Billeder på siden
PDF
ePub

Querkanal senkrecht steht (Abb. 81 und 82). Der Rand der Blasöffnung zeigt auch hier wieder fast immer den halbrunden Ausschnitt, der aber im Gegensatz zu den Rohrflöten nicht nur an einer Stelle des Randes, sondern an zwei gegenüberliegenden Punkten angebracht ist, so dass der Rand eine sattelförmige Gestalt erbält. Die Ausschvitte sind bald flach, bald tiefer, zuweilen ungleich tief. Besonders tief sind sie bei manchen Bali-Pfeifen, bei denen sie fast rechteckig werden.

Endlich sind noch flötenartige Instrumente von dem Typus der Abb. 83 anzuführen. Sie bestehen aus einer

[ocr errors][graphic][graphic][subsumed][merged small][merged small]

Holzröhre, die mehrere (gewöhnlich 5 oder 6) seitliche Fingerlöcher besitzt und unten in einen trompetenartig erweiterten Schalltrichter endigt. Oben ist auf dem Holzrohr eine Röhre aus Metall (meist Eisen, auch Messing) aufgesteckt, die dicht unter der oberen Oeffnung eine horizontale runde, ebenfalls meist aus Metall (aber auch aus Holz oder Flaschenkürbis) bestehende Scheibe trägt, gegen die beim Blasen die Lippen gepresst werden. Das Mundstück aber wird durch ein zusammengefaltetes Blattstückchen oder einen Abschnitt eines Grasbalms gebildet.

b) Instrumente mit seitlichem Blasloch. Hierher gehören zunächst Querflöten aus Robr (Abb. 84). Das Ende, neben welchem sich die Blasöffnung befindet, ist stets geschlossen, das andere Ende in den meisten Fällen offen. Die Zahl der Finger

[ocr errors]

löcher, die an derselben Seite wie die Blasöffnung, aber am andern Ende der Flöte angebracht sind, beträgt 2-6; auch hier ist die Zahl 4 am häufigsten vertreten. Das Blasloch unterscheidet sich von den anderen Oeffnungen gewöhnlich durch bedeutendere Grösse.

Aehnlich den Querflöten aus Rohr sind die aus einem Raphiastengel verfertigten Weiberflöten der Yaunde und ihrer Nachbarn; sie haben nur ein seitliches Loch (Abb. 85). ")

Auch Instrumente aus Flaschenkürbis kommen vor; drei verschiedene Formen stellen die Abbildungen 86-88 dar. Abh. 88 besteht aus einem leicht gebogenen, überall gleich weiten Rohr aus dem Halse eines Kürbis; das Blasloch befindet sich in der Mitte der concaven Seite, die Oeffnungen an den beiden Enden sind durch eingesetzte durchlochte Pfropfen verkleinert. Abb. 86 ist trompetenförmig gestaltet und ebenfalls an beiden Enden offen; Abb. 87 bat ausser dem an der stärksten Anschwellung gelegenen Blasloch noch zwei Oeffnungen.

Die Hauptmasse in dieser Abtheilung bilden die Blashörner aus Horn, Elfenbein und Holz.

Zu den ersteren finden hauptsächlich die Hörner der verschiedenen Antilopenarten Verwendung, weit seltener sind Rinder- und Ziegenhörner. Die Blasöffnung ist ein Loch nahe dem spitzen Ende des Horns, bald auf der concaven, bald

Abb. 85. Flöte

aus einem Raphiablattstiel, Yaunde. (III C 4894.) Mit

Längs- und Querschnitt. 18 d. w. Gr.

Abb. 86. Blasinstrument aus Flaschenkürbis. Niam-Niam.

(III Ab 954.) 4/6

Abb. 87. Blasinstrument aus Flaschenkürbis.

Namba (Nord-Togo). (III C 11773.) '/6.

Abb, 88. Flöte aus Kürbisschale. Ussukuma. (III E 5581). M. Längsschn. / u./, d. w. Gr.

auf der convexen Seite gelegen. Dieses ist entweder das einzige Loch

dann kann der Ton nur dadurch modifizirt werden, dass der Bläser die grosse untere Oeffnung des Hornes mit einer Hand mehr

1) Vgl. die Abbildung eines die Flöte spielenden Yaunde.Mädchens bei Morgen, Durch Kamerun von Süd nach Nord. Leipzig 1893. S. 40.

b

[ocr errors]

oder weniger zudeckt 1)

oder es ist noch ein zweites Loch am dünnen Ende vorhanden, das durch Ab

a schneiden der Spitze hergestellt wird. Man kann manchmal im Zweifel sein (pamentlich bei kleinen Instrumenten), ob die Endöffnung oder das seitliche Loch zum Anblasen bestimmt ist; bei einem zur Sammlung Flegel gehörenden kleinen Horn findet sich die Angabe des Sammlers, dass

с dasselbe am weiten Ende angeblasen werde, während das scheinbare Mundloch mit dem Finger geschlossen wird. Meistens wird sich der Zweifel durch Untersuchung der Endöffnung heben lassen, deren Rand, wenn sie als

d. Blasloch dienen soll, gewöhnlich den charakteristischen Ausschnitt

Ausschnitt zeigt (vgl. Abb. 64), während er sich im andern Falle unbearbeitet zeigt.

