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Biographisches über Valerius Maximus. 4, 4, 11 his adquiescere solaciis debemus, qui parvulos census nostros numquam querellis vacuos esse sinimus. quid ergo modicam fortunam quasi praecipuum generis humani malum diurnis atque nocturnis conviciis laceramus; 2, 6, 8 quod illam (consuetudinem) etiam in insula Cea servari animadverti, quo tempore Asiam cum Sex. Pompeio petens Julidem oppidum intravi; 4, 7 ext. 2 quod privatim quoque merito veneror clarissimi ac disertissimi viri promptissimam erga me benivolentiam expertus. Nec metuo ne parum conveniat mihi Pompeium meum instar esse Alexandri, cum illi Hephaestio suus alter fuerit Alexander. a quo omnium commodorum incrementa ultro oblata cepi, per quem tutior adversus casus steti, qui studia nostra ductu et auspiciis suis lucidiora et alacriora reddidit. Itaque pavi invidiam quorundam optimi amici iactura.

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Abfassungszeit der Schrift. 6, 1 prooem. tu (Pudicitia) sanctissimum Juliae genialem torum adsidua statione celebras; 9, 11 ext. 4 qui haec violatis amicitiae foederibus temptavit subvertere, omni cum stirpe sua populi Romani viribus obtritus etiam apud inferos, si tamen illic receptus est, quae meretur supplicia pendit. Diesen bestimmten Angaben gegenüber können die mittelalterlichen Autoren nicht in Betracht kommen. Matthaeus von Westminster (vgl. 2. T.2 1. H. § 328a p. 275) hat die Notiz: anno divinae incarnationis XIX Valerius historiographus Romanorum dicta descripsit et facta; vgl. Elschner, Quaest. Val., Berl. 1864, p. 12; Fr. Rühl, Die Verbreitung des Justinus im Mittelalter, Leipz. 1871, p. 30. Radulfus de Diceto (vgl. 2. T.2 1. H. § 328 a p. 274 Anm. 1) schreibt: Valerius Maximus urbis Romae exterarumque gentium facta simul et dicta memoratu digna scripsit a. incarnati verbi XVIII; vgl. Rühl 1. c. p. 32.

Die Zahl der Bücher. Ueberliefert sind neun Bücher. Allein der Epitomator Julius Paris hatte zehn Bücher vor sich, denn er sagt in der Vorrede: decem Valerii Maximi libros dictorum et factorum memorabilium ad unum volumen epitomae coegi. Auch wird in der Handschrift des Paris ein Traktat de praenominibus als lib. X eingeführt. Da jedoch der Epitomator ausdrücklich nur ein Buch geben will, kann diese Bezeichnung ,lib. X" unmöglich von ihm herrühren. Aber auch der Inhalt spricht nicht dafür, dass in dem Traktat ein verlorenes Buch des Valerius Maximus, das Paris excerpiert hätte, stecke; denn es ist wesentlich anderer Art. Doch alle Zweifel werden beseitigt durch die Subscriptio, welche von einer Epitome des C. Titius Probus spricht. Wenn also der Traktat nichts mit Valerius Maximus und nichts mit Paris zu thun hat, so wäre noch zu fragen 1. wie Paris dazu kam, zehn Bücher statt neun anzugeben; 2. wie die Bezeichnung des Traktats als lib. X entstand. Da Paris nach Ausscheidung der Abhandlung über die Namen, wie sein Auszug zeigt, im wesentlichen denselben Valerius Maximus vor sich hatte, wie wir ihn haben, bleibt nur die Annahme übrig, dass er einen Valerius epitomierte, der statt in neun Bücher in zehn abgeteilt war. Ein solches Exemplar scheint auch Gellius (12, 7, 8) gehabt zu haben, denn unser achtes Buch ist ihm das neunte. Was die Bezeichnung des lib. X anlangt, so ist diese wahrscheinlich so zu erklären: Auch dem Mittelalter konnte der Widerspruch zwischen der Angabe des Paris und der Ueberlieferung des Valerius Maximus, welche nur neun Bücher kannte, nicht entgehen; um diesen Widerspruch auszugleichen, nahm man jenes Stück de praenominibus, das sich zufällig in einer Handschrift des Paris fand, willkürlich als ein zehntes Buch des Valerius an; vgl. über die ganze Frage Traube, Sitzungsber. der Münchner Akad. 1891 p. 387.

