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sprechung veranlaßt sieht. Der Verteidiger, welcher das Bei dieser Verschiedenheit der Angriffsmittel des Vertrauen des Angeklagten genießt, crfährt von demselben Staates und der Verteidigungsmittel des einzelnen Anmehr als der Staatsanwalt oder der llntersuchungsrichter. geschuldigten kann es wohl leicht kommen, daß der Koloß Der Verteidiger fragt den Angeklagten, ob er nicht aus den Wirin zertritt, ohne daß lezterer dem crstereit etwas diesem oder jenem Gesichtspunkte, welchen der Alugcflagte 311 leide getan hat. ilm jó mehr hätie sich das Gesetz bisher gar nicht fannte, etwas 311 seiner Entlastung anzil hüten sollen, dem Alnfläger, welchem schon die tatsächliche führert habe. Die Ilutersuchung dagegen pflegt den Macht zur Seite steht, auch noch rechtlid) auf dein Gebiete Schwerpunkt auf die Belastungsmomente 311 legen und des Prozesjes cine bevorzugte Stellung einzuräumen. Dies höchstens die Entlastungsumstände 31 berücksichtigeni

, welche ist aber leider in unserer Strafprozeßordnung geschchen. der Augeschuldigte freiwillig vorbringt.

(Ein zweiter Artikel folgt.) Es ist richtig, daß das sdhwierige und verantwortungsvolle Amt des Verteidigers auch 311 Mißbräucheit antsgenutzt werden kann. Vor Mißbräuchen ist aber kein Amt sidher, am wenigsten das Auflage- oder das Richteramt. Der beste Schuß hiergegen, heißt es in dem Rommissions: bericht des Reichstages, wird darin liegen, „daß die Gesetzgebung der Verteidigung die ihr gebührende Stellung in Verfahren einräumt und ihr mit dem Vertrauen cut

Nadklänge gegenfommt, welches am meisten geeignet ist, die Neigung von den diesjährigen Festspielen in Bayreuth. 311 Mißbränchen zu verhindern um den Widerwillen gegen sie 311 verstärfen. Das Mißtranien reizt 311 Mißbrännchen ani, das Vertrauen sichert den würdigen Gebrauch."

Dr. l. licimain. Möchten diese Grundjäße in der Praris mehr und imehr Geltung gewinnen! Diöchten sie vor allem dahin

Tas Heerlager derer, die sich einem alten Mißbrauche führen, das Mißtrauen gegen die Verteidigung 311 be

folgeid, mit Vorliebe ,,Wagnerianer" nannten und nennen, seitigen, welches in einzelnen Bestimmungeii deš (Bejebeš Ausdruck gefunden hat!

zeigt angesichts der diesjährigen Festipiele cine sehr seltsam

veränderte Physiognomie. Es ist bekannt, daß ein wißiger, Das Gesetz behandelt die 90klage und die Verteidi- geijivoller Wagnerianer" ältefter bjcrvan13 seiner Zeit gung mit durchaus ungleichem Maße. Weder in der Vor- ein treffliches

cin treffliches ,,Schimpfwörterbuch)" verfaßte und darin untersuchung noch bei der Eröffnung des Hauptverfahrens, | alle (Grob- und Gemeinheiten (leptere in der Mehrzahl) noch in der Hauptverhandlung selbst hat die Verteidigung gewissenhaft gebucht hat, die gegen Psagner von der hoheni gleiche Seite, wie die Staatsanwaltschaft. Welche linge Kritik gejchleidert worden waren. Durchmustert man jeßt rechtigteit liegt nicht in dieser llngleichheit der die Hegartikel und Brandreden, die dieses Jahr gegen Waffeil, welche schädlichen Folgen für die Angeklagten Bayreuth losgelassen worden sind, so findet man Stoff inüssen sich nicht aus derselben ergeben! Der Staat, weldier genug, um jenes „, Lerifon“ auf das Doppelte seines bisden einzelnen Misjetäter verfolgt, befindet sich im Besitz herigent limfangs 311 bringen. Nur ein Interschied ist übermächtiger Mittel. Die ganze Persönlichfeit des Pinge zwischen sonst im jett: Sonst lieferten die ,,Antischuldigten, mit allem, was sie ist und was sie hat, steht wagnerianer“, jept liefern die „Wagnerianer“ den Hauptzur Verfügung des Anklägers. Er fai sie – natürlich

natürlich stoji dazu! Juisbesondere auch einige Hauptvertreter der imter Beobachtung der gesetzlichen Forment verhaften sonst „allzeit getreueni“ Wagnervereine. Man nimmt Anlassen, er faim ihre Wohmung durchsuchen, ihre Sachen stoi ait dem Erlasz“ vom 21. Mai, worin diesen Perund Briefe beschlagnahmen lassen und sie von jedem Ver cinen bedeutet wurde, daß sie an der Verwirklichung der fchr_init der Außemvelt abschneiden. Alle Polizei- und | Festspiele keinen Anteil, also auch feine Vorzugsrechte beVerivaltungsbehörden stehen dem Ankläger zu Zwecke züglich der Erwerbung von Eintrittsfarten hätten. Das seiner Ermittelingen ziir Disposition, in der Áufwendung klang hart und diffonirend in die Harmonie der „allzeit von (eldmittelil ist er unbeschränft. llnd der Ange-Getreuen" - und doch steht es in völliger llebereinstimining schuldigte? Ist er verhaftet, jo ist er zunächst vollkommen mit dem, was Wagner selbst an 1. Dezember 1880 über hilflos. Der moralische Druct, welchen die Bedrohung die Möglichkeit eines daiternden Weiterbestehens der Festmit einer entehrenden Auflage ohnedies auf ihn ausübeni spiele

