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weniger fantastisch; vielinehr, wenn das Wort hier am Hier schen wir, wie sich das Naturbild unmerklich Plaße ist, realistisch. Was ihn ab:r mit Böcklin verbindet

, in ein Phantasiebild itmiseßt, und wie in diesem Phantasies ist jeine Fähigkeit, die Natur überall groß und in der bild die inheimliche Geisteserkrankung sich langsam fortbildet. Fülle ihrer Farben zu sehen, zugleich auch in fie ein ge- Die Kunst, die Siegfried darauf verwant hat, mittels derwisses Stimmungselement hineinzutragen, wodurch sie zu artiger leicht verschwimmender Bilder den stetigen Fortdem sie betrachtenden Menschen in eine engere Beziehung | gang der Geistesverrückung anschaulich zu macheit, ist eine tritt und dessen Semütsverfassung im freundlichen oder ganz hervorragende, um so mehr, als sie (soiveit ich befeindlichen Sinne beeinflußt. Selbstverständlich haben, urteilen kann)'in Methode und Ausbildung gänzlich das auch litterarische Vorbilder mitgewirkt, insbesondere Zola geistige Eigentum dieses eigenartigen Dichters ist. Während und Pierre Loti. Doch fam diesen Einwirkungen überall der Betruchiung eines Landschaftsbildes : tritt denn auch bei Siegfried ein angeborener Sinn, le grand vil d'artiste bei Moralt die erste ausgesprochene Vision, d. h. Hallun(wie es in l'Oeuvre heißt), entgegent. Gleichwie das in= cination, cin, Er steht im Spätherbst auf einer engen endliche Paris für Zolas hungerndes Künstlerange eine Bergwiese und starrt in die erstorbene Natur. Er studirt unerschöpfliche Menge ernster und lieblicher, prächtiger und die wundersamen Farbenspiele: das stumpfe Grün der schlidier Anblicke enthält, so bietet auch das weit be Wiesen, das Rostrot des verwelften Laubes, das Silbergrau schränktere München dem geschulteit Blick Walter Siegfrieds der schmalen Virkenstämme. Da ersteht Siegfried ber eine Anzahl landschaftlicher Neize, an denen Generationen schreibt das mit widersam sich steigernden Kunstınitteln blind vorübergegangen sind. Doch ist dieser Roman so allmählich die Bestalt einer feenhaften Frau, die die angelegt, das sich sein Verfasser nicht blos mit Stadt: Zü. e seiner verlorenen Geliebten trägt, blickt ihn eine bildern zit begnügen braucht. Etwa das leßte Drittel Weile feltjam an und zerrinnt dann wieder. Von da ab spielt im bayerischen Hochgebirge, wohin sich der bereits geht es in immer schnelleren Stößen vorwärts. Quälende angefränkelte Moralt geflüchtet hat, um dem Lärm, den Träume ängstigen den Halbschlummer des rnhelos sich hin Abicnfungen und den Aufreibungen der Großstadt zu und her Wälzenden, eine zunehmende, unbezwingliche entgehen." Von da ab ist der Mensch mit der Natur Menschenschen, die sich bis zur Furcht vor kleinen Kindern fast gänzlich allein, umd er versenft sich in die Natur mit steigert, läßt den Armen mehr und mehr vereinsament, Hingabe und Frömmigkeit, mit kindlichem Staunen und meliriind mehr in seine Wahnwelt aufgehen, das bismit fünstlerischer linersättlichkeit. Während der Fortgang herige Bohren imd Wühlen der Selbstzerstörung läßt langder schleichenden Krankheit bereits maufhaltsam geworden sam nach und weicht einer tüdfisch um sich greifenden ist, um sich (Gedanken und Blut vor dem Schreibtisch Stumpfheit und Empfindungslosigleit. Aber trop aller nicht mehr bändigen lassen, da wird die Natur den gleichsam nichts verschweigenden Wahrheit in diesen Schilderungen hilfeflehend Ilmherirrenden eine milde tröstende Freundin, hat Siegfried doch den Eindruck des lediglich Gräßlichen die ihm den furchtbaren llebergang eines allmählichen 311 vermeiden gewußt. Erreichte er dies früher durch seine Versinkens in indurchdringliche Geistesnacht sanft und liebe Maturschilderungen, so erreicht er es jetzt durch freundliche voll vermittelt. So begleiten wir denn den armen Stranfen Zwischenbilder. im Weihnachten fonimen Briefe der auf seinen imabläisigen Wanderungen, fvähen mit ihm Freunde mit lauter guten Nachrichten und bewirken eine fos voin mühsam crfiommenen Felegrat ins weite Land hinaus, genannte Remislion, d. h. eine vorübergehende linterbrechung beitgen uns mit ihm über die schmale Brückenlchne und des drankheitsprozesses und scheinbare Besserung. Endlich, verfolgen den wechselreichen Lauf der Wellen eines eilig vor die lepie scatastrophe, die nach einem fürchterlichen Anfal dahinstürzenden Wildbaches, legen uns mit ihm in das hohe einen Herzschlag herbeiführt, ist ein lachendes Frühlingsbild Wiesengras und starren durch das welke Laub der vom eingelegt: die ziim Militäidienst ausgchobene junge MannWinde bewegten Bäume in das leuchtende Blant des hoch schaft des unterhalb von Moralts Berghäus!" liegenden sich wölbenden Himmels empor. So jehen wir, wie der Dorfes macht sich cinen Festtag, hält ilmzüge, jauchzt anfangs so lleberivache von der großen Natur nach und nach und singt und trinkt und zieht schließlich mit klingendein in geistigen Schlaf gesungen wird. Er heißt jcbt der Spiele åb. Bleiche iind erfennt in den ihn umgebenden hänomenten überall sein eigenes Ebenbild und gleichsam eine dumpfe

