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Lobes; anderntheils und das ist die sicherste Bürgschaft für seinen unverwelklichen Ruhm spricht es selbst seine Meisterschaft aus, indem es den vielfarbigen und duftigen Blüthenkranz den ungetrübten und empfänglichen Sinnen des Kenners entfaltet. So nennt der Verfasser der biographischen Notizen Lalla Rookh » die Krone von Moore's Dichtungen«.

» Es ist in der That erstaunlich,« sagt ein anderer englischer Beurtheiler, »wie sehr Moore in Indien, Arabien, Persien heimisch scheint, und wie rein und streng asiatisch das ganze Colorit und die Schilderung jenes Gedichtes sich erweist. Er ist völlig durchdrungen von dem Character der Scene, in die er uns versetzt, und doch ist der Umfang seiner Kenntniss minder bewundernswerth, als die Gewandtheit und anscheinende Leichtigkeit, womit er sie von sich giebt in dem Vortrage und Schmucke seines Gedichts. Da ist kein Gleichniss, keine Beschreibung, kein Name, kein geschichtlicher Zug, keine poetische Wendung, welche nicht die genaueste Vertrautheit mit Leben, Character und Kunde des Orients anzeigt. In der That ist über

<< dies orientalische romantische Gedicht das poetische Füllhorn ausgegossen.

Und gerade diesen Reichthum an einzelnen Schönheiten hat man doch hin und wieder Moore zum Vorwurf machen wollen; man sagte, und in gewisser Hinsicht mit Recht, »wir wollen Schönheit, aber keine Schönheiten, das Ganze muss unter der Überladung der kleineren Zierrathe verlieren.« Aber dies können wir nicht füglich unterschreiben, da jene Behauptung, wenn wir so sagen dürfen, anf europäisch-poetischem Standpunkt basirt ist und das Orientalisch-Romantische ein andres Mass mit Recht in Anspruch nehmen darf. Oder will man den Baum des südlichen Himmels nach seinem Bruder, der, in die Zone des Nordens verpflanzt, armselig verkrüppelt eine Nothfrucht hervorquält, etwa meistern wollen? Will man es tadeln, wenn jener, in frischem Lebensgrün strotzend, pranget in Knospen und Blüthen, reifenden und reifen hesperischen goldenen Äpfeln zu gleicher Zeit? So ist mit dieser Dichtung Moore's. Lalla Rookh ist in ihm aufgegangen nnd herausgeblüht mit dem Zauber orientalischer Gluth und Pracht

Ein Werk, welches, wie dieses, bei seiner durchgehends reinen Moral so vielfältig angenehm die Phantasie beschäftigt und bis zum Schlusse in gefälliger Spannung hält, beim Unterricht des Englischen für die Jugend zu gebrauchen, kann, nach

es

den Regeln einer gesunden Pädagogik, nur höchst practisch sein; die phraseologischen Noten *), den Lernenden stets zum richtigen und leichtern Ver

Stellen zu leiten, werden ihren Zweck nicht verfehlen. Auch dem Geübteren wird diese Ausgabe nicht unwillkommen sein, indem er, mit jenem Hülfsmittel, auch ohne Lexicon das Werk leicht lesen kann.

ständniss der

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*) Die mit den Anführungszeichen n u eingeschlossenen Noten

) gehören dem Verfasser an.

LALLA ROOK H,

AN ORIENTAL ROMANCE.

(The figures between parentheses [ ] refer to notes at the end of

the poem; the others refer to notes in the margin. Editor.)

TO SAMUEL ROGERS, ESQ.

This Poem is Dedicated
BY HIS VERY GRATEFUL AND AFFECTIONATE FRIEND,

Thomas Moore.
May 19, 1817.

In the eleventh year of the reign of Aurungzebe, Abdalla, king of the Lesser Bucharia, a lineal descendant 1) from the great Zingis, having abdicated the throne in favour of his son, set out on a pilgrimage to the shrine ) of the Prophet [1]; and, passing into India through the delightful valley of Cashmere, rested for a short time at Delhi on his way. He was entertained by Aurungzebe in a style of magnificent hospitality, worthy alike of the visitor and the host, and was afterwards escorted with the same splendour to Surat, where he embarked for Arabia. During the stay of the royal pilgrim at Delhi, a marriage was agreed upon between the prince, his son, and the youngest daughter of the emperor,

1) ein directer Abkömmling. nach dem Heiligthume (Grabe).

2) unternahm eine Wallfahrt

a

Lalla Rookh 1); – a princess described by the poets

1 a of her time, as more beautiful than Leila [2], Shirine [3], Dewilde [4], or any of those heroines whose names and loves embellish the songs of Persia and Hindostan. It was intended that the nuptials should be celebrated at Cashmere; where the young king, as soon as the cares of empire would permit

, was to meet, for the first time, his lovely bride, and, after a few months' repose in that enchanting valley, conduct her over the snowy hills into Bucharia.

The day of Lalla Roohk's departure from Delhi was as splendid as sunshine and pageantry ?) could make it. The bazaars and baths were all covered with the richest tapestry; hundreds of gilded barges 3) upon the Jumna floated 4) with their banners shining in the water 5), while through the streets groups of beautiful children went strewing 6) the most delicious flowers around, as in that Persian festival called the Scattering of the Roses 7); till every part of the city was as fragrant 8) as if a caravan of musk: 9) from Khoten had passed through it. The Princess, having taken leave of her kind father, who at parting hung a cornelian 10) of Yemen round her neck, on which was inscribed a verse from the Koran, and having sent a considerable present to the Fakirs, who kept up the Perpetual Lamp 11) in her sister's tomb, meekly 12) ascended the palankeen prepared for her; and, while Aurungzebe stood to take a last look 13) from his balcony, the procession moved slowly on the road to Lahore.

Seldom had the Eastern world seen a cavalcade 14) so superb. From the gardens in the suburbs. to the imperial palace, it was one unbroken line of splendour.

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1). „Tulpenwange.« . 2) Pomp; Prunk; Gepränge. 3) Barken, 4) schwammen. 5) sich im Wasser spiegelnd; im Wasser wiederstrahlend. 6) umherstreuten. 3) das Rosenstreuen.

Gul Reasi. " 8) wohlriechend; duftend. 9) Moschuskarawane. 10) Karniol. 11) die ewige (immer brennende) Lampe. 12) holdselig; sittig. 13) um ihr einen letzten Blick zuzuwerfen. 14) Zug; Aufzug.

»

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