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Es lockt uns nach und nach, wir hören zu,
Wir hören und wir glauben zu verstehn,
Was wir verstehn, das können wir nicht ta:

dein,
Und so gewinnt uns dieses Lied zuleßt.

Tasso. Welch einen Himmel öffnest du vor mir, DFürstinu! Macht mich dieser Glanz nicht

blind, So seh' ich unverhofft ein ewig Glück Auf goldnen Strahlen herrlich niedersteigen.

Prinzessinn. Nicht weiter, Tafso! Viele Dinge sind's, Die wir mit Heftigkeit ergreifen sollen: Doch andre fönnen nur durch Mäßigung und durch Entbehren unser eigen werden. So, sagt man, sey die Tugend, Tey die Liebe, Die ihr verwandt ist. Das bedenke wohl!

3 weyter Auftritt.

Tarro. Ist dir's erlaubt die Augen auf;uschlagen? Wagst du's umherzusehn? Du bist allein ! Pernahmen diese Säulen was sie sprach? Und hast du Zeugen, diese stumme Zeugen Des höchsten Glücks zu fürchten? Es erhebt Die Sonne sich des neuen Lebenstages, Der mit den vorigen sich nicht vergleicht. Hernieder steigend hebt die Göttinn schnell Den Sterblichen hinauf. Welch neuer Kreis Entdeckt sich meinen Auge, welches Reich! Wie föstlich wird der heiße Wunsch belohnt! Ich träumte mich dem höchsten Glücke nah: Und dieses Glück ist über alle Träume. Der Blindgeborne denke sich das Licht, Die Farben wie er will, erscheinet ihm Der neue Tag, ist’s ihm ein neuer Sinn, Voll Muth und Ahndung; freudetrunken,

schwankend Betret' ich diese Bahn. Du gibjt mir viel,

Du gibst, wie Erd' und Himmel uns Geschenke
Mit volen Händen übermäßig reichen,
Und forderst wieder, was von mir zu fordern
Nur eine solche Gabe dich berechtigt.
Ich soll entbehren, soll mich mäßig zeigen,
Und so verdienen, daß du mir vertraust.
Was that ich je, daß sie mich wählen konnte?
Was soll ich thun, um ihrer werth zu seyn?
Sie konnte dir vertraun und dadurch bist

du'8.
Sa, Fürstinn, deinen Worten, deinen Blicken
Sey ewig meine Seele ganz geweiht!
Ja, fordre was du willst, denn ich bin dein!
Sie sende midh, Müh’und Gefahr und Ruhm
In fernen Landen aufzusuchen, reiche
Im stillen Hain die goldne Leyer mir,
Sie weihe mich der Ruh' und ihrem Preis:
Shr bin ich, bildend foll sie mich besigen;
Mein Herz bewahrte jeden Schar für Sie.
O hätt' ein tausendfadjes Werkzeug mir
Ein Gott gegönnt, kaum drückt' ich dann genug
Dia ingussprechliche Berehrung aue,

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Des Mahlers Pinsel und des Dichters Lippe,
Die süßeste, die je von frühem Honig
Genährt war, wünsche ich mir. Nein, fünf

tig roll
Nicht Tasso zwischen Bäuinen, zwischen Mens

schen
Sich einsam, schwach und trübgesinnt verlies

ren!
Er ist nicht mehr allein, er ist mit Dir.
D daß die edelste der Thaten sich
Hier sichtbar vor mich stellte, rings umgeben
Von gräßlicher Gefahr! Ich dränge zu
Und wagte gern das Leben, das ich nun
von ihren Händen habe forderte
Die besten Menschen mir zu Freunden auf,
linmögliches mit einer edeln Schaar
Nach Ihrem Wink und Willen zu volbringen.
Voreiliger, warum verbarg dein Mund
Nicht das was du empfandít, bis du dich

werth
Und werther ihr zu Füßen legen konntest?
Das war dein Vorsatz, war dein kluger Wunsch,

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!

Doch sey es auch! Viel schöner ist es, rein-
Und unverdient ein solch Geschenk empfangen,
Als halb und halb zu wähnen, daß man wohl
Es habe fordern dürfen. Blicke freudig,
Es ist so groß, so weit, was vor dir liegt!
und hoffnungsvolle Jugend lockt did) wieder
Sin unbekannte, lidhte Zukunft hin.
Schwelle Bruft! O Witterung des

Glücks
Begünstige diere Pflanze doch einmal !
Sie strebt gen Himmel, tausend Zweige drin.

gen
Aus ihr hervor, entfalten sich zu Blüthen.
O daß fie Frucht, o daß fie Freuden bringe!
Daß eine liebe Hand den goldnen Schmuck
Aus ihren frischen reichen Ästen breche!

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