Wird man demnach im Vergleich 311 iunseren Alten symbolische Hindeutung auf das seiner harrende Schitjat. Siegfried durchaus 311 den modernen Realisten zählen Ich jete eine Stelle hierher, zugleich als eine Probe der

müjjen, im Vergleich zu unseren Neuesten zählt er — ich Schilderungsfunst Walter Sicgfrieds.

mag nicht jagen: 311 den Idealisten – denn was heißt

das? sondern 31 den Sünstlern und Dichtern. Auch „Eine langgestreckte Wolfe, gleich einem großen (Setier, das sich von jener Bergfuppe aufriditete, "stieg gegen die Wondjichel heran. —

in der ungemein malerischen, ausdrucksfähigen imd töneDer Bleiche auf seiner Laube verfolgte ihre Bewegungen. Das reichen Sprache, die freilich gelegentlich init schwerfälligem Sebilde verschob fid), veränderte fich und nahn die Form ciner in Sabbau zu fämpfen hat, zeigt sich die Sondersteltung spaltende Gewänder gehüllten Menschengestalt an. Unverwant schaute

Unverwant jchallte dieses neiten Schriftstellers, uid"jo wird er denn mit Recht er zu. Dal auf dem streinigen, weißlidien vimmelsdunit hob es jich jeßt dunkel ab, das (Gebild." lind witrend er die lImrisse des sopies

zu sich selber jagen dürfeni, was er seinen Moralt sehirgenau verfolgte, sdien es ihn, als würde es, ähnlicher und immer | süchtig ausrufen läßt: Vom ersten Wert an muß ähulicher, der Schattenrin seiner selbst. Aber riesengroß. lind join ich sein, der ich bin." Kopf trug cinen Kranz von (dilanken spißen Blättern, und mit den vänden griff fein Abbild jeft nach der blinkenden Mond. Des Blcideu Atemzüge hielten einen Augenblick ait, datin folgten sie sich in crregten, heftigen Stößen. Lang und länger streďte jich die (Scstalt, höher und. höher grist, jic aus nac) dem lidhten (lanz, aber immer weniger verinochte sie, ihn zu erreichen. Der schwarze Berg (dien sie an den Füßen zu halten, die Erde ichien sie niederzuziehen, dass die Gestalt sich zur Mißgestalt verstreden mußte in ihrein Kampf um das Inerreichbare. Junier gedchnter und schnender fvurden die Arme, das bekränzte Haupt verzcirte sich. in cine (Brimmaise vou Schmerz und Grain löstei sich die Züge seines Ebenbildes auf; der Leib, der zuerst so schön gewesen, zerfloß in bedeutungslosc lecre

Flecken; und weiter und weiter entidhwamm in stolzer Ruhe auf dem
silberweißen Dunstmeere die schimmernde Sichel. Ta wanie der
Bleiche traurig, jein Baupt und senkte den Blick, nieder, in die
Finsternis vor ihm."

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ganz allein

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Nad jüngsten Mustern 1

Ich lächle im Schlaf .... ach .... ich lächle ... träunie 24 Stunden auf dem Lande.

von molz und Sohl .... D wie schön .... wie schön! Das ganze Leben..

... zusaminen Radgovanncg 5djlaf.

In der stillen Nacht rauscht's, und rauscht ..... und rauscht ..... und rauscht .... rauscht ...... Wie herrlich!

Włe wunderbar! ..... Dort ..... Das Leben fämpft I.

und ringt ..... und quält sich ..... und müht sich .. Feierabeud.

ach was kümmert's mich? Ich bin so ferne davon 10 Ich habe Hunger! Hunger . · ach, soldhen Hunger! weit ab vom Getriebe der Welt mit seinen tausend Rädchen ... . Ich habe gearbeitet nun hab' ich Hunger, ein

fort von Liebe, Haß, Leidenschaft, Gerechtem und Ungerechtem, wolig füßes Gefühl, folch' ein þunger!

Gutem und Vösem, Schönem und Gäßlichem, Feinem und Infeinem, Richtigen und Falschem, Aitem nnd Neuen, Slugem und Dummeni

so weit so weit! . Weg Allein mitten zwischen den Feldern

damit ..... weg

weg bald bin ich fatt!

Ich gähne vor Behagen ach!.

Das ganze Leben! Die ganze Welt! Der ganze Tag! Die Ießt hab' ich keinen þunger mehr.

ganze Nacht!! Die , ... ganze Nacht o das Leben ..... das Leben!.... So schön .... ja, so Mömnt' ich nur schlafent!! .. schön! Ich habe gegessen ...... gegessen! ja .... ich habe ge: Aber ich ahne die Zukunft! ja, ja .... die Zufunft.... gessen ..... Milch .... Eier .... Schinken .... rohen Schinken ... Käse .... Brot .... braunes, ganz braunes Brot.

Die Stuuden verrimicit ... ich schlafe noch immer nicht nicht weißes nur kein stimmungsloses weißes .

