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hörte, kam unter dem Bette hervor und stieß ein leises, Sie nahm alle ihre Kraft zusammen, unterdrückte ihr Heilen aus

Schluchzen, stand auf, füßte die Stirn des Toten, küßte seine In diesem Augenblick erschien die Baronin Eleonore, welche Augen, den Mund, den fic, ach so oft, gefüßt hatte, und ehe befohlen hatte, daß man sie bei Ankunft des Arztes rufen solle, sie aus dem Zimmer und dem Hause vertrieben wurde, entin der Tür. Sie war in halber Morgentoilette, in jenem 311 jernte sie sich durch die Tür des Ankleidezimmers, durch welche stand, in welchem ihre Reifen sie nicht zu sehen gewünscht jie achtundvierzig Stunden vorher eingetreten war. hatten. Gelsi ging ihr entgegen und sprach leise mit ihr. Giuseppina

IX. hatte sich wieder gefaßt, jedoch das Bett nicht verlassen. Ein sicherer Instinkt jagte ihr, daß, wenn sie diesen Platz verließe,

Zwei Tage darauf geleiteten die Cuaglia, die Minucci sie ungeachtet der Protektion Rainiondis und der Sympathie

und der Baron James hudeni (die Baronin war durch Undes Doktors, nicht wieder dahin zurückkehren könne.

woljein verhindert), ruhig und anständig betrübt, den Sarg, Man hörte die Stimme der' Baronin. – Wie? Er hat

in dem ihr geliebter Verivanter ruhte, auf den Kirchhof, und geschrieben, und man joll nicht erfahren, was er geschrieben hat?

man brauchie fein großer Menschenfenner zu sein, um auf Ch! erwiderte der Arzt er hat nur wenige un

ihren Gesichtern, neben der offiziellen Betrübnis, die innige deutliche Zeichen gemacht. llnd er selbst gab diesem jungen

Befriedigung der Erben 311 lesen. Petter Raimondi, der treffMädchen das Papier.

liche Veiter Kaimondi hätte Necht gehabt: Cavaliere Alfredo lind dieses junge Mädchen verstand der Sinn? Sie

hatte kein Testament hinterlassen. Jii seinen Papieren, die mußte uns mitteilen

mit größter Sorgfalt durchsucht worden waren, hatte sich auch Verzeihen Sie, jagte der Doftor. Je nachdem ...

nicht eine Zeile gefunden, die darauf hindeutete, wie er es Er näherte sich (Giuseppina, doch dieje, welche einen

nach seinem Tode gehalten haben wolle. Auch waren von Teil der linterredung verstanden hatte, war schon auf der

feiner Seite Ansprüche erhoben worden, so daß das ganze Ver: Defensive.

mögen des Verstorbenen, im Betrage von etwa einer Million, Das Papier? Nein, Toftor, das gebe ich niemanden.

auf die Varonin Rudeni, seine Schwester und die beiden Ich schwöre Ihnen, bei allen, was mir heilig ist, daß der

Weifen Cuaglia und Minucci, die Söhne der beiden verstorbenen Inhalt niemand interestiren kann, als mich allein

Schwestern," überging. Das war für alle Teile das Beste, lind dem Schmerze nachgebend, welcher sic fast erstickte,

was geschehen konnte. So hatte man auch nicht die mindeste fuhr sie fort:

Verpflichtung nach irgend einer Seite hin, wenn man auch, Mein Gott, mein Gott, man lasse inich doch bleiben!

das Andenken des teuren Verstorbenen chrend, fid) großmütig Was tue ich liebles ? Aus welchem Grunde glauben Sie, dar

gegen die Arnien zeigen wollte. Tie Herrschaften waren jämit ich hier sei? Ich habe geschlt, habe gejündigt, aber diejen

lich von den edelsten Gefühlen beseelt. Baron James hatte Verdacht verdiene ich nid)t ... Ch, wenn der Permste hier

geäußert, daß er etwas für die Dienerschaft tun wolle, die sprechen könnte... Verteidigen Sie mich, Toktor, Sie, der Sie

ihren Herrn jo ausgezeichnet gepflegt, und die Neffen Cuaglia so gut jind.

und Minucci hatten den tresslichen Petter Raimondi bei Seite Gelsi winkte ihr sich 311 beruhigen und wante sich wieder

genommen, um jll crfahren, in welcher Lage denn jenes junge an die Baronin Sie sehe wol, daß man nicht darauf be.

Mädchen, die Giuseppina, zlırückbliebe. Wenn sich auch die stehen fönne ... Nicht durch Betrug, List oder (Bewalt be

Tanto dagegen ausgesprochen habe, seien sie doch nicht ab. finde sich dieses Blatt, dessen sei er eige, in den Händen des

geneigt, ein für allemal atatürlich, ein pfer von einigen tausend jungen Mädchens. Wenn es ein (Scheimnis enthielte, das jie

Lire 311 bringen. Ansprüche hatte sie ja keine, selbstverständlich, bewahren wollte, hätte niemand daš Viecht, es ihr zu ent

aber . reißen ...

Der trefiliche Better Saimondi latte die Absicht gebilligt, Unterdessen hatte sich der zustand des Ncanteit sichtlich

war aber der Ansicht, daß, wie er den Charatter des Mädchens verschlimmert. Ter großen Aufregung von vorhin folgte cine

kennen gelernt, dasselbe cher sterben, als einen Centesimo an. große Ermattung, und die Pulje janten rasch. Das hatte der

nichmen würde... und die beiden Pettern hatten sich gehütet, Doktor bis zu einem gewissen (Grade vorausgeschen, doch eine

die Sache weiter zit verfolgen. so rasche reattion nicht erwartet. Nachdem er alles getan

Im lebten lugenblick sprach der Advokat Rizzoli cinige hatte, wa; jeine Sunst ihm vorschrieb, hielt er, das nahe Ende

Worte im Namen der Verwanten, die zi1 crgriffen seien, um vorherschend, es für jeine licht, die Baronin und die übrigen

diese Pflicht sellist 311 erfüllen. Ein Freind fügte, im Namen Verwanten darauf vorzubereiten.

der Freunde, cinci lebten (Gruß hinzil ...ud der Sarg wurde (Giuseppina hatte alles von selbst erraten. Cicjal), jie

in die Vrube versenkt. Jil dicjem lugenblick ertönte das fühlte, wie das teure Leben, für das jie tausendmal ihr eigenes

Heulen eines Wundes. Es war Vibi. Wie war er auf den hingegeben hätte, von Sekunde zit Sefunde dahin jdwand.