picle -- über seinen Tod hinanis -- jeinen , Patronen" muß, wird nod) erhöht durch das Herausreißen aus allen erklärt hatte. Nachdem Wagner ausgeführt haite, daß sein gewohnten Verhältnissen, durch die Trennung von seinen „Þarsifal“ ausschließlich für Bayreuth) bestimmt sein solle, Ängehörigen, seinen Geschäften, durch die UnterwerfingDaß es seine Absicht sei, auch seine übrigen Werke mit unter eine niene, ingevohnie Lebensweise, welche seineit der nötigen Dentlichkeit imd nachhaltigen Eindringlichkeit“ Siörper angreift, seinen (Scist niederdrückt. Grit von dem vorzuführen, der Vermögensiand der, Hatrone" aber eine Moment an, wo ihm ein Verteidiger zur Scite tritt, der Verwirklichung diejer Absichten nimmer mehr gewährleisten ihn auch nur zeitweise und unter formalen Schwierigkeiten könne, fährt er fort: (es) sollen denn die Aufführungen sprechen fan, ist er in der Lage, chwas für seine Ver im cigentlichen Sime öffentlich stattfindet ind hierfür auf teidigung 311_fun. Alber: auch dann nur wenig: den das Ausgiebigste zuvor angekündigt werden, wobei damn der Berteidiger fann die Ermittlungstätigkeit, welche der darauf gerechnet wird, daß außerordentliche Einnahmen in Freiheit befindliche Angeschuldigte cutwickeln würde, nicht nur die siosten dicier crsien Aufführungen vollkommen seinerseits nicht ausübent. Ist der Beschuldigte in ifreiheit, decken, jondern auch die Mittel zur Fortjebung der Festjo steht ihm zwar der Weg offent, die Beweismittel zii spiele im folgenden Jahre erschaffen werden. ,,Von dem suchen, welche seine llujchuld dartun, aber dies erfordert weiteren Erfolge der vorläufig auf dieses Werk (Parsifal) Zeit, Nosten und leidet unter der Schwierigkeit, Zeugnisse beschränkten iščítípicle möge dann der (Bewinn der Mittel zil jammeln von Personeit, welche ihm auf jeine Fragen 31r allmählichen Vorführung aller meiner Werfe abkeine Antiport 311 gebent brauchen - gai:3 abgesehen von hängig gemacht jein, und würde endlich einem treuen der Gefahr, durch Besprechung init Zeugen den Verdacht Patronaie dieser Bühnenfestspiele 6s übergeben bleiben, der strafvaren Beeinflussung auf sich zu lenken.

auch über mein Leben hinaus den richtigen Geist der Auf

führungen meiner Werfe in dem Sinne ihres Autors den lich ausfiel. Die Chöre der Gralritter imd Knaben, das Freunden seiner Kunst z11 crhalten.“ Leider hätte der Enjemble der Blumenmädchen waren schlechthin inüberleştere Fall schou 1883 eintreten müssen, hätten die treffliche Leistungen, die jedem, der hören und sehen wollte, „Patronatsvereine“ nicht durch ihre Auflösung auf jenes auf das Klarste bewiesen, wie in Bayreuth immer noch Erbrecht verzichtet, so daß die Oberleitung von der nächst der alte gute Geist herrscht. Iin diesen Beist darf niemanden berechtigten leiblichen Erbin geführt werden mußte. Jahre bange sein, so lange Levi den Taktstock führt. Hoffentlich lang ist man damit zufrieden gewesen; die neu ent gelingt es feinem jungen Antipodein, die durch Levi verstandenen Wagnervereine, die sich zum Zwecke der Er- förperte Tradition zil beseitigen und den münchener Sapellhaltung des status quo der Festspiele zusammentaten, meister als „Vretilhupfer“ auszusteden. Soll ein Nachhaben wesentlich dazu beigetragen, jenes linternehmen zii Folger für Levi gefunden werden, so mag ihn Levi selbst stützen und z11 erhalten. Die Festspiele selbst haben in- i juchen umd auf" ihn die authentische „Tradition“ überfolge der außerordentlichen Vortrefflichkeit der Dar- fragen! bietungen -- ich erinnere namentlich an die Meistersinger Der ,,Tanuhänjer" in Bayreuth zeigte in vicler Aufführungen infolge des Heranziehens mener, frischer Hinsicht ein vollfoin men anderes Bild, als man selbst auf Kräfte (3. B. van Dyck, Scheidemantel 11. a.) und die denjenigen Bühnen zu sehen gewöhnt ist, welche ihn in über jedes Lob erhaberie Sorgsamkeit der Ausführung so der Neubearbeitung geben. Weil es aber so ganz viel als möglich im Sinne des Autors" einen imgeahntent anders war, weil maii, wie uns dünft, die Farben allent

