Billeder på siden
PDF
ePub

„Majestät“ anredete. Sofort wendete sich Dom Pedro lebhaft zu jeinem Sohne, inden er sagte: „Damit du es weißt, mein Kind, es giebt hier nur eine Majestät, das ist Viftor Hugo.“ Er hat sich selbit viel poetisch beschäftigt, Sonette sind gelegentlich bekannt geworden. Eine seiner lebten litterarischen Arbeiten ist eine lleberießung des Lufrez ins Portugisische gewesen. Weniger bekannt dürfte sein, daß Tom Pedro im Jahre 1856 Richard Wagner, der damals gerade aus Deutschland verbannt worden, einlud, nach Rio de Janeiro zu kommen, um dort „Tristan und jjolde“ zu vollenden und aufs zuführen. Späterhin hat er Wagner in Bayreuth besucht. Leidend fam der Kaiser nadı seiner Abdankung nach Europa. An den Folgen der Influenz ist er in der Nacht zum 6. Dezember in Karis verstorben. Höher geachtet und tiefer betrauert von Freunden wie Feinden hat noch nie ein vertriebener Monarch geendet. Es giebt einzige Erscheinungen in der Weltgeschichte. Er ist eine.

P. .

Guít av von Loeper, der Goetheforsder, ist am 13. Dezember in Berlin gestorben.

In Paris starb im Alter von it Jahren der Direftor der itädtischen Arbeiten Alphand, dem die französische Bauptstadt zum großen Teile ihre planvolle Ausgcitaltung zur ichönsten modernen Þauptstadt verdankt. Das Bois de Boulogne und das von Vincennes jind durch ihn in jene prächtigen Parks umgewandelt worden, die Parfs des Buttes-Chaumont und von Montjouris hat er neu geichañen und den Champs-Elyiées das neuzeitlidhe glänzende Ausichen verlichen. Fast alle die prächtigen Squares der Scineitadt und zahlreichen Promenaden hat er anlegen lajien; neue breite Straßenzüge in den lichtarmen Vorstädten, "viele Hrachtbauten, wie die beiden Vörjen, die Kepinièren, der Bahnhof Saint-Lazare il. a. m. die lImgestaltung der Friedhöfe sind sein Wert. Während des Krieges 1870 71 leitete er den Bau der neuen Befeitigungen. Tas mujtergiltige ästhetisch vollendete Kleid der Ausitellungen von 1867, 1878 und 1889 war Alphands Werk. Während 37 Jahren wirfte er io für die Verschönerung von Paris, und vieles, was sich an den Namen des Varon Haußmann gefnüpft, ist vielmehr das Werf Alphands, den man freilich vielfach nur als redite Hand jenes angcichen, während er doch der eigentliche schöpferische Kopf war, und die ausführende Hand dazu. Alphand war der moderne Lenôtre, cin deforatives Genie und ein Verwaltungstalent ersten Ranges.

steller auch jozusagen Staatsbürger sind, die auf den Schuß ihres legitimen Eigentums Anspruch haben. Bisher haben das jene beiden hochmögenden Körperschaften total ignorirt. Ueber den Schmal3300 und ähnlichen erhabenen Dingen haben sie bisher die Litteratur als brod- und schmalzloje Kunst zu übersehen geruht. Wenn sich übrigens die Herren Bundesräte und Deputirt: für zu vornehm halten, sich mit dem Schutz des geistigen Eigentums zu betaijen, so jei ihnen folgendes gejagt: Wenn es cin Zeichen der Vornehmheit ist, sich mit lächelnder Miene bestehlen zu lajien, ju sind die Schrifisteller die vornehmsten Leute der Welt. Denn niemand wird io idhamlos und ausgiebig bestohlen wie die Schriftsteller.

Auch der „Zeitungsschreiber“ soll in der Pera Caprivi nidit nur, wie bisher, der Sirenge, sondern aud) der Milde dis (Besebes teilhaftig werden. llcber diese jüngste und ad), wir müjen es jagen überraschende Wendung unserer Strafrechtspflege schreibt Landgerichtsrat Nironneder, der bekannte kriminalistische Aitor, cinen portresslichen Aufsatz in der Nummer 5-) von Otto Arents , Teutschem Wochenblatt.“ ,,Die Verantwortlichkeit für Handlungen, deren Strafbarkeit durch den Inhalt einer Trudichritt begründet wird, be: stimmt sich nach den beitehenden allgemeinen Strafgeicizen. sit die Drudschrift cine periodische, so ist der verantwortliche Redakteur als Täter zn bestraren, wenn nicht durch

) bejondere limstände die Annahme seiner Täterichait ausgcichlossen wird.“ So lautet § 20 des Preisgciepce, der lange die rigoroicite Anwendung fand. Der mildernde Zujaz „wenn nicht beiondere limiände ?c.“ stand nur aui dem Papier, die Berichte machten gar keine besonderen IImitände mit den Redakteuren und licízen faum nod Nrankheit als entlastenden Ilmstand gelten. Der zweite Otrafienat entichied einfac), der Redafteur sche die Möglichkeit, Artikel itraibaren juhalt: könnten in das von ihm redigirte Vlatt Aunahme finden, voraus und ici mit diesem Erfolge, wenn er cintrete, cinveritanden. Noch itrenger wurde aber $ 193 des St.-( gehandhabt, der obigem Satze als zweiter mildernder Imitand entgegenstehen sollte. Danach jollten die zuir Wahrnehmung berechtigter interessen getanen Acujzerungen itraflos jein. Die Anwendbarkeit dieses Paragraphen auf Proizvergehen wurde prinzipiell verneint. Wie sich diejenigen Redaktionen, die beionders haufig Gelegenheit hatten, nach § 20 zur Verantwortung gezogen wurden, halfen, ist bekannt: das famoje Institut der „SiBredaktcure“ wurde iystematisch herausgebildet. Erit dem 6. jumi d. l. haben sich die vereinigten Strafieniate dos Reidsgerichts zu ciner andern Auñajjung bequemt, wonach sich die Vermutung der Täterschaft durchaus auf den Beweis vorsätzlicher Veröffentlichung mit Kenntnis und Verständnis des jnhalts gründen soll, und weiterhin auch aut den verantwortlichen Redatteur $ 1933 Str - (5. unmittelbare Anwendung rinden fann. Mit riecht bemerkt Hironefer, daß die drafonische Veriolgung der Freiic allmälid 1 ur den Eriolg gehabt hätte, gebildete und fenntnisreiche Personen von diciem unenibehr: lichen und hochbedeutiamen jaftor des öñentlichen Lebens fern zu halten. Wenn man sich nun endlid entichliei;t, der freie die Rechts. woltaten zuzugcitchen, die jeder Staatsbürger im Vollbesit der Ehrenrechte genicit, jo hebt man das Niveau der Freie, womit man in erster Linie der salus publica gedient hat.