Nirchhof gcloninen? In welcher Barfe hatte er sich versteckt?
Sic jagten ihn fort, wollten ihn fangen, doch er entschlüpfte

zwischen den (vräbern. Nuf das jrische (virab wurden von den VIII.

Familien Hudeni, Chaglia und Minucci prächtige Kränze niederWenige Stunden darauf hatte der Nrante das Bewujtjein gelegt. Tann noch einige Händedrücke, Seufzer, Versicherungen verloren. Er öffnete nur noch felten die Augen, und jie waren

der Teilnahme und die Versammlung trennte sich. verglast und starr. Jetzt ruhte auch der rechte Alim imbeweg

Lieber Naimondi, jagte Varon James an der Tür des lich auf der Tecke; die Hand, von falten Schweiß bedeckt, Nirchhofs, wenn du fleines (Beld hast, głeb doch dem antwortete nicht mehr mit zärtlichem Trucke der jansten Frauen armen Neil, der die (Bondel hält, einen Saldo. Ich habe hand, die jie vergeblich zii crwärmen versuchte.

feinen Wenig mehr in der Tasche. Vor jenent Rörper, der nach) und nach im Tode crjtarrte, erschien Giuseppina jelbst wie eine Statue. Sie sal), jie fühlte (vinjeppina war früher getommen as die llebrigen und nur ihn. Sie bemerkte taumi, dai Kerjonen aus und ein hatte geduldig in ciner Ecke des Nirchhofs gewartet. Wenn gingen. Wie in einem Traum hatte sie die schwarze Nutte sie sich dem Trauergefolge angeschlossen hätte, würden sie sie cines Pricsters geschen, wie im Traum die Worte eines (Ve vertrieben haben wie Bibi. Doch sie wollte allein sein, allein, betes gehört, das sie mechanisch mitsprach. Dam var die um 311 beten und zu weinen. Sic fniete an dem frifchen (Grabe Erscheinung verschwunden. Der Arzt war wieder getommen, nieder, nahm unter ihrer Mantille cinen einfachen Kranz herum nichts mehr zul verordnen. Jebt, wie lange schon, wusste vormd legte ihn auf die prächtigen Kränze mit der Tilber: (Hiuseppina nicht mehr, wurde die Stille im Zimmer un gestickten Atlasīchleifen. lind sie weinte und weinte und durch ein qualvolles Köcheln unterbrochen .... Pich, so lange weinte... Ilud jie betete für die Nuhe der Seele desjen, der jenes Röcheln dauerte, war Giuseppinas Plat; hier, imunier hier. jo gut gewesen war, der vor jenem Tode mit zitternder Hand

Por Mitternacht hörte das Köchelii auf. Ter liopi des die beiden teuren Worte gejchrieben hatte: Meine (Giuseppina! Sterbenden jant ticfer in die Sifjen.

– Denn das geheimnisvolle Blatt, welches die Verwanten in - Es ist vorüber, sagte die Wärterin.

solche Unruhe versetzt hatte, enthielt nichts weiter. Vorüber? Nun, dann war es auch für sie vorüber.. Das war Giuseppinas Erbjchaft. Sie durfte nicht länger weiler.

Nicht die einzige jedoch.

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Sie glaubte allein zu sein und war es nicht. Neben ihr nicht fürderhin zu rechtfertigen versuchen – jeder Besonnenc wird
stand Bibl, der versuchte, die frisd,e Erde aufzuscharren. – O. dieje Rechtiertigung schon deshalb ablehnen, weil sie dem großen
Bibi, armer Bibi! sagte Giujeppina ... Du hattest ihn lieb! Draniatiker eine Plumpheit zumutet, die wir kaum einen Possen-
Sie nahm ihn auf den Arm und ging fort.

schreiber niedrigsten Ranges durchgehen lassen dürften, um wieviel
weniger dem Schöpfer des Hamlet, der zu einer solchen „Charakteri-
sirung“ wol cine andere Stelle gefunden hätte, als die anscheinend
in wichtige Duell: Szene turz vor Abidhluß des Stüdcs.

Ilnd bei dieser Gelegenheit will ich gleich noch ciner andern
Tertversion den (Baraus zu machen versuchen.

Bekanntlich sagt þamlet in der zweiten Szene des dritten Aftes
A Samlet fett und kurz von Atem?

zu Horario:

„Seit meine teure Seele Herrin war

von ihrer Wahl und Menschen unterschied, „He's fat and scant of breath“.. Die neuen Hamlet-Auf

Hat fic did anserkoren.“ führungen im Dstend-Theater mit Nainz in der Titelrolle haben das

id zweiflc nicht daran, daíz auch Þerr Nainz in jener Szene Hamlet Problem wieder aktuell gemacht. Da ici es cinem allerdings

von seiner „teuren Sedle“ geiprochen hat, ohne daß er oder ein Zuhöchít fepcriidien Shakcipeare-forider gestattet, ein paar Worte iiber

schauer darüber gelädielt haben wird. lind doch werden wir im die vielzitirte Stelle zu äußern, die dieser Notiz vorangesetzt sind. Leben nicht lächeln oder viel mehr lachen, wenn jemand allen Ernstes Ich habe den Hamlet des Herrn Nainz nicht geichen; nad) den

von „meiner teuren Secle“ iprechen wollte. Dem Þamlet ShakeAeuizerungen der Kritik zu schlichen, ist er nidit der Hamlet, den

ipeares lasien wir es durdigehen, ohne darüber stußig zu werden, man zul jehen gewohnt ist oder 311 ichen wünsdt; und jedenialls ist

obwohl der unglüdliche Shakcipeare auch an diesem IInsinn durchder nervöje Mainz in feiner Beziehung grade für diese schwierige

aus unschuldig ist. Rolle geeignet. Aber die Kritik weist, wie so viele Erklärer dicies

