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leberzeugungen von den göttlichen und menschlichen Stils. Mit großer Freundlichfcit wurde ich von dem

Dingen lebte, mit mächtigen, rein blauen, strahlenden Paar empfangen. Sie wareit bereits durch ú. Dunder Augen, hatte jenes Atelierhaus verlajien. Mit ihren auf mein dommen vorbereitet und Storm entfann sich auf beiden Züngstent, - dem blonden Adalbert, dem supfer injer erstes Zusammentreñen und (Sejpräch noch sehr wol. stecher, und dem Nesthäfchen Narl, cinem schlanken, „Vun bin ich doch äußerit gespannt auf das, was Sie chönen, blauäugigen, zwölfjährigen Jungen von im mir da bringen“, sagte er mit jenter schleswigichen Ausbändiger, wilder Lebenskraft, heute Lehrer der Bildhauer iprache des Pautes ip“, welcher das den Mittel- und funst an der Akademie zu Caici, bezog sie das ebenfalls Süddeutichen jo gewöhnliche, im Sprechen cingeschobenie in einem großen Garten stehende, von einer prächtigen ,,ch" ausichließt, und dem Slange ctivas cigentümlich

) alten Linde und Nußbäiinien beschattete fleine Haus zartes, lispelndes giebt. Ich padfic mcinc Mappe aus mit der säulengetragenen offencnent Vorhalle im Erd iind reichte ihm dic Blätter, meinerseits noch gegeschoß, das sie als Eigentuin crworben hatte. Es war ipanter auf den Eindruck, den sie auf ihir machen würden, das westlich angrenzende Nachbargrundstück des gensind nicht ohne crusiliche Besorgnis. Dicie aber war lerscheit. Der älteste, sfar, der Dialer, hatte sich, von rajch geing verschwundent. Cab ich doch jeine blauen Nom mit dem franfon Vater zurückgefehrt, in Berlin Augen in einem freudigen (lan; aufleuchten bei der Be vermählt, faufte Mutter und Brüdern das väterliche trachtung der ersten Zeichnung. Es war die der Szene Dans und Gartengrundstück ab und nahm von ihm der Vorlejung des Liedes ,,Wicine Mittter hats gewolli" Besi. Reinhold, der hoffnungsvolle fünfundzwanzig durch Reinhardt, wobei Glijabet sich vom Sojiet erhebt jährige Bildhauer, lebte damals in Nom. Pon zwei und still das Zimmer verläßt

. ,,Sich das doch mal an, anderen Brüdern stand der eine als Offizier bei der Constanze“! sprach cr 311 dicier gewendet, drückte mir die Armee; der zweite befand sich auf ciner Orientreise. Hand und jagte mir so viele schöne Dinge über dies Die Mutter verließ nach dení Tode des (vatten das Blatt und besonders über die Perförperung seiner geistigen Starlsbad während vieler Jahre nicht mehr. Es war Lieblingstochter Elisabet, dass ich mich hüten werde, sie ihrc Welt, deren (Grenzen ficium foincit Preis über hier zu wiederholen. Die Zeichnung müjic id ihm über idhreiten mochte. Sie und ihre Söhne, die zit den lajicit. Bis au sein Lebensende jolle jie cingcrahmt an frühesten Ansiedleri dicier (Begend gehörten, bildeten der Wand über jeinem Bett hängen. Auch die andern cine lebendige Staffage derselbeit, welche für die kor: Blätter hatten mit geringen Eindhränkungen seinen vollen stellung aller Bewohner des Sarlsbada umrennbar mit Beifall, das ganze lliernehmen jeine herzliche 33111 dem Bilde dicier in sich abgcichlosienen (Surtenweli ver stimmung. jcb sie den ichönen Maijonntag mit ihin bunden war. Jeder trat 31 ihnen, und jie, besonders die verbringen. Teils in der Wohnung beim jelbstbereiteten Mutter, zu jedem in gewisse Beziehungen. Dic, welche rich Tee von idcaler Vortrefflichfcit, crbchauptete, nach schon im ersten Jahr imscres dortigen Pufenthaltes der Art, wie sich der Mensch zii diejem (Getränt, desien zwischen ind is knüpften, wurden bald schr nahe Genuß und dessen Bereitung verhalie, ließe sich een ind herzliche.

