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M. Prevost, ein Mann von noch nicht dreißig Jahren, auf den be Gegenteil verfehren, aber er beachtet noch nicht, ob alle umfehrbar sonders ein im jigaro veröffentlichter Vrief Álexander Dumas' dic sind, ob nicht etwa einige noch tauglich, cinige nur weiterentwidlungos Aufmerksamkeit des größeren Publikums gelenft hat, ist der Ver bedürftig sind, er hat noch keinen Maßstab gefunden, mit dem er die fasser der Romane: Le Scorpion 1887, Conchette 1888, Brauchbarkeit eines jeden Wertes messen fann. Mademoiselle Jaufre 188), Cousine Laura 1890, La indesjen, man macht doch hier und da die lebhaftesten Versuche, Confession d'un amant 1891 alle bei Lemerre). llebrigens positiv zli" schaffen, Neues aufzubauen. Ein solches Streben kennverraten diese Roma.ie des jungen Autors, der früher Jugenieur zeichnet das Schaffen 4. Tehlens. In ciner Broschüre . Die Theorie war, ziemlich wenig „Nomantit“, sie zeigen sich vielmehr durch genaue des Aristoteles und die Tragödie der antifon, christlichen, naturpsychische Analyse aus. Sie sind elegant, frisch und fräftig, cnibehren wissenschaftlichen Weltanschauung“ (Göttingen 1885, Vandenhoeck it. jedoch nicht ganz die fehler allzu schnellen Entitchens. ihr Gegen Ruprechts Verlag) hat derselbe von einer sehr brauchbaren Erklärung stand ist die Liebe, die als eine Schwäche, eine senechischart und blinde von Aristoteles' Saiz über die Tragödie ausgehend, trefflid auss Macht gejdildert wird

geführt, wie die seunst ciner jeden Periode an die Weltanschauung

gebunden ist, welche jene beherrscht. Zwar in allem fann ich den Im Théatre libre des Herrn Antoine in Paris ist in letzter Verjajjer nicht zustimmen. Ŝomödite ich nicht, daß man Hamlet Wochc das fünfattige Irama „Le père Gorioi” von Tabarant (dem Tchlen auch eine besondere Broschüre gewidmet hat: Shafezur ersten Ausführung gekommen. Das Stück ist eine nicht eben ge peares Hamlet, Göttingen 1883), Schillers Näuber, Goethes Iphigenic lungene Bearbeitung von Balzacs gleichnamigen, das vönig-Lear: schon zu den Tramon Ser naturwisienjchaitlichen Acra rechnete. Denn Motiv behandelnden Nomani.

das Schidjal des Menschen jener Zeit war noch nicht das innere und

äußere Milieu (Dehlen nennt es die „Vildung“), sondern doch ein Die griechische Regierung hat der Archäologischen Gesellichaft in abitraktes, von einem über den Naturgeseßen stehenden Weien beAthen die Summe von 30 000 Trachmen zugewiesen sür die Aus. hütetes, absolutes Gut und Vöje, dem gegenüber Vererbung, 911grabung und Rekonstruirung des Löwen von Chäronea, pasjung, Erzichung 11. j. w. wenn auch oft cinen großen, jo doch jenom berühmten Grabdenkmal, das zu Ehren der im Kampfe gegen nicht den entscheidenden Einflui; hatten. Auch bedenft Dehlen zu Philipp von Macedonien geiallenen üthener und Thebaner errichtet wenig, daj; die Ethik damals cine andere war, und daß infolge wurde. Die (Bejelljchait hät für diesen Zweck eine gleiche Summe dessen in das Leben cines melden Disharmonicen kommen konnten, ausgelegt.

die an cinem modernen Belden als solche nicht empfunden werden. Schen wir nun jemanden auf der Bühne leiden, an desjen Leid wir

nicht mehr glauben, jo vermögen wir feinen Anteil an seinem linDie „Grenzboten“ jchen sich seit ciniger 33 eit genötigt, ihr durch

glück zu nehmen, wir fönnen uns mit ihm nicht identifiziren. Können abiterbende Tendenzen gefährdetes Taiein mit den cigentümliditen wir uns aber mit ihm nicht identin ziren, jo ist auch die am Edlusse Mitteln zu frijten. Zuflijteringen fonkurrenzncidischer Verleger finden

des Stüdos erzielte Katharsis richtig und wirkungslos. bei ihnen ojienes Chr, und damit derartige Manöver den Schein einer

Ebenso interessant wie die Broschüre ist Dehlen. Tragödic

„Zwischen zwei Welten“. Hier ist wirklich der Versuch gemacht Berechtigung gewinnen, kleiden jie frivole Denunziationen in das worden, einen Blick ins Nene hinüberzutun. Freilich das ist ja das Gewand jittlicher Entrüstung. jhre neueste Leistung ist eine Pci llnglückselige, das uns das Alte überall noch anhaftet, dass man noch keserung der Beitichrift „Vom šels zum Meer" gegenüber deren

überall damit redinen mui;, und io iit denn auch Dehlens Trama Abonnenten, aus Anlaj; einer in dem genannten Platte abgedrudien

noch lange nicht das erlöjende Wert, das die jetzige, die negative

Epoche überwindet, das über sie hinausführt. Novelle, an deren Bandlung und Gedankengang ein modern denkender Tor Beld des Stückes, Dr. Ernst Maldow, der jich der Sache Mensch nicht das geringite auszuseben haben fann. Diesmal freilich) der Arbeiter gewidmet, hat mit einem Mädchen aus dem Polke, war es ein Edlag ins Wajier, denn statt zu schaden, haben die Marianne Beæor, dio zujammen mit Freundinnen ein Stidorei : „Grenzboten“ der Wertichätzung der betreifenden z citschrift in den

(Geschäft nach sozialistischen Prinzipien cingerichtet hat, cine moderne, weiterien Srcijen Koridhib geleitet.