Allerdings, das Criginal lautet: „Since my dear soul" rātielvollen Werfes, auf die bekannten Moric der slönigin-Mutter hin,

aljo: „Seit meiner teuren Seele c.“ aber auch hier lehrt uns cin die Hamlet als „fett und kurz von viem" ichildern und nicht

wenig Viachdeuten und ein guter Beichmack, das der Druckfehlerzum wenigiten weil Mainz feinen „fetten und furzarmigen“ Þamlet

scufel, der in den Shakespeare-Dramen auch das seine getan hat, um darstellt, gilt er der Kritik als ein unzulänglicher Hamlet. Dicios die Vernunit und die Aufmerfiamfeit der Nadwelt auf die Probe „Er ist fett und kurz von Atem“ gehört auch zu jenen Sären, die

311 stellen, hier ebenfalls die vand im Spiele hat er hat „dear" man wie ein Cliché verwendet, ohne jid darüber flar geworden zu für „dearn ,ciniam) drugen und die Nachwelt ruhig daran glauben sein, ob man zu ihrem (Gebrauch bereditigt ist oder nicht.

lassen, daß der edle Dänenprinz über seine „teure Seele" philojophirt. Der zweck dieser Zeilen ist die Falichheit der Charatterisirung Die Stelle wäre alio folgendermatzen zul verdeutschen: Hamlets durch diese, auf cinem Drudiehler beruhenden Worte zu

„Seit mein vereinjamt Herz befähigt war begründen.

Bu cigner Wahl und Menidenunterichied, in der Tat: Die Königin sagt in der zweiten Szene des finiten

Erfor jie did) .c. Aufzuges: „He's fat and scant of breath“, aber was hat das in

Ticier inmitten des oberflädilichen verlogenen Sofgetriebes auf jcner Situation für einen Sinn!

sidh ielbit angewiciene samlet hat allerdings ein gutes Recht von Man vergegenwärtige sich die Szene: Hamlet hat eine Weile mit

„vereinjamter Seele" zu iprechen uund deshalb iagt er Since Lacries gefastei; der König ruit: „linjer Sohn gewinni“ und

my dearn soul" ?. nun bemerkt die Königin: „Er ist fett und kurz von Atem“, und Das wäre, was ich hier über zwei ideinbar unwesentlidie, aber reicht ihm das Taschentuch, damit er sich das Gesicht trockne.

trotzdem iehr bedeuriame Worte im „Hamlet“ zu sagen wünichte. So Tas „Ile's fat“ itcht hier oñcnbar nicht an icinem Plato lange man (Heidimac daran jinder, die Shakcipare. Iramen und in bei unierem ;}uiehn aber finden wir wol heraus, das; hier, wie an beionderen den vamlet z11 ipielen und anzujehen mag man so vielen Stellen in den Shafeipcare: Tramen der Drucichlerteufel wenigitens dafür sorge tragen, daj; der „fette und kurzatmige“ iein Spiel getrieben hat, dai; es nicht he's fati jondern „he's flat" vamlet und mit ihm icine „ieure Eccle“ aus dem Tert verschwinde. heißen ioll oder zu deutich: er iit mide. Der Sat „lle's flat

Eugen Ricichel. and scant of breath“ wäre dann sinngemäi; 311 überiepen durc): „Er iit müde (erschöpft) und außer Atem“. Das heißt: ir atmet stoßweije in kurzen Zügen, wie ein Quigeregter oder aud) Ermüdeter 311 annien pflegt.) Tas past denn vorireölich zur ganzen Situation: Damlet weiíz jid durch den König und Lacries bas droht, er traut dem Frieden nidii und geht mit ganz beionderer Aufregung in den zweikampi. Das fechien beginnt Hamlet hat Lacries zweimal getroñen die Sache ipigt sich zu

Litterarische Chronit. und nun will die Mutter, welche dodi immerhin für das Leben ihres Sohnes oder aud uurimm icine Niederlage bangi, wamlet cine furze Erholunge pauic gönnen daher bemerit lie teilnehmend: „Er ijt ju Tübingen iit am 23. August der befannie Freund Ludwig crmüdet und außer ten“ und weil das vorausicit, daß er in

lihlands, der (Germanii und Tiomaniit Wilhelm Ludwig Holland Ediweiß geraten iii, io richi jie ihn mun ilir Iaidieniuch und bittet

(geboren 1822) geitorben. Holland, der vier Jahrzchnti lang den

Lehrituhl für germaniiche und romanische Philologic in Tübingen ihn, ïich die Stirn ju trodnen.

inne hatte, uit in weiteren virciien beionders durch die Verausgabe des Nurz und gut, man hat es hier weder mit einem „ienen“, noch vorwiegend wisienichaitlichen Fachlajies von llhland bekannt geworden. mit einem „furzarmigen“ Damlet zu tun, sondern mit einem Damet, der von der Kufregung und der nitrengung des Zweitampies

9m 27. Auguit rcierte Ludwig Pran, der idiwäbijche, vielleicht

allzu idiwibijdi Dichter und Ienfer, icinen iicbzigiten (Geburtstag. „flated", d. h. crmüdet, und dementspreciend ema: „auzer tem" gekommen, d. 1). „scant of breath" nidii aber ,short of breath Dem Tresdener sörner-Nujcum hat der Buchhändler oder ,,short-rinded oderbroken-rinded" (furzarmig) oder Herr Tudoli Brod haus in Leipzig am 20. Auguit