Die Epitome des Julius Paris. Der Epitome geht folgender Brief an Licinius Cyriacus voraus: Exemplorum conquisitionem cum scirem esse non minus disputantibus quam declamantibus necessariam, decem Valerii Maximi libros dictorum et factorum memorabilium ad unum volumen epitomae coegi. Quod tibi misi, ut et facilius invenires, si quando quid quaereres, et apta semper materiis exempla subiungeres.

Die Epitome des Januarius Nepotianus. In dem an Victor gerichteten Brief sagt Nepotianus: Impensius quam ceteri adolescentes litteris studes, quo tantum proficis, ut exigas scripta veterum coerceri, mi Victor. Quod iudicium etiam in senibus rarum est, quia recte dicendi scientia in paucis. Igitur de Valerio Maximo mecum sentis opera eius utilia esse, si sint brevia: digna enim cognitione componit, sed colligenda producit Recidam itaque, ut vis, eius redundantia et pleraque transgrediar, nonnulla praetermissa conectam. Sed hoc meum пес nervum antiquorum habebit nec fucum novorum. Et cum integra fere in occulto sint et praeter nos duo profecto nemo epitomata cognoscat, hoc tutius abutor otio tibique pareo. Die Kritik des Nepotianus läuft leicht Gefahr, den Autor statt der Ueberlieferung zu korrigieren; mit Recht sprechen sich für konservative Kritik aus C. F. W. Müller, Fleckeis. Jahrb. 141 (1890) p. 713; Petschenig, Philol. 50 (1891) p. 92; W. Heraeus, Spicil. crit. in Val. Max. (Fleckeis. Jahrb. Supplementbd. 19 (1893) p. 632); M. Ihm, Zu Val. Max. und Jan. Nepot. (Rhein. Mus. 49 (1894) p. 248).

C. Titius Probus und seine Epitome. Die Subscriptio, welche dem Abriss de praenominibus im Vaticanus 4929 s. X beigegeben ist, lautet: C. Titi Probi finit epitoma