und sort der Pcrsönlichfcit, des Herzens und (Seistes, Ein dem unseren gegenüberliegendes Landhäuschen, ücher bestimmenteils auf langiamen Spaziergängen, zu dem ein sich dahinter weithin ausbreitender (Varien möglichst fern ab von den ihm in ticiter Seele verhaiten ,

von dem Sierausgeber des fmreichen Harfanlagen und gleidjam offiziellen Schönl. Sladderadatich, den Verlagsbuchhändler normann, als heiten im berühmten Hartien fiotsdams, niach Tornow Sommerwohnung gemietet, mit jeiner Familie bezogen hin, über die weiter blühenden Vicjen, schlossen wir in und bald auch angefauft. in der offenen Vorhalle endlojen nie jodenden (bicíprächen mjeri Seelen gegen jahen wir da täglich die damals noch in frischer

in frischer | cinander aufimd begründeten cigentlich schon in jenen herr: Jugendfüllc prangcide (vattin Dormanns und ihre sic lichen undcit deil Freundidhaftsbund, der mich während besucheide döne Schwester, die Frau Rudolf Vömci Storing folgender Lebensjahre, ja noc) über fein (Grab steins, fibeut, ihre Bitbeit und Mädchen auf der grci hinaus, jo reich) beglüden jollte. (Ein clrter Artifel folgt.) ireppe iind im Vorgarten spielend. Nicht jelten trai zum Matec- oder Abendbesuch die ganze Piercinigkeit der Schöpfer und Erhalter des siladdcradatid, der damals cin an Nämpfen, feindlichen seimiuchungen, aber auch an Siegen, Glanz und Ehren besonders reiches Taicin führte, Rudolf Löwenstein, David Sialisch, Ernst Ionim

Theater. und Wilhelm Scholz, cin. Thro (bicípräche, ihr Lachen flang von drübent her deutlich zit meinen nicht gar 10

Fritz nautiner. hoch über dem Straßenniveait gelegenen offenen Dach fenster herauf und herein, und mit lebhaftem Interesse

Berliner Theater: „Arbeit“. Schauipidl in + Aften von betrachtete ich aus der Vogelperspeftive dic Wielgenannten,

Honm) trihiir jonom. Veijingtheater: „Thermidor". Victgefürchteten und Vielbevinderten, welche allwöchent Schauspiel in of Arten von ♡ictorien Cardon. lich die Kcißel des geistreichsten Wipes and polic's Tas alte Stück von Jones hätte ruhiy jcnjcits des sanals furchtlos über Polk iind Mächtige schwangen und mit bleiben dürien. Bei uns iit der Einflui; der Kolonien auf Leben der Straft ihres Humors, jo weit die deutsche Bunge und Litteratur 1100 nicht groiz genug für das Verständnis soldier klingt, Millionen zum herzlichjien, erfrischenditen lachen vintertreppenstüdt. Der junge šoiter joll um jeiner Jugendít reidio brachte.

willen irgend wohin nach Lberägypten oder ins Junere von Airifa. In jener glüdlichen Frühlingsstimmung auf dem (Ganz plöglid) kommt jein Vater mit dem Coursbuch und ein Diener Narlsbad cutwarf ich drei oder vier flcinc Bleijiift mit einer Reiictaiche, und der junge Foster mui; fortlaufen, um den zeichnungen zu Szenen aus Theodor Storms ,,Jimenjee". Anschlus; nicht zu verjäumen. Er hat buchstäblich nicht fünf Sefunden Ân dem ersten Maisonntag fuhr ich damit nach Botsdam Zeit, um seiner cbenjo veriührten als geliebten Vraut zuzuflüstern 311 dein erfasser hinüber. Er bewohnte mit seiner daj; cr sie liebe und jie heiraten werde. Wie Othello dic Tragödie schönen Gattin Frait Constanze imd den Ninderii

, den der Eiicriudht, jo iit „Arbeit“ das Schauspiel des dritten Läutens. zivci älteren Buben und dem cben crst geboreiten fleinert Denn aus der furchtbaren Eile des jungen foster crgeben sich alle Vädchen, cins der dortigen Backsteinhänjer holländijchen | weiteren Folgen. Der Vater der Geliebten, cin Arbeiter und Ers

