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geschlossenheit in seitlichen Hütten die Unterlippe durchbohrt. Auf den Aleuten wurden die Frauen bei der Menstruation abgesperrt (nach Wenjaminow). Bei den Coroados werden die Erstmenstruirenden in einem aus Baumrinde geformten Behälter abgeschlossen gehalten (s. Burmeister). Bei den Koloschen wird das Mädchen bei erster Menstruation im Käfig mit Gitterfenster gehalten (nach Erman). Bei den Koniagen wird die Menstruirende in einer engen Hütte gebückt aufgeschlossen. Während der Menstruations-Zeit darf die Frau nicht gesehen werden (bei den Nezpercés). Bei den Delawaren wurde den Mädchen bei erster Menstruation der Kopf verhüllt (im Versteck gehalten). Bei den Nayas und anderen der eingeborenen Stämme Indiens findet sich ein besonderes Zimmer im Hause (oder ein besonderes Haus) für die Menstruirenden. Bei den Passés hat die Erstmenstruirende in der Hängematte zu fasten. Bei den Manaos werden die Mädchen bei der Pubertät Prüfungen unterworfen (wie bei Tamayos u. s. w.). Bei den Tecunas werden die Mädchen (bei erster Menstruation) in den Rauch gehängt (s. Bates). Bei den Klamath müssen die Frauen während der Menstruation das Dorf verlassen. Neben den Dörfern der Chewsuren finden sich kleine Hütten zur Aufnahme von Menstruirenden (und nach dem Verlassen der Samrewlo-Hütte wird ein Bad genommen). Bei den Basutos wird das Mädchen (bei der Pubertät) durch Wasserbesprengung lustrirt (nach Casalis). Nach der Entbindung wurden die Frauen im Tempel der Teteionan oder Toci (Mutter der Götter) gereinigt (in Mexico). Bei der Abgeschlossenheit während der Menstruation darf die Frau (der Chippewaier) nur am eigenen Feuer kochen, da die Benutzung desselben durch Andere diese krank machen würde (s. Ploss). Bei den Makalaka werden die Mädchen in der Pubertät tättowirt. In Siam werden bei der ersten Menstruation die Haare geschoren. Zur Pubertätszeit (bei den Abiponen), wurden die Mädchen tättowirt, während man den Knaben Blutentziehungen machte. Bei den Chunchos wird das Mädchen durch die Circumcision unter die Frauen aufgenommen. Bei den Panos wurden die Frauen beschenkt (nach Veigl ). Bei den Quoja wurden Mädchen (bei der Pubertät) durch die Soghwilly genannten Priester beschnitten (nach Dapper). Am Old-Cabar werden die Mädchen (bei der Pubertät) beschnitten (nach Hewan).

14) Der anderswo durchführbare Ausschluss der Menstruirenden in besonderer Hütte, ist bei der Gefährlichkeit des einsamen Waldlebens in Brasilien dort verboten, und die so nur noch in der Hängematte Abtrennbare muss um so härter wieder büssen für ihre Nähe. Mit dem Eintritt in die Pubertät wird der Knabe der Mutter zum Fremdling. Das Mädchen wird in jener Epoche vom Umgang mit den Bewohnern der Hütte abgesondert, es ist in dieser Uebergangszeit unrein, und bringt den Tag in der rauchigen Kuppelspitze der Hütte zu, die Nacht an einem von ihr entzündeten Feuer; sonst würde es von üblen Geschwüren am Halse von einem Kropfe u. s. w. befallen. Nach strengen Fasten darf es herabsteigen und einen im dunkelsten Winkel bereiteten Verschlag beziehen. Am eigenen Feuer kocht es seinen Mehlbrei, während der Absonderung ihre einzige Nahrung. Etwa pach zehn Tagen erscheint der Paje (Piai), das Mädchen und Alles, was mit ihm in Berührung gekommen, durch Anblasen unter Gemurmel zu entzaubern, Töpfe, Trinkschalen, die es gebraucht, werden zertrümmert und vergraben. Nach der Rückkehr aus dem ersten Bade muss es sich während der Nacht auf einen Stuhl oder Stein stellen, wo es von der Mutter mit dünnen Ruthen gegeisselt wird, ohne eine Schmerzensklage ausstossen zu dürfen, welche die Schlafenden in der Hütte aufwecken könnte, ein Ereigniss, das nur Gefahr für ihr künftiges Wohl im Gefolge haben würde. Bei der zweiten Periode der Menstruation dieselbe Geisselung, später nicht mehr. Das Mädchen kann sich nun wieder zeigen, es ist rein und wenn es bereits versprochen sein sollte, so erscheint der Bräutigam am folgenden Tage und führt die junge Frau heim, was bei keinem Stamme vor Eintritt der Mannbarkeit geschieht. Während jenes physischen Processes wird jedes Weib für unrein gehalten, darf sich während desselben nicht baden, noch in den Wald gehen, da es sich den verliebten Angriffen der Schlangen ausgesetzt sehen würde. Die Verheirathung wird durch keine Art religiöser Ceremonien eingeweiht. Sie sind meistens schon in früher Jugend von den Aeltern beschlossen, wo dann der Bräutigam im Hause der Schwiegerältern Dienste leistet. Vor der Ehe hat er auch noch gewisse Proben für seine Mannhaftigkeit abzustatten: ein Stück Feld reinigen, einen Baum umbauen. Sowie