historiarum diversarum exemplorumque romanorum. Feliciter emendavi descriptum Rabennae Rusticius Helpidius Domnulus VC. Auch in dem Zusatz des Bernensis findet sich dieselbe; über den wahrscheinlich in der 1. Hälfte des 6. Jahrh. lebenden (Fl.) Rusticius Helpidius Domnulus vgl. Brandes, Studien zur christlich lat. Poesie (Wien. Stud. 12 (1890) p. 297). Aus der Subscriptio rekonstruiert Traube (l. c. p. 396) folgende Hypothese: C. Titius Probus epitomierte ein Werk, welches historiae diversae exemplaque romana enthielt. Aus diesem Auszug, von welchem Rusticius Helpidius Domnulus eine Revision besorgte, stammt das Fragment de praenominibus. Die von C. Titius Probus epitomierte Schrift führte aus eigener Kenntnis nach den Konsularfasten den Konsul Paullus Fabius Maximus (11 v. Chr.) an; auf die Zeit des Augustus weisen auch die Worte (p. 589, 9 Kempf2) quae olim praenomina fuerunt, nunc cognomina sunt, ut Postumus, Agrippa, Proculus, Caesar. Demgemäss setzt Traube die epitomierte Schrift in die Zeit des Augustus und ist geneigt, als solche die Exempla des Hygin anzusehen. Gegen die Zeit des Augustus spricht aber die Stelle (p. 588, 17 Kempf2) quod praeponitur praenomen, quod post fertur cognomen, quod ad ultimum adicitur agnomen *est*. Die Lehre von dem Unterschiede des Cognomen und Agnomen kam erst im 4. Jahrh. auf, vgl. Kempf p. 64; es müsste also die auf das Agnomen bezügliche Stelle interpoliert sein, und wirklich statuiert Traube (p. 398 und 404) nach dem Vorgange Kempfs' p. 64 eine Interpolation: [quod ad ultimum a] dicitur [agnomen], allein diese Interpolation kann nicht im Mindesten wahrscheinlich gemacht werden; es müsste somit auch Hygin als mutmassliche Quelle des Auszugs fallen; bemerkt kann hier noch werden, dass das einzige aus den Exempla Hygins (vgl. § 345, 2) überlieferte Beispiel ein nichtrömisches ist. Die Hypothese Traube's scheint mir aber an dem Grundirrtum zu leiden, dass willkürlich eine epitomierte Schrift vorausgesetzt wird; wäre dies der Fall, so würde der Epitomator wohl den excerpierten Autor genannt haben; da dies nicht geschehen ist, werden wir die Worte epitoma historiarum diversarum exemplorumque romanorum vielmehr so zu deuten haben: Verschiedene Geschichten und Kuriositäten in gekürzter Gestalt. Der Epitomator wird, wie von vornherein wahrscheinlich, verschiedene Quellen ausgezogen haben. Der Traktat de praenominibus ist nicht vollständig, wie dem Leser sofort einleuchtet; darum ist es auch wahrscheinlich, dass die demselben vorausgeschickte Inhaltsangabe De praenominibus, De nominibus, De cognominibus, De agnominibus, De apellationibus, De verbis auf eine ältere Tradition zurückgeht. Die Ansicht Traube's (p. 393), dass dieser Index aus unserem Fragment herausgelesen wurde, ist nicht stichhaltig, da ja für De verbis aus dem Fragment nicht der geringste Anhaltspunkt sich ergibt. Der Traktat geht auf gute Quellen zurück; Varro wird gleich im Eingang citiert, und dass dieser Polyhistor eine Hauptquelle des Epitomators war, hat zuerst Mommsen (Rhein. Mus. 15 (1860) p. 181 Anm. 24 Röm. Forsch. 12 p. 35 Anm. 53) gesehen; vgl. Reitzenstein, Verrian. Forsch. (Breslauer philol. Abh. Bd. 1 H. 4 (1887) p. 23); direkt scheint derselbe aber nicht benutzt zu sein, da er bekämpft wird (p. 588, 8 Kempf 2) in hunc modum Varronis sententia subruitur und auch ein Widerspruch zwischen unserem Traktat und Varro aufgezeigt werden kann; vgl. p. 591, 7 K.2 illa praenomina a virilibus tracta sunt, Gaia, Lucia, Publia, Numeria und de lingua lat. 9, 55 sic esse Marcum, Numerium, ac Marcam, Numeriam non esse; vgl. A. Zimmermann, Rhein. Mus. 54 (1899) p. 495. Auf die Uebereinstimmung bezüglich der Begründung des ius fetiale zwischen dem Traktat (p. 588, 7 Kempf2) und dem Auct. de vir. ill. cap. 5 macht Traube p. 398 aufmerksam. Bezüglich der Lebenszeit des C. Titius Probus lässt sich nur soviel sagen, dass derselbe wegen der Stelle über das agnomen nach dem 4. Jahrh. und wegen der Recension des Rusticius Helpidius Domnulus vor dem 6. Jahrh. lebte. Von irrigen Voraussetzungen ausgehend vermutet Traube (p. 398), dass der Epitomator zur Zeit der Antonine gelebt habe. Bergk, Rhein. Mus. 4 (1846) p. 120; Kempf1 p. 53; De incerti auctoris fragm. quod inscribitur de praenominibus, Berl. 1854.

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424. Charakteristik des Valerius. Als Valerius Maximus seine Auswahl berühmter Thaten und Aeusserungen schrieb, wollte er denen, welche Belege (Dokumente) brauchten, ein Hilfsbuch in die Hand geben, d. h. er wollte den Bedürfnissen des Rhetors und der Rhetorschule entgegenkommen. Seine Thätigkeit war zunächst eine doppelte, sie bestand einmal in der Auswahl der Stellen, dann in der Einreihung unter bestimmte Rubriken. Seine Arbeitsweise werden wir uns so zu denken haben, dass er sich zuerst das, was ihm bei der Lektüre der verschiedenen Autoren bemerkenswert erschien, in ein Kollektaneenheft eintrug (eligere), dann als er genug Material gesammelt hatte, zur Einreihung der verschiedenen