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finder, wie er im Vuche steht, aber im Leben nicht vorfommt, crfindet i wieder auf einem großen Ilmwege über die Befreiungskriege hinweg unter Absingen ciner Nachearic irgend etwas, was den alten Foster zur deutschen Einheit geführt haben, hat Deutschland alles moderne ruiniren muß. Denn er glaubt icin sind nicht nur verführt jondern Leben dicier Revolution zu danken, und hat sie andererieits nicht mit auch tot. Der Held der Arbeit wird binnen furzer Zeit ein Millionär, jeinem Blute bezahlen müssen. Für die gemäßigten Franzosen ist das der alte Foster cin Betiler. Schließlich fehrt der junge Foiter mit Andenken der Revolution geidhändet durd, die Greueltaten eines Marat dem fahrplanmäßigen durchgehenden Wagen von Lverägypten nadi und eines Collot d'Herbois; aud) bei Danton und Robespière müssen England zurück; er hat unten das Mädchen geheiratet, und unter den jie sich der Septembermorde und der Quillotinenarbeit erinnern. So Klängen eines Verjöhnungšchores jinft der errötende Theatervorhang ichcuen die vornehmen französischen Schriftsteller den Blutgerud), und zum lcßten Mal.

jowohl der Demokrat Victor Þugo wie die Aristokraten Goncourt Tas Stück ist also nichts für uns, weil in Deutschland der

schreiben poetische Rettungen der Royalisten von 1793, ohne freilich

die Legende geradezu 311 verleben. Auch wir haben in der Schule Holonialmensch jelten jo idnell zur Abreise fommt, daß er nicht noch

von Marat und Colot d'Herbois gehört, und Danton und Nobespierre vorher cine Nede halten fönnte. im liebrigen ist „Arbeit“ von Joncs cin jo imjäglich schlechtes Stück, das zu seiner Sinrichtung cigentlid)

sind uns vielleicht als Bluthunde geschildert worden. Doch im cine zweite Nriliferklasse, eine Siolonne von Strafkritikern, die es

(Grunde sind das alles für uns leere Namen, wir spüren den Blutnämlich zu ihrer eigenen Strafe sind, cingerichtet werden müsste.

geruch nicht. Wir hasjen die Mörder nicht und haben darum höchstens Wie die berühmte Zeichnung des Pazarctpierdes in der Tierarzencis

ein wissenichaftliches Interesse an der Vernichtung der Legende. lind icule, zeigt es jämtliche Fehler jo veralteter Handwertsarbeit in jidi

dieses Interesse ist ja von Sibel bis zur Ermüdung befriedigt vereinigt. Baum, das der gutgegriffene Stoff und einige jatiriiche

worden. Die Zeitgenossen der Revolution spürten den Blutgeruch

auch bei uns, und alle damaligen Dichter, vor allen die französischen Ausfälle gegen englische Wahlsitien zu loben wären. Die auftretenden Menichen jind durch und durch jo unwahr, ihre Sprache ist so durc

Ehrenbürger silopitoď und Schiller, verloren rasch ihren Enthusiasmus aus papierener Siil, die eingestreuten Scherze sind so clownmäßzig

für die Revolution. Wir Enkel und Itrenkel aber, die wir uns der und roh, die Nulisicnreiferei der Artichlüije io albern, daíz ein

(Bleichheit vor dem (Sciebe, der Freiheit von mittelalterlichen Vor

urteilen freuen und auch die Brüderlichkeit immer noch nicht von fünstlerisch geschultes Publikum vor all diejen Schönheiten wie im Parodic-Theater säse und aus dem Lachen gar nicht herausfäme.

unierm programm abgeieit haben, wir haben keine Veranlassung der Das Stück hatte einen vollen Erfolg. Merrn Kraußneck, der den

großen Revolution zornig gegenüber zu stehen. Man muß bei uns Arbeiter spielte, ist die Schuld des Erfolgos größtenteils beizumejien.

Standesrechte oder Pfaffenrechte zu wahren haben, um die Bedeutung

I jener llmwälzung leugnen 311 fönnen. Ein fürchterlidies (Bewitter Es ist nicht daran zu zweifeln, daß dieic grobe Arbeit vor cinem

ist über das Land gegangen. Es hat beim Nadibar gezündet und Arbeiterpublikum einen Sturn des Beifalls entiejselt hätte. Es

auch jonit Verheerungen angerichtet. Ilnicre Felder hat es befruchtet. ichmeichelt allen Majieninitinfien. Die Leiter der „freien Volksbühle“

Laisen wir doch den Nachbar auf das Gewitter ichimpien; in unjerer sind stolz und vornehm genug, aui jo jpoitwohlfeile Lodmittel zu ver: Mitte wäre jedes Schimpfwort Benchelei und gegenüber der ästhetisdion zichten. Sie überlassen das mit Vicdit bürgerlichen Konturrenten.