das Eheversprechen der Aeltern, kann auch die Ehe der Gatten getrennt werden Der Mann kann das Weib entlassen, ja sogar verkanten. Der väterliche Oheim darf die Nichte nicht ehelichen. Dagegen ist es erlaubt, sich mit der Tochter seiner Schwester, der Wittwe seines Bruders, seiner Stiefmutter, nach dem Tode des Vaters zu verbinden« (bei den Mundrucus). Bei den Caraiben wird die zuerst Menstruirende, nach blutigen Einschnitten auf dem Rücken (unter Einreibung mit Pfeffer), in der Hängematte aufgebunden (nach Schomburgh). Unter Warrau werden den Mädchen bei der ersten Menstruation die Haare abgeschnitten. Bei den Mauhes findet sich die Sitte, die angehenden Jungfrauen einem anhaltenden Fasten zu unterwerfen, indem sie sie zwingen, 4 Wochen lang bei der magersten Kost von etwas Beiju oder eines kleinen Fisches und Wasser, die im rauchigen Giebel der Hütte aufgehängte Hängematte nicht zu verlassen (s. Martius). Bei den Uaupes werden die Mädchen, unter periodischen Geisselungen, in der Hängematte zum Fasten abgeschlossen.

15) Zeitschrift für Ethnologie II, S. 319.
16) S. deutsche Expedition an der Loango-Küste, Bd. I, S. 44 u. a.

17) Nach Zusammenreihung der mit dem Monatsfluss der Frauen verknüpften Fährlichkeit und Bräuche, fährt Plinius fort: Haec sunt quae retulisse fas sit ac pleraque non nisi honore dicto, reliqua intestabilia infanda, ut festinet oratio ab homine fugere (auf dem Thiere). Ein mit dem Menstrualblut einer Jungfrau beAecktes Hemd macht fest gegen Hieb und Stich, Feuersbrünste stillend (in Bayern).

18) Junger Wein und Essig, eingemachte Früchte und Gemüse, von einer Menstruirenden berührt, stehen ab, auch verwelken die Blumen und verdorren sogar die von einer solchen Person mit der Hand betasteten Planzen, z. B. Heliotropium, Myrtus u. s. w. (s. Lammert). Acescunt superventu musta, sterilescunt tactae fruges, moriuntur insita, exuruntur hortorum germina et fructus arborum, quibus insedere, decidunt, speculorum fulgor aspectu ipso hebetatur, acies ferri praestringitur, eborisque nitor, alvei apium emoriuntur, aes etiam ac ferrum rubigo protinus corripit, odorque dirus, et in rabiem aguntur gustato eo canes atque insanabili veneno morsus inficitur (durch den Monatsfluss). In holsteinischer Milchwirthschaft darf die Butter von keiner Frau bei ihrer Reinigung berührt werden (s. Klausen). In Bordeaux vermeiden die Frauen während ihrer Periode eine Betretung des Weinkellers (und so am Rhein). Est autem notandum quod mulieres antique in quibus menstrua fuunt et quedam in quibus menstrua sunt retenta, si inspiciunt pueros in cunis jacentes intoxicant oculos eorum visu ut dicit Albertus (icelles griesuent plus les enfans les yeuls ouuerts quant ils les regardent que les autres). Dicit Dioscorides, si mulierem menstruosam scienter accesseris totum corpus tuum infectum erit (et tunc est nocivum cum eis coire). Ne quis accedat ad praegnantem vicinam partui vel quae est in fluxu menstrui (1298). Um Raupen auf den Fruchtbäumen zu vertilgen, wurde eine menstruirende Frau im Garten umhergeführt (nach Columella) und so in Nürnberg (XVI. Jahrh.), die Krautpflanzen gegen die Raupen des Papilio Dapaus Brassicae zu scbützen (s. J. Lang). Mulier menstruata intuens speculum, inficit ipsum, quia venenatos radios ex oculo emittit (s. Schott). Während der Menstruation durften Frauen nicht den Tempel betreten, als Unreine (bei den Juden).