, dem 78. Todes„asthmatical" und short-breathed“ rengöriiig, iii.

tage des Tichters, die Bricitaiche Theodor Körners übermittelt, die Mit der Dinweisung darauf, das Shafeipeare den gamlet als

jd bisher im Veit des (vraien Auguit ,fries beiand. In dieser

Taide beïndet sich das Potizbuch Mörners, das dericlbe während des „sett“ geimildert hätte, weil Vurbedge, der erste vamlet-Taricller, srieges 1813 bis zu einem Tode bei üd jührte. Die ersten funfzufällig ctwas dicleibig gewesen, wird man hoffentlich die Stelle zehn Notizblätter umiajien dic ;}cit vom 15. März bis zum

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22. August 1813 und enthalten Schilderungen besonderer Erlebnisse dieser Tage. Die auf diese Tagebuchnotizen folgenden Seiten bergen die ersten Abfassungen oder Niederschriften der später von Nörners Vater, Dr. Ch. (. Körner, unter dem Titel „Lerer und Schwert“ herausgegebenen Gedichte, darunter nicht nur Varianten der bekannten Gedichte, sondern auch noch zahlreiche ungedruckte begeisterte Vaterlands lieder.

Von Rudolf Stratz wird am 5. September auf dem Deutschen Theater ein Drama aufgeführt werden, welches zum criten Male einen militärischen Stoff ernst behandelt.

Paul Lindau hat joeben einen neuen Roman „øängendes Moos“ vollendet, welcher der vierte in der Reihe iciner verliner Romane sein wird.

Mystif gehüllten Bund gegründet. Es ist ein Drden, La Rose + Croix du Temple heißt er, und Josephin Peladan ist der Großmeister. Natürlich nennt er sich Sar, weil das sehr unheimlich klingt. llnd absolut ist er aud), weil das gegen die republikanische Verfassung Frankreichs woltuend abíticht. Im übrigen ist er Magier, und hierin hat er vieles mit seinen Landesgenossen gemeinsam. Denn der Dkfultismus wird drüben gegenwärtig gut honorirt, und Hausse-Spekulationen in Mystit können vor der Band nichts schaden. Vor ein paar Tagen hat nun der Sar Josephin Peladan im Rate der ,,Siebenmänner“ eine ideale Ausstellung für den Frühling 1892 anbefohlen. In der feierlichen Aufforderung, welche der Sar bei dicier Belegenheit an die Magier auf dem Gebiete der Poesie und Kunst erläßt, befinden sich folgende kluge Stellen:

Noch cinmal muß das ideal sich offenbaren vor der slavischmongolischen Invasion.” Die sterbende lateinische Nasje muß denjenigen, welche auf sie folgen sollen, ein Vuch, einen Tempel, einen Degen überliefern. Es ist nötig, cin Verzeichnis aufzunehmen von den Schäßen, die Vergangenheit und moderne Erwerbungen aufgespeichert haben; es ist vor allem nötig, in geeigneter Weise das Werf der Civilisirung der kommenden Barbaren zui vollführen.

Nun kann allein die Nunit auf das jeelische Banze wirken, ohne daß Mystizismus dabei ist; wir alle kennen Menschen, die an Phidias und Leonardo glauben und sich nicht um die katholische Wahrheit bekümmern.

Der zeitgenössischen Stunst und besonders der ästhetischen Bildung cin theokratiiches Wejen cinzupflanzen, das ist unser neuer Beg.

Zerstören den Begriff, welcher sich an die gute Ausführung knüpit, verniciten den Dilettantismus der Manier, unterordnen die Künste der sunit, das heißt zurückehren zu der Tradition, welche darin besteht, das ideal als den alleinigen 3 wedł architektonischen, malerischen oder plastischen Strebens anzeichen.

Wie jene erhabenen Britten, wirken wir ein jeder nadı seiner Weije: aber das heilige Herz im Herzen und das Zeichen des Kreuzes als Erfennungszeichen.“

Mit joidhen und ähnlichen Worten besichlt der Sar Josephin Peladan „im Namen von scius, dem alleinigen Gotte, und von Petrus, dem alleinigen König, allen denen, die den zwölften Pers des zweiten Kapitels vom Bereichit verstehen, ihre šraft für den fünitleriichen Plan cinzujeßen, bei Strafe, aus dem Drden gestoßen 311 werden.“

C. G.

Litterarische Neuigkeiten

Die Herren Ernst von Wolzogen und William Schumann, deren Lustspiel „Minder der Erccüenz“ während der lebten Saijon im Deutschen Theater vielen Beiial erntete, haben soeben ein neues Stück „În Landluft“ beendet und dasselbe dem fönigl. Schauspielhaus zur Aufführung eingereicht.

Hans von Gumppenberg, der Verfajjer des „ Tritten Teitamentes“, wurde wegen Vortrag des Narl Hendelljchen (Gedichtes, „An die deutsche Nation“, in dem das Bericht cine Majcitätss beleidigung jah, zu zwei Monaten Festungshaft verurteilt.

Der Verein „freie Volksbühne“, der jest fait 1000 Mitglieder umfaßt, hat während des criten jahres jeines Bestehens 6 Vorlesungen, 22 Theater-Voritellungen und cinige Vergnügungen veranstaltet. Die hervorragenditen Stüđe jeines Reportoires waren: bjens „Stüben der (Bejelsdiaft“ und der „Volksfeind“, þauptmanns „Vor Sonnenaufgang“, Schillers „Näuber“ und „abale und Liebe“, Sidermanns „Ehro“ und Fuldaš „Verlorenes Paradies“.

Im Herbite dicjes Jahres erscheint von Leo Berg eine Arbeit über den modernen Naturalismus auf psychologischer Grundlage.

