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verkleinern wollte, und jetzt ist es hohe Zeit, daß ich | wie die Sonne! ... Die geht auf und ist strahlender als sie heimzahle. Also höre: Ich gedenke mich in kurzem

Ich gedenke mich in kurzem alles andere auf der Welt, und doch sieht man dies andere zit verheiraten.

jetzt erst deutlich und so zu sagen - im rechten Licht! Kramer in andbred;ender Freude. Willy und das

Willy). Ei, ei! sehr nett! . . . Warum haben wer ist das glüdselige Geschöpf? Ich lieb sie schon | wir beide eigentlich so selten mit einander geplaudert? jeßt, weißt dui, ich vergöttre fie, blos weil dit sie liebst!

Klärchen. Dit siehst mich dimmes Ding ja nie Willi). Na, na - nur rithig, mein Alter.

ant. . . Du hast an ganz andere Damen 31 denken. Vorläufig hab ich meine Freundinnen auf die Suche

Willy. An was für welche? geschickt. . . . Aber lange dauerts nicht und bei dieser

Klärchen. Na, na — tu man nich so! Gelegenheit wird Alles getilgt.

! .. Ich Kramer. Ah, meinetwegen!

weiß, was ich weiß! Ja, wenn ich abends im Bette liege,

dann mal ich mir aus: Mit wem mag er jeßt tanzen Willy). Ilnd nun zur Hauptsache!

Hast dit dich ihr erklärt?

und Diamanten hat sie auf der Brust – und sieht ihn

ant mit solchen Augen und dann drückt sie ihu Kramer. Wo denkst du hin? Zit so was bin ich viel 311 iingeschickt.

verstohlen die Hand . . . Das heißt: Ich liebe Sie! Willi. Soll ichs für dich?

Willi). Ilnd was hast du dir sonst noch gedacht? Kramer. Willi), wenn du das wolltest! Nur

Klärch en. Das sag ich nicht. ein Wort zu meinem Gunsten! ... Sieh, tausendfach

Willy). Warum nicht? hättst dit mir dann heimgezahlt. Doch das hast du

stlärchen. Es ist dumm

ganz dumm! längst dadurch, daß dit mir armem, niedrigen Gesellen

Willi. Aber wenn nun einmal zit dir einer fäme deine Freundschaft schenktest

aber dann

und sagte: Klärchen, ich liebe Sie? Willy ihn hinausschiebend. Geh mal 'n bischen spazieren Klärcheit. Dann würd ich mich furchtbar freiten. und frag in einer halben Stunde wieder nach! Quons! Aber 311 mir kommt feiner. Siramer. Willi) das iveliit ich – ich

Willy. Nehmen wir mal an, Stramer fäme! feine øände pressend ab.

Klärchen. Ach!

Willy. Möchtest du dich dann auch frenten?
Vierzehnte Scene.

Nlärcheit. Aber sehr!
Willy) afrin, sid, in einen Stuhl jeßend. So werd ich in Willy). So?
meinem Schmaroßerdasein auch einmal was Gutes stiften. Klärcheit. Aber er fommt nicht ... Ein Litterat,
Ah, wie das wohl thut!

ein Nandidat der Philologie wird eine Nindergärtnerin

wollen! – Pö! — Paß mal auf, eh ich das Gouvernanten. Fünfzchnte Scene.

eramen gemacht habe, korxmt feiner. Willy. Klärden.

Willi). Hast dit Sèramer nun eigentlich gern? Slärchen leije aujtretind will die Pađete vom Tisch räumen Klärch en. Ja ...0 ja. ... Das kommt, er ist und sich aufladen.

auf so eigentümliche Weise lieb zu mir ... So anders, Willi). Somm mal her, mein Herz!

als die andern ... Weißt dit, das fühlt man .. Das Si lärchen. Du saßest so still ich dachte, dit geht einem dann so warın vom Herzen in die Höh ... schliefst!

Mir ist dann immer so, als ob ich was schönes geschenkt Willi). Gieb mir deine Hand!

bekommen hab'. Nlärchen. Gern, Willy)!

Willi) faut auf seine Unterlippe, für fic: Ilnd an so viel Willy. Hast dit mich lieb?

Lieblichkeit ist man blind vorbeigegangen? lant in ver. Slärchen. Willy, warum fragst dit so was?

ändertem Tone: Wenn nun aber ein anderer käme und Wen jolli' ich denn lieb haben, wenn nicht dich? sagte: Ich liebe Sie? Ich wäre ja untergegangen, wenn du nicht gewesen wärst. Klärchen. Wer sollte das wohl sein?