in Königsberg i. Pr. starb am 2. Dezember der gründliche Nenner und Schilderer ostpreußiíchen Volfstums, der Rettor a. T. H. Friich bier. Auf dem Gebiete, auf welchem er als erite Autorität anerkannt werden muß, hat er eine grosze Neihe von Urbeiten verpřentlicht: „Hreußische Sprichwörter“, „Preußische Volkslieder“, „Preuziidie Volfsreime und Volfsspiele“, „Freußisches Wörterbuch und cine Anzahl kleinerer in Zeitschriften erschienener Arbeiten. Eine Fortiebung seiner preußischen Volfsreime ericheint noch in diesen Tagen in der „Altpreußiichen Monatsidrift“. Sein unvollendet ges bliebenes „Kreußisches Wörterbuc)“ wird von dem auf dem Gebiete der heimischen Volkskunde bekannten Apotheker Sembrzyski in Stönigsberg fortgeicbt.

Dic Genojienichait deuticher Bühnen- Angehöriger, die vor ciner Woche in Berlin ihre 20. jahresveriammlung abhielt, be: idloß u. a. die Veicitigung der fremdwörter aus dem Theaterleben. Da dirften die deutschtumsbeilijjenen Bühnenfünitler nicht weit gehen, um anzufangen; sie hätten eben schon beim -- „Theater“ zu beginnen.

Am 11. Dez. ist der Tiroler Geschichtsiorscher Kroicssor Albert jäger in Innsbruck gestorben, im Alter von 00 Jahren. Er ist der Verfasser einer dreibändigen „Geschichte der landständigen Verfassung

Tirols“ und eines Werfes über ,,Tirol und den bayrisch-franzöjischen Eintall von 1803.

Ter ausgezeichnete Geolog Dr. Julius Wilhelm Ewald ist am 12. Dez. im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Ein Tangjähriger Reisegefährte und Freund Lepold von Buchs gab er cine (Sciammtausgabe von dessen Schriften heraus. Neben zahlreichen in den Abhandlungen der do utíchen geologischen (Sciellsdaft crichienenen Aurjätzen, ist vor allem wichtig geworden seine geognostische llebersichtsfarte zwischen Magdeburg und den am nördliden barzrande gelegenen Flökformationen der Provinz Sachsen.

in Nr. 11 der „Nation“ veröffentlicht Theodor Mommien cinen Aufsaß über „Tic Aften zu dem Säkulargedicht des Doraz“ uud führt darin aus, daß die vor Jahresfriit in Rom aufgefundenen Aufzeichnungen über die Feier der römischen Säkularípiele, die poraz in faiserlichem Auftrag mit seinem „aline sol, curru nitido diem" besungen, das können des Tidters als ein viel beicheidenere: crweiseii, als wir es uns bisher vorgeitellt haben. Wenn Horaz nur ein schlechter Festdichter gewesen, jo iväre ja das noch nicht io idilimm.

Der berliner Afademifer (Beheimrat Yuwers toilt jocben das Viesuliat der deutschen beliometrijden Meisungen bei den beiden letzten Venusdurdigängen von 1874 und 1982 mit Tanadh ist dic Sonnenparallare 8"480), mit einem Wahridheinlidifcisichler von nur 2 hundertstel Sefunde, aljo beträgt die Entfernung der Erde von der Conne 118 135 000 kilometer.

Emil Abránni, der Vyron-lleberseper, hat Robert Þamerlings Epos in 6 Gejängen, „Amor und Piyche" ins llngarische übertragen.

Vermischtes. išm deutschen Reichstag haben die Abgeordneten von Stanisenberg und Siegle einen Antrag eingebracht, den mangelhaften Schutz des litterarischen und fünstlerischen Eigentums betreffend; namentlich weist der Antrag auf die mangelhaften Rechtsverhältnisse hin, wie sie zur zeit noch in den Vereinigten Staaten von Amerifa und in Tejterreich Ingarn bestehen. Vielleicht erinnert sich bei dieser Gelegenheit der hohe Bundesrat und der hohe Reichstag, daß die Schrift

In London ist eine Viktoria-Ausstellung eröffnet worden, welche die Errungenschaften des Zeitalters der Königin Viktoria, sowohl auf industriellen und technischen wie fünstlerischen Gebieten vorführen jol

Dic Werke Viftor Hugos haben in den 5 Jahren ieit seinem Tode (1885–1890) insgejanit 7,418368 Franks gebracht, das ist cine und eine halbe Million jährlich! Am meisten wurde die Einzelausgabe von Les Misérables“ gekauit, die in der Ausgabe von Hugues 1,080000 Franfs, in der von J. Rouf gar 2,102000 Franks crgab. Die - Edition des écoles“ der Gesamtwerke, sowie die illustrirte Ausgabe haben je 1 Millionen eingetragen. Viftor Hugos Denkmäler haben noch nicht den hundertsten Teil obiger (Gesamtinimo gekostet. Glüdliches Frankreich!

Tic „Predigten“ Kaiser Wilhelms auf jeinen beiden Nordlandsfahrten, die befanntlid foldprediger I), Niditer mit Zustimmung des saliers unter dem Titel „Tic Stimme des Berrn auf den Warern“ herausgegeben, unterwirfi Jacques Saint-Göre im sigaro ciner ichi periönlichen Kritik, die wir 11113 hüten werden, wiederzugeben.