Soweit war alles in schönster halben milócr aufgetragen hatte, weil man aus dem Ordning imd ein Wideripruch gegen die Oberleitung Tannhäuser im zweiten ft nicht einen minnesängerischen wurde jelten oder eigentlidh gar nicht gchört. Die Sach: Raufbold, aus dem des dritten Aftos kein rajendes llitlage ist munmehr — 1991 — mit einem Schlage geändert: geheuer madite, darm eben erschien vielen „alter Observanz“ ein großer Teil der „Wagnervereinler" grollt im Stillen, Siese Gestalt leidenjchaftslos und nichts gegen Nieman", ein anderer Teil schrie” in allen Fach- und Tages- trotzdem dieser als Tannhäuser nichts mehr, aber auch blättern Zeter umd Mord über die „lende Geld- nichts weniger 311 geben hatte, als bloße Leidenschaft, maderei“, die ,,künstlerische (Gewissenlosigkeit von Bayreuth“, gleichvici, ob er fang „Dir hohe (Göttin“, oder das Duett die Ausbeutung des Publikums, die Beijeitesebung der mit Elijabeth), oder seine „Pilgerfahrt nach Rom“ – „allezeit Getreuen“, schließlich

) auch über den unerhörten i spilte. Allvarı), der Vertreter des 'Tamhänjer in Bayreuth, künstlerijden Rückgang der bayrruther Vorstellungen, die ijt fein Niemann, das war sein Vorzug, stellenweije vielsich faum mehr von denen der landläufigen Sperne leicht auch eine Schmäche. Meines Erachtens überwog vorstellungen auf „mittleren Bühnen Deutschlands“ imter jener dicje beträchtlich. Die barreither Glijabeth war schieden. Namentlich bedeute die ,, Tannhäuser-Aufführung“ keine verfleidete Brünihilde mit langer Theaterschl•ppe, ein vollkommenes Fiasko und sei eine ,,Schmach)" für die sondern ein einfaches, schlichtes Mädchen, bei der noch nichts Bühne Wagners. Aus der zarten Blumenleje fritischer Bewußtsein, sonderit alles Ahmg ist, die aber im entKraftausdrücke, herrührend von Wagnerianern ältester | scheidenden Augenblicke 311 sich selbst fommt und ihrer Lbservanz, registriren wir für den fünftigen Lerifographen hohen Aufgabe" plötzlich bewusst werdend, cine so überaußer den vorher angedeuteten noch folgende Stichwörter: 'wältigende (Geistesgröße zeigt, daß sich vor ihr, der kaum „Bayreuther Walpurgisnächte“, „V.'er Jahrmarkt“, „Tanz erwachsenen Jungfraut, alles in Willfährigkeit und Demut im das goldene slalo“, „Jude Menerbeer“, „Mujikpäpstin“, berigt. Im lepten Alft ist sie Heilige und Märtyrerin der „ber-Ammergaunerci Nir. " 11. 1. 1. Eine Widers Liebe.

Eine Wider: Liebe. Nichts fam ciner jolchen ätherischen iind doch leging all des 311 Tage geförderten mehr oder minder wieder imponirend fräftigen (Sesialt nehr schaden, als Unsinnigen versuche der, dem es Vergnügen macht, Bärnment jeder primadonnenhafte 319. Man fat darının gut, und Steinen Vermunft 311 predigen.

„jüngere Talente" wie Wagner es auch bei der Pariser Ter Berichterstatter hörte in diejem Jahre den! Aufführung 1861 getan hatie - den , fertigen“ vorzu„Parsifal“ 11110' den „Tamhäuser". Levis Puffassung ziehen. Mochte dabei vielleicht auch bei den schwierigeren und Leitung war jo echt, rein und edel, wie sie 1882 zii Partien der Darstellung im zweiten Akte mancher Wunsch Lebzeiten Wagners das Entzücken aller und die Freude minerfüllt bleiben, den dienen, reinen Tipus der Elisabeth des Meisters selbst gewesen war. Hr. van D 1) cf ist in i hat ins Bayreuth in diesem Jahre gegeben. Tanzil aber die Titel-Partie immer mehr hineingewachsen, vornehm auch die entsprechend immgestaltete (Segenspielerin der lid) bietet die große Sundri) Szene des 2. Aftes ein er Elijabeth), die ,, Penns“.

Bens". "Fil. Meilhac Darstellung schütterndes Bild wirklicher, innerer Tragif. Die über: dicher Nolle war" cine musikalisch dramatische (Großtat criteit mächtige Handlung, die sich bei äußerem Stillstand, immer Ranges, aber nicht von der Art jener üblichen Bühnenlich in Parsifal vollzicht, das Durchbrechen des Bewußt- r'ajerči, jener wollüstigen Schlafiheit und frampfhaften jeins der Mission, die ihm geworden, das Abstreifen der Bosheit