Willi). Ilnd würdest du Vertrauten zu mir haben? Willy). Einer der beiden Primaner?
Stlärchen. Aber gewiß!

Klärchert. Das sind ja dumme Jungens!
Willy. Ich meine, wie wenn ich dein Beichtvater,

Willi). Oder Riemann? wie wenn ich der liebe Gott wäre!

Nlärcheit. Der ist ja verheiratet. Silärchen. Ach Willi), was der liebe (Gott von mir

Willi). Oder

ich? weiß, darfst dit auch wissen.

Klärchen. Hahahaha! Willi. Nun sag mal aber du mußt ganz nah Willy). Ist das so lächerlich? zit mir komment

Co! Hast du schon über die Klärchen. Nein, wie dit bloß scherzen kannst! .. sogenannte Liebe nachgedacht?

dit, du

zeigt nad der Deđe zit mir! streďt, sich büdend, in Si lärchent niet eifrig.

kleiner Enfernung vom Flißboden die Hand aus. Willi). Na, was hast du dir dabei gedacht?

Willy. Nehmen wir mal ait, es wäre so! Klärchen. Id hab mir gedacht, das muß etwas Klärch ei. Erstens würdest dit nicht sagen: Id liebe sehr Schönes und Erhabenes sein, weißt dit - jo Sie, sondern ich liebe dich

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der ich

Willi halblaut, in wilder Zärtlichfeit. Und wenn ich nun Klärchen. Ja und sind es immer sagte: ich liebe dich?

gewesen. Klärchen wie fascinirt stammelnd. Willi)!

Willy). llnd nun höre: Was ich dir vorhin sagte, Willy. Was, mein Herz?

daß jemand mich im Fürsprache bei dir gebeten hätte, Klärchen sucht rergeblidi in den scherzeuden Ton zurüdzukehren.

war fein bloßes Gerede. — Es ist Kramer, der Nicht wahr so sprichst dit – 311 den schönen Frauen Alärchen in fötlichen Erschreden. Kramer! - mit den blißenden Diamanten die dir - alle 310 Willy. Was soll ich ihm für Antwort bringen? Füßen liegen?

Klär che it. Was dit willst! Willi). Und wenn ich nun zit dir ivelit

Willy. Wie? nein, nicin, das soll nicht sein

foll nicht sein ...das darf Klärchen. Ich will – alles was dit willst! nicht jein! .... Ich wäre ein Schuft und ein Verräter,

Willy). Du brauchst dich ja noch nicht z11 binden. wenn ich jemals Weißt du, warum ich hier mit Wenn dit ihm nur Hoffnung giebst

. dir rede?

Klärchen. Sa - ich geb ihm Hoffnung. Slärchen. Ich weiß nur, daß du sehr seltsam mit

Willy). Das ist Recht! ... rufend. Komu nur

fomm nur mir redest!

di fratzest ja schon an der Türl. Will 1) zärtlich. Bist dit mir böse deshalb? Nlärch eit. nein aber vell Anist.

Sedizehnte Scene. Ach, Willy!

Die Vorigen. Kramer sehr erregt und sehr beflommen, wagt sids' Willy). Was, mein geliebtes Nind?

faum vorwärts. Klärchen. Sieh mich nicht so an!

Willy) in wilder Aufregung. Na, mach doch fein ArniWilly zärtlich. Ich werde fortfehn,

Ich werde fortsehn, wenn es dir | fündergesicht .... Wir beißen dich nicht .... hahaha mißfällt!

IS 'ne tolle Welt

hahaha! Geht Euch die Klärchen. Das hab ich nicht .

Þand .

... So... du darfst hoffen, mein Junge!

Kramer. Ist das Willi) zusammenraffend. Sturz und rund: wenn m jemand, dem ich sehr befreundet bin, zit mir als deinem

Willi) bei Seite. Gott sei danf, der Versuchung hätt Bruder fäme -- das bin ich doch?

ich noch gerade widerstanden!

Kramer. Klärchent Sie wollten wirklich ich Klärchent umklammert, wie um sich z11 ritten, seine Hand.

der ich nichts hab

nichts bin? Ach ja — ja.

