Billeder på siden
PDF
ePub

Olympierhaupt Goethes der feine, von geistiger Sêraft wie leiblicher ergreift ihn. Er will sie bejißen, sie aber befämpit das heiße GeHinfälligkeit gleichermaßen zeugende Kopf des Carlos-Dichters. Wus fühl von Lebenslust und Liebeslust, das in ihr aufsteigen will, und sie wol sagen würden, die beiden, wenn sie ihren „Mujen-Alma löst den Konflikt rauh und schnell: aus den Armen der verbotenen na ch“, das Kind ihrer Freuden und Schmerzen, wiederauferstanden Liebe rettet sie sich unter die Räder des daherbrausenden Eisenbahnsähen aus langer Nacht, behäbig, freundlich, in prächtigem Gewande, zuges, den sie als Vertreterin ihres abwesenden Gatten hätte salutiren so wie jetzt der noch immer getreue Cotta den Epigonen und denen, jolen. Das ist alles einfach, zart und innig erzählt, wie nur Hevje die es nicht sein wollen, das Buch aufs neue darbietet?

erzählen kann, und dies jdwermütige und doch so friedvode Lied „Ja, die gute, alte Zeit!“ Wie böse und voll Arg sie war, vom Lieben und Sterben wird auf empfindjanie Herzen tief und diese gute, alte Zeit, da der erste Musen-Almanach entstand! Schiller | mächtig wirken. hatte schweren Aerger mit den „Þoren“, und was noch idhlimmer Der Veysejchen Erzählung folgt eine lange Reihe von Dichtungen war, er hatte Hunger Er mußte etwas Neues beginnen. Was die in gebundener Form. Da ist Otto Noquette mit einer sehr Nosegartens, Langbeins, Bjerfels, Steigentejchs madhten, Mujen: umiangreichen, leichtflüssigen und von einem angenehnen naiven Almanache voll schwülstiger Neimereien, das wollte er auch machen, i Humor durchwehten Erzählung in Verjen, „Die Herenmühle“ beund besser Bei jiechem Körper, mit heroischer Geistesstärke arbeitete titelt. Diese Herenmühle steht natürlich im Wald, da wo er am er an seinem „Musen-Almanach für 1796" * Das Buch erregte romantisdysten ist. Felir Dahn bringt cine Ballade, cbenjo natürAufsehen, die Verehrung zündete ihre Qpfer an, die Bosheit griff lich aus der Zeit der Walküren und Reckon, Conrad Ferdivand nach dem Schlachtmesser. Man weiß, was darauf geschah. Die Meyer zwei fluge und gedankenreiche Gedidite „Dio unschuldigen Dioskuren stellten sich Schulter an Schulter, bald wetzte Schiller Kindlein“ und „Das Ende des Festes“, Graf Schaď einen klangden Pfeil und Goethe spannte die Sehne, bald taten sins umgekehrt, vollen und aus warm empfindendem Herzen kommenden „Nachruf und auf die plumpe Masse regnete der Regen der tenien, daß der an Ferdinand Gregorovius“, Wilhelm Jenjen cine allerliebste deutsche Dichterwald widerhallte von dem Heulen der Verwundeten tindergeschichte ,, Belia", Friedrich Bodenstedt ein weltweises Geund dem Lachen der tertiorum gaudentium. Man weiß auch, : dicht „Das Fremdenbuch“, Emil Nitterhaus eine ernste und gedaß diesem zweiten berühmtesten Bande des Almanachs von Seiten | fühlvole Erinnerung „Meine Mutter“. der Gegner eine Fülle von Gegenkundgebungen folgte, „ Mücken Das sind so einige der besten; das auch ein wenig Spreu unter Almanache“, „Ochsiaden“ und was man sonst den „Sudelköchen in dem Weizen geblieben, tut Stephan Milows abjonderliche lleberJena und Weimar“ aufs Jndevoteste und in Ehrsucht ersterbend zu schwänglichkeit „Die Magd" fund. IInter den Lyricis ist neben Füßen legte. Von Seiten der Herausgeber erfolgte keine Antwori, manchem Alltäglichen, wie „Meine Niuje, meine Liebe“ von I. G. F ischer sie hatten gelacht, nun wurden sie wieder ernst. Band drei fam, auch vicl Driginelles, io die „Sonnentrauer“ von Carmen Silva, Band vier und fünf, jeder einzelne brachte Perlen Schillerscher die hier zeigt, dass jie trotz vicler Ercentricitäten dod) cin starkes Formkunst und Gestaltungskraft, Gedichte, die ein eherner Fonds dichteriiches Talent in jich birgt. Von anderen in diesem Teil gut geworden sind im geistigen Vermögen der Nation, aber das P. T. vertretenen Namen mögen Fulda, Kalbed, Möser und Joh. Kublifum o gute, alte Zeit! kaufte sie nicht. 1800 hatte der Procli hier Platz finden. Dic leite Abteilung , Spruchdichtung“ Musen-Almanach aufgehört, der Schilleríche zii iein, ein Jahr später wird durch Georg Ebers cröñnet, der nicht viel nencs, aber manch war es ganz aus mit ihm.