, wie die Vemis gewöhnlich erscheint: Die Künstlerin findischen Torenmatur, wurde ini meisterhafter, tiefergreifen gab sie als „hohe Göttin" und verlieh ihr gerade so viel der Weise zur Darstellung gebracht, hier war jeder Zoll idealität, als für eine weibliche Sdönheit nötig ist, um ein – Künstler. Nicht minder Bedeutendes gab Fräulein imviderstehlich zit fejjeli. Pser aljo hier eine Dämonin, Meilhac als Stundi). Sie ist die erste und einzige oder nichts als ein sinnberüdendes, höchst irdisches Weib Gesangs-Sèünsilerin, die durch ihre bis in das Sleinsie von göttlicher Schönheit erwartete der fam nicht auf und scheinbar Nebensächlichste woldurchdachte und durch- jeine Rechnung. Denn seine Rechnung war eben eine geistigte Auffassung und Darstellung in mir de! (Bedanken ' falsche. Eine (Bestalt wie diese letztere hat nicht die der an den feinsinnigsten und geistvollsten Sünstler unseres Grazien im (Gefolge, die dem wüsten Treiben Einhalt gez Jahrhunderts wadirief. Für die wichtige partie des bieten. Etwas von dem Hauch der cdelsten Antife, von Burneman3 hat Bayreuth in wrn (Brengg einen Er: dem die „Medicacerin“ iflosjen ist, um in Wagners sat für den overgeßlichen Ecaria gefunden. Den Amfortas Venus“ enthalten sein, sonst wird das Ganze cine Farce. jang Herr Neich inan leider nicht nichr in dem reinen Frl. Meilhac hat mit ihrer Venus den Sinn des Autors, Stil, den Wagner dem Sänger im Jahre 1882 gelehrt wie mir scheinen will, auf das glücklichste getroffen. lleber hatte: sondern selbstgefällig ind mehr im Tone cine: Herrn Scheidemantels Wolfram war alles einig. Diese Haremswächters als eines Gralfönigs. Der Slingšur des rein lyrische Partie ist ja allerdings faum zit vergreifen, Hrn. Liepé war ein erster Versuch, der nicht ganz glück und insofern hatte Scheidemantel am wenigsten neul zil

gestalten. Dhne sich einerseits ins Traumhafte und kommt, man weiß nicht wann und wo, famen zwei große Schmachtend-Verhimmelnde zit verlierent, verlieh er anderer- Erfolge und zwei Theaterfassirer konnten wieder Inchen; seits seinem Wolfram nicht etwa blos den üblichen Theater denn das Publikum war gnädig gewesen und hatte im heiligenscheint

, sondern etwas Sinnendes, Stilles, Friedlich Lustspiel gelacyt, in der Tragödie sich würdig benommen, Ruhiges, an entsprechenden Stellen, wie im ersten Alkt und nicht immgekehrt. (Erzählung) im Sängerkampf und in der Schlußizenie Molière, Oskar Blumenthal, Gustav Sadelburg und des dritten Aftes etwas ungemein Kühnes und Ritterliches, Grillparzer waren die Netier des Theaters. ohne dabei die Figur zil zerbröckeln und, wie es so oft ge Einen jener tollen Erfolge, von denen man in schieht, ein einheitliches Kunstgebilde in cinzelne schön- Bühnengeschäftsfreisen noch nach Jahrzehnten spricht, gefärbte Mosaik-Stücke jo zii zerlegen, daß darüber das ichienen Blumenthal und Nadelburg im Lessingtheater mit Gejamtbild verloreit geht. Der Landgraf des Herrn dem zweiten Akte ihres Schwanks „Die Großiiadtluft“ Döring war eine durchaus achtungswerte Leistung. Chor erfämpst zit haben. Nad)her versicferte das Lachen zwar und Orchester standen auf der Höhe bayreuther Vollendung, langjain; aber noc) am Schlusse sah nan lauter fröhliche desgleichen auch alles, was in das Gebiet der Regie- und (Besichter, und alle Welt war den Verfassern für ein paar Dekorationskunst gehört. Mottl bewährte sich als Leiter Stunden Lustigreit dankbar. Sie waren nicht nur flug, des Ganzen vorzüglich. Die Zeitmaße waren etwas sondern auch bescheiden gewesen, sie hatten ihr Stück nicht zurückhaltender, als inan sie gewohnt ist. Damit will ich mir einen Schwant genannt, sondern es auch ohne litténicht sagen, daß das ein Fehler gewesen sei, ziimal lie rarische Ansprüche geichrieben. Vielleicht aber fam diese mir – soweit man sich dies in der Erinnerung rekonstruiren kluge Bescheidenheit" ein wenig 31t spät; namentlich im fan -- den metronomischen Angaben im neuen Tann: 1. imd im 3. Afte finden sich einige Rudimente einer häuser-Nlavier-Auszuge vollkommen zit entsprechen schienen. mittelmäßigen Lustspielidee, iind foldie Szenen haben den Nur in der Einleitung zum dritten Aft mußte die Stelle Erfolg öfter für einige Minuten iinterbrochen. Die Verin den Holzbläjern (Motiv der Elisabeth: Ich fleh für faljer täuschen sich, wenn sie glauben, einen guten Schwank ihn“) nicht gar so übermäßig gedehnt werden.

durch

) einzelnie höhere Töne 311 verbessern. Lustspiel und Nimmt man alles in allem, so kann mir „blinder

blinder Schwanik, jedes hat seinen besonderen Stil, und jedes fann Gifer" oder zelotischer Lokalpatriotismus, wie er z. B. durch Zutaten aus dem andern (Webiet verdorben werden. in Dresden jeine tollsten Sprünge macht, oder persönlidste 3m zweiten Alfte aber namentlich war der beste pariser Poreingenommenheit behaupten, daß die ,, Tannhäujer

Tannhäuser-Schwankstil gut getroffen und einheitlich durchgeführt, der Vorstelling“ in Bayreuth der Bühne Wagners umvürdig große Erfolg also chrlich verdient. Gejpielt wurde ganz gewesen wäre. Gewiß mag nicht jede Aufführung des vorzüglich Tannhäuser in Bayreuth gleichmäßig gut gewesen jeint, Tags darauf hatte das Berliner Theater einen Sicg ficher niag der weimarer Sänger Zeller einen höchst in

311 verzeichneit, und vielleicht zum ersten Male seit dem genügendent Tannhäujer geboten haben; aber auf den Geist Bestande dicier Bühne verließen die beicheidenen und die der lufführung kommt es doch immer in erster Linie an.