Klärchen vor sich hinftarrend, tontor. Ja! Willy. Und sagte zit mir: Sprich für mich

Kramer wird auffah:end. Nun soll mir noch einer Wärest du nicht fortan zwiefach heilig für mich? . fontunteit und Shnent zit nah kommen erwürgent Müßt ich mich nicht verachten, wenn ich anders, als an

tu ich den H wieder in den wild - zärtliden Ton zinüdfallend meine liebe

Klärchen schaudert angstvoll zusammen und weicht zurüd, a18 füße – holde Schwester an dich dächte?

wolle sie zugleich Willy schüßen und bei ihin Sd'už juichen. Slärdhen birgt ihr (sejicht an jiiner Schulter. Ach, Willy)!

Kramer demütig, abbittend. O ich spaßte Willi). Aber in meinem tiefinnersten Herzen dürft | ja blos! ich doch an diese Stunde zurückdenken, wie an einen

Willy. Der an dir Tür stelit, schüttelt in sequälten lachen

Sein wildes heißen, törichten Traum, der zu schön war, um nicht zit

den Sopf. Ist ne tolle Welt - - hahahaha! ab. entweichen beim ersten Hahnenschreis .. das dürft ich doch? Gelächter rerhaut auf dem Sorridor.

Dir Vorhang fällt.
Mlärchen. Wenn du dir nur die Mühe giebst,
daran zu denken!

W illi). Und du?
Slärchen gen Himmel blickend. Ich o ich!

Willy. Ilnd eh wir wieder erwachen, leg deinen
Kopf in meinen Arm! – Co Ilnd sieh mich an

Robert Koos Großtat. mit deinen lieben Veilchenauigen! Es darf ja nie

Von Dr. med. Goldschmidt- Reichenhall. sein, daß ich dich liebgewinne Aber einmal will ich dich füssen auf diese Augent tut es .. und

Es giebt Ereignisse, die mit solcher Kraft und Energie

in die Geschichte eintreten, daß sie sofort nach ihrem Erauf diesen Mund tut es jie dauert l'insinkend 311sammen.

scheinen das Interesse der gesamten Kulturvelt auf fich Jn Scramers Zimmer geht die Tür

inan hört schwere Schritte

lenken. llnd dieses Interesse ist so mächtig, daß neben cr fährt zusammen und löst ste raich aus seinen Armen. – Hastig demjelben ein anderes kaum noch sich geltend machen kann. Du wirst nicht dran denken, nicht wahr?

Die Weltgeschichte ist an dergleichen Begebenheiten zwar Klärchen willenlos, wie im Traume. Nein!

nicht übermäßig reich, aber auch nicht gar jo arm. Aber Willi. Nie?

jene wichtigen Fakta, deren überwältigendem Einfluß rich Slärchen. Nie!

jedes andere Interesse unterordnen muß, werden meist auf

Sem Gebiete der Politik oder auf dem blutigen SchlachtWilly. Wir sind Bruder und Schwester und

felde geboren. Zim erstenmale entstand etwas ähnliches fins es immer gewesen.

in dem engen Raume eines Laboratorium, zum ersten

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זנטט

das 7

male erfüllt die Welt eine Verheißung des Glücfes und beweist der ungeheure Glaube, der dem Entdecfer geschenkt zwar mit so eindringlicher, so tönender Stimme, daß jedes wird, und kein Mensch zweifelt, daß dasjenige, was Koch gebildete Ohr diesem Tunie gerne horcht, daß alle poli- bietet, auch imkontrollirt" cchies Gol8 ist. Wenit litt int fischen und friegerischen Klänge verstummen müssen, oder, unserer hyperfritischen Zeit cine jo vollständige Glaubensfalls sie sich noch hören lassen wollten, überhört würden. ! seligkeit sich der besten Söpfe jämtlicher Nationen be,,Die Tuberfulose ist heilbar!"

inächtigt hat, jo spricht dieje' Tatsache mehr, wie die subDiese frohe Botschaft durchläuft die Welt von Süs tilsten Beweise für die Zuverlässigkeit des Entdeckten. nach Nord, von Dit nach West. ,,Die Tuberkuloje ist

Es ist schwer den Boden der pojitiven Tatsachen zit heilbar!“ Von tausend bleichen Lippen, die das Lächelit verlassen und sich die Welt vorzustellen, wie sie sein wird, längst verlernt zu haben schienen dringt dieser Ruf freudig wenn sie die Jufeftionskrankheiten nicht mehr zit fürchten dankbar 3.1.1 Himmel, und Millionen von Herzen, die haben wird, aber daß die Welt in absehbarer Zeit längst 311 hoffen verlernt haben, werden von diejein einen,

der Lungenjdhwindjucht befreit jein wird

wird, ist einzigen frohen Gedanfen durchwärmt.