Fälle unter bestimmte Rubriken schritt (digerere). Bei der Ausarbeitung scheint er die Autoren selbst nicht mehr nachgeschlagen zu haben, sondern nur auf Grund seiner Notizen mit freier Phantasie vorgegangen zu sein.1) Diese Rubriken sind nicht nach einem streng logischen System aufgestellt, sondern haben den Charakter der Zufälligkeit; es scheint, dass sie erst bei der Anordnung der Beispiele aufgestellt wurden. 2) Allein der Autor ging noch über diese zweifache Thätigkeit hinaus, für Rhetoren sammelnd wollte er selbst als Rhetor erscheinen. Er stilisiert das ausgehobene Beispiel nach seiner Art und Weise und gibt zugleich den subjektiven Empfindungen, welche das Mitgeteilte in seiner Seele erregt, reichen Spielraum. Weiterhin leitet er gern von einem Excerpt zu dem folgenden über; endlich pflegt er die einzelnen Bücher und Fächer entsprechend einzuleiten. Der Stil des Sammlers ist von dem Bestreben beherrscht, durch Abweichung von dem Gewöhnlichen Effekt zu erzielen, dadurch lässt er sich zu geschraubten, unnatürlichen Wendungen verleiten, oder er fällt in Ekstase, die sich besonders gern der Apostrophe bedient, und hascht nach Pointen. 3) Durch dieses unnatürliche Streben wird seine Redeweise ungeniessbar und dunkel; besonders in den Einleitungen, in denen sich der Autor keine Zügel anzulegen braucht, tritt seine Manieriertheit stark hervor. Unerträglich geschmacklos wird er, wenn er auf Tiberius zu sprechen kommt, ein leuchtendes Denkmal seiner Adulation ist die Anrede an den Kaiser in der Einleitung des Werks.4) In besserem Lichte zeigt sich uns der Schriftsteller, wenn er seinem römischen Nationalbewusstsein Ausdruck gibt. Hiezu gaben die rühmlichen Thaten der Vorfahren leicht Anlass. Verkehrt ist es, wegen solcher Aeusserungen entgegen den ausdrücklichen Worten der Einleitung dem Werk eine patriotische Tendenz unterzuschieben. Valerius Maximus will lediglich Rhetor sein und rhetorischen Zwecken dienen; es steht ihm daher auch historische Akribie erst in zweiter Linie, und an Verstössen gegen die Geschichte fehlt es nicht.5) Doch benutzte er gute Quellen; Cicero, Livius sind seine Hauptautoren, aber auch Varro und andere mussten ihm Material liefern. Selbst Sammlungen konnte er, wie es scheint, zu Rate ziehen; wenigstens erwähnt er die Kollektaneen eines nicht näher bekannten Pomponius Rufus.6)

Ueber das Ziel der Sammlung sagt die Einleitung: urbis Romae exterarumque gentium facta simul ac dicta memoratu digna, quae apud alios latius diffusa sunt quam ut breviter cognosci possint, ab inlustribus electa auctoribus digerere constitui, ut documenta sumere volentibus longae inquisitionis labor absit. Gegenüber diesem klar ausgesprochenen Zweck der Sammlung darf man nicht andere Ziele (patriotische) dem Verfasser unterschieben, wie z. B. Dirksen, Die hist. Beispielsammlung des Val. Max. und die beiden Auszüge derselben (Hinterl. Schr. hsg. von Sanio, 1, Leipz. 1871, p. 109) und B. Krieger (Quibus fontibus p. 8) gethan.

Die Quellen. Eine Zusammenstellung der citierten Schriftsteller siche bei Elschner, Quaest. Val., Berl. 1864, p. 32. Ueber Theopomp vgl. Fr. Rühl, Fleckeis. Jahrb. 97 (1868) p. 660; über Diodor (für die auswärtige Geschichte) vgl. S. Maire, De Diodoro Siculo Val.

