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lebhaft unterstüßt. Aber er überlegte, er zögerte sich zu Mutter diese Verbindung wünschte; von dein Augenblicke erklären; der Widerspruchsteufel in ihm erhob Einweit- aber, in dem sie einen Vergleich angestellt hatte zwischen dungen gegen ein bindendes Wort.

ihm und Robert, war auch ihre Wahl getroffen. Inzwischen war Robert damals von seiner Posten an Nach der Hochzeitsreise zugen die Neuvermählten in der Votschaft in London zurückgekehrt. Seine Eltern waren Vohburg, dem Gute Roberts, ein. Es war ein schöner, mit denen Priskas innig befreundet gewesen, er wurde alter Herreusik. Seine Eigentümer hatten manche Geneim Hause der Gräfin Walsegg wie ein alter Bekannter rationen hindurch flug und milde dort gehaust. Obwol aufgenommen und besuchte es häufig, viel häufiger als nur schlichte Landjunker, wußten sie sich in Verbindung sein Freund Steinaut. Eines Tages trafen sie einander mit der Außenwelt zu erhalten und verloren nicht das auf dem Wege zit der Wohnung der Gräfin. Robert Verständnis für die Anforderungen der Zeit. Das sprach von Priška imd fragte plößlich:

Jahr 1848 fand die Bauern in Vohburg längst von „Hast dit ernste Absichten auf das Mädchen?" Robot im Zehent cutlastet und das gute Verhältnis, in

Steinaus Mißtrauen witterte in diesen Worten for welchem die Herren zu ihren Ilutertanen gestanden hatten, gleich einen Versuch, Einfluß auf ihn zu nehmen, vielleicht verwandelte sich der freien Gemeinde gegenüber in ein cinen geheimen Auftrag, und er antwortete gereizt: „Es freundnachbarliches. Robert hatte seine Kindheit in Vohfällt mir nicht ein!" Er war etwas überrascht, als burg zitgebracht, das väterliche Haus jedoch schon als Robert nach dieser Erklärung sehr erleichtert aufatmete sechzehnjähriger Jüngling verlassen, um in den Militärund gestand, daß er selbst sich ungemein für Prista dienft zu treten. Als der jüngere von zwei Brüdern interessire.

schien er nicht bestimmt, in den Besitz des Majorats zu

gelangen und es widerstrebte seinem felbständigen Wesen Sechs Wochen später wurde Vohburgs Verlobung mit ihr gefeiert und Steinaus (eringschägung der Menschen, wie so mancher Nachgeborene, als Parasit auf dem

und seinem energischen Triebe zur Tätigkeit, feit Dasein, insbesondere der Frauen, hatte rcue Nahrung erhalten.

Familiengute zuzubringen. Er benüßte die freien Stunden, Wie konnte ein Mädchen, daß er seiner, wenn aud) nur

die das Soldatenleben ihin übrig ließ, zu staatswissenFlüchtigen Aufmerksamkeit gewürdigt, einem jo alltäglichen schaftlichen Studien und ging später, ohne seinen MilitärBejen, wie Nobert in seinen Augen war, ihre Wand

Charakter abzulegen, in die diplomatische Starrière über. schenken? Nicht nur ihre Hand – das hätte Steinait am Ende begriffen, denn jenter war eine „brillantere Doch war niemals ein Jahr verflossen, ohne daß er seine

Eltern und in der Folge feinen Bruder in Vohburg bePartie“ als er – sondern auch ihre Neigung, ihr ganzes fuchte und einige Wochen in seinem friedlichen Daheim Qerz! Sie war eben wie alle sind! Der erste, der ihr

zubrachte. Dort kannte er jeden Baum und jeden von Liebe vorgeschwatt, der gewann sie auch. Schon da

Menschen, dort wurde er geliebt. Seine Munterfeit und inals sagte sich Steinan: „Wenn ich gewollt hätte!“ bald

Frische hatten ihn schon als siind zitm Liebling der Dorfdarauf: ,,Schade, daß ich nicht gewollt habe!" und jetzt,

lente gemadit. bei der Abreise des jungen Paares, beim Anblick der stillen Seligkeit, die aus demn tränenfeuditen Angesicht

Daß er einmal über eine Nleinigkeit in Zorn geraten, der Braut leudleie, der sluizen Rührung, mit der ihr

ein anderes Mal die schwerste Geduldprobe spielend bcMann sie betrachtcle, crgriff ihn cine Empfindung, so

stehen, dass er, desjen Hauptcharakterzng Güte hieß, doch peinlid) ind herb, wie sie sogar ihm, dem geborenen

hart sein fonnte, kurz, daß er unberechenbar war, schadete Selbstquäler, neu war.

feiner Popularität keineswegs. Er besaß eben auch seine

Fehler, man hatte ihm auch mandmal etwas zu verzeihen. Ja, ja diese Briska hätte er lieben fönnen. Sie