e Im übrigen unterscheiden sich diese Blasinstrumente von einander nur durch die Gestalt der Hörner der verschiedenen Antilopenarten, die hierzu Verwendung finden. Die Arbeit des Verfertigers beschränkt sich

f eben meistens auf das Einschneiden der Mundöffnung und eventuell das Abschneiden der Spitze; im übrigen bleibt die Gestalt und Beschaffenheit des Hornes unverändert. weilen sind die Hörner blank polirt

g (Uganda), mit bunt gefärbtem Leder überzogen und mit Lederfransen behängt (Sudan) oder mit langhaarigem Fell verziert (Ussoga). Daher habe

i -) So sieht man auch auf den Bronzebildwerken von Benin die Hornbläser dar- Kongo (11° C 3313); b) Bakutu (III C 3993;

Abb. 89. Acht Elfenbeinhörner. a) Mittlerer gestellt, wie sie mit der rechten Hand das c) Bassonge (111 C 1807); d) kassai-Gebiet (III

C3153); e) Wute (III C 5155 g); f) Niam-Niam Horn an den Mund halten, wäbrend die Linke (III Ab 838); g) Aruwimi (Il C 2042); h Quer

schnitt von 8: i) Ussukuma (III E 4458). die Schallöffnung bedeckt.

Alles , d. w. Gr.

Nur zu

ich von Abbildungen von Antilopen-Blashörnern, die ja mebr zoologisches als ethnographisches Interesse hätten, ganz abgesehen.

Die Grösse der Hörner schwankt ausserordentlich; zwischen kleinen Instrumenten von etwa 20 cm Länge bis zu den Riesentrompeten aus dem Horn des Kudu (ca. 90 cm lg.) sind alle Maasse vertreten.

In ganz analoger Weise wie die Antilopenhörner werden die Stosszähne des Elefanten zu Blasinstrumenten verarbeitet: ein Blasloch an der convexen oder der concaven Seite, ausserdem böchstens noch ein Loch an der abgeschnittenen Spitze, und alles Wesentliche an dem Instrument ist fertig. Nur dass das bildsamere Material eine freiere und mannigfaltigere Ausgestaltung erlaubt, die sich allerdings abgesehen von gelegentlichen und für das Wesen des Blasinstruments belanglosen Schnitzornamenten, die daher hier unberücksichtigt bleiben -- auf die verschiedene Bildung des Mundlochs beschränken. Abb. 89 zeigt, ohne die Mannigfaltigkeit der vorkommenden Typen zu erschöpfen, eine Auswahl der häufigsten Formen, deren Abweichungen von einander im Wesentlichen nur in der verschiedenartigen Gestaltung der Blasöffnung und ihrer Umrandung bestehen. Wie schon erwähnt, haben auch die Elfenbeinhörner sehr häufig ein Loch an der Spitze - und zwar beiden Exemplaren des Berliner Museums in der Mehrzahl der Fälle

bisweilen aber findet sich statt dessen ein zweites Loch neben der Blasöffnung, so z. B. bei einigen der Riesentrompeten der Niam-Niam, bei einigen Blashörnern aus Adamaua und bei einem Horn der Bali.

Die Dimensionen schwanken im Allgemeinen zwischen denselben Grenzen wie bei den Antilopenhörnern; doch kommen hier gemäss der weit bedeutenderen Grösse der Elefantenstosszähne Exemplare vor, die die grössten Kuduhörner weit übertreffen. Die längsten Elfenbeintrompeten des Berliner Museums, zwei Blashörner der Niam-Niam, messen 150 resp. 178 cm Sehnenlänge.

Nicht selten sind Nachbildungen von Elfenbeinhörnern in Holz, bei denen meistens die Form des Vorbildes ganz genau nachgeahmt ist, auch die natürliche Krümmung des Elefantenzahns (Abb. 90). Andere Holzhörner baben eine

Abb. 91. Blas.
instrument aus
Holz. Ngolo.
(N.W.- Kame.
run). (IIIC8025.)

4 d. w. Gr.

Abb. 90. Kriegshorn aus Holz. Baschilange. (III C 1716.)

1/4 d. w. Gr.

etwas abweichende, gerade Form, wie z. B. das Instrument der Ngolo, Abb. 91. Aehnlich sind die » Manyinyi« der Bongo.-)

Eine weitere Gruppe bilden die zusammengesetzten Blasinstrumente. Sie entstehen dadurch, dass an ein Blasborn aus Elfenbein, Horn, Holz oder Rohr ein Schalltrichter aus einem andern Material angesetzt wird. Es kommen folgende Verbindungen vor: Die bei weitem häufigste ist Elfenbein und Holz, wobei das Mundstück aus ersterem, das verlängernde Schallrohr aus letzterem

[graphic][merged small][merged small][merged small]

Stoff bestehen (Abb. 92, 93, 94; bei dem ersten ist nur die Verbindungsstelle der beiden Theile mit Leder überzogen, bei dem zweiten der ganze

") Abbildungen bei Schweinfurth, Artes Africanae. Taf, VIII, 1 und Junker, Reisen II 107.

« ForrigeFortsæt »