(Grörze des Tonnerwetters beim stünstler faum verständlich. Ter politische Kampf um die große franzöjliche Revolution ist

Soviel über die politiide Seite der Frage. llebrigens müssen durch die Karijer Vorgänge bei der Thermidor-Xuñjührung wieder wir dem Leijingihcater noch dantbar sein, das es uns mit dem cinmal auf die Tagesordnung gesetzt worden. Die durcicnde Minorität lärmenden Stüdi bekannt gemacht hat. Boffentlich hat es nicht Eljashat cinen selbständigen van wie Sardou am Sprechen verhindert; Lothringen als siaurpreis geben müjjen. Denn jo groß der Erfolg man kann daraus zu seiner lieberraichung crieden, dai; dic Minoritätin der criten nisührung auch war und io cilig die Residenzbrivohner mitunter cbenjo dumm join fönnen, wie die Wajoritäten. Für Frank: , auch für die nädijien Wodien in's Peijingtheater lauien werden, rcidliegt die Sache nn so, daí; die rievolution von 1789 und die danerndes Bürgerrecht auf der deutidien Bühne kann diejos Drama ichönen Legenden dieser Revolution ein Veiligtum sind, an welches

nicht erwerben. auch der mas;volle (Servürzfrämer nicht gern rühren länzt. Was immer lieber die Art und Weijo Sardou's iit aus diciem Aulai; natür: die neuere (Beschichtsforschung teils im Kartei-Juicreijc, teils aus lich nichts neues 31 jagen. So grob und brutal die Kunst auch Kahrheitsliebe zur Zerstörung dicier Legenden veriiicht hat, die alte diesmal behandelt iit, jo bleibt Sardou dod, auch in jeinem ,,Thermidor“ Mythe, wie sie namentlich durch Lamartine und Thiers flaijiích geformt ! cin witiger Satiriter und dazu der alte Bühnenfenner criten Vianges. worden ist, icheint dort izcritörbar zu icin. Siaiicrtum und Niepublik Die opernhaiten Attichlüije („Thermidor“ müste von Mayerbeer haben den alten Mythengestalten opiern müssen, nicht nur um dem ! fomponirt werden reiszen jelbit den wiederwilligen Zuhörer zu leb: joueränen pöbel 31 schmeichelni, jondern auch wirflid), um das all. haitem Anteil fort und jelbit in den indlojen Erzählungen, weldie gemeine Gefühl der Viation zu schonen. in Teutichland ist durch die

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die loie Verbindungen der anscinanderiallenden Afte herstellen religiöic Berrciizung jogar die Siciormation verhindert worden, cin müssen, zwingt immer wieder cine neue robe leberraschung zum jolcher Juhmestitel für das ganze Land zu sein, wie es dic Erstürmung Authorchen. der Bastille il. 1. w. für Fraufreich ist. jd crinnere mich, dai; mir

So ist das jüngiie Stück von Sardou zwar nicht jo lustig, wie vor bald zivanzig Jahren am Fuße des Cdilienberges cin cljajier seine zugitüde von vor 20 Jahren, aber die gemcinc Bühnenwirkung fuhrfncdit, der französisd) nicht einmal sprechen und überhaupt nicht ist für ein dankbares publikum dicscibo geblieben. Was sich verschreiben fönnte, auf meine Fragen, wie er als Teutscher jo französiích ändert hat, das ist einzig und allein unser Verhältnis zu dem alten gesinnt sein fönnte, ungefähr erwiederte: „Von (Beburt bin ich freilich

| Taschenipicler. deutsch, aber von (Beblüt (etwa: (Bemüt) bin ich Französijd. Wissen

für modern gejdhulie Dhren ist die Sprache und die CharafiiSie, monsieur, wir haben nämlich die große Vievolution gemacht“. ristik, wic jie den Menichen des 9). Thermidor angedichtet wird, cins Wenn nun ein Menschenverüchter wic Sardou in der großen Revolution

fach unerträglid). Es sind Iratpuppen des Autors, der jidnicht nur das Tollhäuslerische jicht und unerschrođen darzustellen judit, so I cinmal die Wüte nimmt, bier und da jeine Stimme zu verstellen, jollte ein freies Volt ihm nicht den Mund verbieten. Er hat in wie das doch ein braver Marioncuienipieler tun muß. Iluveränderlich Nabagas dem Volfstribunen (Bambetta cbenjo konservativ heim

quillt dieje Sprache in vornehmer „Tiktion“, d. 1. unwahr über die geleuchtet und Nabagas ist trotzdem nicht icin schlechtestes Stüďge:

Lippen aller handelnden ferjonen; dic cinen machen die Wiße auf worden. So scheint mir die über Thermidor verhängte Penjur zwar | die groje Vievolution, oder vielmehr ganz vorsichtig (ohne die gegencine der Republik unwürdige Tumheit zu jein, aber die Entrüitung

wärtige Republik zu verleteni) auf die Edirectensherrschaft, die andern französiicher verzen kann ich gar wohl begreifen. Die große Revolution : zittern vor patriotisms, die dritten frömmeln ein bischen, wie es ist die internationale (Gloire der franzojen.

Cardon übrigens schon vor dem cintretenden Alter geliebt hat. Aber (Serade darum liegt aber der Fall für Deutschland ganz anders. alle handen nicht nach Motiven, jondern nach den Bedürfnissen der Wenn man von den napolconischen Kriegen absicht, die dann dod i Afrjdlüsje.

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Nicht: vielleicht ist für diejc Effekthascherei jo bezeidinend wie „Mehmeds Brautfahrt“. Ein Volksepos der jüdslavischen Modie Anflidung des vierten Aktes, der bei der críten Ausführung den

Hamedaner. Aufgezeichnet von Dr. Friedrich S. Irauß.

Deutich von Carl (Gröber. Wien, Alfred Hölder. Erfolg um ein Saar gefährdet hätte. Es handelt sich in „Thermidor“ befanntlich um ein Liebespaar, welches durch allerlei Stulissenwive

Tie Eigenart der jüdílavischen Litteratur ist bekannt. Es sind

mciit Epen, in denen om von Wundern und Liebestaten cines Helden, zwischen Tod und Rettung schwebend erhalten wird, bis dic Guillotine der cini Befreier joines Coltsstammes ist, wimmelt. Das ist nun endlich an die Arbeit gehen darf. Nun hat Sardou am Ende des i aud) bei Michmeds Brautfahrt der Fall. Er cridhlägt viel tausende dritten Aktes eine sehr packende epernscene, welche den Sturz Jiobesa

und heiratet dann cinc, dic joine, icine, reine 2c. pierres darstellt. Der halbe Oft ist der berühmten journée des

Der cinzige lInterschied iit, daß der Beld und die Melden des

| Epos stati sonit Christen, hier Mohamedaner sind. Das hat sicher 9. T hermidor gewidmet. Aber die Hineinziehung dieses Ereigniiies patriotischen,' nationalen und damit ethnographiichen Wert. Somit hätte doch nur dann eine Berechtigung, wenn der Sturz des Schredens fann es auch diejenigen Nreise, die das lir- und Naturleben der von mannes Einfluß auf die Fabel des Stückes hätte. Tavon ist aber

Defterreich ameftirien jüdjlavischen Krovinzen studiren, interessiren. keine Rede. Sardou benützt ein welthistorisches Ereignis nicht

Aber poctiicher Wert iit denn doch trotz aller Vorreden des Ileber

icters und Herausgebers dem Buslaronliede abzusprechen. Der fünf anders als ctiva im „letzten Verujú cincn zerterzten Liebesbrici: jiijzigo Trochius, auf den alle 1000 perso des (Vanzen gestimmt sind,

In Paris wird man den etwas demonstrativen Veijall der i wirfi denn doch zu tlappernd, zlı cintönig, was ja überhaupt beim Berliner hoffentlich nicht übel nehmen.

Trochäus im Begoniatz zui Jámbus fait immer der Fall ist. Boll Humor hingegen ist das auch metrisch abwed)slungsvollere Scherzgedicht vom (Seljenjüngling, der seinem Müdenbräutchen ge: bäut, ihm die gelben Bochzeitsstiefel abzuziehen. Dieielbe weigert jidh; da erhebt sich der Belienjüngling, die unfolgiame Gattin zu züchtigen. Doch ein Ameijerich nimmt sich der zarten, unzart Bes handelten an, tötet den rohen Baustyrannien und nimmt die Mücke jich) 311m Wribdien“.