Ilin so besser! Eben dadurch trat er Einem menschlich war ein gar anmutiges Geschöpf. In ihrer Familie galt näher und man brauchte ihn nicht immer, wie seinen fie, da es nichts so Verkehrtes giebt wie die IIrteile der

älteren Bruder, den Gerechten“ zit nennen. Als dieser Familie über ihre Angchörigen, für schwach und für un

unvermählt fiarb und man erfuhr, daß Robert die staatsgewöhnlich unpraktisch. Zu diesem Rufe war fie vors

männische Laufbahn aufgegeben und das Majorat annchmlich durch einen unbesiegbaren Woltätigkeitstrieb

getreten habe, herrschte allgemeine Freude in Vohburg und gelangt, der allerdings nicht im Einklange mit dem

einen Festtag gabš, als das junge Ehepaar, viel früher knappen Einkommen des inütterlichen Hauses ftand. Sit

als bestimmt gewesen, cines schönen Sommermorgens unfolge der Strafen, die sie als Kind, des Spottes, den sie begleitet und innerwartet auf dem Schlosse erschien. Áus als Mädchen dafür erlitt, wurde sic fid, seiner wie cines

allen Ecken und Enden des alten Hauses kam die DienerGebrechens bewußt. Ihre Sehnsucht, fremdes Elend zu schaft, je nach Beschaffenheit der betreffenden Beine und mildern, nahm allmählich den Charakter einer unglücklichen

Lungen einhergerannt, geschritten, gehumpelt oder gekeucht. Liebe an.

Welche lleberraschung! Er ist da es hat ihn nicht Als sie Robert kennen lernte und in ihm eine viel länger in der Fremde geduldet. Bis zur Finkenden Nacht fach der ihrigen verwante Empfindundsweise entdeckte, wurde der Schloßhof nicht leer von Leuten, die ihn beflammte fie auf in Begeisterung. Sie hätte vor kurzer grüßten und willkommen hießen, mitsamt der lieben und Zeit noch den Entschluß fassen können, Steinaus Frau schönen Frau, die er sich ausgesucht. Der tausend! das zu werden, weil er ihr Adilung einflößte, weil ihre war kein übler Geschmad, den er da verraten; die stand

IV.

neben ihm die ein lichter Engel, lächelte einen so freund- bewohner schenkten ihr endlich Gehör, sagten ihrem länd.:lich an und drückte einem so freutherzig die Hand! lichen Aufenthalie Lebewohl mit dem Vorsas, beim ersten

Grüß. Gott, Hert Graf, und Frau Gräfin!" hieß es Frühlingswehen zit ihm zurück 311 kehren, und begaben in allen. Tonarten, jeder wollte es gesprochen und sein: sich nach der Stadt. infob? Dank" empfangert haben. Der Bauer und der Häusler, der Handwerker und der Taglöhner, ihre Weiber und ihre Kinder, alle stellten sich ein und nicht zuletzt die Rentiers des Dorfes: die Krüppel und die IInheilbaren. Priška war von dem traurigen Ereignisse, das sich Sogar, das ärinste. Geschöpf des ganzen Gaues der an ihrem Hochzeitsmorgen begeben, unterrichtet worden.

alte Hund des Hirtenbuben, kam geschlichen, tippte mit Robert hatte nicht vermocht, ihr den Grund seines späten -- seiner spißen Schiraütze bescheidentlich an Roberts Stuie intreffens in der Stirche zu verschweigen, so ungern er

und sah mit dem einzigen Auge, das er aus der Lebens- ihr auch den Tage trübte, an dem sie die Seine ge(chlacht gerettet, liebevoll und traurig 311 feinem im worden war. vergesseuen Poltäter empor; dir hätt' ich zu klagen!" Sudessen hatte er die junge Frau schon bald darauf schien er sagen zu wollent.

über den Ausgang des beängstigenden Zwischenfalles beÅls endlich alle Gäste sich verlaufen hatten, wanderten ruhigen können. Als er nach Hause gekommen war, in Robert und Priska noch lange Arm in Arın im Garten die liniforin mit den Reisekleidern zlı vertauschen, hieß es, herum.

der Doftor sei eben dagewesen und habe dein Grafen sagen Sie meinte ihren Mann nie inniger geliebt, sie meinte lassen, der Patient befinde sich beffer, eś werde alles gut ihn erst heute ganz kennen gelernt zit haben. In seinem gehen. Trotzdem hatte Robert noch an Şofrat Seller, Hause inußte man ihn sehen, umgeben von Hinderten, feinen Arzt und Freund, geschrieben, imd ihn dringend die ihn verehrten und vertrauensvoll zu ihm aufblickten. gebeten, den Verunglüdfien in seine Lbjorge 311 richmen. Sie fonnte sich ihi nidit mehr anders deuken, denn als Dies war geschehen, und die Berichte, die Hildebrand Berater der Frrenden und als die Zuflucht der Armcı aus der Stadt sante, lauteten so günstig, daß zuleit die und Elenden. Er erschien ihr noch vollkommener als biš: Meldung, Hofrat Neller habe seine Besiche eingestellt, her und sie sich noch beneidensierter um das Glück ihm nichts auffallendes mehr hatte. anzugehören:

Ilm so bitterer war die Enttäujchung, die Nobert nach Indessen waren 'nur noch wenige Wochen verflossen, seiner Ankunft in der Stadt erfuhr. Da gcstand ihm sein und schon hatten sich mehrere Gelegenheiten geboten, an Vertrauensmann nicht nur ohne Scie, fondern mit einer der Grenzenlosigkeit seiner Güte und seines Langinuts gewissen Selbst31friedenheit, er habe sich nicht entschließeit zit zweifeln. Priska erschraf, als sie ihn plötzlich um eines fömen, dem Herrn Grafen die Sahrheit mitzuteilen und Versehens willen, das er hundertmal ingerügt gelasjen ihm dadurch, ohne irgend jemandem 311 nüßen, die Stimhatte, außer fich geraten sah, als sie ihn einer gerechten mung zu verderben. Jetzt aber müsse er sagen, es ginge Bitte innnahhar fand.

leider recht dilecht. Die Vorwürfe, die er wegen dicses Sie bedauerte ihn in solchen Fällen fast ebenso sehr, eigenmächtigen Verschweigens und Vertuschens cupfing, als sie ihu tadelte, denn gar bald erfithr sie auch, daß die nahm er ruhig hin; als aber Robert der Mutter des kleinen Reue fich unfehlbar bei ihm einstellte und daß er schwer sèranfen mit heftigem Bedauern erwähnte, brach Hildeunter derselben litt. Ausgesprochen wurde von ihr weder brand in eine Flutt vou sllagen über Margarete aus, die das Bedauern noch der Tadel. Im Ynfang fchlte ihr der wilde Person, die das Millerd, welches man ihr schenke, Mut dazu, später erwics es sich als unnötig. Die schmerz- gar nicht verdiene. Was im Bereiche des Möglichen liege, liche Verwunderung, mit der sie ihn ansah, wenn sie ein- sei geschehen und init Ilndank von ihr gelohnt worden. mal inter hundert. Malen sein Tin nid)t begriff, ge Dem Hofrat, dem der fleine Georg gefallen, der ihn lieb nügte, iim ihn zur Besinnung zu bringen. Prisfa übte gewonnen hatte, habe sie eines Tages kurzweg die Tür ihren Einflüiß um so sicherer aus, als sie ihu ahnungslos gewiesen. Die Wärterin, die zur Pflege des Sèindes aufübte: Die ganze llmigebuig Roberts empfand die freiinde genommen worden, sei stündlich desselben Schicksals geliche Einwirkung, er selbst fühlte dankbar ihre beruhigende, wärtig. Ilebrigens wäre vhuchin, wie der Hofrat erklärt ausgleichende Macht. Vou Tag zu Tag wuchs seine Liebe | habe, alles umsonst und der Zustand des Sêranken von zident: Weibe, dessen Nähe ihi iiingab wie ein reines, Anfang an ein Hoffnungsloser gewesen. Er müsse vont läuteriides Elenient. Er war kein Neuling im Leben, er einem der Pferde geschlagen worden sein und eine Gehirnhatte fich wol 'djon, zui“Zeiteit für dauerid gefesselt ge- erschütterung. " erlitten haben. Zum Glücke leide er keine Halten" — jent erschiën ihm jede frühere Neigung Torheit Schmerzen, siege meistens ganz ruhig und teilnamslos.

and Spielerei. Das wahre Glück wurde ihm erst durch „Manchmal“, sagte Hildebrand, „spricht der Junge - die Frau geoffenbart, die für ihn geboren war; durch die

von Ihnen." Geliebté, die zrtgleich sein Freundin zit sein verstand.

von mir?" Det Šominer- iind der Herbst verflossen. Gräfin Ja, er spridit 'von einem großen Offizier, der ihn Wassegg hatte längst das Winterquartier bezogen und in einen seidenen Wagen gehoben habe. Ich bin mit ihm mahnte ihre Kinder dasselbe zıt tun. Ihre Briefe waren gefahreit, uit dem Offizier

. Der war gut, der war nur noch Klagelieder mütterlicher Sehnsucht. Die Schloß- 1 schön; wanitt wird er wieder kominen sagt der arme

