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Hellc schimmert Abendröte,

wir sollten froh sein, daß sie durch einen glücklichen Zufall zu1
Mildes, ernstes, klares Licht,
uns gekommen ist.

29. 12. 74.
Als wenn sie mir Abjchied vöte,
Edhwindet Abendröte nicht.
Ich im Walde bin alleine,

Gestern fing ich an, Schillers „'abale und Liebe" zu lesen
Size da und schaue hin,

und bin soeben mit fertig geworden. Ich muß es früher schon O du herrliche und feine,

einmal gelesen haben, aber es kann damais gar keinen Eindruck Ganz bezaubert schon ich bin.

auf mich gemacht haben, denn ich erinnerte mich fast an nichts. Friede, Friede, jüber Friede,

Diesmal hat mir das Stück ganz außerordentlich gut gefallen friede waltet ringsumher!

oder vielmehr ist dieser Ausdruck viel zu schwach, ich bin geradezit

erschüttert. Ich wundere mich seit einiger Zeit, daß gerade Ich konnte wirklich nicht einschlafen, ich mußte noch dichten. solche Sachen, die doch bloš das ganz gewöhnliche Leben wieder Hoffentlich kann ich es morgen frül) noch lesen; ich habe ge

geben, einen so großen Eindruck auf mich machen, während ich schrieben ohne Licht zu machen. Aber die Laterne scheint ja

bei meinen cigenen Werken doch cigentlich ohne lange Ueberziemlich heli. Jekt bin ich müde, id glaube, daß ich jeßt die zu allen Zeiten und an jedem Orte passiren fönnen. Und

legung und besonderen Vorsaß nur solche Ereignisse darstelle, schlafen kann. Gute Nacht, Lenchen. Nachts zwischen 12 und 1 lihr, 12. 12. 71.

in der Tat muß doch jo wie ich dichte das rein Menschliche schöner hervortreten.

Vielleicht ist es aber auch gar nicht die dichterische Bedeutung Heute passirte mir etwas eigentümliches im Mathematik: unterricht. An der Tafel machte ciner eine ftonstruktion. Ich

des Tramaš, die mich so gepackt hat. Ich glaube sogar bestimmt,

daß es etwas anderes ist. Es gefiel mir nämlich vor allem weiß ganz genau, das ich meine Augen auf die Figur an der

das Verhältnis zwischen dem vornehmen Ferdinand und Luise, Tafel gerichtet hatte. Dá plöblich rief mir Professor Schulz

dem armen Mädchen aus dein Volk. Ich jah die beiden leibzu: „Herrmann, aufpassen!“ Ich begreife faun, wie man einen jolchen Scharfblic haben fann.

haftig vor mir und will gestehen, dass ich mich an Ferdinands Er muß es am Ausdruck

Stelle dachte. Der Zufall, daß der Name seiner Geliebten mit meiner Augen oder meines Gesichtes überhaupt gesehen haben,

L anfängt, hat mich fonderbar berührt. Ich kann mir diese daß meine Gedanken wo anders waren. Denn wirklich schaute quise überhaupt nicht anders vorstellen, als mit dunkelbraunem ich zwar geradeaus, aber von der Figur sah ich faum etwas, ich Sadhte an etwas ganz anderes. Dir, mein liebes Tagebuch, kirichrotem Mund. Wir sind sehr gute Freunde geworden,

Haar und ebenjolchen traurigen Augen, rosigen Backen und fann ich es ja anvertrauen, owohl ich mich fast vor dir schäme: Lenchen und ich, und

wir sprechen über alles mit einander. Seit gestern Mittag muß ich immer an die Szene denten. Ich Daß ich dichte. hat sie erraten, aber ich habe noch nicht den verstehe gar nicht, "wie oder vielmehr wir dazu gekommen Mut gehabt, ihr etwas davon . 5. 1. 76). sind. Jch jaß am Tisch und las einen Roman in „lleber Land und Meer." Lenchen saß am Boden und nähte die Fransen am Teppich an, die abgerissen waren. Ich frm etwas in Gestern erzählte ich meinem Bruder Heinrich ausführlich Verlegenheit, denn ich hätte mich gerne mit ihr unterhalten, den Inhalt meines Dramas ,,Sei ein Mensch". Als ich fertig aber ich wußte nicht, was ich jagen jollte. llnd dann spürte war, - beglückwünschte er mich und sagte, der Stoff sei gut, ich wieder die eigentümliche Aufregung bis an den Hals hinauf, er wünschte nur, daß auch die Ausführung gut würde. wie letzthin, als ich dichten wollte und nicht konnte. Ilnd dann liebsten wäre es ihm, wenn ich diesen Stoff erst viel später, fingen wir doch an mit einander zu sprechen und scherzten mit nach mehr als 20 Jahren bearbeiten würde. Da er jedoch noch cinander. Auf einmal fam Mama vom Laden herauf. Ich nichts davon gelejen oder gehört hat, so bin ich noch nicht vererschrat sehr und las wieder weiter. Als sic fort war, tam ich i zweifelt.