herzlich sie unter dem Titel „An meinen Sohn“ zusammenfaszt. Und Ilnd nun soll er neu erstehen. Der erste Versuch von 91 scheint das ist jo ziemlich das signum der ganzen Ab.eilung. Auch hier: geglüct 31 sein, und jo erscheint jetzt der nächste Bruder. Stein Himmelblau mit (Goldschnitt, bis auf Hans Hopfen, der erfrischend neiter Schiller und Goethe in Fleisch und Blut und Geist heben ihn drajtisch wird. Summa summarum, der niente Contasche Musenaus der Taufe, nur der Schatten ihrer Erinnerung umídwett ihn, Almanach wird ein Freund sein, den man gern im Hause hat. und das ist gefährlich. Um billig 311 iein, wird man indeß dicie Ind man wird ihn gleid in der guen Stube cinquariiren. Erinnerung, so schwer es auch sein mag, bannen müssen, und dann

iš E. zu dem Ergebnis kommen, dass die Neubegründer des MujenAlmanachs ein gefälliges und vornehmes Werfchen geịchařen habeni. llud wenn mich einer fragi nad) , Tendenz“ und „Nichtung“, io ant

i şans von Heinfelo: ,,Mütter und Töchter“. Ungeschminkte Er

zählungen. (Berlin-Coburg. S. Fischer). worie ich ihm: himmelblau mit Goldschnitt, wie der Einband.

Vor Beginn der Erzählungen hat der Verfasser eine Tafel aufIn der Tat, Karl Denie itehi nad cinem ianjen, frommen Titel: gerichict, über weldher das Wort „Wahrheit“ prangt. Darunter bildchen nicht umíonst an der Spitze; von dicien Päticeni it it໓

tehen hübsche Sadjen ans (Boche, Abraham und Sancta Clara, das foll fein Tadel sein. hat eine nach resten Grundsätzen ar:

Boerhave, Builcau und den Sprüchen Salomonis, Königs der Juden.

Dann fommt cin Vorwort, das sich wiederuin mit der Wahrheit beitende Hand jedes Störndjen des Staubes Ferngehalten, der schwer beschäftigt und einen Schwur abgiebt, daß die folgenden Geschichten in der Atmosphäre unserer modernen Welijtadtpoesie liegt. Wicht auch wirklich

) pasiirt seien. Nun ja: Molti und Vorreden gehören daß alles heiter wäre und jonnenglänzend, aber der Ernst tritt rin

mal zu den litterariichen Strankheitserscheinungen unserer Epoche. läuberlich auf, im Fracť und weißzer siravatte und beidos nicht immer

Nehmen wir jie geduldig hin; die ersteren haben entschieden für

sritiser Vorteilt. Man ichiieide sich aus jedem neuen Buche das von der lebten Mode.

unvermeidliche Mottoblait heraus, und innerhalb eines Vierteljahres Paul Dense macht wie gejagt. den Anfang und icine Er: hai man einen gedrudien Citatenschaß. zählung „Vroni“ trägt ganz die Züge ilires geistigen Baiers, dicic

Aber der Schwur aui die Wahrheit, der ist schon ein bedents milden, weichen, iclbst im Schmerze veriöhnlich lädhelnden Züge. Cdwuringer och