feine lltopie, und diese Welt fönnen wir uns in filEs ist als hätte man vergessen, daß es Winter ist, tureller Beziehung wenigstens einigermaßen ausmalen. so frühlingswarm ist es in der Brufl der Mienschen ge Bedeutet die Erhaltung eines Menschen einen Teil worden, und, wenn man die vielen ernstheitern (Gefichier des Nationalvermögens, so haben wir dies Kapital um der 311 tausenden nach Berlin 311gereisten Männer der 10 fache vergrößert denn, 110 der Menschen in DeutschWisienschaft und die von der Hoffnung verschönten (e land wird von der Schwindsucht weggerafft. Bedeutet jeder

starfen zahl" der hierher ge- Strankheitstag eine Einbuße an Zinjen, so hat dieje Eineitten Stranfon beobadytet, jo sagt man sich zuer- buße eine bedentende Einjdhränkung erhalten, da die stranksichtlich: Ja, der Winter ist Frühling geworden und

heitsdauer, die Jahre lang gewähri hat, min wahrscheinlich zwar ein Frühling, der denjenigen in der Natur lange auf eine furze Zeit reditcirt werden wird. lluter der überdauern wird. Demn Stochs großartige Entdecking joll Geisel der Schwindjicht hatten alle Institute, die zur ja nicht nur Pasien gegen die Tiberfilloje jdumieden – Masjenanhäufig derMenichen dienent, 311 Icident. es ist vielmehr Aussichi' vorhanden, daß aus demjelben Mit welcher Itrijumme von Sosien mußte man diesem Arjenale, auch gegen noch viele andere, tüdfische sérant- Dämon cuitgegentreten. Jetzt wird man ihn nid)t mehr heiten wirfiame siampfmittel hervorgehen werden.

fürchten und die aufgcwendeten Summen dafür verwerten

fönnen, um das Leben der Menschen zit verschönern und In der Tat ist die Entdeckung noch zu neu, als daß man ihre ganze Tragweite übersehen könnte. Die Fantasie Bevölkerung waren eine ungeheure Laji aller scommunen,

behaglicher 311 machen. Die Sdwindsüchtigen der ärinieren ist immer raicher als die Wirklichkeit und wir würden

die im jo drücfender empfunden wurde, da man ihnen leicht in die Art einer Jules Verne'ichen Schildering verfallen, wenn wir schon jept ein Bild der menschlichen Gesells auf Deiling 311 erhalten. Jett werden diese unglücklichert

mur Scheinmittel gab, ir um bei ihnen die sojjang schaft entwerfen wollteit, in welcher es feine Krankheiten mehr geben wird. Die Hydra ist ein vielföpfiges Iluge:

und innützen Mitglieder der Geiellschaft 311in großen Teil

311 eroverbsfähigen ingestaltet werden, und alle jene Laster, heiter, und die Sage, die von ihr erzähli, berichtet weiter,

die ihren (Grund in Berzweiflung und Maß gegen das daß ein Nopf, der ihr abgehauen worden ist, rasch wieder wachic. Nun, die Vielföpfigkeit des Krankheitsungetüms Schlage verídwinden. Wie häufig hatte das Laster der

Leben und die Gesellschaft hatten, werden, wie init einem besieit nach wie vor, die söpfe aber, die ihm von dem

Trunfsucht seinen (rund in einer innheilbaren Serankheit. tapferui Ritter ohne Furcht und Tadel, imserem Robert Stoch, aligehauen, die wadjen nicht wieder, und das ist das

Suund jovicle Triunfcibolde aus Verzweiflung werden (Großartige dicjer Entdeckung. Es ist wahr. Jeder Fort- lichen Wandel, der Sitte und der Solidität wiedergegeben

dem Leben und der Familie, dem rechtlidhen und ordentidritt einer Wissenschaft geht Schritt für Sdiritt vor sich. Jil diejem šortschritt giebt'es feine inwermittelten Sprünge, sicherungs- (bejellschaft auf grund eines Lungen-Statarrhs

werden. Ruhig fann derjenige, den bisher jede Perund in jedem Arzte lebte ganz gewiß schon vor den lebten zurücfwies, fich an eine solche wenden. Aus dem vorher Tagen die frohe Zuversicht, daß früher oder später cin

genannten Grunde wird er nicht mehr fürchten müssen, Heilmittel gegen Tuberkuloje gefunden würde. Ginem jeden Heiland" geht die frohe Huffmung auf seine Erschei- ficiner Beträge icinen Nachtommen nach seinem Áblebent

| er Abzahlung Ming voraus.