19) Solum autem animal menstruale mulier est inde unius utero quas appellarnnt molas. ea est caro informis, inanima, ferri ictum et aciem respuens. movetur sistitque menses, et ut partus alias letalis alias una senescens aliquando alvo citatiore excidens. simile quiddam et viris in ventre gignitur, quod vocant scirron, sicut Oppio Capitoni praetorio viro. sed nihil facile reperiatur mulierum profluvio magis monstrificum. acescunt superventu musta, sterilescunt tactae fruges, moriuntur insita, exuruntur hortorum germina, fructus arborum quibus insidere decidunt, speculornm fulgor adspectu ipso hebetatur, acies ferri perstringitur, eboris nitor, alvi apium emoriuntur, aes etiam ac ferrum robigo protinus conripit odorque dirus, et in rabiem aguntur gustato eo canes atque insanabili veneno morsus inficitur. quin et bituminum sequax alioquin ac lenta natura in lacu Judaeae qui vocatur Asphaltite et certo tempore anni supernatans non quit sibi avelli ad omnem contactum adhaerens praeterquam filo quod tale virus infecerit. etiam formicis, animali minumo, inesse sensum esse forunt, abicique gestatas fruges nec postea repeti et hoc tale tantumque omnibus tricenis diebus malum in muliere exsistit et trimestri spatio

Bastian, Oceanien.