, kommt es denn wirklich aut zufälliges Geschehen

lidheres Symptom. Icr mißverjiandene Nicalisnus erhebt da die „Vroni“ ist ein armes, herziges Baucrndirndien, und den jie heim

sein an und daraui, daß Einer geschict und glüdlich ist im Erleben lich liebt und der ïic, ohne es redit zu wisien, wiederliebt, ist ein und Anekdotenjammeln? lind giebt es wirklich noch immer Leute, jürnehmer Herr Forstpraktikant. Die Liebe ist ausjichtslos, und

die vermeinen, Healismus sei eine Sache des Was, da er doch nur der g'iludirto merr giebt selbst dem Mädel mit einer für einen faum

eine Sache des Wie ist? Herr Hans von Reiniels hat es lediglich

auf das geidichene Was abgesehen und er vernachlässigt gröblich das miindigen Tod kopi seltenen Verstuindigkeit den viat, cincu braven, idhöpfcrijdic Wic. Eritens jdreibt er cin sehr böse Zeitungsdeutsch. íreilich jouit wenig anheimeinden Bahnwärter zu heiraten. Nach Selbst die berüchtigste 1111setzung des Subjektes in Nachat, dic einigen Jahren fchrt der jüngling jurücť und indet die einit He's clbit in der citing nur dem Pushilfs reporter erlaubt sein sollte, liebte als törperlid hold crblühte aber iceliidi tiei Iridende fraut

sdheut er nicht, nad) dem entjeßlichen Muster der Geschäftsbriefe: „Euer

| Wohlgeboren empfehle ich mich und wird es mir ein Vergnügen wieder. Eine glühendo peidenschaft, die vor nidits zutrüdichreďt, sein". iind roh wie die äußeré Form ist die innere. Die Gescheh

nije sind zum Teil ergreifend, aber die Art wie sie erzählt werden,

ijt äußerst umfunstleriích. Mögen sie auch wirklich geschehen sein, *) Dicier crite jahrgang iil nid)t bei 01101. joudern in der sie zu einer künstlerischen Wirklichkeit wieder erstehen zu lassen, hat Hoibudhhandlung von Michaelis in dienstrelitz crinienci.

der Versaijer nicht vermocht

0.3 Bierbaum.

Verantnu: Otto Ncmn1 Hojer, Berlin.

Verlig ron 8. & B. su mislil, Berlin W., Störnerstr. 2.

(Hesrust bei N. Eensd), Berlin Sy.

für Sifferatur.

1832 begründet

Verlag
von
Kerausgegeben von Fritz mauthner und Otto Reumann-Hofer.

von Jofcpb Letmann.

S. & P. Lehmann. Redaktion: Berlin W., Körner Straße 2. Evideint įeden Sonnabend. – Preis 4 Mart vierteljährlic. Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (Nr. 3589 der Postzeitungsliste), sowie vom Verlage des Magazins" entgegengenommen. Anzeigen 40 Pfg. die dreigespaltene Petitzeile.

- Preis der Enemmer: 40 Pig. Bo

60. Jahrgang.

Berlin, den 5. Dezember isol.

17r. 49.

Infast: Detlev von Lilienr011: jll toggired IV. 1 Echlui;. ) Carus Storie: Die Persöhnung von Religion and menjcbari. -- Emile ,ola: Tie periönlichkeit des Romanichriftitellers. puguit Strindberg: Cerlemoro. jrit Manibner: Theodor Fontane und Ernst von Wolzogen. Litterariiche Chronif: (Gregor Ciifu Mud Lord Bilmer otten. Litterariiche (ejellichait in Hamburg.

211!=z1lgsirciser liochdruidi lämmtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

LIuliejujter J?aclidrucli luird illi Grind der Gejeze illid Verträge verfolgt.

[merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small]

von meinem Fenster, ciner Straße 311 -Nein, erst muß ich in Training mich befinden, Tann läuft die Strophe muter, 1111d in Hul siann Stanze sich an Stanzenschnüre binden, Ilnd auch muß ich vordem ein Rendez-vouš Tort unter Linden in den Frühlingswinden

buachen, Icider sind wir im Oktober, Cu bleib' ich dein Ottave rime-Tober.

Tie Nönigspirople hat sie Lings genannt,
Ilid jchr mit Recht, sie schreitet fönigsstolz,
Es jicht sie nicht zu oft das deittiche Land,

Sem auch die Herren Müller, Schulz und Stolz
Sie gerne wählen, um zum Lirifband
Ten Stift 311 schuitzen aus hochedlem Holz.