geschmackvollen Zuhörer gleicherweise befriedigt das saus. Der war aber immer der gleiche; und so bedauerliches Zwei chwierige idauspiclerijdc Augabei wurden ganz ist

, daß unvollkommene oder gar Acrger erregende Störungen vader gelöst;" das veraltende luitipiel Molières , Der durch die linzulänglichkeit gewisser Leistungen vorgekommen Geizige“ wurde wieder lebendig, und das feine „Esthersind, so ist doch zit bedenken, daß Bayreuth diejes Jahr fragment“ Grillparzers fam 31 starfer Wirkung." lieber gerade mit erheblicheren Schwierigkeiten denn je 311 fämpfen Molières Bedeutung für die Gegemart werden wir uns hatte. Man wird erwarten dürfen, daß für die nächst vielleicht ein andermal 311 unterhalten haben, wenn sich jährige Tannhäuser-Ausführung, wo jolche Schwierigkeiten cine Bühne für Ludwig juildas nene leverjetung des nicht zil befürchten sind, Heldopfer nicht gescheut werdeii

, „Menschenfeinds" finden jollte. Ich habe über das Genie um eine vollkommen zureidende ,,Elisabeth“ und einen Molières, der vielleicht der größte franzörliche Dichter und dritten Tannhänier neben Alvart) und Winfelmam zit ge- dennoch mir ein franzöjjcher Dichter gewesen ist, mancherlei winnen. Der Geist des nenen bayreuther Tamhäljer auf dem Herzen lieber icinen „(jeizigen“ nur so viel, aber soll derselbe jein und bleiben. Er ist der reine, daß der schöne Erfolg uns nicht darüber täuschru darf, wahre und echte „Tannhäuser“ !

wie fremd inserem natürlichen (Sefiihl sicje Kunst geworden ist Tie vandlung ist io schablonenhaft unwahrscheinlich wie unui beim alten blaus. Tas (Genie Molières bestand um darin, miten in dieser schlecht erfundenen Fabel und mit Hilfe einer Sprache, welche bei aller Amit nicht frei ist von der Sünftelei jeiner Zeit, die Hauptgeitalt init crid:redendem Realismus zu zeichnen.

Es ist, als hätte Dar Liebermann cinci Vrbeiter in eine
Theater.

Landschaft von Poujin hincingemalt, als hätte 3ola cine
Figur für cinen Roman der Scuderi

) dlsgeführt. Der Fritz m autljer.

Litteratuntenner fam die Augen schließzeit, sich in die Zeit
Ludwigs XIV. zurückverscten und das alte Lustspiel histo-

risch auf sich wirfen lassen. Der naive zuhörer nimmt (Lessing - Theater: Die ($roßstadiluft“, Schwant in das Stücł wie cine verrückte Rosse auf, in welcher der

ť Akten von Oscar Blumenthal und Gustav Hauptcharafter, fonsequent wie ein Wahnsinniger, ihn jo Radelburg. Berliner Theater: ,, Esther“, Bruch sehr belustigt, dass es zum Schreden gar nicht kommt; stück von Franz Grillparzer. -- ,,Der Geizige", die Wirkung war 311 Molières Zeiten gewiß cine andere. Lustspiel von Molière.)

Sveute war" der Eindruď ein ähnlicher wie der, als in Die Theater der deutschen Reichshauptstadt waren voricen Winter Picrrot glücklich wieder belebt wurde. bereits 31 Mördergruben geworden; mjere beliebtesten Natürlich habe ich für diesen Vergleich

, die deutschen Schriftsteller waren dahingesunken, iind der Geruch von Molieristen um Elutschuldigung 311 bitten. Leichen und das Wehgeschrei von Theaterdirektoren drang Die fliegende Bast, mit welcher der „Geizige“ ganz zum Himmel.

Und vom Himmel, woher der Regen 'richtig 311 Ende gespielt wurde, ließ Raum, im is an

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selben Abend Grillparzers , Esther“ vorzuführen. Der · herfallen durften, anstatt von eben diesen niedergemekel scheinbar gewagte Versiich ist imuner noch gelingen, wo

zu werden

Und das geschah bekanntlich, weil die schönen man für dicje Jüdin von Susa cine geeignete Darstellerin lugen Esthers Gnade fanden vor dem Könige Ahasverus. fand; er ist mit Frau Sorma gaiz ausgezeichnet ge Die Sage wird in der Bibel hübid erzählt, aber man lungen, wenn diese Künstlerin auch ihres Sieges über den fann nicht sagen, daß die persischen Juden bei dieser GeKönig und das Publikum vielleicht ein wenig 311 ficher legenheit einen ethisch bedeutenden Eindruck machen. Zuerst ausjah. Sic lächelte entzückend, aber es ist mir dod schmuggeli fie dem König eine schöne Jüdin in seinen sehr fraglich, ob die Plichte Mardochais so häufig Anlaß waren und san, da er den Antisemitenführer Haman ziim Lächeln hatte. Auch die übrige Aufführung war hat henfen lasjen, „crwürgeten sie ihrer Feinde fünfundgut bis auf einen vollkommen mißverstandenen Hamait

. siebzigtausend, aber an ihre Güter legten sie ihre Hände Warum wurde dieser klassische Antisemit auf dem Berliner nicht." Na, die llucigenmütigkeit in Ehren, die ErTheater als vollendeter Trottel dargestellt, da Grillparzer' würgung von 75 000 (es kommen in der Hauptstadt noch ihn doch als eitlen, aber äußerst schlauen Höfling ge: 500 dazli) erinnert doch ein wenig starf an die Scheitzeichnet hat?