zweifelt. - Deinrich beschäftigt sich gegenwärtig jehr viel mit in große Verlegenheit, als Lenchen mich fragte: Warum haben „Jdeal“ und „Nieal“. Ich solle mich ja hüten, nicht zul ideal Sie denn nicht weiter gesprochen? llnd was dann kam, weis; zu werden, das wäre ein großer Fehler. ich) nicht mehr, und darüber denke ich leit gestern nach und Ich weiß nicht, über derartige ernste Themata rede ich sehr bringe es nicht heraus. Auf einmal jas ich neben ihr auf dem gern mit Heinrich, aber sonst komme ich oft jehr schlecht mit Boden und spielte mit ihrem Fuße und zog ihr den Schuh aus ihm aus und er bringt mich manchmal ganz in Verzweiflung. (sie hat so feine schwarze Strümpfe, die sich ganz eigentümlich Besonders wegen Lenchen. Er redet manchmal so verächtlich anfühlen) und so gings eine Zeitlang weiter. Sie erzählte mir, von ihr und behandelt sie so schlecht, daß ich wütend werden sie' habe mich früher "schon einmal gesehen, im Laden, als sie könnte. Auch Mama ist nicht gerecht gegen sie. Lenchen flagt für ihre frühere Herrschaft ein Backet holte; da habe die mir oft ihr Leid, und ich bin in einer entseglichen Lage: ich Ladnerin, die es zuschnürte, mich gebeten, ich solle thr mein fann ihr nicht umrecht geben, wenn sie recht bittere Worte gegen Mesjer leihen. Ich habe mich außerordentlich darüber gefreut, Mama gebraucht. Sie verstehen sie eben alle nicht und be: obwohl ja eigentlich nichts besonderes dran ist. Sie erzählte urteilen ein Dicistmädchen wie das andere. Allerdings ist fic mir noch verschiedenes und ich hörte ihr jehr gern zu und hielt oft tropig und lässt sich nicht viel sagen. Aber da hat sie doch ihren warmen Fuß in der Hand. Ich begreife jept gar nicht recht, sie ist einmal nicht wie die andern. Mama stichelt auch mehr, wo ich den Mut dazu hernahm. 16. 12. 7 1.*) immer, aber sie jollen uns nicht mehr auseinander betontmen.

Ich habe jie jo licb, und sie ist jo brav und schön und klug. In der leßten Zeit habe ich ziemliche Abneigung gegen das Wenn ich mir daran denke, wie ihre Backen sich anfühlen, Einschreiben im Tagebuch gehabt: heute ist der 26. Dezember. so weich und sanft wie Pfirsich), da kann ich mich gar nicht mehr

Zunächst war also vorgestern Weihnachtsabend. Wie es halten, ich muß mich recfen und mich nach ihr jchnen! Immer bei uns Sitte ist, erhielten wir (Keschenfe: ich ein Portemonnaie, denke ich an sie und abends vor dem Einschlafen ist sie sicher cin schönes Taschenmesser, Sragen, ravatten, Manschetten immer mein lepter (Bedanke. Morgens um 6 Uhr, wenn sie tnöpfe. Ich werde wahrscheinlich später auf Weihnachten zurück von der Mansarde herunterfommt, flopft sie an unsere Türe, formen.

damit sie in die Wohnung fann, um sauber zu machen, und Mein Bruder Albert ist hier auf Besuch; er nimmt sich Heinrich, der an der Türe schläft, macht ihr auf. Ich wache sehr gut aus in Uniform.

immer auf, und wir haben uns in den leten Wochen angewöhnt, Sei ein Mensch!" ist vorläufig zurückgelegt.

mit einander leise zlı flüstern, wir haben uns immer etwas z11 26. 12. 7.1. jagen. Heinrich, der gleich wieder einjchlafen möchte, ärgert sich

allerdings tolossal. Mittags, wenn sie im hintern Zimmer näht, Ich habe mich an Weihnachten furchtbar geärgert, und schleiche ich mich oft zu ihr und sețe mich auf den Schemel zwar über Mama. Sie hat Lenchen viel weniger zu Weihnachten

und lehne mich an ihr Stnie und schane sie an. Manchmal geschenkt, als der Köchin, weil sie erst vor fiirzer Zeit ein seben wir uns auch neben einander imd blättern in der Gartengetreten sei. Ich sehe nicht ein, warum es das Mädchen büßen laube und sehen Bilder an. Einmal ist Papa gerade heraufjoll, daß sie ihre Stelle gewechselt hat. Ich meine im Gegenteil, gekommen, als wir so beisammen saßen. Ich bin entjeplich

erschrocken und zusammengefahren. Aber es ging ganz gut *, Der nächste Eintrag ist so did mit Tinte durchítrichen, daß

vorbet. Er fragte nur, ob ich meine Aufgaben ichon gemacht id) fein einziges Wort entziffern konnte.

hätte, und es kam mir sogar vor, als ob er lächelte. Lenchen

ist viel ruhiger als ich, sie schilt mich immer aus, wenn ich so der Leiter und schaute uns 311. Ich war so verwirrt, daß ich ängstlich bin; sie ist ein sehr stolzes Mädchen, wie eine ver „ja“ antwortete. Seit der Zeit haben wir das beibehalten. kleidete Königin, und hält es für ganz selbstverständlich, was Vielleicht wirkt aber auch noch ein anderer Umstand mit, wir tun. „Es ist doch nichts unrechtes dabei", jagte sie erst daß wir uns Geschwister nennen. Lenchen hat nämlich seit leythin. lind wir tun wirklich kein Inrecht. Ich kann doch einiger Zeit einen „Schaz“.. Es ist ein Commis, einer von den nichts dafür, daß ich sie jo lieó habe, daß ich immer um fie Herren, die im 4. Stock bei der Frau Habermann, die früher sein muß?