Nur darf 311 klinglingling nicht sein die Spende,
Irum, Trochäus zuweilen bis ans Ende.

Mein greijer svaijer Wilhelm, dir murah,
Bei stöniggräb cinst füßzi' ich dir die Hände,
Tein gütig Herz, wie stand cö jedem nah,
(Villies 311 thun, daß jeder Hülfe fände,
Dein gütig Herz! säng' ich ihm (Bloria,
Nönnt ich nicht schreiben ausgezählte Vände.

3u deinen Lorbeerkränzen, die mich grüßen,

Leg' cinen Dankesfranz ich dir zu Füßen.
Wenn wir durch frohe Siegestore ziehu,
Turch blattgeschmückte, puļzi uins mancher Ordeni,
Nicht allen ist die Auszeichnung verliehit,
Tod) alle haben Tapferfeit beim Morden
(Bezeigt, die gleiche: daß die Feinde fliehn;
Auch mir sind einige davon geworden,

Mit Blut bespritzt, nicht für Diners, Gedichte, Warum auch, das ist feine Weltgeschichte.

Wasch ich den Reim auch aus in meiner Balje?
Von blassen Cirkuśwölkchen ein bekränzter,

Liegt vor mir, den von mir zwei Meilen trennen,
Des Heerwegs Bäume sind kaum zu erkennent.

lind die Chaussee weckt mir Erinnerung,
Und jene Bäume werden wieder wach,
Die einst ... Es klopft? Den bring ich auf den Schwung,
Der jeßt mich stört, dem trample ich aufs Dach.
Herein! Ah, du ... und dann ein lustiger Sprung;
Ilm Gotteswillen, halt, gemach, gemach.

„Is’s wahr?“ Sie lacht, wie glänzt der Zähne Schimmer,
Ilnd Hut und Handschuh fliegen weit ins Zimnier.

Du kommst mir eigentlich recht ungelegen,
„Is’s wahr?“, sie fällt mir um den Hals geschwind.
Ich bin ja heute ganz auf andern Wegen,
,,Js's wahr?", fie füßt mich wie der Wirbelwind.
Ich schreibe Verse, die mich stark erregen,
„Is's wahr?“, jetzt heult sie wie ein Waisenkind.

Was ist 311 machen, Schuh wett' ich und Strumpf,
Die Liebe jicgt, die Liebe spielt den Trumpf.

Für einen Dichter, doch ich schweige lieber,
Sonst könnte gar in den Verdacht ich

- halt:
Von meinem Fenster blick ich oft im Fieber,
Im Ficber der Erinnerung, es knallt,
Auf jener Höhe die Geschübeschieber,
Der Pferde Sturz, Mannschaft hilft aus, es galt.

Ilnd immer bin ich noch nicht recht in Schuß,

Ich stanzle weiter. Muse, einen Stuß.
Poet, ich würde sagen: Je m'en fiche,
Wenn Hinz imd Kinz an dir herum befehren,
Hineinstäuben mit ihrem Flederwisch),
Laß nicht von jedem Laffen dich belehren,
Sei dit dit selbst, dein eigen, frech und frisch,
Ilnd laß den Teufel dich die Sache scheeren,

Wenn sie dir sagen, daß nach Schiller, Byron,

Ilnd Gott weiß wen, die deutschen Dichter leierii. Nur gar 311 gern ist das ihr Bettelwort, Wenn sie mit dir nichts anzufangen wissen. Ilnd schreien die Familienblätter Mord Vor dir, so laß sie schrein, du fannst sie missen, Denn die Familienblätter sind verdorrt, Weil sie Geschlechtslosem die Fahnen hissen.

Sei stolz, jei frei! schreib dich, vergiß das nie,

lind schreibjt di Poesie, schreib Poesie.
Zwar vieles Geld kannst du durch sie erlange
Sie zahlen gut: die „lleber Land und Meer“
Ilnd wie sie heißen, brauchst nicht mehr 311 bangen,
Trägst du niach diesem, jenem heiß Begehr,
Zum Beispiel einen Hummer cinzufangen,
Ich rate bei Hans Cölln, ist dann nicht schwer.