jäligkeiten von denen die Eroberung Kanaans begleitet Doch jeder solche Funkt berührt Fragen, die ohne war; und auch der triumphirende Ton am Schlusje des fritische Zergliederung der vorhandenen Estherfrag: Buches. Esther ist minder erfreulich. Grillparzer konnte mente nicht zu löjen find. Grillparzers Plan müßie der Bibel die Fabel entnehmen, und den Fanatiker aus hingeworfenen Notizen wieder hergestellt werden, umd Mardochai. Für seine herrliche Esther fand er in der da bliebe, wie immer in solchen Fällen, manches zweifel: Heiligen Schrift auch nid)t einen Zug. haft. So viel scheint mir ausgemadhit, daß man (Grill

Nu gehört aber einmal das Buch Esther mit 31 parzers Esther am besten versieht, wenn man sie als Gegent- dem sanon der heiligen Schrift und jo komte es einem fat zur „Jüdin von Toledo“ anschaut und mit Nathans frömmelnden dyristlichen Dichter wic' Nacine gar nicht Recha vergleicht. Denn das famt man wol als eine Tat: fchwer fallen, die (rimdstimmung des nationalen Fana: sache himehmen, das Franz (brillparzer an der lleber

tismus in dem Buche zit übersehen und sein berühmtes lieferung der bibliichen (veschichte nichts Wesentliches ge

Drama „Esther" für die Dilettantenvorstellung eines ändert, daß also das Trama mit der Puffnüpfung des böjen Mädchenpensionats mit der ausdrüdlichen Bestimmung 311 Haman ind mit einem Triumphe der Jüdin geendet hätte.

schreiben, daß die jungen Damen vont Saint-Cyr durch Jul seinem spanischen Stücfe ist der König in | Aufsagen seiner Verse die zahlreichen Fehler ihrer prodie Jüdin oberflächlich oberflächlich verliebt ind wird Šurch : vinziellen Mundarten ablegenl

' sollten. Racine wunderte ihreit Tod wic wie von einem häßlichen anber erlöst

. ¡ sich nachher selbst darüber, daß man die Siinderunterhaltung Jit der ,,Esther" mußte der König in einer großen (un divertissement d'enfants) ernst nahm. Wir müssen Ezenie erfahren, seine Gemahlin jei Jüdin, und er mußte 11119 zweihundert Jahre später noch mehr darüber wunderit. nach der gegebenen Fabel diese Mitteilung gütig aufr | Denn wenn Racine überhaupt ein lederner Geselle war, nehmen. Diebt er sie doch so, daß er ihr irach der drei o ist seine Esther vielleicht der jöhepiinft von linwahrheit

, mal wiederholten Erflärung der biblischen Geschichte die i lligeschmack imd Ziercrei. Wenn Niacine heute in DeutschVälite seines siönigsreichs jcbeufen möchte. Diese Fabel 'land noch die mindeste (Seltung hätte, jo wäre es ein mpte auf die Zeichnung der Charaftere wirken. Daman gutes Werf ihn anzugreifen. Da aber ein Nest von natürist fein patriarch), jondern einfach ein Egoist; der Schah | lichem (cfühl selbst die Mujerfnaben ujerer (Gymnasien A hasverus von Hersien ist nicht so giit ind flug wie vor ihm schandern läßt. so mag die Bemerkung genügen, Saladin, ist aber aitch nicht in jung iind leidenschailtid daß trotz Nacine der Stoff vor (Grillparzer von feinem wie der König von Spanien, er 'ist ein bischen Naunzer Dichter behandelt worden war. Nacines , Esther" würde wie (Grillparzer selbst und jeine liebsten Königsgestalten. heute nur 110ch als unfreiwillige farodie wirken; sie ist Mardochai isi weit mehr Jude als Nathan, er ist erfüllt übrigens in einer der lustigsten Parodieen (Soetljes schon von der Aluserwähltheit icines Volfcs mud wird nach vor hundert Jahren mit allen Ehren bestattet worden, und seiner Ertöluung durch Stolz und Hochmut nicht viel ich kann die Vermutung nicht unterdrücken, daß (Goethe, angenehmer wirken als der Plntisemit saman. Esther der selbst unter anderem deii vaman spielte, ihn so auf: aver hat die idönste geistige Verwantichafi zu Recha; sie gefaßt haben mag, wie er uns jüngst entgegentrat. ist nicht Mardochais, sondern (brillparzers (Weschopf und

Mit seinen Parodici war (Socthe, nach jeinen eigenen spricht unter anderen ihre parteilvie Meinung zur Juden Worten, einem tieferen Trieb gefolgt ,,Es entsteht ein frage mit der föstlichsten (Grillparzcrsdien Ironie aus. Es leidenjchaftlicher Siderwille gegen misleitende, beschränfte ili jammeridiade, daß Grillparzer das Stüf nicht 311 Theorien; man widerjeßt sich dem Anpreisen falscher Ende geschiricben l;at; man muß schon ein recht verbisiener Muster. Alles dicjos, und was daraus folgt, ward tief Philologe sein, um das Studium der Fragmente dem

and wahr empfinden, oft aber cinseitig ind iingerecht ansa Genusie der Dichtung vorzuziehen.

gciprochen." Welche dichterische Tal (Grillparzer aber vollführte, als

, !