„Wie

garete.“

Bursche. Aber ich bitte Sie im Gotteswillen, Herr Graf, gemacht worden, und, auf allen diesen Gebieten hat man gehen Sie nicht hin; helfen fönnen Sie nicht, holen sich mit ihr die großartigsten Erfolge erzielt. Kein Wunder höchstens noch Vorwürfe von dem Teufelsweib, der Mar- also, wenn die Arbeiter auf anderen Gebieten des, geistigen

Lebens, es verfitchen, wie einst Spinoza, die ideale Methode Trotz dieser Warnung schellte Nobert eine halbe Stunde ihrer Zeit auch für ihre Forschungen anzinpendent. uin

so weniiger eitt Wunder, da die Ergebnisse aller auderen später an der Tür der Näherin. Sie selbst öffriete und Methoden dem skeptischen iind fritischen Geiste: des Fahrcrkannte ihn nicht sogleich.

- hunderts völlig unsicher und wertlos erscheinen. "Daß es „Wer sind ... AH Sie? Was wollen Sie hier?" statürlich. Es foll dabei garnicht von denen die Rebie

da an manchen wunderlichen Verirrungen nicht Feljit. ift fragte sie in feindseligein Tone.

seiir, welche, um dem Publikuin. zii imponiren und recht Er wünsche den Knaben zu sehen, erwiderte Robert; modern zit erscheinen, da sie die. naturwissenschaftliche er habe gehört, daß er nach ihm verlange.

Methode nicht anwendent fönnen, wenigstens ihrer Sie machte eine abwehrende Bewegung und sagte Terminologie eine Fülle von Phrasen entlehneir, - Auch trozig: „Er schläft jeßt.“

viele von denjenigen, welche in gutem Glauben gehandelt „Ich werde ihn nicht wecken,“ entgeguete Robert, beachtet: „Chi si promette dalla sperienza, quel che non

haben, haben des einzigen Lionardo warriendes Wort micht „führen Sie mich zu ihm.“

è in lei, si diposta dalla ragione.“ (Cod. Atlanticus). Margarete kämpfte mit sich selbst. Einen Augenblick Das bekannteste und schlagendste Beispiel in dieser Bee schien sie im Begriffe die Tür 311zuwerfen, deren Klinke ziehung ist Emile Zolas theoretische Schrift: Le roman

expérimental. Aber nicht jeder jener Zrrenden ist ein sic iimflaminert hielt. Endlich jedoch wante sie sich um und schritt langsam imd schweigend durch die Küche in | Phantasien zit gute hält.

genialer Künstler, dessen vaivetät man solch seltsame das Wohnzimmer. Robert folgte ihr.

Auch in die Kunstwissenschaft ist die experimentelle Hildebrand hatte die Befehle seines Herrn pünktlich Methode eingeführt worden, und derjenige Forscher, welcher ausgeführt. Die Stube war anständig eingerichtet worden. sie einführte und vertrat, hat eine fruchtbare und, wie Ein reinliches Kinderbett stand neben dem Bette der auch seine Gegner anerkennen, erfolgreiche Tätigfeit ent

faltet. Damit wäre die Möglichkeit nicht nur, sondern Näherin, ein bequemier Lehufessel zu Füßen desselben. die Richtigkeit derselben für die Kunstforschung bewiesen, Die weißen Gardinen, der über den Boden gespannte wenn

wenn – ja, wenn es eben sicher wäre, daß er seine ErTeppich, gaben dem niederen Gemache einen Anstrich von folge wirklich dieser Methode verdankt. Siwieweit diese Wohnlichkeit. Sogar für Spielzeug hatte Hildebrand Methode Anwendung verdient und auch anderen Erfolge gesorgt und für Bilderbücher, die auf einem Tische neben perspricht, ist eine Frage, deren Wichtigkeit für die Wissen

schaft von der Kunst vergangener Zeiten und Völker nicht dem Bette des Knaben aufgeschichtet lagen.

erst bewiesen zu werden braucht. Eine Frage außerdeni, (Fortseßung folgt.) | die brennend geworden ist, da jener Forscher vor wenigen

Tagen aus dem Leben geschieden ist.

In den Jahren 1874, 1875 und 1876 erschien in X

der Lützowschen „Zeitschrift für bildende Kunft“ eine Reihe von Auffäßen, in welchert die Galerien Roms einer scharfen kritischen Betrachtung unterzogen und zugleich die ganze bisherige Art der Kunstforschung als völlig subjektiv

und inzulänglich hingestellt wurde Diese Artikel, dereit Die erperimentetle Methode in der Kunst

Verfasser sich Ivan Lermolieff naimte, erregten ungemeines

Aufsehen, sowohl bei den hochmögenden Besitzern der wissenschaft.

Galerieen als auch in den Kreisen der Kunstforscher von

Beruf. Man war allgemein empört über diesen feckert
Beim Tode Juan Lermolieffs.