Auch sitz ich gern am Jungfernstieg bei siel

Mit meinem Holdchen mürrisch im Eril. Die Deutschen nennen feinen Tidhter Nümitler, Künstler jind Maler, Musiker, Athleten, lind wäre auch des größten Stönigs Günstler Ein Dichter, „schadt nir“, Künstler sind vertreten 3m Zirfus, Flohtheater; und ein Sümmsier (Der Reim ist falsch) Tenor wird dem Boeten

Stets vorgezogen. Slagt nicht, eine Zeit

Kommt auch für euch einst? atmet auf, bereit.
Ilnd wann, ich frag euch, fommt einmal die Zeit,
Daß wir, statt cines Leitartifels Dede,
Bleibt mir mit Politik vom Dals, Neuheit
Von cinem neuen Dichter hören? Spröde
Erwägt der Redakteur die Nütlichkeit.
Poet, du bist vertagt, verlassen, schnöde

Wie einer, der in Hamburg wohnt, verloren,

Wenn, Fluch, er ohne Regenschirm geboren.
Nun feine Störung weiter, un Bataille,
Der Tuben Schreckenston. Von meinem Fenster
Seh eine Straße ich, glaubts mir auf Taille.
Ein Höhenziig, ein abendglanzbeglänzter,

Es wird mir wol verdacht, daß ich zit viel
Von Liebe rede, bleibt mir hübsch geirogeni,
Erzürnt euch denn jo jehr das Schäferspiel?
Bald kommt der Leichenwagen angezogen
Ilnd hält vor meiner Tür, ich bin am Ziel,
Die Saite riß, es sprang der Fidelbogen.

Die Liebe lebe, die mein Karmen preist,
Ob fie un Mart) oder Mieze heißt.

Der Liebe ziehn wir Maske vor und Schleier,
So treiben wirs im chainhaft zit bestehu,
Ilnd predigen als Tugendpfadverleiher
Moral sogar; laß dich einmal besehii,
Du holde Deutchlerin: Mord ist, beim Scier,
Fehl jeder Art ein besser Teufelslehn.

Ind doch, graunhaft, in all der Wüstenei,
Was blieben ohne dich wir, Beuchelei.

Mit diesem herzigen Spruch ging ich 311 Bette,
Ilnd hatte einen Traum, der schwer mich plagte,
Als schleppten meine Füße eine Stette,
zog ich im Zimmer hin und her, und flagte,
Die Tür sprang auf, ich hörte eine Mette
(118 cinem dunklen Nirchenraum, der ragte

Im Dämmer fäulenhoch; zunächst der Schwelle
Schlief eine junge Frau der silosterzelle.

Sie jaß in cinem jeidengranen Sessel,
Das blasie Haupt lag sanft zurückgebogen,
Oder war sie erlöst der Erdenfeisel,
Ich schlich mich hin, vorsichtig, hingesogen,
Ilnd muß durch ein Gebüsch der Heckennessel,
Das sich mir plößlich hindernd vorgezogen.

Ich fant zu ihr und weinte still: Vergieb;
Sie aber schluchzte leis: Ich hab dich lieb.

Ilnd sie erhob sich, imd ein blauer Schein
Floß durch die Halle. Langsain schritt sie vor
Von mir, und zweier Teckel frumın Gebein
Mit ihr; Gesang quoll rieselnd her vom Chor.
Die Arme breit' ich ihr: Ich bin allein.
Sie aber und die Hunde sind am Tor.

Ilnd meine Teckel weisen mir die Pracht
Des Zahns, der Treue Schild, ich bin erwacht.

Ilnd nun Trompeten, Trommeln, Schwerterstunden!
Bringt mir den Helm, die Schärpe! Zorn und jant!
Die Weiber ins Verlies, bis sie die Wunden
Uns waschen: Danf, ihr Himmlischen, habt Dank!
An meines Hengstes Schweif den Feind gebunden!
Heraus die lempe! An die Fleijcherbank!

Tie Dörfer brennen, heulend stürmt die Nut,
Der Abend stirbt, getaudit in rote Glut.

Nicht will ich quälen lang mit Greueltaten,
Wie sie der Krieg, der scheußliche, gebiert,
Nicht allzulang will ich im Blute waten,
Saht ihr den Sterbenden, sein Aluge stiert,
Wasser! Wasser! Die Sonne will ihn brateni,
Ist denn die ganze Welt verroht, vertiert,

Wird nie des Friedensengels Stab auf Erden
Der einzige Schlichter allen Streites werden?