auf der Grundlage gegenicitiger Licbe beruhende Ehe geichlojien. Ilm die zustimmung seiner Eltern z11 diciem Vunde zu erlangen, reiit er nach Hause. Hier findet er bei seinen Bater, dem Major a. D. Malchow, cinem Großgrundbesiper, energischen Widerstand. indcijen mchr als dieier Kiderstand idadet Erniit der Wufenthalt im Patcrhause, deien altgewohnte Behaglichteit ihn zul umstricken droht, und noch mehr sein Verkehr mit dui

, jeiner soujine, die er früher geliebt hat und für die er nod) jerzt Liebe cmpfindet. Mariame, die, cinige Zeit darauf, ebenfalls auf das Gut Malchows fommt, sicht, daf; Ernst ihrer Welt fremd geworden iit, jie weist jeine Auforderung, mit ihm im srcije jeiner Verwanten weiter 311 leben, zurück und be: ichlicit, auf ihren (Beliebten 311 verzichten. Ernst freilid hoift, jid)

von der alten Welt doch noch losmachen zu fönnen, lässt sich indeisen Litterarische Neuigkeiten

in cinen Zweifampt mit Hugo von Hestorff

, der sich mit seiner Kousine verlobt hat, ein und fällt in demjelben.

Es ist sicher in dem Stüď cin Problem, das sehr interessant ind A. Dehlen, zwischen zwei Welten, Moderne Tragödie. Selbit

zeitgemäß ist: das Streben nach neuen Zielen und das Mißlingen verlag. yo und 71 .

des Strebens involge der unmöglichkeit, die Neigung zum Alien 311 Es ist die Signatur unserer Zeit, das; diefelbe noch unent überwinden. ichieden hin und heríciwanft zwischen einer uns überfommenen Mit diciem Sag iit aber zugleich das jummarijcie lirteil über Kelt von Gedanken und Einrichtungen und einer anderen, noch nicht Tehlens Tragödie gerällt. Trotz verichiedenen Anlaufen, neue Pannen in die Erscheinung getretenen, von einigen wenigen Meistern in ihrem 311 gervimen, gerät er immer wieder in das Gelcijo alter 211(Sehalt flar criaren era. Wir leben zwischen zwei Welten. Denn ichauungen zurück. Dowol das Kroblem der modernen Liebe gegeníchwer ist es, jd von den alten Werien, die man liebgewonnen hat,

über den Schranken der Sonvenienz und den Picigungen der werden: zu trennen. indejien immer mehr verliert das Alte jeine Macht, die instinifte sehr wol durd) jeinen Selden vertreten wird, so wil doch alten Wahrheiten werden zu Lügen, die alten Togmien j1 geistigen

Marianne auf Ernit verzichten, weil er ihrer Welt entiremdet sei. Nudimenten, der alte (laube zum Aberglauben, die alte Eihik zur

Hier alio gudt der Fforderung der alten as feriiden Moral deutlidi II njitilichfeit, die alten Schönheiten 311 tindischen Ländeleien.

hervor. Abgeichen davon, daß wir es als unwahr cmpjinden, daj; Energiiche Beister junang, jept fast alle (Gebildeten, haben

cin Weib auf den Mann, so lange sie ihn wahrhait liebt, im ilirer sich von dem Alien emanzipirt, später wird die ganze grote Menge Arbeit willen verzichtet, io widcripridit is auch ganz und gar der frei“ werden. sit man „frei“ von etwas, io hat man etwas nidit modernen Auffajiung, welche der Liebe als einem primären Tricb mehr. Tas Nichtsmehrhaben ijt die folge unserer 33eit. Tas Nichts

des Menschen die größtmöglichste Macht und den Vorzug vor sekunnimehrhaben, das Freiicin, Freiheit ist für viele das ideal der Zeit.

dären Trieben cinräumt. Aber allmählich ítrebt man danad), wieder etwas z11 beforimen, Ta der Held zwischen Altem und Neuem jdiwantt, jo geht es ctwas neues, das man wieder lieben fönnte, an das man ivicder natürlich nicht ab, ohne gelegentlich alte Motive zu gebrauchen. Ein glauben, das man für wahr, für schön, für ideal halten fönnte! lind Beld, wie dieser Ernit Malchow, über den das Alte wieder ganz Die Zeit ringt danach, dicjes reue ich zu ichaffen. Daher oft bei Macht gewinnt, fann natürlich nicht zur Vegeisterung hinreißen, wir aller zersezenden, nüchternen sritik des alten jenes jehnende ; ufunits können uns in der zweiten välite des Stückes nidit mehr mit ihm hoffen, wie es in verichiedenen jüngit an die Deffentlichkeit getretenen i identifiziren, fönnen nicht mehr mit ihm fühlen, und icin Untergang Werken zum Ausdruck kommt. Aber merkwürdigerweiie bis jetzt fait wie der trosloje, abgebrochene Ediluj;, der das Problem nicht löii, nur Hoffen, noch fein Baben. Tic geistigen Werie der Zukunft jiehen ; fann unmöglich eine Natharsis, cine Läuterung der erregten (Beļühle, noch zu wenigen klar vor Augen, fölbji Victíche fann imur das Alte eine fünitlerische Befriedigung bewirken. Hier hätte "Dehlen das, umdrehen, noch nicht umwerten, ir faun, durch Wideripruch, den was er in seiner Projchüre' io überzeugend ausführt

, zur Anwendung Grundzug seines Wejens, getrieben, die (Wegenwartswerte in ihr bringen sollen. Aber die Sache ist ja eben, daß viele modernen

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Dichter das Richtige ahnen und in Gedanken, in der Theorie aus eines richtigen Lejebuches energijch durchzuführen, hat der Bausgeber einanderscßen, aber in ihren Werken noch nicht durchführen fönnen die Quellenangaben der Sammler aus dem Tert herausgenommen So werden die Gedanken des Stüdes gewöhnlich dem Helden in den und sie am Ende jedes Bandes zusammengestellt, dorthin, wo der Mund gelegt, dieser trägt sie dann íchön wie ein Privatdozent vor, gewöhnliche Lejer je niemals" jucht. im ersten Teilc, wo handelt aber nicht nadı ihnen. Es ist das Schwierige, diese neuen die wenigen historischen Voltsjagen, die Nirjen- und Teufelsgeschichten Erfenntnisse in Bilder umzusetzen, in Handlungen und zwar in erzählt werden, wird faum jemand die bequemen Notizen vernissen. iolche Bilder und Handlungen, die als poctische (cfühlswerte nicht Im zweiten Teile jedoch, wo die Sagen jo häufig verwandelte Ges bloß das Denken anregen, sondern audi Leidenschaiien entzünden, die dichte berichten, würde der Name des Historifers, der den Brüdern als Schönheitswerte wieder hinreißen und bezaubern.

