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man doch nur genauer zu: all der historische Stoff, den | jenigen Schriftsteller, die es immer im Munde führen, die es Meyer behandelt, ist ja durchtränkt von modernein Leben. als ihre Devise, ihren Schlachtruf in die Welt hinausposaunen, Ist nicht in der „Versuchung des Pescara“ das Schidsal gerade diese Herren haben ihm am meisten geschadet. Wenn das, Kaiser Friedrichs genial geschaut, jenes heldenhaften jenes heldenhaften was ihre Bücher bieten, also ein Gebräu von Verrücktheit

und BruMannes, welcher, ein zweiter Pescara, die Schlange, joll, wer woûte dann mit diesem noch etwas zu tun haben! Da

talität und dazu eine pöbelhafte Sprach, wenn das Ficalismus sein Ehrgeiz, besiegte, gravitätisch die Spangen seines Furpurs

kann mans dem Publikum gar nicht verübeln, daß es sich widermit eigenen Händen löfte, rim friedlich auszuruhen als willig davon abwendet und sich fest an seine Modegößen klammert, ein müder Schnitter auf den Garben seines Lebens. mögen diese nun in klassischem, ägyptischem oder altdeutschem Pulsirt nicht in allen Gestalten Mciers das frische, Sostüne erscheinen, mögen sie geistreiche Fabulisten sein oder in warme Leben der (Wegenwart, disfret gedämpft durch den blauen Strümpfen gehen. An diese ,, Idealisten“ beiderlei GeSchleier der Geschichte? Ja, diejc Mienersche Disfrétion! schlecht aber können sich dazu ins Fäustchen lachen. Ein Künstler von genialer Beobachtungsgabe, von bei Zwischen diesen zwei Ertremen schwankt die deutsche nahe unheimlicher Menschenfeuntuis, verschmäht er es Litteratur hin und her. Die besseren Autoren halten so ziemdoch, auf dem Jahrmarkt des modernen Lebens als

lich die Mitte cin, neigen aber doch mehr oder minder auf die Mäufer oder Verkäufer z11 crscheinen. Er erscheint aut „idealistische“ Seite hint. Es giebt aber einen Schriftsteller, dem Markt, aber nur als Beschauer. Er betrachtet es

der von der formlosen, brutalen Verworrenheit des Natura:

lismus ebensowveit entfernt ist, wie von der schablonenals schamlos, die Gegenwart in der Pfeise der Naturalisten

haften Unwahrheit der Sensations: und Familienromantik, und zu entfleiden; er kennt sie -- Dmur 311 gut! und

doch ein Realist ist, echt und durchaus. Es ist (Gustav bietet sie aus Wolwollen und fünstlerischer Diskretion Schwarzkopf. Er ist der Healist par excellence. Viemand nicht in ihrer abschreckenden Nacktheit, sondern im bringt den Realismus jo flar zum Rusdruck, niemand führt historischen Stostüm. In diesem Sime sind alle seine ihn fo folgerichtig durch. Niemals nimmt er den, Zufal zu Dichtungen tiefsinnige Simbole.

Hilfe, diesen gefälligen Entoutcas, ohne den jich nur die Absichtlich vermied ich es, auf die Einzelheiten jeiner wenigsten Schriftsteller auf ihre litterarischen Erkursionen Dichtungen einzugehen. Das wird meine Aufgabe in wagen; niemals gerät er in den Schmu des „Naturalismus“. ciner späteren Arbeit sein. Ich wollte nicht fritijiren,

Er erklügelt jeine Stoffe nicht, er erhißt seine Phantasie nicht,

um dem Publikum nur ja etwas „Spannendes“, „Packendes“ sondern ich wollte mir versuchen, das Wesen dieses

zu bieten; sondern er sieht sich die Wirklichkeit genau an und imseros größten und lichenswürdigsten zeitgenössischen I was sie ihm bietet, aber auch nur das, nimmt er. Er erdeutschen Dichters darzustellen, ein Versuch, den ich auch findet eben nicht, sondern er findet, und was er gefunden, in den nachfolgenden Strophen, welche hier reproduzirt stellt er in desjen ganzer, oft erschreckender Nüchternheit dar. seien, gemacht habe:

Da liegt denn der Vorwurf nahe, der von sogenannten Idea

listen jo gerne erhoben wird, daß nämlich der Schriftsteller Ån Conrad $erdinand Fever.

nicht die Aufgabe habe, die Wirklichkeit abzuschreiben, sondern ein farbiges, poetisch verklärtes Bild von ihr zu geben. Nun:

Schwarzkopfs Arbeiten sind freilich durchaus nicht poetisch verVom Kilchberg blidit du heiter ins Gefilde

flärt, aber sie sind auch nicht dunkle, leblose Photographicen der Es blaut der Sce; fern starrt der Alpen Kranz. Humor und S1013, viel Madit, gepaart mit Milde

Wirklichkeit, wenn jie auch photographisch genaue Naturtroue Auf deiner Scele ruht der Seimiai (Blanz!

haben; im klaren, scharfen Lichte seines durchdringenden Ver

standes werden die Stojje so deutlich, ja durchsichtig, daß man Ter (Glanz der Scen, der Verge stolze Stille

bis in ihre verborgensten Fältchen" hineinsieht und Allerlei Bejänitgend und erschütternd wirkt dein Lied,

wahrnimmt, was einem im Beben, wo man sie sonst trifft, Weil deiner Anmut ein gewaliger Wille

ganz verborgen bleibt; er wendet sie nach allen Seiten und Die starken (Grenzen wahrer Schönheit zichi.

