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Prinzessinn.

Darfst du es wagen? Noch ist der strenge Bann nicht aufgehoben, Der dich zugleich mit deinem Pater traf.

Taffo. Du warnest recht, ich hab' es schon bedacht. Verkleidet geh' ich hin, den armen Rock Des Pilgers oder Schäfers zieh' ich an. Ich schleiche durch die Stadt, wo die Bewer

gung Der Tausende den Einen leicht verbirgt. Ich eile nach dem Ufer, finde dort Gleich einen Kahn mit willig guten Leuten, Mit Bauern, die zum Markte tamen, nun Nach Hause tehren, Leute von Sorrent; Denn ich muß nach Sorrent hinüber eilen. Dort wohnet meine Schwester, die mit mir Die Schmerzensfreude meiner Eltern war. 9m Schiffe bin ich still, und trete dann Kuch fahweigend an das Land, ich gehe racht Den Pfad hinauf, und an dem Thore frag'ich:

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Wo wohnt Cornelia ? Zeigt mir es an!
Cornelia Sersale ? Freundlich deutet
Mir eine Spinnerinn die Straße, fie
Bezeichnet mir das Haus. So steig'ich weiter.
Die Kinder laufen nebenher und schauen
Das wilde Haar, den düstern Fremdling an.
So tomm' ich an die Schwelle. Offen steht
Die Thüre schon, so tret' ich in das Haus

Prinzessinn.
Blick auf, o Taffo , menn es möglid, ist,
Ertenne die Gefahr, in der du schwebft!
Ich schone dich; denn sonst wärd’ich dir sagen
Sft's edel so zu reden, wie du spricht?
Sft's edel nur allein an sich zu denten,
Als fränktest du der Freunde Herzen nicht?
Sit's dir verborgen wie mein Bruder denkt !
Wie beyde &dwestern dich zu schätzen wissen?
Hast du es nicht empfunden und erfannt?
Ist alles denn in wenig Augenblicken
Berändert? Tasso! Wenn du scheiden willst,
So laß uns Schmerz und Sorge nicht zurück.

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Tarro mendet fich weg.

Prinzessinn.

ie tröstlid, ist es einem Freunde, der
Auf eine kurze Zeit verreisen will,
Ein klein Geschenk zu geben, rey es nur
Ein neuer Mantel, oder eine Waffe!
Dir kann man nicht mehr geben, denn du

wirfft
Unwillig alles weg, was du besikest.
Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,
Den langen Stab erwählst du dir, und gehst
Freywillig arm dahin, und nimmst uns weg,
Was du mit uns allein genießen tonntest.

Fasso. So willst du mich nicht ganz und gar vera

stoßen? Ofüßes Wort, o schöner, theurer Trost, Bertritt mich! Nimm in deinen Schuß mich

auf! Las mich in Belriguardo hier, verseke

Dridh nach Consandoli, wohin du willst!
Es hat der Fürst so manches schöne Schloß,
So manchen Garten, der das ganze Jahr
Gewartet wird, und ihr betretet kaum
Ihn Einen Tag, vielleicht nur eine Stunde.
Ja wählet den entferntsten aus, den ihr
In ganzen Jahren nicht besuchen geht,
Und der vielleicht jest ohne Sorge liegt,
Dort schickt mich hin! Dort laßt mich euer

Peyn!
Wie will ich deine Bäume pflegen! Die Cis

tronen Im Herbst mit Bretern und mit Ziegeln decken, Und mit verbund’nem Rohre wohl verwah:

ren! Es sollen schöne Blumen in den Beeteit Die breiten Wurzeln Tchlagen, rein und zier:

lich Soll jeder Gang und jedes Fleckchen seyn. Und laßt mir auch die Sorgé des Pallastes ! Ich will zur rediten Zeit die Fenster öffnen, Daß Feuchtigkeit nicht den Semähiden schade;

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Die schön mit Stuckatur verzierten Wände
Will ich mit einem leichten Wedel säubern,
Es soll vas Estrich blant und reinlich glänzen,
Es soll kein Stein, fein Ziegel fich verrücken,
Es soll tein Gras aus einer Riße keimen!

Prinzessinn.

Ich finde feinen Rath in meinem Busen,
Und finde keinen Trost für did) und uns.
Mein Auge blickt umher, ob nicht ein Gott
tins Külfe reidhen möchte? Möchte mit
Ein heilsam Kraut entdecken, einen Trant,
Der Deinem Sinne Frieden brächte, Frieden

uns.
Das treuste Wort, das von der Lippe fließt,
Das schönste Heilungsmittel wirkt nicht mehr.
Ich muß dich lassen, und verlassen kann
Mein Herz didi nicht

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afso.

Ihr Götter, ift fie's doch, Die mit dir spricht und deiner ficherbarmt?

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