15. 3. 755. eine Wirtschaft hatte, zu Mittag und zu Abend essen. Die

bleiben nach dem Nachtessen gewöhnlich noch da und lassen sich In 2 Tagen gehen dic Osterferien an, worauf ich mich

Bier holen. Die Frau Habermann lud nun, wenn unsere sehr frente. Nicht gerade aus Faulheit, aber der Menich miú

Mädchen und die aus den andern Stockwerken hinaufgingen, doch einmal wieder auf kurze Zeit frei sein und tun und denken

diese ein, hereinzukommen und mitzuhalten. Das nahmen die Mädchen natürlich gern an.

Einer von diesen, ich weiß nur, dürfen, was er will. Ich habe zwar schon öfters die Erfahrung gemacht, daß gerade dann, wann Gelegenheit dazu geboten ist, daß er Karl heißt, beschäftigte sich nun hauptsächlich mit Lenchen man es am meisten versäumt und überhaupt sozusagen an gar

und machte ihr Geschenke, und legten Sonntag ist sie mit ihm nichts denkt. Wenn nur das Wetter schön ist! Dann kann

ausgegangen. Das stört übrigens unsre Freundschaft gar man wenigstens neue Eindrücke in sich aufnehmen und einmal

nicht, im Gegenteil, wir haben uns noch viel lieber und find

so , Wir haben natürlich wieder ungestört mit der Natur allein sein und sich mit ihr 10 oft beisammen, als es nur möglich ist. unterhalten. Ich wüßte zwar jemanden, mit der wäre ich gerne

cut noch viel mehr mit einander zu reden. 25. 4. 75. zu zweit in der Herrlichkeit der freien Natur! Das ist aber leider nicht möglich.

26. 3. 75.

Es ist nicht mehr alles wie es sein sollte. Lenchen weint sehr viel und spricht davon, sie müsse fort, es gehe so nicht

mehr. Und als ob Mania das Unglück noch beschleunigen Cben Erwähntes (vom Denken u. . w.) scheint mir daher

wollte, behandelte sie sie schlechter als je zuvor, und Lenchen zu kommen, daß man immer strebt, wenn man es aber erreicht hat, strebt man wieder nach etwas neuen.

ist auch noch tropiger als früher. Ist denn alles verbündet, Daß man

um uns zu trennen? Sie sollen uns aber nicht auseinander cigentlich ruhig genießt, das fontmt jelten vor. Für heute

bringen. Es ist noch Zeit genug, wenn ihr Narl sie heiratet. genug.

26. 3. 73).

Er hat es ihr nämlich sicher verjprochen. Wenn ich nur wüßte, Schneller als ich gedacht hätte, kann ich die Wahrheit unglücklich

warum sie jo traurig ist iind jo viel weint? Ich bin sehr, sehr

12. 5. 75. dieser Bemerkung, die ich vor 3 Tagen machte, durch eine eigne Erfahrung bestätigen. Man redet doch so viel von der zauber

Alles hat sich entschieden, und nicht zum Buten. Mama haften jüßen Wirkung des Nusses. Ich habe das bisher immer

hat gestern Lenchen für jofort gekündigt; übermorgen muß sie ohne weiteres geglaubt. Nun, ich habe jetzt auch gefüßt, ich

gehen. Bestern fam ein altes Weib zii Mama, ich war gerade habe gestern zum ersten Diale Lenchen einen Nuß auf den Mund

dabei. Sie sagte ihr etwas ins Ohr, und Mama sagte dann, gegeben und bin eigentlich recht enttäuscht. Ich hätte es mir

tch solle fortgehn. Saum war fic fort, fing Mamaan mit aber vorher denken können. Ein Nuß ist ja viel zu kurz! llud id) habe nicht den Mut gehabt, ihr mehr als einen zu geben

Lenchen zu schelten, daß mans im ganzen Hause hören konnte,

und fündigte ihr. Mir wars, als müßte ich versinken. Lenchen Es ist ein viel jüßeres (Befühl, meine Wange an die ihre zu

blieb stolz und ernst und verzog kaum cinc Miene. Mittags drücken oder auch nur einfach auf ihrem Schooß zu siten und

aber erklärte sie mir alles. Die Frau war eine Hebamme, bet mich an sie zu lehnen. Es hat aber lange gedauert, bis ich den Mut fand, ihr nichts eiligeres zu tun, als der Mama zii verraten, daß Lenchen

der Lenchen gewesen war, um sich Rat zu holen, und die hatte den Siuß zu geben. Ich beabsichtigte es nämlich schon lange.

ich mag es nicht schreiben. Mir fiel es wie Schuppen von (Gestern nun jaş ich auf ihrem Schoose und wir fluisterten 31

den Augen. Es war mir, als müsse ich es geahnt haben die sammen. Dam fam es mir, jetzt imuß ich sie küssen. Ich legte

ganze Zeit über, imd doch hatte ich nie daran gedacht. Jeßt zuerst meine Stirn auf ihre Stirn und so fuhr ich fort und

erinnere ich mich wieder, wie Lenchen vor einiger Zeit mir jagte dazil: Hand in Hand Stirn auf Stirne Aug' auf mittags erzählte, am Abend vorher, gegen 11 uir, sie habe Auge, jeibst meine Naje brachte ich mit der ihren in Berührung, schon geschlafen, jei jie plötzlich

