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nao » Kampher« erinnert. Ob nun die Chinesen ein persisches Wort gewohnter Weise abgekürzt, oder die Perser einen chinesischen Ausdruck durch einen vorläufig noch sehr dunkelen Zusatz verlängert haben, die Uebereinstimmung ist auffallend, und, wie aus Richthofen's China S. 560 zu entnehmen, könnte die Bezugsquelle für China und das westliche Asien gemeinsam gewesen sein. Schwerlich aber lautet der Name des Gebirges so lang, wie unser Verfasser angiebt (Nau-shi-tar ulan ta-pu-sun shan), sondern entweder türkisch Naushadar Daghý, oder mongolisch Ulan dabusun-un aghola (oola, ola, ula nach neuerer Aussprache), da ulan dabusun » Rotsalz« offenbar der mongolische Ausdruck für Salmiak ist. Das Gebirge soll sich plötzlich zu einem hohen Gipfel erheben und dann über 200 li nach Nordwesten ziehn, um sich dann in zwei Aeste za teilen, deren südlicher nach über 200 li langem westlichen Streichen als Shundoghor-Gebirge") seinen Abschluss finde, während der nördliche sich nach über 1400 li langer nordwestlicher Ausdehnung nach Westen wende und an der Südgrenze von Shayar aufhöre.

3. Die weiter nach Osten zu folgende Kette soll vom Sidzhin-UlanGebirge ausgehen, welches über 1400 li südlich von der Stadt Turfan liege. Ueber 100 li von da nach Nordosten sei das Bayan-Xara-Delimang-paGebirge (bayan bedeutet nach dem Verfasser im Dsungarischen, hätte sagen können: Mongolischen - »reich«, zara »schwarz« ist vielfach vorgekommen, Delimang-pa wird wohl durch das pa, eine Art Bestimmungswort, als tibetisch gekennzeichnet). Weiter nach Osten schliessen sich folgende Gebirge an: Nomtshitu-Ula (nomtshitu bedeutet nach dem Verfasser > Buddha-Lebre-Leute habend« von nom > Buddha-Lehrbuch«, da von dem am Fusse des Gebirges wohnenden Volke viele die gelbe Lebre« angenommen haben“), Bayan-Xara-Shilun, Öndörtü-Shiltü, (öndörtü »hoch«) und Kirsa-Tologhai (»Steinfuchs-Kopf«), welche eine Ausdehnung von über 600 li haben und zum Bayan-Xara-Passe (oder: zu den BayanXara-Pässen) (ling, dabaghan!) gerechnet werden ), auf dem der Altan-Ghool entspringt (altan »Gold« ist eigens mongolisch erklärt, während das I-thungyü-thu einen Aktan-Ghool als Quellfluss des Huang-Ho am Bayan-Xara

er

') Das I-thung-yü-thu hat ein Shundoghor-Gebirge auf 37° N. B. und etwa 28° 184 W. L. von Peking.

2) Gelb ist die Kleidung der Anhänger des Dalai-Lama.

3) Nach dem I-thung-yü-thu: Sidzhing-Ulan-Tologhai etwa 36° 15' N. B., 26° 17' W. L. von Peking, Bayan-Xara-Delimang-pa 36° 13' N. B., 25° 37' W. L. v. P., Namtshitu 36° 34° N. B., 22° 5' W. L. v. P. (der Namtshitu-Ulan-Müren aber schon zwischen SidzhingUlan-Tologhai und Bayan-Xara-Delimang-pa von seiner Quelle aus östlich fliessend nach dem gleichnamigen Gebirge zu), Bayan-Sara-Shan 36° 10' N. B., 21° W. L. v. P. Öndörtü-Shiltü 36° N, B., 20° 41' W. L. v. P. Kirsa-Tologhai 35° 30' N. B., 20° 46' W. L. v. P. Bayan-Xara-Ling 35° 11' N. B, 20° W. L. v. P.

Passe giebt). Zweihundert li westlich vom Bayan-Xara-Delimang-pa zweigt sich nach unserem Verfasser eine nach Nordwesten gerichtete Kette ab, welche 1000 li weit bis zu einer Entfernung von 80 li sich dem Südufer des Lop-Nur nähert. Oestlich von diesem Zweige sei die Wüste Maghai, die einen Umfang von über 2000 li habe und gerade westlich vom Xara-Nur liege, weiter nach Nordosten zur Gbashon (»Bitter«)Wüste und weiter nördlich zur Irzuma-Wüste werde, die sich im Südwesten von Hami befinde. Denn im Nordosten von Xoten sei die grosse Wüste (ta-mo, wie vorher sha-tsi »Sand-Gerölle«) ohne Grenzen. Hier folgt abgekürzt die bekannte Stelle vom Schlusse des Si-yü-ki, worin des Wallfabrers Reise durch diese Wüste und über die öde Stätte des ehemaligen Landes Tuyâra u. s. w. geschildert wird.