Niemals, seit Nain Abel hat erschlagen,
Tief ist der Sinn, den dieser Mord erzählt.
Echlug Brutus Cäfar iim ein herrlich Tagen,
Neid wars und Scheelsucht hat ihn wüst gequält,
Ich leje immer wieder mit Behagen,
Was Marc Anton dem, der vor ihm entseelt,

Dem göttlichen Julius rief mit launiger Galle,

Ja, ehrenwerte Menschen sind wir alle. Nie wird die Herrsucht ihre Faust ablajjen, Die sie auf anderer Nacen hat gelegt, Vereinzelt fäumt ein Schwärmer durch die Gassen, Der Liebe predigt, segnet, sänftigt, pflegt, Ilnd wird verlacht, sie schneiden ihm Grimaijen, Vis sich das Volf mit ihm aus Krenz bewegt.

Der Frieden ist für Stinder ein Gedicht,

Wirf nur die Waffen nieder, ich tu's nicht.
Die große Schlacht gleicht einem Sintflutmeere,
Das wild bewegt ist, einem Götterkampf,
Wie Hagelwetter prasseln Spieß iud Speerc,
Der Staub verinischt sich mit dem Wolfendampf,
Schild klirrt an Schild, und Wehre blißt auf Wehre,
Die Erde bebt von Ruf und Roßgestampf.

Doch gilt der Schlacht nicht heute meine Ode,
Ich nehm aus ihr mir eine Episode:

Der Mittag fam. Wir waren vorgedrungen,
So furchtbar klang ein einziger Knall und Schall,
Als hätten lautlos zwei im Sand gerungen,
Lautlos, bis endlich zu des einen Fall,
Die Arme um des Gegners Halş geschlunge!,
Erdrosselung, Erstickung überall,

Der General, dem ich am Bügel reite,

Läßt seinen Gucker gleiten an die Seite:
„Noch immer ist der Hügel nicht besetzt,
Dort lauert auf uns eine Wetterhölle,
Vis wir herangefommen sind, zerfekt;
Und oben erst verlangen sie die Zölle
Höhnisch von inj. Kartätschen sinds zulet,
Ilnd wären eś Lawin' und Felsgerölle,

Tambour battant! Was warten wir und zaudern,

Wir fönnen jetzt nicht über Plato plaudern.“
Da plötzlich wimmeln droben Mann und Pferd,
In Emsigkeit wächst Schanze rasch an Schanze,
Die Bäume fallen und ein Kugelherd
Wird aufgeworfen, Lanze drängt an Lanze,
Kofett stützt sich der Ritter auf sein Schwert:
Beliebt es eich, ich bin bereit zum Tanze.

Ja, és beliebt; beginnt, den Stein 311 schmeißen,

Wir klettern gut imd werden euch zerreißen.
Der Abend kam. Die Höhe ist genommen,
Fragt nicht, wie siart, inglaublich der Verlust,
Wir hatten sie, wir haben sie genommen,
Die singel sitzt in manches Stühnen Brust,
Wir sind durch eine See von Blut geschwommen,
Ilus jelber nicht des Schreckliden bewußt.

Ich hub im Sattel mich, ich warf die Hand:

Der König lebe und mein Vaterland! Am Tagesende ritt inein General Mit mir durch Traum und Tod und Schlaf und Leben, Die Hingemähten rithten gelb und fahl, lluid zwischen Wolken sah und Erd ich schweben Die Sterbenden, den Geiern bald zum Mahl. Durch meine Seele zitterte ein Beben.

Der General blieb ruhig, blieb ein Mann,

Er lächelte, sah ich erregt ihn an?
Au ciner Stelle famen wir vorbei,
Da drüďten Leid) auf Leichen, eng geschichtet,
Ein Turm von Leiberri, Fetzen, Blei und Brei,
Bon Freund und Feind 311m Walle rasch verdichtet,
Als Schutzwehr in der Riesenbalgerei,
Vielleicht auch hat der Teufel jie errichtet.