) aufgewvadit, und da sei ein Mann bis es dazu fam: Mund auf Mund! und ich füßte sie. Wir jaßen dann noch lange beisammen und sahen uns an und hielten Angst und habe erleichtert aufgeatmet, als er zu reden anfing,

an ihrem Bett gesessen. Sie habe sich nicht regen fönnen vor uns bei den Händen. Es hat uns niemand gestört.

es war der Siarl. Sie hatte weiter nichts gejagt, aber ich er29. 3. 755.

innere mich jetzt wieder, sie hatte mich so eigentümlich verständnis

voll dabei angesehen. Damals muß es geschehen sein. O Lenchen, Heute morgen las ich wieder in meinem Drama, 311 dem Lenchen! Wir jollen uns trennen! Es ist ja nicht möglich. ich schon lange keine Lust mehr hatte und versuchte daran zul [ Gott, o Gott, es war alles so schön, und wir haben uns ja arbeiten: ich brachte aber nichts fertig. Ich ging dann spazieren

betde so lieb, warum müssen wir jo unglücklich werden? Wir und ließ es aus Versehen auf dem Tische liegen. Vorhin Jagte haben ja fein Unrecht getani, jie kann ja gewiß auch nichts dafür! mir nun Lenchen, sie habe darin gelesen und sie konnte kaum

31. 5. 75. glauben, daß ich das alles selbst gemacht habe, und sie fragte ganz erstaunt, wo ich denn die Einfälle und die schönen Aus

Lenchen ist fort. Wir haben uns umarmt und geküßt und drücke alle herhabe? Sie war wirklich ganz entzückt, und das is versprochen, uns jobald als möglich) irgendwie zu treffen. Urteil des ersten Si'ritikers der Welt tönnte mich nicht so freuen, wie die naive Bewunderung meiner lieben Schwester Lenden.

Sie hat hier cine andere Stelle in Aussicht. Wie kann man Ich habe wieder neuen Mut gefaßt und hoffe bestimmt, das

nur so unglücklich werden?

5. 6. 75. Drama jetzt bald zu Ende zu bringen.

25. 1. 7).

Jmmer wieder fängt Papa damit an, ich müsse am Ende

des Schuljahres Lehrling werden. Auch heute war dies wieder Ich nannte oben Lenchen meine Schwester und wir heißen der Fall, und als ich mich entschieden weigerte, sagte er, „andere uns jeit einiger Zeit immer Bruder und Schwester. Ich will Ninder würden das, was ihr Vater wollte, und das sei auch erklären, wie das fam. Wir saßen vor einigen Wochen wieder ihre Pflicht." Ich habe eine andere Ansicht von Pflicht; zusammen, jie nähte und ich las ihr vor aus „llriel Acosta". im Gegenteil, meine Pflicht ist, mich gegen einen Beruf zu wehren, Sie hörte sehr aufmertjan zu und faßte, wie das ihre Art ist, den man mir aufzwängen will, ohne daß ich auch nur die alles auf, als ob eś Wirtlichkeit wäre, und fing an, über die geringste Lust, das geringste Vergnügen daran habe. Nann schlechten Menschen zu ichimpfen. Ich faßte sie bei der Hand denn ein Vater überhaupt von seinem Sohne verlangen, einen und sah sic an und redete nichts und freute nich nur über jie | Beruf zu wählen, nur des „Veldes“ willen, einen Beruf, zu Auf einmal jprach eine Stimme zum Fenster herein: „Mit das dem er auch nicht einen Funken von Licbe hat? Ist es nicht Ihre Schwester, junger Herr?" "Es war einer von den An vielmehr Pflicht des Vaters, den Sohn davon abzuhalten, falls streichern, die damals injer Haus neu anstrichen, der stand auf er einen solchen Beruf wählen wil? Aber durch das ewige

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*

Drängen fomme ich bald in eine Stimmung, in der ich ihnen zu der verlassenen heiligen Religion, zu der guten alten Zucht zurufen möchte:

und Furcht Gottes.“ ,,Macht mit mir, wuś ihr wollt, ich fümmere mich um gar nichts mehr!“ Was liegt auch jetzt noch an meiner Zukunft?

Wir wissen es besser. Das kirchliche Begräbnis ward euch 17. 6. 75.

verweigert. Schlafet denn süß neben einander auf ungeweihtem

Boden, ihr unglücklichen Liebenden, traute Geschwister der Gestern Abend traf ich Lenchen am Tor des Hauses, wo

eigenen Wahl! ihre neue Herrschaft wohnt. Ich trat rasch mit ihr in den Hausgang und wir umarmten uns. Sie sieht schlecht aus. Šie jagte mir rasch, es gehe thr schlecht, ich werde bald von ihr hören. Dann sprang sie schnell davon, die Treppe hinauf. Bas das nur wieder sein mag? Ich komme aus der Aufregung gar nicht mehr heraus.