imnier crgeben sich neue, interessante Ansichten. llind diese

ganz außergewöhnliche Lebenswahrheit erreicht Schwarzkopf, Wol mag die zeit dir ewgen Lorbeer winden, (Gar feltjie Blumen birgt Scin voller Kranz;

ohne je in die schreibselige Ilmständlichkeit zu fallen, die, von Denn meisterlid) verstehst du zu verbinden

Walter Scott ausgehend, durch Zola in Mude gebracht, sich Mit deutider Tiere welsche Eleganz.

in seitenlangen, langweiligen Beschreibungen unwichtiger Dinge und Neußerlichkeiten ergeht, und in der manche Schriftsteller ihren Realismus zu betätigen glauben. Schwarzkopf vermeidet jede bloß schmückende Zutat, die die scharfen" Ilmrisse seiner Stoffe verwischen könnte. Sein Stil ist dementsprechend nüchtern und flar; doch so knapp scinc Ausdrucksweise auch ist, es finden sich in seinen Büchern nicht selten ganz ungebührlich langatmige und dadurch schwerfällige Säge vor: Daran dürfte

es scheint widersinnig – vielleicht gerade diese Knappheit Ein moderner Juvenal.

Schuld tragen und wol auch die Fülle der Beobachtungen, die

fein Scharfblick an einem Begriffe macht und, um ihn anschauVon

licher zu machen, als Merkmale anführt; er nimmt sich nämCheodor von 50g11oślty,*)

lich nicht die Mühe und Zeit, denselben selbständige Sätze zu Sremsmünster (Ober-Oesterreich).

widmen, sondern reiht sie in Appositionen und Relativsätzen nacheinander an den Begriff, auf den sie sich beziehen, wodurch

das Saßgefüge umschön anschwillt. Dieser rein stilistische Fehler Nicht oft dürfte ein Begriji jo mißverstanden, ein Wort ist übrigens so ziemlich der einzige an Schwarzkopf. jo mißbraucht worden join, wie der Begriff, das Wort „Rea Seine Arbeiten sind keineswegs das, was man gewöhnlich) lismus“. Es spielt in der Litteratur der Gegenwart cine unter Roman ind Novelle versteht; er nennt sic auch nicht so. große Rolle, es ist deren Schlagwort. Es muß sich die ver Die Bezeichnung „Roman“ paßt für ein realistisches Buch schiedensten Auffassungen gefallen lassen, wird hin- und her überhaupt gar nicht, ja genau genommen, ist ein , realistischer gezerrt und gerät schließlich in Miszkredit. Ilnd gerade die Roman“ geradezu ein linding, denn Realismus und Romantik

sind heterogene Begriffe. Wenn man heutzutage jedes um*) An dem Tage, da unsere Lejer die gegenwärtige Nummer fangreichere Prosawerf ohne weiters Roman nennt, jo handelt des Magazins erhalten, wird im Verliner Leijing-Theater“ das man eben im Banne des Trägheitsgesebes und ist nur durch crite dramatische Werf Schwarzkopfs „Eine Geld heirat“ auf

die Tradition einigermaßen dazu berechtigt. geführt, das er gemeinjam mit Karlweis; verfaßt. Wir sprechen die vojinung aus, daß der Dramatiker gleich erfolgreich sein möge wie Schwarzkopfs scharf ausgeprägte Individualität hat sich der Novellist und Erjavist.

Die Red. schon in seinem ersten Buch „Die Bilanz der Ehe" gezeigt,

er sich hinter Masken verbirgt, die seinem Wesen gerade butel Spannung, die obligate Katastrophe und die sonstigen belle

das er als novellistische Studien bezeichnet. Man war an Publikum den litterarijchen Vorgängen reges, wenn auch gewiß genehm überrascht, es da mit einem Schriftsteller zil tun zu oft erheucheltes, Interesse entgegen; hier steht es ihnen stumpf haben, der einmal auf einen anderem Wege wandelt, als auf und gleichgiltig gegenüber. Darum ist Daudet berühmt und der ausgetretenen Heerstraße der Schablone, ohne dabei auf Schwarzkopf nicht, wiewol er es zu sein vollauf verdient. die frummen Irrwege zu geraten, die so viele Schriftsteller aus Darum ist „L'Immortel“ auch hier sicher belannter als SchwarzCriginalitätssucht einschlagen. „Die Bilanz der Ehe“ ist eine fopfs Buch Sammlung von Beispielen, an denen gezeigt wird, daß die Jencs hat übrigens nicht blos darum schon in der fürzesten modernen Eheverhältnisse recht im Argen liegen; denn das Zeit eine so große Anzahl von Auflagen erlebt, weil sein Ver

Fazit, das er aus dieser Bilanz, zieht, ergiebt blos „Passiva“ | fasser berühmt ist, sondern weil es eine Einrichtung, eine und . Tubiosa", wie er die zwei getrennt erschienenen Bände Körperschaft verspottet, die in Paris eine große Rolle fpielt. dicses Werkes nennt, von denen jener fecha, die er sieben Studien

Schwarzkopjs geistige Individualität hat mit der Daudets enthält. Die „Aktiva“ ist Schwarzkopf schuldig geblieben; sie überhaupt große Achnlichkeit. So ist seine „Bilanz der Ehe“ sind für ihn Passiva und werden es wol bleiben, er wird ein würdiges Scitenstück zu desjen ,,Femmes d'artistes“. Doch dicje Schuld kaum je abzahlen, denn er betrachtet die glücklichen jehlt seinen Büchern der zarte

, poetische Duft, der über manchen Ehen gewiß nur als Yusnahmen; und leider hat er nicht Un Arbeiten Daudets liegt und sie verschönt, ohne ihrem Realismus recht! Die Lektüre dieses Buches ist keineswegs erquicflid): . Abbruch zu tun. Auch den liebenswürdigen Humor des frandenn die starre hoffnungslose Nüchternheit, die daraus spricht, zöjijchen Meisters besißt er nicht, wenn es ihm auch, wie einige läßt eben weil sie so lebenswahr ist, einen bitteren Nach seiner Satiren beweisen, an Humor keineswegs ganz mangelt. geschmack zurück, der die Freude über den hohen geistigen Wert Er ist für einen Humoristen viel zu scharf und herb; der des Gebotenen paralisirt.