Spitz lief sie zu wie eine Pyramide,

Taß selbst entsetzt sich hätte der pelide.
llud ihren Gipfel frönt ein alter Zuave,
Mit langem grauem Bart, mit bunten Lißen
Au seiner Jackc. Grimmig hält der Brave
Die Fahne mit der Linken, denn besitzen
Will er sie noch im Tode: Cave, Cave!
Zerschmettert jei der Dieb von tausend Blißen!

Die Rechte aber, grad wie Fliutenlauf,

Zur Faust geballt, streckt sich ziiin Himmel auf.
Die Sonne sinkt, gleichgültig allem Morden,
Sie siehts auf anderen Planeten anch,'
Die Biwacśfener flackern; still geworden
Ist rings der Herensabbath); Dampf und Rauch

[ocr errors]

Der Brände qualmen; imd wyänenhorden,

Desfentlichkeit 311 reden. Wir wissen alle, wie schwierig die Die Plündrer, brechen auf aus Rohr und Stranch. religiöic Grzichung des Volkes geworden ist, nachdem dic Es fommt die Nacht und füßt auf ihrer Kunde

Naturwissenschaften in ihrem Siegeszige während des Den letzten Schmerz für immer mancher unde.

neunzehnten Ierhinderts den religiöjen lleberlieferungen

aller Befeuille die Möglichkeit ciner weitern WirfjamIch schlich mit meinem General, durd froren

feit abgcídniten haben. Mit gutem Rechte läßt sich be

haupten, daß die Erzählungen der angesehensten ErbauungsVom Thani, auf uffiem feld; der Mond schien hell.

schriften heute mehr Schaden als Nußen anrichten müssen, Einmal crwacht' ich, meine Augen bohren

wenn man jie gegen die Wineujdaft ausspielt, Mojes Sich in die Schatten ein, da ich ich grell,

über Darwin im Jujua über superuifus stellen will. Von Lagerlicht umspielt, wie auserforen

Tic religiöse lleberlieferung mit dabei unfehlbar den Den Zuaven auf dem Leichenhochgestell.

Stürzeren ziehen und als eine bloße findliche Vorstellung

des Glaubens der in der Naturerfenntnis nicht sehr weit Die Rechte drohte, steil wie Flintenlauf,

vorgeschrittenen Volväter entlarvt werden. Das wära inn Zur Faust geballt, grausig zum svimmel auf! fein großer Verlust, weilt nicht samit der edle Kern, (die

moralische Errugenschaft vieltausendjähriger Geisteserziehung) gefährdet würde, der mit jenen hinfälligen

außerlichkeiten unhüllt war, wie die Wallm mit der Steinschale und bittern Hülle, die man abschält und wegwirft.

Dabei sind nicht einmal die gröbern Krobleme, welche das Volk in seiner breiten Schichten am meisten interessirent,

die widtigsten, joudcrn noch viel mehr die jubtilen Fragen, Die Versöhnung von Religion und Wissensdaft. welche die (Sebildeten aufregen, das Verhältnis von seraft

und Materic, (cisi 1110 Nörper, (sehirn und Seele.

Dem dic Pflege des religiöjen Gefühls, welche fünftig Carug sterne.