(Grimm als Quelle gedient hat in vielen Fällen die Aufmerksamfcit Sicher aber ist Dchlens Tragödie wegen ihres Gedankengehaltes des Lesers crhöhen. und auch wegen mancher ergreifenden Szene sehr anziehend. Wenn (5 9. Tehlen nod) nicht gelungen ist, ieinen Stoff fünstlerisch vollständig zu beherrichen, io ist das ein Fehler, an dem unsere jungen Arthur Freesc, (Buitai Vasa. Schauspiel in fünf Aufzügen. Tidhter, wie z. Þ. Hans Land in ieinem „Neuen Gott“, überhaupt Jena, B. Cojienoble. 110ch leiden. Erst allmählich wird jidh für den neuen Inhalt die A. frecje soll, wie es auf dem Titelblatt dieses Schauspiels zu neue form prägen. liud idi mub jagen, mir gefallen solche Tichter lejen steht, der Verfasser mehrerer preisgekrönten Arbeiten sein. ich wie Tchlen und Hans Land besser als solche wie etwa (3. v. Amyntor, kenne leider feine derselben, jondern madio hier zum ersten Mal die die bei aller tünitlerischen Ausreifung doch ganz in den Verurteilen Bekanntschaft mit freese. Aber dies Schauspiel ist reinen Preis der alten Weltanschauung befangen sind.

C. (8. wert, und wenn man von diejer Arbeit auf die anderen schließen

darf, kommt man zu wunderbaren (Bedanken über die „preisgefrönten“

Werke. Das vorliegende Schauspiel ist eine große, falle, rein äußero Wones, alcrgcichichten. Pinchologische Studien. C. :heiß liche Staatsaktion. Eine aus den Charakteren der handelnden Perner. Leipzig. 1892.

jonen sidi ergebende Handlung giebt es nicht, jede Berwiclung und Die Periasjerin hat auch hier wieder, wie schon in früheren Entwicklung derselben fehlt. Es ist eine Freiheitsbewegung des Werfen, Künstlercharaftere gereichnet und zwar sind es diesmal, wie schwedischen Volkes, mit dem jungen (Buítai Vaia an der Spite, uns der Titel jagt, Malergeidhidhten. Tic 7 Novellen, die recht feine die, unter den gegebenen Verhältnijien cinmal kräftig in Bewegung psychologische Studien zum Ausdruck bringen, haben, jo veridhieden gesetzt, ganz einfach ihre Bahn abläuit. auch jedes innere Entwideln auch die Einzelheiten sein mögen, alle cinen gemeinsamen Zug 3311

und Washion der Hauptperson, (Bustaf Raja, fehlt. So, wie er am meist fällt der Frau die Rolle der ifee zu, die dem Malcr das clück, Schluß des eriten Aufzuges vor uns dasteht, ein junger, mutiger, das ihm dic kunst gewährt, vervollständigi. Tas llriprüngliche, fatendurstiger, vaterland: begeisterter Meld, genau so steht er am Ende oder, um cinen veralteten Ausdruck zu gebrauchen, das „Von-(Hottes des ganzen Schauipiels, nachdem er vier Afte hindurd, das Schweden(Gnadentum" in der Natur des Künstleis, iit in sehr graziöser und volt durd Rampf zum Sieg geführt hat, da, uniere Achtung vor anziehender Weise, in den letzten tleinen (Scichichten freilich ein wenig ihm ist nicht gewadien. Denn irgend ein größeres, äußerliches oder jamilienblätterhait, geídildert. jedenfalls wird sich das nicdliche inneres Beimnis hat er nie 311 überwinden gehabt; 341 cinem Buch eine Menge von freundinnen crwerben.

E. N. Nionslift in seiner Seele, aus dessen sicgreicher Lösung wir seine

Charaktergröße hätten erkennen fönnen, ist es nie gekommen. Auch

die gegnerische Partei, die des König Chrijiiern von Dänemark, N. Pajd, uus gewählte Schauspiele des Toul Bodro gegen die Vaja das Schwedenvolk führt, wird uns jogleid) jo Calderon de la Barca. zum ersten Mal aus dem

ichwächlid) und zerrüttet gezeigt, daíz es für uns sicher ist, daß das Spanischen übersetzt und mit Erläuterungen versehen. Erstes für seine freiheit fämpfende Bolf jie ohne große Mühe über den Bändchen: Spaniens lcpier Zweikampf. Ter Galizier Luis

Hauren rennen wird. Su jiellt sich un: das Ganze als nichts als Perez freiburg i. Pr. Merdersche Verlagshandlung. 1991.

eine falte, völlig äußerliche Staatsaftion dar. Einige Szenen sind Soit mehr als hundert Jahren zählt man bei uns Calderon zu tropdem recht wirkungsvoll

, jo dic criten des ganzen Stides, bei den Vilassikern der Weltlitteratur und Tant vielen vortreilichen

denen man ïich auiangs nur ciwas ichwer in die historische Lage lieberierungen haben einzelne jeiner Werfe jogar unsere Vühnen er

hineinfindet – und die der lebten välite des vierten Aufzuges. obert. Dod) cine deutsche Gesamtausgabe fehlt noch immer, und so