Von Dora Tunder wird ein neurs vieraftiges Schauipiel „Nuth“ welches bereits in Brandenburg eine glüdliche Krobeausführung erlebt hat, im Thalia - Theater zu Hamburg aufgeiiihrt werden.

Für die feitvorstellung im Berliner Theater bei (Gelegenheit des Geburtstages von Theodor Körner am 23. September, hat Ernst von Wildenbruch den Prolog geichrieben.

Der bekannte tichechiiche Novelliit Neruda iit vorige Woche in Prag gestorben

Alerander Dumas ist damit beschärligt, die letzte Hand an jein neues Stüc „Der Weg nad Theben" zil legen, welches er Ende September der Direktion des Théatre français vorlesen will. Das Stüc soll Ende des Jahres an dieser Vühne auigeführt werden.

ilm Figaro vom 28. Auguít bespridil vugues Le Jour dic Büderfrisc in Frankreich. Nad) einer jüngit veröfentlichten Schätzung follen nämlich anderthalb Millionen Bände gegenwärtig in den Lagerräumen iranzösischer Verleger vergraben icin. Mugues Le Rour meint, daíz vom Kriege 1870 an das Lejebedürfnis des fran. zösischen Publikums sehr gestiegen sci, da daijelbe nicht die Mittel gehabt zu größeren Vergnügungen und deshalb die Abende meistens mit Lesen zugebracht habe. infolge diejes Bedürrniises aber itieg der Abjatz der Bücher ins llnermeßliche, Schriftsteller und Verleger machten gutc (Beschäfte. Der Erfolg litterarischer Werke berauichte dic Spekulanten, und wie jie früher in Betreide und Kohlen ípekulirt hatten, jo īpefulirten jie jest auf die Schriftsteller. Sie machten für ihre Schüßlinge große Reflame und verdarben dadurch die “ritif. Andererseits loďte der Erfolg viele llibefähigte. Wir alle haben Schulfamcraden gehabt, welche von Prima an daran dachten, Romanschriitsteller zu werden, wie man sich vorbereitet auj die jurijiiiche oder mediziniiche Lauibahn. Auf der anderen Ecito sind die Salons von Haris voll von jungen Lebemännern, die ihren psychologischen Noman schreiben. Es ist das ein Vorwand, um im Müßiggang zu leben, um die Entscheidung zur Heirat zu verzögern; und nebenbei dient es als Empichlung bei hübichen Frauen Der junge moderne Don Juan ist mehr ein Mann der jeder als des Sd)wertes.“

So wird der Dilettantismus groß gezogen und zugleich das leere Strebertum, dem es nicht um die Sache, sondern um cinc momentane Anerkennung zu tun ist. Das Publikum lässt sich aber auf dic Dauer nicht täuschen.

in Frankreich fehlt es niemals an Leuten, die das Publikum 311 unterhalten verstchen. Da hat sich jetzt ein Kreis von Schriftstellern und sünjtlern zusammengetan iud cinen in Geheimnisse und

Luise von Kobell, „ngnaz von Döllinger." Erinnerungen.

Verlag von Oskar Ved in München.

Tic Veriasserin dieies jüngst erichienenen ungewöhnlich intereļjanten Buches ist die Tochter der bekannten (Gelehrten und Dialettdiditers Franz von Siobell, Garrin des Staatsrats von E jenhart. Döllinger war mit ihr und ihrem Manne befreundet; während der leßten zwölf Jahre icines Lebens madıte er alwöchentlich einmal, zumeist am freitag, mit ihnen längere Spaziergänge in den Anlagen des „Englischen Gartens“. Dabei wurde, nach seinem Ausdrucke, de omni re scibili et quibusdam aliis gesprochen. Auch in seinem Heim und während seiner Landaufenthalte am Tegernsee ward mit den Freunden über bedeutende Menschen und Dinge der Vergangenheit und GegenwartlInterhaltung gepflogen und dann durch crnjte und launige Briefe ergänzt. Das Buch bringt nun Mitteilungen aus dem reichen Schaße diejer idriftlichen und mündlidhen Neußerungen des berühmten Theologen; dazu wird mandies erzählt, was er getan und erlebt. Es ist ein wertvoller Beitrag zur (Beschichte Töllingers und seiner Zeit; und sehr unterhaltend, belebt durch viele kleine Züge anekdotischer Art. Weldie Szene aus der Tragikomödie der Geschidie, wenin Döllinger von seiner Romreije erzählt: „Wissen Sie, was ich mir bei der Audienz beim Bapste dachte? id) dadjie: nie wieder. Sdion das ermonicú mißfiel mir. Ich hatte die Audienz mit Theiner. Jeder Priester muß dreimal niederfnicen: im Vorzimmer, inmitten des Audienzzimmers, endlich vor dem Kapite, der einem seinen Fuß in weiß- und goldgestidtem Pantoffel zum Kusse hinhält. Nach dicjer 3ermonie erhoben wir ung, und Pius IX (pradi mit uns in etwas alltäglicher Weise, dic Welt habe sich vor dem apostolischen Stuhle zu beugen, dann sei das Wol der Menschheit gesichert, der Papit sei die höchste Obrigkeit

, der alles untertan join müsje. Tann fragte er uns über dies und jenes und iprach weiter, ohne auf die Antwort 311 warten, in einem geläufigen, aber ungewählten Französisch. Er war cin schöner Mann und imponirte den Frauen jo jehr, daß sie vor ihm wie vor Gott auf den Stnicen lagen. Diesmal zeigte sich in seinem Gesichtsausdrucke schon bei unserem Eintritte ctivas wie jpöitische Neugierde,