Dr. Rob. Plöhn. Litterarische Neuigkeiten. Briefe über Merfwürdigkeiten der Litteratur (Nr. 29 und :30

sländische Polfejayeit. Aus der Sammlung von Jón Yrnajon der Deutschen Litteraturdenkmale des 18. und 19. Jahrhunderts,

ausgewählt und aus dem äländischen über jetzt von :. Ped: in Nendrucken herausgegeben von Vernhard Entiert).

man šilhes. Veue folge. Berlin 1891. Mayer & Müller.

XXX, 266 .
Stuttgart, G. J. Göjdhenjde Verlagshandlung, 1890. CXLIX
und 367 5.

Aus der großen Sammlung von són Wrnaio „šálenzfar Thjódh: Der Verfasser dieses im Jahre 1766 alle literariichert sirije jögur og Hejintiri“ überietic s. C. Kocition 1884 die Würden, deutscher Zunge" tief aufrührenden Werfos ist Heinrich Wilhelm von

and fril. M. Lehmann-jilbes les iit jcht längit betaunt, daß cine Gerstenberg (geb. 1737), der damals allgemein verchrte Sünger der

Tame das lindiiche ebenio vorzüglich beherridt wie ihre MutterTändcleien und heute in litterarhistorischen Sandbüchernt 110cl als i prade) gab vor ctwa jei Jahren den criten Teil der Sagen in Hauptmitglied des norddeutschen Vardenchorus silopitod'icher Wrün einer Weberierung heraus, die jeiten: der ritit als vorzüglich gedung verzeichnet. Ticje „Briefe“, cine betannilich in der franzö lungen anerkanni worden ist. Wir haben dicien eríten' Teil im jiidhen und der deutsdien Quiklärungscpoche beliebte Turitellung form, „Magazi11“ damals lobend gewürdigt, und io fönnen wir uns über Ichnen sich unmittelbar an Leijings berühmte „Vriere, die neueste

den fürzlich veröffentlichten zweiten Teil in stürze rajen. Litteratur betreffend" an und gehören zu dem allerbedeutenditen und

Dicier Vand enthält zunächit in der Einleitung eine freie Ves noch für uns Wertvolijten, was die damalige deutsche Litteraturtritit

arbeitung der Vorrede, welche der berühmte isländiidhe Lerikograph neben Leijing und ..dem cben beginnendeni Berder hervorgebracht

(13. Vigilijon cinjt der Sammlung Arnajons mit auf den Weg gab; hat. Sie bičten ein vollständiges Jicpertorium der jungen Pewegung,

jie ist für das Veritändnis der isländischen Wolfgaberglaubens im die in jenem Jahrzehnt durch unier Heimatlidhi: Ediriitum 3o9 md

plllgemeinen und der Sammlung im Veionderen geradezii unentbehr: alles vilte und llebérlebte über den manien Wari, in regiamen

Tidli. Ter Tort inbit cnthälı 32 Naturjagen, 10 Legendeni

, 19 gejdidit frischen Kräften Platz zu machen. Aud) (Gerstenberg kommt diejer

liche Sagen, 2:3 Sagen vou friedcloicn, 12 Saiwante und 10 Stüde neuen Kunst, die eine echte Pocjie des wirklichen Lebens vorrühren

über aberglauben und abergläubiiche (Hebräuche. Auch diejo „neute will, mit günstigem Vorurteil entgegen; huldigt er dod cinem ge

Folge“ wird nicht blot von den siennern und Edäbern des ger: junden, mafvollen Realismus, und er erfennt auch trotz häufiger

maniichen Volfatums und von den vergleichenden :!!iythologen, sondern dogmatischer Schrullen, die allerlei gelehrten Wiijonsfram aspadin,

auch von dem gebildeten deutichen Lejepublikum im Allgemeinen mit das Gute und Treffliche überall an, wo es ihm begegnet. Es ici

wolverdieniem interejio willfommen geheißen werden; man dari be: noch bemerkt, daß wierander von Weilen den muiterhaiten Viendruck

iunders hervorhebeni, daí; dio cinzigen dankbaren Leier, D. 1). Die mit einer äußerst gedicgenen ausführlichen Einleitung verschen hat.

Tamen und sic jugend, du: Vud) ohne jede Vciorgnis vor etwaigen fr.