Angriff auf gute, alte Traditioneri, um so mehr, da der
Name Berniolieffs völlig unbekannt war und man in ihm

einen vorlauteit homo novus oder einen inwissenden 19. Chal (Berlin).

Dilettanten vermutete. C. v. Lützow erzählt, wie von

seinen Freunden und Mitarbeitern allerlei indignirte Zu As Baruch Spinoza darai ging, seine gesamte schriften cinliefen, welche alle die Frage variirten; „Wie Weltanschauung, seine Gedanken über Gott, Welt und können Sie dem Geplauder følcher breitspurigen Dilettanten Menschheit, in einem großen Werke niederzulegen, da Raum gönnen in Ihrer hochgeschäßen Zeitschrift?"... wählte er für seine Darsteding die Form des, inaiheuatischen Beweisez. Er glaubte, dadurch für seine Lchren mathe- sie glänzend geschrieben waren und durch den angenfälligent

Die Wirkung dieser Auffäße war um so größer, da matische Gewißheit 311 erziclen. Ilnd durchdrungen von Kontrast zwischen der halb barbarischen Abstanuwung. Des der lleberzeugung, daß ihm dics gelungen sei

, schrieb er

Verfassers und seiner feinsinnigen Mennerschaft, seintein stolz auf seinen Titel: Ethica ordine geometrico demonstrata. 'Es war das Größte, was er seinen Zeitgenossen Würze erhielten. Dieser Kontraft war so fart, daß man

intimen Wisjen von Italiens Kunst und Volt eine pitante verheißen fouinte, denn ihnen war die mathematische Ge- | bald an der Richtigkeit des Namens zu zweifeln begmin. wißheit die absolute Gewißheit, die mathematische Methode ind als im Jahre 1880 imter demselben Namen: ein die ideale Methode. Gine ähnliche Rolle, wie in jener Zeit die mathe in den drei großen Galerien Deutschlands in derfelben

Bitch*) erschien, in welchem die Werke italienischer Meister matische, spielt in unserem Jahrhundert die experimentelle Art und von demselben Standpunkte aus kritisch behandelt Methode der Naturwissenschaft. Für phisikalische Forschungen erfunden, ist sie nacheinander den Zwecken der *) Iwan Sermolieff, Die Werte italienischer Meister in den Chemie, der Physiologie und der Psychologie dienstbar | Galerien von München, Dresden und Berlin. :

on

wurdent; wie 'it jenen Auffäßen die Römischen Galerien, , lich herbeigeführten Vorgange;. Von beidem ist hier Da war jenet „sarmatische Pelz", keitte undurchdringliche gar keine Bede, kann der ganzen Natur der Sache nach Maşte, mehr. Jeder, der sich irgend mit Stiinststudien gar keine Hede sein. Es handelt sich eben nur iim eine beschäftigte, wußte, daß sich hinter jenem Pseudonym ein Beobachtung, und wenn man durchaus einen naturwissenbetannter italienischer funstfreund, der Senator des König- / jchaftlichen Terminus haben will, so fönnte man von einer teicis Italien, Herr Giovanni Morelli, — nicht mehr verbarg. 1 exakten Methode sprechen, oder vielleicht noch besser von

Daß fich Lermolioff wir behalten diesen Namen einer empirischen Methode. Lermolieff hat sicher sehr genant Bei

, pie ihui Morelli felbst sein ganzes Leben lang für gewußt, was crperimentelle Methode heißt; das würde die feite fchrififtelerische Tätigkeit beibehielt – der bisherigen Seußerung beweisen, die wir oben anführten, auch wenn Methode der Kustforschung gegenüber negativ verhielt, ist wir nicht wüßten, daß

chon gesagt worden. Woûte er aber die Benennungen der Warum wählte er den unpassenden Namen? Derselbe jollte Bilder, wie sie von den Vertretern derselben vorgenommen doch wohl auf die Leser ähnlich wirken, wie das ordine waren, erfolgreich angreifeti und seine Vorschläge überzeugend geometrico demonstrata des Spinoza. Erperimentelle miterstügen, so mußte er eine eigne Methode entwiceIn und Methode alio absolute Sicherheit! Begrindin. Dieser Aufgabe unterzog er sich, und die nienie Mit dem Namen ist es also nichts, wie steht es mit Méthode, vor der er damals init großer Bescheidenheit nur der Sache? Da ist denn zunächst zit sagen, daß prinzipiell

