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möglich ist, cin kräftiges Gegengewicht und eine dankens- anschauungen. Wie soll man da noch von „Schule" werte Ergänzung zu schaffen, ist in der bildenden Sunst: sprechen? Da fehlt ja jegliche Schablone, da fehlt sozuder erkältende offizielle Hauch so stark, daß auch die trieb- sagen jegliches äußere Knopfabzeichen. Aber man hat kräftigsten Talente bis zur Ilniformirung erstarren. Man ihnen schon zu zeigen gewußt, was man dieserhalb von hat jogar nachgerade in Berlin das Gefühl für die In- ihnen hielt, imd hat ihnen das Leben in Berlin gründlich würdigkeit dieser Zustände verloren, ebenso wie man oft sanier gemacht. genug das fünstlerische Urteil eingebüßt hat. Denn sonst Wirflich hat man auch einige weggegrauit

, hätten viele Dinge nicht passiren fömeit, die zum Iin= nachdem

sie notgedrungen vorher angestellt segen der Berliner Kunstverhältnisse leider doch geschehen hatte. So war z. B. Dammener einer der wenigen jind. Ein näheres Eingeheit auf cinzelne Vorfälle wird wirklic) tüchtigen Lehrer an der Akademie. Doch verdieś bis zuır Evidenz darlegen.

mochte er hier nicht heimisch zu werden. Er fühlte sich Jimmer wiederholt sich in Berlin das Schauspiel, beengt in der berliner Luft. So ging er nach München, daß gerade die eigenartigsten Münstler lange Zeit von um sich seine fitnstlerische Fortentwickelung zu sichern. ihren Kollegen über die Achsel angesehen werden.

Auch Kiubierschfy vermochte in Berlin nicht auf einen Menzel, heute der berühmteste und angesehenste unter grünen Zweig zu kommen, so sehr auch Nenner ersten allen berliner Malern, würde aus seinen Erinnerungen Ranges, wie z. B. Ludwig Pietsch, seine ebenso fein manches derartige 311 erzählen wissen. Auch er paßte empfundenen als gezeichneten Landschaften zu schäßen in seiner Jugend iricht in die gerade herrschende akademische wußten und der allgemeinen Wertschäşımg empfahlen. Er Richtung hinein und wurde daher nicht für vollwertig war froh, als sich eine Gelegenheit fand, von Berlin weg angesehen, wofern man ihn nicht gar bedeutete, daß er ; und als Lehrer an die Seunstschule nach Leipzig 311 von Ziel und Wejen der Siimst keine Ahnung habe. fominien. Dort wurde er von dem münchener Professor

Liebermann geht es heutzutage noch nicht viel anders. Klaus Meyer gleichsam gefunden imd nach der Isarstadt Zwar kann man ihn nicht mehr überschen, da Paris hinübergezogen, wo er seitdem solche Erfolge davon ge11110 München seinen Ruhm begründet haben, und man vor tragen hat, daß sogar die berliner Nationalgalerie jüngst Haris imd München imheinilichen Nejpeft besikt. aber ein Bild

ein Bild von ihm angefauft hat. lind doch malt in dic Schar der luserwählten ist er in Berlin mit S'ubierschky) jcßt nicht anders als wie früher auch). nichten aufgenommen. Da giebt es doch weit prächtigere Aber der Prophet fam erst z11mi Ruhm, nachdem er sein Herren, denen das Ordenskreuz anf gesticktem Fracke Vaterland verlassen hatte. infelt, und durch deren huldvollen Gruß sich der fleine Schr bezeichnend ist der Entwicklungsgang von Liebermain höchst geschmeichelt fühlen sollte. Aber der Paul Höcker, einem der allerbegabtesten jüngeren Maler. fleine Lieberman ist eine eigentümliche zähe Natur. E Er fam als bereits ausgereifter Künstler von München hat früher den Sport und die Verachtung, er kann auch nach Berlin imd hoffte auf

nach Berlin und hoffte auf dem Terrain der deutjeßt den Hochmut und den Dünfel ertragen. Er malt schen Reichshauptstadt ein rasches Fortfoninien zu finden. derwcile in den Niederlanden oder in jeinen berliner Statt dessen mußte er die traurige Wahrnehmung machen, Atelier fleißig an seinen Bildern und sorgt dafür, daß daß es im materiellen und ideellen Sime init ihin zurücker zil seinem aušichneid reichen können noch etwas ginge. Er fürchtete, in dem berliner Leben mit der Zeit hinzulernt.