Humor entspricht eben dem Gemüte, der Sarkasmus aber, das In den Satiren, die Schwarzkopf unter dem treffenden eigentliche Element der Satire, dem Verstande. llnd Verstand, Titel „Durch scharfe Bläser“ als ziveites Buch herausgegeben, ganz ungewöhnlicher Verstand, ist das Hauptmerkmal aller hat er der Herbheit der Stoffe dadurch 311 begegnen gewußt, Srbeiten Schwarzkopfs; er wäre für ein paar Dußend deutscher daß er diese reichlich mit dem erfrischenden Salze jeines Witzes Belletristen mehr als ausreichend, und seine durchdringende gewürzt hat. Sit der Tat: es sind scharfe, sehr scharfe Gläjer, Schärfe hat in der deutschen Litteratur kaum ihresgleichen. durch die er Welt und Menschen ansicht. Sein Blick dringt In seinem jüngsten Buche „Moderne Typen" betätigt sie in die geheimsten Falten der menschlichen Scele und treibt den sich wieder aufs glänzendste. Es enthält 21 Studien, die als lichtschenen Dämon, der sich da verkriegt, unbarmherzig hervor, novellistisch“ bezeichnet werden. Sie sind es insofern, als die um ihn in seiner ganzen Fläglichen Nacktheit an den Pranger Personen bestimmte Namen haben wie in Novellen, aber die zu stellen. Und er findet ihr immer, wenn derselbe auch noch eigentlichen Merkmale dieser Art der Erzählungs-Litteratur jo proteusartig seine Gestalt verändert, ja selbst dann, wenn fehlen fast ganz, aljo: das ungewöhnliche Ereignis, die fort

laufende ind meist zu einer Heirat führende Wandlung, die sindwenn oder auftritt. Dieser Dämon ist der Egoisinus, bei dem sich trotz seines trisuischen Ingredienzen. Der Titel dieses Buches hätte nicht wechselnden Aussehens doch immer zwei Hauptfornien unter besser gewählt werden können: es sind durchaus moderne Gcscheiden lassen: Gigennutz und Eiteiteit; jener vertritt seine danken, Empfindungen und Bestrebungen, die der Verfasser ernste, diese feine lächerliche Seite. Ilnd mit dieser beschäftigt hier durch seine Personen zum Ausdrucke bringt, es sind moderne rich Schwarzkopf in der Mehrzahl seiner Satiren. Die Satire Tupent ind nicht die Stereotypen der Schablonenlitteratur. „Ein Rezept“ hat er seiner Flugschrift „Der Jioman, bei dem Die Menschenfenntnis, die der Verfasser dabei offenbart, ist

sich langweilt“ entnommen, ebenso wie „Nach der geradezu großartig, ja für den, der jeine übrigen Werte sicht Schablone", der gleichnamigen Broschüre, die ebenfalls dem kennt, muß sie geradezii verblüffend wirken. Cine solche Cyflus „Gegen den Strom“ angehört. In beiden zieht er mit Sienntnis der menschlichen Seele hat nicht blos die schärfste dem ganzen gewaltigen Rüstzeuge eines jdarfen Blickes, jeincs Beobachtung anderer, nicht blos findige Kombination ind vernichtenden Spoties gegen die Schäden der Litteratur zi Logif voraus, sondern cine noch viel seltenere Eigenschaft: Felde, durt gegen die jeichte Modebelletristit, hier gegen das peinliche, zeretende Selbstbeachtung. Nur wer das Seziermoderne Theaterwejen oder vielmehr Ilnwesen. Beide Satiren messer jo rücksichtslos an die eigenen Gedanken und Empfindungen geben Erzählern und Suitifern viel 31 denfen; möchten sic zil legen vermag, nur der wird die anderer ganz erfennen und doch auch bcherzigt werden!

verstehen. Selbstbeachtung ist der Schlüffel, der zu den verDas crste und bisher cinzige Buch, in dem Schwarzkopf borgensten Tiefen fremder Seelen führt; denn in jede Mensdien : mur cin Thema behandelt und länger fortspinnt, heißt „Lebeng.

scele sind dieselben Nelme gelegt, il verkümmern sie hier iind tünstler“. Er bezeichnet cs als Sittenbild, wie is Daudet dort gedeihen sie, je nach den Verhältnissen, unter deren Einmit mehreren einer Bücher getan. Doch nicht blos in dieser fluß fie stehen. Aus diesen Rudimenten weiß Schwarzkopf mit Peußerlichkeit erinnet is an jenen, sondern auch in seinem In: crstaunlichem Spürsinn die entsprechenden ganzen Gedanken und halte und zwar an „L'Immortel“. Non einer Nachahmung

Non ciner Nachahmung Empfindungen, dazu z11 fonfiruiren, von denen die Seelen fann indes nicht die Nede sein, schon darum nicht, weil

anderer erfüllt ind. Man kann dieles vorziigliche Buch, Schwarztops Buch vor dem anderen crschienen ist.

ebenso wic die Satiren „Durch scharfe Gläser“, einen Kommentar, Beide Bücher sind so durchaus gegen alles Hergebrachte,

eine Beispielsammlung zu den „Maximes“ des Herzogs von daß jeder, der in ihnen das zu finden erwartet hat, was er