aşte, daß fie „vielleicht manchem seiner jungen Freunde gegen die Methode durchaus nicht einzuwenden ist, ja voi ëinigem Nußen werde sein können“," nannte er ab- mehr, daß das klare pussprechen und fortwährende Vewechselnd die ,,naturwissenschaftliche“ und die ,,erperimentelle“. tonen der Notwendigkeit einer scharfen Beobachtung der ,,Diese Methode“, sagt er einmal, „,kann, wie ich glaube, Einzelheiten dem herkömmlichen IIrteilen nach dem allnur die erperimentelle sein, welche von den großen Galileo gemeinen Eindrucke und der ästhetischen Duselei gegenüber Galilei und Bafo an bis auf Volta und Darwin zit den durchaus berechtigt war. herrlichsten Entdeckungen geführt hat“. Diese Worte sind Was die praftische Seite der Sache anbetrifft, so hat von Wichtigkeit, weil sie zeigen, daß Lermolieff den Namen Lermolieff, wie gesagt, mit Hilfeseiner Methode einellizahl von mit voller Ueberlegung wählte, daß er wirklich überzeugt Umtaufen in allen Galerien des Kontinentes vorgenommen, war, die Methode Galileis anzinvenden.

die zin großen Teil die Billigung der berufensten Lermolieff geht von der inzweifelhaft richtigen An= Forscher gefunden haben.

Foricher gefunden haben. Es muß also inzweifelhaft daitung aus, daß „die Kunst im innigsten organischen etwas daran sein. Nur muß man andrerseits berücksichtigent, Zusammenhange mit dem Lande steht, aus dem sie heraus- daß er dhon ein hervorragender Stenner war, bevor er die gewachsen ist“. Er zicht daraus den cbenso richtigen, wenn Methode herausbildete und bewußt anwendete, das man auch nicht neuen Schluß, daß man ihr in diejem Lande also nicht mit Sicherheit jagen kann, wieviel er derselben auch nachgehen muß, wenn man sie ganz erkennen will. verdankt. Es kommt hinzii, daß ihre Amendung durch

In seinen weiteren Ausführungen beschränkt sich aus feine cinfache Sache ist. Lermolieff fagt selbst: Lermolieff, cheinbar willtürlich – wir fommen auf Das Schen der den Meisterit eigentümlichen Formen ist dieses scheinbar“ zurück – auf die italienische Stumst des

auf die italienische Stunst des nicht so leicht, als man vielleicht glaubt, und få bedarf Quiattrocento und des Cinquecento.

ciner langen, sehr langen llebung des Auges, um richtig Das italienische Volf zeigt mehrere scharf unterschiedene sehen 311 lernen.“ Ilid die Wahrnehmungen des Auges Stanımestypen, welche sich bis in die Gegenwart erhalten sind nicht meßbar, können daher auch nicht zum Zwecke haben, da sie eben als Naturprodukte sich organisch ent der Vergleichung irgendwie figirt werden. Also auch der wickeln. Am energischsten offenbart sich der Typus in den Name craft für die Methode ist schr cum gnano salis Künstlern, welche gleichsam die Blüten des Stammes find, 311_nehmen. Damit in engem Zujammenhange steht und welche zu den charakteristischen Eigenschaften desselben die Schwierigkeit einer Mitteilung der betreffenden Beindividuelle hinzubringen. Wohl wirken auf den Künstler obachtungen an andere zum Zwecke der Belehrung oder auch Einflüsse von außen, von stünstlern anderen Stammes; der Nachprüfung. Wenns mun doch der andere einmal nicht aber diese Einflüsse werden nie eigentlich maßgebend. I sicht?! Bricht doch Lermolicff einmal selbst einem nicht Selbst bei Raffaello, der jo leicht fremden Einflüssen zu- überzeugten Gegner gegenüber erzärnt in die Worte aus: gänglich und allen Eindrücken gegenüber so nachgiebig war, ,,Jeder sieht eben nur, was er sehen fann!" Ja, aber bleibt sein IIrsprung inumer erfcnnbar.

wenn die Sache so steht, wozit dann der ganze Lärm? Jeder Künstler hat nun bestimmte Eigenheiten der So war es ja bisher auch schon. Es ist das derselbe künstlerischen Handschrift

, an denen man seine Werfe sicher Schluß, zu dem wir bei Zolas Roman erperimental kommen: érkennt; wenigstens jeder wirkliche Künstler, jeder, der auf trotz aller Methoden und Prinzipien wird es nie objektive eignen Füßeri" steht, mit eignen Augen sieht. Ám deut- Kunstforscher und objektive stünstler geben. lichsten zeigen sich diese Eigenheiten in den Forinen des llebrigens ist die Anwendbarkeit der Methode anch wirenschlichen Körpers, aber nicht in allen in gleicher Weise. in Bezug auf ihren Gegenstand eine beschränkte. Pui In erster Reihe ist natürlich der Gesichtstypus charakter scheinbar widfürlich spricht Lermolieff immer nur von ristisch, aber er:, ist gewöhnlich bei allen Künstlern einer den italienischen Duattrocentisten und Cinquecentisten. Schule derselbe oder wenigstens sehr ähnlich. Außer dem Die Methode ist doch überhaupt nur da branchbar, wo Antliß aber ist wohl fein anderer Körperteil so individuell