gänzlich z11 verflachen, kehrte nach München zurück und Von geringerer Widerstandskraft erwies sich arbeitete sich dort binnenfurzemn wieder einpor. (Hussow. Er hat, seitdem er berliner

er berliner Professor Eine geradezii genial 311 nennende Kraft, wie die des wurde, von seiner Derben Ursprünglichkeit und Becken Tier- insbesondere Löwenmaler: Richard Friese drohte hier Beobachtungsgabe viel eingebüßt und sich unter der in Berlin völlig brach gelegt zu werden. Seine Bilder Einwirfung der Akademieverhältnisse und des berliner hatten Mühe, angenommen zii werden, wurden anf den Geschmacks und (Sesellschaftslebens start verfladt und Áusstellungen schlecht

Äusstellungen schlecht aufgchängt und blieben dem geglättet. Die Technik ist immer brillanter, dic geistige i größeren Publikum so gut wie unbekannt. Da wird Physiognomie immer lebloser und nichtssagender ge- Friese eines Tages in Paris entdeckt. Er hatte ein worden. Doch hat er wenigstens das einte Gufe von : Bild „Wüstenräuber“ (ein Löwe und eine Löwin, dic früherher behalten, daß er seine Schüler nicht z11 ! cine Sarawanie beschleichen), ein Werf voll von packendster Manieristen heranbildet. Er feßt feinen Ehrgeiz darin, Wiedergabe wilden animalijden Lebens, in den Salon daß diejenigen, die in seinem Atelier herangebildet sind, geschickt und fand dort, zwar schwerlich ihin selbst, um genau so malen, wie er selbst

. Er verwies sie während

Er verwies sie während so mchr aber den berliner Seunstlichtern zur Veriunseiner Lehrtätigkeit vielmehr immer von neuem auf ein- Serung, ein ungewöhulich hohes Lob. Man empfand dringlichstes Naturstudium und sucht die ihnen eingebornen aufs stärkste die fremde Eigenart und pries die ,,draGaben herauszuentwickeln. Wo ein jüngerer berliner matische Kraft“ des Ausdruckes. Der Figaro-Salon Maler eine einigermaßen besondere Individualität zeigt, : brachte das Bild in

bradyte das Bild in ciner zwei Sciteit umfassenden, kann man fast mit Sicherheit darauf wetten, daß er aus: farbigen Reproduktion. Erst seitdem ließ man sich, wenn Gussows Schule hervorgegangen ist. Der akademische i auch unter widerstrebendem Zögern, in Berlin herbei, Senat aber betrachtete diesen Ilmstand als einen Mangel Friese gelten zu lassen. Der tapfere Künstler hat bei in Wussows Lehrbegabimg und weigerte sid), einen so ! 111s ausgehalten und ist trotz der ungünstigen Verhältwenig korporalmäßig veranlagten Maler in die Zahl | 11isje in seiner Eigenart ingebrochen geblieben. seiner lluisterblichen aufzunehmen. Es ist ja auch wirklich ! Man sieht aus all diesen Beispielen, wie wenig z11 tou! Warthmüller, Hans Herrmanit

, Kubierschfij,' Berlin dazu geeignet ist, sozusagen eine Brutanstalt für Müller-Breslau, Dammiercr, silinger, alle haben Gusjows' jinge fünstlerische Talente 311 werden, wofern sich die Atelier besucht und fein einziger malt wie der andere Verhältnisse nicht gänzlich ändern. Aber auch dann ist oder auch bloś wie der Meister. Alle haben ihre cignen : faum 311 erwarten, das Berlin jernals München den Wege eingeschlagen umd verraten ihre eigenen Samst- : Rang ablaufen, oder gar für Deutschland dasjenige

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werden sollte, was Paris seit langem für Frankreich ist. cudlich enthüllen. Vielleicht wird es dann auch gelingen, das Der eingangs geschilderte genius loci wird dem vor berliner Publikum aus seiner die Kunstentwicklung lähmenaussichtlich auf immer entgegenstehen. Man wird nur den Lethargie ein wenig aufzurütteln. die bereits entdeckten und hochgehobenen Künstler hier anerkennen wollen und so bestenfalls eine Art wolorganisirten Alterversorgungsinstituts für bildende Sèünstler schaffen – und das würde sich ja in verschiedene andere neumodische Einrichtungen von spezifisch berlinischem Charakter organisch einfügen. Was aber vor allem kaum je eingeholt werden kann, das ist der Mangel ciner innerlich-gefestigten, lokalcharakteristischen Tradition, wic