Moleküle zerlegen kann, cristirt es für ihn garnicht. Nach interessanten Büchern über "den Positiviśnus in England, über England jelbst, über Titus Livius und über die Intelligenz, dazwischen einige humoristische Reisebeschreibungen, ändert Taine plöblich seine Methode. Die Freidenfer, deren Entzücken er bisher war, hielten ihn für einen der ihrigen; plößlich ipieli er ihnen einen Boffen: geduldig samntelt er einige Tausend Dolumente, und mit einer anerkennenswerten 1Inabhängigkeit beweist er mit Hilfe seines Zettelfastens, daß die Revolution cin alberner Putsch gewesen ist. Ein tapferes und amüsantes Wert, dieje „liríprünge der französischen Revolution". pikant wic Memoiren. spannend wie ein Romani, fesselnd wie ein cnihülltes Geheimnis, fordern sie eine unendliche Kolemit heraus. Aber das Buch bleibt reít begründet auf jeinen sehrichthausen von echten Dofumenten. Es ist cinc historiidc Pyramide, cinc piramidale Historie. Taine ist nicht gut auf Napoleon 311 sprechen gewesen. Er hat ihn mit der Genusfreude eines Menschenfreijers in lauter fleine Stüde zericit. ld glaube nicht. daß jeinem Ri geíchadet hat. Man wirit Taine viel Padilähigkeit in iciner Toilette vor. Seine Miravatten sind freilich nicht á la Brummel, jeine Hände wiisen nidits von Mandelflcie und an seinen Kleidern haftet der odle Staub der älteiten Schmöker der Bibliothcfen. Wie fommt es, da; alio Taine, den doch die Kleinigkeiten so schr intcrcisiren, sobald jie der Beschichte oder der Philosophic angehören, sie verächtlid) ignorirt, sobald es sich um eine Perion handelt? Man wird' uns willkürlich an die berühmte Anrede des ģerzogs von Nichelieu an den Herzog von Aumont crinnert, die mit ciner fleinen Variation alio lauien fönnte: „Monsieur Taine, Gott hat aus ihnen cinen überlegenen (Beist gemacht, die Sorbonne einen Preisgekrönten, die Normalidhule einen Philosophen, die fademie einen Ilusterblichen, nun iin Sic cin übriges, laisen Sie sich jhre Kleider bürsten!"

Litterarische Neuigkeiten.

Tas zweite Dezemberheit der Revue bleue beidhäftigt sich mit Theodor jontane. T. de W113e wa giebt eine ichr eingehende Würdigung des märkischen Didiers, dicies trois französischen llriprungs „wollendcriten Tipus der prenizijchen Nace.“ Eine besonders' liebevolle :"111alysirung finden natürlich die realistischen Voniane Fontanes, ,,Stine“ und „rrungen, Wirrungen“ sind nach dem französirien Polen vic! naturaliitischer als Bola, als jelbit Champfleurys - Bourgeois de Molinchart“ oder Céards „Che belle journée." Wic Fontane feine Liebesleute von den allergleicgiltigsten Dingen, die anicheinend nichts mit der verblüffend einfachen wandlung zu tun haben, sich unterhalten lässt, wie er überhaupt genau dem Leben entnommene Vorgänge in natürlichíter Folge aneinanderreiht, ohne irgendwelche abiicht, ohne irgend welchen Vebengedanken Wichtiges neben ganz Belangloses itellt, keinem Vergange beiondere, crhöhtere Bedeutung beilegt, etwa in dem Beitrcben, durc) Bervorhebung der für die wandlung wesentlich crícheinenden Momente dieser Handlung cin erhöhtes, deshalb aber gefüniteltes, nicht nichr natürliches Relief zu schaffen, all das ist eine der Hauptregeln naturalistischer Kunst

. Ten einen limitand unter dem Vorwande, är nur ici für die Handlung wesentlich, aus der volge aller übrigen inweientlichen ilmitände herausgreifen und allein schildern wollen, hicize die Nicalität verlajien und ins sonventionelle veriallen Nommt hinzu, daß Fontane dic zweite Haupibedingung des Naturalismus criülli, don freilich) niemals als Tendenz sich auidrängenden Brid) mit alleni sonventionellen, mit jogenannter guter Siste und bürgerlicher Moral anscheinend unbewurzt und unbeabsichtigt überall, in den einzelnen

Figuren, in den fleinsten limständen, zur (veliung bringt, jo stellt ich der Roman fontanes geradezil als das ideal des naturalistischen Hiomans dar. lind doch ist ir weit entfernt vom franzöjiidhen Jioman. Ein Abgrund zwijden irrungen, Wirrungen“ und Theuricis ..Soeurs Vatard". Fontane ist das ist das Wunderbare cigenlid) nur mit Dickens 311 vergleichen. Bei beiden ganz „banale (cichöpfe, denen der Dichier banale (victühle verleiht, und die er in cbenio banalen Situationen john läizt; aber ir liebt sie mit iamt ihrer Vanalität und wirit auf sie ein jo zärtlidies, io gleichmäßig helles Lidt, daß die geringfügigsten Tetails ihres Fichgebens mit ciner reizenden Klarheit uns cridieinen, wie dic ;; weige der Väume im hellen Sonnenlicht.“ Dicion figuren chlt, um wahr 311 icin, nichts, abiolut nichts, und sod) iind sie im Sinne der französischen Healisten inwahr, denn „zwisdien dicien Figuren und dem Veier ist cin feiner Schleier, der ihn hindert, das Bemeine, alltägliche an ihnen zu ichn“, os lebt und webt eine geheimnisvolle Kocjie in den liomanen Fontanes, die sie von allen bekannten naturalistischen Tiomanen utcridheidet. Ter Fontane-Etudie folgt die lieberiepung cines Etüdos aus des Didhters ricgageiangen“, von weldiem Wert Wyzewa jagt, das; er nicht vegrcise, 'wic es habe umübericist bleiben fönnen, das voll unterhaltendiicr nefdoten wie tragiider (Gemälde ist und vor allem von einer itaunenswerten Iluparteilichkeit. bätte Wuzewa, der allerwelts-, interviewer, icis io geidheite und aciiireidie Sadien uber dcuidhe Litteratur geídricben der vorangegangene Yuriav über Nicizíche 3. 13 war geradezu jämmerlid jo würde er jich um die litterariide Annäherung von Teutschland und Franfreid, die idöniten Verdieniir crworben haben.