.. noch immer nicht.. immer noch nicht ..... licin Nun bin ich gesättigt .... und glücklich! Ja .... glücklich ...

intmer noch nicht..

Vielleicht .... wenn ich mic; auf die .... andere Seite

legte ..... auf die rechte Vacke, ja grade auf die rechte ..... Ach wie ist das alles hier schön!.

hm! ob man das hier zu Lande tut?

Ach was?! Im Stall .... die Pferde ..... der Stallgeruch. wic herrlich! Der Hund ... er bellt! D er bellt!

INT. Und die Kuh! Und die Gänse! Ah!!! Und der Zaun dort spit . ja spij hebt er sich ab von dem sanften

littag. Gelände. Und die Laube ..... Die Weinranken

Einsamkeit! Einjamfeit!! Einsamkeit!!! .. ach!!... So möchte ich immer .... immimer ....

Ich suche Einsamkeit! .... wirfliche cinsame Einsamkeit! ja ... immer . . . . weiter.

Waldeinsamkeit!. Es hatte mich eingewiegt. ein ... ge ... wiegt..

Hier find ich sie!. Ja, hier!.. Ich war eben dabei ....so.... hinüber zu ... dämmern!

hier! Hier!... ah!.. Ach sterben, sterben – ießt sterben! Nur auf eine Stunde

Ich habe sie gefunden . . gefunden! . ster ..... ben ... Ich bin eigentlich sehr, sehr müde; .

Bäume .... und Stämme. ...und Gräser ...... und aber ... ich sehe doch noch alles. Der Vollmond! Die Norn

Moos! ..... Hier sițze ich ... ja, ich ... Ist das herrlich! ähren! Der Horizont!! Mein umgekippter Kohlfarren!!

Ein Raubvogel .... ein Sabe . ein Specht ... Ah! Eben ersdjrak ich .... ja, erschrať jehr! O wie sehr! Zwei

cine Fliege .. cine Flicge..

einc Mücken ..... an meiner rechten, gerade an der rechten Vacke!

Fliege! Dort find Kinder .... ach wie saffrangelb, ... und wie schmupig

D Welt! Welt! . Welt!!!... wie lieblich! .....o die stolpernden Stumpfnäschen, welch?

Himmlisch. föstlich........ Ah .... ich fühle mich füßen Unsinn iowatzen sie – – ich beneide sic. — Ich bin doch

Dieses Grün! dicje Sonne! diese Farbensehr müde!......

töne! Goldig ... lila .... grünlich .... violett.... dunkelrot Vollmond! Vollmond!! Horizont Leere was für

... opal ... gähnende Leere. Ich gehe schlafen.

Ich träumic hier

Ich zünde mir einc Cigarette an .... ja, ja .... eine Cigarette!

Der Rauch meiner Cigarette!

Er steigt .... steigt empor ... ja, empor ....
II.

Er windet sich. .... zart .... Duftig.... gelblich .... 12 a cht.

gräulich .... weislich .... bläulich ....geringelt.... geringelt Ich liege auf meinem Bett!...

empor. Ich möchte gerne schlafen . ... ach! ich fann nicht

In den Baumfionen jäuselts ..... und wisperts. schlafen ! ..... Ich liege stillii.. ganz, ganz still

.

Sonst nur Friede um mich her ..... Friede! Ich träumel..... Bovon? . Vom Sonnenschein

D... du schöner Wald...: vom Lachen .... vom .... ach, dort der Himmel ..

O.... süßes Lieblingspläbchen!...

so hell .... so hell!!.... Ich halte die Augen noch ein wenig

O!........ Ach!... offen nur ein wenig. Ich sehe .... ah ... ein Haus! einen Stern! w... Den Garten

Icpt glaub' ich, ich schlafe! Sa ..... schlafe.

v Gott.

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Ich bin doch wol, so wol!.

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Theater.

es gleich gesagt, daß Ausstattung und Vorführung der „Denone" in

keiner Weise hinter den berühmten Reisevorstellungen zurüdstand. Von

Das Stüd selbst hat trop vicler Längen und Großdem, daß das Fritz 12 a u tijn er.

Publifum nicht auf alles cinen Reim zu finden wußzte, gut gefallen.

Nicht gerade als Trama, wol aber als Dichtung hatte „Denone" berzogliches Hoftheater in Meiningen: „Denone“,

einen schönen und tiefen Erfolg; und nach den lebhafteren Auftritten Trauerspiel in 5 Aften von 101. Victor Widmann.

gab es den lebhaftesten Veifall. Id fürchte aber, daß der GrundMeiningen, d. 16. 3. 91. gedanke von den meisten Zuhörern nicht ganz klar erfaßt worden ist; Die Hofluft von Meiningen ist oppositionellen (Sejinningen nicht

und doch hebt hier einmal, was mir fast leid tut einzugestehen, gerade günstig. llnd wic da der Mensch gewinnt, weil Menschen ihn ge

die in neiterer Zeit vielgeschmähte Idce das Stück hoch über alle winnen, so lernt der Siunstfreund und der Sünstler die Freude am