Sodoms Ende. sie insbesondere für München das große Lehrgenie Pilotys geschaffen hat. In der reichen kunstgeschichtlichen '

Drama ini fituf X lite 11 Vergangenheit besteht auch das vornehmste ilbergewicht, das Paris Berlin gegenüber besitzt. Schon im Mittelalter, mit steigender Nachhaltigkeit aber,

Hermann Suidernamui. seitdem die Bourbonenkönige des sechszehnten Jahrhunderts italienische Künstler von dem Range eines Lionardo da Vinci ind Benvenuto Cellini an ihren

(Cdluß.) Hof zu zichen und zu beschäftigen wußten, be

Fünfter Akt. saß die Kunst in Paris eine Heimstätte, in der sie sid)

3write Scrue. wol fühlte, und die sie sich immer behaglicher und gedeihlicher einzurichten wußte. Allen Wandlungen der

Mitiy. Willy. Dann Mramer.

Willi) (stürzt mit entstellten Zügen, das Untlig entiert Weltgeschichte wußte diese Kunst mit einem unvergleich

Da hinein Da lich anschmiegungsfähigen und doch sicheren Geschmacke zurüdgewant, zur Tür herein, winkend). zu folgen, und selbst auf den Ruinen des Revolutionišs | hinein! - Nicht hier! Nicht hier! Edliest die Tür zeitalters trieb sie noch bunte lockende Blumen. In diejeni und flieht rüdwärts quer über die ganze Eccne bis zum si'amin. Jahrhundert hat sie vollends alles in Frankreich so Dort bleibt er, das Gesicht verbergend, stehen, wie wenn er „dub reichlich quellende Künstlerblut in sich hineingejangt ud ; suchte. Man hört hinter der Scene dumpfe Stimmen und folternde weit in die verschiedenen, weit verzweigten und zart! Schritte, die in das Schlafzimmer kommen. Die Stimmen tönen verästelten Adern verteilt, und immer ist im Herzen eine kleine Weile aus der Mitte her, von dort, wo das Bett stelt selbst ein frischer nadströntender Saft vorhandeit ge dann werden sie schwächer, die Schritte entfernen sid) wieder.) blieben, der das Blut bis in die lebten Fasern des Nitti) mit gefalteten änden hervorstürzend). Willi) großen Gewebes rot und lebendig erhält. Die jährlic) was -- was ida er nidt antwortet, wauft sie verängitigt veranstalteten Frühjahrsausstellungen geben daher mehr

Dem Vorhange 311). und inehr ein Bild des gesamten franzöjijchen Sinnst

Kramer (fall, gebrochen, mit bejdymußten Nleidern berververniögens und crregen in immer weiteren Kreijen Suits

tretend). merksamkeit und Interesse. Stolz durfte Albert Wolff in

Ja, ja, Willi! der Mitte der achtziger Jahre dreiben: Plus nous Sitti) (an ihm vorübergehend, lüftet ein wenig den Verbang allons, plus le Salon ne devient pas seulement un und stößt einen Schrei aus. Zu Kramer, tonlos). jit jie tot? événement parisien, mais un grand incident dans la

Nraner. Wa

mer sind Sic? vie française. A aucune époque les peintres et les sculpteurs n'ont occupé au même degré l'opinion et

Kittı). (Bleichviel . . . Ist sie tot? passionné les masses. Wollte etwa Ludwig Pietsch

Sranter. Nam schon sein! ein Gleiches über Berlin schreiben, er würde sich um Kitt). Wie haben Sie sie gefunden? alles Ansehen bringen und sich vor der ganzen Welt Kramer. Ich hab 311 Willi) gewollt, damit er läderlid) inaden. Die berliner Jahresausstellmigen sind suchen hilft da zogen sie jie gerade heraus! kaum ein Ereignis im berliner Leben, geschweige denn

Kitti). Ist denn nach einem Arzt geschickt? in dem des übrigen Deutschlands. So bleibt uns also zu hoffen, daß wenigstens die

Kramer. Von der Wache werden sie wohl cinci bevorstehende internationale Aussielung endlich einmal mitbringen Jo ja z11 spät. (Sinkt vorne auf die Chaijeein wahres und echtes Sunstereignis werden möge, imd longue.) sei es auch ein solches von negativem Ergebnis, wenig Willi) (sich zusammenraffend). Niitti)! stens was Berlin angeht. Es wird schon viel erreicht

