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Brillo. Danke! Ging an.

Janikow (freudig). Ad Sie! Ja, Sie sind Weiße. Dann bin id, beruhigt. Einen Tisch- auch ein edler Mensch! nachbar hab' ich gehabt ... Pozteufel! Der Mann Siegfried. Gestatten Sie: Siegfried Meyer. muß Agent des Mäßigkeitsvereins gewesen sein. Während Weiße. Auch ein edler Mensch! er sich an süßem Weine volljog, hat er mich ohne Auf Janikow (Siegfried gerühit iic Vand Crückend). (Bewisi hören von den Vorzügen des Mildytrinfens unterhalten. ja, ja, ja. Sehu Sic mal: ich hab heut 'n kleinen Bruno. Wissen Sie, wer das war?

Lüteti! Das werden Sie mir nicht übel nehmen Weiße. Hm?

nein? Denn wenn man so an Milch gewöhnt ist. Bruno. Herrn Willi) Janikows Erzenger!

Weiße (Teije). Es geht los. Weiße Getr überrascht). AH! (#frift) Ei, Fran Adah! Janikow. Aber imter uns gesagt: Id pfeif auf

Weiße. llud die alte Dame, die ein Gesicht machte die Mild)! (pfeift) Denn die richtije Alpert - fräuter wie eine gefränfte Herzogin und auf zehn Schritt nach (singt) Wohlauf nod) getrunken ..... Menien Sie das? Nampher roch? --- (Prung nicht) Fran Adah! Frau udah! Weiße. Ja. . Bruno. Wie erklären Sie sich diese Frail, Doftor! Janifow. Ja, das hat man alles 'mal crlebt.

Mló ineiit Willi) getauft wurde, da sangen wir das! lind im Park gab's Feucriverf. llnd der Mond jand

über den Linden lind im Saal tanzten wir den Dritte Scenic.

Mazuref. Ind ich - ho! können Sie Mazuref? Tie Borigen. Barczinowsfi. 3anifoto.

Weiße. Wenig. Janifow (angeheiteit an Barczinewsfi Arme: Ja, Sie Janikow. Das muss ich ihnen zeigen. (jingt und sind ein edler Mensch. Ja.

1,7113t.) Barczinowski. Seßen Sie jid), mein werter

Bruc. llibezahlbar. Herr. (Trückt ihn in cinen Sesjel.)

Biogfried (hinzuipringend. Genug geng! Janifow. Ja, Sie sind alle cdle Meniden!

Janikow (fällt eridöpst in den Sojiell. Ja, das will (Sowatt und ladt vor sich hin.)

nicht mehr. – Stiebeli fann ich mir auch nicht mehr Barczinowski. Na, meine Herren, amüsiren anziehu. Voriges Jahr famos! Na, und früher Sie sich?

dic langen! Denn auf sollen of ist cine Matiche! Alle Drei. Nein

ja, jo 'il Hof! hier sind die Scheimen dort ist Barczinowski. Juul Bertrautent: ich auch nicht. der Pierocitall! Rechts die Strohichober. Linto Bruno. Wollen wir ausrücken?

der Misthaufen. ja so ein Manfeli, wiisen Sie, das Barczinowski. Udh, Ihr Glücklichen! - Sü'inder. gährt, da ijt Wohlstand drin, wissen Sic, da schläft Da ihr nichts zu tun habt, nehmt ench doch diejes die ganze Ernte vom nächsten Jahr wie im Mutteralten Schweden ait. Er führt euch die schönsten Solo leib. Ja, und vor'ı Stacketentor steht ein Lupinentscenen auf.

feld . . Das riecht! . . Feinstes (Brünfutter, jag' ich Weiße. Gut.

Suite! lid der Williy kommt mit jeinem HausBarczinowski. Meine Herren, ich lajie die Somme lehrer auf einem weißen Fonm) ind hat eine meiner Gnade jeft anderweitig leuchten .. (umtebrendi i ichottische Müße auf. Und so lange ichwarze Locfent, Übrigens inter uns; Ejjen war gut.

und Ja, das ist lange her, lange. Ja, itd Alle Drei (in ruhiger Anerkennung). E, ja.

der Willy) ist rangewacjent ja hahahaha sa Barczinows fi. Was man so niennt: ein fräftiger, war die Kathrin ein Mädel, jag' ich Ihnen, wie 'll bürgerlicher Mittagstisch).

