höchsten Baumwipfel endlich, so dass Losi von dort noch in den Himmel steigen konnte, um die Taro-Pfanze zur Erde zu bringen.

Als Sohn Talaga’s folgte Tiitii den Zaubersprüchen seines Vaters Talaga (vorweltlicher Kunst kräftig, wie Xmucane und Gemahl bei den Quichés), um in die geöffnete Unterwelt hinabzusteigen, und nach Lähmung (oder Armabdrehung) des Erdbebengottes Feuer aus seinem Ofen nach Oben zu bringen, wie Maui in Neuseeland.

Solche Eingänge in die Unterwelt (auch gefährliche, gleich der Höhle Sanga, wo Gott Moso als Ungeheuer lauert), finden sich, für regelmässige Todtenfahrt, am Westende Savaii's (neben dem Sprungstein), und zwar gedoppelt, einer für die Seelen der Gemeinen, der andere für die Vornehmen (wie solche auch von den Cochinchinesen getrennt gehalten werden).

Während die Seelen der Fürsten nach Polotu Aogen, der Heimath der Vorfahren, um dort mit Savea-Siuleo zu schwelgen, in ihrer Rangordnung den Aitu eingereiht, verfallen solchen Aitu, um von ihnen gefressen zu werden, die übrigen Seelen, wenn sie in die Nacht der Unterwelt hinabgestiegen sind. Dort mögen sie anfänglich noch (als dueunvà xóorva im Hades) ein kümmerliches Dasein fristen, pflanzend und erntend bei Tage (während ihnen Nachts die Gunst bleibt, als sprühende Feuerfunken umherzuspuken, die Lebenden erschreckend); doch mehr und mehr beginnen die Kräfte zu schwinden, und mit dem weiteren Hinabsinken in die unteren Etagen endet dann schliesslich (bei den Maori) Alles in Meto oder Gestank der Verwesung, während beim frühzeitigen Verschlingen durch den Aitua der Neugeborene wieder als Götterkoth ausgeschieden werden kann, in Wiedergeburten. Hieraus ergab sich die Vorschrift (unter der entsprechenden Fragestellung), das Kind demjenigen Gotte zu weihen, dem es gehörte, und jetzt als seinen Aitu fele zu verehren hatte, je nach der Thier-Gestalt, in welcher es ihm sich zu offenbaren belieben würde (wie bei dem indianischen Lebenstraum).

Unter solchen privaten Sacra finden sich dann die publica für die im Fale-lett, als gemeinsamem Tempel (oder Versammlungshaus), verehrten Dorfgötter, Manifestationen mächtiger Natur-Erscheinungen, des Himmels (in Aitu-o-le-Lagi), der Unterwelt (in Tui-Polotu), des Windes (in Le Vae Nave) u. s. w., und diese sandten dann als ihre Boten die heiligen Vögel'), aus deren Vorzeichen die priesterlichen Auguren Orakel herauszudeuten vermochten, wenn es beim Kriege oder für Feste solcher bedurfte. Die Heiligkeit derartiger, dem gesammten Gemeinwesen nutzbaren Götterthiere involvirte ihre Unverletzlichkeit für Alle, während ausserdem sich jeder der Thierform seines individuellen Schutzgeistes zu enthalten hatte, oder wenigstens desjenigen Gliedes derselben, welches denselben für sein Verweilen bevorzugte.

Der Himmelsgott(Aitu-o-le-Lagi) fällt auf Samoa (wie vielfach sonst) mit Tangaloa zusammen, als Tangaloa-lagi, und während unter seinem Walten die Schöpfung sich im organischen Wachsthum fortentwickelt, von der Fuefue-Pflanze durch Würmer zum Menschen, werden diese durch den Gott Naio feiner ausgebildet (wie in Mexico durch Quetzalcoatl). Die Seele wird dann durch Tuli in Vogelgestalt herabgebracht, und bleibt, weil dem Körper von Aussen (Júpatev) angefügt, auch der Abtrennung fähig.