Sitti). Was, Willi)? sein, wenn man die ganze Größe des Abstandes, die

Willi). Bei mir 311 Yanse sitzt meine Mutter in deutlich ermißt und dementsprechend ernsthaft bedenkt

. Ängsten um das sind. Willst duis unternehmen, ießt Ein reichliches Material zur Beurteilung wird ums ja mitten in der Nacht hinzufahreit

, damit sie Gewißheit allem Anscheine nach geboten werden. Wir dürfen auf friegt? nicht weniger als auf ein Gesanıtbild der allgemeinen Kiitti). Ja, Willi). Kunstentwicklung des lezten Jahrzehnts hoffent. Dic

Kramer. Die Gewißheit friegt sic zeitig genug! treibenden Kräfte, die in der deutschen wie auswärtigen Kunst vorhanden sind, die Ziele, derten man mit cinem

Willy (der neben ihm steht, leije). Siehst dit nicht, seltenen Aufgebot von Fleiß, Energie, Talent und Nührte daß ich sie wegschaffen will? Was wir beide mitheit zuzustreben wagt, werden sid, dann weiteren Kreijen | einander abzumachen haben

iva

Kramer. Was derin?

nicht kommt, ist s aus mit ihm. lind ich –! (Auf den Willi). Ha! Gch, mein Sind! Laß die Knieen horchend.) Er atmet, ja er atmet! . . . Willy halt Bortiersfrau dich hinbegleiten. Auch 'neil Mantel dich blos noch fünf Minuten, dann ist ein Arzt da! giebt sie dir vielleicht. (Geh', geh' und bleib bei Mutter. So lang’ halt sich noc, mein Junge! (Stürzt ab.) - Die alte Frau brandit dich. (lädyelid.) Morgen früh sehr wir uns ja. Kitti. Old Willi)! (Will zu ihm.)

Vierte Srene. Willi). Rühr'inich nicht an!

Willy (allein). liitti) (voll schrecklicher Ahnung). Willi)! lghn (11.

Willi) (allein, erhebt sich mühjam auf die Knie, unit der starrend, ab.)

Rechten ins Leere zeigend). Das ist - ein brennender Wald
95, lufin! hả . . .
ich bin ja ganz

uah! Dritte Srene.

(Fährt aufzudend mit der Hand nach dem Herzen.) Aha! das ist

also das Ende! Ist denn feiner ...? Ja, ja, im Willy. Aramer (in Vrüten versunken).

Leben hatt' ich zu viel Liebe um mich, drum sterb’ Willi). Da da da geht meine lepte voff

ich auch mutterseelenallein! Wenn id, nur nicht so viel ming. Co so! Was jet? -- (Vor dem Berhang

zu malen hätte! Ich muß gleich malen — ! (erhebt sidy niedersinkend und dessen Falten vor sein Gesicht pressend.) Slärdheit,

mühjam und sieht in Umwenden die Leiche, mit jeligem Lächeln). erbarine Sich! Ich war ein Schurfe ja

adh, wie ist das sind schön! Wie sie so liegt und Aber ich wußte nicht, was id) tat! . .. Id) meinte, jdläft! Den Winkel, den das Árnichen mit dem Busen du nähmest es ebenso leicht wie ich! Ich hatt' ja keine

macht! Das muss ich gleich gleich - rasch so! Nhnung mehr, wie's in so einem zuckenden verzen alis

(Wanft zur Staffelei und ergreift mit zitternder Hand den Kohlestift, sieht . . . Klärchen, ich will dein Mörder nicht jein. während er von Zeit zu Zeit das Taschentuch vor den Mund preßt.) Kramer (wie zu einem Jrren. Til Willi).

jo ah! dic Linie da das heißt zart! (in aufWilli) (ufjpringend). Da bist dii, Mensch! Dit steigender Angst). Nicht doch! Nicht sterben! Ich haft viel für mich getan! Du hast für mich gearbeitet will arbeiten! Ich will arbeit

(Erfinft Tag und Nadt Du bist ringegangen in der Stadt nad, hinten über, die Staffelei, an die er sid) geflammert hat, mit und hast (Beld für mich geborgt Du hast für mich)

sich reißend.

(Der Vorhang fällt) gehungert und gefroren Du hast dein Leben verpfuscht um meinetwillen — nun tu mir noch einen einzigen Gefallen und schlag mich tot!

Kramer. Was ist das init dir, Willi)?