Dais!

blonde Zöpfe 10 (allt die Fäuste) Siegfried. Sie! Den Wipz hab' id) schon , frais und trocken wie Roggenstroh itud cin cgemacht.

stelle

wissen Sie, wenn sie Porn anfrahm, soldhc Barczinowski. Schändlid!

Waden (15lt die hohlen Gände gegen eirandci) und wie (916.)

Idh ich schon, hinter der geht er mit solchen Vugen

Der Beigel obeit funfzehn was? . . Iinen lacht mir das Herz, aber man

muß doc) jo turt! Ich nehm ihn mir also beim SchlafittVicetr Scene

chen und jag: Bengel, machst Du der Sathrin verliebte Bruno. Siegfried. Weiße. Janifol.

Najenlöcher? – Da seh ich ihn noch aufspringen, Janikow (will ihn nachlaufen). Wartet Sic ich wie Carl Moor jah er aus. Papa, schreit er: enterbe - id)

mich, verfluche midh, aber die Kathrin werd ich hciWeiße (ibuten Mej vertretend Nichmen Sie mit uns raten! . . Ta (zwischen Lachen und Weinen) und in joli vorlieb, mein weiter Verr.

er eine andre Kathrin heiraten llud alle Sorg' ist

Eijent . .

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zu Ende

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denn (vertraulich) fie hat Seld! ... Ach als wolle er sich durch diesen moralischen Selbstmord Gott, die Menschen sind alle so edel (weint).

vor etwas retten, was es steckt da noch irgend Bruno. Das is 'n Orginal. Den müssen wir was

Und Sie haben auch nichts erreicht? weiterreichent.

Frau Janikow (schüttelt den Kopf Pause). Ich Siegfried. Bitte recht sehr, Bruno.

.

Bitte recht sehr, Bruno. Wenn ihr weiß wohl, ich trage an allem die Schuld ... Erst einen Bajazzo braucht, wendet euch immer an mich. die Affenliebe, die Bewunderung dann der auf Der alte Man ist zu schad' dazu. Spielen Sic gespeicherte Groll

gespeicherte Groll ... Durch das ewige Sorgen und Partie Piquet, Papachen?

Schweigen ist man so heruntergekommen. Und ich Janikow. Ja ja ah!

bin so unsicher hier. Ich seh mich immer an in Siegfried. Kommen Sie! Das woll'n wir diesem verschossenen Seidenkleide und der altmodischen machen. (ab mit ihm Arm in Arm.)

Haube und komm' mir vor wie eine Karrikatur. Mir Bruno. 'n ja. . . . Ronimen Sie mit?

bleibt das Wort in der Kehle stecken, und dabei fühl' Weiße. Nein!

ich, ich soll handeln. Bruno. 'n ja. (ab)

Riemann. Was wollten Sie thun?

Frau Janikow. Das ist es eben. Warum hab'

ich den Fuß über diese Schwelle geseßt, wenn ich doch fünfte Scene.

nichts hindern kann! Es warnte mich tausenderlei. Weiße allein.) Wenn ich noch 'was könnte, fo Noch heute Clärchens Unwohlsein .. Aber ich meinte, würde ich auf diesen Vorfall ein rührendes Gedicht ich dürfte nicht anders. Da glaubt man sich die Brust machen, 110-120 Zeilen

aber jo

que voulez- aufreißen zu müssen und nun steht man da mit all vous, que j'y fasse?

seiner Mutterliebe wie eine alberne Gans ... Erbarmen Sie sich helfen Sie – raten Sie!

Riemann. Es gäbe wohl ein Mittel. Aber ob
Sechste Scene.

Sie die Frau dazu sind, es
Weiße. Riemann. Frau Janikow.
Riemann. Verzeihung, Herr Doktor, war Herr
Janikow nid)t hier?

Achte Srenr.
Weiße. Der alte Herr ist soeben nach den Spiel-

Die Vorigen. Leiße. zimmern gegangen.