, die Künstler sehr viel Wert auf die Form legen und jo geistig belebt. iud :(prechend wie die Hand. Daneben hauptsächlich die zeichnerische Durchbildung im Auge haben; tommt nur noch das Ohr in Betracht. Und die scharfe bei den eigentlichen Koloristen, ido die Rücksicht auf den Beobachtung von Hand und Ohr ist es, welche nach malerischen Effekt überwiegt, werden die Eigenheiten in Lerqolicff. allein eini ficheres Urteil über die Urheberschaft Hand und Ohr sich viel mehr verwischen. eines. Buides gestattet, diese scharfe Beobachtung, welche, Diese Mángel und Einwürfe gegen die Methode fallen joie" fich von selbst versteht, eine vergleichende sein muß, ist ießt im so schwerer in's Gewicht, als die Bescheidenheit, es, welche: er mit dem stolzen Namen der erperimentellen mit der Lermolieff dieselbe anfangs vertrat, jich zuleßt in Methode benettnt.

ihr gerades. Gegeitteil verkehrte. Die neue Ausgabe seiner Bedarf es eines Beweises, daß der Namen die Sache Studien *) stroßt geradezu von heftigen persönlichenn Andurehaiis nicht trifft? Erperinnent ist die Beabachtung einer

*) I. L., fPunstkritische Studion über italienische Malerei. I. 1890 absichtlich herbeigeführten Erscheinung oder eines absicht= ) II. 1801.

griffen gegen einen eingebildeten Feind. Dieser Feind

1

Die Volksklasse, die wir Proletariat nennen, der foll" Wilhelm Bode, der Direktor der berliner Gemälde- Tagelohnarbeiter, ist ungeheuerlich an Zahl gewachsen, galerie sein. Daneben werden dann noch die deutschen mehr niod), sie hat sich nach oben hin criveitert. Die Kunstgelehrten in Bausch und Bogen mit Spott und Hohn | Libertiner in Schillers , Räubern“, der Musiker Miller geradezu überschüttet.

int „stabale und Liebe" rechneten im 18. Jahrhundert Wo sind denn in aller Welt diesc imendlich bornirten i sich zum Bürgerstande, in unserer Zeit würden sie Pro: deutschen Kunstprofessoren, wie sie Lermolierf schildert? letarier der geistigen Arbeit sein, die crsteren sozialWo sind denn dieje Gegner, die ihit verkleinern oder tot demokratische Leitartikel schreiben, der letztere bei der (dweigen? Wilhelm Lübke spricht mit wahrer Begeisterung Wahl für einen Arbeitervertreter stimmen. Damals jog von ihm, Anton Springer polevifirt gegen ihn rein sach: das Bürgertum das Proletariat noch in sich auf, dic lich, imd cine Polemik Springers chrt ihren Gegner, Forderungen des einen doften sich mit den Forderungen Wilhelm Bode selbst nicht ihn steis mit Sichtung. In des andern, das große Losungswort der Zeit hieß: fast allen Galerien sind limtaufen von Bildern nach seinen Gedankenfreiheit

Gedankenfreiheit - Freiheit des Denkens, Freiheit des Vorschlägen vorgenommen worden. Sturz, diese fast frank- Empfindens. Man wollte in allen Kasten und Silasjon hafte Erregimg ist völlig grundlos und inbegreiflich. das gleiche Recht des verzens und (Geistes, inan suchte

Trotz alledein ist Dermolieff eine bedeutende Her- die ideale Welt, welche alles vereinigte und versöhnte, sönlichkeit geweien, dessen Anregungen sowohl hinsichtlich die Stadt über dem Berge“, wie die inittelalterliche der Verbesserung der kunswisienschaftlichen Methode als stirche ihre transzendente Heimat nannte. Der Aufbliek auch der von ihm aufgestellten Probleme noch lange fort- 311 dicjer jonnigen Höhe mußte die (Heister für das entwirfcit werden. Einen Teil seiner Aufgabe hat er mit ichädigen, was dic

diccrbärmliche Wirklichkeit versagte. seiner fritischen Reinigung der Galerient crfüllt, aber viel Aber der stete Aufblief wurde zum ¡teten Antrieb, dic ist hier inod) 311 fun. Ji jedem Falle hat er nicht im Forderungen des inneren Lebens mit den natürlichen fönst gelebt und gewirkt. Was aber von seiner Methode Verhältnissen in Einflang 311 bringen. Das 19. Jahrauch für andere braud, bar ist, darüber wird erst die Er- hundert empfing für uns Déutiche die große, schöne und fahrung, vicleicht in ferner Zukunft, endgillig entscheiden ichwere Aufgabe, die idealen Ziele innserer klassischen fönien.

