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und Janimers blicken, dennod) in seliger Luft z11 atuen Gedanfenfetten und Auschauingeni, nicht nur augenblickvernieinen. Ind wenn man hundertmal daran Austoß liche gewaltige Gefühlsäußerungen, nein, vollständige, nimmt, so muß ich gestehen, daß ich bei Zolas (Berminal cinem ganzen Menschenleben Richtung gebende Weltdasselbe Sonntagsglück des crweiterten Sehfeldes genieße anschauungent verdichten sich aus dem unjaßbar feinen wie bei Goethes Purif. Jd behaupte, daß dicies (5)lücf Ather unserer Jaunenwelt: der Stimmung! Worint bcdes Genießenden das nämliche ist, welches befanntlich steht nun dic (Größe Shakespeares? In der beispiellosen Goethe und mit ihm jeder andere wahre Dichter ge- seelischen Vertiefing seiner Vandlungen, in dem nod) n10jjen hat, wenn er jich ein schweres, beengendes, immer nicht entwirrten, eng und tausendfältig verschlunlastendes Gefühl der Qual oder der Wonne von Derzen genen Nantenwert seiner psychischen Entwickelungen und geschrieben hatte. Wir lejen es uns vom Verzen (Bedankengänge. Viele möchten geneigt jein, z11 entdas ist der ganze llunterschied; denn dort wie hier ist es gegnen, daß die (Gewalt Shakespeares vielmehr von der die Erhebung auf den Standort des „Ewigen“, die im Icidenschaftlichen (Bröße und der wichtigen Tragif seiner Fehlbar zur Befreimg führt. Daß dicier Begriff des Personen und Vorwürfe herrühre. (Bewiß, Shafespeares „Émigen“ relativ zu fassen, daß imter der Betrachtung leidenschaftliche Wraft, seine elementare Tragik, überhaupt sub specie aeterni ur dic Subsimirmg des alltäglichen die großen Maße bei Shakespeare sind imponirend, jind Geschehens unter überraschend höhere Begriffe 311 ver hinreißend. Aber wodurch? Nodurch wird die Leidenstehen ist

, versteht sich von selbst. Steht aber der Dichterschaft leidenschaftlich, die Tragik tragisch), das Pathetische auf den Standort dieser Betrachtung, jo jind ihm alle: pathetisd), die Größe groß? Jit, wer furchtbare EreigWöhen und Tiefen des Seins freigegebeit, und er darf nije darstellt, vici vint und Gift verschwendet, mit uns den Menschen ;cigen, wo er zum Tier und wo er brüllenden Jamiben daherrast oder derbe Pojjen und

um Bott wird. Dic ungewohnte Schärfe und (Wegent: Zoten reißt, cin Shakespeare? Ji es einerlei, ob in ständlichkeit der Darstellung bei Realisten wie Zola, einem pathetischen Plusbruch eine ganze Seele vibrirend Fbjen, Tolstoi, Dostojewski und anderen erschreckt und erklingt, oder ob er nur die Wirkung einer schlau bebannt die meisten ihrer Lejer so iehr, daß jie garnicht rechneten Wölbung der Mundhöhle ist? Was durd)auf die höhere Warte der vom Dichter vertretenen idee graust uns im „Macbeth": jenes Blutbad im Schlafgehinanggelangen: jo mir ist es möglich, dass jenen: mach des Königs oder der vorhergchende Monolog über Männern eine ganz ähnliche Beurteilung 311 teil wird, den vijionäreni Dold und der nachfolgende Dialog wie jie Shakespeare vor Antriit einer Beltherrichaft zwischen Lady Macbeth und ihren Gatten, in dem cine von Zivilisirten Europa crfuhr. Wonil man darau ganze Hölle der (Kewissensqual sich vor und ausreißt: Was denft, daß zi1 gcipissen Zeiten Shatespeare als der Nut erschüttert uns am Hamlet": die leichenbedeckte Walstatt am begriff der" ungeschlachten oheit dastand, daß jein Schlusje des Dramas, oder die Zweifel des Prinzen, die seint „Danilet“ mit den Delirien cines „bejofferten Wilden" | Gehirn in taujend Windungen durchwählen? Was ist so herzidentifizirt wurde, jo erscheint es cinem begreiflich, daß bewegend ini „Othello": die Erdrosselung der Desdemona Namen wie Jbsen und Zola in der Regel nur mit oder die furchtbare Stetigfrit, mit der das idwärende (e,,Scimuß“ und „Gemeinheit" in einem Atem genannt jäft“ der Eifersucht im Herzen des Mohren weiterfrißt: werden.