Weiße. Gnädige Frau, ich kann Sie beruhigen. Frau Janikow. Könnten Sie uns den Weg | Ihr Herr Gemahl schwimmt in Glück. dorthin weisen, mein Herr?

18 Pfennige gewonnen. Weiße (sich vorstellend). Gnädige Frau, --- Dr. Weiße Fraii Janikow. Ich bin Ihnen sehr dankbar, - höchst brauchbar für Kommissionen, Spionage und Herr Doktor! (Riemann; Frau Janikow nach links ab). bergl. Spezialität: eheliche Geheimnisse.

Frau Janikow. Sie sind sehr gütig, Verr Doktor. Wenn Sie meinen Mann hierher bitten wollten.

lleunte Scene. Ich bin in Sorge im ihn.

Weiße. Willy. Drobijd.
Weiße. Wird gemacht! (ab.)

Willy (fahrig und verstört, tritt rasch ein, sieht seine
Mutter und weicht erschrocken zurüc, bis sie mit Riemann

braußen ist). Sicbrute Srene.

Drobisch (die Band auf seine Schulter legend). AIO Riemann. Frau 3anifow.

hierher muß man Ihnen nachlaufen, wenn man Ihreč Frau Janikow. Wo sind wir hier hingeraten, habhaft werden will. — Dabei hör' ich, wir sind NachHerr Professor? Was ist das für eine Welt? Ich bin barn geworden. alt und grau geworden, aber das hab' ich noch nicht Willi). Nachbarn? Ja wohl – erlebt. Hier muß er ja intergehn in diesem Pfuhl. Drobisch. Früher ließen Sie sich wohl einmal

Riemann. Müssen -- niein. In diesem — wic in meiner Sprechstunde sehn! Wir haben iminer so
Sie sagen
Pfuhl lebt manch wackerer Kerl. Aber niett geplaudert!

Willy. Sehr nett es war sehr nett
Frau Janikow. Haben Sie mit ihm gesprochen? Drobisch. lind jezt wollen Sie mir untrent
Riemann. Mehrmals.

werden?
Frau Janikow. Ilud ?

Willy. Untreu? Weßwegen untreu ? Riemann. Er täuscht sich über nichts und stürzt Drobisch. Also auf gute Freundschaft! (stredt ihm sich mit offenen Augen in den Abgrid ... Es ist, die Hand entgegen, die Willy ergreift).

Er hat

ob er

116 hni

Willy. Sie sind sehr gütig, Herr (Pause)

Friedrich Hölderlins Leben. Warum lassen Sie meine Hand nicht los?

Mitteilungen aus C. T. Litzmanns neuem Buche. *) Drobisch. Pst. Gleich! Weil ich Ihren

Von Puls zählte. - Es ist wirklich nicht redyt, daß Sie sich

V. U. Widmann (Bern). bei mir nicht sehn lassen. — (bei Seite) 116! hm. Sehn Sie, Sie brauchen mich ja nicht - - nein

Ein melancholischeres Bud) als dicjes neute bioich dränge mich auch nicht in Ihre Geheimnisse

graphische Werf über völderlin fann es nicht geben.

Der Gegenstand bringt das mit sich. Deiini was verWeiße. Ich störe die Herren wohl!

| mag schwermütiger 311 stimmen, als dem traurigent SchauWilly. Ich bitte Sie ich flehe Sie an ivir

spiele beizuwohnen, wie ein ganz besonders odler (Beist haben keine Geheimnisse!

von der erstent Jünglingsreife an cinem Trůbsime vers Drobisch. Sehn Sie mal, Tciierster — (bei Seite)

(bei Seite) fällt, der sich mit den Jahren immer mehr zi1 gefährlicher Ruhe, das ist die Cuintessenz des Das geistiger Zerrüttung steigert, bis endlid, unabwendbar,

der helle Wahnsinn ausbricht und nach längeren Rasen seins Das da unter dem Plastron ist nicht das

eine Geistesımınachtung folgt, die volle eindvierzig stärkste das will Ruhe - Ruhe. Ich würde Jhuer Jahre cines Menschenlebeiis in Beschlag nimmt, das raten als Freund natürlich als Przt nein, nur zweiunddreißig gesunde Jahre hatte? Ilnd wenn nun nein! – fliehen Sie für die nächste Zeit jede Erreging. wenigstens diese zweiunddreißig gesunden Jahre wirklich Warum bleiben Sie nicht hübsch zu Hause? Sehn Sie,

ganz gesunde oder gar glückliche geweien wären! Aber da ist es so hübsch still. — Inten fließt der Kanal.