Es steht dein alternden (Soethe sehr gut, seinen Jugender die schwer verständliche und eigentlich uminteressante übermut 311 begründen und dabei dennoch die verspotteten Ejihergestalt 311 jeiner Esther umduf und in ihrer ersten Berühmtheiten ein klein wenig gegen sich in Schutz 311 Begegnung mit dem Nönig eine der schönjten Lieber nehmen. (Sierade die Harodie" auf "Racines „Esther" hat szenen der deutichen Litteratur sand. das farm 1111s cin er aber erst später dem Jahrmarfsfest" eingefügt. Blick auf die Duelle lehren. Hier hört jede Vergleichung auf dem Wege Nacines also war der biblischen Geauf. Dicje Szene trägt den Stempel von (Srillparzersftalt nicht beizukommen. Grillparzer aber ging auch nicht eigenster (Vrößc.

die Wege Schillers und nicht die Wege (voethes. Höchst Im Buche Gsther wird illis erzählt, aus welchem persönlich wie sein ganzes Dichten, war auch sein Ver(bruinde altgläubige Juden noch heute ihr nationales . hältnis zil der schönen Jüdin von Suja. Aus Eigensinn Faschingsfest feiern. Es wäre nebenbei schr drollig, wenn

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hat er sich um das (Slück an Vasthis Seite gebracht, in die dristliche Fastnacht, bei der es den Juden nicht immer die düsterste Schwerinut treibt ihn sein Eigensinn, er wird gut crging, historisch mit dem alten Jubel zujanimenhinge, menschenschen und weiberfeindlich, bis ihn ein schönes 311 welchem die persischen Juden allen (Hund hatten, als wiener Judenmädchen, ein eigenes und sinniges sind, crsie an einem Februiartage über alle Judenfeinde Persiens löst. lind hier ist das Zeichen, das Grillparzers Esther

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von allen unterscheidet, etwa auch von Schillers und

studirt hatte, hat seine gesamte umfangreid:c, vorwiegend in Spanien Goethes Fraitengestalten. Schillers Francií sind fast gesammelte Bibliothef, "der leipziger itniversitätsbibliothek geschenkt. durchaus phantasiegeborene Heldenweiber, die wir nicht

Die Beschwerde des Theaterdirektors Hiller in Kassel gegen das näbcr femnici leriieit, die uns aber durch ihre feurige Ben polizeiliche Verbot der Aufführung der Stücke „Die "Ehre“, „Die redtsamkeit und durch ihre außerordentlichen Taten und Saubenlerche“, „Sodoms Ende“ und „Fernande" ist in legter Instanz Sdridjale fortreißen. Goethes Mädchengestalten sind ja abgewiesen worden. die Lebenswahrheit jelbst, und sie werden als vertraut wie Das Schauspiel „Der Hungerturm“, das von Gustav Kiadeldas Liebste; aber sie fesseli uns oft auf Kosten des Ge burg nach dem 'ingländer Jones bearbeitet ist, erzielte bei seiner Aufsamtkunstwerts, fic find fo lebendig, daß fie aufhören führung in Frankfurt am Main einen starten &rfolg. historisch

) 311 seini. Maum so groß wie Goethe, nicht so Alphonse Daudets Schaujpiel ,,Das Hindernis" (l'obstacle) hinr ißend wie Schiller, beläßt Grillparzer seine Frauen wird den 31. Oktober im Nejidenztheater zum ersten Male über die in ihre it historischeri Rahmen und nimmt ihnen Vretter gehen. doch nichts vom Reiz des Portraits. Hero ist ganz Mitte November wird in Frankfurt am Main cin vieraftiges wol möglich als verliebte griechische Noirne anis demi Schauspiel von N. Skowronnek „Im Forsthause“ die erste Aufgrauen Altertum und hört darum nicht auf, ein führung erleben. wicher Rind 311 sein. llud etwas von der Alimut Wiens ist ausgegosjen über alles, was Grillparzer mit

Im föniglichen Hoftheater zu München wurde am 24. Dktober

die bereits ini jahre 1884 verfaßte, einen nordischen Heldenstoff beLiebe geschaffen hat. Auch Esther-Hadassa ist für unsere handelnde Szene „Þögnis 1ciste Heerfahrt“ von Hermann Phantasie, ist vor allem für die Bühne auschaulich als Lingg zur ersten Ausführung gebracht. An derselben Bühne werden persische Jüdin und hört doch mit feinem Zuge auf, ein

demnächit die Dramen ,, Sophie Dorothea“ von Friedrich Schüß wiener sind zit fein.

und „Wahrheit“ von Paul Heyse zum crsten Male aufgeführt werden. llud wie die Anmut Wiens nirgends mehr bewundert Im zweiten Heft von „lleber Land und Meer“ wird die Verwerden fann als in Norddeutschland, so erfämpft der öffentlichung von Briefen Molifes an seine Braut und spätere Frau Irwiener Grillparzer in Sieg in Sieg in Berlin. Soffen fortgesetzt. wir, daß demnächst „Der freie Diener seines Herrn“ den Gerhart Hauptmanns Drama „Einsame Menschen“ errang bei Kircis schließen werde.

seiner ersten Aufführung im Stadttheater zu Hamburg einen Achtungs(Grillparzer brummte gern gegen Berlin; imd manch

erfolg, bei dem es jedoch nicht ganz ohne Lpposition, besonders am mal war is and idlinier als Brummen. Hätte er is