Wan cridheinting das Sdcijal Kidard int seiner Überhaupt liegt in der momentanen Fülle und höchsten däntonijchen (Gewalt: mann cr Todcsurteile Energie der gleichzeitig schwingenden Vorstellungen, wie jpricht, oder wann er mit der grinsenden Dialektif cines jie bei ungezügelter Steigerung bis zur qualvollen imd Teufels in Amas Liebe wirbt? Wir fönnten dieje ruhelojen Überfülle in die Einsamkeit des Wahnsinns i Beispiele durch die ganze Reihe von Shakespeares hinüberführt, auch schon für das nicht ummachtete, aber Dramen fortspinnen und würden überall finden, daß ein feine Zeit überragende (enic die lirsache seiner unver Dichter, der große Probleme behandelt, sie dort am gestandenen Einsamkeit. Derselbe überquellende Reichtum waltigîteit gestaltet, wo er am feinstet ist. lim des Dichtergeistes, der ihn den Herzen der Verstehenden allen Mißdeuitingen vorzubeugen: Wir sind keine Freunde na hebringt," entrückt ihui den Herzen der Verständnis- jener falschverstandenen litterarischen Vornehmheit, dic lojen. Es ist gerade das Schicksal der genialsten Dichter, es verschmäht, nach Popularität z11 streben und sich in daß sie, mögen ihre Schöpfungen noch so wahr, mögen. ätherischen Empfindelcien und (Gedankensplitterdhen erdieselben noch so natürlich und gesetmäßig aus und int ; schöpft, die nimmer zit großen Gefühlen imd (Bedarfen der Seele gewachsen sein, es ist das Schicksal solcher i auswachsen imd allerdings für die Menge nicht genießDichter, jage ich, daß sie von den banalen Köpfen als ' bar sind. Aber wie vielen ist denn selbst Heute die überschwänglich, überspannt, verrückt und folglich auch Tradition, daß Shakespeare imvergleichlich wahr und als – unwahr verschrieen werden. Es ist nur in höchst natürlich jei, zur Überzeugung geworden? Wieviele beschränktem Sinne zutreffend, daß eine Dichtung, wenn cntdecken denn in seinen Werken das seelisch (Hewachsene? sie wirklich wahr sei, jedem, auch dem einfältigsten Wieviele Seelen sind in ihrer Erzichung bis 311 jerter Menschen, mit zwingender Gewalt als wahr erscheinen Feinfühligkeit fortgeschritten, welche die tiefgründige müsse. Gewiß, die Wärme und Bewegung, die Inten- Piychologie seiner Werke fordert; ja im ganz parador lität des starken Lebens, das solche Didytingen durch zu jein: wieviele (Semüter sind zart genug, um die strömt, überträgt sich fast immer wenigstens in ciner geniale Psichologie seines derben Humors zu würdigen! dunklen Erregung. Aber das ist noch bei weitem nicht : Wie sehr tommt es auf den messenden Geist an, ob ihmi die Erregung des Mitlebeiis. Alles jeclische Geschehen Shakespeare poetisch wahr erscheint! Alle crkcumencs beruht so gut wie das körperliche auf den Wirkungen an, daß er der größte Tramatifer jei - aber 70 Prozent* des Unendlich-Süleinen linjre jubtilsten, verstecktesten, rätselhaftesten Empfindingen sind die Wurzeln unsrer

*) Sagen wir ruhig 90o,0, lieber Ernst, trop der angeblichen großen Leidenschaften und Walingen; nicht nur einzelne

Debung des litterarischen Geschmacks durch den modernen Realismus. gewichtige Handlungen, nicht nur cinzelne Ideengänge,

D. Red.

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voit diejei „Alleit jeher Charlotte Birch-Pfeiffer und Menjder, mmd es war ein gefährlicher Irrtut von dem Roderich Benediy lieber als ihn. Wer dicie nicht alt fleineren Dichter, das demi großeit nachtu 311 wollen. zuzweifelnde Tatsache zugibt, wird nicht mehr behaupten Eines wunderte mich an Prechtler oft, und ich dürfen, daß jede wahrhaftige Didyting jich mit eine jagte es ihm cines Tages warum er, der Dramastimmigem Widerhall alis den Herzeit aller begegne. tifer, der zeitlebens bei allem, was er schrieb, an das