von (Glück ist in Hölderlins Leben wenig 311 spüren; ind Da

doch waren seine Ansprüche in dieser Beziehung so begiebt's kein Wagengerassel, kein also jeßt gehu Sie

scheidene. Aber er gehörte zit jenert, in deren Nanten der mir brav nach Hause, – ich schreib Ihnen was auf -- mittelalterliche Dichter so rührend flagt: und morgen früh komme ich mir Ihr Atelier ansehit.

llngetrunken mußt' ich gehn von einem See,
Aus dem sich ein schöner Bad) crgoß,
To breit und groß.
Dahin fam viel fremde Sdar,

Die wurden hoch gejebet;
Behute Scene.

Dfter bot ich mein Näpflein dar,
Das ward mir nie genießet.

pervogel.) Die Vorigen. Udah.

Nun ist allerdings imsern Lesern dieses Schicksal Weiße. Ah je später der Abend, desto schöller Hölderlins nichts wienes. Doch wird die Erinnerung die Hausfrau.

darant neut aufgefrischt durch das schr bedeutende, große Adah. Schämen Sie sich!

| (über 670 Seiten starfe) Buidh des noch vor Erscheinen Weiße. Ich wollte sagen: Je schöner der bend,

seines Werfes (am 2-1. Februar leizten Jahres) ver

storbenen greisen Gelehrten Lijmani. ( Der alte Herr, desto später die Hausfraui.

welcher noch die 311 (Voethes Zeit übliche Schreibung Adah. Das ähnt Ihnen schon eher. Lieber' nögte“ statt möchte" ut. s. w. bevorzugte, hat sein Sanitätsrat, ich fiebre!

Birch, beinahe bis auf den letzten Bogen durchforrigirt; Drobisch. Sie auch?

die Überwachung des Druckes hat sein Sohn besorgt.)

Nach Lipmanns Darjiellung ist eigentlich nur die Adah. Haben Sie nicht irgend was, Brom oder

frühe Kinderzeit Hölderlins, die er im Heimatorte Chinin?

Lauffen am Neckar bei der vortrefflichen und von ihm Drobisch. Nein, aber Brom und Chinin (giebt auch im späteren Leben hochverchrten Mutter zuibrachte, ihr ein Schächtelchen, daß er aus der Westentajde zieht) Bitte! eine glückliche gewesen. Die mschuldigen und dabei Adah. Danke! Ein Wort, lieber Herr Janikow unvergleichlich schönen (Genüsse, welche das freie Land

leben einen frischen Sinabeu bietet, wurden auch ihm 311 (zieht ihn nach rechts.) Drobisch (mit Weiße sprechend

Teil. Eine erbliche Belastıng seines (Bemüts war nicht weist auf Willy) und

vorhanden, die Eltern und Großeltern waren geistig ganz sdjüttelt bedenklich den Kopf).

itoriale Menjdenes ist also nicht anzunehmen, daß Hast Du Dich sãou erklärt?

auch jene frühen Minderjahre schon jenen Anwandlungen Willy. Nein.

der Melancholie jciert ausgesept gewesen, welche ungeAdah. Du saßest doch bei Tische neben ihr. fähr mit den Jahren der Entwicklung 2011 Jüngling Hole nach. Die Zeit drängt.

ihren Anfang nchmen und gewiß schr auf Rechnung

der für Hölderlins zarte Natur so ungeeigneten württem= Willy. Meine Mutter weiß Alles !

bergischen Klostergymnasien, der sogenannten Stiftschuleni, Adah. Ja.

i

zu jeßen sind. Au (Goethe, der Hölderlin in dessen Will y. Und trojdem?

bester Zeit, nämlid) im Sommer 1797 in Frankfurt a. M. Adah. Ja.

sah und danach an Schiller über ihn schrieb: „Er sieht Willy. Gut. (geht nach links hinten ab.)

etwas gedrückt und kränklich aus,“ antwortete Schiller: Drobisch (ihm nach). Halt, lieber Freund

*) Vollständiger Titel: Friedrich Hölderlins Leben. Sie lieber gleich nach Hause wollen — (ab).