Tentsches Neimlerifon von Willi Stepiliat. Peipzig. Verlag

von 1. Neciam junior

Tas Bumoriittiche versieht jich bei einem Neimlerifon von selbst. Es ist ein furchtbarer Bedanke, wie viele ichledise Vieimercien aus dem (Bebraud und dem Mißbrauc cines solchen gefährlichen Vudis hervorgchen fönnen. Ter verausgeber dicic: illerncuciten NeimTerirons aber nimmt scine Auigabe ganz ernit. in der Vorrede giebt er ein paar Notizen über die Bibliographie der Reimiammlungen und einige vernünstige Bemerkungen über das Wcien cines Vicimlerifois juin Beiten. Ilm io merkwürdiger iit os, dai; er dennoch cins grichrieben hat.

-r.

[ocr errors]

Toni Stürmer. Eine Alltagsgeschichte in füni Szenen von Cäsar

išlaischlen. Berlin W. Fontane 11. Co. 18.2.

Tas vorliegende Trama wird wol nicht leidt an einem unserer geichäftlich geleiieten Theater zur Nurführung gelangen. Dafür ist der stoji denn doch gar zu heifel, und jelbst für überzeugte A11hänger einer der neuciten Nichtungen von der Bühne herunter schwerlich 311 crtragen Over os iteci jo viel srait in Sprade und Charakteristik, das dem Vertaijer cin Weg nad) aufwärts vorauss geiagt werden kann Toni Stürmer geht daran zu Grunde, daß ihr gewiñenharier Bräutigam jil zartritblend ist, um nicht alle jeine Doimungen und niche hinauszuichieben. Das Stück ist voll cchter Sinnlichte und intericheidet sich dadurdi vortheilhaft von dem franfhaiten Erorism, der seit einigen Jahren den Naturalismus ablöicn 311 wollen icheint.

- r.

[ocr errors]

Etincelle im figaro befanntlid die boshait geistreiche Wicomtesse de ferronm lässt die 10 lInjierblichen der Atädemic revue passiren, wobei sie jeden mit mehr aristofratischer Launenhaftigkeit als Veritand glorjirt. Ein Muster weiblicher Perfidie, die instinktmäfzig das Richtige trifit, indem sie es zugleich übertreibt, ist ihre Sarrifatur Hippolyi Taines. Ta heizt is: „Meier in der Munji Vaare 3i1 spalten in 4. ja in 10 Tcile. Quimertiamer Sammler von allerlei fleinen Dummheiten und von Strohhalmen im Auge des Nachbarn. Ein unbeitreitbares, umbeitrittenes Talent, das aber drei Mifroifope braucht, um uns Tinge zu zeigen, die wir längit mit blorzem Auge geichen haben. Icrari in scine Thcoricen verbijen, dai; er den lejer langweilt; er hat oit Vicdit, aber vor lauter lücher» lidhen Kleinigkeiten mertt man es nid)t. Tas atomi iit ihm alles, und da cr das linendliche nicht in Bartifel, das idcal nicht in

Grillparzers Frauengestalten von Dr. Ludwig Singer. Mit

Ünitrationen zü (Brillparzers Werfen von Franz Thicle. Sappho. Verlag von M. Breitenstein, Wien und Leipzig.

jedes Internehmen, weldies die einsame Größe (Grillparzers der Leierwelt vertrauier macht, ist mit Freude zu begrüßen. Grillparzers frauengeitalten“, wovon die erste Lieferung vorliegt

, bringt seine Zeichnungen und populäre litterar - historische Analysen, welch: namentlidi die gebildete Frauenwelt leichter für den herben Grillparzer gewinnen werden. Dié beigegebenen illustrationen werden diesen Bwed ebenfalls unterstügen, aber sie sind, soweit w:nigstens die erste Licferung is crrennen läji,: nicht individuell

, nicht lebendig genug, (Grillparjero Sappho iit fein jo Iebloses Marmorbild, wie die Titelbildilluitration una cinreden will. Der Zeidhner wird wohl seinen Grillparzer rid)tiger treffen, wenn crit die modernen Gestalten aus Grillparzers öiterreichiichen Tramen an die Reihe fommen werden.

[merged small][ocr errors]

*

[ocr errors]

-r.

*

*

*

Theodor Körner. , Erinnerungsblätter, gesammelt aus Anlaß der Karolirie von Scheidlein. Wenrich, Aus dem Irrenhause

Wiederkehr seincs 100. Geburtstages von der Leje- und Dreizehn Erzählungen merkwürdiger Irrsinnsfälle Mit einem Redehalle der druljd;en Studenten in Prag: Prag 192.

Vorworte von fr. Schlögl. Verlag von Å Bauer. Wien 1891. Die dichterische Bedeutung Theodor Körners ist jüngst aus Ant Dicse drcizchn Erzählungen erschienen nach und nach im „Wiener laß seines Jubiläunis zicnilidh fühl beurtheilt worden, wo immer Fremdenblatt." Die Zujauimensiellung der einzelnen Auffäße in Kunstfragen im Vordergrunde standen. Jedesmal aber war auch Vid)form geschah „zum chrenden Andenten an die zu früh heimder nüchternste Kritiker gezwungen und bemüht, dem zauber dieser gegangene Verfasserin.“ Friedrid Schlögl giebt als Freund' derBerjönlichkeit gerecht zu werden. Und dieser persönliche Zauber, der jelben dem Buch den „Geleitsbriejí. Perdienstvoller und mehr im in den Freiheitsfriegen die deutsche Jugend begeisterte, hat an Interejje der verstorbenen Schriftstellerin wäre es geweseni, vor der Wirfung nod) immer nichts eingebüßt. Wo immer die deutsche Buchausgabe den Stil einer Kritik jil unterzichen und Wörter, wie: Jugend einen Stampf auszufcdhten hat, da ist es gut, den Namen llebértan, Neiderinnen, (Gegenschwieger, Sodoniapfel, welche man in Theodor Körner auf die Fahne zu schreiben. Die Lejehalle der der deutschen Schriftsprache nicht anwenden kann, auszumerzen. deutschen Studenten in Prag, cin nicht genug zu fördernder Verein, „Das Buch will nicht in einem Zuge genossen werden“. bemerkt der in den schlimmsten Zeiten slavischer Berfolgung tapfer und flug die Vorrede. Allerdings würde die Leftüre dann etwas eintönig und unerschüttert das deutsche Wesen der ältesten deutschen Universität und ermüdend, um jo mehr, da die cinzelnen fälle nicht alle bezu wahren gewußt hat –, die alte Lesehalle hat nun zum Körner sonders interesjant jind. llebrigens ist das Buch zur lInterhaltung jubiläum ein wertvolles Gedentbuch herausgegeben. Dichter wic wenn dieses Wort bei dem ernsten Vorwurf statthaft ist illid Paul Heyse und Staatsmänner wic Plener haben mit ihren Bei nicht für wissenschaftliche Zwecke geschrieben.