Neben Tagalao, als Höchsten im Himmel, wohnten dann im Westen die Götter meteorologischer Processe (Mesua Faana, Lamamau, Tinitini oder Matifau) und besonderlich in Pulotu die des Krieges (Siuleo vor Allem, sowie Tama-faiga und Ona-fanua), während (bei Translocirung des mythisch verschwindenden Ursprungsortes in die Unterwelt) Tui-Pulotu gegenübersteht, oder sonst als Träger der Erde (im Innern derselben) Sale-Fu oder Sale-Fee, auch in Mafuie, als Erdbebengott. Wenn derselbe, aus dem Schlaf erwachend, die Erde im Griff erschüttert, bebt dieselbe (und solche Perioden reguliren sich in Naga's Erwachen durch den buddhistischen Becherklang oder in Brahma’s Kalpenschlaf).

Auf Wunsch des Gottes Opolu entstanden die Inseln, Savaii zuerst (dann Upolu), und um dem Lande das Bestehen zu sichern, stieg der Gott dann in die Unterwelt hinab, dem Erderschütterer Tati seinen rechten Arm abzuschlagen, und seitdem hält derselbe Samoa in der linken Hand.

1) Nachtvögel aus der Unterwelt, wie bei der Todesbotschaft von Hunapu und seinem Bruder in Guatemala.

Die enge Vereinigung von Himmel und Erde, wie sie in ursprünglicher Umarmung von Rangi und Papa (Uranos und Gaea) die Schöpfung (bei den Maori) einleitet, steht in der Mythologie Samoa's an der Stelle einer nachträglichen Schöpfungsperiode (im Wechsel der Kalpen), indem erst einem Herabfallen des Himmels zugeschrieben, der dann, von dem am Tinga-langi emporschwellenden Pflanzenwuchs wieder etwas gehoben, durch Tiitii (Tiki entsprechend) wieder an seinen Platz geschoben worden. Und dieser Wohlthäter des Menschengeschlechts war es denn auch, der dem Erdbebengott seinen rechten Arm abdrehte.

Aus dem Himmel sendet Tongaloa seine Tochter Turi als Schnepfe hinab und breitet ihr durch den ins Meer geworfenen Fels einen Ruhepunkt ).

Tangaloa wurde (auf Samoa) als Tangaloa-langi (im Himmel) verehrt, neben Ole Sa (Misswachs verursachend), Mafuike (der Erdbeben), Merua (des Blitzes), Fuana (des Regens), Tinitini (der Wirbelwinde), wie ferner die Kriegsgötter Tamafaiga , Siuleo und Orafanua (in Samoa) verehrt. Von den Göttern Mesua (Merua), Faana, Tinitini, Samamau kommt Blitz, Regen, Wind u. S. W. Der Gott Salefu stützt die Erde. In den Bach bei Safala, wo der Aitu (als Eidechse) 2) wohnt, werden Opfer geworfen. Der bei Apolima als Riese Dal verehrte Dämon stürzt Canoe um (wie bei Cariben). Dem Aitua (Geist) des Königs wird geopfert.

Die Aitu, als Aitu fele (Hausgötter), erscheinen (auf Samoa) in verschiedener Gestalt (als Aal, Hai, Eidechse u. s. w.), und werden dann von ihrem Schützling 3) nicht gegessen (weil sonst dasselbe Ding im Innern wächst), wohl aber von Andern (s. Turner).

1) Nachdem Yale (der Rabe) den Wassern (um einen Ruhepunkt zu finden) sich zurückzuziehen befohlen, bildete er, als beim Hervortreten der Sonne (aus ihrem Versteckplatz) das Auftrocknen begann, im Halbflüssigen (des Schlammes) den Lachs (und dann die anderen Thiere) bei den Clingat (s. Macfie). Die Regelung der Jahreszeiten nach der Vierheit sagte allen Geschöpfer zu, ausser dem Racoon, dem deshalb (von Yale) eine seiner Zehen abgerissen wurde (zum Zeichen). Indem dann mit Anzug des Winters Vorrathshäuser (für die getrockneten Fische) nöthig wurden, schuf (zum Bau derselben) Yale die Menschen aus einem Regenschauer). Da die aus dem Lachsgeschlecht gewählte Frau (wegen Zwistes) in das Meer gesprungen, vermählte sich Yale mit der Tochter der Sonne, und als der daraus geborne Sohn den Sonnenwagen der Erde zu nahe gebracht, wurden die Vulcane entzündet (in Mount Baker).