26. 6. 75. Der Starl, auf den sie alle ihre Hoffnung sekte, und dem

Der weibliche Ioseph. id), ohne ihn zu kennen, nur Vertrauen schenkte, hat sich als eint clender Schift entpuppt. – Heute Morgen jagte mir die

Von Köchin, Lenchen sei dagewesen, ich solle heute Mittag an den

Felir Poppenberg. Springbrunnen im Schloßgarten kommen. Soeben komme ich daher. Bei strömendem Regen saßen wir bei cinander und weinten zusammen und Lenchen hat mir alles erzählt. Karl Gottfried Sellers föstlich profane Sieben Degenden ist wegeni Diebstahls, den er in seinem Gejchäft begangen hat, auf ihre Quelle zurückführen, mit philologischer Gründə verhaftet worden. Seit ziemlich langer Zeit hat er Kleider lichkeit nachzuweisen, wie sich diese schalkhaften und doch stoffe, Taschentücher und dergleichen bei Seite geschafft. Nun jo tiefsinnigen Predigtmärlein zit der Ueberlieferung Simons ist alles herausgekommen. Er hat gestanden, daß er Stoff zu einem Kleid Lenchen geschenkt habe. llnd nun hat man bei

des Metaphrasten oder 311 Surius probata sanctorum ihr Hausjuchung gehalten. Es war auch wirklich 10, nur hatte verhalten, wäre gewig ein recht steifleinenes Ilnternehmen.

Wenn man aber einen dieser entlegenen Stoffe der Sie wird auch nicht weiter von der Polizei belästigt Sellerschen chronique sainte 11och bei einein andern Dichter werden. Die Frau aber, bei der jie dient, jagte, sie woủe poetisch verwertet findet, wenn außerdem dieser Dichter kein Mädchen, das mit der Polizei zu tun habe, und außerdem

in gewissem Sinne den Gegenpol zit unserem bildet, jo wisse sie wol, daß Lenchen ichw. sei, und schickte sie sofort weg. reizi es wol, verweilend 311 betrachten, zu vergleichen. Und um steht sie auf der Straße und weiß nicht wohin.

Das wollen wir denn mit Calderons Drama el arme, arnie Schwister, warum muß auch gerade uns alles Josef de las mugeres (der weibliche Joseph) und GottUnglück befallen?

28. 6. 75.

fried Sellers Eugenia, der ersten der Legendent, tm.

Calderon war der allerchristlichste Dichter, der alles Id) will

sub specie aeternitatis jah; Keller der allermenschlichste,

ihm erschien alles sub specie humanitatis. Hier bricht das Tagebuch ab. Nachmittags gegen 5 Uhr Beiden hatte die lieberlieferung folgendes gegeben: brachte der Freund es mir. Morgen wollte er es wieder ab Eugenia, die einzige Tochter des römischen Land: holen, wenn er Zeit fände.

pflegers Philippus 311 Áleyandria, eine fluge und schöne m 30. Juni brachte das „Tageblatt" in der Rubrif

Jungfrait

, hatte durch die Briefe des Apostels Paulus Vermischtes die folgende Notiz: „Von einen enticýlichen Unglück wurde eine hiesige ge

das Christentun kennen gelernt imd war seinen Lehrent achtete Familie betroffen. Vorgestern Abend wurde der jüngiie gewonnen worden. Ihre Eltern, die dem nenen Glauben Sohn des Staufnans Adolf

verniißt: man juchte feindlich gegenüberstanden, wollten sie mit dem Nonsul überall, fand aber keine Spur. (Bestern früh nun wurden im Aquilinus vermählen, sie fühlte sich als Braut Christi, Weiher des Sdyloßgartens zwei Leichen entdeckt

, die sich offen-Floh) in männlicher Sileiding aus dem väterlichen Hause, bar jelbst getötet hatten. Ter unglückliche Vater rekognoszirte ließ sich taufen und ging, immer noch in ihrer Verkleidung, in der einen seinen fünfzehnjährigen Sohn Paul, in der andern in ein Mönchsfloster, wo sie schließlich ziim Abt wurde. das 18 Jahre alte Dienstmädchen Magdalene S., die früher

Der Teufel bewirfte es, das sich in das neile bei ihm bedienstet gewesen war. Bei den Mädchen wurde

Mönchsoberhaupt ein schönes Weib verliebte und ihm eine ziemlich vorgeschrittene Schwangerschaft konstatirt. Der Jammer der Eltern und Geschwister des unjeligen Jiinglings, nachstellte. Der Pseudomönch rettete sich ans der heiflen in dem wir offenbar den jugendlichen Vater des ungeborenen

Situation nad dem Vorgange Josephs,

die Menschenidesens zu erblicken haben, ist grenzenlos. Dazu ge

alerandrinische Madame Potiphar blieb ihrer Rolle sellt sich die' tiefe Scham über die Verdeibnis, die unter ihren ebenfalls getreut, indem sie, höchlid)ft gereizt über solche Augen und ohne daß sie das Mindeste ahnten, die Sitten des Verschmähing, den falschen Abt eines Tugendangriffes leichtsinnigen Sinaben, der seine Schuld bitter büßte, vergiftet beschuldigte. Nun mußte Eugenia ihr Geschlecht befennen, hat. Wahrlich, diesmal hat der alte Dichter Goethe, dessen sie wurdë jo als schuldios befinden und fehrte zit ihren Lebenswandel freilich auch nicht der feinste war, Recht be: Eltern zurück, die sie zum Christentum befehrte. Die halten, wenn er sagt:

ganze Familie starb im dritten Jahrhundert den MärtyrerWenn crit die Schande wird geboren,

tod. Dies der Rohstoff. Die Hocsie ist philosophischer Wird jie heinlich zur Welt gebracht,

als die Geschichte, fie trägt die psychologische Vertiefung llud man zieht den Schleier der Nacht

hinein. Diese ist inn bei Calderon eine ganz andere wie jhr über šopf und Chren;

bei Keller. ja man möchte sich gern ermorden!