Ist es nun auch eine häufige und betrübende Ers Theater gedacht, warum er dem Theater besuche so abfahrung, daß dic wahrsten Dichter feineswegs immer hold war; det daß wir damals in einer fleinen Stadt am schnellsten und bereitwilligsien anerkannt werden, Icbten und feine Musterbühne besaßeit, das allein fonnte vielmehr nicht selten zu Grunde gehen an den passiven doch nicht maßgebend sein. „Id) habe einst an (Grilloder feindseligen Widerstreben des lluverstandes, 10 parzer, der in den leßteit vierzig Jahren seines Lebens bieten dennoch diese Dichter die einzig zilverlässige fein Theater betrat, dieselbe Frage gerichtet“ jagte Grundlage für die litterarisch-ästhetische Erziehung der Prechtler „und zur Putwort erhalten: daß der geMassen. Denn nur diese (Veister erwecken jtatt umflarer wohnheitsmäßige Theaterbesuch für den schaffenden tragiRührung oder strohjenerartiger Begeisterung indivi idheit Tichter eher von Nadteil aló von Gewinn jci." dualisirte, fräftig gefärbte (Befühle und Slimmingeit, Der Tempel,“ sagte (Vrillparzer, „in dem der Dichter nur sie erzeugeil somit den virflid) lobendigen nur im Feierficide, murals Priciter cricheinent joll, Schein". Diejen ebeit erreiden jie auch crit vollends, müßte ihn mit der Zeit, wenn er alles jähe, was darin wenn sie uns nicht nur zum Mitvoriellen und Mit vorgehe, 3111 Schenke werden. Mir würde sie den denken, sondern zum Mitfühlen gezwungen haben. Die Vic dafjenden Dichter jo notwendige poetische Befangenheit

, diese Frage zu beantworten fühlen wir uns bciona dic glänbigo bingebung an meine locale erschüttert und ders verpflichtet wie bringt illis der Dichter Dahin, geraubt durch den steten Einblick in das Räderwerf der daß wir mitfühlen müjien?

Bühne und durch ein allzugroßes Vertrautwerden mit den technische Kniffeit im Mitteld en derielbeit. Ein einziger Wick, den ich einmal hinter die Siulissen getan, hat genügt, meine illuision 311 zerstören und mir physiiches llubehagen 311 bereiten.“

Ein anderes Mal, als Predtler ibu bewegen wollte, jeine , cappho" anzuschen, die von Laube mit der

Wolter wieder mit großem Griolgo ins Repertoire auja Grillparzer und das Theater.

genommiert worden war, da jagte der Dichter, der mir Nad einer Erinnerung an die Mitteilungen (1)tto Prechtlers. Der Ersiausjührung seiner Ahnfrani beigewohirt und dann

nie wieder ein eigenes Stück auf dem Theater geschen Von

hatte: ,,Ich bin ein Theaterdichter und schreibe ir für Adam Müller-Guitenbrunn (Wien).

dic lebendige Bühne, aber ich mag die Gestalten dort in der grellen Beleuchtımg nicht sehen, die ich hier in

meincit vier Wänden in Dämmerstunden geschaut." Prechtler lebte und webtein (Srillparzero 11 Grillparzer legte großen Nachdruck auf den Intergedenken. Bei allem was er tat, hatte er ein Wort, died zwischen schen und schauert, und man findet int eine glüdliche Redewendung seines großen Vorbildes jeinen Schriften, daß er das erstere immer nur als ein bereit. Wei ihm z. B. eiii' imbekannter Jüngling physisches „Šehen“, das leßtere hingegen stets als etwas Verse zur Beurteilung vorlegte und er fand and nur Geistiges angewendet hat. Wenn er schaute, spielte das die Teijeste Spur eines Talentheis in deutscbeit, so cr Auge bei ihm teine Rolle, und er fand es schön innerte er sich, daß Grillparzer in ähnlichen Lagen niemals und sprachlid tiefjinnig, das Theater Schauspiel „nein" gesagt hatte, sondern: „aud), auch)," und er ließ 311 licnijen. sie gelten. Wenn jentand ihm zuinmutete – was oft (Segen die hier wiedergegebenen, ganz und gar geschah dem Geschmacke der modernen Bühne dod) persönlichen, aber cbeit deshalb charaftcrijijden (n= Zugeständnisse z11 machen, noch einmal einen Wurf 311 : jchauungen über das Verhälinis des tragischen Dichters tin mit einem sozialen Schauspiel, sa sagte er meist nt zum praftischen Theater ließ (Brillparzer feine Einjagungsvoll: Meine Zeit ist vorüber." War er aber wendingen gelten. Er protestirte namentlid, gegen die durch irgend etwas crregt oder gereizt worden, dann Mujid)t, als ob das „Theater" seine Dichter erziche: wiederholte er oft ein bedeutendes Wort Grillparzers, das Gegenteil sei wahr. Die Dichter seien immer gedas dieser einmal ihm gegenüber gesprochen, als er in borent worden, nur die Handwerker hätten sich erst im ihn gedrungen, die drei Stückc herauszugeben, die er Theater entwickelt. Dabei bericht jidh gern auf seit Jahrzehnten fertig in seinem Bulte liegen hatte. Shakespeare, dessen monumentale (Bröße sicherlich nichts Es waren dies: ,,Libujja“, die ,, Jüdin von Toledo 311 tit habe mit den in den ersten Wehen liegende und ,,Ein Bruderzwist im Hause Habsburg“.) Dieses Wort Theater seiner Zeit, und 3111cßt fam er inner auf Grillparzers lautete: „Ich branche die Welt und ihren Schiller. Derselbe habe seine Jugendwerke, die er ohne Beifal nicht. Wehe dem charaktervollen Dichter, der . Berührungspunkte unit der lebendigen Bühne geichaffen, sie braucht und in ihre (Vinst werben muß. Er gibt gerade in jonci theatralischen und starken Wirkungen, das lautere Gold seiner Gruudjäße hill, er läßt sein die der gervöhnliche Bühnendichter erst im Theater sich „Talent“ wechseln und tauscht dafür merflid) dic aneignen 311 fönnen glaubt, später nie wieder überflachen Münzen des Tages, die Ansichten der Menge troffen oder auch nur erreicht.", Das, was Schiller in ein.“ Diesen Sapilt jeiner ganzeit Schroffheit hat der Schule des Theaters hätte lernen fönnen, hat er Grillparzer auch in seinem Leben durchgeführt; aber es früher besejlen, als er diese Schule gesehen, und das, ist ihm nicht wolbekommen, weder als Dichter, noch als was er in ihr hätte vergessen fönnen, ein Dichter zu

