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Vorwort.

Durch genau ausgeführte Dispositionen und möglichst vollständiges Material soll sich das vorliegende Buch von vielen ähnlichen Titels unterscheiden. Auf S. 45 u. fde. habe ich mich darüber bestimmter ausgesprochen; auch dargelegt, in welchem Verhältnis diese Auffäße und Dispositionen“ zu der vorausgehenden Abhandlung stehen, und angegeben, welchen Gebrauch auch diejenigen Kollegen, welche dem Grundgedanken dieser Abhandlung nicht zustimmen, von meinen Auffäßen machen können.

Die zweite Absicht, welche ich mit denselben verbinden wollte, habe ich auf dem Titel nicht angegeben: fie sollen zugleich der mündlichen Erklärung der deutschen Litteraturwerke dienen und dem Lehrer ein Hilfsmittel darbieten, in den so reichen, tiefen Inhalt derselben die Schüler so genau als möglich einzuführen. Ferner darf ich wohl hoffen, daß meine Auseinanderseßungen auch zu dem bessern Verständnis dieser Werke selbst beitragen werden. Daß ich die in der Schule zu lesenden Schriften nicht alle behandelt habe, wird jeder gleich sehen. Wenn es freilich auch jezt noch, wie die Programme zeigen, eine Anzahl höherer Anstalten giebt, in deren obersten Klassen nicht einmal die in diesem Buche besprochenen Werke gelesen werden, so möchte hier ein Hinweis auf ein anderes Land, dem gegenüber wir uns so gern den Vorzug geben möchten, wohl am Plaze sein, und damit zugleich die Mahnung, daß wir dafür sorgen sollten, daß die Schüler höherer Lehranstalten in Frankreich die deutschen in Kenntnis deutscher Litteratur nicht übertreffen. Ich nenne unten die Werke Leffings, Schillers und Goethes, die nach einem Erlaß des Unterrichtsministers-im Journal officiell“ auf den französischen Lyceeen, in deutscher Sprache natürlich, gelesen werden.*) Auch die im ganzen verständige Verteilung dieser

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*) In der 4. Klaffe Lessings Fabeln und Minna von Barnhelm; in der 3. Klasse Goethes Champagne in Frankreich, Schillers Wilhelm Tell und Maria Stuart; in der 2. Klasse Goethes Göz v. Berlichingen, italienische Reise und Hermann und Dorothea, Schillers Wallenstein, lhrische Gedichte und Geschichte des Abfalls der Niederlande; in der 1. Klaffe, der classe de rhetorique Lessings Hamburgische Dramaturgie, Goethes Tasso, Iphigenie und lyrische Gedichte, Schillers Braut von Messina und Geschichte des 30 jährigen Krieges; in der classe de philosophie Auszüge aus dem ersten Teile von Goethes Faust, aus Lessings Laokoon und aus dem Briefwechsel zwischen Schiller u. Goethe, sowie Schillers ästhetische Auffäße. — (Außerdem Werke von Herder (Ideeen zur Philosophie 2c.), Hauff, Auerbach, Chamisso, Niebuhr, Krummacher, Grimm (Märchen), Musäus, sogar Benedir und Kozebue.) Am meisten möchte man sich wundern, daß Leff. Hamb. Dramaturgie in diesen Kanon mit aufgenommen ist, daß dagegen Schillers Jungfrau v. Örleans fehlt.

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Werke auf die einzelnen Klassen könnte mancher deutschen Anstalt zum Vorbilde dienen. (Vgl. S. 2 dieses Buches.)

Noch bemerke ich: mein Buch ist für die Schule bestimmt, aber nicht für die Schüler. Der Lehrer aber möge mir Nach sicht zu theil werden lassen für die vielen Anmerkungen, die ich anzubringen mich nicht habe enthalten können. Vielfach sind es Citate; wie wenige haben das Buch, aus dem eine Stelle citiert wird, gleich bei der Hand! Und doch ist diese Stelle oft genug für die Sache von Wichtigkeit.

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Ich habe die neue Orthographie in diesem Buche angewandt, weil ich sie für einen bedeutenden Fortschritt halte und die Überzeugung habe, daß sie in einigen Jahren über ganz Deutschland verbreitet sein wird. Wer an der Nüßlichkeit und Zeitgemäßheit dieser so sorgfältig vorbereiteten Maßregel bisher noch gezweifelt haben sollte, dem wird doch wohl jezt der „Kommentar“ von Wilmanns diese Zweifel völlig beseitigt haben. Nun aber war es in diesem Buche nicht gut anders möglich als die neue Orthographie auch in den citierten Stellen unserer Klassiker anzuwenden. Da ich fast auf jeder Seite diese Stellen in einer Weise angeführt habe, daß es oft kaum zu unterscheiden ist, wo die Worte des citierten Schriftstellers aufhören und die meinigen anfangen, so wäre es wenig angemessen gewesen, bald die alte, bald die neue Orthographie zum Vorschein zu bringen.

Landsberg a. W., Oktober 1880.