Saifondramatik hinaus. Widmann tritt mit seiner griechischen Tragödie Theater, wenn nicht von ciner neuen Scite, jo doch in ihrer edelsten

der allein seligmachenden Antike schroff entgegen, und wolgemerkt, (Gestalt kennen. Ernst die Siunst und heiter höchstens vielleicht das

das Stück ist zehn Jahre vor dem Hoc volo, sic jubeo geschrieben. Leben; das Schilleriche Wort scheint umgekehrt. So viel männlicher

Wie uns Modernen allen in den Gesichtern der griechischen MarniorErnst, so viel weibliche Begeisterung vereinigen sich dort zum Zweck, götter die Seele jehlt, so ficht Widmann in den Straft- und Schöndas das Theater zur Stätte der Andacht zu werden scheint. jd)

heitsmenschen der antiken Welt minderwertige Gesellen; er verntist habe die Freude gehabt, ciner Probe beiwohnen zu dürfen. Sie hat an ihnen Empfindung. Vielleicht wäre es cine dankbare Aufgabe lange gedauert, sehr lange. Dicje fünf Stunden haben mich jedoch

gewesen, diesen icelischen Bankerott an den Männern und Frauen die bleibende Bedeutung der „Meininger" für Deuticland, vor Allem

der perifleiichen Zeit aufzudecken. Dafür entschädigen die Männer aber die Schöpfung Dicies Theaters begreifen gelehrt.

und Frauen der homerischen Zeit durch das llcberinenschliche, das

dic Mytye ihnen gegeben hat. Widmann zeigt uns den Gegensatz Ilm nun aber in den Augen meiner Lejer nicht als ein bestech

an den beiden Weibern, welche : um den schönen Paris kämpfen. licher Mensch dazustehen, will ich doch jagen, dass mir die „Denone“ von Widmann cine alte Liebhaberei ist. Schon vor zehn Jahren,

Cenone ist seine verlassene crste Gattin und liebt ihn mit modernem, kurz nach dem Erscheinen des Stücos, wie's idi auf den dichterisdien

wenn man will mit christlich germanischen Befühl. An seiner Leiche Wert des Trauerspiels hin, noch entschiedener aber auf den bei uns

giebt sie sich selbst den Tod. Selena aber, in völlig naiver Sinnviel zu wenig befannion Poeten selber. Ich war jo frei, cine Auf

lichkeit, denft vor dem todien Paris heroinenhaft groß und frech jührung dieses Trojanerstücs 311 fordern; der Dichter, der ein ganzer

ichon an fünftige Batien und steht ganz verwundert vor Denone's Niert ist, aber vielleicht die Gescke des Theaters nicht genug fenne,

Liebestod. „Biebt's cine Liebe, die den Tod besicgt, dann freilich

wäre Helena die Schönste länger nicht.“ Der erhabeneir Schamlosigjollte durch die Feuerprobe einer Vorstellung für die Bühne gewonnen werden. Aber wie die Griechen vor seinem Troja zehn Jahre auf den

keit Helena's und ihres fait cbenbürtigen Paris steht außer der Sieg warten mussten, so hat audi Widmann die Bühne erst nach

Denone, dic wol 311 sentimental geraien ist, die wirklich bedeutende zehn Jahren erobert. Na, er war ja inzwischen nicht müßig.

und eines grozen Dichters würdige (cstalt des Thersites gegenüber. Gegen den Verdacht, dem schönen und oft gerühmten Zauber des

linter den schönheitstrunfenen Gricchen ist er der bewußte Vertreter Si reises von Meiningen zu willig unterlegen z11 sein, jdübt wohl

der Mühseligen und Veladenen, der Verstoßenen úrið der Aussätzigen, auch die Erwägung; dai; das Meininger Theater bekanntlich aufgehöri

und mit cinem fecken Sprung lässt der Dichter den unglüdlichen hat, seine Propaganda von Stadt zu Stadt zu tragen. Die Schule

Si riippel das Christentum über den Gefilden der rosigen Eus auf

dümern. von Meiningen ist historisch geworden und längit haben Freund und Feind fich gegenüber den unleugbaren Wirkungen cinigen fönnen. , Tics Gricchenvolk, wenn mich nicht alles täujcht, Vejonders in Berlin itchen alle drei Bühnen, in denen flaisische (Biebt noch in später zukunft böjes Beispiel Tragödien überhaupi gegeben werden, gegenwärtig nod) oder schon

Der ganzen Welt in faltem Vornehmtun. unter dem Einflusz von Meiningen. Das Deutiche Theater hat sich Es fomit kein Heil von dicien graden Yasen. .im crsten Jahre seines Bestandes jeinen Schiller von seinem Varnan Die ganze Welt lernt dus olympische Lächeln.