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werden, war er glücklicherweise schon geworden, als er Ju Bourgets Buch wird er als Sohn eines Physikers, fie betrat.“ Ji diejcs föftliche Wort faste der Dichter mit eines vollständigen Materialisten, dargestellt. Der Mangel epigrammatischer Schlagkraft alles zusamnten, was er an Glauben in allen Formen des Lebens ist der große und aii Beweisgründen für seine Anschauungen aufzubringen dunkle Hintergrund seiner ganzen Stindheit. Als er später wußte.

jelbständig denfen kann, werden ihm die Theorien und Im Einklange mit diesen Ansichten jiand auch die, i Resultate der neuern Wissenschaft klar und vollständig servirt. daß (Brillparzer seine amtliche Stellung nicht als cine

Waš die Welt in den lezten Jahrhunderten alles an großen Bürde, als ein Joch, das man seinienı (Beniuš auferlegt, empfunden, wie man immer anzunchmen geneigt wehen hervorgebrad)t hat, verschluckt er im Laufe von ein

(Bedanken in all den Schmerzen und Ängsten der Geburtsjein wird. Es gab allerdings Stunden und Tage, wo er jo empfand, aber er fam immer wieder zu der Einsicht,

paar Jahren in geistiger Wollust und ohne die geringste daß diese Stellung ihm jeine geistige inabhängigkeit Mühe dabei zu verspüren. Fünfundzwanzig Jahre alt sichere, und er widerstrebte lebhaft, als man es ihm

ferunt er alles : Die verschiedenen Religionen, die vernach den großen Erfolgen seiner Jugendwerfenahe fchiedenen neuen philosophischen Ideen, die frischen Resultate legte, seine amtliche Stellung aufzugeben, um sich ganz der Naturwissenschaft, der Moralanalyse, er betrachtet allez jeinem dichterischen Schaffen zu widnien. Meine Muje", mit dem Interesse eines Sritikers, aber auch mit dessen jagte er damals, „ist mir eine heimlide fönigliche (Beliebte, Mangel an Sympathie. Weil er die Relativität aller Dinge und das joll jie inir immerdar bleiben. Es wäre zu

anerkennt, vor allem weil er von dem Grundsaß des Inprosaisd), wenn sie mich beim Wort nähme und ich jie disserentismus beseelt ist, daß alles, was da ist, ein Recht heiraten müßte, denn id) fürchte sie ist eine schlechte

hat zu leben, ist er zu verstehend, un zu wollen, zu unbeKöchin und wir würden beide Hunger leiden."

Erst wem man diese Anschauungen des großen geistert, um Partei zu nehmen. Dichters fennt, versteht man ganz die Bedeutung der

Es fällt ihm nicht ein, zu einer Fahne zu schwören oder Verse: „Vier sit ich unter Faszifeln" 11 s. w., versteht für irgend etwas z11 polemisiren. Er ist nur froh, wenn er man ganz sein Verhältnis zu liati Fröhlich, die zeit-, versteht, und wenn er in diesem Verständnis seine eigne lebens seine heimliche föniglide Geliebte blieb und nie intellektuelle Kraft spürt. Das ganze Leben ist ihm ein seine Frani werden fonnte.