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wie wird sich der dentiche Pedant mit unseren ;Jeremonien abrinden? | gemiicht zu haben“ er fam dennoch sein Lebenlang nicht aus dem Man hatte das Gefühl, dieser Kapit fönne bei Gelegenheit ein 3wieipalt zwischen Waijer und Wein, und er mußte, wie jeder treffendes Vonmot machen, aber sich nicht zu einer selbständig geiitigen Wundergläubige, bisweilen vom Weine, sagen: Dies ist Wasser, und Denfart erheben. lind doch jagte er oft, er wolle etwas unters vom Waiser: Dies ist Wein. Entrang es sich auch einmal schmerzvoll nehmen, was fein anderer konnte, er wolle scue Dogmen in die seinen Lippen: „Eine illusion um die andere verlieren, das ist das Wilt jenden. Er hat die unveilifte Empfängnis Marias und die Leben“ die große ziveitaujendjährige Illusion hielt er feit. Oder Infehlbarkeit ins Leben gerufen.“ – Das prinig geniale Bauern beijer: jie hielt ihn fcit. Denn icin (Blaube war ehrlich. Aber dicjer gesicht, welches Lenbach: Piniel verewigt hat ipitzt es nidit hervor idarie, fraftvolle (Geist ist durch cinc Weltweite getrennt von allem, aus dicier icheinbar jo harmlosen Schilderung? Jit er nicht töitlich, was wir als das Veite unserer Zeit betrachten. Wir können ihn beder knieende Kriciter, der den Gesichtsausdrud deisen, dem er den wundern. Aber ilin lieben, ihn gelten lassen, ihm folgen das Kantoffel füsi, mit ironischer lleberlegenheit betrachtei? Wie oft können wir nicht. haben, vorher und nachher, lange, lange Bullen und Encyclifen jenes

München, 9. juni.

Mar Bernstein. Rezept dic Welt habe jich zu beugen 11. 1. W. „inctivas alltäglicher Weije“ als Allheilmittel angepricíen! Ein andermal erzählt er: „Baul IV. verdanken wir den eriten eigentlichen Inder. yugo Erdmann, eitung zur Taritellung chemischer Das Verbot der Bücher ist interesant; is jollie auf dem in Präparate. Ein Leitfaden für den praktijden linterricht genannten ex cathedera beruhen. Zu meinem Eritaunen criihr in der anorganischen Chemie. frankfurt a. M., H. Bechhold. id) jedod in Nom 1857, das die Donunziation hicrin manzgebend

1891. sei. Es fam nämlich eines Tages der Generalsekretär der Non Verfasser überträgt die Prinzipien, die für den IInterricht in gregation im Auftrag des Kapstes zu mir, um mich als Deutschen der organischen Chemie zur (Geltung gelangt ind, auf die anorganijde über die frohidammeriiche Arbeit „llriprung der menidhlichen Chemie und will den Schüler durch Vorstellung von Präparaten für Seelen“ zu beiragen. jd crfundige mich vor allem, ob der Bencral: die Analyje vorbereiten. Aber es will scheinen, dass sich dieje iekretär denn die fragliche Schrift geleien? „Nein, ich veritehe nicht Prinzipien nicht ohne weiteres übertragen lajien. In der organischen deutid. Es verstehen überhaupt nur wenige diese Sprache. Judciz Cheniic genügt es, wie ichon aus der Lehre von den sjomerien genügt es, daß eine beim Vatikan angeichene Kersönlichfeit das hervorgeht, durchaus nid)t, dic in cinem Körper enthaltenen cinzelnen Buch anzeigt, anstößige Stellen ins Jialienische übersetzt oder über Elemente in ihrer Menge festzustellen wie in der anorganischen jeben läst, und das Buch kommt nach Antrag des referenten auf Chemie, sondern auch die Gruppirung der Atome und Moletülc den Inder.“ , Des Referenten? (agte ich!, der des Deutschen 1111 - mu; crfannt werden, der sicrn, der in ciner organischen Verbindung kundig ist?“ ldı wante ein, das herausgeriviene, vom Ganzen los enthalten ist. Nur durch Herstellung von neuen Verbindungen fann getrennte Sätze oit einen entitellten Sinn haben und man auf dicic dicie Erfenntnis erreicht werden. Für die organische Chemie ist also Art ein ichr unrichtiges llrieil von dicier lehrr:ichen Abhandlung die Daritellung von Kräparaten zugleich die Einführung in die bekommen könnte. Der (Beneraliekretär judie die Achieln: „sono le Methode und Technit der Analyje ielbít. postre regole.“ Damit war es abgetan. Frohídjammer blieb aui in der anorganiichen Chemic iit die Tedinik und Methode der dem inder. Nicht minder interessant ist cine Begegnung im Jahre Analvíc auscrordentlich viel cinfacher und bedarf nicht des pro1884: Die damalige Kronprinzessin von Deutschland wollte ihn pädeutiichen llnterrichts in der Heritellung von Präparaten. fennen lernen, er ward ihr im Átelier Lenbachs, der joeben im Aut. Troudem fann ja das Buch ein sehr nüylidies jein und durch irage des Papstes ein Bild Bismards für die vatitanuiche Gialcrie dic gewählten llobungsitüde sich für den Interricht als jehr praftijdi gemalt hatte, vorgestellt. Die jüritin, der Gelehrte und der Maler herausitellen. Den übrigen llnterricht müjien wir berufenen Fadilehrern itehen vor dem Bilde des Staatsmannes. „Wie viel muj geichehen überaien.

2. D. jein, daß der Papst sich Bismarck bestelli“, jagi die Stronprinzejjin welcher Döllinger „cine jeltene Begabung und Leutselig keit“ zujprad). Nicht immer scheint ihm, was aus Berlin fam, ganz gefallen zu

Albert Noderich. Die glücklidie Ehe und andere Humohaben. „Wie nach dem Ausdruck des römischen Satirifers - jo

reofen. $. 11. Schönihans Parkbibliothef. Berlin, schreibt er der Freundin der ivrische Drontes sich in die Tiber

H. Conibcr. ergorien haric, io icheint dicies šahr die pret, allen giographiichen

Sechs unbedeutendo vumiorcsten, von denen cinigo überhaupt (cieten zuwider, sich in den Tegernice ergicien zu wollen in teinen mimor baben. Cijenbahntettüre. Bisweilen regt jich doch chr wimmelt es hier von Berlinern und Berlinerinnen. Viidi allo ein Lächeln, manchmal aber ijt is herrorgeruien durch die Faivität Welt und nicht alle Formen der Weltfreude gejielen ilm. „Die

des Periajers.