Bei dem Spanier ist alles auf das Christliche hinausDie Entrüstung und das Bedauern ist allgemein. Mit gearbeitet, die 'reinmenschlichen Empfindungen müssen dem Mädchen, das aus Furcht vor der Schande die gerechte Strafe selbst über sich verhängte (sie soll auch sonst in una

zurücktreten.

Seine Heldin ist ein weiblicher Faust, von vielen faubere (Beschichten verivickelt gewesen sein), wird wol kaum jemand Mitleid haben. Ein neues Beispiel aber ist dieser Weisheitsquellen hat sie wissensdurstig getrunken, uns traurige Fall von der Verkehrtheit, um uns noch milde aus: befriedigt, von Gedankensqualen umdüftert. Da trifft sie, zudrücken, der sogenannten „modernen Bildung“, und ein er die Heidin, gleid) einem Blitz in dunkler Nacht das neuter Ansporn, zurückzukehren zu den Bahnen der Väter und ' Evangelium Christi.

Wie der hielt feimende Glaube mit der alteit 2111 die sich hoch erhaben über die Liebe dünft, Mönch-Abt schauungen ringt, malt der Eingangsmonolog, noch ist sie in einem Kloster wird und so gegen die Natur fündigt. von Zweifeln zerrissen. Da erscheinen als Verteidiger der Den Dichter lockt es nun vor allem, den Ilmwandlungsheidnijchen Lehre der Teufel, als Werber für das Reich prozcß zii verfolgen, der sich im Junern dieses perversen des Messias Belemnis. In der Disputa, die sich zwischen weiblichen Wesens vollzieht, 311_zeigen, wie und durch beiden entspiut, siegt der Bote Gottes. Aber so leicht welche Einflüsse die Frau schließlich unter dem falscheit giebt der Vöje erhoffte Beute nicht auf. Um seine Ver- Gewande erwacht. siche, Eugenias Scele zit gewinnen, dreht sich nun das Die wunderbare Kunst, mit der das almäliche, erst Stüc. Der Teufel fährt, im als handelnde Person ein- halb träumerisch-imbewußte Reifen der neuen Erkenntnis greifen zu fönnen, in die Leiche des im Zweifampf um gezeichnet ist, können wir jeßt recht würdigen, wo wir im Eugenia gefallenen Aurelius und spielt dessen Rolle weiter. Wildfeuer, der grausam aus dem Siebenschläfertraume Dei mannigfachsten Proben jeßt er jeßt die neue Christin geweckten und 311 Berlin, der Stadt der Intelligenz und nus, jie wird vor der Welt mit ihrem Glauben und ihren Ser freien Bühnert

, auf die Vretter gezogenen MaskenVisionen zur Närrin gemacht. In Männerfleidung flieht Komödie, ein Mägdlein munter, ohne daß wir eine fie aus dem väterlichen Haus in die Thebais zum heiligen Wandlung des Gemüt: lebens spüren, aus den JunferDelenus. Ilm aus ihrein Verschwinden Kapital für sich höschen ins Brautkleid springen jaheit. zu schlagen und den Gößendienst noch zu vermehren, pro

Eugenia ist auch bei Keller der Welt und ihres klamirt sie der Böjc den Alerandrinerit als Göttin, die

Tandes müde, nachdem sie den wackeren Aquilins, einem von den Olympiern zum Himmel gehoben wäre.

ganzen Mann, auf seine Werbung hochmütig Bescheid geDann nimmt er sie, die im Mönchsgewande in der

gebeit, als Mönch ins Kloster gegangen. Einöde weilt, auf einer als Beamter des Präfeften unter:

Die plötzlich Verschwundene wird durch Lrakelspruch nommenen Christenjagd gefangen und übergiebt sie, die

311 den Göttern erhoben und ihr ein prächtiges Marmorin ihrer Hülle jedem ukenuitlich ist, als Sklaven der

bild errichtet. Melancia, einem üppigen Weibi, in der Absicht, weitere Sünden zit entzünden:

Zornig über den Götzendienst will Eugenia das Idol

vernichten, aber die Nacht, in der sie mit dem schweren So verknüpfen mit einander

Hammer zur Zerstörung sich aufmacht, nimmt ein anderes
Wollust und Idolatrie sich
Ilnd zwei Laster sind entsprungen

Ende, als sie geglaubt, in ihr fallen die starren Fesselit,
So ais dir und deinem Bilde.

die das Herz so lange umfettet hatten.

Es ist vollendet gejchildert, wie der weibliche Mönch Was Aurelius-Mephisto gewünscht hat, geht wenigstens sidh plöblid) im hellen Mondlicht der Statie gegenübersiehi. teilweijc in Erfüllung. Melancia crgreift Veidenschaft Weiß wie der gefallene Schnee leuchtet sie, in wunderfür den schönen Jüngling die befante Jojepizente cr barer Alumit und Schönheit mit leis lächelndem Munde." folgt. Alber Eugenia ist wieder nicht imterlegent

.