Willi). Ja, ja, ja ich lig'iticht mehr id) bin wieder ein chrlicher Mensch! Da, da (reißt den Vorhang auf – die Ampel ist ausgelöjcht man sieht Klärchens

Die Schöpfung der Gefühle. Leiche im Schein einer Kerze auf dem Bett ausgestreckt) das ist

Eine dritte Betrachtung zur Piydiologie der Dichtuny. *) mein Werk! Das hab ich getan!

Von framer (der zu begreifen anfängt). Dii

hast mir

(I)tto Ernst. meine

Willi). Ja id) hab' dir deine Braut verführt ja dod), ja – und dann ist sie vor mein Hans

Nicht nur zum Mitvorstellen und zum Mitdenken, gegangen und hat sich da ertränft. Tapirit du nun? sondern ganz besonders z.im Mitfühlen 311 zwingen

- Das ist die große Seunst des Dichters. Wie bringt framer.

dil dit
(er padt ihn bei

i uns der Dichter dahin, daß wir mitfühlen müssen? der Brust und ichyüttelt ihu) Dit vind dil Hund! (Er liud das setzt wieder die Frage voraus: wie gelingt läßt ihn lo8, rennt suchend umher.) Te Waffe – 'ne Waffe! o's dem Dichter, cinem einzelnen Lebewesen, alle Ge(Er reißt einen Morgenstern von der Wand.)

fühle aller Lebewesen mitzufühlen und sie lebendig Willii (ist, mit der Hand nach dem Munde fahrend, auf

werdeit zu lassen: die Kante eines Sessels gesunken und fällt, da er sich dort nid)t zu

jil dicsen beiden Fragen sind die vornehmsten Punfte halten vermag, vorn über mit dem Gesidit auf den Boden).

ciner psichologie der Dichttumst enthalten. Kramer (den Daliegenden anstarrend). Blut! Blut!

Wir haben gehört, daß die Vorstellungen, welche der Ich hab' doch nicht geschlagen Ich hab' doch erst reicher Fülle zusammengedrängt sind. Das würde zivar

Dichter in is erzeugt, lebhaft, mannigfaltig iind in schlagen wollen - Willi), nicin – id) will auch fein eine höhere Aktivität unserer Seele und damit cine geMörder sein! Willi), wach doch auf! Willi), bitte, steigerte Dispojition zil (Gefühlen erflären, mehr faum. incin lieber Junge - Sich mal, wem dui audh Dhie Zweifel bewegt uns der Schauspieler uur deshalb stirbst, hat ja das übrige gar keinen Sinn. Mein

*) Bgl. das „Magazin“ Nr. 51 des vorigen Jahrgangs und (Hott

wo mir der Arzt bleibt? Wenn der Wrzt Nr. 4 dieses Jahrgangs.

!

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viel leichter als der gelesene Didyter zum Weinen oder Coriolan-Desdemona-Falstaff, ist ein Lügengeist, vor Lachen, weil die Kunst des Darstellers die Lebhaftigkeit dem Beelzebub, Amainon und Mephistopheles wic der unmittelbaren Anschauung für sich hat. Aber diese : Dimme Jungen beschämt auf den Finger saugen müssen. dynamische Steigerung unseres Innenlebens erklärt, wie Der Grundirrtum jener Leute besteht darin, daß sie vergesagt