Auch die Technik ist ganz lobenswert, besonders der erste Aufzug muiz man es dem Gerausgeber der vorliegenden Arbeit auf alle i jonen dagegen ist nur recht mäßig; am beiten iit noch der feilc, blut

ist sehr geichickt auigebaut. Die Charatteriitik der handelnden Pers jälle danken, daí cr cinige der bedeutenden Tramen zum eriten Mal aus dem Spaniichen übcricit hat. Namentlich das erite der beiden düritige Tänenkönig Chriitiern gezeichnet Tai; dies kriegerischWerte ist aus vielerlei (vründen für uns Deutsche und für dic (Gegen

patriotische Schauipiel in iuftzigen Jamben veriaßt ist, "iit ja wart beachtensweri. Vor dem flugon sarl l' und unter dem Bei

ganz natürlich. Die Perje sind meist fraftvoll und poctiidi, doch ist tande des Markgraron von Brandenburg wird da als jolge ciner

die (Sedanfenfülle in ihnen ichr gering, und der richtige Schwung gciitreichen Liebesinnrique Spanien: letier ;} weitampf ausgeroditen,

fehlt ihnen aud). Man kann sich für das ganze chauspiel nicht ers d. 1). nad) moderniem Sprachgebrauch nicht etwa das lepië Tuell,

| wärmen. Die große Wirtung hätte da jelbe vielleidit als patriotiiches sondern das lebte glanzvolli Turnier, ein zweifampf vor ver

Festspiel bei geeigneter (Velegenheit vor einem — jdywediiden Publikum. iammeltem viricgsvolto Tas Stüc wäre jür unsere Vühnen wol

E. Höber. veraliet, aber icine luitigen Karrien und das unvergleidlich realistische Sulturbild des weikampics machen es iehr lesenswert Ter lieberieter ist leider kein Tichter. Referent hat die Treue der lloberjering

Alfred Freiherr von Berger, Tramaturgische Vorträge. nidit vergleich n fönnen, schließt aber aus dem ztvang, den er sich

zweite Auflage. Wien. Perlag von Carl Konegen. 1891. anicrlegi, dai; der orijinn immer getroffen iein mag. Schöne Ter feinsinnige Mann, der eine zeiilang der litterärische gute Deutic crie flingen freilich anders. Wir fommen auf dieje: linter

(Genius des wiener Vurgtheaters zal worden veriprod), hat in diejen nehmen noch einmal zurück, wenn jich die Bedeutung der neu über Vorträgen, fern von den aftuellen sämpien zwischen Naturalismus jetzten Stüde und ihr' Berhältnis zu unjerem bisherigen Bejiy crit und dealismus, jeine Neithetik niedergelegt. Verger ist fein Refor: beijer überiehen läit. Veriprochen sind uns vierzchni Dramen in | mator, aber auch kein Neaktionär. (Blücklicherweisë arbeitet er auch jichen Bändchen. Die Ausítattung iit cine ungewöhnlich gute.

nicht wie jeine nächsten fritiichen Vorbilder mit Abstraktionen. Immer geht er vom Dichterwerke aus und überraicht häuñig durch die feinsten Vemerkungen. Seine Stellung zur neuesten Litteraturbewegung ist

die, dass er am Naturalismus nidit die Wahrheit, wol aber die Deutsche żagen. Werausgegeben von den Vrüdern (Grimm. in Wahrhaitigkeit lobt.

---r. zwei Bänden. Tritte Nuilage. Vejorgt von Berman (Grimm.

Berlin 1991. Nicolaische Verlagsbuchhandlung. N. Strider.

Tas prädilige. Budy der (Bebrüder (Grimm liegt nun in dritter | Dr. M. Levin, Barfodyba, Traucrípicl in fünf Aufzügen. Verlin Quilage vor, crít in dritter Aurlage. Wenn die Teutichen wüßten, 1892. Walther und polants Verlagsbuchhandlung. welch einen Schat von Kocsie jie in dicier Sammlung bejiben, das Der Verfasser des fleinen Trauerspiels denft wol jelbst nicht Buch dürite in keinem Nauji fehlen und als jugendlektüre dic daran, daß er der Bühne mit seiner Arbeit ein verwendbares GeMärchen ablöjen. Derman (Grimm hat die neue Ausgabe mit philo jdienf gemadhit habe. Auch für den Lejer ist der poctische (Gehalt ein logischer Bewissenhaftigkeit und mit der doppelten Kietät des mäßiger; Charakteristik und Sprache haben keine Zeit sich im Drange Cohns und des Merci bojorgt. Abercin ichrullenhafter Einiall der fürchterlichen Ereigniiie ichön zu entfalten. Es ist eine jüdische wäre beijar unterdrüdt worden. vernian (Grimm will die nicule Auss Staatsaktion aus der Zeit des Saisers vadrian und das Ende kann gabe zu einem Lesebuch für amerifanische Deutide machen. Warum nicht anders sein als traurig. Doch dic (Gesinnung ist eine durchaus gerade für die Amerikaner? Amerika hat es ja beijer als unser edle, und es wäre wünsdienswert, wenn alle Menschen so dächten wie Siontinent, der alte. Es hat keine veriallinen Schlöjjer und darum der Veriasier und ihre Vesserung durch so eindringliche Lehren gars auch wol weniger Sinn für unsere Sagen. Im nun den Charakter nicht nötig wären.

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Verantny,: Dr. (5urt Pfüße. Grotte wit, Berlin,

Perlag ron F. & P. Leh in ann, Berlin W., förnerstr. 2.

Getrudt bei R, Gensch, Berlin SW,

für Sitteratur.

1832 begründet

von Joseph Lehmann.

fberausgegeben von Fritz Mauthner und Otto Reumann-Hofer.

Redaktion: Berlin W., Körner Straße 2.

Verlag

don S. & P. Lebmann.