largius, quibusdam vero saepius mense, sicut aliquis nunquam. sed tales non gignunt, quando haec est generando homini materia, germine e maribus coaguli modo hoc in sese glomerante, quod deinde tempore ipso animatur corporaturque. ergo cum gravidis fuxit, invalidi aut non vitales partus eduntur aut saniosi, ut auctor est Nigidius. Idem lac feminae non corrumpi alenti partum, si ex eodem viro rursus conceperit, arbitratur. Incipiente autem hoc statu aut desinente conceptus facillime traduntur. Fecunditatis in feminis praerogativam accepimus iunctis medicamine oculis salivam infici. – Post haec nullus est modus. jam primum abigi grandines turbinesque contra fulgura ipsa mense nudatu. sic averti violentiam caeli, in navigando quidem tempestates etiam sine menstruis. ex ipsis vero mensibus, monstrificis alias, uti suo loco indicavimus, dira et infanda vaticinantur, e quibus dixisse non pudeat, si in defectu lunae solisve congruat vis illa, inremediabilem fieri, non segnius et in silente luna, coitusque tum maribus exitialis esse atque pestiferos. purpuram quoquo eo tempore ab his pollui, tanto vim esse majorem. quocumque autem alio menstruo si nudatae segetem ambiant, urucas ac vermiculos scarabaeosque ac noxia alia decidere. Metrodorus Scepsius in Cappadocia inventum prodit ob multitudinem cantharidum, ire ergo per inedia arva rejectis super clunis vestibus. alibi servatur ut nudis pedibus eant capillo cinctuque dissoluto. cavendum ne id oriente sole faciant, sementim enim arescere, item novellas vitis epis tactu in perpetuum laedi, tum rutam et hederam res medicatissimas ilico mori. Multa diximus de hac violentia, sed praeter illa certum est apis tacta alvariis fugere, lina, cum coquantur, nigrescere, aciem in cultris tonsorum hebetari, aes contactu grave virus odoris accipere et aeruginem, magis si decrescente luna id accidat, equas, si sint gravidae, tactas abortum pati, quin et adspectu omnino, quamvis procul visas. si purgatio illa post virginitatem prima sit aut in virgine aetatis sponte. nam bitumen in Judaea nascens sola hac vi superari filo vestis contactae docuimus. ne igni quidem vincitur quo cuncta, cinisque etiam ille, si quis adspergat lavandis vestibus, purpuras mutat, florem coloribus adimit. ne ipsis quidem feminis malo suo inter se immunibus abortus facit inlitu, aut si omnino praegnas supergradiatur quae Lais et Elephantis inter se contraria prodidere de abortivis, carbone e radice brassicae vel myrti vel tamaricis in eo sanguine exstincto, itemqne asinas tot annis non concipere quot grana hordei contacta ederint, quaeque alia nuncupavere monstrifica aut inter ipsas pugnantia, cum haec fecunditatem fieri iisdem modis quibus sterilitatem illa praenuntiaret, melius est non credere. Bithus Durrachinus hebetata adspectu specula recipere nitorem tradit iisdem aversa rursus contuentibus, omnemque vim talem resolvi, si mullum piscem secum habeant. multi vero inesse etiam remedia tanto malo, podagris inlini, strumas et parotidas, panos, sacros igois, furunculos, epiphoras tractatu mulierum earum leniri, Lais et Salpe canum rabiosorum morsus et tertianas quartanasque febris menstruo in lana arietis nigri argenteo brachiale incluso, Diotimus Thebanus vel omnino vestis ita infectae portiuncula ac vel licio bracchiali inserto. Sotira obstetrix tertianis quartanisque efficacissimum dixit plantas aegris subterlini, multoque efficacius ab ipsa muliere et ignoranti. sic et comitialis excitari. Icatidas medicus quartanas finiri coitu, incipientibus dumtaxat menstruis, spopondit. inter omnis vero convenit, si aqua potusque formidetur a morsu canis, supposita tantum calici lacinia tali, statim metum eum discuti, videlicet praevalente sympathia illa Graecorum, cum rabiem canum ejus sanguinis gustatu iucipere dixerimus. cinere eo jumentorum omnium ulcera sanari certum est addita caminorum farina et ceramaculas autem e veste eas non nisi ejusdem urina ablui. cinerem per se rosaceo mixtum feminarum praecipue capitis dolores sedare inlitum fronti, asperrimamque vim profluvi ejus esse per se annis virginitate soluta. id quoque convenit, quo nihil equidem libentius crediderim, tactis omnino menstruo postibus inritas fieri Magorum artes, generis vanissimi, ut aestimare licet. ponam enim vel modestissimum e promissis eorum ex homine siquidem resegmina unguium e pedibus manibusque cera permixta, ita ut dicatur tertianae, quartanae vel cotidianae febri remedium quaeri, ante solis ortum alienae januae adfigi jubent ad remedia in his morbis, quanta vanitate, si falsum est, quanta vero noxia, si transferunt morbos! innocentiores ex his omnium digitorum resegmina unguium ad cavernas formicarum abici jubent eamque quae prima coeperit trahere conreptam subnecti collo, ita discuti morbum. Haec sunt quae retulisse fas sit ac pleraque non nisi honore dicto, reliqua intestabilia, infanda, ut festinet oratio ab homine fugere. in ceteris claritates animalium aut operum sequemur. Elephanti sanguis, praecipue maris, fluctiones omnis quas rheumatismos vocant sistit. ramentis eboris cum melle Attico, ut ajunt, nubeculae in facie, scobe paronychia tolluntur. proboscidis tactu capitis dolor levatur, efficacius si et sternuat. dextra pars proboscidis cum Lemnia rubrica adalligata impetus libidinum stimulat. sanguis et syntecticis prodest jocurque comitialibus morbis (Plinius) 0. s. w.

20) Das Mädchen (in Oregon) hat zu baden (at her first menstruation), carefully abstaining from all fish and berries, which are in season, and remaining closely in the house during a south-wind. Did she partake of the forbidden food, the fish would leave the streams and the berries drop from the bushes, or did she go out in a south wind, the thunder - bird would come and shake his wings. All thunder-storms, are thus eaused (s. Bancroft). Die Satschechi oder Geburtshütte wird nach der (auf das Bad erfolgten) Rückkehr (ins Dorf) verbrannt (bei den Chewsuren). Am Gila werden die Mädchen bei der ersten Menstruation zum Zauberpriester gebracht, damit das Böse ausgetrieben werde (vor der Feier des Freudenfestes). Wallak ngwandowin (dwelling apart) bei menstruirenden Frauen in WestAustralien). Dan al huesped, que a su casa viene, la mas hermosa (der Ehefrauen) in Cumana (s. Gomara), im Gastrecht (wie am Congo).

21) Obnubit caput operit, unde et nuptiae dictae a capitis opertione (s. Paulus).