In Briefen von und an Hölderlin. Bearbeitet und herausgegeben von Carl 6. T. Lißmann. Mit einem Bilde der Diotima

nach einem Relief von Dhinacht. (Berlin, Wilhelm Herz 1890. | Preis 10 Mark.)

Adah.

falls

Hauptstelle aus

„Ich möchte wissen, ob diese Schmidt, diese Richter, ' ausgeföhnt crklärt mit dem Gedanken an ein fünftiges dieje Hölderlins absolut und inter allen Umständen so Pfarramt.

Pfarramt. Es ist jedoch nur zii ersichtlid), daß er sid) subjektivisd), so überspannt, so einseitig geblieben wären? in Augenblicfen, in denen er dergleichen niederschrieb, Ob es an etwas Primitivem liegt, oder ob nur der solches cinredete, in seiner Mutter, die er so inmig Mangel ciner ästhetischen Nahrung und Eimvirfig von liebte und verchrte, cine Freude 311_madiei. außert, und die Dpposition der empirischen Welt, in Es wundert uns übrigens, daß Ližmam eine der sie leben, gegen ihren idealischen Hang diese inglückliche Wirkung hervorgebracht hat? Ich bin sehr die Hölderlins Abneigung gegen der Beruf des Geistgeneigt, das (czte 311 glauben, und wenn gleich ein lichen zi1 ciner grundsäßlichen stempelt und überhaupt glückliches Naturell über alles siegt, lo so hochinteressant ist,

so hochinteressant ist, daß sie in einer Biographie deucht mir doch, daß manches brave. Talent auf dicje Hölderlins eigentlich nicht darf mit Stillschweigen überArt verloren geht."

gangen werden. Freilich sind die betreffenden Worte Schr merkwürdige und sehr richtige Worte Schillers! nicht in einem der lyrischen Gedichte Hölderlins zu Er mußtecs übrigens selbst am besten wissen. Er finden, sondern von Dichter dem Philosophen Empedokles besaß jenes mächtige und glückliche Naturell, welches (in dem gleichnamigen Traucispielfragment) in den Mund über alles siegt; ihm hatte die Farlsschule nicht zlı viel gelegt. Aber bei dem durchaus subjektivistischen Charakter anhaben fönnen. Die Opposition dieser Art ,,empirischer auch dieser Dichtung darf man in den Bekenntnisse Welt“ gegen seinen „idealischen Hang" zog den kürzerent

. des antifen Philosophen, der außerdem ganz die Sprache Aber weniger stark angelegte Naturen wie eben der fast des Lyrikers Hölderlin redet, den Ausdruck der wahren mädchenhafte Hölderlin mit seiner mimosenartig ent Verzensmeinung unseres Dichters über den Beruf des piindsanien Scele litten 311 schwer unter dem danialigen Geistlichen finden. Empedokles wendet sich an jener verföcherten Schulpedantismus eines solchen Stifts. Stelle gegen die ihm feindliche Priesterschaft der Stadt. lind - wohlgemcrft! Das Leiden umfaßte sowohl Folgendes sind seine Worte: die Ginnasial- wie auch die eigentlichen Studenten

„Ach! als ich wod) ein Knabe war, da mied jahre. Denn welches geringe Maß studentischer Freiheit Euch, Allverderber, schon mein frommes Herz, tübinger Theologiestudirenden 311 Ende des vorigen Das unbestech bar, innig liebend Hing Jahrhunderts bewilligt wurde, ahut man heutzutage

An Sonn' und Aether und den Boten allen

Der großen, ferngeahndetent Natur. gar nicht mehr. Sagen wir furzweg: sie waren

Denn wohl hab ich s gefühlt in meiner Furcht, protestantische Klosterschüler, so kommen wir der Wahrheit Daß ihr des Verzens freie Gottesliebe am nächsten. Vizuam schildert in seinem Buche in Bereden möchtet zli gemeinen Dienst