Weiter nach Osten wird der Fluss

Der Tarim-Fluss

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genannt. Der Verfasser hilft sich über die traurige Gegend hinweg mit einem Hauche von Dichtung: »Des Flusses Wasser ergiesst sich in ein Weltmeer, nach Osten zu schwinden beide Ufer, in leerer Ferne sieht man weit ausgebreitet einen Schilfsee; der Handelsmann lässt seitwärts liegen, wobin er nicht gelangen kann«. Nachdem der Fluss südlich von Shayar und den Sandbergen (Sha-shan) hergeflossen ist, macht derselbe eine Wendung nach Norden. Dieser Ort heisst Tarim, und Shayar ist von ihm über 200 li in nordwestlicher Richtung entfernt. Nach dem Verfasser bedeutet der Name Tarim im Dsungarischen und Türkischen ein urbares Land und bezieht sich darauf, dass die längs des Ufers lebenden Einwohner vom Ackerbau leben. Findet sich im mongolischen Wörterbuch auch das Wort tarim nicht, so bietet es doch folgende verwandte Ausdrücke dar: tariya Getreide, tariyalang Acker, tariyatshi Landmann, tarizu pflanzen, säen, bebauen, tarimal Anpflanzung (aus tarimal modun gepflanzter Baum, Obstbaum, tarimal dzhimish Gartenobst und der sonstigen Bedeutung der Endung mal zu entnehmen). Im Osttürkischen ist tarimaq bebauen (wofür, nach dem Abushka: zu urteilen, auch tarmak üblich), tarig, tari Hirse, tarim bebautes Land (nach Shaw ein Eigenschaftswort, es heisst in seinem »Vocabulary«: »tarim (adj.) cultivated, that has been cultivated«; trotzdem leitet er den Namen von taram ab, welches die Teilung eines Flusses in viele Arme bedeutet).

Am Nordufer des Flusses stand zur Zeit des Verfassers eine Befestigung aus Erde von mehr als 20 chines. Fuss Höhe, auf der ein Zelt stand, das da gesehen werden konnte, wo der Fluss an seiner Ostseite vorbeifloss. Nach einer nochmaligen Biegung fliesst letzterer wieder nach Osten in einer Breite von über 500 chines. Fuss.

Weiter östlich münde dann der Weikan-Fluss von Norden her.

Der Verfasser verlässt hier den Lauf des Tarim-Flusses und auch seine Nebenflüsse fürerst, um etwas eingehender über die Gebirge zu reden, an denen die letzteren – soweit es die zuletzt besprochene Gegend berührt entspringen.

Vierhundertundfünfundvierzig Li nördlich von Aksu und sechshundertundfünfundfünfzig li südlich von Hwei-Yüan-Thshöng in Ili (Kürä, dem sog. Kuldzha)“) liegt nach unserer Quelle der Musur-Ling (MusurDaban, Muzart)?). Der Name wird hier folgendermassen erklärt: musur sei türkisch für »Eis«, besage aber das Festwerden des Eises; nach dem Ming-Hwa-I-Yi-Yü (einem Werk aus der Zeit der Ming, welches seinen Namen zufolge die chinesische Uebersetzung für ausländische Wörter giebt) 3) soll »Eis« mesun heissen, wofür man auch musu sage. Zieht man die Unvollkommenheiten der chinesischen Umschrift in Betracht, so bieten das Mongolische sowohl als das Türkische ähnliche Wörter dar. Das Nordchinesische hat weder ein weiches s (2), noch die Laute mö und mü; mösön ist im Mongolischen » Eis« und kann auch mösö lauten; auch mölsön kommt vor), muz ist das osttürkische, buz das westtürkische Wort für » Eis«. Ein Name, wie » Eis-Joch«, würde mongolisch etwa Mösötei daban lauten; das -ur in musur, namentlich in der zeitwörtlichen Bedeutung des Festwerdens des Eises, würde im Türkischen ein Zeitwort musmak voraussetzen; beim Namen des Muzart-Flusses (Mu-tsa-la-tö) bedient sich unsere Quelle aber weiterhin, wie auch sonst, des Anlautes ts zur Wiedergabe des weicheren Zischlautes (wie auch das I-thung-yü-thu).