Fleischel trägen nicht gefargt. Das Büchlein sei der deutschen akademischen Jugend bestens empfohlen.

Adolf Stern. Wanderbidh. Bilder und Stizzen. Dritte starf

vernichrte Auflage. Liucdlinburg und Leipzig, Ediuzijche Sozialdemokratische Zufnuftóbilder. Frei nach Bebel von Eugen

Hof-Buchhandlung. VIII. 330 Š. go. Richter. Preis 50 Pfennig. Berlin, November 1891 Ver

Diese dritte fast um das doppelte vermehrte Wuflage der vor einem lag. Fortschritt", Aktiengejellschaft

.

Jahrzehnt erschienenen ersten hat einen reichen, glänzenden, farbenEs ist bedenklich 311 dem vorliegenden Hefte Stellung zu nehmen,

bunten Inhalt. „Anspruchslose Blätter, die Eindrüde, Erinnerungen wenn man das IInglück hat, zu feiner der eingesdhworenen politischen

und Anregungen schr verschiedener Natur in möglichster Sürze", Parteien zu gehören. Eugen Richter hat eine neue agitatorische

nennt der Verfaijer, ein Belehrter und Poet zugleid), dicje AufSchrift gegen die jrrlehren der Sozialdemokratic schreiben wollen

zeichnungen. Wil man jie inhaltlich rubriciren, so kann man sie in drei und diese Absicht ist ihm ganz vorzüglich gelungen. Wenn seine

Åbschnitten geben: I. Litterar- und fulturgeichichtliche Skizzen (ber : Parodie auch mehr die Phantasien Bellamys als die Andeutungen

ammiergauer Passionsspiel 1871 und 1880. Bayreuther "ibelungenBebels trifft, so werden doch jausende von Lejern aus dicien Zu

tage 1877. Auf allbekannten Pfaden (Lutherspiele in Erfurt und funftsbildern die Weberzeugung gewinnen, dass dasjenige nicht gerade

Jena. An Corona Schröters Grabe, Wartburg- Erinnerungen) rosenrot auf Goldgrund ausschen wird, was auf dem großen

1884–1886. II. Naturbilder (Rhätische Wanderungen 1872; ŞerbstKladderadatsch Bebels folgen dürfte. Aber die Sozialdemokratie

tage in Wallis 1877). III. Städtebilder aus Jtalien (Venezianische hat wie jedes Ding ihre zivei Seiten: die negative und die positive.

Bilder 1874; Römische Frühlingsbilder 1890). An die positiven Utopien cines Idealstaates, in welchem cin (Beschlecht

Dies Wanderbuch zeichnet jid) vor anderen seiner Art aus durch von Engeln das goldene Zeitalter ohne (Bold gestalten wird, daran

die einzig schöne Daritellungsweise und feinsinnige Beobachtung. glauben die meisien jozialdemofratischen Wähler selber nicht. In

Form und Ausdruck, Stil und Empiindungsweise erinnern bei voller dieser Hinjicht wird Richters Broschüre auch von Arbeitern mit

Selbständigkeit an Goethesche Sculung. Die Fülle des (Beschauten Vergnügen gelesen werden. Die negative Seite der Sozialdemokratic

und Erlebten, jei es nun die buchengrüne, liebreizende Thüringeraber, ihre Kritik der bestehenden sozialen Verhältniise, ist in der

landschaft mit ihrer Wartburg, sei es die ungeheure, massige AlpeliParodie naturgemäß garnicht berührt; und fein konservativer Mann,

welt oder die kunstgeschmüdie Sonnenwelt Italiens, überall weiss der in unsern Staaten die beste aller Welten sicht, brauchte an den

Stern Stimmung und zwar immer die rechte 311 erzeugen. Mag Zufunftsbildern den mindesten Anstoß zu nehmen. Das liegt nun

auch der eine Abschnitt dem anderen nachitchen (den relativ geringsten einmal im Wesen einer Streitschrift und in dieser Hinsicht verdienen

Wert haben die Naturbilder), io zeigt sich dod) überal Sterns alldie Zukunftsbilder alles mögliche Lob.

seitige Kenntnis, jeine Empfänglichkeit und geübte Daritellungskunst. (Ganz musterhaft sind in ihrem schwermütigen fiontraít von Altem und Neuem, von Lebensfülle, Lichtglanz, Farbenpradit und den

Schauern der leise und stetig abbröđelnden Vergänglidhkeit die ,, VeneDeutichnationales Jahrbuch, 2. Jahrgang. Verausgegeben von zianisch in Bilder“ und „ömische Frühlingsbilder“, die in ihrer

Narl Þröll: Berlin. Verlag von Hans Lüstenöder. 1892. Stimmungsfülle von Stern nach unjerem Empfinden auf das Natur

Die Bürger des Deutschen Reichs wissen nicht immer und nicht treujte sfizzirt worden sind. Diejes trefilidie Wanderbird) wird geüberall, daß außerhalb des gecinigten politischen (Bebiets auch bildeten Itali'nreisenden liebe, ' íchöne Erinnerungen auf das Deutsche wohnen, viele Millionen Deutsche, und das; viele (Gruppen | Lebhafteste weđen.