, anschaulicher Weise, wie es in diesen Stiften alšjah),

llnd daß ich's treiben sollte, so wie ihr.

vinweg! ich fann vor mir den Mann nicht jehn, welcher Zwang auf den in Klausiir gehaltenen jungen Der Göttliches wie ein Gewerbe treibt; Lenten lastete. Hölderlin war ciner der besteit Schüler Sein Angesicht ist falsch und falt und tot, uud liadher auch der besteit Studenten, namentlid) Wie feine Götter sind." allgemeintüchtig im Griechischen; gleichwohl fühlte er Göttliches wie ein Gewerbe treiben"

das war sich auf diesen 9(ustalteit nicht wohl und insbesondere es, was Hölderlin nicht vermocht hätte. ,,Dos Herzens die Briefe von der Universität d. 1. aus dem tübinger | freie Gottesliebe" sollte nicht durch gemeinen Dienst" Stift fließen über von Klagen über die Einschränifig, entweiht werden. Die Stelle ist höchst inerfwürdig, sie Die ingesunde Luft, die schlechte Nost" und dergl. darf, wie gesagt, in feiner Hölderlinbiographie fehlen. Einmal schreibt er, join Vater habe ist gesagt, seine Einen solden Enthusiasmus des Hasses gegen die liniversitätsjahre seien feine vergnügtesten gewesen: priesterlichen „Allverderber" hat selbst Voltaire nicht „soll ich dereinst sagen müssen, meine Ilniversitätsjahre aufgebracht; ein solcher war dem deutichen Protestanten Verbittertei mir das Leben auf ininter ! Sein vorbchalten, der den Sonflikt um so tiefer faßte, als er Temperament tauge ummal nicht für Mishandling, mit diesem AusbrudVergeltung übte für eine in für Druck und Verachting.“

theologischen Zwangsanstalten ihm geranbte verlorene Es darf hier freilich nicht außer Adhit gelassen Jugend. werden, daß das Studium der Theologie, in welches Durch Schiller, an den er Erstlinge seiner Gedichte jid Hölderlin durd den Wimsch seiner Mutter und gesant hatte, crhielt Hölderliit nach Beendigung des Durch die für dieses Studium ini öfonomischer Hinsicht | theologischen Studiums cine Hauslehrerstelle bei dem bestchenden staatlichen Erleichterungen gedrängt sah, ihu Söhnchen der bekannten Charlotte v. Kalb.

War 111111 keineswegs befriedigte. lind mehr noch als

) dem auch der Ilmgang mit dieser geistreichen Frau für ihn Studium der Theologie war er dem Gedanken abhold, ein angenchmer und vermittelte ihm diese Stellung derinaleinst praktisch seit Predigerberuf ausüben 311 außerdein die persönliche Bekanntschaft mit Schiller, sollen. Nicht wesentlid, philosophische Zweifel waren (Goethe, Herder ind init den andern hervorragenden cs, welche ihm dicjes Zufunftsbild widerwärtig madylen; Männern in Weimar und Jena (Fichte besonders), so dei im ganzen ergiebt sich aus den Briefen Hölderlins war sie andrerseits für ihn feine crquickliche, da sich an in allen Epochen seines Lebens, daß sein Gemüt den feinem Zögling intellektuelle und physische Mängel Zusammenhang mit Gott nie verlor und daß er zeigten, von welchen die letteren dem Hausschrer eine fogar den einzelnen Dognien des Christentums nicht peinliche nächtliche Überwachung des Kuaben zur Pflicht gegenübertrat.

machtei. jii Bricci an feine Freunde (unter andern volle ingeteilte Hingabe an die Poesic und an die auch an den Philosopher Hegel, der damals als Hausihr verwanten ästhetischen und philologischen Wijsen: lehrer bei der Berner Patrizicrfamilie von Steiger lebte), schaften das liebste gewesen. Wohl tauchent unter den klagt Hölderlin über jeine regelmäßig gestörte Nachtruhe. Briefen an seine Mutter cinzelne auf, in den:n er sich i Der snabe wurde damn ärztlicher Pflege übergeben 11110

"