Schauspiel, das er mit ciner unmäßigen Neugierde betrachtet.
Von der kritischen Analyse hat er gelernt unter dem Guten

und dem Böjen, unter dem Schönent und dem Häßlichen, others

unter dem Wahren und dem Falschen die Formel zu suchen, welche dasselbe bestimmt hat, die Faktoren zu finden, welche

das Produft hervorgebracht haben. Nene Typen in der modernen französisden

Eine Menschenseele ist ihm die interessanteste und meist

fomplizirte Maschine in dem ganzen Dasein: er fühlt sich Litteratur. dazu berufen, cine jolde 311 studiren, zit zerstücfelii

, wie der Botanifer cine Blume; und selbst das Leiden, das er daon li. Jacobsen.

durch dem betreffenden Objeft verursacht, ist ihm eine Luelle des Studiums. Sich selbst gegenüber endlich ist er aud) ein Doppelmensd), ein natürlicher, der ißt, trinkt, ichläft,

handelt, fühlt, ein reflektirender, der dieses zweite vegetirende ,,Der Décadent.“

Lier betrachtet und es studirt. Der andere Nepräjentant für die kommende franzöjijche Wie der Veld Robert Greslou in Bourgets Buch (Generation wird von Bourget zin velden in jeinem richten durch Anwendung dieser Analyse und der daraus folgenden Buch) „Le Disciple gemad)t. Dieser ist insofern mit dem Experimente fast zum Verbrecher wird, dieses bildet die andern, dem Struggler for life, verwant, als auch er ein Handlung des Romans. Er steht cinem jungen Mädchen Serlicht neuer Zeitideei ist, die auf das wirkliche Lebent an

gegenüber, deren Liebe zu ihin er studirt, so wie er seine gewant auflöscud und der Gesellschaft gefährlid) wirfen, er cigene Liebe zu ihr studirt, und durch ein (Sewebe pon rein ist aber bei weitem gefährlicher, weil er mehr allgemein und intellektuellen Motiven bringt er es lo weit, daß er sie vernatürlich dasteht und auf einfachere Weije als Tipnis be führt und dadurch gewissermaßen mitschuldig an ihren tragischen trachtet werden muß.

Ende -- Selbstmord durch Vergiftung – wird. Er wird Rein intellektuell bewegt, ohne gewissenlos von Natur dann vor das Veridit gestellt, und in dem Gefängnis schreibt oder Prinzip aus 311 sein, sept er nämlid) and alles für er seine Selbstbiographie, vielleicht die feinste und merkseine eigne Persönlichkeit und deren Bedürfnisse ein. Er will würdigste Selbstanalyse, die je aus der Feder eines Schriftdieje in jeden Preis befriedigen cin Egoismus aber von stellers geflosjen ist. durchaus geistiger Natur. Bourget nemt ihn einen intellek Das merkwürdigste in dem ganzen Buch ist aber dieses, tuellen Epifuräer, wie er den andern Lupus cinert materiellen daß das geistige Leben des Velden von der Stunde an, als Epifuräer nante. Seiner großen Denkfähigkeit, der ab= ' er selbständig denkt, von den Theorien eines modernen, noch norme und ichnellen Entwicklung eines (Sehirnis auf Nosten lebenden Philojophen Nahrung gesogen hat, einer von jenen aller anderen Fähigkeiten zufolge, jicht er das Leben lo guten alten, modernen Denkern, dessen (Hedanken wol gedialektijd) an, daß er die einfachsten und natürlichsten Lebens fährlich sein mögen, dessen Leben dagegen unschuldig wie forinen vergißt und alles falsch anfaßt.

das eines Kindes ist. Dieser Mann, der berühinte Schrift:

II.

inn

steller Adrien Sixte, ein leicht durchschauliches Pseudonym, Schilde“, wohl der schönsten von allen achten, zeichnete, ist die einzige Autorität, unter welcher der junge Mann sich 'besuchten zwei junge Männer, der eine wenig älter, der in intellektueller Ekstase beugt. Und als endlich die strafende andre wenig jünger als ich, die Werkstatt in der MünzNemesis in Gestalt des Bruders des jungen Mädchens, das straße, um das Modell einer Denkmalsstatue, welches er verführt hat, ihn wie einen Hund niederschießt, kniet der Bläser eben für die Stadt Magdeburg ausgeführt hatte,

und das in Berlin viel von sich redeit machte, zu sehen. alte Philofoph, der bewährte Materialist, ganz versteinert