Dr. Paul Kühn. derselben in ihrem Volkstum arg bedrängt sind. Diesen Stammesgenossen eine hilireiche Hand entgegenzustrecken, ist der deutschen Negierung in den meisten Fällen versagt. llnd wir Deutschen sind von Natur nicht so chauvinistisch wie etwa Franzosen oder staliener,

Prof. Henry Drummond. The greatest thing in the wir fühlen unsere Ehre nicht gleich verleizt, wenn ein deutsches Dorf

World; pax vobiscum; the changed life. (Leipzig,

B. Tauchniv.) von Nuijen, llngarn, Tschechen oder anderen lebhaften Völkern um seine Nationalität gebracht wird. IInter solchen II mständen wirft

Tiese drei „berühmten“ und in zahllojen Eremplaren auch in viel (Gutes die kleine Gruppe von waderen Chauvinisten, welche die

deutschen liebersetzungen verbreiteten Auffäße enthalten nid)t viel inchu Volfsleidenschaft dort 311" wecken suchen, wo Leidenschaftlichkeit

als Traktätsdiengewäjd. jeder Doripaitor bei uns würde jich geniren, wünschenswerth ist: in einer deutschen Familienangelegenheit. Einer

die abgestandenen Gedanken des englischen merrn Profejjors seinen der unermüdlichsten Vorfämpfer in dieser Sache ist Karl Pröll.

Zuhörern vorzusezen. Jujoiern sind jie denn freilich etwas ungewöhnı Auch das vorliegende Jahrbuch ist aus diesem cinen (Bedanken

liches und werden ihren Eriolg wol verdient haben. Heiliger Paulis heraus geschickt zusammengestellt und kann hier und im Auslande

und heiliger Augustin, was giebt sich alles für cure Nachfolger aus!

Den modernen Problemen, die sich auf die Religion beziehen, gegennur anregend wirfen.

über bewahrt der Verfasser cine fröhliche, auf vollkommene 11nkenninis gestützte lInbefangenheit. Scin Christentuin triest von Liebe und

Willensfreiheit. Die Lektüre ist cin würdiger Zeitvertreib für G. Macé, Lazarette. Ancien chef du service de la sureté. frömmelnde Nichtstuer, die sidh mit dem „gesunden Micnschenverstand“

Crime passionelles. Paris, Bibliothèque- Charpentier des Engländers und mit seiner komfortablen Ehrbarkeit „Probleme 1891.

lösen“ lassen wollen. Frankreich besitzt selbstverständlich neben der Litteratur, weldie der großen Stunst angehört, auch Nomanfabrifen, in denen für den Pöbel breite Betteljiippen gebraut werden. Solche Werke, und zu F. Max Müller. Three Lectures on the Science of Language ihnen gehört Lazarette, einem Kritiker zur Beurteilung zuzuschicken, and its place in general education delivered at the ist gejährlich oder dodh zum mindesten unhöflich. Eine Betielsuppe Oxford University Extension Meeting 1889. Chicago, wird nicht nahrhafter, weli sie einen französischen Namen hat. Ein The opeu ('ourt Publishing ('ompany 1890. solches Buch wic Lazarcite aber gar ins Ausland zu schicken, das Von den drei Vorlesungen über Sprachwissenschaft handelt die ist, von dem betreffcuden Franzosen eine unpatriotische Tat. Wir erste in May Müllers flarer, jedem Gebildeten verständlicher und wollen diese langweilige Striminalgeschichte lieber keiner seritik unter: doch dabei auf strengster wissenjdhajtlider Grundlage ruhender Weije ziehen.

von dem Unterschied zwischen Mensd) und Tier und dem Wachstum der Sprache aut natürlichem Wege, von 4000 germanischen Wurzelni

- r.

*

[ocr errors]

*

*

[ocr errors]

*

*

*

[ocr errors]

*

zu den 250 000 Worten des modernen Englisch. Dic zweite handelt | Sanirung“. das dürfte ein Kernpunkt von seinen Ausführungen von Wortanalyse und Wurzeln und der Bedeutung der Sprach fein. Jedenfalls wird der Leser aus diesen Tagebuchblättern 'die wissenschaft für unjere kulturanschauungen, und die dritte von den lieberzeugung gewinnen, daß Stern ein ehrlicher, schneidiger Kämpfer Veziehungen zwischen Sprachverwantschaft und Völkerverwantschaft

, gegen den Alkoholismus ist. der Heimat des Indogermanen der Gegend zwischen Hindufuidh und

Adolf Wilhelm Ernst, Hamburg. Karakorum und der Bedeutung der Sanskritforschung. Dem kícinen Vuche angehängt ist noch ein Aufsatz Mar Müllers aus der Contemporary Review: „Meine Vorgänger“.

A. L. Balduin Groller, Wenn man jung ist. Neue Novellen. Dresden

und Leipzig. E. Pierson.

Es sind drei novelistische Darbietungen, die sich alle drei Edmond de Goncourt, ( utamaro. Le peintre des maisons was Eigenartigkeit des Sujets und dessen pinchologische Durchführung

vertes. Paris. Bibliothèque- Charpentier. 1891 L'art anbelangt nicht markant von der Durchschnitialektüre abheben; japonais du XVIII. siècle.