22) Mit den Stuffen-Jahren »hat man die so genannten Staffen der Zeichen im Thier-Kreisse verbunden« (s. Kretzschmar). Nach der Sonne (auf Mond, Mercur, Venus folgend) »nimpt Mars unter das manliche Alter 15 Jahre lang, von dem 41. bis zum Ende des 59.« (dann Jupiter und Saturn) in den » Wechssel - Jaren« (nach Ranzow) 1587 (s. Philom.)

23) Wie die Banden bei den Mönitaries, ist die Dorfverfassung der Kru nach Altersklassen geordnet, (und so vielfach). "Eonboi xahoūvtai oi åró TTEVTExaidexa Étāv véoc äzoi tõv číxool (von der non an), und schon die ävnou erhielten gymnastischen Unterricht (s. Herrmann). Der ávýbos (zur ñen oder Mannbarkeit aufwachsend) stand, als Unerwachsener, demonßos gegenüber. Die Mundrucus zerfallen in die Stämme Ipapacate (vermelha), Airicha (branca) und Jasumpaguate (preta), als Varna (indischer Kaste), den Todtenkopf (Pariuá-á) bewahrend (s. Rodrigues).

24) Beim Eintritt der Knaben in das Epheben-Alter wurde dem Herakles geopfert, und das abgeschnittene Haar dem Apollo geweiht. In ihrer Differenz bestimmten die Cassianer die Pubertät nach der Körpererscheinung, die Proculejaner nach dem Alter (s. Ulpian), und ähnlicher Streit zwischen Rabbinern (im Talmud). An den Liberalien (unter Umherführung des Phallus und Ausstellung desselben >compitis«) wurde den Jünglingen die Togalibera oder virilis ertheilt (in Rom). Hebe (als Juventas in Rom) hatte gemeinsame Altäre mit Herakles (in Athen). Juventutis sacra pro juvenibus sunt instituta (Festus). Servius Tullius bestimmte die Niederlegung einer Münze im Tempel der Juventas (Juventus) bei der Bekleidung mit der Toga virilis (in Rom). Beim Uebergang des infantiae proximus zum pubertati proximus (im Mittelalter) »heisst dies sich versinnen« (s. Grimm).

25) Dass der Most sauer wird (acescunt superventu musta), weiss bereits Plinius, und so darf am Rhein eine Menstruirende den Keller, während der Gährung des Weins, ebenso wenig betreten, wie die Milchkammer in Holstein (indem leicht erklärlich die schädliche Einwirkung besonders bei organischen Processen gefürchtet wird). Während der monatlichen Reinigung darf die Frau nichts Gepflanztes berühren, sonst geht es ein in Schlesien). Hortensia omnia accessu mulieris menstru. alii faverunt (s. Plin.). Mit der Menstruation Behaftete müssen sich beim Einmachen von Früchten fern halten (in der Mark). Zum Löschen wirft man ein Hemd mit jungfräulichem Menstrualblut ins Feuer (s. Wolf), im deutschen Volksglauben (auch zum Oeffnen von Schlösser). Mulieres tollunt sanguinem suum menstruum et immiscent cibo (s. Rhabanus), um Liebe zu erregen. Im Spreewald giebt das Mädchen drei Tropfen von ihrer Regel in gestampfte Kartoffeln zu essen, zum Liebeszauber (s. v Schulenburg).

b*

26) Die heilige Casilda (mit Rosen im Schooss) wird gegen Blutfluss angerufen (+ 1126 p. d.). Im Bilderstreit beruft sich Joh. Damascenus auf die Statue Christi zu Paneas (durch das blutflüssige Weib errichtet). Bei Berührung des blutflüssigen Weibes fühlte Jesus, dúvquiv Elgoữoav (zur Heilung). Die heilige Madelbertha (706 p. d.) schützt Schwangere. Die heilige Apollinaris (Tochter des Kaisers Anthemius) schützt die (weiblichen) Pudenda (in Mannstracht). Das Fest der geweihten Kerzen (mit Mariä Reinigung zusammenfallend) übt besonderen Einfluss auf die Witterung (s. Naogeorg.). Wegen der schreckenden Naturereignisse in Mysien, Kaiser Justinian (s. Siegebert) festum Hypantes instituit (als Maria-Reinigung). Bei Mariae Lichtmess (festum purificationis B. M.) wurden die Kerzen angezündet »non quolibet igne, sed qui prius in ecclesia sacerdotali benedictione fuerit consecratus« (St. Bernard).