llnd das arme llrbild umfängt „jüßzer Sdjander und Nun kommt die dritte prüfung, die Demütigung bittere Wehmut, das Gefühl aus einer schöneren Welt ausvor Gericit, wohin der Sklave auf die fälschliche An- gestoßen zu sein und als ein glücklojer Schatten umherflage seiner Gebieterin gebracht wird. Aber die Christin zuirren.“ Plößlich ein rajcher Tritt, Eugenia verbirgt erträgt alles ergebungsvoll, ohne dass ihr Stolz sich em fidh ind i jieht sie, wie die hohe Gestalt des Aquilinus pört und mir im nicht 311 lügen und uidit des Märtyrer 311 dem Bilde tritt und heiß die fühlen Marmoilippen todes verlustig z11 werdeii, giebt sie ihr wahres (Geschlecht füßt, mit vielem Ilmschanen dann langsam geht. Da 311. Durch den Himcis auf das (Gößenbild, das inan bricht Eugenia in Tränen aus, ihr Busen wogt, das Sierz ihr errichtet, zeigt sie den Wahui des Heidentums. Freudig pocht jo ingestüm wie nie, bebend drücft auch sie einen geht sie dam in den Martertod. Dieje Eugenia ist nur Kuß dorthin, wo sein Mund geruht und entflieht zitternd. Christin, mr Hajūvität, geschlecht:lus, ein Lrgan lebt einzig Sie ist zum Beibe geworden in ihr, das des Glaubens, alle andern Empfindungen sind Dies ist die schönste und zugleich die Hauptizene der von ihm abjorbirt. (Glühende Strenzestriebe beseelen fie, | Legende. Es folgt natürlich noch die Potipharepisode, Folterwonne imd Marterseligkeit ist ihr höchster (Gedanke. die falsche Anschuldigung, die Szene vor (Bericht, dessen

Ihre Füße berühren nicht die Erde, über ihren Vorsitender Aquilimis ift; ihm gicut Eugenia sich zii erStaub schreitet sie wie auf Wolfen dahin, die Seele von | kennen, umd als er ihr cheinbar nicht glaubt, wirft sie, feinem irdischen Hauche getrübt. Aber Fleisch von unserem | vleich vor Schau und Verzweiflung, das Mönchsgewand Fleijd ist sie nicht und nid)t fam sie von sich sagen: von sich. lind nie wieder hat sie es angczogen, denn sie

ich bin ein Mensch gewesen und das heißt ein Kämpfer wurde des Aquilinus Hausfrau. sein.“ Ji ihrer rulevollen Brust haberi nie wilde Non

(Ganz beiläufig wird dann noch erzählt, daß Eugenia, flifte gelobt. Wo fein stampf, da ist aber auch kein Sieg, „nachdem sie das Nejen der Ehe genugjai erfundet“, die Geldin hat sich nicht selbst überwinden, sie ist wie in

ihren Gatten 3111 Christentum befehrt habe und mit ihm einer religiösen Hypnose den Weg gewandelt, der ilir

in ciner der Verfolgungen umgekommen sei. vorgeschrieben war.

Aber wie gejagt, das intercfirt Seller nicht gar sehr, Lessings Bemerfung über die Helden christlicher

über die Helden christlicher für ihn war es die Hauptsache, das verirrte weibliche Trauerspiele, denen „sterben und gemartert werden ein Seelchen auf den richtigen Weg und -- an den richtigen Glas Wasser trinfen“ ist, trifft auf den weiblichen Joseph 311. Mann gebracıt 311 haben, wie" er dann später, schelmijd)

Von einer ganz andern Seite faßt die Eugenia lächelnd sich auch in den chescheuert, schlimmi-heiligen sieller, der sich hier in demselben Gegenjat 311 dem poeta | Vitalis den Suppelpelz verdient hat. christianus befindet, wie sein großer Namensgenosse Gottfried von Straßburg zin Dichter des Parzival.

Steller sucht in allem das menschliche, dicjes zit erfunden und darzustellen scheint ihm die höchste Aufgabe. So wird ihm die wissensdurstige Jungfrau, die nur für die Bücher Sim hat, 311 einem Blaustrümpfchen, das über dem Studium verlernt hat, sich als Weib 311 fühlen,

gehört.

Nach jüngsten Mustern.

Sonntagsfrauen.
Noch ein Stüdchen moderner Liebesphysiologie.

Von
Hanna Oifion.

lind diese Worte waren in ihre Seele gedrungen, wie der Arzt den Stahldraht mit Widerhafen in die Wurzel cines hohlen Zahncs jenkt, um den Nerv herauszureißen. Ein Nuck! lind der Nerv ihrer Seele war heraus. Jeft konnte die Seele zwar nach wie vor alle ihre Funktionen noch verriditen, konnte auch mit dicken Plomben wieder aufgefüllt werden. Aber dimerz empfinden bei jeder Berührnng, das konnte sie nicht mehr.

Ich vermute, daß wir uns später geheiratet haben.

Ratskellergelöbnis.

Von Otto fulius Bierbaum (München).

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Mi moje.

1. Es giebt Blumen, die du nicht berühren darfst. Ein Etwas umgiebt sie, das der unheimlichen Schwüle vor dem Gewitter vergleichbar ist, ein Infaßbares, ein Gewirr geheimnisvoller fäden, das sich schübend um den Stelch der Blüte legt. Du fühlst diese Macht. Und doch lockt es did, das Net zu durchdringen, in polypenartigen Windungen deine Finger vorsichtig durch seine Maschen zu schieben, nur um leise, leise die Blume zu berühren. lind hast du's gethan, so ichrist sie zujammen, jede Fiber in ihr krampft sich nach innen. Du jelbst aber fragst dich, warum du nicht etwas brutaler zuigegriffen hast, um ihr das Strampfen unmöglich zu machen.