Im 6. Monate des Jahres 1756, als Xodzhis (Mahmud?) sich gefangen gegeben, hätten der Dsungaren-König Dawatshi und der Unterfeldherr Erdenge mit 500 Mann vom Musur-Ling aus einen Zug unternommen, um sich eines Waffenvorrates zu bemächtigen. Auch den Namen

1) Der Ursprung des Namens ist noch in Dunkel gehüllt. Im Mongolischen ist lli „Hirschkalb“; da auch der Fluss so heisst, könnte man hierbei an den ebenfalls von einem Wilde genannten Tekes oder Fluss der „Steinböcke“ denken, den südlichen NebenAuss des Ili (teke ist mongolisch und tekes die Mehrzahl). Auch Guldzha, der türkische Name des östlich belegenen Ning Yüan-Thshöng, bedeutet nach Radloff „Elentier“.

2) Z dem weichen s, s = gleich dem scharfen s. Muz-art ist ,,Eis-Joch“. 3) Das bekannte Werk der Hirth'schen Sammlung in der Berliner Königlichen Bibliothek.

4) Auch ein mongolisches Wort mulur (molor?) „Krystall“ wechselt mit bulur (bolor); der persische Ursprung des Wortes, welches die türkischen Wörterbücher trotz des so echt türkischen Klanges nicht anführen, ist sonach zusammt dem griechischen (von' Beryll Bupuilos?) zweifelhaft. Der Stamm bol bedeutet „werden, sein“; mit bolur könnte also das „Wachsen“ des Krystalles gemeint sein. Nicht ohne Grund heisst also vielleicht die Gegend am Obern Oxus so, wo so viele Edelsteine vorkommen? Die Endung ist im Türkischen sehr gewöhnlich. Bei Shaw bilaor crystal (P. d. i. persisch!), bila mak to whet.

ur

Tsao-Ha-Ling') führe der Pass; wenn es in dem Berichte des Fürsten Tshao Hwei vom Jahre 1759 heisse, dass er bei der Verfolgung der Ölöt vom Baryut-Passe aus den Tsao-Ha-Ling überschritten habe, so sei dieser Pass gemeint. Eine Berg-Kette, welche 300 li weit von Westen komme, sei das Sawabtshi-Gebirge, welches ebenfalls ein Ausläufer des Kakshan-Gebirges sei. Der in der alten Geschichte der Thang erwähnte, zu den Thsung-Ling gehörige Pei-Yüan-Ling, (das »Joch der nördlichen Hochebene«) sei 100 li lang und über 1000 Fuss hoch, von hartem, Stufen bildendem Eise, welches in drei Farben glänze, nämlich hellgrün, weiss wie Bergkrystall und weiss wie der Feldspath von Perlmutterglanz thshö-khü. a) Da die hier folgende Reise nach dem Joche am fünften Tage des ersten Monats im 21. Jabre Kia-khing (1816), also mitten im Winter, stattfand, ist es nicht zu verwundern, dass man viel Schnee vorfand (angeblich ein Schneemeer von 3 bis 4 li Umfang); der Aberglaube hat auch einen Geist-Adler :) hinzugefügt, dessen Schreien einem den Weg aus dem Schnee weisen soll. Von wirklichen Ortsangaben ist hier nur zu verzeichnen, dass man von der Feste Gaktshagharxai“), welche von der zu Ili gehörigen Feste Shadu-Aman (mongolisch »LeiterMündung«) 100 li nach Süden liege und bis zum Abhange 20 li habe. Von Gaktshayaryai also «brach man") im Morgengrauen auf und kam nach

1) Dieses könnte Klaproth’s Dzookha-dabahn sein (s. Humboldt, Asie Centrale II S. 26). Tshooya ist im Mandschu „Heer“. Einen ähnlichen Namen wie das bei Humboldt vorkommende Dungoroma erwähnt Ssewertzoff auf seinem Wege vom Issik Kul nach dem Narin-Thale mehrfach, nämlich Döngereme; freilich ist es da nur als Flussname gebraucht. In der Nähe ist ein Kyzyl-kurum, also ein Seitenstück zu Kara-kurum, ferner ein Tshagir-kurum.

2) Nach Williams eine Art Adular aus Yünnan, von dem die weissen Knöpfe der Beamten des sechsten Ranges gemacht werden.

3) Vielleicht ist der Schneegeier neuerer russischer Forscher gemeint. “) Das I-thung-yü-thu hat Ghaktsaghar-thai, mongolisch-chinesisch meinsame Feste“.