2) Simrock leitet Eidechse von Hagedisse (Hexe). In Sicilien gelten die Eidechsen als Fürsprecher bei Gott (s. Gubernatis). Im Sarcophag von Cumae verschloss die Eidechse die Seelenhülle. Der Indianer operirt mit dem Eidechsenfell. Am Rücken des Propheten in Olympia kriecht eine Eidechse aufwärts.

3) Die Stammesabtheilungen (auf Mota oder Banks - Insel) werden durch das heilige Thier (Tamaniu oder Gleichheit) verbunden. In Yucatau wurde das in unbetretener Wildniss ausgesetzte Kind nach demjenigen Thiere genannt, dessen Fusstapfen beim Zurückkommen bemerkt wurden (s. Oxmelin). Die Neger Numidiens verehrten Affen in den Pithecusen) zu Eumachus' Zeit (s. Diodor). His medicineanimal is the first animal, bird or reptile he dreams (der Jüngling am Fraser River), and having dreamt of it, he immediately kills one, and it becomes his medicine for ever (s. Mayne).

Seinem Vater Talanga oder Talago, der (um sein Feld in der Unterwelt zu bebauen) mit Zaubersprüchen den Fels öffnete, folgend, ging Titii dem Rauch des Opfers nach und drehte (als Strickverfertiger) den Arm Mafui's ab (so dass Erdbeben die Inseln nicht mehr zerstören können) und erwarb von diesem Erdbebengott das Feuer (während die Speisen vorher roh 1) gegessen wurden).

Tati hält Samoa in der linken Hand, da ihm im Kampfe mit Opolu (der seinen Freund rauben wollte), wie die Beine, so der rechte Arm abgeschlagen wurde (s. Walpole). Gott Moso bewohnt die Höhle von Sanga, um deren Eingang eine Mauer errichtet ist (auf Upolu), seine Feinde, als Ungeheuer, fressend.

Gott Fee (der Tiefe), mit den unterirdischen Felsen kämpfend, wird von diesen besiegt, sie erliegen den Hochfelsen, und dann folgen nacheinander die Flachfelsen, die Bodenfelsen, die Erde, die Steine, die Schmalgräser, die Krautgräser, die Dickgräser, die Büsche, die Bäume, die Schlingwinde bis zu den Körpern der Menschen (in Samoa).

Beim Kampf der Vögel und Fische siegten jene und essen seitdem diese (auf Samoa). Die Steine 2) galten als Versteinerungen der beim Ablauf der Fluth zurückgebliebenen Fische. Als der Gott Le-Fee am Strom Sigago (bei Apia) sein Steinhaus baute, wurde er durch die Ankunft eines fremden Gottes, der ihn besiegte, darin gestört, doch sind die Pfeiler übrig, als Le Fale o Le Fee (Fee's Haus). Als Raho mit seiner Frau Iva über das Meer von Samoa nach Rotumah gewandelt, streute er aus seinem Korb die mitgebrachte Erde umher, die Inseln bildend (wie ähnlich in Yoruba).

Frau Sina, mit Kind und Klopfstock, wurde durch den an ihr für eine Brodfrucht angesehenen (oder ausgedeuteten) Mond 3) aufgenommen (in Samoa). Als Punifanga auf einem Baum in den Mond stieg, fand er den auf dem Rauch vorangeeilten Tafaliu bereits dort. Durch Anblick der aufgehenden Sonne geschwängert 4), gebar Mangamangai das Sonnenkind, das, einen Baum erkletternd, seinen Vater an der Schlinge festhielt, damit er langsamer 1) gehe, bis seine Mutter Wäsche getrocknet (zugleich als Lösegeld um Brautgeschenke bittend). Die Sonne senkt sich in die See beim Untergehen. Die Regensteine wurden ins Feuer gelegt, bei zuviel Regen, oder, in Dürre, benetzt. In den Neu-Hebriden sind platte Steine den Flüssen heilig, um Stürme zu besänftigen, Regen zu zeugen oder aufzuhalten, Schweine fruchtbar zu machen u. s. w. In Neu-Guinea werden halbgeformte Steine 2) zur Weihe der Pflanzen verwandt.