cinrichten lassen und huldigt auch heute noch ciner durd) Vorsicht und (Gäb's irgendwo cin (Sicgengift! Ein Volk Sparsamkeit gemilderten Ausítattungsluit. Ludwig Varnai), der das Hirummaiig, jäbelbeinig, übel riechend mals noch bessere Erinnerungen an icine Meister in der Regiefunsi Nach zwiebelfraut, cin unerfreulich Volk, hatte, oder der damals von dem beijern (Beíctimac-L'Arronges zurücf Das hätte $erz fürs Elend. Solchem Volf gehalten wurde, hat bei Schöpfung des Verliner Theaters zunädist Entstammte wohl ein Freund von unsreegleichen.“ den plan des Herzogs von Meiningen scheinbar 311 dem seinigen gemacıt. Leider aber gehen da ucben echten Leistungen nod dic Es gehört ein seltener Mut dazt, den sprichwörtlichen Thersites liebertreibungen und Perfälschungen cinger, für welche das nicule nach vomer nei 311 schaffen. Auch bei Shakespeare: fand Widmann Wort „Meiningerci“ erfunden worden ist. Das fönigl. Schauspielhaus jeinen gewaltigen Spötter nicht. Ilm dicjer Gestalt willen allein verhebt sich eben jetzt nach langeun Perjall unter dem meiningiidi ge diente dic Denone unsere Külnen 311 erobern. idhulten Grube. lind auch im Lesjing-Theater erfennt man in den Ticiem (flücfo würde die Fabel des Stüds nicht im Wege vorzüglich eingerichteten išntericurs die Andacht zum Sicinen, welche itchn. Sie ist vortrefflich erfunden. Das Ende Trojas wird uns die auffälligite, wenn auch nicht wichtigste Erscheinung an den vorgeführt und ichr geschidt in die Sage von Philoktet hinein ver: „Meiningern" war.

flochten. Nach (1öttcrípruch soll Faris durd) cinen Pfeilsdub Philofteis Aus dieser Empfindung heraus kam das Schlagwort, mit getötet sverden. Philotict aber, wie nicht jeder Zuhörer aus Sophokles welchem angesehene Scriititeller die Nachricht begrüßten, daß das wuje, zürnt den Griechenfürsten, wie cinst Achilleus. Denone, des Mortheater von Meiningen in seinem befannten Bestande z11 cristiren Paris verlassene (Baitint, erfährt das Drakel und möchte den schönen aufhöre. Die Meininger Hätten ihre Schuldigkeit gethan, sic fonnten Paris dadurch wiedergewinnen, daß sic den Verwundeten mit einer gehen. Als ob in den cchten Kostümen und den großen, Icbharten, auberarznei heilt. Sie überredet den versiebten Philoftet, den uft allzu lebhaften Volfsmaisen die Bedeutung der „Meininger“ ge Schutz zu tun. Der totiunde Mann wird zu ihrer Baldhütte geTegen hätte, und nicht vielmehr in der - - wenn ich jo jagen darf tragcii. Paris fleht und idineichelt um Heilung, aber in einer prachts uneigennügigen Energie, mit welcher da allo siunft und simitwisiens vollen Eine weigert er sich, vom schönen Leibe Hdlcria's žit Tassen. fchaft in den Dienst der für würdig befundenen Dichter gesteilt worden Da zerschnettert Denone das Fläschchen mit den Nektartropfen und war. Nun, nur die Krogaganda von Meiningen iit hijtoriid ges Paris flirbt. In diesem Augenblide scheint Seleitas. Schönheit worden, die Bühne selbst ist nicht im entfernteiten, wie man viels über Denones Trcue 31 jiegen. Aber von der Leiche des "Gelichten jach annahm, zu cinem Provinztheater herabgejunten. llnd hier jci wendct clena fid) ruthig ab - man denkt an den König und bie

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Jüdin von Toledo und während Denone stirbt, dringen die ! Ilnd wenn ich nicht schließen müßte, möchte ich gern noch beGriechen siegreich hincin und Menetavs holt sich jein schönes Teurels. merken, wie der Nicgiiseur von Meiningen, der doch jeinen Künstlern weib wieder.

gegenüber auch ohne strenge Theaterstatuten cine gewisse MadiwvollDiese gute Fabel ist leider nicht mit dem richtigen Theateríinn,

fommenheit besivt, eine Ziele erreicht und doch mit jedem Worte die aber auch nicht durchaus mit dranatijder Krajı geformt. Die Schlacht

künjilerische Würde iciner Schaar anerkennt und hebt. Auch dieje und der Zweikampf zwischen Philoftet und Haris wird uns in einer : Ndtung vor dem Silcinen wäre da und dort zur Nachahmung zu čecht ungeschickten Wcise erzählt und das trojanische Pierd scheint in

cmpfehlen. die Schlußscene etwas. Hölzern hineinseßen zu wollen. Dazu fommt, daß an zwei wichtigen Stellen der Handlung unklare Misverständ: . nisse die Klammern bilden müssen und für mich wenigitens der Fehler, daß die Erposition sich auf zwei. lange Akte verteilt. Sind das nun innere. Gebrechen, so leidet die Wirkung auch unter den äußeren Imstande, dass der D ter mit Namen arbeitet, die vor lauter Bopularität schon Operettens und Hundenamen geworden jind, dai; er. aber froßden mitunter cine genauere sienntnis der alion Sugen.

Litterarische Chronik. ..Welt, voraussckt, als unsere Gymnasien vermitteln. Die ganze gut

gesehene Gestalt des Philoktet litt darunter, daß das Publikun seine Leidensgeschichte nicht fannte.