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Hölderlins Erzieherstellung in dem Hause der v. Sialb i des Briejschreibes den Lejer zuweilen peinlid) berührt. hatte damit ihr natürliches Ende. Wir jchert, wie er Nurz, man gavinnt den Eindruck, daß auch ohne das Hierauf cinc Zeit lang in Jena Vorlesungen hört ind Verhältnis zi1 Süjette Gontard Hölderlin schwerlich ciner sich als Schriftsteller durchzubringen sucht. Sein Roman: allmählichou (Veistesverdüisterung entgangen wäre, wenn fragment „Hyperion“ war durch Schillers Vermittlunganch dieselbe in diesem Falle sich vielleicht weiter hinausteilweise in der „Thalia“ erschienen, dann jollte es, geschoben hätte. wenn cr es erst beendigt hätte, als Buch bei Cotta Nachdem Hölderlin aus begreiflichen Gründen die Herausfomnien, und Hölderlin rechnete schon init dem Stelle im Hause (Gontard aufgegeben und eine andere verheißenten Honorar; doch fonnte er, von manchen (e Hausschrerstelle bei einen verrni V. (Sonzenbad) in mütsbewegungen ani stetigen Schaffen verhindert

, die schweizerischen Santon St. Gallen auch nur kurze Zeit Arbeit nicht vollenden und so kehrte er nach erfolgloseni bekleidet hatte, übernahm er die vierte und legte PräKampf um unabhängige Eristeniz vorerst zuir" Mutter ' zeptorsstelle seines Lebens im Hause des Herrn Mayer, zurück.

hamburgischen Stonsils in Bordcaur

lluni dorthin zu Zu Ende des Jahres 1795 trat er die Erzicher= gelangen, durchwanderte er zur Winterszeit stelle im Hause der sehr angeschenen Familie Gontard Jannar 1802 - von Lion auś cinen Teil des jüdin Frankfurt a. M. an. Die schöne fechsındzwanzig- lichen Frankreichs zu F11B Diese cinjame Wanderung jährige Herrin des Hauses, Süsette Gontard, wurde in wildfremdem Lande, wo er auf den überschnciteit seine ,,Griechin“, seine Diotima und sein Schicksal. Höhen der Auvergne cine ciskalte Nacht in Sturm und Dod) wollen wir, gemäß der so flaren Schilderung Wildnis, die geladene Pistole immer zur Hand, 311dieses Verhältnisses bei Lißmann und gemäß den dort brachte, später dann freilich durch „einen schönen Frühinitgeteilten Briefen Hölderlins ans jener Zeit

, nicht so I ling wanderte“, mag doch im ganzen seine verhängnisweit gehen, Hölderlins unaufhaltsames Hinabgleiten in volle Selbstabschließung von anderen Menschen wesentlich Geisteszerrüttung und Wahusin wesentlich nur als eine gefördert haben.

gefördert haben. Das Gegenstück 311 dieser Winterreise Folge seiner hoffnungslosen und übrigenis keuschen Liebe bildet dan niach einem faim ein halbes Jahr dauernden 311 jeiner Diotiina anzusehen. Litteraturfompendien, Plusenthalt in Bordcany jointe plößliche Rückfehr aus welche diese Angelegenheit bisher so auffaßten, als habe Fraufreid), auf welcher sich der cinjanic Fußgänger lediglich diese unglückliche Liebe Hölderlin in (Beistes- tagciang der heißen Some' des Südens id dem Staub nacht gestürzt, werden nad Lipinannis Buch und nach der endlosen glühenden Straße aussette. Da er von den dort mitgeteilten Briefen sich forrigiren müssen. Dieser Wanderung mit allen Merkmalen des Wahnsins Ju den crsten Monaten war dicje Liebe für Hölderlin / ind in einem Aufzuge anlangte, welcher die Aussage 311 jogar dic Quelle reincit Glückes und sein (Gemütszustand bestätigen schien, er sei interwegs beraubt worden, da heiterer als je vorher oder nachher in seinem Lebeut. cr ferner in einem morfwürdigen, halb tiefs, halb irrAs dann freilich, wie es nicht ausbleiben konnte, diese sinnigen Briefe an einen Freund (Böhlendorf) schreibt Liebe für ihn zur Beunruhigung wurde, haben die ,, das gewaltige Elemicuit, das Feuer des Himmels" habe jeclischen Aufregungen jedenfalls

jedenfalls seinen Frankhaft 'ihil „beständig crgriffen“ mmd er fönne wohl sagen, das; melancholischen Hang wesentlich gesteigert, seiner ange' ihn „pollo geschlagen“ habe, ist die Vermutung, auf borenen Neigung zu grübelnder Beschäftigung mit seinem I dieser Reise könnte ihn ein Sonnenstich getroffen habent

