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Beschäftigung mit ihr in ihm erwachte, welche zunächst doch die an sid) verzweifeln, als Paris. Mit seinem Licht und nur hatte bestimmt sein sollen, bei ihm einige Semester zu Glanz, seiner Überfülle von dem, was es an Talent giebt, füllen und den reifenden Geist des Verständnisses zu beflügeln. , läßt es dem, der unbedeutend ist und ein hohes Streben hat,

In dem Kabinetchen auf Montmartre standen wir uns ! zu schrecklicher Sicherheit den Gedanken der Überflüssigkeit des nun gegenüber. Er begierig, meinen Spruch zu hören, ich | eigenen Selbst aufsteigen. Und dazu sind die Champs Elisées genirt, ihn ihm sagen zu müssen. Doch offen enthielt ich bei untergehender Sonne so schön, so daß man sich sagt, mich nicht, angesichts der neuen Arbeiten sowohl, wie in Schönercs werde man nie sehen: also man habe genug geRüderinnerung an die früheren, ihn ernstlichst 311 raten, fehen. Und die Seine ist so schwarz und heimlich bei Nacht; daß er diese Laufbahn verlassen und wieder zur Kunst man kann in ihr so vergessen werden! 2 diesen Quais, dic geschichte einlenken solle, da er in dieser, auch wenn er, wie in der Nacht so gottverlassen sind, spiegeln sich die Laternen, er einwarf, nur mäßig für sie begabt sei, doch immerhin welche in regelmäßigem Abstand den Lauf des Wassers beeiniges Nüßliche wirken werde, während hier nur cine große gleiten. Das Wasser rinnt und kreijelt sich an den Brückenund entschiedene Begabung helfen fönne. Ernstlichst redete pfeilern; man sicht hinunter: das ist die Seine, sagt man ich, und er blickte mir freundlich in die Augen! – Dann

sich, die schon so viele tausend lInglückliche hinuntergeführt zuckte er zusammen, wante sich einen Moment ab, sah ins hat. Das Wasser rinnt, und es ist, als ob es all das Dunkle und danach gingen wir. Er schloß 311, mmd als der Weh, das

Weh, das es mit sich hinuntergeführt hat, verstände. Schlüssel in seiner Tasche war, lag diese Angelegenheit hinter Welche Erfahrung hat ein Fluß, der durch eine Weltstadt uns. Zusammen gingen wir die engen, häßlichen, schmutzigen läuft! Mit schandernder Pictät sieht man auf ihn hinunter; fünf Treppen hinab und auf der Straße richteten wir uns und erwägt, was er an Erlebnissen feit hinderten von Jahren nach dem Gedankenaustausch des Tages ein, in mittlerer

auf seinen Rücken himintergetragen hat. Stimmung

Paris ist die entsetzlichste Stadt, die sich denken läst Nachher war er noch ganz heiter; wir fuhren auf einein

dann, wenn man elend ist; init ihrer Freude ist sie am Dampfer nach einem der kleinen Vororte von Paris, die Herzend fressend, mit ihrem Leichtsimu Efel crregend, mit ihrer Sonne schien auf das Verdeck und er erfreute uns durch Schönheit und ihrem Genie zermalmt sie die Unglücklichen. jeine lebhaften Schilderungen der parijer Eristenz: aufzugehen

Id denke mir, daß mein ariner Freund oft nachts an ichien er in diejem leichten Künstlerlebent, welches sich dort

der schwarzen Seine gewandelt ist. Hineingespringen ist er oben auf „Montmartre“ entwickelt; wir waren auch zusammen nicht: er wußte eine andere Art sich aufzulösen. Von seiner nachher im Theater und hatten Freude wie stets alt jeiner

Wirtin hörte man, daß er aufs Land fuhr und acht Tage liebenswürdigen und leisen Sprechart und an der Güte amb

ausgeblieben sci. Es ist wie das letzte Bekenntnis, le suprême Ruhe seines freundlichen Blices.