La Rochefoucauld nennen. Schade, daß der alte Steptifer zählende Bücher fuust jl bieten pflegen, aljo: Spannung, schon tot ist

, cr hätte seine Freude dran! Effekte, rührende oder pifante Liebcsizcuen, arg enttäuscht

Es weht ein mephistophelischer Geist aus Schwarzkopfs worden sein dürfte; denn sie enthalten schr wenig, fast nichts

Büchern, ein Beist, der stets verneint. Da wird es denn auch von alldem. Ja das Buch Daudets wird den mcisten jener gewiß nicht an Urteilen fehlen, die ihm Einseitigkeit und Lejer, die mit den parijer Verhältnissen nicht vertraut sind, Pessimiśmus vorwerfen; wer dies tut, möge aber bedenken, daß geradezu langweilig sein. In beiden Büchern wird das moderne der Satiriker sich nicht mit den Tugenden der Menschen zul Strebertum geschildert, doch tritt cs bei Daudet gegen die

befassen hat, jondern mit ihren Fehlern; dafür aber, daß das Satire zurück, die gegen die Académie française gerichtet ist.

Leben mehr Schatten als Licht bietet, kann er ja nichts. Taudet hat das Strebertum crst in seinem Trama „Lá lutte Schwarzkopfs Bücher sind keine Leftüre für das große pour la rie“ zuim cigentlichen Leitmotiv gemacht und zum Lesepublikum, das ja lcider zunicist aus Frauen besteht; denn Repräsentanten dafür Paul Astier aus seinem „L'ifmmortcl" dieses macht er jo wie jene Leute, dic feine Speise essen wollen, herübergenommen, den Typus des „strugglor for life“ oder die sie nicht schon kennen: cs will mr jenes tausendmal auswas dasselbe jagen will: cines Lebenskünstlers“. Schwarzkopf gepreßte und aufgewärmte Zeug, das zwar unter den ver: hingegen hat in seinem Buche blos das Strebertum dargestellt ichiedensten Namen und mit allerlei Zutaten geboten wird, im und zwar lebenswahr und erschöpfend. Ter imgleiche Erfolg Grunde aber doch immer dasselbe ist

. Es wird darin vor dieser zwei Werke hat seine lirjache vor allem in der Ver allem die vielbeliebte, sonst nic Fehlende Noman-Steeple-chaise schiedenheit der litterarischen Verhältnisse in Frankreich einerseits, verniißt, deren Hindernisse nur da sind, um die Lejer zu spannen in Desterreich und Deutschland andercijcits : dort bringt das und deren günstiger Ausgang schon im Voraus beftimmt ist;

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fehlen jene, so findet man das Buch langweilig, und kriegt sich Im Königlichen Schauspielhause waren drei zum Schlusse nicht mindestens ein Paar, so legt man es ent Generationen von Bühnendichtungen ganz deutlich zur Ver: täuscht fort. Als ob die große Steeple-chaise des wiitlichen gleichung gestelli. Iffland war vertreien durch ein FamilienLebens auch immer so glatt abliefe!

bild in cinein endlosen Akte, welchen Julius Slinde aus Kurz gesagt: Schwarzkopfs Bücher sind zu gescheit imd vor allem zu wahr, im je populär zu werden, wie es Spiel

dem Italienischen des Giacinto (Kallina übersetzt und ganz hagen, Herle, Dahn, Ebers 11. 1. w. sind, denen er allen über

im Geschmack von Frau Buchholz „Die Ângen des legen ist.

verzens" benamjet hat. Frau Buchholz jaß im Parterre Er hält es eben für seine Aufgabe, „das Schlechte un

neben ciner Seheimrätin. Beide Damen weinteit ihre verhüllt zu zeigen wie es ist

, zu belehren und zu warnen, an Taschentücher voll. Frait Buchholz fand die (Seschichte zukämpfen gegen Lüge, Heuchelei und Gemeinheit.“ Das ist nicht einmal 311 lang, die (Beheimrätin aber ließ sich später aber, wie er in der Broschüre „Ter Noman, bei dem man sich von ihrem Manne davon überzeugen, daß da ein hübscher langweilt“, seinem litterarischen Glaubensbetenntnisse ausjpricht, poetischer Einfall gar 311 aufdringlich für allerlei Bühnertdie Aufgabe des Realismus. Dieser hat auch sein Ideal : dic Wahrheit. Und bei einer so durchgreifenden, scharf ausgeprägten

praftifen mißbraucht worden sei. Aber schön war es doch, Individualität wie Schwarzkopf es ist, darf man wol, ohne

wie oben zwischen den Noulissen alles von Edelmut und

Tränen troff optimistijch zu sein, hoffen, sie werde unverändert bleiben,

Der Beschmack imserer Großeltern, der Schwarzkopf werde auch in Zukunft sein was er jept ist: ein

nur auf einen Wandel der Mode lantert, imm die Taschenmoderner Juvenal!

tücherindustrie wieder in Flor 311 bringen. Dben Frau Schramm und unten Franı Buchholz, sie waren beide gleich föstlich wie sie weinten und sich schneizien.

Dann gab es da wieder einmal , Herri Start dels (Bardinenpredigten“ 311 sehen. (Sute deutsche Possenarbeit, wie insere Väter sie liebten; Frau Buchholz wollte

sich totlachen. Noch gab es einen Einafter von Felir Theater.