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Berichtigungen.

S. 4 Anmerk. 3. 4 vorziehen statt den Vorzug geben. S. 53. 13 noch statt nach. S. 9 3. 9 Schüler st. Schülern. S. 55 3. 11 ist das Komma zu streichen. S. 63 3. 29 am Ende, ist ein Semikolon zu setzen; ebenso S. 139 3. 7. — S. 169 3. 21 fehlt ein Komma hinter lette. S. 171 3. 4 ist anderes zu streichen. S. 183 3. 35 fehlt sich nach selbst.- S. 185 3. 13 wallen st. wollen. S. 188 3. 37 ist hinter an ein Komma zu setzen.

S. 197 Anmerk. 3. 3 diese Stelle st. sie. S. 205 u. 206 ist Teil 1 u. 2 zu vertauschen. . 205 3. 18 der st. dem. S. 212 3. 13 verhallen st. verhalten. S. 216 3. 4 den st. der. S. 222 3. 6 fehlt Komma vor die. S. 226 3. 23 ist zu lesen: so wollte es der Dichter - das äußere Zeichen. S. 246 S. 234 3. 23 hinter Ausbreitung fehlt und Folgen. Anmerk. 3. 8. II. S. 31 statt S. 311. 6. 255 3. 17 fehlt hinter Abt ein Komma. S. 267 3. 15 steht der letzte Satz an unrichtiger Stelle. - S. 271 3. 36. 37 in ihm st. an ihn. - S. 274 3. 5 v. u.: möchten. S. 290 3. 30 den st. dem. S. 294 3. 13 ist zu

S. 275

3. 15 v. u.: Dichters.

zu streichen.

S. 297 3. 17 v. u.: Hinauswerfen.

net.

S. 308 3. 21 eröff . 314. 3. 5 letteren st. jenen. - S. 319. 3. 11 v. u.: den st. dem. S. 323 3. 18. v. u.: vorher sagte.

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Inhalt.

I. Einleitung.

1) Die Stellung des deutschen Auffages in den oberen Klassen. 2) Über Auffäße aus der deutschen Litteratur. .

II. Aufsätze und Dispositionen.

A. Leffing.

1) Bedeutung und Inhalt von Lessings Litteraturbriefen.
a) Die negative Richtung der Lessingschen Kritik in den Litteratur-
briefen. S. 53-59. b) in Bezug auf die Dichtkunst. S. 57-59
c) In welche Bahnen will L. durch die Litt. die deutsche Litt. hinein-
bringen? S. 59-65. d) Wie urteilt 2. in den Litt. über Klopstock und
Wieland? S. 53. 54. 57. 61. e) Wie will 2. auf den deutschen Stil
einwirken ? S. 53. 54. u. s. w. f) Welche Bemerkungen über die
Litteratur hat L. in seinen späteren Werken weiter ausgeführt und
in welcher Weise? S. 63. 64. 65.

2) Disposition und Inhalt von Lessings Laokoon.

a) Weshalb ließen die Künstler den Laokoon nicht schreien? S. 67.
b) Vergleich der beiden Darstellungen des Laokoon. S. 69. 70. c) Be=
weis, daß jeder Künstler in seiner Art das Höchste erreicht hat. S. 67
u. fde. d) Wie beweist 2., daß der Sag falsch sei, „eine gute poetische
Schilderung müsse auch ein gutes Gemälde geben"? S. 70 u. fde.
e) Wie macht L. es wahrscheinlich, daß die Bildhauer dem Dichter
nachgeahmt haben? S. 69. f) Wie kommt es, daß Sophokles' Phi-
loftet trok des Schreiens Mitleid erregt und an Achtung nicht verliert?
S. 68. g) Wie widerlegt L. Spence, und welches Resultat zieht er
daraus? S. 71. h) Wie widerlegt 2. Caylus, und welches Resultat
zieht er daraus? S. 72. 73. i) In welcher Absicht und mit welchen
Resultaten hat 2. die Bücher von Spence und von Caylus einer Kritik
unterworfen? S. 71–73. k) Wie unterscheidet sich die Poesie von
den bildenden Künsten in Bezug auf die Darstellung der Körper im
allgemeinen. S. 73–75. 1) in Bezug auf schöne Körper? S. 75.
m)... in Bezug auf häßliche Körper? S. 77. n) Die beiden legten
Themata vereinigt. S. 73-77.

3) Welche Grundsäße über die Poesie stellt Lessing im 2. auf,
und wie beweist er dieselben? (oder: Wie malt Homer?)
4) Finden die in Lessings Laokoon aufgestellten Grundsäße
in Goethes Hermann und Dorothea ihre Bestätigung?
a) Finden die im 2. Laokoon aufgestellten Grundsäße in Goethes
H. u. D. Gesang 1-3 (oder G. 4-6, oder G. 7-9) ihre Bestä-
tigung? b) In welcher Weise macht uns G. in H. u. D. mit der
Lage der Stadt und ihrer Umgebung bekannt? S. 85–93. c) Von

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