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Max. auctore, Schöneberg 1898/99; über das Verhältnis zu den Annalisten vgl. Mommsen, Hermes 4 (1870) p. 4 und Röm. Forsch. 2, Berl. 1879, p. 119; über Coelius Antipater (1, 7, 6) vgl. H. Peter, Hist. Rom. rel. 1, Leipz. 1870, p. CCXXIV; M. Kranz, Beitr. zur Quellenkrit. des Val. Max., Posen 1876, p. 24; über Valerius Antias vgl. Kranz 1. c. p. 20, dagegen Krieger p. 66. Dass Livius (citiert 1, 8 ext. 19) und Cicero (8, 10, 3; 8, 13 ext. 1) in erster Linie benutzt sind, darüber sind die Quellenforscher einig; vgl. Kempf1 p. 15 und p. 13; Zschech, De Cicerone et Livio Val. Max. fontibus, Berl. 1865 (Cicero p. 15, Livius p. 23); B. Krieger, Quibus fontibus Val. Max. usus sit in eis exemplis enarrandis, quae ad priora rerum Romanarum tempora pertinent, Berl. 1888 (Livius p. 11, Cicero p. 24). Ueber die Benutzung der epitome Liviana vgl. 2. T.2 1. H. § 324 p. 258. Weniger klar treten die übrigen Quellen hervor; über Varro (3, 2, 24) vgl. G. Thilo, De Varrone Plut. quaest. Rom. auctore praecipuo, Bonn 1853; Kettner, Varronis de vita pop. Rom. quae extant, Halle 1863, p. 12; Zschech 1. c. p. 43; M. Kranz l. c. p. 19; Cichorius, Comment. Ribbeck., Leipz. 1888, p. 429; Krieger p. 27, wo p. 28 auch die übrige hier einschlägige Litteratur angegeben ist; über des Munatius Rufus Biographie Catos vgl. H. Peter, Die Quellen Plutarchs in den Biographien der Römer, Halle 1865, p. 67; über Sallust denselben p. 112; über Hygin H. Hildesheimer, De libro, qui inscr. de viris illustr. urbis Romae quaest. hist., Berl. 1880, p. 40; Krieger p. 69; über Pompeius Trogus vgl. Gutschmid, Ueber die Fragm. des Pompeius Trogus (Fleckeis. Jahrb. Supplementbd. 2 (1857) p. 187); Rühl 1. c. p. 661 Anm. 5; Crohn, De Trogi Pompei apud antiquos auctoritate, Strassb. 1882, p. 6 und 28; dagegen Krieger p. 75.

Zur Charakteristik. J. Perizonius, Animadv. hist. (Editio Harles. Altenb. 1771); H. Kempf, Proleg. zur 1. Ausg.; C. Wachsmuth, Einl. in das Studium der alten Gesch., Leipz. 1895, p. 226; H. Peter, Die geschichtl. Litt. über die röm. Kaiserz. 1, Leipz. 1897, p. 15.

Ueber den Stil des Valerius Maximus. Gelbeke, Quaest. Val., Berl. 1865, p. 8; R. Blaum, Quaest. Val. specimen, Strassb. 1876, p. 3; A. Gehrmann, Incunabula incrementaque proprietatum sermonis Val. Max., I Rössel 1887; über den Einfluss der Rhetorschule auf Val. Max. vgl. Morawski, De sermone script. lat. aetatis quae dicitur argentea observ. (Eos 2 (1895) p. 1); vgl. Votienus Montanus bei Sen. controv. 9, 4, 5 (p. 404, 20 H. J. Müller) necessitas magnum humanae inbecillitatis patrocinium est Val. Max. 2, 7, 10 humanae inbecillitatis efficacissimum duramentum est necessitas. Ueber Velleius als vermeintliches sprachliches Vorbild s. oben p. 194.