Philippi, Am Fenster". Es ist der bekannte traditionelle

Einakter, in welchem ein Liebespaar über witzige MißVon

verständnijje himveg zur Verlobung kommt. Aber das Ding Fritz 112 autiner.

trägt cine niemiere Jahreszahl; es ist von Berlin die Rede,

von den Linden, vom Einzig der Prinzessin, man fühlt Lindaus „Sonne“ und ihre Schatten.

sich in der Gegenwart, man kan die Stimmung modern

und sogar, wenn man leichtsinnig ist, realistisch nennen. Daß die große Menge der Theaterbesucher feinen (Ge Frau Buchholz klatschte, bis ihre Handschuhe platzten. schmack besitze, kein llrteil, darüber sind seit jeher alle hervorragenden Philosophen und alle durchgefallenen Schrift

In dieser jelben Woche ist im Berliner Theater außersteller einig gewesen; und die Tatsache hat ihre erfreuliche dem ein militärischer Schwant aufgeführt worden. lind Seite. Denii wenn der (Sed mad nicht eine so rare Sache

wenn der Zufall es so gefügt hätte, so wäre irgend eines wäre, jo würden ihn die glücklichen Besitzer nicht so dieser Werfe, ganz einerlei welches, wol gar das Stasjentglänzen lassen können. Merkwürdig ist es wir, das stück der Saison geworden. Mißfallen hat keine Stilart, das Publifum nicht mur feinen guten, sondern auch feinen | Frau Pudholz war nicht eigenjinnig. lind mn muß ich schlechten Geschmack hat; es hat überhaupt keinen eigenen. mein Versprechen halten und ernsthaft über Paul Lindaus Diejelben Leute , die heute ihren alten Freund Gardon ent: žagen mur wenige Zeilen übrig blieben.

Some“ reden, das Schauspiel, für welches vor acht zückend finden, begeisterut fich morgen für Tolstoj, wenn ihre Zeitung ihnen den Nussen zufällig plausibel gemacht Auf die Fabel des Stückes zurüdfzufommen, auf seine hat. Die meisten Menschen haben eben siatt ihrer eigenen seunsttechnik und die Wahrheit seiner (Sestalteni, das wäre Meinung nur ihre eigene Zeitung.

wahrhaftig verlorene Mühe. Lindau hat diese Nebensachen Die lebte Woche war wie dažnı geschaffen, diese Wahr- niemals sehr schwer genommen, aber kaum einmal so leicht heiten schandernd 311 erleben. Jeden Abend Neuauf: wie diesınal. Es scheint ihm 311 gehen, wie etwa einen führungen, fein Stil dem andern gleich, jedes Stück in Artillerieoffizier, der sianonenschüsje nicht vertragen kann. einer anderen Sprache geschrieben: neben einander auf Lindau ist Tramatiker und geht jeder wirflichen dramatischen gestellt, hätten alle dieje Stomödien an das bunte Buderia Szene fast nervös aus dem Wege. Der Hauptvorgang gewimmel eines Weltausstellungsmarktes crimern müsjen. des Stückes ist das Verhältnis zwischen ciner Mutter und

Im Residenztheater zuerst ein ältereš einaftiges ihrer Tochter, die feindlich einander gegenüberstehen, ohne Lustspiel vom jüngeren Alexander Dumas, dessen Titel sid) 311 fennen. llnd für jo cine tragische Situation hat schon der liebersetzer Haul Blocf nicht z11 treffen vermochte, Lindau keine anderen Darstellungsmitici als Ausrufe wie: weshalb er es „Bejich nach der Hochzeit“ nannte. „Ha, diese Augen! Sollte sie am Ende?“ Nur ein gutes Ein sehr scharfsinniges Plaidoyer gegen die lasterhaften und schnelles Spiel vermochte über diese Partien himvegWeiber. Ihr Laster allein habe Anziehungskraft für die zithuschen. Es ist kaum anzunehmen, daß Haul Lindait Männer, nicht ihre Liebe. Der geistreichste Dialog, feine dieje Schwächen nicht selber fühlen sollte; denn er ist im Psychologie sogar, an eine leidisinnig erfundene" fabel Grunde ein ebenso geistreicher wie realistischer sopf. gebunden. Das Publikum siichte sich eifrig und dankbar Paul Lindau ist anläßlich dieses nesten Stückes von die Zoten heraus und ließ die besseren Sachen unberührt. einem neuen (Geschlecht fritischer Pharaonen, die den Joseph So essen verwöhnte Herrschaften von den Schnepfen blos nicht näher kannten, sehr hart angefaßt worden; nicht 11114 ingenannt sein wollende Zeile.

gerecht, was den Kunstwert des Stückes anbetrifft, aber Darauf die alte Posse Labiches „Von dreien der blind gegen die Vorzüge seines Talents. Mich kann die (Blücklich ste". Stein Meisterwerf, aber gute pariser | Lppositionsstellung nicht verhindern, nach wie vor anzilArbeit; eine immögliche lustige Handling als Beispiel für erkennen, wie viei Paul Lindau seit zwanzig Jahren an eine nachdenkliche Beobachtung. Der dumme ind rohe bes Anmut und Natürlichkeit in das deutsche Feuilleton und trogene Ehemann ist glücklicher dran, als die sentimentalen in den deutschen Bühnendialog hineingebracht hat. Es 1118 listenreichen Liebesleute. Die Posie gefiel, wie es icheint mir ungerecht, ihin das zii vergessen. Er besikt sich gehört.

natürlich in hohem Grade die Fehler" seiner Tugenden,

aber im Kampfe gegen die uns anerzogene Schwerfällig Die Rede schließt ungefähr so: „Wenn die Lappen feit ist Paul Lindaus Stil von großer Bedeutung gewesen. nicht Tran genug auf ihrer Funzel haben, sollen wir Auch jeßt noch hat er häufig eine Frische der Sprache, darum umjere elektrischen Lampen ausgehen lassen?" Das gegen die ich inich nicht verschließen will, weil mir der Publifum jubelte nach dieser Frage, es fand die naturaJuhalt nicht gefällt

. Durch diese ganz individuelle Natür- listischen Funzel geradezu köstlich und schien zurückzurufen: lichkeit ist Paul Lindau trotz alledem zu den Führern der Nein, Lindaut, wir wollentisere elektrischen Lampen neueren deutschen Litteraturbewegung zu rechnen, und wenn nicht ausgehen lassen!“ Das mit der Funzel finde ich er in seinem Schauspiel fich zum begeisterten Verteidiger ebenfalls gut. Im Ernste, es ist eine richtige Beobachtung von Frau Vuchholz macht, so widerspricht das eigentlich Lindaus, daß mancher charakteristische Zug an Ibsen die seinem litterarischen Wesen. llnd dies ist der Punkt, der nordische Sonne als Beleuchtung, und die kleinstädtischen ernst zu nehmen ist.