Brideint įeden Sonnabend. – Preis 4 Mart vierteljährlic. Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (Nr. 3589 der Postzeitungslifte), sowie vom Verlage des Magazins" entgegengenommen. Anzeigen 40 Pfg. die dreigespaltene Petitzeile.

0 Preis der Einzelnummer: 40 Pig. So

60. Jahrgang.
Berlin, den . !Tovember is91.

Mr. 45. Jutjalt: (Gottfried Neller: Ein bescheidenes Munjireischen. Dr. Nurella: Gerichtsärztliche Bemerkungen zum Mordprozeß Heinze. - Dla Hansion: Skandinavische Nachlesc. Dr. Richard (ürelling: Die Stellung des Verteidigers im Strafverfahren. --- Theater von Fritz Mauthner: Fuldas Sklavin. -- Ernst Rosmer:

Litterarische Chronik. – Litterarische Neuig feiten; Ernst Occhslers „Berliner Autoren“, besprochen von Rh. St.; Fritz Hoddicks , Weltliche Terte“, besprochen von Haul v. (Gizicki und Dr. Wetz' „lleber Litteraturgeschichte“, besprochen von fm.

Milost pan.

Auszugsweiser llachdruck sämmtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Llubciugter Dacidrucli lird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt.

Ein bescheidenes Kunstreischen.

den bröcfelnden Steinpfad an das Ilfer hinab, wo die

stapelle steht. Ein Trupp granier Gestalten, gleich stugischen Von

Luftgebilden, drängte ind frapte an der Türe. Wir Dottfricd Viciler*).

hielten sie für in Plaids gehüllte touristische Nachzügler;

als man sie aber iim Stand im Namen befragte, fuhren 3311 Anfang verwichenen Oktobers hieß es, das Meister sie seufzend um die Ecke herum und verschwanden im Stüdelberg seine Wertstatt am Vierwaldstättersee nochmals (Gebüsch; denn es war jchon eine Schar jener unjeligen für einen Winter schließen werde, um das lebte der vier Dämonen, welche dazit verdammt sind, niemals init großen Bilder in dem neuen Tellenkirchlein dem künftigen Zungen genannt zu werden, weil jie keine menschliche Sommer vorzubehalten. Ta feiner weiß, ob er eine solche Seele haben und die daher umabläjiig die Welt durchJahreszeit wieder erlebt und außerdem der See gerade wanderii, um ihren stillen Namen an alle Denkmäler zi1 im Oktober in jeinem größten Heize 311 schwimmen pflegt, schreiben, damit sie wenigstens gesehen werden.

Es geht jo machten wir 1111$ auf den Weg ind mischten illis inter dic Sage, sobald ein jolcher Name von einer innschuldigen die Besucher, die bis zuim Torschluß den fleißigen Nüünstler Jungfrau dreimal lauit gelesen werde, jo erhalte der bes itörten, wenn auch mir mit sålopfen an den Brettern des treffende Stiefelaf nachträglich eine Seele und ici erlöst. pcrschlages.

Wenn man die Photographicen, die von den früheren Der andere Malermeister, auf den wir gerechnet Gemälden der Tellsfapelle genommen worden sind, behaiten, die liebe Sonne, befand sich freilich nicht zii Hauje, trachtet und die llumenge von Namen sicht, die bis in dic und die Landschaft des llrnersees war in dem tief nieder Gesichter der Figuren hineingekrabt ind geschmiert wurden, hängenden Nebel und mit ihrem gespensterhaften (vestein so bangt man im Voraus in das Schicksal des neuen jo acherontisch Süster, grant und fühl, daß wir uns selber Werfes. fast wie Schatten erschienen und frol) waren, statt des Vorläufig aber erwedto die frische Farbenwelt des Blutes eines odysseischen Schafbuds in der Wirklichkeit Immeren, als wir eintraten und die rustige Gestalt cines zur Tellsplatte ein (Glas guten roten nieutenburger Weines werffrohen Meisters unsere Munterfeit wieder. Die drei žil uns zit nehmen. Vorsichtig gossen wir den Trauf in fertigen Bilder (bekanntlich der Rütlijdwur, die Szene das Glas, warteten ein wenig, und als der Stern sich nach dem Apfelichuß und der Sprung aus dem Schiffe) gebildet hatte, schluckten wir denselben und stiegen getrost überraschen in der Tat trojz allen guten Erwartungen mit

dem Eindruck eines entschiedenen Selingens. Dies will **) Wir freuen uns, obigen Auriat des invergcizlichen Altmeiiterá unieren Lejern darbieten zui' fönnen. Terielbe erschien 1. 3. in der

viel jagen, wenn man den bei uns herrschenden Mangel Neuen Züricher Zeitung, und weil er nur mit den bescheidenen Buch an llebung und Gelegenheit zur Freskotechnik, das ewige itaben G. r. gezeichnet war, wurde er wenig beachtet und fiel Ilic Rhodus, hic salta derselben in Betracht zicht, wo die bald in gänzliche Vergeijenhcit. Ihn daraus curien zu haben, ist Arbeit jedes Tages am Abend definitiv fertig sein muß das Verdienst eines unjerer jdweizer Freunde, der sich seiner erinnerie, als fürzlich ein 3wicjpalt ausbrach zwiichen der schweizer Bundess

bei aller Vorsicht und lleberlegung, dieselbe Mischung nach regierung und dem großen Malermeister Arnold Vödlin, welcher Verschiedenheit der Temperatur rascher oder langsamer icinen Medaillen-Entwurf für die Vundesfeier von der heimisden trodnet und damit aus dem Tone fällt. Die Bilder zeigen Niegierung nicht gebührlich behandelt wähnte. Wie seller hier über

weder ein rotes Zicgelkolorit, so oft die Frucht der Verdas Phantasiewirten seines Testamentsvollstreders spricht, dürfte zum Feinsten und innigiten geören, was verwantes Münstlerfühlen zu

legenheit, noch jene in manicrirten bunten Abschattungen sagen gewußt hat.