, eigenen Ich fortwährend Stoff zuigeführt und zwar ! keine ganz unwahrscheinlide. Dagegen muß, niach Litzinau, leidenschaftlichen; aber das Entscheidende über das

über das jene frühere Annahme (3. B. (Blistav Schwals und durch traurige Verhängnis dürfte doch wohl in demphysiologischen ihn vieler Litterarhijiorifer) um für beseitigt crflärt Befund liegen, wonach sich bei der Obduktion der Leiche werden, die Annahme nämlid), als habe Hölderlin in Ýölderlins eine der Hirnwassersucht vorausgegangene, i Bordeauir den Tod seiner Diotima crfahren. Dicje Alitwohl längst vorhandene Entzündung der Hirnhäute er nahme fönnte nur dann aufrecht erhalten bleiben, gab. (Dieser Befund ist allerdings nur traditionell vor: weil der Nachweis jid) Icijen ließe, daß ichoni Handen; seltsamer Weise wurde die Aufnahme eines vor den 10. Mai 1802, an welchem Tage Hölderlin schriftlichen Obduktionsprotokolls versäumt.)

von Bordcaur aufbrad), cint falsches (Serücht von Hölderlins krankhafter Trübsinn ist viel älteren Tode der Süsette (Gontard, Der am 22. Jami Desa Datums als seine erste Bekanntschaft mit Süjette Gontard. selben Jahres erfolgte, nach Bordeaur gelangt wäre', Schon dent Anabent war ,,Einsiedler zu werden" cine was jedoch so ziemlich ausgeschlosjert erscheint, da Zeit lang cin lieber Gedanke (Brief an seinen Jugend- Fran Gontard nicht etwa längere Zeit frank gewesen freund Nast). Als er sich von seiner Jugendgeliebten war, jondern noch in den ersten Tagen des Juni voliLouise Nast

, ciner Verivanten dieses seines Freundes, | kommen gesind einem häuslichen trennte, klagt er selbst (vor 1790) über seinen „über- , wohnte. Nur also, wer in spiritistischer Weise an windlichen Trübsinn“, der meist „unbefriedigter Ehrgeiza shungen und an einen magischen Rapport Liebender sei. Bei seinem „Mißmut“, seiner „,Fränklid)feita häite zil glauben vermöchte, dürfte ctwa annehmen, cin jolches sie mit ihm „nic glücklich werden können“. Nuch Schiller Vorgefühl des sein Herz in der Heimat bedrohenden fah von Anfang Hölderlins Gemütszustand für einen unerseßlichen Verlustes habe den Dichter zit jener ver„ gefährlichen" an. Und in den Briefen, man mag sie hängnisvollen Rückreise aus Frankreich bewogen. Wahrwo immer aufschlagen, begegnet man nirgends herzlicher scheinlich aber fühlte er sich in dem Hause zu Bordeaux Fröhlid)feit. Dic Briefe aus den Jünglingsjahren nicht an seinem Plate; es scheint, daß inan dort iinter haben etwas Pathologisches durch die vielen abgerissenen anderem aud) wünschte, daß er predige und daß man Uusrufe im Stil der leidensdhaftlichen Sprache der gerade deshalb einen württembergischen Theologen als Dramatiker der Sturm- und Drangperiode. Die späterent! Þauslehrer hatte fommen lassen. Vielleicht auch hatte aus den Mannesjahren haben den Charakter ernster man dort die Anfänge seines Jrrsinncs bereits crfannt. Abhandlungen, in denen die Analyse des cigenen IchsOder ihn tricb die bloße Sehnsucht nach der Heimat

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