sie bewegen sich in herkömmlichen Geleisen und haften am KonNur der Name des Verjasiers kann 1111s begierig machen ein ventioneüen. Von einem lebensvollen, warinblütigen, edlen Realismus Werk zu lesen, welches sid) mit der japanesischen Kunst des 18. Jahr ist in diesen drei Stücken der Sammlung nicht allzu viel zu spüren, hunderts in cingehend berast, daß es in zwölf Bänden das Leben trotzdem Valduin Groller in der pro domo geschriebenen Vorrede und die Werfo von sieben japanesischen Malern und von fünf behauptet, daß der Realismus audh seine fünstlerische Heberzeugung Ladirern, Töpfern und dergleichen 311 geben verspricht. Wir in sei, seit er 311 fabuliren begonnen und insbesondere seitdem er zum Deutschland itchen cinem solchení liniernehmen, besonders wenn es ersten Male' die Feder angesetzt habe, um für die Deffentlichkeit zu ohne juustrationen erscheint wie hier, fast railos gegenüber. Wir schreiben. lind gerade weil er jo tief durchdrungen ist von der streiten noch darüber, ob Rembrandt die Bilder Rembrandts gemalt licberzeugung, daß ein erspriepliches Kunstschaften anders, als auf habe, wir haben von asiatiicher Runit nur cine vage Vorstellung dem Boden des Realismus gar nicht denkbar ist, legt er großen und founen auch nicht einen einzigen vrienialischen Malernamen. Wert au jeine ugchörigkeit zu den Veremrern derjelben. Leider llud da fommt cin Malerdichter von dem Feingefühl Edmond jind diese Worte bei dem Bertasjer mehr Thcorie; praktisch hat er de Goncourts und giebt uns in einem stattlichen Bände die genaue , fic in „Wenn man jung ist“ nicht angewendet. Denn dic albernen, Lebensbeschreibung des Malers IItamaro und dazu cinen crstaun: monologisirenden Herzenscrgüije im criten Teile der „Sileinen Ges lichen Katalog ieiner jämtlichen Werke. Goncourt behandelt seinen fälligkeiten“, wie auch die Täppischen Reden, Studentenstreiche und Iltamaro mit derielben (Bründlichkeit, mit der etwa CroweKawallkaselli Vierrciien, die in der zweiten Novelle geschildert werden, sind nun die italienischen Maler behandelt haben. Nur das Goncourt über und nimmer lebensfräftiger, farvensatter Realismus Immerhin dios mit seinen Paleraugen mehr jieht als andere Vrobad)ter und leien sich alle Erzählungen ziemlid) flott weg; denn Balduin Groller mit seiner unvergleidlidien geder über alles (Geschehene 311 berichten besitzt ein gut gcichulies Erzählertalent und weiß anmutig zu plaudern. weiß3. Und in gleicher Weijo will er die andern Japancien wijien Aber das Buch hinterläßt feinen tiefen Eindruck auf Geist und ichaftlich entdecken. Es ist also cin Buch für einen fleinen Kreis (Gemüt; wer es einmal gelesen hat, für den ist es abgetan. von Sennern und Liebhabern. (Goncourt, der in seinem 70. jahre

Adolf Wilhelm Ernst, Hamburg. den ciften Band einer solchen Reihe veröffentlichte, erklärt in der Vorrede nicht ohne Wchmut, er denfe garnicht daran, jeine Arbeit zu Ende führen zu fönnen. Es habe nur einen jo starfen Reiz Wilhelun Bornemanns Plattdeutsche Bedidhte. Mit Federfiir ihn gehabt, Ñculand 31t bearbeiten. Er beruft jich auf seine zeichnungen von Theodor Hojemann. Berlin. N. v. Deder. und icines Bruders „Geschichte der französijden Gesellschaft im Johann jatob Wilhelm Bornmann, der am 2. Februar 1766 vorigin Jahrhundert." Vatürlich hat das 18. Jahrhundert von 30 Gardelegen in der Altmark geboren wurde, ließ 1810 jcinc ersten Japan für uns Laion nicht dasielbe interejic wie die Nigence

. plattdeutschen Gedichte cricheineii, iii alio in gewissem Sinne ein Aber dem diter Goncourt ist es doch in hohem (Grade gelungen, Borläuier von Klaus Groth und Fritz Reuter. Seine Gedichte durch lleine fulturgeschichtliche Züge jein Buch für den Nichtkenner zeigen echte Voltstümlichkeit, draitiichen Humor, ¡ind wißig und und Nichiliebhaber japans zu beleben.

ipipig, wo sic is icin müssen, und stellenweise auch derb, ohne dabei ausfallend zu werden. Freurden von Dialektgedichten seien diese Kocsicn cmprohlen.

Adolf Wilhelm "Ernst, bamburg. Marime Du Cad.p, Théophile Gautier. Paris, Hachette. 1891.

(„Les grands écrivains français“).

Marime Du Camp war vertrauter Freund Gautiers, wie er in Carl Spitteler, Festspiel zur Eröifnung des neuen Stadts dieser furzen Monographie und in der Vorrede zur feuilletonistischen Theaters in Zürich. 1591. Zürich. Druck von ;3 ürcher und .. listoire du romantisme" ausdrüclich betont. Er hat trotz ehr:

Furrer. 1991. lichen Strebens nach Wahrheit dennoch (Gautiers Lebenswert etwas Pas šeit-Spiel Karl Spitclers inutct mit seinen Pirjonenrojig gezeichnet und namentlich jeines Freundes Oberflächlichkeit als Verzeichnis nicht eben crquidlich an. U pollo und seine Musen nebit Tagesfritiker nach Kräften beschönigt, indem er ihn als ein an den andern toten Symbolen werden eingeführt und sogar Morpheus Pflug geiranntes Rassepierd vorführt An manchen Stellen gefällt i öffnet irgendwo icine arme. Aber das ist diesmal wirtlidnur jid Du Camp in Weitíchweifigreiten, ohne den springenden Punft äußerlich. Es wird wol ielien ein šestipiel aufgeführi worden jein, 311 zeigen, z. B. bei (Bautiers Viciíen Beijer ist die Charakterisirung in welchem cinc folche Fülle geiitrcidier Gedanken in jo frapper und des Curifcrs Bauricr, wie überhaupt der zweite Teil des Ludico wahrhaftiger Form auf den Börer niederregnen. je altmodischer die gegen den mit alleili cigenen Erlebnijien, mit usiprüchen von Vr vorgeführten Masfon jind, um jo moderner ihre Sprache. Icr rühmtheiten aller Rangitin und 3 citalier, und mit allen möglichen Dichter ic31 jid) mit den wichtigjten Kunstfragen auseinander und Teflinationsiornion des licben ich gezierten crjten Teil vorteilhait Achtung vor dem Publikum, wenn es allo'feinen Anspielungen verabjicit.

Joicph Sarrazin. standen und interidricben hat. Wir kennen sarl Spitteler schon

lange als cinen Tichier von sicfem Wiß und würden'ins freuen,

fänden icine (icdichte, von denen man die in der , „Schweizerischen Maurice Neinhold von i tern, Aus dem Tagebuch cines ! Rundídiau“ crsdienen ind, auch in Deutichland die verdiente Auf

Enthaltjamen Aphorismen über die Alkoholirage Tresden nahme.

und leipzig. E. Kicríon.