D. Red. schillernde Malerei, welche überhaupt jede Schwierigkeit

umgeht, sondern wir erblicken eine mit redlicher Bemühung | 311 sehen braucht. Die allgemeine Bewegung ist vorNatur und Geschmack zu Rate ziehende, kräftige und trefflich idealisirt uo das hohe Pathos der Handlung sympathische Farbengebung.

von den wirklichen und natürlichen Regungen des Summers, Dieje erreicht den Gipfelpunkt ihres Gelingens in

der Sorge, des Muthes und der Entschlossenheit erfüllt der Pfeilzene zu Altorf. Das figurenreiche Bild ist in allen oder getragen. Hierbei ist die seunst höchlich zu loben, Teilen samt der malerischen Architektur und dem landschaft mit welcher der Maler die bekannten schönen Porträts lichen Hintergrund von gleichmäßig anziehendem, durchsidh- fiudici verwendet, die er unter den Nachkomnien der tigemund kraftvoll wirkenden Kolorit; feine tote Stelle, wo die ersten Eidgenossen gesammelt hat. Da ist feine Rede Lokalfarbe entweder fehlt oder in funftwidriger Weise blos. von einer Anzahl mehr oder weniger unbelebter Modellföpfe, , gelegt ist, stört die Harmonie. (Die ziim Betrachten alles geht vollständig in der Aftion auf und verleiht doch der: nötige Distanz ist, beiläufig gesagt, noch nicht vorhanden, jelben einen typischen Charafter. Rühmlich ist die riaturda man fich einstweilen noch auf dem ziemlich hohen wahre und wolverstandene Behandlung des landschaftlichen Gerüstboden befindet.) Das Siympathische dieses Eindrucks Beiwerfes im Vordergrunde, der Steine, des Terrains erleidet auf den beiden andern Darstellungen insofern und des Gesträuches ?c., im Gegenjake zit dem kon=. einigen Abbruch, als jowol das Grau von Gewitterluft iind ventionellen Schlendrian, mit dem sonst in historischen See in Tellensprung, als dasjenige des Nachthimmels und Fresfen dergleichen bedacht wird. Sogar ias mit dem des Hintergrindes im Rütlischwur etwas zu kalt, zu sehr nur Morgengrauen erlöjchende Feuer am Boden ist gründlich schwarzgrau ist. So totgrau die verdüsterte Natur 311- | studirt und leistet dadurch seinen Beitrag zur Wirkung weilen crscheint, jo darf im Bilde die leise Mildering

des Ganzen. durch das blaue und das gelbe Element nicht fehlen, das Dbgleich die Nebeldecke über dem See hängert blieb, auch dort nie fehlt Wir begreisen den Imstand übrigens verweilten wir doch zwei Tage auf oder vielmehr in der sehr wol und schreiben ihn gerade der redlichen Absicht Tellsplatte, in welcher der Namenspatron derselben ohne 311, bei der Stange zit bleiben und nicht bint 31 färben. Zweifel rasch einen Augenblick eingefehrt wäre, wenn sie Die alten Freśfomaler hätten sich einfach dadurch ge- zur Zeit seines glorreichen Springes schon eristirt hätte. holfen, daß fie mit dunkelblaiten und braunen Tinteit Áls wir nach Luzern zurückgekehrt waren, führte uns dreinfiihren.

ein freundlicher Stern in die permanente Kunstausstellung

dieser Stadt, welche sich an 311gänglichen Orte in dem Indessen, da die betreffenden Stellen nicht 1111bedeutende Flächen bekleiden, wird man bei der Dekoriring weijen scheint. Ilnverhofft standen wir wenigstens vor

alten Rathause befindet und immer etwas Neues aufzlider Plafondgewölbe und übrigen Nebenräume doppelt einem Bilde Arnold Bödlins, des Baster Mitbürgers darauf denfen müssen, den Bildern Rechnung 311 tragen | Ernst Stückelbergs, von dem wir eben kamen. Stein merfdurch die Wahl des vorherrschenden Tolles. Alles dies würdigerer Gegensatz hätte user warten können. Dort unmaßgeblid) gejagt, da wir die Vorstellung von der Be

ein Preis historijder scompositionen, das Ergebnis ganzer samtwirkung, die der Meister gefaßt hat, nicht besitzen.

Entwicklungsreihen ind fombinirter Arbeit; hier eine Die Komposition betreffend, fo gründet sich die Szene schimmernde Seifenblase der Phantasie, die vor unsern zu Attorf in der Anordnung der Hauptgruppen auf das Slugen in das Element 31 zcrfließen droht, aus welchem allbekannte Bild des Ludivig Vogel, wie uns icheint, mit sie sich gebildet hat. Es ist wieder eine von Bödlins Recht. Wenn ein so eminent patriotischer Gegenstand in Tritonenfamilien, die wir in ihrem Stillleben überraschten, der Arbeit des Altmeisters so glücklich behandelt und so ohne daß sie sich

ohne daß sie sich stören lassen. Aus den hochgehendent populär geworden ist, ohne daß er sich jemals der mont Meereswellen, inter den jagenden Sturmwolfen hebt eine mentalen, gewissermaßen offiziellen Ausführung erfreute, slippe ihren Nüden gerade soviel hervor, daß die Leitchen jo darf der glücklichere Nachfolger, dem diese Aufgabe 311- darauf Platz finden. "Der Triton ist aufrecht, dumfel und fiel, dem Alien billig die Ehre erweijen, an jein Werf in idhattig ind läßt auf dem in die Luft gestreeften Bein das ein paar großen Zügen zit erinnern, es pietätsvoll hervors | Jinge reiten, das aus vollem Leibe lacht. Neben ihm leuchten zii lassen und zit jagen: ich weiß das nicht besier liegt die Frait in völligem Müßig sein auf dem Rücken. zit machen! Hat er doch des Eigenen, Selbständigen da Mit menschlichen Beinen begabt statt den Fischschwänzen, bei die Fülle hinzıı zi1 bringen, so daß wir immerhin in modische Kleider gesteckt und nach Haris vericit, würde ein neues schönes Werf besitzen. So interscheidet sich die