Verhältnisse als Hintergrund erfordert, daß also der deutsche Nicht als ob es wunderbar wäre, daß ein Schrift- Dichter der Zukunft etwas anders wird aussehen müssen steller von Lindaus Gewicht sich von Ibsen, Dostojewski als Ibsen. Angenommen also, zwischen der neuen inimd Tolstoj abwendet. Der Philosoph des Jahrhunderts bequemen Schule und der Tranfunzel sei eine Aehnlichkeit hat zwar den Dptimismus für eine ruchloje Denikart er: vorhanden, wen oder was meint Lindaut mit der elektrischen flärt, aber deshalb braucht ein Optimist noch fein schlechter Lampe, die wir nicht ausgehen lassen sollen? Die Frage Mensch zu sein. Lindau keunt und versteht die Bedeutung mag pedantisch fein, aber ich möchte doch die Antwort dieser Reformatoren beijer als manche Gojenianer u. i. w. hören. Findet Lindau wirklich und wahrhaftig das soziale Aber es ist fein gutes Recht, wenn er die Einseitigkeit Leben Deutschlands jo herrlich, daß wir einen Grund einer ernsten Kunstübung auf die Davier nicht mag, wenn hätten uns über alle imjere Nachbarn lustig 311 machen? er für sein Teil bei Seite tritt und häufiger die fliegenden Glaubt er wirklich, daß das Vaterland Jbjens mir Tran Blätter liest, als die Flugschriften des rujlischen Grafen. fennt, Rußland nur Talg, Franfreich nur Petroleum, Ich gestehe offen, daß mir diese Tageseinteilung mitunter be (noch dazii imgereinigtes, erplosibles) und daß wir ini greiflich erscheint. Ibsen, Tolstoj und Dostojewski rüttelu Alleinbesitz des in Ausstattungstücken so beliebten elektrischen an iins, und man will doch nicht immer gerüttelt werden. Lichtes find?

Lichtes sind? Steht Ibsen wirklich so abgrundlief inter Nur die Achtung vor diesen Verlen darf niemals ver dent lustigen Bühnensdriftstellern Berlins? gesjen werden. Frail Buchholz aber, welche niemals „Nora“ und die „Vireußersonate“ und „Naskolnikow“ gelesen

Das Zweite, was ich mir aus der großen Rede geoder gar begriffen hat, weiß mir vom Hörensagen, daß

merkt habe, war der Wunsch, Epikur möchte wieder aufdiese unangenehmen Menschen ihr überall Sottisen jagent.

treten und durch seine bequeme Philosophie die Welt von Fran Buchholz beugt sich der öffentlichen Meinung und

Stant, Schopenhauer, Dojtojewski, Tolstoj und andern schweigt, wenn die Stimmführer diese großen Aus

Ilngeheuern befreien. Auch das hatte vielen Beifall, dem länder für hervorragende Geister erklären. Heimlich hofft

jeit zweitausend Jahren wird der gläubigen Menge vorfie aber immer darauf, dass es eines schönen Tages herans:

geredet

, Epifur sei so eine Art Galgenstrich gewesen, der fommen werde: Julius Stinde jei der wahre Genius der

lebte iind leben ließ, der nichts auf der Welt fannte als Zeit, und Jbjen sei ein Fatzke. Frau Bichholz wagt

sein Vergnügen, und der nichts anderes sdhriebals Variationen das nicht zit denken, so lange fie feine Autorität für sid

über das Lied „Freut euch des Lebens“. Diese Vorstellung hat. Fraii Buchholz hat aber ein paar Schlagworte über

des alten Philosophen ijt sprichwörtlid geworden. Selbst diese inodernen (Seister vernommen, umd dicje kommen ihr Frau Buchholz hat einen dimitten Schimmer davon, daß drollig vor.

dieser Epifur ein fidcler Herr gewesen sei, der Fünf gerade Es ijt mun gewiß, daß Lindau in einem ernsthaften

jein

ein ließ und Wein, Seiber und Gesang allein gern Essai) über die neue Richtung masvoller und geschmack

llud nu denke man sich die Verblüffung der voller geurteilt hätte. Alber" er wollte ein Theaterstück Zuhörer, wenn nach dem Plaidoyer Lindalls jemand in gegen die imbequeme Schule fchreiben. Er erzählte uns