5) Der Verfasser lässt unbestimmt, wer die Reise unternommen habe, und zu welchem Zweck; da jedoch keine Quelle und dabei ein bestimmter Tag angeführt ist, auch nach allen Abschweifungen auf der folgenden Seite fortgefahren wird mit der Beschreibung des Weges, kann man wohl annehmen, dass es sich um den Verfasser selber handelt, der auch nach dem 4. Hefte 1815 in Shatu-Aman war. Uspenski in seiner russischen Bearbeitung des Werkes setzt mùi „wir“ zu dem den Aufbruch bezeichnenden Zeitworte, daneben aber in Klammern „awtor (der Verfasser)“ mit dem Fragezeichen. Die Deutlichkeit wird leider oft in chinesischen Schriftwerken der Kürze und anderen äusseren gewähnten Vorzügen zum Opfer gebracht (zu denen der meist vollständige Mangel an Satzzeichen gehört), Dunkelheit, wo sie eine gelebrte Anspielung mit sich bringt, vielleicht eher gesucht, als gemieden. Für den Fremden, oft auch wohl für den Einheimischen, wird sie besonders durch die unzähligen Namen vermehrt, die durch nichts (namentlich, wo ein Beiname allein statt eines Zunamens mit demselben gebraucht ist) von dep benachbarten Zeichen unterschieden sind. Herrn Uspenski's Bearbeitung findet sich im 6. Jahrgange (1880) der Zapiski Imperatorskago Russkago Geografičeskago Obszczestwa po otdjeleniju etnografii, in welchem sie unter dem Namen „O basseinje Lob-Nora“, „über das Lob

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zurückgelegten 20 li an den Fuss des Berges, wo man beim Lichte der Morgensonne die Reittiere so hinter einander reihte, dass sie die Windungen grüner Schneckenhäuser nachahmten. Der Wind blies von der Seite, der fliegende Sand schlug in die Gesichter, der Frost drang durcb bis auf die Knochen und benahm den Athem. Beim Bersten des Eises sind jedesmal Spalte von beinah einem (chinesischen) Fusse Breite entstanden. Diese waren mit Pferdegerippen zugestopft, welche eine Brücke bildeten. Bei der Besteigung des Joches ging es über ein Schneemeer von 3 bis 4 li Umfang, durch dessen Mitte ein Pfad gleich einem Faden führte, der nur eben für ein Pferd Raum liess.

Wenn man schlimmen Stössen des Wind-Gottes begegnet wäre, wenn der Schneegott (Shöng-liu) seine Wut ausgelassen hätte und der Geist-Adler nicht geflogen wäre, so hätte man den Weg verloren und ratlos dagesessen», Hier lehrt eine Anmerkung, dass, «wenn man auf dem „Eispasse“ (ping-ling) mit Sturm und Schnee zu kämpfen habe und den Weg verliere, wenn dann ein Geist-Adler fliege und kreische, man sich dadurch rette, dass man den Weg in der Richtung des Schreies suche. Hier unterbricht der Verfasser den Bericht von dieser Besteigung des Passes, um Stellen aus Werken der Zeit der Thang auf letzteren zu beziehen. Auch Regel erkannte im August des Jahres 1877 den Weg an den Gerippen der gefallenen Tiere. Unter diesen will er auch Kamele erkannt haben, was einigermassen für die Zugänglichkeit des Passes spricht, zumal da nach Poltarazki (s. Izwjestija 1869, S. 180) die Kirgisen den Pass von Tshong-Kapkak, welcher nach Utsh führen und kürzer sein soll, auch für Kamele, den Muzart nur für Saumrosse und Rinder für zugänglich erklärten. Dass Regel bei 20° Celsius (s. Petermann's Mitteilungen, 1879) statt des «Schneemeeres» nur ein Gletschermeer fand, kann wohl nicht Wunder nehmen. Auch die Namen stimmen einigermassen, obgleich sie in diesen Gegenden einem ewigen Wechsel unterworfen sind und bei Türken und Mongolen wohl oft sehr verschieden lauten. Nach Humboldt's «Central-Asien» kam der Reisende 10 Werst von der Furt des

Noor-Becken" die Seiten 93–151 der ersten Abteilung einnimmt. Bis ich an obige Stelle gelangt war, hatte ich diese russische Bearbeitung immer vergebens gesucht, auch im 3. Jahrgange, in welchem sie nach mehrfachen Angaben der Zeitschriften der russischen Gesellschaft und der Petermann'schen Mitteilungen sich hätte befinden müssen. Die zweite Abteilung des besagten 6. Jahrganges der Zapiski (Abteilung für Völkerkunde) enthält eine ebenfalls vorzugsweise aus chinesischen Quellen geschöpfte Abhandlung des Herrn Uspenski über das Land Küke-Noor oder Thsing-Hai mit Hinzufügung einer kurzen Geschichte der Oirat und Mongolen nach ihrer Vertreibung aus China und im Zusammenbange mit der Geschichte des Küke-Noor. Auf S. 100 der ersten Arbeit äussert U. dieselbe Vermutung wegen des möglichen Zusammenhanges des Ka-bu-ka mit dem „indischen Kaukasus“ der Alten, welche ich S. 291 des 15. Jahrganges (1880) der Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin geäussert hatte.

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