2. 2. Mädchen erzählt er als jeiner Jugend, die mir in ruhiger Kojimur ganz anmutig crichienen, iand ich ichrcdlich, wenn sie beim Tanze

Eine Florentiner Novelle. 10 atemlos mit den berren herumraiten. Denn jie wenigions in Ernst Hemin, Der gute sampi Picnuett getanzi hänen, aber dicic Walzer! Ein Froreijor, der im:

Leipzig, Ph. Nietlam jun. illniv. Bibl., v. 2530.) Studenten cinmal einen Vortrag zur (veididuse des Tanza:" bielt, jagte: Die Tänze der fremden Bötter stellen die Werbung dar, der Philipp Berges, Amerikana. Jumorintische Stizzen aus dem deutsche Balzer stellt die Ehe dar; dori bemüht man jid) voll Liebenss ameritaniidien Leben. 3. Pand. Leipzig. th. Victlam jun. würdigtrit um die Mäddien, hier iit man bereits im Vieiite dericiben. (Ilniv. Bibl., no. 2929.) lind er hatte Rechi.“ Visweilen erläutert er, detien wijensdrang ser tn. Reklam iit nicht nur citrig bemüht, üliere Werfe, dic durch ein gan; außerordentliches (Siedächtnis unterstützt wird, jeine bereits in cinem anderen Verlag erschienen ind, jobald dies möglich (Gedantin durch heitere Pecipicle. Es iit von Criginalen die rede. iit, iciner billigen linivcrjal-Bibliothek cinzureihen, jondern er be

Weldi cine vichung von Beritand, Oberiladilichteit, Liebens. reichert icine Sammlung auch itet; durch iicuc Ecriiten aus allen würdigteit und veidiiin in Geldiadien repräsentirte in der (Gebieten der Weltlineratur. 331 den beachtenswerien Ericheinungen şürit W! Er war dermatzen daran gewöhni, non seinen Gläubigern der II niverial. Bibliothek auf dem seld der modernen schöngeistigen angehalten und verfolgt ill werden, dari, als er sich cuimal beim Litteratur gehört auch die vorliegende Viorelle „Der gute Nampi“ Austrili aus der Kirchic an icinein lantel reitgchalten fühlic, cr, jich von Erniit Hemin. Tcr vcriaijer orienbart iid in derjelben als udrchend, entrüstet ausrici: „Das ist denn dod nid)t der klar!" treñlicher Vovellist. Tcr sionilift der Miovelle, die wie jo häufig zu jeinem Vergnügen entdeďre cr, daj; icin Mantel uur an cinem i in unserer modernen Litteratur. die Ehe behandelt, ist klar und Pagel hängen geblieben war. Es crijiren maiienhafte ufdoren groí; geitaltet und ausgezeichnet pídologiich verricit; dic Charafiere über den jüriten, aber man tut am beiten, bierin wie der veritorbene jind darf und leben: wahr gezeidinet." Tic Tariiellungsweise der önig von Dannover zu veriahren: Grcmprabil ciner :lcbrijin cine d-Erzählung ist mapp und lebhart, an gcoigneten Stellen von schöne Siindcrin, weldie von ihrem (vieliebten veriührt worden war, icinem sumor criülli. in den (vang der Handlung iind geiitvolle jur uinahme in ihr iloiter. Tio :lebriiiin ichricb, sic bedancro Vemerfungen und luscinanderichungen über Philoiophie und sunst, vielmali, allein der Nui der jungen Tame ici i dht ohne Match, namentlich florentiner, cingeflochten. Die Novelle ist in jeder Hin: worauf ihr der Negent crwiderte: Ehrwürdige Frau, machen Sie 19 sicht lejenswert. wic idi, ich glaube boi derici Dingen stets iur die Bäline von den, (Beringeren Inipruch auf litterarische Vedeutung machen die ivas man jagt, und würde man mir hinterbringen, Sic hästen humoristijden Etijzen aus dem ameritanischen Leben von Berges. zwillinge betommen, io würde ich auch nur die milite glauben.“ E: iind Heine, oil an Satiren oder karrikaturen grenzende Humolind Döllinger iolbit? A: der ichöne Wann mit demi Talente für resten, die in iloniemi, humorvollem Ton erzählt sind. 1113 interessant Bonmors jic unichlbar crflirte, da wollte Töllinger nur etwa die ! und lustig werden da die veridicdenen Sonderbarteiten und us. Wälite glauben - und man iagte mit Viccit, der Streit ginge widic des :")anteerums geschildert, der unbegrenzte Internchmungs: daruber, ob zweimal zwei fünt jei oder icchi. ja, le nostre regole! und Spekulationsgciit

, die wunderiame širigkeit im Schließen und Auch criji niemal: davon irei geworden. sonno er audi cinc go , Löjen der Ehen, das dumme Krogentum der Millionäre und manches gejdhiditliche Darlegung über die Verehrung des heiligen (sieorg mit andere. Alles iit über die Wirflichkeit erhoben und etwas übertrieben. den Worien idilicizen: „Leider mui; idi bciorgen, durdi dicic Details Es iit cine ganz annehmbare leichte Leftüre, die besier ist als manch dem Wein Ihrer Undadit zum heiligen (cörg cinige: aver bois į gewöhnlidier Dupendwaarenroman.

E. Vöber.

Perantır.: Dr. (urt fup eo(krotterig, Berlin.