sichern mödhte, ziırückgewicjén wird. Seitdem dic Medicin durch die Antiseptik eine neue Wie oft mußte ein talentvoller Jüngling dem seinen Straße 311 wandeli angefangen, mußte sich jeder denfende Anlagen angemessenen Beruf entjagen, weil er tuberkulös Arzt jagen, daß eine andere Acra für die leidende

war, oder von liberfulösen Eltern stammte. Nun kami Menjdhheit angebrochen, und, wie auf einen (aliläi

das Talent sich imgchindert entfalten; das Hindernis ist ein Newton, auf Spinoza cin Stant, auf James beseitigt. Aber 11001) öfter wurde manch Mitglied der GeWatt ein Stephenson, auf Lessing ein Göthe gefolgt war, jellschaft zum Cölibat verdammt, weil es: „auf seiner jo mußte nach Lisiercin Koch kommen. Beide Männer Punge nicht richtig war." Aus diesem Grunde wird kein verhalten sich 311 einander, wie die aufgehende imd die Mensch mehr seiner Liebe 311 entjagen genötigt sein. So hell' im Mittag strahlende Sonne. Ilud die Zeit zwischen jeln wir, wie auf allen Gebieten des Lebens, in allen beiden Männern ist durch eine Reihe von bedeutsamen Situationen, in allen Berufen, das Gespenst gebannt wird. Etappen characterijirt, die als Durchgangspunkte 311 dem Eine frohe Zufunft entfaltet sich, eine Zukunft

, jo hell, so jetzt endlich erlangten Ziele führen. Wie ein Herrscher stets sonnig, wie sie nur geahnt, nicht berechnet werden vor ciner Gruppe von Paladinen umringt ist

, so ist auch | kann. Was die Medizini" speziell für Vorteile aus der Sivd) von einem Streise von bedeutenden Forschern umgeben. Kochschen Tat ziehen wird, das liegt z1 klar auf der Hand, Ta ist Brieger, Ehrlich), Esmarch und viele andere.” lind

als daß wir darüber Worte zit verlieren brauchtent

. vor allen der noch junge, rastlose, Erforscher der Da, wo bis jeßt der Glaube an die Möglichkeit geherrscht, Aetiologie der Tuberkulose, Georg Cornet.

da tritt frohe Siegesgewißheit ein. Möge der Kunst diese Daß wir in dem Ziele der Heilung der Tuberkulose Siegesgewissheit

, trotz umvermeidlicher Enttäuschungen, die jo nahe gerückt sind, ohne daß das Mittel bekannt ist, | auch hier in einzelnen Fällen nicht ausbleiben werden,

unsere Aerzte nicht verlassen. Mögen sie als fleißige Die identischen Begleitschreiben lauten:
11110 gewissenhafte Krieger in den Kampf ziehen, mögen
sie der Fahne, die ihr Feldherr Robert Roch entfaltet hat

Die anliegende Erklärung, welche sich für eine ind auf der die Worte: ,,Humanitätımd Wissenschaft“prangen,

Reform des Gimnasialitnterrichtes ausspricht, intertreit folgen, dann wird eine neue Zeit hereinbrecheit, deren breiten einem hohen Ministerium zur Beachtung Morgenröle geschaut zu haben, wir als ein hohes Glück die crgebenst IInterzeichneten. betrachten fönnen.

Die Notwendigkeit, auch die Überzeugungen zahlEs ist unmöglich, die vorangegangene kurze Abhandlung 311 schließen, ohne jenercinzigen parlamen

reicher akademischer Lehrer der Medizin und der tarischen Verhandlung 31 gedeniken, die am 28. November Naturwissenschaften an maßgebender Stelle bekannt d. I., also vor wenigen Tagen, im preußischen Landtage 311 geben, ist von neutem hervorgetreten, nachdem sich stattgefunden. Wenn einst eine Geschichte der Sochschen

auf vielen deutschen llniversitäten gleichzeitig das Entdeckung geschrieben werden wird, so wird man mit wahrer Freuide fonstaticrent fönnen, daß auf die Inter

Bestreben fund gegeben hatte, Stimmen für den pellation des Abgeordneten Graf-Elberfeld eine Rede des

Ausspruch 311 sammelit, daß die gegemärtig gcStultusministers v. Gobler gefolgt ist, die als monumental währte Vorbildung allen Berufsstudien genüge. 311 bezeichnen ist. Es war der Form imd dem Inhalte