Man hatte jich daran gewöhnt, von Premieren des kgl. Schau. Ein anderer Umstand, der die Wirkung ebenfalls ein wenig spielhaujes für die Entwicklung der Litteratur auch nicht das. (Beringite schädigte, ist cin gewisses Sdiwanken im Smul, das sich auch in dir 311 erwarten. Jn (Gegenteil, man mußte es als unträgliches NennBehandlung der Sprache zeigt. Bald modernijirt der Dichter die zeichen für gegenwarisieindliche sonvention anjehen, wenn ein alten Legenden, bald läßt er die verwitterten Zaubergeschichten in: neues Stüct gerade einmal uit fominit cö ja nidhi vor – auf dicier verändert. Philoktet z. B. wird durch cinen ganz gewöhnlidien daubühne zuerit geipielt wurde. llm in bumertene werter war die Militärarzt anstatt durch Götterkraft von seiner Sirankheit geheilt, Quriührung von Wilhelm Meyers vieratrigeon Drama „Il njidiibare daneben jedoch werden seine Hände von Crafcliprüchen gelenti. Jil)

sietten“, welche Sunnabend, den 14. März, tartrand. Ten jidier finde es damit verwandt, daß Widman in icinen Verion bald wohl. war dicies Echanīpiel in der iradwidrigen Miraft und jalonicindliden flingende Jamben bringt, ja sogar an den antiken Trimeter erinnert, Leidenschaiilichkeit seiner Eienen und in dem 1ozialtritischen Zuge, dann aber wieder mit glücklichem llcbermut fait parodiitiide Töne

der es durcwelt, cine bedeutiame lion zeijion an die une vitteratur, anschlägt. Beides gelingt ihm. Aber der vcrichiedene Ton in einem richtung. Ein Zeichen der jeit! Rahmen stört.

Freilich das Stüd im ganzen, io gute Erwariungen is in 411Es wäre erfreulich, wenn nach dem Vorgange von einingen

jang crregte, ging allmählich in vollitändige Verwirrung und zicl. andere große Bühnen den edlen Dichter 311 Worte kommen licizen.

loje: viníchwanten über. Der Fehler beruhte darin, daß drei ver. Vielleicht entschließt er sid), in Trdinik und Sprache einiges 311

jdicdene Probleme in cinander zujamiengedrängt und das Jultercije ändern. Das Stüc ist streng nach horaziicher Voridhriit länger

dadurch dreiipäliig jerteilt wurde. als neun Jahre unterdrückt worden; der Dichter Sürfte alio mchi

šmanang handelt es jich um die Liebe des Anwalts Bernhard als die wünschenswerte Objektivität gewonnen haben. Bedc:fallo

Schell zu Luise, der Braut jeines Bruders, cines Arztes, der, als wird fein Zuhörer die gehobene Stimmung vergeisen, welche Wid:

des ordes verdächtig, jeit rünt abren im iudithau; iammaditei. vann, glänzend unterstützt von den Meiningern, 311 wecken wujzie.

Der sionilili zwijchen Verlobungetreue und viebe endet hier zunäciji

311 guniten der Liebe, dio goriunde iaur des Münchens wehrt sich Es fällt mir nun ídwer inpersönlich zu bleiben und das

gegen die alte pon ilirer Hilegemitter vertretenen lloral des Treu. Mäccnatentum nicht zu rühmen, welches sich in solcher förderung haltens ohne Liebe. juderjen dicies problem, wird nidit feitgehalien, cines so cigen sinnigen Dichters offenbart. Mücenatenium iit ein ab:

der 3r31 Albrecht wird als unichuldig als der Strajanjiali cnilaijen, geschmacktes Wort für cinen schönen Begriff. Es läizt ich leider

und is taucht jeßt das Meriv des gcjellidaitlichen Todes der unweder überseben noch lernen. Dic chung, mit welcher du der

iciulding critricilieii ani. Dicies "otiv, sus durch cine frisde ind Dichter und seine Welt umgeben wird, flöszt ein erhöhtes Minni; von

natürliche, aber in threr Breito nemmende, die feigheit der (scjellAchtung cin. Man versteht da (Goethe's „Sänger“ bercr, als durch)

jellidait geijzelude Siene cingilcitet wird, lentt das Interesse auf die schönsten crftärenden Anmerfungen und bittet dem Mosman von

eine neu aurretende, in der Weise Grai Trasts die Anjiditen des Weimar manches llurecht ab. sünitleriích zeigt jidh nun die Suldi. i veriañers üuzernde sigur, den Sträiling genojien Albredus, Vauergung für den Dichter am reinsten in der ungeheuren Arbeit, die der

meijter mit Jiamen cigentliche Leiter des Theaters, der erzog selbit, an die Richting Wird jo dic quimerkjantkeit von dem eriten Thema all.zuschr ab. verwendet.

9630geni, 10 ipinnt jich dicico trobem langiam weiter fori. Bernhard Die Ausführung stand, wie gesagt, auf der alten Höhe der verzichtet im doch noch auf Louije, und diese fehrt zu den uitMeininger. Wie sonst aud) waren unter den mehr als zwanzig gelicbien Bräutigam zurüd. Allio troz des gesunden uang; dod) Mitspielenden recht vicle unfertige jugendliche sržite, wie ionii aud) wieder die alte asferiche Lüge, die uniere ganze Litteratur noch ditrichfühlte man, daß einzelne Darsteller dem gebierenden eginjeur ge. zicht. Man „jeigu mix nur diejenigen Menjchen, die ,zie unsten ihrer horchten, ohne seine Absidien recht 311 veritchen. Derr Varihili Brüder auf ein veill, das ic wirtlich lieben und von dem jic spielte den schönen Paris Allen zit goiallen. išräulein vimmighofen | geliebt werden, verzichten. Diejes Verzichtungsideal, in der Wirts bcherrschte vollkomnten die schwierige Volle der Denone. Derr lid)feit niemals erreicht, läft jich), historisch