1) Feuerlose Opfer (iepà arvea), wie von Danaus und Lindus eingeführt, waren die ältesten (s. Heffter), auch von Porphyrius dafür erklärt (und mit Darbringung von Erstlingen verbunden).

2) Die Ophiten schrieben auch den Steinen Seelen zu (nach Hippolyt). Ausser aus Stein wurden die Cimi (auf Hayti) auch aus getrockneten Leichen (für die Verwandten) gefertigt, sowie aus Kräutern, und andere sind dreizackig, qui font naître la yuca (s. Pane).

3) Im Sabäismus des Yemen steht (neben Schams oder Sonne) Sia, als Mondgott.

4) Die Göttin des Mais, durch einen Regentropfen geschwängert, gebar den Vorfahren der Pimas. Die Tochter des Gottes Sangarius wurde durch die im Busen verborgene Mandel durch Agistis mit Attes geschwängert. Die Frau Mayaguil (mit 400 Brüsten) wurde wegen ihrer Fruchtbarkeit von den Göttern in die Maguey verwandelt. L'Annonciation prend la forme d'une battue, où le Fils de Dieu, sous l'emblème de la licorne, se jette dans le sein de la Vierge par excellence (s. Cahier). 1) Nach Erdentagen zehnmonatlicher Länge (in Folge der früher langsameren Bewegung der Sonne) lässt Empedocles Tage von siebenmonatlicher Länge folgen (und dann mit zunehmender Schnelligkeit der Bewegung unter entsprechender Abnahme).

Ein Komet zeigt Sturmwinde an, Regenbogen Krieg (auf Samoa). Cometen und Eklipsen bedeuten den Tod von Häuptlingen. Das Quieken der Ratten galt für ungünstig. Durch den Blitz gespaltene Bäume sind vom Donner getroffen (als Zeichen). Neben den Schutzgöttern der Familie wurden Sonne, Mond und Regenbogen verehrt (s. Heath). Der im Streit der Vögel mit den Fischen auf das Land verfolgte Aal ändert sich dort (durch die verschiedene Umgebung) in eine Schlange (auf Samoa). Serpens serpentem comedens fit draco.

Zu den Stadtgöttern, denen durch die Priester die Neugeborenen (im Fale-tell oder Versammlungshaus) geweiht wurden, gehörten (in Samoa) der Himmelsgott (Aitu-o-le-Lagi), der Unterweltsgott (TuiPolotu), dann Le Vae-vave (der Schnellfüssige) und andere Götter, welche, ihren Priestern als (heilige) Vögel (deren Tod betrauert wurde) erscheinend, Feste oder Kriege (nach den Offenbarungen) bestimmten. Für den Dienst des Dorfgottes in Fale-tele (Fall-tell), als dem zum Versammlungshaus benutzten Tempel, war das Amt in (priesterlichen) Familien erblich. Wie in Vögeln manifestirten sich Localgötter auch in Fischen, im Regenbogen, in Meteoren u. 8. w., besonders um auf einem Feldzuge Vorzeichen zu geben. Auf dem Liilii genannten Platz wurden Opfer vor dem Altare niedergelegt. Im Tempel fanden sich Muscheln, Becher, Steine u. s. w. aufgehängt, als Symbole des Gottes. Die nationalen Götter (auf und unter der Erde, im Himmel und in der See) waren ursprüngliche (als Schöpfer u. s. w.) oder (wie die Götter des Feuers, des Fischens, des Donners, der Zimmerleute, der Pflanzen u. 8. w.) vergötterte 3) Ahnen.

3 Die Inselschweden legen bei Aussaat des Korns einen Donnerkeil in das Gefäss, woraus sie streuen (s. Mannhardt). Bei dem Säefest der Tapua fiel Brod in den Federschmuck des Leiters.

3) Aus der »turba minutorum deorum« oder »turba, quasi plebejorum deorum« (s. Aug.), als dii certi (bei Varro) wurden die dii selecti gewählt, als Numa »deos per familias descripsit« (s. Lactantius). Der Schwur bei den Thieren (s. Sosicrates) fand sich als Eid des Rhadamantbys (während später bei den Göttern geschworen

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