Fortleben des Valerius Maximus. Ueber das Verhältnis des Valerius Maximus zu Plutarch, der ihn Marcell. 30 und Brut. 53 citiert, siehe H. Peter, Die Quellen Plutarchs, Halle 1865, p. 75 und 136. Von Plinius n. h. wird Valerius zwar im Quellenverzeichnisse zu den B. 7 und 33 citiert, aber nicht im Texte selbst. Münzer (Beitr. zur Quellenkrit. der Naturgesch. des Plinius, Berl. 1897, p. 105) untersucht das Verhältnis der Abschnitte des Val. Max. 8, 13 de senectute und Plin. n. h. 7, 153 de spatiis vitae longissimis und kommt zu dem Ergebnis (p. 109), dass Varro die Hauptquelle und Valerius Maximus nur zweimal zur Ergänzung herangezogen worden sei; über die Abschnitte Val. Max. 9, 14 de similitudine und Plin. 7, 50-56 similitudinum exempla vgl. denselben p. 110 (gemeinsame Quelle Varro); über Val. Max. 1, 8 de miraculis und Notizen im 7. B. des Plinius vgl. p. 113 (wiederum Varro als gemeinsame Quelle); Benutzung des Val. Max. 3, 6, 6 liege im 33. B. des Plinius, $ 150, vor, hier handele es sich aber um eine vereinzelte nachgetragene Lesefrucht (p. 117). Im ganzen sei also die Benutzung des Valerius Maximus durch Plinius nur eine sporadische. Gegen die Kombination Münzers erklärt sich H. Peter, Wochenschr. für klass. Philol. 1898, Sp. 71. Ueber das Verhältnis des Frontin und Pseudofrontin zu Valerius Maximus vgl. C. Wachsmuth, Rhein. Mus. 15 (1860) p. 578; E. Wölfflin, Hermes 9 (1875) p. 80; G. Gundermann, Quaest. de J. Frontini Strategematon libris (Fleckeis. Jahrb. Supplementbd. 16 (1888) p. 337). Ueber die Benutzung des Valerius Maximus durch Gellius vgl. Kempf, Ausg. p. 45; über Val. Max. bei Lactantius vgl. denselben p. 45 und Brandt, Ausg. des Lact. II, 2 p. 265; über Priscian p. 46. Ueber die Erwähnung des Val. Max. in alten Bibliothekskatalogen vgl. Manitius, Rhein. Mus. 47 (1892) Ergänzungsheft p. 43; erst seit dem 12. Jahrh. taucht Valerius Maximus in Bibliothekskatalogen auf; den Spuren des Val. Max. bei mittelalterlichen Autoren geht nach Manitius, Philol. Supplementbd. 7 (1899) p. 764; über die Benutzung des Val. Max. durch Wibald im J. 1149 vgl. Traube, Sitzungsber. der Münchner Akad. 1891, p. 399; über das Verhältnis des Lupus von Ferrières zu Val. Max. und Paris vgl. p. 389 und 402; er diktierte seinen Schülern Auszüge aus Valerius Maximus.

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Die Ueberlieferung des Valerius Maximus erfolgt auf einem doppelten Weg, auf einem direkten und einem indirekten. Die direkte Ueberlieferung beruht auf zwei Handschriften des 9. Jahrh., dem cod. Bernensis 366, früher im Besitz des Peter Daniel, und dem Florentinus 1899, dem ehemaligen Ashburnhamensis (Th. Stangl, Die Bibliothek

Ashburnham, Philol. 45 (1886) p. 225), der aus dem Benediktinerkloster Stavelot bei Lüttich herrührt. Beide Handschriften stammen aus derselben Quelle (Kempf2 p. XXIII, XXVI). Gegenüber diesen beiden Quellen kommen die jüngeren Handschriften so gut wie nicht in Betracht. Die indirekte Ueberlieferung beruht auf der Epitome des Julius Paris, d. h. dem Vaticanus 4929 s. X; über denselben vgl. Delisle, Bibliothèque de l'école des chartes 37 (1876) p. 485; Nachträge aus einer Collation gibt W. Heraeus, Spicil. crit. in Val. Max. eiusque epitomatoribus (Fleckeis. Jahrb. Supplementbd. 19 (1893) p. 623). Schon im Bernensis liegt eine Vergleichung der direkten mit der indirekten des Paris vor; auch ist hier das fragmentum de praenominibus von späterer Hand nachgetragen, von dem jedoch ein grosser Teil wiederum verloren ging; auch im Vaticanus des Paris ist eine Handschrift des Valerius verglichen worden. (Vgl. Traube p. 390.) Die Epitome des Januarius Nepotianus ist uns durch den Vaticanus 1321 s. XIV überliefert. Ueber mittelalterliche Excerpte vgl. Kempf1 p. 69; 2. Aufl. p. XXVII; Ihm, Rhein. Mus. 49 (1894) p. 247; über Handschriften der Excerpte von Lupus von Ferrières vgl. Traube p. 410.