27) C'est par les menstrues, que la femme est apte à sacrifier toujours sur s'autel de l'amour (s. Weill). Capram tunc deae mactabant (an den Boavooria) honori Dianae (s. Meursius). Bei dem Cult in Mendes oder Thmuis fand öffentliche Begattung des Bock's mit einem Weibe statt (in Aegypten). Für Juno Caprotina wurde das Fest Poplifugia (oder Nonae Capotrinae) begangen. Vejovius (Pfeilertragend) erhielt eine Ziege zum Opfer und Bild einer solchen, juxta simulacrum (s. Gellius). Als (bei Unfruchtbarkeit der Frauen) aus dem Hain der Juno Lucina geboten war: »Italidas matres caper hirtus inito«, durchlief Romulus mit den Fabiern in Faunengestalt (mit dem Junonis amiculum schlagend) die Stadt (am Fest der Lupercalien) für Juno Februalis (oder Februata). Am Tage der Juno Februata (Februalis oder Februlis) mulieres februabantur a lupercis amiculo Junonis, id est pelle caprina (Festus). Zur Zeit Jeroboam's wurden Ziegen im Tempel gehalten (für Fruchtbarkeit der Frauen). Als Ceres (durch Diespiter's Liebesbezeugungen erzürnt) ex continua passione Brimo ut appelletur adsumpist, verfiel bei der allgemeinen Rathlosigkeit (obwohl »adlegatur deorum universus ordo«) der Sohn auf eine List (in den phrygischen Mysterien): arietem nobilem bene grandibus cum testiculis deligit, exsecat hos ipse et lanato exuit ex folliculi tegmine, accedens maerens et summissus ad matrem et tamquam ipse sententia condemnavisset se sua in gremium projicit hos ejus virilitate pignoris visa sumitaninum mitiorem et concepti fetus revocatur ad curam (s. Arnobius), wie Maria (mit dem Einhorn). Als die Titanen, durch Aegäis glänzende Farbe geblendet, ihre Mutter Gäa, sie in die Erde zu verbergen baten, wurde sie nach Kreta gebracht, Amme des (von der Ziege Amalthea genährten) Zeus, und lieferte (unter die Sterne versetzt) die Haut zum Panzer (aus Ziegenfell) im Krieg mit den Titanen für den aiyuóxos (der Aegis). Beim Cult des Mendes (als Bocksgott) trieben die Frauen Unzucht mit Böcken in Aegypten). In Paphos war der Bock der Aphrodite heilig. Die (geilen) Satyre werden mit Bocksfüssen und Hörnern dargestellt. Nach Bernaldes fand sich (in Canaria) vor der Holzstatue einer Frau (im Tempel) »une chèvre disposée à l'accouplement, ayant derrière elle un bouc prêt à la couvrir pour la féconder« (s. Berthelot). In den Almogaren genannten Kapellen (auf Canaria) wurden heilige Ziegen gehalten (nach Galindo). Pani (für die Kumara angerufen) war mit Mauiwharekino vermählt (bei den Maori).

28) Die Menstruationszeit hat die Frau (bei den Parsen) in der Absonderung (Armischt) des Daschtan-satan genannten Orts zu verbringen, während für sie gebetet wird, zur Vertreibung der Dews Peetiare (s. Kleuker), durch den Geruch des ausgesonderten Blutes angezogen (daran zu haften). Während der Menstruation wird die Frau (bei den Parsi) an einem Ort gehalten, »wo sie mit Menschen, besonders Männer, nicht in Berührung kommt; und weder das Feuer, doch die Sonne ansehen kann« (s. Spiegel). Wenn ein Weib ihres Leibes Blutfluss hat, die soll sieben Tage beiseit gethan werden (nach dem levistischen Gesetz). Nach dem Vetalapanjavimsatika heisst die Frau (während der Menstruation) am ersten Tage Chandala (die Schmutzige), am zweiten Brahma ghatine (weil Brahmanen verunreinigend), am dritten Rajaki (die Badende), am vierten Sudhaha (als rein). Nach jeder res venerea hat sich der Pronus (Condus), ehe den Penus berührend, zu baden (flumine vel perenni aqua). As soon as the woman is delivered of her child she ceases to be bu-ku-ru, but beoames nya and has to be purified (bei: den Tiribi). Das Haus einer Wöchnerin wurde durch Aushängen eines Olivenkranzes oder von

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