soin, eines Malers. Durch die Ebene, durch die Natur sich ausbreitend, verging er, schweifte noch einmal in der Natur

umher imd kehrte damn -- so hat mir die Wirtint gejagt – Wiedergesehen habe ich ihn nicht. Als ich in diesem zu Fuße, bestaubt, mit wirrem (ciste in die Stadt zurück. Jahre nach Paris fam, hatte er sich vierzehn Tage vorher Vierauf schloß er sich ein und unmittelbar darauf fiel der crschossen. Er war ein junger, blühender und reicher Schuß. Ich behaupte, er ist in diesen acht Tagen gestorben, Mann. Er würde in seinem Fache, der Sunstgeschichte, eine nicht im lebten Augenblick. Die Siatastrophe war nur das: durchaus passende Position erworben haben. llnd er hatte jenige, ohne welches die voraufgegangene Tötung ohne Ab: sich erschossen, là-bas, in Elend und Verzweiflung, an seinem schluß geblieben wäre. Talent verzweifelnd.

Ach, es ist ein jo entieplicher (Sedanke, mir diejen ruhiEs ist das Entjeßliche, daß Menschen, welche ohne

gen, freundlichen im bescheidenen Jüngling jeßt vorzila

stellen! Er war jo pünftlich), peinlid) ordentlich. lind er constige Eigenart sind, dennoch eine solche Energie entfalten fönnen, lieber zu sterbeit als nichts zu sein. Mir ist jeßt

wollte das flackernde Feuer der Bojême gehabt haben! mit jener Superflugheit, welche einen nad) schrecklichen Vor

Id) weiß nicht, wozu ich von ihm erzähle, wenn ich and) fällen übermannt, eingefallen, seine Augen hätten schon vor

wciß, warın ich es niederschrieb un mit dem Bedanken

fertig zu werden, dem das Berichtete ist Erlebnis, feine Erzwei Jahren ruhig doch fest den Entschluß getragen, etwas in der Kunst zu leisten oder 311 sterbeit, und also zu strebeit,

zählung. Doch wenn ich mit ihr m auch die Leser bekannt denn er ahnte sich unbedeutend. Und sein Arbeiten wäre

mache, so glaube id), es hat seine Berechtigung in dein

Ilmstand gehabt, daß jo menschliche Dinge in diesem Bericht nur ein Kämpfen mit seiner Begabung gewesen, ob er etwa diese nicht doch noch durch Energie und Willen beschämen Herz hat. Die seuns aber deucht mir schrecklicher als der

berührt worden jind, daß sie jeden aupacken müssen, der ein würde. Es war ihin nicht beschieden, er löste die Wette mit

merikanijde Schlachtengott, und nur fie fant uns mit ihr sich selbst nicht ein und erschoß fich. Mir fiel auch ein, daß wir vor Jahren ein Gespräch besdheert.

wieder versöhnen, durch das Schöne, das sie 311 Zeiten ins über die Boséme gehabt hatten. Er hatte gegen nid die These erfochten, sie stürbe nicht aus. Ich hatte behauptet, sie jei bei den Künstlern ausgestorben.

Ach, er war ein guter Junge!

Ich begreife ihn eigentlich. Es giebt auch keine Stadt in der Welt, die jo zum Selbstmord verlockend ist für solche,

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Litterarisdie Chronik.

von Eifersucht und Delirium tremens auf seine Maitresse Cora Die seier von Grillparzers hunderistem Beburtstag wird

Derald, die er im tête à côte mit einem ganz plebejischen ...: Hotelam 15. Januar des beginnenden Jahres nicht nur in Österreich,

fellner traf, geschossen; cin imerhörter Skandal, cin Prozeß, cine joudern, wie es scheint, and in allen übrigen deutschen Landen,

Besudelung des scheinbar so reinlichen Familienwappens der unter inniger Anteilnahme des litterarijd gebildeten Publifumns

Dalga ist unverineidlich. Was nun tun? Man muß vor allein begangen werden.

die Projie veranlajien, von einem ,,Sclbjimordversuche" - den Pls Wien meldet man uns das Programm der dortigen

| auch die durch das Gold der Marcheja gekaufte Cora Heuchelt Fejtjeier der Brillparzer-Gesellschaft, die am 14. Januar, abends

311 sprechen. Das gefährlichste Organ der öffentlichen Meinung / 8 Ithr, im großen Musikvereinsjaale stattfindet. Es lautet:

ist nun aber der .,Indepenılente" mit seinem imbeigjamen, starr1. Chor des Männergejangvereins. Tert von Grillparzer,

föpfigen Leiter Marco Spada. Die Versuche Baraldis, den Musik von Beethoven.