Dies Denkmal sollte den damals vor kurzein erst vervor Schmerz und Selbstvorwürfen, an der Leiche des jungen storbenen, um die Stadt hochverdienten OberbürgerMannes. .. Das erste Mal im Leben zweifelt er an sich meister Franke errichtet werden. Die Statue zeigte ihn felbst, an die heilbringende Wirkung feiner Ideen auf die porträtgetreit im Frad und der Amtstette, aber um jungen Seelen, das erste Mal taucht in seinem (ehirn (und Schulter, Hüften und Beine in einen faltenreichen Dantel gleichzeitig in demjenigen des Verfassers) der objfurante drapirt, mit Rediiergeberde und Sprechergewicht, daGedanke auf, ob es eigentlich rätlich ist, daß Bücher, wie stehend. die seinigen zum Beispiel, oder diejenigen Stuart Mills, Jene beiden Männer stellten sich als Redafteure oder Darwins ausgebreitet werden, und ob es nicht besser

des Deutschen Stimstblattes" vor. Der Ältere, mit wäre, der Jugend solche ad usum Delphini zu präjentiren. schönem lockigen, braunem Haar und vollem wohlDieses leßte, was die eigentliche Moral des Buches ist, gepflegten Bart

, welcher ein Gesicht von reinem, edelm

Schnitt, eine Art männlichen, wie von 28. v. Kaulbach fürchtet Bourget wirklich nicht, den Parijern im Jahre 1889

gezeichnetent
, Idealfopfs unirahmte

, und einer mittelgroßent, anzubieten! Und er geht weiter: An die jungen, joignirten elegant gebauten Gesialt, in einer Tracht, die durch manche Herren, die „hommes de fin du siècle“, welche man in Paris jonderbare Eigenheiten in Schnitt und Farbenwahl aufauf Straßen und auf Pläßen, in den Theatern, in den fiel, rannte sich

) Dr. Friedrich Eggers; sein Begleiter, Soiréen, in den Cafés und überall begegnet, diese jungen breitschultriger, größer ind weniger fein gewachsen Lebemänner, deren Köpfe von dem ewigen, monotonen Cylinder . als jener, etwa 28 Jahre alt, mit warmbraunen Vollgedeckt sind, mit den bleichen, gleichförmigen Physiognomien, bart, dichtem glattem, etwas lang getragenem dunkeldem matten Mienenspiel, dem indolenten Esprit, den langen

braunem Haar und tiefliegenden granien Augen – Dr. Nägeln und den blasirten Blicken richtet er kühn in seiner

Wilhelm Lübfe. In meiner weltverborgenen Einsantmerkwürdigen Vorrede zu dem „Disciple" eine wahre

feit hatte ich selbst Eggers' damals schon vielgenannten

Nanien noch nie gehört, sein Summsıblatt nie gesehen und Donnerrede.

gelesen. Sie fragten bei Bläser an, ob er ihnen geEr fleht sie an, sich wieder zu dem Glauben ihrer Väter

statte, eine Radirung nach seiner Frankestatue zu bekehren, er stellt das noch von tausend Wunden blut Deutschen Kunstblatt als Beilage zi cinter eingehenden triefende Frankreich vor ihren Augen und beschwört sie, dem Besprechung seines Werkes zit veröffentlichen und 311= Vaterlande ihre Kräfte, ihre Begeisterung, den Rest von gleich, ob er ihnen einen Rünstler empfehlen könne, warmen Gefühlen, der noch in ihnen lebt, 311 widmen und welcher es übernehmeit würde, die Statue für sie zul warnt sie flehend dagegen, die gefährliche Saat der Wijjen: zeichnen und zu radiren. „Der wäre bereits gefunden“, ichaft aufzunehmen er schleudert ihnen das alte biblijdhe antwortete der Gefragte imd wies auf mich.

So war Wort: „Den Baum sodinan an den Früchten erfennen“

die Bekanntschaft mit Wilhelm Lübke eingeleitet, welche als den Kern des ganzen Lebens entgegen.

mich in ihrer Folge mehr als jeder andere limstand

und Antrieb dazu gebracht hat, aus einem Zeidner und Und man frägt sich selbst: Meint Bourget wirklic) all dieses im Ernst, und wird irgend einer von diesen jungen werden.

Maler z11 einen Rustfritiker imd einen Schriftsteller 311 Männern ihn ernstlich auffassen? Ist dem geistvollen, feinen Sehr gern übernahm id) der Auftrag wic id) Bourget, der stärfer als irgend ein anderer französischer jeden ohne" Besinnen übernommen haben würde! – Schriftsteller die Jugend durch seine secirende Psychologie, trozdem ich inir sagen mußte: du hast ja „nicht die durch seine kritische Analyse beeinflußt hat, vor der Saat, blasse Jdce“ vom Radiren. Das mußte man ebení nodi die er selbst ausgestreut hat, bange geworden, oder ist seint ! schnell zu crlernen suchen. Ich glaube, Eggers selbst legtes merkwürdiges Werk, eine Mischung von Objfurantismus

sagte mir, daß ganz in der Nähe meiner Behausung ein Heuchelei und Sentimentalität, darauf berechnet, Wirkung in ihm bekannter Kupferstecher, Herrmann Dröhmer, einem günstigen Augenblick zu machent?

wolne, den ich jidher bereit finden würde, mich das 311 Ichreit, was in dieser Kunsttechnik erlernbar jei.