die bildschöne Herion bald im eigenen Wagen fahren; hier Hauptfigur bei aller Achnlichkeit der Situation wejentlich von aber hat sie nichts 311 tun, als eines der reizenden gedem Teil Ludwig Vogels. Diejer ist in seiner heroisch heimnisvollen Farbenepigramme Böclins darzustellen. patethischen Haltung dein Vogt und der ganzen Gesellschaft Denn wo der „jchlohweißje“ Menschenförper in den Fijd) überlegen; er sieht fast aus, als habe er seine cigene übergeht, trifft ein durchbrechender Sonnenstrahl die FischGeschichte und den Schiller gelesen, er ist idealisirt

. haut, daß dieie im schönjien Schmelze beglänzter PerlStücfelbergs Tel dagegen ist ganz in der Leidenschaft be mutterfarben irisirt. Soweit dieser Sonnenblick hinter die fangen; er weiß nichts, als daß er in der Not ist imd Wolken tritt, wird das Märchen wieder im Wellenschaume sich wahren muß. Auf dem Plattenbilde schwebt er nicht vergehen, aus dem es gestiegen. etiva als eleganter Turner unit triumphirender Geverde Es heißt, daß Vöcklin nur einmal in seiner Jugend in der Luft, sondern er liegt, von der (Sewalt des Springes zahlreiche und sorgfältige Studien nach der Natur gemalt 11118 der Wellen hingeworfen, auf dem Strande, und der habe und seither sid mit Spazierengchen und Anschauen Gesichtsausdruck zeigt nur die immittelbare Aufregung begnüge. In diesem Falle ist die Siraft, die man Phantasie des Augenblicks, freilich als Vorvote zugleich des iiächstei nennt, 311gleich die Schatzmeijerin, Ergänzerin und Vient Entschlusjes.

hervorbringerin, und mit dem (Sedicht des (egenstandes ist Die Komposition des Rütlischwires dürfte, so weit auch schon das Licht- und Farbenproblem und die Logik uns das Vorhandene befannt ist, an der Spize aller den der Ausführung gegeben. Puch von dem berühmten Gegenstand umfassenden Bildwerte stehen. Die etwelche | Düjjeldorfer Andreas Uchenbach jagte man Aehnliches. rituelle Langeweile, die sonst über den drei Männern zu So joll er jdou als junger Mensch in einer Winterlandschweben pflegt, wird durch die Gruppirung der hinzii- ichaft die durchsichtig übereinander liegenden Eisschichten tretenden Volksgenossen der drei Länder aufgelöst, ohne eines wiederholt überfrorenen Flisses aus dem Gedächtnis daß man ein Theaterpersonal nach aufgezogenem Vorhang land alla prima su gemalt haben, wie andere es nur nach

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der Natur und mit gehörigen Untermnalungen hätten her- nach derselben einer neuten, aus den bisherigen Phasen sich vorbringen können.

entwickelnden Richtung entgegensehen; vielleicht entsteht so Das unverhoffte Anschauen von Gegensätzen war in die wahre ideale Reallandschaft oder die reale Ideallanddessen mit den Bödlinschen Bilde noch nicht zu Ende. · schaft wieder einmal für furze Zeit. Das Glück führte uns in das stille Landhaus des Herrn Von unserem verwegenen Ausfluge heimgekehrt, saßen Robert Zünd, des Landschafters, der durch die ernste und wir ein Weilchen auf dem Trockenen, punkto Malerfreuden, selbständige Ridung seines Genius, sowie durch die voll bis wir auf den billigen Einfall gerieten, dahin zii gehen, erworbene Fähigkeit, ihr auch zu folgen, sich längst aus wo wir hätten anfangen sollen, und so suchten wir Rudolf zeichnet. Ju früheren Jahren malte Zünd vorzugsweise Kollers sonnigen Wohnsit auf, den die Wellen des Sees slilifirte Landschaften, meist mit biblischer Staffage. Diese in ewig wechselnder Gestalt bespülen Die Bedeutenden Bilder bewegten sich feineswegs in bekannten Schablonen, ¡ imter iinsern Schweizerkünstlern "leben ineistens in einer sondern waren immer schön imd eigentümlich gedacht, jo- Art freiwilliger Verbannung; entweder entsagen sie der wie breit, fost und wirkungsreich behandelt. lliwersehens, Heimat und verbringen das Leben dort, wo Sitten und für den ferner Stehenden wenigstens, geschah eine Art Reichtümer der Gesellschaft, sowie Einrichtungen und Bes Ilmuwandling. Die Formate der Bilder wurden fleiner, dürfnisse des Staates die Träger der Sunft zu Brot und die heroijchen Gegenstände verwandelten sich in friedliche Ehren gelangen lassen, oder sie entsagen, gewöhnlich in zu. intinie Dorfgelände aus der Ilmgebung von Luzern, so versichtlichen Jugendjahren, diesen Vorteilen und bleiben anspruchslos und bescheiden in der Komposition als möglid), in der Heimat, wo ein warmes Vaterhaus, ein ererbter allein mit so zarter Sicherheit und harmonischer Reinheit oder erworbener Sitz in schöner Lage, Freunde, Mitbürger des Pinsels behandelt, daß fie fast nur an die feinsten und und Lebensgewohnheiten sie festhalten. Gelingt es auch fostbarsten Niederländer erinnern founten Das Wort

dem einen oder andern, seine Werke und seinen Namen in Stomposition ist oben insofern noch an seinem Plaß, als weiteren Streisen zur Veliung zu bringen und sich zu entder bei aller bescheidenheit wolbedachten Wahl des (Segen- ' wickelii, vermißt er auch weniger den großen Markt und standes eine sorgfältige Anordnung der einzelnen Teile und die materielle Förderung, so ist es doch bei den besten der Beleuchtung zur Seite stand, ind somit das Werk als

dieser Heimbesitzer nicht leicht auszurechnen, wie viel sie jelbständiges Bild, als ein neites begründete.