Dichtung zu einer Verwirtlichung 311 leiten; es blieb freilich, wie jid) zulc13t crivics, cin irrationaler Rest. Dieier Seit war vor allem das proletariat. Was der flajjiiche Idcalismus geltend gemacht hatte, waren die Interejien der Bildung; iubestimmt, dämmerhaft blicben in den allgemeinen Formen der jumanität dic. Intercssen der Ingebildeten; sie waren von jenen nicht ausgeschlosjen, aber sie waren auch nicht in ihrem Stern cr

faßt. Das Proletariat mußte sich seine eigenen Denker Proletariat und Dichtung.

und Dichter erzeugen, um zu seinem Necht 31 komment, ja es mußte sich in der sozialen Entwicklung erst ans

Den übrigen Ständen herausschälen, um etwas zu sein locitmutlj 11 ieslie.

und etwas 311 bedeuten.

Tieje Hilfe bei seiner sozialen und geistigen Ent: Der sozialen Frage, die wie ein Sauerteig alles in widling leijiete ihm die Machine und ihr stetig wachsenunserem öffentlichen Liben durchdringt, hat sich auch die der Einflu, ihre ins llngeheuerliche gehende VerwendDichtung cridhlojici. Man weiß, daß dicjo vicibo barfcit ind ihre alle menschliche Kraft beficgende Leistungssprochenë, bis icti nod) antworiloịc Frage alt ill, jogar Fähigfcit. Tie Maschine ist der Hauptfatior der sozialen sehr alt. Ihr Charakter liegt darilt, das sich bestimmte Bewegung; das Proletariai jah) in ihr' ziterst seinen Feind,

Justeresien cines bestimmten Standes geliend, machen, weil sie Menschenhände und Menjchenarbeit überflüssig und wie Interesen und Stände sich ändern, ju ändert machte und dadurch jeinem Leben das Brod cintzog. sie selbst Westalt umd (vesicht. Der fic ill mujerer Zeit Wic dic Perhältnijíc jich eben ändern, jo crfonnt die crhebt, ist der Arbeiter, das proletariat, der sogenannte geistige iğührerichaft der Arbeiterwelt jetzt in der Maschine vicrte Stand, und da dicier die materielle Not des den Freund ihrer decit, den stärfiten Mitfämpfer für Lebeis an tiofiten und härtesten spürt, überwiegen in das, was sie ihre ideale niciunt. LU unun Feind oder jeinen Forderungen die materiellen Interessen die recht-freund, die Maschine ist es geweien, die den vierten lichen. Eine andere Zeit rief nach „nehr Licht“, die Stand zwar nicht geschaffen, aber geformt und organisirt jepige verlangt nac) mchr Brud". Es ist die Dichtung, hat durch den furchtbaren Ginfluß, mit welchem sie scin in welcher in beiden fällen dieser Ruf widerhallt; sie ganzes Dasein regelte. Das Haus oder die Burg, welche wird stärker aus jozialen Wchen und Leiden heraus ge diesen gewaltigen wirtschaftlichen Faktor birgt, die Fabrik, boren, als in unseren Litteraturgeschichten zu lesen steht. ist dadurch gleichjamzii cinen sozialen Institutt geDie Kocsie unserer klassiker ging alts dem sozialen worden; je umflammert mit fejten Verpflichtungen die Micdererwachen' imjeres deusden Bürgerinns hervor, Eristenz des Arbeiters, der auf den Tageslohi und seine das in ciner morsdien, abgelebicn Kulturperiode seine bestimmte Tagesarbeit gestellt, jdwerer sich von seiner 110ch unerschöpfte vraft fühlte. Dicje neue Dichiungerrin loszureißen verniag, als jeder andere von seinem wirfte wie die cheric Schlange, welche Mujes in der Amte im Beruf. üjte für die Strankheiteit joines Polfes errichtete, von Fabrik und Maschine jind es denn, deren Bild sich ihrein Blick und (Glanz ging alle Heilkraft aus, die zuerst in der deutichen Dichtung wiederspiegelt

. Jul ujer nationales Leben durchwärmte ind crstarfen licß. Immermanns „Epigonen" (1836) wird uns ziim ersten Sit es wieder an der Zeit, cine solche chernie Schlange Mal das Fabrikivejen in seiner sozialen Bedeutung ge311 errichten, oder vielmchr ist sic in der nodernen so- ichildert. Der Haß des Dichters bricht ingeschent und zialen Dichtung bercils aufgeriditet? (schen wir den kräftig gegen dicie nenc Macht hervor; deß zum Zeichen Spuren nád), welche das Proletariat in den Ent- werden am Schlusse des Romans dic

' Fabriken niederwicklungsprozeß innserer Litteratur hinterlassen hat. gerisjen, der Pflug muß von neuem den Erdboden itm

Von

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