Eines hohen Ministeriums 2. nach ein oratorisches Meisterstück, das man im Original nachlejen muß. In knapper Form wies der Minister auf Leipzig, den 8. November 1890. die großartige Bewegung hin, die die besprochene Ent

Boehm, ž. Bruns, H. Curich mann, deckung auf allen (Gebieten hervorgerufen. Er verteidigte das Geheimhalten des Mittels, als durchaus notwendige Maß

Hoffmaiui, Litdwig, W. Dstwald, Wislicells. regel, er lobte besonders das Vorgehen der städtischen Be Die sieben leipziger Professoren legten die Erklärung hörden von Berlin und sprach mit Enthusiasmus über die ausschließlich Vertretern der medizinischen und naturOpferfreudigkeit, die sich unter den Begüterten regt, und wissenschaftlichen Lehrfächer im engeren Sinne zur Ilnterüber den innermüdlichen Eifer, mit welchem jüngere schrift vor. Trotzdem haben nicht weniger als 185 ordentund ältere Aerzte sich der Sochschen Entdeckung liche Professoren unterzeichnet und jede der zwanzig beangenoininen haben. Gine feierliche Bewegung teiligten deutschen Ilniversitäten hat auch Teil an dieser crgriff die Zuhörer. Nur von Zeit 311 Seit Zahl. Es ist tatjächlich

) ein sehr großer Teil alier aktiven, brad) der Enthusiasmus gewaltig hervor, und mächtige staailich angestellten, ordentlichen Itniversitätslehrer unzutApplause, die sich bis auf die Gäste auf den Tribünen frieden mit den nicht etwa nur staatlich genehmigten oder fortsetzeit

, und die der Präsident nicht rügte, lohnten dem geduldeter, sondern privilegirteit, gesetzlich gerade für die Redner.

līniversitäten 311geschnittenen Vorbildiungsanstalten, den So findet eine große Zeit auch große Männer, die sie humanistischen Gymnasien.

humanistischen Gimnasien. llnd zwar sind die linterbegreifen. Möchte jede großartige Entdeckung so schnell zeichner höchstwahrscheinlich jämmtlid), jedenfalls alle bis begriffent

, so schnell erfaßt, jo enthusiastisch begrüßt, jo ailf cine inanimale, cine fast verschwindende Minderzahl, fraftvoll unterstützt werden, dann wird diese pselt in der nicht allein Zöglinge des humanistischen Gymnasiums, Tat dasjenige sein, womit sie heutzutage nur ironisch be sondern auch mit dem Zeugnisse der Reife aus demiselben nannt wird, nämlich: ,, die beste

' der welten."

hervorgegangene Männci. Die jüngsten wie die ältesten kennen aus eigener Erfahrung die Vorbildung ihrer Zilhörer. Ihr lirteil ist ein vollkommen selbständiges und verdient deshalb in der Hochflut von Büchern, Broschüren, Flugblättern, Zeitungsartikeln zur (Symnasialreform, anders wie jo manches Port Außenstehender – und dazit gehören in diesem Falle die Gymnasial-Lehrer und -Direktoren meistens selbst vor dem llitergange bewahrt zit bleiben. Eine solche fulturgeschichtlich wichtige Tat fann

nicht totgeschwiegen werden. Es müssen triftige Ilmstände Das Manifest der 410.

vorliegen, welche sie gezeitigt haben.

Dhnie wissen zi1 könnent was jeden cinzelnen bePon Professor Dr. Wilh. Prener.

slimmt hat, seinen Namen unter die Erklärung 31 sekeit

iind ohne von irgend cinem befugt oder auch nur aufPor kurzem ist eine von vierhundert und zehn deutschen gefordert worden 311 jein, mich über die Motive ausziiProfcssoren und Privatdozenten der Medizin und der sprecheit, glaube id doch die Zustimmung einer großen Naturwijjenschafter unterzeichnete Erflärung an die deutschen Mehrzahl, wenn nicht aller 410, zu finden, mit der BeIlnterrichtsministerien versant worden, welche folgenden Haupting, daß es im wesentlichen" folgende vier Mängel Wortlaut hat:

der heutigen Gymnasialerziehung sind, durch die eine Judem die Interzeichneten sich zunächst jedes schafter an deutschen Hochschulen verhindert wird.

richtige Vorbildung für den Mediziner und NaturwisseitVorschlages enthalten, wie sich fünftig der linter