Zuschauerraum sich erhoben und also geredet hätte: die Fortsepiing von Noras Schicksal; er hat 31 diesem Meine geehrten Herrschaften' Sie täuchert sich Zwecke gleich zwei Frauenleben für nötig gehalten, er ver gründlich über den Charakter der epifuräischen Philosophie. teilt Nora auf eine Sans und ein Liidcrchen, während Öhr schlechter Nuf, der sie Ihnen jo impathisch macht, doch Zbjeris Nora keine von beiden ist. Dá seine Hand- stammt von den henchlerischen Stoiferit id von dent lung aber wirklich nicht viel beweisen würde, jo madit ers orthodoren Kirchenvätern her. in Wirklichkeit war Epikuros dem Zuhörer bequem und läßt den Raisonneur des Stückes

ein ganz bedeutender Denfer, der es mit den Theologen plötzlich die Handlung iinterbrechen und rufen: ,,Meinc aller Zeiteit dadurch verdarb, daß er die Entstehung der Damen und Herren, aus alledem können Sie ja doch Welt nach den Grundjäßen Tarwins (man sagte damals nicht flug werden! Ich will Ihnen einmal ohne alle Demofrits) ganz materialistisch erklärte und den Göttern dramatische Einkleidung klipp und klar jagen, was Lindai eine wenig schmeichelhafte Stellung anwies. Daß die meint.“ Ilnd es folgt ein jehr hübsch geschriebenes Feuilleton, Anhänger Epikurs gar so lustig lebten, ist nachweisbar das aber der dramatischen Wirfung wegen viel zorniger eine Trasje Erfindung der Gegner. Epifuros jelbst 3. V. ausgefallen ist als etwa ein richtiges Zeitungsfeuilleton lebte jo feusch, dass man dafür im Altertume nad Gründen geworden wäre. Frau Buchholz aber erfuhr von einer forschte. Epikires war ein solcher Epifuräer, daß er ein Äutorität, dat Jbjen ein Fajfe sci, und dass die ganze musterhaftes Leben für ein Vergnügen hielt, und er war unbequeme Schule unrecht habe; da freutte sie sich in ihrein jo gottlos, ein musterhaftes Leben nicht um der Tugend Herzen und zerflatschte wieder ein paar Sandiduhe. willen, sondern um des Vergnügens willen zu empfehlen.

Es wäre vielleicht gut, diejc große Festrede mit ein Mit den großen philosophischen Fragen der (Segenwart, paar nieten Lindauscher Rezensionen 311 vergleichen und namentlich mit der Willensfreiheit, dhlig er sich zeitlebens dann 311 fragen, ob Lindau wirftich den Standpunt herum und wenn er auch zit falichen Resultatent fam, jo seiner Berehrer teile. Dafür müßte aber das Schauipiet ijt er doch garnicht weit von der mechanischen Welt,, Die Sonne“ gedruckt vorliegen.us dem (Gedächtnis anschauung Darwins entfernt.

anschauung Darwins entfeunt. Penn Epifuros heute läßt sich eine so gediegene litterarhistoriidie Otrbeit nicht und hier auftreten würde, so wäre er mit seinem Atheiss leisten. Doch zwei Worte habe ich mir gemerlt, die einer inus, jeinem Materialismus und seiner Frugalität einer kleinen Antwort wert sind.

der unbequemsten Mitbürger, seine Schriften würden font

hatte.

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fiszirt werden, er vielleicht ins Gefängnis wandern, um Geschlecht den Grund gelegt zu dem heutigen Staatsgebäude? wie dort seinen geistigen Genuß bei den Dichtern 311 finden, notwendig auch für den Politiker all das ist, was „Auch Einer“ die Sie nicht mögen, meine Herrschaften."

das „obere Stocwerk“ nennt? Dieser Redner wäre ganz gewiß ausgezischt worden. La critique pour moi (comme pour M. Joubert), c'est le

plaisir de connaître les esprits, non de les régenter, schrieb Sainte-Beuve in seinen letzten Aufzeichnungen: kennen Sie ein besseres, bündigeres Programm für Unsereinen, der in aller Ves scheidenheit nichts anderes sein will, als dienender Vruder im Drden der Biograplies-moralistes? Naturforscher im Neiche der Geister?

An jede starke, cigenartige Individualität herantreten, ohne vorgefaßte Offener Brief an Srit Mauthner.

Meinung; nach Lessings Rat das Beste auch aus schlechten Büchern

auskernen; über den Idiotismen, Grillen, Verkehrtheiten urwüchsiger Verehrter freund: Verspätet jällt mir die Nummer des Naturen nicht das Besondere, Lebensfähige, Dauernde verkennen, das „ Magazin“ in die Hand, welche ihren Aufsatz über Kralits , kunst sie neu oder wiederfinden: das scheint mir eine Lebensaufgabe, die büchlein“ bringt; Sie teilen da mit, daß nur meine „in begeiiterter weit über den Kreis litterarischer Liebhaberei und Feinschmederei Stimmung“ gegebene Empfehlung Sie veranlaßt habe, das fünstles hinausgreift. Denn recht verstanden führt sie zur Duldung audi rische Glaubensbekenntnis des wiener Romantikers genauer zu auf dem (Bebiete hadernder Seunstschulen und Therorieen. prüfen. Das rechne ich mir, auch bei Ihren Lesern, cin wenig zum Daß aber Toleranz in Geichmacksfragen vielleicht noch schwieriger 31 Verdienste an. Daß Sie nach Ihrer ursprünglichen Abjicht mit mir üben ist, als jonst irgendwo, hat keine Generation besser erfahren anbinden“ wollten, hat mich nicht arg erschređt: zum Polemisiren fönnen, als die insrige, die vielfach mächtige schöpferische Männer müssen sich ja immer wenigitens zwei bereit finden lassen. Ta Sic Wagner, jbsen und in gemessenem Abstande den Zola des zudem die Güte haben, beizufügen, daß ich „im Grunde recht habe“ „Aijommoir“ und „Germinal“ 311 Parteihäuptlingen heraboder hatte, scheint erst recht jeder Anlai; selbit zu einem „friedlichen würdigen wollte. Ten großen Anregern ist damit wenig genüßt, Streit“ beseitigt.