Stern ist als Keriajer von leidenschaftlich glühenden Freiheitsgejängen, als Schöpier von gedankengejättigten Liedern und Jakob Bächtold, Mörife-torm - Briefwechsel. Stuttgart itimmungsvollen Naturschilderungen bekannt. So könnte es übers G. i}. (Gösdieniche Verlagsbuchhandlung. 1891. raschen, demielben Mann in den vorliegenden Büchlein als einem Ter verdienitvolle jakob Bächtold überreicht in dem vorliegenden streng wissenschaftlichen, fritijd geichulten" Tialettifer und gewanten Vüchlein den Berehrern von Mörife und Storm cinen Vriefwedjjel

, Bolfswirtidartler 31 begegnen. Wo soldie verschiedenartigen Talente wie ihn nur gute und vornehme Menschen miteinander führen können. vereinigt sind, darf man mit Ncchi auf eine ungewöhnliche Begabung : Ocjüllt wird die Sammlung vornehmlich von Briefen Storms, der schliessen. Das ist bei Stern der Fall Beiveis dafür sind diese ein wenig geidwäßig alles ausjpöttet, was er auf dem Herzen hat. Aphorismen, in denen er die Alkoholfrage als cine allgemein-menich Mörises jcliene Vriefe iind durch die individualität ihres Schreibers heitliche behandelt und mit Gciit und Witz

, mit überzeugender Be bedeutender, und es ist nur zu bedauern, das der weitaus größere weiskraft gegen den (Benuíz alkoholisder (Getränfo zu Filde zicht. von den Weiden jo drcibfaul war. Die stärkere Macht Mörife Stern ist abstinenzler strengiter Objervan; und erblidt in der Ent äußert sich besonders da, wo Storm ichmerzbewegt und tränenselig haltsamfcit cinen mächtigen Vebel für unser gciamie: jitilidies Leben, schr viel über den Tod seiner Frau berichtet. Die furze Antwort wie er andererieits den Alkoholgenus cine Vermaterialijirung der Mörikes. ist ergreiicnder als die lange Erzählung des Wittwers. idee und Veridealisirung der Bewohnheit zuichreibt. ',, Tic Ab immerhin ist diejer Vrieiwechsel ein hübscher Beitrag zur Gejchichte schaffung des Alkohols ist nädist der Löjung des jeruellen Problems der halbvergangenen Litteratur. Namen wie Mommen und Herse die allerelementarite Vorausiepung aller jitilidhen und aller physisdien ! führen crirculidi zur Gegenwart herüber.

Veranti: Otto Neumann..Hofer, Berlin. Verlag ron is. & P. lh man 11, Berlin W., Körnerstr. 2. Gedrudt bei N. Censch, Berlin SW.

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

-1.

[ocr errors]

von

1832 begründet

Verlag
Ferausgegeben von Fritz Mauthner und Otto Deumann-Hofer.

don Joseph Lehmann,

. p. Lepmann. Redaktion: Berlin W., Körner Straße 2. Ericþeint įeden Sonnabend. Preis 4 Mart vierteljährlic. Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (Nr. 3589 der Postzeitungsliste), sowie vom Verlage des „Magazins“ entgegengenommen. Anzeigen 40 pfg. die dreigespaltene · Petitzeile.

as Preis der Einzelnummer: 40 Plg. Bo

60. Jahrgang.

Berlin, den 20. Dezember is91.

Nr. 52.

Iuljait: *** Die gesellschaftliche Stellung der Schriftsteller. Zola: Die auf den Roman angewante fritische Formel. Felir Poppenberg: Der weibliche Josef. Gustav Landaiter: Ein Strabenlcben, Novelle.

Hanna Llijon: Nach jüngsten Mustern. Sonntagsfrauen. – O. 3. Bierbaum: Ratsfellergelöbnis. Friis Mauthier: Ricard Voß. Litterarische Chronif. Litterarische Neuigkeiten: Neuigkeiten vom Büchermarft. Freie Litterarische Gesellschaft zit Berlin.

Auszugsweijer liachdruck jämmtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Llibcfugter Dachdrucli wird auf Grund der Gcsetze und Verträge verfolgt.

An unsere Leler!

Wir ersuchen unsere geehrten Leser, ihr Abonnement auf das „Nagazin für Litteratur" rechtzeitig zu erneuern.

Im neuen Jahrgang wird das „Magazin für Litteratur“ mit erhöhten Mitteln und verstärkten Kräften feine Aufgabe verfolgen. Redaktion und Verlag werden in vereintem Bemühen bestrebt sein, im Magazin für Litteratur" ein universelles Litteraturblatt zu erhalten.

Die beiden letzten Jahre haben viele hoffnungsvolle Ansätze zu einer litterarischen Presse in Deutschland scheitern sehen. Das „Magazin fiir Litteratur" ist stehen geblieben, unerschütterlich, wie all die sechzig Jahre, die es hinter sich hat. Es wird auch ferner auf seinem Posten stehen bleiben, als ältestes litterarisdes Organ Deutschlands mit jugendlicher Srische die geistige Bewegung des Jahrhunderts überschauen und, im Befondern, die litterarischen Rundgebungen der Kulturnationen in ihrer Gesamtheit verfolgen, das Neue fördernd, das Ulte achtungsvoll wiederspiegelnd.

Das „Magazin für Litteratur“ ist das einzige Organ Deutschlands, welches das litterarische Leben der Gegenwart in encyclopädischer Vollständigkeit zu verzeichnen bestrebt ist.

Von größeren Arbeiten, die wir im nächsten Quartal veröffentlichen werden, nennen wir folgende:

FriedridNiekfdje, Ungedruckte Briefe und Aphorismen.
Victor Hehn, Priscilla, eine aus dem Machlaß des klassischen Kulturhistorikers

vom Archivrat Dr. Theodor Schiemann edirte römische Novelle.
Hans Hopfen, Die Göttin der Vernunft, Drama.
Marco Praga, Die ideale Frau, Drama.
Giovanni Verga, Bei der Hausmeisterin, ein neues Drama des Verfassers

der Cavalleria rusticana.
Emile Zola, Neue theoretische Studien.

Serner werden unsere alten Mitarbeiter, deren vollständiges Verzeichnis sich auf der Rückseite des Umschlages befindet, fortfahren uns Beiträge zu liefern.

faochachtungsvoll

Redaction und Verlag des „Magazin für Differafur“.

« ForrigeFortsæt »