) aus den früheren Doftor Ludwig Wüllner, der den Thersites ipielle, wird wolil über dogmatischen unschauungen über Ehe und bränslidie Treuc chr furz oder lang ein bekannter Name perden.

gut crflären, es ijt auch leicht verjtändlid), wie die Dichter ihre Beit über die Einzelleistungen hinaus ging wie sonst die fein: Themen im Sinne dicies ideals ausführen und 31. dicíeu as: finnige Belebung der Dichtuug. ich will die wundervollen, für cin fetiichen Motiven gelangen muizen. Allein was jullen wir noch mit oder zwei Abende neu .gemalten Dekorationen nicht besonders bes denjelben, wir, dic wir wissen, daß die asfctisdcu Ideale der gejunden wundern, auch nicht den Malerblick, mit welchem .;. V. durch das Weiterentwidlung des Menichengeidlechts idädlich sind, wir, die wir ganze Stūč Trojaner und Griechen im Costüm unterschieden sind. uns nicht crinnern: fönnen, diejeben jemals in der Wirklichkeit obMehr bedeutet für die Dichtfunst und für ihre Freunde das liebe jeftivirt gesehen zu haben? Der Verfasser scheint indcijen doch ziemvolle Bericnfen in jede Absicht und die unermüdliche berausarbeitung lich natürlich zu cuprinden, er läßt in Louise freilich etwas zu plöfs jeder Idee zu einer Ausdauung.

lid, Liebe für Albrecht, dicjen leidenschaftliden, gegen die Borurteile

Litterarische Neuigkeiten.

ber cjellschaft mutig anfämpfenden Mann erwachen, so daß man es gerechtfertigt findet, wenn sie feine Frau wird.

Jedoch nun kommt das dritte Problem, und das ist die Geltung der Frau als verschacherbarer Waare. lind dieses Motiv ist am schwächsten und verworrensten durchgeführt. Wie sehr Luise immer über dicse Behandlurg empört sein kann, so rasch und jo ausschließlich folgt die Liebe nicht diesem Gefühl.

Die drei Probleme sind nun in unklarster Weise mit einander verquicft, fie unterbrechen und stören einander, so daß eine konsequente Fortführung der Handlung und eine zwingende Notwendigkeit des Geschehens selten gespürt wird. Die linflarheit und Inbegreiflichfeit ward im Tebten Akte jo groß, daß das Stück dem starken Zischen der Zuschauer unterlag. Indessen gab es doch einen kleinen Stampf, und es fehlte nicht an oppositionellem Beifallsklatschen derjenigen, welche in dem Drama, wenn auch ein nicht zum Ziel gelangtes Wollen, jo doch ein zielwollendes Ahnen und energisches Streben ancrkennen mußten.

Während das königliche Schauspielhaus sich so zu modernisiren scheint, mufte es auch demjenigen, der die Verdienste des Vereins „Freie Bühne" voll und ehrlich anerkennt, autifallen, dass die Posse von Anzengruber ,Doppelselbstmord", welche Sonntag, den 15. März, aufgeführt wurde, so wenig demjenigen entipricht, was die ifreie Bühne" sonst erstrebt. Denn irgendwelche Gegenwarts - Bedeutung für die Litteratur hat dieses Anzengrubersdie Stück gewiß nicht. Die Gedanken, die es enthält, sind uns geläufig, die Probleme, die es behandelt, gelöst und die Art, in der es geichricben, nicht mehr neu.

Ein junges Liebespaar, dessen Bund durch die Feindschaft der Väter gefährdet ist, entflieht aus dem Heimatsdorfe. Dhne dic kirchliche Weihe empfangen zu haben, werden die beiden jungen Leute in einsam gelegener Hütte Mann und Frau, während die Furcht vor einem „Doppelselbstmord“ der Kinder die Väter zur Versöhnung treibt und zur Anerkennung des Bundes der beiden, die man endlich nach langen Suchen entdeckt, gelangen läßt.

Wenn nun das Stück liticrarisch auch nichts Neues bietet, so ist es doch mit einer Frische, einer urwüchsigen Straft und einem Humor geschrieben, der außerordentlich woltut und einen harmonischen Eindruck hinterläßt. Ilm deswillen war eine Ausführung dieser Posse gewiß ein anerkennenswertes Unternehmen, das hoffentlich den Erfolg hat, daß andere Theater sid) dicjes vergessenen Stückes Anzengrubers erinnern.

C. G.

M. G. Conrad, Erlösung, drei Novolen. Leipzig, Wilhelm Friedrich.

80 und 185 S.