Perlas l'ont j. & P. lcmann, Berlin W., Kerncistr. 2.

(Hedrudt bei R. Gensch, Berlin SW

s für Sitteratur. *

1832 begründet

von Joseph Lehmann.

Fserausgegeben von Fritz Mauthner und Otto Deumann-Hofer.

Redaktion: Berlin W., Körner · Straße 2.

Verlag

von S. & P. Lehmann.

rjdpeint įeden Sonnabend. – Preis 4 Mart vierteljährlich. Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (Nr. 3589 der Postzeitungsliste), sowie vom Verlage des Magazins" entgegengenommen. Anzeigen 40 pfg. die dreigespaltene Petitzeile.

< Preig der Einzelnummer: 40 Pig. So

60. Jahrgang.

Berlin, den 12. September is9l.

Ir. 37.

Luhait: Prof. Sarrazin: Der Dichter von „Paul und Virginie“ in neuer Beleuchtung. – Dr J. Lang: Suggestion und Strafrecht. Hermann Vahr: Pom jüngsten Spanien. - 9. Dehlen: Neue Werte für alte Worte. Franz Servaes: Ein Wiedersehen. Henri Becq110: Der wahre samlet. Fra113 Bauer: Jan Neruda. Litterarische Chronik. Litterarische Neuigkeiten: h. Steins „Briefe von (Svethes Mutter“, besprochen von — 1.

Auszugsweiser Nachdruck sämmtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Unbefugter Jaclydruckt wird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt.

Der Dichter von „Paul und Virginie" in neuer | trieven hatte. Vioch einmal loderte diese hell empor, als Beleuchtung

Bernardin ins Jesuitenkollegium 311 Caen geschickt wurde:

die Schilderungen der Veldentaten der Missionare und Von

ihres Mörureriodes begeisterten ihn jo iehr, daß er den Prof Dr. Joseph Sarrazin (Freiburg i. Bri.

Plan faßte, auch im fernen Süden Misionar zit werden.

Der Tod der Mutter und des Vaters Wiederverheiratung Mit selig verklärtem Aniliiz, von langen Loden 1 trieben den Schwärmer aus dem Elternhaus und nach wallt, sitzt ein Mann vor einer Hütte. Sein getreuter i Paris, wo er ein freudloses ind locferes Leben führte, Hund blicft ihn mit liebender Hingebung, cine abjeits bis ihm endlich durch ein Verschen der französischen stehende Negerin mit wonnigem Entzücken an. Diese Wecresverwaltung cine Offizierstelle im (vcniecorps in Titelvignette der älteren Ausgaben von „Baul und den Schoos; fiel. Cu machte Bernardin delt innrühm Virginie“ giebt vom Charakter Bernardin de Saint- lichen Feldzug von 1760 mit. Bald wurde er wegen Hierres ein unrichtiges Bild. In seinem Bricfwechsel, dienstlicher Reibereien abberufen und 311r Disposition genamentlich aber in den Zeugnissen der Zeitgenossen, iritt stellt, dann auf dringendes Bitten nad) Malia abgesant, der Jünger Rousseaus uns als unruhiger, unverträg: aber auch hier verstand er sich nicht der Disziplin zu licher, ehrgeiziger, zeitlebens jich verkannt wähnender und beugeni, jo daß jeine Offizierslaufbahu cin jähes Ende in seinen Beglüfungsplänen gehemmter Reformator ant fand. gegen, so daß ein Eingehen auf jeinen Lebensgang jich in Paris beschäftigte ich der Lieutenant a. D. wol verlohnt.

Benardin de Saint-Pierre mit dem Abfafien von DenkDie Jugend Bernardin de Saint - pierres verfloj i schriften über allerlei Mißstände in Heerwesen und Ver: ziemlich ungebunden im Vaterhaus 311 Håvre. Als ihii waliing, fand aber nirgends (Schör. Deshalb wante er eines Tages der Vater die Höhe des Doms 311 Rouen sich nach Rußland, um am llraljee cine Ansiedlung zu bewundern ließ, rief der Nuabe zeritreut aus: „D, wie | gründen. Durd) den Alublid der männerfreundlichen hoch jie fliegen!“ Statt nach dem gothischen Turme, Saijerin satharina, die den blauäugigen effizier hildhatie er nach den Schwalben am Himmel geschaut. Alls vollst anlächelte, wurde er indes bei der Audienz derart die Frage der Berufswahl kam, wünschte Bernardin autizer Fassung gebracht, daß er den cigentlichen Zweď Siapuziner 311 werden, weil er einmal einen biederen derselben vergaß und an den Fürsten Qrloff sich wenden Beitelmönch) bei prächtigem Sommerwetter auf seiner mußte. Dieser ging auf die Kolonialutopien des jungen Wanderschaft durch die üppigen Fluren der Normandie Franzojen überhaupt nicht ein. Nunmehr schüttelte begleitet hatte. Doch brachte ihn die Leftüre des „Robinson“ | Bernardin Rußlands Staub von seinen Füßen und suchte auf andere Pläne: er schiffte sich mit seinem Cheim irach in Polen einen günstigen Boden für seine Reformpläne. Martinique ein, weil er cinc jujel 311 entdecken und als Die Liebe ciner freigebigen, polnischen Fürstin fesselte (Geseßgeber zu regieren hoffte, wie einst Don Luirotes Bernardin über drei" Monate an Warschau, der unverSnappe Sancho.

meidliche Brud des wenig chrenvollen Verhältnisses Bei seiner Rüdfehr von der Seereise war Bernardin i trieb den Wandervogel nach Frankreich zurück

. sehr ernüchtert, da sein Dikel als cinster Mann der Bernardin war dreißig Jahre alt und hatte keine Þraris ihn die ziellose Schwärmerei gründlich ausge- 'anderen Subsistenzmittel, als seine ungebetenien Denf

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