Erstens nimmt der Gymnasialunterricht zit wenig richt in den gelehrten Schulen zit gestalten habe, Rücksicht auf die Ausbildung des jedem Reinde mit gesehen sie sich gestüßt auf ihre Erfahrung zu der Er- uden Sinneswerkzeugen angeborenen und in der Kindklärung gezwungen, daß die Vorbilding, welche die heit ohne jede Anweisung sich entfaltenden BeobachtungsZuhörer aus den heutigen (Hymnasien mitbringen,

vermögens. Weitaus den meisten Abiturienten fehlt es wenig geeignet sei, im als Grundlage für das

an llebung im Anschauen. Der Wahrnehmungs-Ilnter

richt ist ihucit nicht zit Teil gevordert. Die Mediziner Studium der Naturwissenschaften und der Medizin müsjen sehr scharf hören beim usfultiren und Perkutiren,

ihr Tastjinn muß eine große Verfeinerung haben beim

zu dienen.

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Palpireit und Touchiren, fie müssen bei der Diagnose feinem Schaden auf oftroyirt. Was fängt er damit an?
und' Th erapie in allen Krankheiten ein höchst geübtes Tatsächlich vergißt' er sie im Laufe seiner nüßlichen,
Auge haben, von dem Geruchsinn und Geschmacksin, die menschenfreundlichen Arbeit.
beide auch für den Chemifér von großem Werte zur Viertens. Der Abiturient, welcher Medizin iind
lInterscheidung der Dinge und Vorgänge sind, zu schweigen. Naturwissenschaft studirent will oder soll, muß gesund

So muß also der Student mit unsäglicher Mühe und fräftig sein. Der Arzt, welcher durch zu viel Lesen erst sehen lernen, hören lernent, tasten lernen, in einem

und Schreiben bei Lampenlicht als Gymnasiaft von seinem Alter, in welchem es ihm wegen der nach dieser Richtung 10. bis 19. Lebensjahre, überhaupt durch zuviel Sißen im früheren Jugendalter vernachlässigten Entwicklung und 311 wenig Bewegung im Freien, die natürliche Entfeines Gehirns, jeiner Sehiphäre, Hörsphäre, Fühliphäre, wicklung seiner Muskeln und Nerven, seiner Sinochen und it. i. w. schwer wird. Was wegen der erstaunlichen Gelenke, seiner Haut und seiner Lungen hat vernachlässigen Plastizität des zentralen Nervensystems im Stinabenalter müssen, fann später das Versäuinte kaum nachholen. leicht erlernt wird, kann später nur mit sehr viel Zeit- Manche werden durch die in der Schule erworbene Kurzaufwand und enormer Anspannung der Aufmerksamkeit sichtigkeit und Muskelschwäche dienstuntauglich. Die A11crworben werden.

sprüche, welche das Leben an den Sörper des Médiziners und Taš heutige (Gimnasium ignorirt diese Seite der Naturwissenschafters stellt, sind soviel größer, als die Vorbildung. Der Mangel ist fundamental.

Anforderungen an den physischein Teil eines Juristen, Zweitello. Der Mediziner

, der Chemifer, der Philologen, " Theologen, es wird die Anpassing an andere Physiker, furz jeder Natuwissenschafter imß cine manuelle

Menschen und an Sie mit dem Berufe gegebenen äußeren Gejchicklichkeit sich erwerben, weldhc es ihm ermöglicht, mit Perhältnisse jener jo schwer gemacit

, daß die VernachSiderheit, ohne zit zittern, ohne fehlzuigreifen, ohne Zeit Benachteiligung des Turnens, des Ruderns, des Sdwimmens,

lajjigung der Pflege des Störpers in der Schulzeit, die zu verlieren, zit operiren. Eine chirurgische Operation, cine anatomische Šeftion, cine (Bas- oder Glementar-Analysc,

des Laufens, der Spiele im Freien, der Ausflüge zit eine chemische Synthcic, cine Dampf-Dichie - Bestimmung, Gunsten des Bücherstudiums im Gymnasium streng zit eine einfache mifroifopische Beobachtung, ž. V. pathogener tadeln ist. Olympische Spiele statt Venophon und Cicero! Vazillen im hängenden Tropfeni, ja eine einzige (Balvand