, nicht genug: Der Dichter muß seine Vorstellungen gessen, wieviel cher und wieviel mehr wir Menschen im eigentlichsten Sinne zu unseren eigeiten machen. Das sind als Judividuen. Unser eigentlich individuelles geschieht so. Wir bemerken früher oder später bei der Teil, d. 1). das, was iins wirflich zu einem cinziget Lektüre eines wahren Dichters, daß seine Personen und Wesen macht, steht zit unserm Allgemein-Menschlichen in deren Handlungen seelisch gewachsen sind, d. H., daß einem noch viel fleineren Verhältnis als die Unebenihre Entwickelung sich sicher in den Bahnen der physischen heiten der Erdoberfläche zur (Gesamtgröße des Planeteit. Kausalität bewegt. Unmerklich wird dadurch unser Vor: Ju jeden normalen Menscheii, mag er eine noch so stellungsablauf auf das Geleise der Sausalität gelenft starf ausgeprägte Judividualität zeigen, sind neben und in Gang gebracht; waren vordem unsere Vor- | seinem vollentwickelten Seelenmaterial imgezählte psychische stellungen nur Spiegeling, die wir aus einer gewissen | Momente vorgebildet, die nie oder mir sehr teilweise Gefälligkeit dem Dichter in unsere Secle zu werfen ge zur Entwickelung gelangen, und die besondere Anlage statteten, so ist das, was sich jezt in uns bewegt, des Dichters crblicke ich gerade darin, daß bei ihm diese eigenstes Leben; wir würden diese Vorstellungen in | Momente besonders zahlreich imd gleichmäßig auftreten, kausaler Verkettung weiterspinnen, wenn wir auch das daß er ein menschlicher Mifrokosmos, cin Dollmend, Buch aus der Hand gelegt hatten. Jegt tun wir dem í eitt Tausendseelenmensch ist. Jeder Mensch weiß, das; Dichter keinen Gefallen mehr, sondern wir „wirken : in seiner Scele imgleich mehr sich regt als jemals offent weiter, weil wir müssen“. Wir haben jeßt jenes Stadium 311 Tage tritt, daß die (Bedanfert in inbegrenzter Zahl der eigenen Produktivität erreicht, die befanntlich jeder und unbeschränkter Freiheit, um mit Luther zit reden, Dichter bei jedem Leser vorausseßen muß, wenn ein „wie Vögel über sein Haupt fliegen", wenn er sie anch) harmonisches Zusammenklingen der Seelen zu stande ! nicht , it seinem Haar nisten läßt". Jch hoffe zuversichtkommen soll. Der Autor hat unser Vertralien ge- lich, daß ich meinem Renommee nicht schaden werde, wonnen, und seine weiteren Vorstellungen sind fast ebenso wenn ich gestehe, daß ich in meinem Junern schon bei sehr unsere eigenen wie die feinigen; ja, in der Lyrik ! geringer Aufmerksamkeit Neime zum Fleiß und zuir Faulhaben wir oft größeren Anteil am Vorstellungsablauf heit, ziir Verständigkeit und zur Narrheit, zur Schwärmerei als der Dichter, dem hier in erster Linie eine erweckende ! und zur Nüchternheit

, zur ausgelassenen Lustigkeit im und andeutende Tätigkeit zufällt. Sobald wir aber zur Melancholie, zum Mitgefühl und zitr Härte, 3111 in unseren Vorstellungen selbst leben, sobald haben i Grausamkeit und zur Milde, zur Genußsucht und 311r wir jene Höhe des Interesses erreicht, auf der sich mit Weltflucht, 3111 Leichtsinn und zur Pedauterie, 311 Vorstellungen unwiderstehlich, nach allen physischen Ge Tugenden und Verbrechen und hindert anderen Dingen seßen, Gefühle verbinden müssen. Können wir doch im bemerke, und ich hoffe ebenso zuversichtlich), keine zarien wirklichen Leben keine Vorstellung, wofern sie auch nur Gefühle zu verleşert, wenn ich mir in ähnlicher 311leise Berührung mit unserm Gefühlsleben hat, ohne jamnienseßiing jeden Menschen vorstelle, der mit einer ein begleitendes Gefühl vorstellen, warum sollten wir es vollständigen Aussteller den Mutterschoß verlassen hat. dem Dichter gegenüber tun, der unser eigenes, persönt= Nach meiner Meinung besteht denn auch Menschenliches Leben in Betrieb gesekt hat? Was it solchen kenntnis zullen Zehnteilen aus Selbsterkenntnis, imd Uugenblicken sich in unserm Innern beivegt, ist ebenso in dem Distichon gut eigenes Seelenleben, wie es eigenes Seelenlebent „Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die andern Þekundet, wenn ich ein blühendes Kind auf dem Schoße, es treiben: mir dasselbe krank, schwer leiðend oder tot vorstelle und Willst du die andern verstehn, blick in dein cigenes plößlich mein Auge sich feuchten fühle.

Herz." Ich habe abjichtlich gesagt „ein Kind“, nicht „mein geb' ich dent Pentamicter weitaus den Vorzig, Kind", un von vornherein die irrige Meinung abzu- ohne den verameter 311 bestreiten.

z1l bestreiten. Der Abschluß lenken, daß der Dichter uns zur Höhe jener Erregung unserer Beobachtungen an fremden Menschen besteht nur dann emporheben könne, wenn seinte Darsteuung dodi imuner darin, daß wir den in der Außenmit unseren eigensten Interessen parallelisire. Daß wir welt Wahrgenommenen nach bestem Wijjeit oder NichtMenschen die edle Fähigkeit des Mitgefühls besißen, wissen cine eigene Seclenerfahrung 311 Grunde legen. giebt jeder Vernünftige zu; selbst der Pessimist