I volksmäßigen Derbheiten in die Wand nehmen mögen. Den Kultur

historiker dürfte gan; bejonders der den „fricdcloien“ gewidmete ab:

ichnist interesjireii; man jicht daraus, wie möglid) war, daíz Ein englisches Wert zur Volfékunde der Valfanhalbinsel. ! flüchige und gezwungenermaßen in der Einjamteit hauiende vers Ein sehr interessantes Wert in der Art angelegt, wie die üblichen brecher und (cüchicte im Bolt glauben die Züge übernatürlicher kolonialgeographischen Schilderungen der Briten," bietet Lucu!!. ij. Scien, der sauberer, Nicien id Elien annehmen konnten. Tie Garnett in dem Bande „The women of Turkey and their folk-! Musítaltung des gediegenen Werfes ist gut, und Trudiehler jind fast lore, with au ethnographical map and introductory chapters gar nicht vorhanden.

L. šreitag. on the ethnography of Turkey, and folk-conceptions of nature by John S. Stuart-Glennie“ (Pondon, 1890, T. Nuit). Der vor: liegende Vand_behandelt „The christian women“, dem sich ein

vermann Bahr, Die Mutter (Callis'icher Verlag, Berlin 1801). zweiter über „The semitic and moslem women“ anichlicízen joll. Es werden der Reihe nach die rumänischen, die griechiichen, die Nachdem Bermain Bahr schon in seiner Novellenjammlung armenischen, die bulgarischen und die auf osmanischen Boden lebell: ,,lin de Siècle (a. 3oberbier, Berlin 1891) cinen Weg betreten, den westeuropäischen” Frauen nach Bewohnheiten und Eigenart, ins. der für cinen Dichier reir verhängnisvoll werden fan, hat er sich in besondere nach Aberglauben, Vildung, cigentümlicher Koejic u. i. 1. dem dreiaftigen Drama „Die Mutter“ nun vollend: der (Gefahr auss betraditet. Es ist hier nicht der Lri, das ctia Neite unter den ge- ! guicit, den litterariichen siredit des Ernstnehmens und des Ernstbotenen Einzelheiten festzustellen und desien Wert für die junge genommemverdens 311 verlieren. jeden, dessen Drgune gesund Wissenschaft der Volkskunde zu würdigen. Das „Magazin für Litte funktioniren, müssen die Scenen, Motive und das ganze problem der ratur“ muß aber von cinein Buche Kenntnis nehmen, das, wenn Mutter in ihrer geruchten, überreizten Krankhaitigkeit, in ihrer marfauch im wejentlichen Materialsammlung, schätbare Beiträge zu ciner ! lojen, hinsterbenden ìäulnis unnatürlich, ungejund und deshalb una wahrheitsgetreiten Auffajsung moderner" Lebens- und sculturzuitándogenicíbar, vielleicht lächerlich und verächtlich erscheinen. Eine frau, bietet. Gerade der Boden, an den sich die Garnettiche Taritellung Sie mit einem Mädchen, namens Terfa, in einem pathologischen Liebeshält, ist des cchten Realismus jo voil, wie man namentlich in den verhältnisse gelebt und darum auf ihren Sohn, der dieses Mäddien die Baladinnen behandelnden ersten Kapitel erfennt, ciner freilichen liebt, eifersüchtig ist und ihn von ihr zlı trennen sucht, was kann uns Juustration zu l. Ganghofers jetzt vielbciprochener Tramatijirung ! ein solches Problem geben? Bahr hat viel Sunit auf seinen Gegens von Marco Brociners Bojarenroman „vil fortunat“, „Tie sud): stand verwant, dic Charafiere jind genau gezeichnet, und mitunter zeit von Valeni“. Wer erótijdie Sittenbilder liebt, jindet hier reich: bricht auch der Dumor durd), jener Bahr eigentümliche Humor, der lich Befriedigung

fr. mir jo sympathijd ist und den ich sonst nie in der Weijë beobachtet

habe; allein gerade hier fann mian jehen, wie wenig die Kunst von

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ihrem Inhalt zu trennen ist, wie wir ein künstlerisch gehaltenes Werk Dicnstag den 3. März hielt die Freie litterarische Gescllschaft nicht als Kunstwerk schäßen fönnen, wenn dessen Inhalt von unserem wiederum einen Vortrags - Abend, den ersten unter dem neuen VorEmpfinden verneint wird. Zugleich zeigt das Drama auch, wie unrichtig der Sat des Naturalismus ist, Saß der Stoff für den Künstler