Journalisten zu kaufen, wie er die Zeugen fanft, mißlingt; auch 2. csirede, verjast von Baron Alfred Berger, gesprochen

dic Marchesa vermag trog aller Sdiicicheleich und zärtlichen von Vorschauspieler L. Sabillon.

Bitten nichts über den sic dod so wahusinnig licbenden Spada. Gedichte: pofichantipicler beinrich Robert.

Marco Spada wird von der entrüsteten Marchesa wie ein Hund 1. „Hannibal“, dramatisches Fragment. (Hannibal: Hoi

aus dem Palazzo gejagt und das Verhängnis vollendet sich. idhanipicler 3. Lewinsky), Scipio: pofidauspieler 6. Reimer.)

Der Indepenlente" geht aus den bänder joines bisherigen, fast 5). „Ständchen“ von Schubert, Tert von Grillparzer. 911= !

bankerotten Eigentümers Colombo in den Besitz des reichen jolo: Frl. Marianne Brandt, Chor: der Männergesangverein.

(rafen Baraldi über - ; die politische Richtung und der Di6. Gedichte: Hofichauspielerin Frau Stella Hohenfels.

reftor wechseln; Marco Spada, der den Marchese Dalga ani. Gedichte: vofichauspieler 3. Sewinsky.

geblich auss Schwerste verlemundet hat alle Zeugen in der Affäre S. „Sappho“, 1. Akt, 5. und 6. Auftritt. (Sappho: Charlotte

Cora Derald ind ja gofauft), droht mit Brozci. jo dicsem Molter, Melitta: Frl. Christine Hebbel.)

Augenblid crimiert sich die Marcheja, daß ihr früherer Mr9. „Bundeslico" von Mozart: der Männergesangverein.

lichter ind im Besiko von Liebesbriefen ist, die sic Ym 14. i 5 ihr nachmittags wird die Grillparzer-A115

veröffentlicht -- aus Schwerste fompromittiren müssen. Im tellung im Rathaus cröffriet. Ein Fackelzug der Studenten ist

leßten, vierten, dem crgreifendsten lfte sucht das heuchlerische projektirt.

Weib in ihrer Angst Marco Spada in seiner Wohnung auf, Om 15. um 12 Uhr: Festfeier der lluiversität. Abends „Esther“

erneuert ihm ihre faliden Liebesschwüre und sucht durd, alle ihr und ein Festspiel im Burgtheater, König Ottofar im Volfs

zu Gebote stehenden Mittel wieder in den Besitz der verräterisdien theater.

Papiere zu kommen. Als Spada den wahren (srund ihres Bein Berlin geben bekanntlich das Deutsche Theater, das

suches erfennt, stößt er dic Buhlerin von sich und sdileudert ihr Pejjing-Theater und das Königliche Theater Festvorstellungen.

das Paket Briefe vor die Füßc; dann aber drängt er im Die Berliner „Litterarische Gesellschaft" wird eine Festfeier ver

Aufwallen seines Zornes die Marchcja zu Zimmer hinaus, nod) anstalten.

che sic dic Briefe an sich nehmen fam. Allein imd von aller Welt verlassen, ohne Erijten und umgeben von persönliden und

politischen Feinden, wirst or das Bündel Bricjo ins Feuer und Wie man uns aus Nom crcibt, reist Ernesto Ruili

brid)t in Tränen aus, während jeine bei ihm wohnende gute auf (111sdrücklichen Wunsch des Zaren nad) St Petersburg ab Schwester, den Stridstrumpf in der Vand, hereintritt. Nuisi wird im dortigen Kaiserliden Theater im „ Richelieil" Sie wenigstens wird ihn nicht verlassen! 101 Builwer, sowie in Tolstois „wan der Schreckliche“

Marco Crinelli. auftreten.