Schliijie des Stücfes, abging.
aber mit anseheni fömen, wie in die dritte große Grill In der Freien litterarischen Gesellschaft zu Berlin fand
parzergestalt der Frau Surma tojenden Beifall weckte, os am 26. Oktober cin Diskussionsabend statt. Der angekündete Vor-
hätte ihn doch gefreut, trotz Nöniggrätz und Sedan. trag von Dla Mansion über den neusten deutschen Roman fiel

leider aus. Dafür befam das Publikum die von heißer Blut be-
jeelte, das echt moderne Motiv vom Nontrast zwischen asketischer
Erzichung und angeborenem Lebenstrieb behandelnde Novelle „Das
Sierbclied“ von Herrmann Eudermann 311 hören. Das
kleine Werk, das in „Vom Fels zum Meer“ joeben zum Abdruck
gekommen ist, ward von Hans Land in der entsprechenden Weisc
vorgetragen. Darauf folgte ein Vortrag von Leo Berg, der aus-
einandersetzie, warum die moderne Dichimg jo deprimirend aus das

Publikum wirkt.
Litterarische Chronik.

Das Deutsche Theater bereitet für den November einen Cyclus

der Hilptsächlichsten Dramen (Boethes vor. Der Cyclus beginnt Gegen Martin Mildebrandt, den Veriasser der Netzer in der zweiten Woche des November und wird in acht Voritclui gen, Priete, ist das lIntersuchungsverfahren wegen (Botteslästerung und von denen zwei bis drei in jede Woche fallen, folgende Stücke ümSdimähung der jüdischen und christlichen Kirche eingeleitet worden, raisen: Stella Die Mitichuldigen (Götz von Berlidingen indessen ist seine Schritt bis jetzt 110d) nicht beichlagnahmt worden. Die Geidwister

Torquato Tasso Egmont

Iphigenie auf Tauris Fauit 1 Faust 11. Prof. Dr. Eduard Zarne, der Sohn des eben verstorbenen (Germanisten ŝriedrich zarndo hat die Leitung des Litterarischen Am 23. Oftober wurde im Rudolphheimer Wolfsiheater in Wien Zentralblattes, das sein Vater mehr als vierzig Jahre redigirt das zum criten Male aufgeführte nieuc Volksstück „išreigesprochen hat, übernominen.

oder $ 139“ von J. Philippi mit lebhaftem interesse aufgenommen im Dezember cricheint im Verlago von Beinrich Minden cinc Ein Engländer, ramens Nound, hat in dem Holzgelas cincs nene Erzählung von Sijip dubin, die jid) „Torschluß panil“ Landhause: zwei große Facete von Schriftstücken gerunden, die betitelt und der şüritin Vismarck gewidmet ist.

sorrespondenz des holteinischen (Bejanten am Haag, Hetfum. Der

sehr umfangreiche Bricfwechsel umfaizt die ganze Zeit des Erbfolgein der am 22. Oftober stattgefundenen (Generalversammlung des frieges von Herbst 1705 bis Ende 1711 und enthält unter anderem „Vereins Berliner Profie“ wurde anstelle des sabungsgemäß Originalbricie des franzöjijchen Ministers des Yeußeren, Torci, des ausicheidenden Ernst Wichert išriedrich Spielhagen mit großer franzöjischen Bevollmächtigten Rouilli, Ludwigs " XIV. und des Pajorität zum crjien Vorsitzenden gewähli. nelle fodor von berzogs von Marlborough). obeltitz trat als zweiter Vorsitzender" C110 Wenzel.

im Oktoberheit vom Century Magazine befindet sich ein Artifel julius Kolffs deminächst bei G. (Grote crscheinende Erzählung von Edmund (Hoffe über Nudyard sipling, den neuen „Shafe„Nenata“, die ganz in Verjen geschrieben ist, ipielt zur Zcit dei speare", wie einige überschwengliche Bemüter den begabten englischen Niciorination in Bildesheim.

Schriftsteller genannt haben. Viudijard sipling, der erst secysund

zwanzig Jahre alt ist und der sein crites Buch im achtzehnten LebensHans von mopiens neues Schauspiel „Die (Göttin der jahre erscheinen ließ, wird hiermit Pierre Loti verglichen. Der "crunni1“, das cinen ähnlichen Stoff behandelt wie Sardous įunge englische Edriftsteller ist lange Zeit in Indien gewesen, und „Thermidor", ist in Mündien, wo es an der Hofbühne aufgeführt indisches Leben ist es bejonders, dass er jo meisterhaft schildert. werden jollte, von der Coniur beanstandet werden.

Er hat als Journalist und seriegsforrespondent cin wechselreiches

Schidjal gesehen und gilt jczt in England allgemein als der be: Das fünfafrige Echauipiel „Die Sitte“ von Hans von Neinfels, gabteite junge Schriftiteúer des injellandes, besonders zeichnet er sich welches vom Litendiheater zur Ausführung angenommen worden, ist Burd, die Schärfe iciner Beobachtung und die Eräktheit seiner von der Benur aus sittenpolizeilicien Gründen verboten worden. Schilderung aus. Ier Verfajier hat gegen das Verbot Beschwerde erhoben.

in der „Révue bleue" Nr. 17 veröffentlicht Georges Pelissier Der im vorigen Jahre in der Schweiz verunglücte Privatgelehrte cine längere Studie über Marcel Prevost, den Vertreter des jeßt Dr. phil sinust aus Bremen, der an der Ilniversität in Leipzig in Paris auf der Tagesordnung stehenden Roman romanesque.

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Clavigo

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