von der Erfenitais des cistigen in der Natur auszii

gehen hat, miß ihren Schutz bei den Gebildeteren juichen, In der Vereinigten Staaten Vordamerikas, dem Lande, nur von den obern Schichten berab fai is 311 deir interni weldies wir ims als die Heimat des rücfsichtslviejien | dringen, nicht ungefehrt, wie is wol chemals bei der Stampfes imms Dasein vorstellen, von detien Bewohnern Ausbreitung des Chrijientums möglich war, von den wir uns nichts anderes verjeben, als das Singel im Er ticferent geellichaftlichen Stufen aufwäris. Das habent werb, Seld, Wolleben, Macht und Herrschaft, fordern auch einige hodichende Wajonen richiig crfamt, indem gelegentlich doch recht cigentümliche, iehr wenig in dieies lie ('verjud teil, durch vervorführung ihrer religiöjen Bild aus der Ferne hineinpaijcude Ausnahmserycheinungen lleberzeugung der Rolle cin Weispiel 311 geben, und ebentuure Plumcrfianıfcitind literfeming heraus. Vicide Deshalb maben sich genijie ariitufratriche Streise, die den saufleute, die es sich vielleicht wegen des Familien i veralteten Glaubensbefeminificil init Vecht nicht mehr herkommens verjagen imieni, einem angeborenen Triebe, die früberelleberzeugun:: frait zutrauen, den Spirizur Forschung 311 folgen, gründen Sternwarien, deren tismus in die Pime gemorien, 1110 ihre Huifung Înstrumente diejenigen aller andern übertreffen, liniverii- auf die nichen Viciqmgen ber menitlichen Natur täten und wisienichaftliche Sujtitute, die mit ihren Wintelicicui. Non andere, wie Rudolf Wagner und Vir: die Wieere imterjichci oder ganze Berge imgracet, mun chow haben gemeint, man found mit einer doppelten die früheren pilanzliiten oder lieriichen Bewohner desudiidrinin am weitesien und jelle Wificndaft und Landes femmen zu lernen. Ich rede nicht von religiöjen, seirche ruhig nebeneinander 10. b) gegeneinander) fortärztlichen, Wohltätigkeits- und siunsjtiftungen, denn reich arbeiten laijen, bis – ja bis die eine der anderii ganz gewordene Borjonen, dio cigenes oder Freundes lluretit

Das Feld räumt! gut machen, und Elend lindern wollen, oder die Kunt Man weiß nicht, welche sickr Hidunget man als sammlungeni

, nebst den Mittelii, jie würdig aufzustellen, die werderblichjie bezeidjien joll. Per sich heute den Antden Mitbürgern zur allgemeinen Bemubung hinierlajien, schein gieti, trop allet Fortictrine bitcrüchentimo giebt es hüben umd drübent; lettere Fuiiiumgen, - io vera nanunujenídajtliden Erfenis an den Wschianschauungen Sienstlich fic jenn mögen - pflegen überdies den egoitiichen reitzuhalten, die vor dreitaniend Jahren niedergesdırieben Velengedanken, des Stiftere Stellung nach dem Tode 31 wurden, der erwecft im Wolfe dan Ginduud cines urteilsjicherit iud 311 verbesjerit, nicht ganz fern 34 jichen. loien Edwärmers oder was noch dylimmer ist, den cincs Ich möchte daher heute eines merikaners gedenken, i veuchlere; fein Biipict stößt ali, jigit anzuiporncnt

. Von der seine bedeutenden Mittel einen nicht religiöjen, nicht Mustizismus und berglanben ist natürlich cbenjowenig philanthropischen, nicht fünstlerisdien und auch nicht auf 311 Horten, und mir die chrliche Bemühun,, den siern und Erweiterung des Wirens abzielenden, jouden rein idealen die Notwendigkeit der Religion, die 111131lünglichkeit aller Zwecke zur Verfügung stellt, dem Besirebeni

, Wilieniscait Wijienichait für die Beiricdigung der Gemütsbedürfnisse, und Religion, (Geist und (Gemüt miteinander 311 veriönnen. wisjenjilaillic festzustellen, d. 1). nicht die Fremmg sondern Eine joldie von allem gröberen egoistijden Veigeichmack die verständigung von icligion und Wijienschaft famm völlig freie Opferwilligkeit in der angedeuteten Dichtung, bier betien. llid diciem Ziele lat sich der genannte wie jic Herr Everard C. Hegeler von La Salle rillinois) | Amerikaner E C. Segeler mit cinci iclienci Opferseit Jahren übt, ist jo selten und für imre Beit wichtig, willigreit 3119civant. Crit fünf Jahren unterhält er daß es sich beim Erscheinen eines wertvollen Vluches diejer ! eine in Chicago, cridreinende ausschließlich für gebildete Ridung*), welches ihm die Möglichkeit eines Ericeincnis strcie, denen dicette Sache am Herzen liegt, berechnete dankt, wol verlohnt, von diesen Vestrebungen einmal in der Wochenschriit: , The Open Couri, devoted to the work *) The Soul of Man, an investigation of physiological and

of conciliating Religion with Sciences also cinen experimental Psychology by Dr. Paul (ariis. With 152

(Sewinienshor, cinen Sprechjaal, in welchem Anhänger des Illustrations. Chicago. The Open Court Publishing (O 1891. I alten und neuen (Glaubens gegenieitig ihr Herz aus

« ForrigeFortsæt »