Ans (dhwerer Zeit. Noman ans der niederländischen Beschichte italienisches Theater.

von 91. 9. (S. Wallis. 2 Bde. (Botha, Berthes. in mailänder „Teatro dei filodrammatici“, wv vor furzent be

Ein schr fleißig und sorgfältig gearbeiteter Noman, aber famtlid Čildermans „Ehre“ („Onore“) und Bragas

unbedeutend als poctisdic Arbeit. Siecht geschickt ist der Lebens

lauf cines Jüngling: von innbefannter, hoher Berkunft mit dem idealweili“ (.. Moglie ideale“, vergl. „Magazin F. L. Nr. 48) bedeutenden vintergrunde, der lebendig geichilderten (Sejdichte 10 großen Erfolg crzieltent, fam dicier Tage ein neues Stück von der Niederlande vom Ende der Siegeuticajt der Margarethe von :hovenia „Marco Spada“ zur Yufiihrumg; cin Werf, das sid;

Karina bis zum Vegim der niederländisden Befreiung in Berzwar in vielen Beziehungen 100 im konventionellen beivegi,

binding gebracht. Älles aber ist imendlid breit und mit über

großem Bchagen an beidhaulichen Gemeinpläßen geschildert, das da aber immerhin einen Fortsdriti do: Dichiers auf der Bahn des (anze wirft ermüdend, gar Bicle: herzlich langweilig. Nicht Berisinils bedeutet. Vie Praga: „idealweib“, so ist auch der mur die Schickjale des Helden, auch die Sprache ist durchweg Vonancier - dein als „Nomancier' jicht Roveita auf einer

Nomanītil ältesten Edlages. Ziveifellos hat der Verjajjer viel weit höheren Ĉinfe, denn als Dramatifcr - , jo ist audi Novettas

(scjchiif 311 hifiorischer Darstellung und Perlebendiging entlegener htüil arm an wandling. Dagegen jud mande Charaktere, be

Zeiten, iveungleid vielfach die red) te Stimmg fchlt. Als

Komanerzähler aber hai er den großen, mangelhaftem können sonders derjenigo des Titelhelden Marco Spada mit icht re entspringenden Fehler, daj; cr jeine (citalien wicht jelbit wirfen alijijdier Mrajt gezeichnet. - Tic wandlung ist infurzemni

lasjen famı ind immer nur durd) eingetreute subjektive Betradijolgende: Der Leiter der Indepedente", Marco Spada, jieht

tungen die wandlung langjam weiter 311 führeni verinag. Nidht

nur, das Wallis ab imd 311 jeinen Lijeri cin historisches Priin intimen Bezichungen zlı der foferien Marceja (ulia vatissimum liest, auch seine cigenen figuren, die freilich an sich Talga, der (Battin cinc: elenden Noué, die ihr „Herz“ übrigens, feine Lebensfrajt habeii, crläutert ir durch allerlei Vor- und außer an den journalisten, and niod, an den (vraien Barildi,

Rückblicke und wirft ojt ganz naiv die Frage zur Beantwortung den politischen Begenfüßler des Demokraten Spada, veridienft

auf: „ivas mag wohl in der Seele des Mannes vorgegangen

sein, als er das hörte“, und ähnlides. Es ist uns unverständlid hat: cin Zwiespalt, der sich dadurd, zu löjen icheint, dar; der geblicben, weshalb sid) jemnand der mühjainen Überscßungsarbeit eine der beiden „Amanti“, der (Kraj, cine Ehe cinzugehen be an diejem Noman es handelt ich um 900 Seiten! unters absichtigt. Das crbaulidie idyll wird icon im ersten alt

jogen hat. etwas jäh unterbrochen: der Mardeje bar in cinem ufall

Berantwortliaj: Otto Neumann- ofer, Berlin. adresse des Herausgeber8 : Berlin W. Lützowsiraße 111/112 Georuđt bei Julius Sittenfeld tu Berlin W,

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