, infonscs Deshalb empfängt and) der objektive Dichter viel mehr quent wie er ist, muß es einräumen. Seltsamer Weise aus seinem Juneri als von außen Her; ja man darf spricht man uns aber erstaunlich oft die Fähigkeit ab, jageit, daß der objektivste Dichter zitgreich der innerlichjie mit anderen Menschen zu denken imd vorzustellen. llnd ist. llnzweifelhaft hat Schiller einen Franz Moor in jene. . Seine dichterische Aufgabe bestand

lluid Dichtern, die sich über sich selbst nicht klar geworden msere, der Leser Aufgabe, wemit wir diese Schöpfung sind, kann man es hören, so oft man will, daß „der würdigen wollen, besteht ebenfalls dariit, den franz iit Dichter nur darstellen könne, was er selbst erlebt habe“. uns zu Worte zi1 kommen und monologisiren 311 lassen. Natürlich hat diese Behauptung für den objektiven | Daß der Dichter seine psychischen Reinie aud) 311 misSpiker und Dramatiker wenig Schmeichelhaftes. Er, i gestalteten Organisuten heranpflegen kamu, versteht sich der

iind Wahn- : von selbst, ändert aber nichts an der Tatsache, daß er sinnige darstellt, ist entweder alles dies selbst oder nur aus seinem Busen eine Welt lebendiger Gestalten ein in der Wolle gefärbter Lügner, und Shakespeare, heraufbeschwören kann. Wenn wir nötig haben, gegeit der objektivste Dramatiker aller Zeiten, der Hamlet- die Behauptung, der Dichter könne nur Selbsterlebtes

zahllosen Laien in erster Linie, Daim aber auch von barin, die séanaille fid aliswadhjen zu lassen.

darstellen, noch ein Beweišmoment ins Feld zi1 führen, , (Gebiete der Sunst oder des Wissens hervorgetan imd so möge dazu das Wort cines Dichters dienen. Mir jeinem Volfe bleibendes geschaffeit. gingen“ jagt dieser Dichter, „erst spät die Augen auf, Am 1. September des Jahres ist Vasile Alecsandri, daß Dichten im wesentlichen Schen ist, aber lo seheri, i ein solch großer Mann eines kleines Volkes, gestorben, daß der Empfangende das Gesehene genau so wieder- ' groß als Mensch und Dichter. Er kann sich nicht mit sicht, wie es der Dichter jah. Dod so wird mir Er

Toch so wird nur Er- (Boethe, Buron, Shakespeare oder Victor Hugo messen lebtes gesehen und empfangen. lind dieses Erlebte und doch hat er für sein Volk jo viel getan, wie ist eben das Geheimnis an der Dichtung der neueren jcder dieser (Weiftesheroen für das jeine. Die Rumänen Zeit. Alles, was ich in den leßten zchii Jahren ge- . stehen frauernd an seinem (Grabe, mit ihm ist eine starke dichtet, das habe id)" - jetzt merfe man doppelt auf! Säule des Volkstums und der nationalen Entwickelung

„geistig durch lebt". Es kann fein gravirenderes i gesuufeni. Zeugnis für unsere Ausführungen geben, als diese Seine Bedeutung fußt fürs erste darin, daß er auf viußerung, in der sich das stark betonte , Erlebte" plöblid), allen Gebieten dichterischer Tätigkeit immer echt volfsvor der logischen Sonsequenz erschreckend, 3111 geistig | tümlich blieb, fürs zweite Tarin, daß er zur EntwickeDurchlebteit" ausdchit. llnd wer ist dieser Wefemer ? lung der Dichtung jeiner Heimat jeine besten Kräfte einHeilt anderer als der scharfo Beobachter und unerbittliche jepte und die Wege anbahnte, auf welcher andere zi1 Realist monrif Jbjen.