durch die fünstlerische Einsamkeit, den Mangel einer zahlWeder von der früheren, noch von dieser leßleren reichen, ebenbürtigen Sunstgenossenschaft, entbehren. Alle Stilform fanden wir eine Probe in der Werkstatt des Liebhaber, Dilettanten, Schreibekritiker regen weder an, Herrn Zünd. Auf der Staffellei stand der Vollendung voch ist etwas von ihnen zu lernen; man kennt uns ja rabe das Innere eines prächtigen Hochwaldes von Laub- insgesamt daran, daß wir vor allem nieu Entstehenden hölzern, ein vollkommen geschlossenes Bild von vollster uns entweder mit alten Gemeinplätzen behelfen oder uns Sirkung und merkwürdiger Ausführung. Es war nichts erst besinnen und suchen müssen, was wir etwa jagen anderes, als die etwas vergrößerte Kopie ciner bis zum fönnen oder wollen, um nur etwas zu sagen. Der wirfletzten Strich und nach der Natur gemalten Studie. Einige | liche Kunstgenosse dagegen weiß auf den ersten Blick, was Aenderungen, Weglajjungen oder Zutaten, die der jünstler

er sieht, und beim Plustausche der IIrteile und Erfahrungen des lieben Berkommens wegen versucht, hatte er wieder verständigt man sich mit wenigen Worten. llud nicht nur beseitigt, um das gelungene Werf der Mama Natur nicht, das tägliche Schauien alter und vieler Meisterwerke und zii verderben. Es ist hin und wieder vorgekommen und der Wetteifer mit vielen tüchtigen Genossen erhalten die fommt noch vor, daß ein Maler ein solches Sèunstitück mit Kraft: auch der Aerger über widerstrebende Richtungen, ausdauerndem Fleiße unter freiem wimmel ausführt, wenn der fritische Zorn über die hohlen Gebilde aufgeblajener man auch nicht untersuchen darf, was er hinterdreiit oder

Nichtfenner ist gesund und beivahrt die Künstlerfecle vor zwijchendurch in der Slube verschönert oder verschlimm- dem Einschlafeni, und auch diese Nutzbarkeit ist nur auf bessert. Wir wollten alio ichon den Zufall preisen, der den lätzen des großen Verfehrs zu haben. hier wieder einmal durch das Medium eines preiswürdigen Meisters einen solchen (Geniestreich gemacht und ein fertiges

Was nun injern Rudolf Koller betrifft, so gehört er Bild geliefert habe; wie winderten wir ins aber, als der

31 der Partei derjenigen, die daheim bleiben und vereinzelt simtier in eine ganze Schicht jolcher Studienbilder, cines

im Vaterlande lebeit, und es ist 311 vermuten, daß nicht nach dem andern, hervorholte ind aufstellte; die verschieden zum mindesten die bequeme und liebliche Behausung am artigsten Motive entrollten sich, aber jedes war ein wirk

See den Maler festgehalten habe. Wie dem auch jei, jo liches, flarcs und rundes Motiv, cinem feinen Gedanken

hat dieser die Einjamfeit jiegreich überwinden ind bis bilde gleichend und doch draußen aus dem Boden gewachsen auf diesen Alutgenblick iu rajilos und mutvoll gearbeitet

, bis zum letzten Jalm. llnd kein einziges Touristenstück,

wie wenn er mitten im auf- und anregenden Treiben eines feine Vedute oder Knalleffekt aus dem nahen Hochgebirge Zentrums lebte

. Auch jett fanden wir das Atelier wieder darunter, sondern lauter Gegenstände, welche das ungeübie nach Verhältnissen eines Veisiers ausgestattet, der sich durch Auge, der ingebildete Geschmack draußen im Freien ieder

feine Schwierigkeiten von jeinen Zielen abziehen, jondern sieht noch ahiit, die aber doch dort und nicht erfunden sind, sonzeptionen und Ausführungen in unverminderter Kraft Dinge, welche in allen Meistersammlungen für schöne m8 | und Kühnheit sich folgen läßi. Eine Sendung für die gute Dinge gelten. Wo ist mn hier die schaffende Hraft? gegenwärtige wiener Ausstelling stand eben bereit: neben Die Phantasie oder Vorstellungskraft des Münstlers hat

der durch Gewittersturm überrajdhten Heuernie, die von hier nichts zu erfinden; aber ohne sie würden diese Perlen,

der lebtjährigen schweizer Ausstelling her bekannt ist, in die fein anderer gesehen hätte, nicht gefunden, freilich aber · großein Maßstabe ein seither entstandener Aufzug auf die auch ohne das virtuvoje technische Geschick des Nünstlers Al!p, ein Vild, das mit seiner prächtigen Naturfrische und nicit festgehalten und zii Gesichte gebracht werden, imd eben

Lichtfülle aufs niente das große Talent befindet, welches

cint im fonventionellen Schlendrian versunken gewejenes diejes technische (cjchic gehört wiederinin init zum Geheiminisje jener doppelsinnigen Phantasie und ist mit ihr

(Genre originell in die Höhe gebracht hat iind aufrecht hält. aufs Junigsie verwachsen. Wahrscheinlich ist die edle llebung Es ist nicht die programmäßige Erzählung eines volldieser fein gewählten und vollendeten Naturstudien, die ständigen Aufziiges von Tieren und Leuten, der sid) in man am liebsten gleich mit einem Rahmen verfähe, anch einer formenüberfüllten (Gebirgslandschaft hinaufschlängelt; wieder eine Phase des Künstlers, und wir dürfen vielleicht vielmehr sehen wir in echt malerischer Beschränkung eine

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