Ich suchte denjelben auf. Seine ganz eigentümlid) trauliche Wohnung lag im crsten (Geschoß des kleinen cinstöckigen Häuschens, welches zwischen einem großen Vorgarten und einem malerischen, völlig ländlichen Vof

mit alten Bäumen und Nebengebäuden damals die Wie man zum Schriftsteller werden kann.

Ecfe der Potsdamerstraße und des östlichen Teils

des Liepower Weges bildetc. Dröhmer war nad) Von

längeren Studienaufenthalt in Paris und London Ludwig Pietsch.

als technisd gründlich geschulter und geübter Meister,

besonders des Stichs in geschabter und in ge

| mischter Manier, des sogenannten Schwarzkunststichs, II.

nad) Berlin zurückgekehrt und hatte sich eben damals Als ich noch an Bläsers Gruppe: „Pallas kämpft hier mit einem blutjungen Mädchen verheiratet, welches an des jungen Kriegers Šeite und schüßt ihn mit ihrem eine ganz reizende, junge Frau geworden war, die mit

*

*

dem Abglanz der frischen gesunden Heiterkeit ihres gabung mo dic mir erst allmälig zum Bewußtsein warmherzigen Naturells das fleine valiswesen kommende Neigmig zum ¡chriftlichen, für die Öffentlichwohltuend durchsounte. Seltsam bei einer jungen Frau feit bestimmten, musdruck der eignen Gedanken, Anvon diesem Charakter und Temperament war die ihr · schauungen, Enpfindungen und Stimmungen, sie waren eigene Liebhaberei für Schlangen, gegen welche sonst erwacht, um fortan nicht wieder einzuschlafen, sondern die Töchter Evas von ihrer Stammutter eine umüber- mehr und mehr von mir Besik zu ergreifen und nach windliche Abneigung geerbt zu haben pflegen. Diese und nad alle anderen geistigen Liebhabereien und dagegen hielt sich – wie andere junge und älte Franen Tätigkeiten zurückzuidrängen und einzuschränken, welche und Fräuleins Singvögel

, Schoßhündchen und haben bisher mein Leben beherrscht und bestimmt, meine Zeit immer nehrere Kingelnattern in ihrem Zimmer, ließ und Kraft in Anspruch genommen hatten. sich dieselben iim ihren schönent weißen Hals und ihre runden Arme windert iind nad ihren roten Lippen züngeln, ein wundersanier Alublid!

Trojdem die damalige nicht zu verbergende lui Friedrich Eggers and Wilhelm Lübkc lernte äußerste Zigemmerhaftigkeit meiner Erijten in starfenn ich zum ersten Mal zwei wahre Mustereremplare des fiontrast zu der wohlgeregelten, auf der joliden Grund deutschen Kunstgeschrien und Kunstschriftstellers und die lage eines hübschen crerbten Vermögens und großer . ganze Art der Tätigkeit und Lebensführung eines ertragreicher, funsthandierischer Aufträge beruhenden solchen durch eigene Beobachtung fennen. ứnd ich gemeines Nachbars stand, kamen wir mit mjeru jungen stche: sie übte einen großen Reiz auf mich aus und er

Frauen ins bald ziemlich nahe. Mit freundlicher Be='jchien mir wahrhaft verlockend. Beide waren im Besiß reitwilligkeit bemühte er sich mir Die Anfangs-, einer gründlichen wissenschaftlichen Bildung, waren im gründe des Radirens beizubringen. Bei meinen gänzlichen flassischen Altertum zu Hause, von reinter,

hoher BeMangel jeder technischen Veranlagung und Beschicklich- i geistering für das imitschöne beseelt

, mit der modernen feit, stieß er freilich dabei schon, wo es sich um das Kunstproduftion wir mit der der Vergangenheit genan Grundiren der Kupferplatte, das Sineten und Puffeßen vertrant; ohne Voreingenommenheit und Einseitigkeit in des Wachsrandes handelte, auf nicht geringe Schwierige i ihrem lirteil imd ihren Munstanschauungen; dabei von feiten. über bald radirte ich trojdem für das Eggersiche Fleckenloser Lauterfeit der Besinnung; vortrefflich erzogen, Deutsche Sunstblatt frisch darauf los, so gut oder schlecht in ihrem ganzen bürgerlichen Dasein wohlgeordnet und es eben gehen wollte; - ind ich muß mir leider gc

und ich muß mir leider ge- geregelt; geliebt und geschäßt in den Bereijen der besten stehen: es ging meist ziemlich schlecht! Aber wir waren Männer und Franen des damaligeu Berlin: beide wahrdamals noch nicht sehr anspruchsvoll