II. Tas Mädchen, von dem ich hier erzählen will, war nicht aus der Großstadt. Ich lernte sie kennen, eben un jie kennen zu lernen. Sie trug damals cin sileid von jener stumpjblauen Farbe, bei deren Anblic mich jedesmal das (Befühl überkommt, als fäße ich in cinem elektrischen Bade, als liefe mein Blut plötlid) rückwärts. Das Kleid jaß tadellos, nur hatte sich die Dese einer Schleife etwas widerborstig nach außen hin umgefrämpt. Schon den ganzen Abend prickelte mich die Sehnsucht in allen Fingerspißen, dieser Deje ihre richtige Lage wieder zu geben. Aber jedesmal, wenn ich meinem Ziele schon iait nahe war, geichah es, das; das Mädchen eine leise Wendung machte und meine Bemühung vereitelte. Das eben reizte mich; es überñiel mich ein Zustand süßschmerzlicher Nervosität, und ich empfand deutlich, wie diejer sich auch dem Mädchen mitteilte. Dic Ilmgebung verschwand uns wie in heliotropfarbigem Nebel, nur wie leije: Sinistern aus einem Ameisenhaufen drang es zu mir heran. Midh aber peinigte und erídredte immer wieder das unausgejprochene Verbot, in diesen Ameisenhaufen hineingreifen zu dürren.

IIT, Als ich zum eriten Male das Mädchen abholte, um mit ihr ins Theater 311 gehen, idilugen mir gleich an der Edwelle ihres Zimmer: jene! Tuftwellen entgegen, die ich schon während der ersten Minute ihrer Bekanntschait empfunden hatte, jener energieertötende Mimojenduit, der die Luit erfüllt, wie wenn Müden die Stäubden eines Makartbouquets aufgewirbelt haben. Wir hatten noch eine Stunde bis zum Beginn des Theaters; ich jepte midi um zu plaudern. Aber wovon wir auch anfingen 311 sprechen, es fiel nie : das letzte Wort. Immer wenn ich das Gespräch bis zu einem gewissen Punkt geführt hatte, war da ein Hindernis. Mir ward zu Sinn wie per Palme im Halmenhaus zu Frankfurt, die den blauen Himmel über sich zu haben glaubt und gegen das Glasdach wächit. lind dazu quälte mich eines. Das Mädchen hatte sich in den Finger geschnitten und englisches Pflaster auf die Wunde geklebt. Aber dies kleine rosenrote Blättchen saß nicht ganz fest, eine Ede krümmte sich. Wie gern hätte ich Hilie geleistet, sie anzufleben. Aber immer wenn ich die Hand ausstrecte, zog sie zurück. Und dazu der Duit ad), dieser Duft, wie wenn parfümirte Watte Ivarm wird!

IV. Aber endlich tam doch die Stunde der Befreiung, fred), wie ein Sleds auf einem Glüdwunschbogen, brutal, wie das Ausziehen des Hemdes. Ich hatte sie schon oft besucht, um mich mit ihr zu unterhalten. Jetzt war ich wieder da. Drei Viertelstunden schon hatten wir geichwiegen. Endlich flüsterte ich: Mein Gott, es ist doch zu langweilig. So leise waren die Worte gesprochen, wie das Wachien des (Grajes in der Sommernacht; sie aber hatte sie doc)

Grauc Nebeljäume von den feuchten Riesenregenmänteln der Giganten, Die sich oben schwere Wolkenballen An die Schädel schleudern, schleppten träge Durch die tristen Straßen, regenträchtig. Daß die Sonne irgendmal geschienen, Daß ein Vogel irgendmal gepfiffen, Daß es irgendmal geblüht in Düften, und daß irgendmal mein Herz geliebt! Ganz unglaublich schien mir der Bedanke Ilnd ich warf um mich den Wettermantel, Drückte in die Stirne mir den Schlapphut, Streifte hoch die linaussprechlichen Und begab in distren Monologen, Luersprungeilig Pfüßenbäche nehmend, Mich zitm Porterhafen: Nathausfeller. Betri schwieg heran mit den Bouteillen, Denn sie jah, ich war nicht hörelustig, 3og mit leisem Gluck heraus den Pfropfen, Seyte schweigend vor mich die Geschwister: Den brünetten Porter, den Matrosen, Der 311 Boden borst die stärksten Männer Und das milde, blonde Fräulein Alle, Tas su leis dich nimmt in deine Arme, Bis dir dumpfer Schlaf Vergessen schautelt. Auf dem weißen Linnen, mir vor Augen, Hinter dem Geschwisterpaar der Flaschen Stand die Gliperreihe schlanfer Gläser, Trüber baute sich in grünem Glänzen Majsig auf der dicke Niachelofen. Kingsum Gläjerklirren, Tellerflappern, Stimmenschwirren, hin und her und Lachen; Unten stampft die Dinantomaschine, Die das weiße Licht uns fleißig spendet. Schweigend saß ich in dem Lärni und träunte. Blauen Himmel sah ich, grüne Wiesen. Stand die gelbe Sonn' am blauen Himmel, Rote Blumen standen auf der Wiese. Ilnd ich ging mit meinem blonden Mädel. Hatte blaue, himmelblaue Augen, Hatte sonnengelbe, goldene Flechten, Hatte blühendrote, heiße Lippen. Und es sprach zu mir das goldene Mädel, Leije Worte sprach sie, wie das Flüstern,

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