Ausg. Aeltere sind: die von Aldus Manutius, Venedig 1534; St. Pighius, Antwerpen 1567 u. ö.; J. Lipsius, Antwerpen 1585 u. ö.; J. Vorst, cum notis perpetuis, Berl. 1672; A. Torrenius, Leyden 1726 (Sammelausg.). Als neuere Ausg. verzeichnen wir: C. B. Hase, 2 Bde., Paris 1822-23 (mit Zugaben); rec. et emend. C. Kempf, Berl. 1854 (mit ausführlichen Prolegomena); vgl. dazu dessen Novae quaest. Val., Berl. 1866; Fleckeis. Jahrb. 133 (1886) p. 49; rec. C. Halm, Leipz. 1865; vgl. dazu dessen Emendationes Valerianae, München 1857. Iterum rec. C. Kempf, Leipz. 1888; vgl. auch dessen Besprechung der kritischen Arbeiten in Bursians Jahresber. 63. Bd. 2. Abt. (1890) p. 254. Diese 2. Ausg. ist zur Zeit die massgebende, da sie den kritischen Apparat nach einer wiederholten Vergleichung des Bernensis und nach einer erstmaligen Kollation des Ashburnhamensis konstituiert und die Emendationen, die sich an Halms Ausg. anschlossen, verwertet (vgl. H. J. Müller, Deutsche Litteraturzeit. 1889, Sp. 1158; Gertz, Berl. philol. Wochenschr. 1892, Sp. 588 und dazu Heraeus, Spicil. crit. in Val. Max. eiusque epitom. p. 579). Uebers. von Fr. Hoffmann, Stuttg. 1828-29 (Metzler).

3. Fenestella und andere Historiker.

424 a. Antiquarische Geschichtschreibung. Die rhetorische Geschichtschreibung suchte den Leser zu fesseln durch den Glanz der Darstellung. Den Höhepunkt hatte diese Geschichtschreibung mit Livius erreicht, der die gesamte römische Geschichte seinen Landsleuten in einem prachtvollen Gemälde aufrollte. Es war schwer, sich mit dem viel bewunderten Mann in einen Wettstreit einzulassen; es erschien viel geratener, die Aufmerksamkeit der römischen Lesewelt durch ein anderes Mittel zu fesseln. Man spürte nach Kuriositäten; solche bot das soziale Leben in Hülle und Fülle dar. Man konnte mit Sicherheit darauf rechnen, dass nicht wenige Römer sich gern belehren liessen über das Aufkommen eines Luxusgegenstandes, über die Einführung eines leckeren Gerichtes, über die Versetzung eines fremden Baumes in den heimischen Boden; auch eine interessante Etymologie von Dingen des öffentlichen Lebens konnte manche Neugierde befriedigen; endlich war auch biographisches Detail aus der Litteratur gut zu verwerten. Mit solchen Notizen lenkt die politische Historiographie in das Fahrwasser der Kulturgeschichte ein. Als Vertreter dieser Richtung können wir einen uns nicht näher bekannten Fenestella namhaft machen, der unter Tiberius ein annalistisches Werk verfasste. Es wird das 22. Buch citiert, in welchem ein Ereignis des Jahres 57 v. Chr. abgehandelt wurde. Mit welcher Zeit das Werk begonnen, lässt sich nicht erweisen; doch sehe ich keinen stichhaltigen Grund, der uns hindern könnte, den Autor mit der ältesten Zeit beginnen. zu lassen. Durchmustern wir die Fragmente, so sehen wir, dass sich die Mehrzahl derselben auf Kuriositäten bezieht; wir finden Notizen aus dem

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