unseren litterarischen Sitten aber arg geidhadet worden. Man hat Wenn ich dessenungeachtet Sie und Ihren Leserfreis bitte, mir sich gewöhnt fünstlerische Antipathieen derart zum Ausdruck zu einen Augenblick (Schör zu schenken, hat das zunächst den Grund, bringen, daß man in dem einen Lager die Neuerer moralistisch zu festzustellen, daß der von Ihnen angezogene Artikel (Eine neue Theorie bemäkeln sich anschidte, im andern ich zitire cinen so gejdheiten der Dichtkunst, Nation, Nr. 48, 1890) bei aller Anerkennung der Henner wie Cornelius Gurlitt - - einen Stil forderte, der „nicht aus geistigen Begabung und Criginalität siralifs in feiner Weije jeinen der Nachbildung alter und deshalb (!) für uns Moderne leitenden Ideen das Wort redet: „Unbedingte Zustimmung wird ja veralteter ideale hervorgeht“. Mit alledem wußte ich wenig ans Stralits phantastische, überromantische Grundanschauung nur bei zufangen: nach meinen Erfahrungen haben die Führer der heutigeni wenigen weden. Wie aber ein ehrlicher Legitimist, zumal wenn er Naturalisten nicht mehr und nicht weniger Recht mit ihren Theorieen, ein Mann von (Geist und Gemüt, der Achtung und des Anteils eines als romantische Schwärmgeister vom Sdilage Straliks mit ihren ehrlichen Radikalen sicher sein kann, so gebührt auch Sèraliks Credo Kunstbüchlein: bei ihnen allen finden sich Teilwahrheiten, beachtenss ielbit im Lager der Moderniten geziemender Nespeft. Und so wenig werte einzelne Beläure, sehr überraschende hell aufleuchtende (Bedankenwir selbst alle Kernjäße Kraliks billigen: als Ganzes hat uns sein blipe: nirgends das reine Licht (Goethes, die weltumspannende WahrSunstbüchlein imponirt“. Noch ichärfer wird in den Schluijaus diheit Shakespcaresi. llnd deshalb bir idi Sic jollen mir nicht führungen hervorgehoben, daß mir die Bedeutung, welche Siralik nachiagen, daß ich über Kralik Gerhart þauptmann vergeije – icinem Begriff der Sage beilegt, inrichtig ericheint; daß nicht blos „'n Scompromißler (Einsame Menschen, 5. 42,". Wenn ich nicht seinem Büchlein, sondern ihm jelbit cine kritische, nüchterne Vor sehr irre, jind Sie, lieber Freund, nicht viel anders gesinnt. Auch geschichte des Begriffes und Stoffes der Sage fehle; daß jogar seine Sie habent nie radikale Phrajerı gidroschen: anid) Sic fragen den Tenter Theorie des Epos für die Größe Schillericher Entwürfe zu ciner und stüinitler zucrst, ob er etwas zu sagen und zu bilden vermnag und „Friedericiade“ feinen Raum habe; daß seine Ablehnung der wenn er dieje Gewissensfrage auch nur einigermaßen berriedigend zu Charakter-Tragödie und Komödie fragwürdig bleibe; als das beantworten vermag, bekümmert es wol auch Sie, wie mich blutwenig, Schlimmste wird aber bezeichnet, daß Stralit bei aller Milde des ob cư Nutte, Warsenrock oder als Sansculotte nicht einmal linauza Tones anzunehmen scheine, die volle, ganze, einzige Wahrheit ge iprechliche trägt.: Wie immer der Jhrige funden zu haben. „Es gibt keine alleinjeligmachende Dichtkunit und Wien, 1. Oktober.

Anton Bettelheim. um so weniger eine alleinseligmachende Theorie der Dichtkunst. So gemutet Stralit: Kunstbüchlein m:hr als einmal wie ein mit Fleisz und Liebe ausgeführter Reliquienschrein, dessen edle formen mit den eingelegten, von höcistem (Geschmack zeugenden Arbeiten jelbit den Freidenfer erbauen, der jeine eigene Meinung hegt über die legendarisdien Schaustüde, welche das zierliche stästchen umschließt.“ Sachlich befinde und erkläre ich mich dort also fast durchweg im Wider

„Die Sonne. spruch mit Soralifs Theorieen: troşdem oder vielmehr eben darum

Brusch ü re in drei al fient hat mich die außergewöhnliche Persönlichkeit, wie sie sich Blatt für Vlatt im „skunst büchlein“ offenbart, selbständig, wahrhaftig, von reinster Liebe erfüllt für alles, was sie als echte Dichtung anerkennt,

Paulin Pau. auf das Lebhafteste angeregt. Selbständige stöpfe sind und waren

Personen: Siehe den Theaterzettel. allezeit so selten, daß sie dem llnbefangenen durch ihren Mut, ihre

Zeit: Schlecht gewählt. Truß- und Halbwahrheiten oft mehr zu denken und schaffen gaben, als die glattesten, gelehrtesten, akademischen oder publizistischen Wort

1. A k t. führer der herkömmlichen Meinungen. Ich lerne mehr, wenn ich

(Erst feucht, dann trocken und voll Sonnenschein. Salon des Herrn Görres, Gotthelf, de Maistre, Veuillot, sarl Mary leje, als aus

von Vohenrade.) taujendundeinem Leitartifel der Parteipresse, ganz 31 geschweigen

Mathilde. der Wahl-Programme, der Sandidaten- und Kammerredner der

Beliebter Mann, ich hasse dich entseylich,
Durchschnitts-Parlamentarier. Halten Sie mich deshalb für einen Und dieser Haß, er führ in mich ganz plößlich,
Mucker, Anarchisten oder Neaktionär? glauben Sie, daß man deš. Seitdem mir Äermsten kam in das Geheg
wegen auch nur einen Augenblick vergißt, welche Männer für unjer Der Ibsen aus der Reclambibliothet.

von

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