wandelu bestimmt sind. Er war nicht nur der tüchtige Der Phonograph ist eine höchit ingenioje iind lehr- Sänger, sondern auch der Bahnbrecher, der Pionier, reiche Erfinding. Eine Sprechmaschine! Wer hätte das der stets für das edle Ziel tätig war, jein Volf auf den für möglich gehalten? Aber die Membrane des phono- Pfade der Bildung im Gesitting zi1 leiten. graphen erzittert mr daim in natürlichen Schwingungen Als Sprosje einer hervorragenden moldauischen ind läßt mir dann menschliche Laitte ertönen, wenn ein aldelsfamilie 1821 auf den Landgute Mircesti geboren, Mensch hineingesprochen und durch den an der Membrane i ging er, wie viele seiner Stammesgenossen nach Paris befestigten Stift auf der Stanniolwalze die entsprechenden ind trat dan als Dichter in die Öffentlichkeit. Wenn Eindrücke erzeugt hat. Bis heute wenigstens fam man auch in seinen Lehr- und Wanderjahren (vierziger Jahre) diese Eindrücke rricht künstlich hervorbringen. Soll umjere Dichter wie Murcsianu und Bolintineanu schon anerSeele dasjenige in natürlichen Vorstellungen und Bez fennenswerte Leitungen aujiveijen, die jelbst im Ausfühlen zurücftönen, was der Dichter in jie hineinspricht, lande nicht unbeachtet blieben, so gelangte doc er zur so mu jein Stift die natürlichen Schwingungen ciner · größten popularität. Seine Brüder in Äpoll wurzelten nieuschlichen Seele in iis abzeichnen. Die Secle des i 311 jchr in antifen oder modernen Vorbildern, er aber Menschen ist die Scule der Poesie. Darum ist imter den schöpfte am Porn des Volkslebens imd dies gewann Dichtern derjenige der größte und der wahrste, der der ihm bald die Herzen seiner Landsleute

. Der Dichter, Seelenfundigste ist. Daraufhin jollten Kritifer mit be der im innigsten Kontakte steht mit allen Regingen der ständigem Blick auf das (anze die Werke eines Dichters . Bolfssecle, läßt auch immer in der rechten Stunde sein prüfen. Das ist freilid) verantwortungsreicher und müh: Wort erschallert. So war es bei Alecjandri. Da gab jcliger, als mit „wahr“ iind „mahr“ aufs (Beratervol es den oft genug poetische ,,Sdlager“, die seine Popuut sich 31 werfen und dabei auf die dundacijte utos larität und Berühmtheit nährten und befestigten. Als nomie cines vagabundirenden persönlichen (Beidhntacts" 1849) auch Rumänien von der algenieinen politischen 311 pochen.

Bewegung mit fortgerissen wurde, kam er aus der Frenide nach Hause und ließ seine Cdc ,,Das Erwachen Rumänicus" erscheinen. Als dann später die Vereinigung der

fürstentümer Moldani iind Walachei erfolgte, erscholl Vasile Alecsandri.

im ganzen Lande sein Lied: „llei, se damu mana cu

mana" (Komm, gchii wir vand in vand). llud Ein Gedenkblatt.

endlid, 1878, zur Zeit des russisch-türkischen Krieges, cr

tönte sein Lied, „Penes Curcanal“ (Die Trappenfeder), liarl Schratteuthal.

das die Taten der Dorobanzen feiert, die ihre Kopfbe

deckung mit einer Trappenfeder schmücken. Mit den großen Männern kleiner Völfer hat (s seine i in außerrumänischen Kreisen wurde Alecsandris eigene Bewantnis. Häufig genug im eigenen Lande über ! Name besonders chrenvoll genannt, als er bei dem Kongresse Die Maßen erhöht, fennt man sie in den gebildeten Sircijen in Montpellier (1878) mit seinem minns „Cantecul großer Nationen oft kaum den Namen niad), und dieses gintei latines die Völfer des lateinischen Stainmes verMisverhältnis zwischen der durch verzeihliche chanvi- herrlichte. Die leşte Strophe desselben, durch eine geistnistische mandlingen aufgepäppelten (Vröße oder Bereiche Pointe wirfjam, lautet in meiner bescheidenen rühmtheit imd der Nichtbeachtung von außen her trägt überjeping wie folgt: inií bei 311 dem immer mehr und mehr um sich greifen Ain Tage des göttlichen Gerichts den Völterhader. Es läßt sich aber auch an der Tat Wird Gott der Allmächtige fragen: jache nichts änderit, daß wirklich bedeutende Männer „Lateinische Race, was hast dit getan, kleiner Völfer bei den großen Nationen nicht den ver Jit deinen Erdentagen? dienten luklang finden, weil es manchmal taim mög Es wird ihm dann aus ihrem Mund lich ist, sich einen Einblick in engerc nationale Verhält Die stolze Antwort werden: nisse zu verschaffen, denn die Politit sieht im Vordergrunde, „Ich hab in der Pigen der staunenden Welt und auf dem Wege durch) zahllose Zeitungen mag wohl Did), Herr, vertreten auf Erdent." ciu obsfurer Minister eines fleinen Staates cher zur Al Vätte Plecsandri nur die früher erwähnten Lieder erteuming gelangen als ein Mam, der sich auf dem geschrieben, sein Name würde schon deshalb in Rumänien

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2011

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