. Eggers, Lübke haft vornehme Naturen. Eggers noch dazıı cin echter Poet, und der Verleger waren zufrieden. Es fanien sogar aber ohne die sich vordrängende Eitelkeit so vieler Dichter. fleine Bestellungen von andern auf Radirigent von Er hatte töjiliche Schätze (orischer Poesie angehäuft; Bildnijjait, Titelblättern, Illustrationen.

jodes (Gedicht der formvollendete ausdruck eines tiefen, reineit, zarten (emüts und eines reichen, edlen Geistes.

aber es hat noch manche Jahre nad) jener Zeit geDie Zeichungen von plastischen Werfen für die währt, bis er bestimmt werden konnte

, mit diesen selbst ŠUustrirte Zeitung hatte ich in der ersten Zeit immer erzeugten Schäpeit an das Licht 311 treten.

Die Zartauf Papier ausgeführt. Bei der libertraging in heit seines Empfindens ging für einen Mann von Leipzig auf den Holzstock, die damals 1100) nicht, wie dreißig Jahren entschieden zu weit. Bei all seiner andächtig nun ichon seit länger als zwei Jahrzehnten auf photo-glühenden Berehrung der ichönen Weiblichkeit hatte er, graphischem Wege, sonderii mühsain i110 imgenau wie er is seinen intimsten Freunden und Beichtigern durd) Nad)zeichnung Des Originals bewerkstelligt gestand, bis dahin noch immer vor jeden Versuch zurückwurde, ging dvd immer, chon che der Holz- gescheut, sich einen weiblichen Wesen wie der gesunde schneider sein Wert begann, z11 viel von jenem verloren. Mam der Evatochter, die ihm gefällt und die er beIch bat mir daher die Erlaubnis ans, meinerseits die , gchit, z11 näherit and c's aus seinen Wolfenhöhen oder Zeichnungen anch auf dem Holz jelbst zu lieferit

. Aber von dem Piedestal, das er dem Idol errichtet hatte, aud diese Technik - die übrigeiis cbenjo „ihre Mückent" für sich herabzuholen. Lange vor Björnsons „Vandhat, wie die der Nadiring -- wurde mir sehr schwer, ichil)" war in Eggers Persönlichkeit das Mamešideal zu erlernteit. Ich habe itod) inande Jahre gebrandt, Der versdrobenen Geldin dicjes Dramas verwirklicht. bis ich sie einigermaßen genügend beherrschte. Die Ceine Freunde und Genossen, werden jedes Streben schildernden md erläuternden Terte 311 den der fllustrirten nad diejent zweifelhaften Ruhne durdjais fern lag, gesendeten Zeichnungen suhr ich fort 311 schreibent

, imd fuunten selbst durch die herzliche Liebe und Hochschäßung zwar mit aufrichtigen Verguügen. Daß ich auch für dieses Ausnahmšneujdhen nicht daran verhindert diese jdhriftlichen Beigabeit, welche zumeilei (vie bei den werden, ihn mit manchen Spöstercien in seines Schloßbrückengruppert) mehrere Spalten füllten, ebenso mönchischen Daseins willen Heimzusuchen. gut Honorare beanspruchen und erhalten fönnte, wie für Eggers Wohimgund llmigebung entsprach in mandhem die Zeichnungen, dieser Gedanke fam in allen jenen Punkte genan seinem eigensten Wesen. Er haustez110

Jahren niemals in meine unglaublich naivimd welt Miete bei einer Wittwe Kandow, in einem jeitdem frend gebliebene Seele; der, inich etwa von dieser "l1= durch Neubanten verdrängten, alten schiefstehenden baudamung ihrerseits 311 befchreit

, freilid) eben so wenig fälligen Hänschen nahe der Schleuse und der Brücke in die der Verlagshandlung. Ich war zufrieden und über den hier in den Siupfergraben mündenden schmalen crfrent, daß sie meine Texte überhaupt amayı umd ab- Seitengraben, eine oder zwei Treppen hoc). Bei jedem druckte. Die so lange latent gebliebene, in mir schlummernde Schritt auf den Dielen und der wackligen Stiege frarrte seuilletonistisc) - kunsttritisch- deskriptiv-schriftstellerische Be and frisierte allos Holzwerf, als ob es vor Alters=

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