Es gibt noch andere Gründe für die Erklärung, daß meierableiung, kurz jede richtige Handhabung der gewöhnta

die gegenwärtige gymnasiale Vorbildung für den Mediziner in

und dei Laboratorien ind Nilinifen erfordert eine jolche

meinen Schriftent, besonders in den ,,Biologischen Zeitllebung der Hände, das man sich wundern mu, wie fragen“ (Allgemeiner Deutscher Verein für Litteratur. trotz der Lernachläftigung derselben in den Gymnasien Berlin 1999) erörtert, aber die vier hier dargelegten von den Studireniden relativ iloch soviel darin erreicht

genügeit, die Erflärung der 410 311 rechtfertigen.
wird, wie es der Fall ist. Was aber von den Sinnes-
organen gilt, gilt noch inchr von den Händen. Cie
werden in viel fürzerer Zeit und mit viel weniger
lustrengung im Sinabenalter geübt, als im Alter der
Slidirendelt. Die meisten Abiturienten sind auffallend
ugeschickt, nicht weil es ihnen an Anlagen, sondern weil
es ihnen an llebung fehlt. Die wenigsten fönnen zeichnen,

Die õukunft Kameruns.
fain einer von hunderten famı modellirent.
Das heutige (vymnasium ist schuld an diesem Mangel.

Von einem stolonial-politiker.
Schon manchen Stranken hat das manuelle Ilugeschick Die Aufmerksamkeit Deutschlands ist jetzt fast auss
des Arztes das Leben gefostet.

schließlich auf estafrika gerichtet. Die Solonialschwärmer Dritten Von dem Mediziner und von dem haben den Verlust Sansibars iud Ilgandas verschmerzt. 9111 Naturwissenichafter wird verlangt, daß er nicht nur eine die Stelle hemmender Nebenbuhlerschaft zwischen Deutichland Mutteriprache beherrsche, sie richtig ind mit Leichtigkeit und England ist das beste Einvernehmen getreten. Mit mündlid und schriftlich anwende, um, was er wahr: bestimmten Grenzen sind unklare Träume durch feste genommen hat, mitzuteilen, sondern auch Englisch und greifbare Aufgaben ersetzt worden. Die Sèulturarbéit hat Französisch verstehe. Ter Abiturient lernt von beiden im auch bereits in Ostafrika begonnen und wird, wenn mit Gymnasium so wenig, daj; er nachher mit Aufwand von gleicher Nasilosigkeit fortgearbeitet wird, die herrlichsten viel Zeit und (weld iind meistens ir imvollkommeneš Früchte tragen. dahin bringt, sich von den oft höd)st wichtigen wissen Namerimm, das vor einigen Jahren das foloniale Lieb: schaftlichen imd technischen Errungenschaften des Auslands lingsfind des deutschen Volkes war, ist aber in leßt Zeit Stenntnis zu verschaffen. Bei dem immer mehr hervor zum Slieffind geworden. Nur einige Küstenplätze sind betretenden internationalen Charakter der Medizini umd fiedelt worden, iind in geringer Entfernung der Küste Naturwissenschaft, welcher vicles Reisen benötigt, imm die werden einige Stationen gegründet

. Die Aufschließung cigene Anschauung zit ermöglichen, 'muß diejer Mangel des Hinterlands befindet sich aber noch in den ersten An immer mehr fühlbar werdeit, wie er der auch bei fängen. Dies ist 31. bedaltern, da Stameruit einerseits Stongreisen, bei sonsultationen, in den Solonicii von cine ebenso aussichtsreiche Zukunft vor sich hat wie DstJahr zit Jahr mehr hervorgetreten ist

.

afrifa uns da Deittschland andrericits das Hinterland von Das heutige (Simnasium bleibt aber dabei, dem Namerun, das ihm Frankreich streitig macht, verlieren Zeitumfang und der Intensität des Unterrichts nach die wird, wenn es sich nicht becilt, seine Anjprüche auf dasphilologisch-grammatische Schulung, das Buchstabenlernen selbe nachdrücklich zu wahren. Ein Blick auf die Séarte genügt

, und Bücherivissen mit Rücksicht auf zivei tote Sprachen in 311 sehen, daß die Kamerunkolonie ihrer geographischen zu bevorzugen. Auf Sosten des Deutschen und der beiden Lage nach der günstigste Punft der ganzeni afrikanischen modernen imersetzbaren Sprachen des Occidents werden Westküste ist

, imd wenn Deutschland sich die Hinterländer Latein und Griechisch in nicht zu verantwortender Weise erschließt, zum Handelsmittelpunkt des Westens werden den fünftigen Mediziner ind Naturwissenschafter 311 | kann, wie Sansibar derjenige' des Ostens ist. Kameriin

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