Gleich im Anfang der ersten Novelle fommt der Saß vor: Ihre Phantasie lümmelte in musikalischen Orgien. Das Wort „lümmeln“ sprang mir sofort in die Augen, es steckt so etwas Charakteristisches drin. Eine hypersensitive Natur wie Hermann Bahr würde anstatt des Lümmelns einen Ausdruck gebraucht haben wie „fibriren“ oder „taumeln“, ein feinsinniger, geschmackvoller Künstler wie Heinz Tovote, würde sich in diesem Falle mit dein einfachen gebräuchlichen „schwelgen“ begnügt haben. In diesen drei Urten des Ausdrucks scheint mir eine ganze Entwickelung der modernen Litteratur zu liegen. M. G. Conrad steht noch ganz am Anfang derselben. Er hat seit dein ersten Auftauchen der neuen Litteraturbewegung nichts vergessen, leider aber auch nichts gelernt. Damals war eine Perjönlichkeit wie die feine, die in rücsichtsloser, grobkörniger, klobiger Zertrümmerungssucht gegen veraltete Anschauungen und Regeln zu Felde zog, gar sehr vonnöten. Indessen Conrad hat sich seitdem nicht weiterentwiđelt. Weil seine Persönlichkeit fich nicht durch die alten Regeln einschränken lassen wollte, darunt meinte er, alle Einschränkung, alles Zielstreben und Schulen nach einem Ideal sei vom liebel und das Šichaustoben allein das Wahre. So lobt sich denn Conrad jeßt, wo unsere jüngeren Dichter wieder anfangen, sich eifrig zu erziehen und für neue Schönheitsziele zu bilden, noch immer aus. Die vorliegende Sammlung, deren erste Novelle wie der Obertitel „Erlösung“ heißt, wäre vor fünf Jahren vielleicht eine Tat gewesen, jeßt hat diese bäuerisdi - burschifose, ungehobelic Waldmensch-Manier ihre litterarische Bedeutjanikeit und Bereditigung verloren. Seltjam ist nur, wie man Conrad, dessen Personen sämmtlich in dem Tone reden, in dem er erzählt, jemals „objektiv“ nennen konnte. Fast niemand steďt so in seinem Stoff drin, ringt sid) so mit demselben ab, steht so wenig über ihm wie Conrad. Bedenklich ist mir aber vor allem, wie der Verfasser inhaltlich noch ganz mit alten Motiven rechnet. In der ersten Novelle handelt es sich hauptsächlich um die Schilderung des bekannten leichtlebigen, Schulden machenden Majors und in der dritten (die zweite, „Im Vimmelreich“, ist nur ein kurzes Stimmungsbild) dreht sich die Handlung um die nicht minder alte und längst gelöste Frage der sogenannten Mess alliance. Das neue Motiv, das in der ersten Novelle hinzukommt, der moralische Zwang, mit dem der Sohn den Vater zuni Selbstmord treibt, wirkt als krasje linwahricheinlichkeit; dagegen ist der Sieg der Liebe zweier durch Naturverwandichaft 311 cinander gezivungenen, Menschen in „Notes Blut“ sehr wirkungsvoll geschildert. Auch sonst ist manche Kleinmalcrci, besonders da, wo sie mit Conrada Eigenart fich zufällig verträgt, nicht ohne Geschic ausgeführt.

C. G.

Der Vorstand der „Freien literarischen Gesellschaft“, der sich seiner Aufgaben mit großem Eifer zu unterziehen scheint, plant einen „Sammel- und Einheitspunkt“ aller modern-litterarischen Schriftwerke zu schaffen. Zu diesem Zwecke geht er jetzt an die Errichtung der modernen Bibliothek, von der bereits bei Gründung der Gesellschaft die Nede war. Sodann aber gedenkt er ein modernes Archiv cinzurichten, in welchem alle auf die neue Litteraturbewegung sich erstredenden Schriftstücke, Kritiken, Artikel, Nachrichten, Zeitungsnotizen, Cirkulare, dann aber auch interessante Handschriften auf: bewahrt werden sollen. Die beiden llnternehmungen verdienen gewiß die lebhafteste Interstüßung. Nidit nur, daß sie den Mitgliedern des Vereinê die Möglichkeit bieten, die ganze moderne litterarische Bewegung zu studiren und alle Acuferungen derselben mit leichter Mühe zu verfolgen, sondern die beiden Institute und besonders das moderne Archiv würden einmal für spätere Zeiten die erste und bequemste Luelle für das Studium der neuen Litteratur der Gegenwart sein.

Der Vorstand richtet in cinem Rundschreiben an alle diejenigen, welche die Bestrebungen der „Freien litterarischeu Gesellschaft“ fördern wollen, speziell an die Autoren, Verleger und Redakteure die Bitte, ihm Schriften (vor allem eigene Werfe), Journale, Zeitungsauss schnitte 11. dgl. zugehen zu lassen.

Deutschland: Schule im Jahre 2000. Der Traum eines Pädagogen:

Mit Bezug auf das befannte Buch „Der Rückblick“ von Bellanın, der „chr wenig über das dhulwesen im Jahre 2000 311 jagen gewußt yat“, träumt der Herr anonyme Verfasser vorlicgender Broschüre ,,nach berühmten Mustern" von ausgeführten Sdulreformen im Zukunftsitaate.

Er teilt die Schulzeit in die Lernperioden im Sindergarten, der Elementarschule, der Realschule, der oberen Realschule und event. der Facichulc.

Das berühmte Muster Bellamy ist in der Gründlichkeit und im Stile getreu fopirt.

Sollte sich im Jahre 2000 Deutschlands Schule nun wirflidi im Sinne des vorliegenden Traumes umgestaltet haben, so denken wir über die event. Vorzüge dieses Systems (pätestens im Jahre 2001 an dieser Stelle eine ausführlichere Notiz zu bringen. F.

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Verantwortlid): Dr. Surt Grottewiß, Berlin.

Verlag ron F. & B. Lchman 11, Berlin W., Köthenerstr. 30.

Gedrudt bei R. Geních, Be lin Sw.

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