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v 3.

VÖLKERSTÄMME .

AM

BRAHMAPUTRA

UND

VERWANDTSCHAFTLICHE NACHBARN.

REISE-ERGEBNISSE UND STUDIEN

VON

A. BASTIAN.

MIT 2 TAFELN.

BERLIN

FERD. DÜMMLERS VERLAGSBUCHHANDLUNG

HARRWITZ UND GOSSMANN

1883.

H.D. hc. B 296 v4.

trausforned from Muncum Acomartie 24

Hier 6-123002

Vorwort.

Dass Induction und Deduction sich gegenseitig zu ergänzen haben, liegt in dem Sachverhalt gegeben. Mit der Deduction mussten alle Denkoperationen beginnen, die Induction kam mit dem in den Naturwissenschaften angesammelten Vergleichungsmaterial zur Geltung, und dann auf dem fortschreitenden Siegeszuge derselben schliesslich auch die Psychologie in Frage, ob für sie etwa gleichfalls das in der Ethnologie angesammelte Material eine inductive Behandlung ermöglichen möchte? Weil in verwandten Kreisen zuerst von der Prähistorie verwandt, könnte diese Methode insofern als prähistorische bezeichnet werden, und es mag nun versucht werden, mit prähistorischer Methode auf classischem Boden zu bauen, d. h. neben dem auf demselben bereits stolz prangenden, und mit den Früchten tiefernster Gelehrsamkeit gestalteten Gebäude der Deduction ein zweites der Induction zu errichten, bescheiden und unscheinbar, aber dennoch vielleicht hier und da gesicherte Stützen in dem Fundamente jenes, die höchsten Geistesschöpfungen anstrebenden, Wissenstempel hinzufügend. Der Bau selbst muss beide Male ein getrennter bleiben, weil von entgegengesetzten Prinzipien ausgehend, die in jedem Falle dem gegebenen Risse zu folgen haben, und deshalb nicht ineinander gewirrt werden dürften. Nach der Vollendung dagegen wird nicht etwa das Eine durch das Andere zu ersetzen, wird keins überflüssig sein, sondern sich aus gegenseitiger Vergleichung beider vielmehr das dritte des Abschlusses ergeben.

Als Beispiel möge z. B. das griechische Priesterthum dienen, das trotz so man nigfach umfassender und gründlicher Arbeiten darüber, noch immer im schwankenden Spiel der Ansichten durch die Literatur dabintreibt, wo aber, wie Martha bemerkt, noch eine Methode übrigbleibt, qui consisterait à examiner séparément chaque culte locale“.

Die kleinen Differenzen, welche hier hervortreten, erscheinen nebensächlich, wenn man in einem allgemeinen Bilde des Ganzen bereits das Wesentliche erfasst zu haben meint, sie bilden aber gewissermassen die Hauptsache, wenn es sich um den Ansatzpunkte für inductive Forschung handelt, die gerade aus minutiöser Verschärfung localer Variationen ihre aufklärendsten Folgerungen, auf verschiedene ihrer naturwissenschaftlichen Gebiete bereits gezogen, und so auch der Geschichtsforschung solche Hülfe anzubieten vermag. Es käme also zunächst darauf an, in erschöpfenden Serien alle die Götterlaunen 1) aufzuzählen, in Verschiedenheit der Opferthiere (nach Farbe, Art, Geschlecht u. s. w.), der Priester, ob Männer oder Frauen, ob verheirathet oder ehelos, und je nach den Altersstufen (Knabe, Jüngling, Greis), ob erblich oder erlost, ob Freie oder Sklave oder Fremder vielleicht, dann der Constructionsweisen der Capellen und Altäre, mit all der Mannigfaltigkeit, die sich bei Pausanias und sonst aus den Cultushandlungen selbst ergeben.

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