stande (1. Vorsitzender: Paul Dobert; 2. Vorsitzender Dr. Dresdner) ganz gleichgültig sei; gerade hier kann man sehen, wie notwendig es für ab. Nach den Mißerfolgen, welche der Verein gehabt, hätte man andie Wirfung eines Kunstwerkes ist, daß der Stoff ctwas für dic Gegen nehmen können, daß die Teilnahme cine recht geringe sein würde. wart Bedeutsames, gebe. Wenn aber das gesellschaftliche Milicu, in Dies war aber durchaus nicht der Fall, und soviel steht nun fest, daß dem cin Dichter steht, seine ganze Eigenart, die Erfahrungen, die er gemacht, gerade von der Art sind, daß sie eine krankhafte Ausnahme

die Gesellschaft einem rege gefühlten Bedürfnisse entgegen kommt. bilden, so hat der Dichter das Unglück, daß icin Wert nicht genießbar Auf die Entwiclung der Litteratur freilich hat sie wohl kaum einen ist. Da der geistige Schalt einer solchen Dichtung nur die poetiiche Einfluß, ihr Nugen aber scheint mir trozdem ein doppelter zu sein. Nri)stallisation des Lebens eines kleinen, dem Absterben verfallenen Einmal wirft sic propagandistisch für die junge Litteratur, dann aber Kreises ist, so kann ein derartiger Künstler höchstens Hausdichter dieses kleinen Kreises werden; für die übrigen ist das Wert umsonst

und in dieser Beziehung halte ich den dem Vortrag gewöhnlich folgenden geschrieben, und die Litteraturgeschichte idreitet über dasselbe gleid- inoffiziellen Teil für cbenso wichtig, wie jenen selbst — dann aber macht gültig hinweg. Es ist möglich, daß der Kreis, der die Lebenss sic die Vertreter der jungen Litteratur mit einander bekannt, giebt anschauung (oder soll ich sagen Absterbensanschauung?) der Bahrschen ihnen 311 gegenseitigem Meinungsaustausch elegenheit und zwingt „Mutter“ teilt

, in anderen Ländern ein größerer ist; dann sollte das Wert aber eben in der Sprache dieses betreffenden Landes geschrieben

jie - - und dabei ist die Anwesenheit der Damen nicht zu untersein. In Deutschland tut man am besten, es als cine Satire aufs schäzen auf einander jene gcjelljdaftliche Rücksicht zu nchmen, die zufassen, dazu bestimmt, die naturalistischen Thejen dadurch ad ab- sie im litterarischen Verkehr leider jo oft zur Diskreditirung des surdum zu führen, daß man sic in ungeheuerlichster Wcije überbietet.

Sdiriftstellerstandes cinander verweigern.
C. (G.

licber den Vortrag selbst ist vom litterarischen Standpunkte aus wenig zu sagen. Außer den bereits veröffentlichten Gedichten von

Fontane, Detlev v. Liliencron, (8. Egestorff und Reinhold Fuchs Georg Egestorff, Freilichtbilder, Leipzig, Friedrich.

wurden im Manuskript vorgelejen Produktionen von E. v. Wolzogen, Egestorff ist ein männliches, fait herbes Talent. In seinen Ge

N. Zoozmann und Hans Land. Des lcßteren Novelle „Zwei Siames dichten ,Von der Lebensstraße“, die Ende vorigen Jahres erschienen, artete diese Berbheit oft in lingelenfigkeit und sprachliche Härte aus,

raden“ bekam dadurch cine ganz hervorragende Bedeutung, daß Herr obwohl auch da schon der Grundzug seines Wesens, rodenhafte Kernig:

Emanuel Reicher daran cine Vortragskunst zeigte, die in ihrer des keit uind spröde Herbheit, deutlich hervortritt. In seinen „Freilidit taillirten, farbenjatten Ausarbeitung, in ihrer geradezu greifbaren bildern“ kommen nun diese Eigentümlichkeiten, durch Verszwang nicht Plastik und doch zugleid in ihrer ingefünstelten, pathosfreien Nas gehemmt, noch besser zum Ausdruc. llnd hier erreichen dieselben oft jenes Stadium, in dem ein leichter, ichen durchbrechender (Gefühls

türlichkeit cinen ganz seltsamen Hauch von Modernität ausbreitete hauch uns den Eindruck einer gewissen erhabenen (Größe und ernster

und über die Entwicklungsfähigkeit der recitativen Kunst aussichtsvolle Sdhönheit macht. llnd dies alles trop oder vielleicht gerade wegen perspettiven cröffnete. dieser frischen, sorglojen, abgerissenen form, die Säpe bildet wie den: „ Vall beim Botschafter“ oder: „Abendgesellschaft beim Präsidenten“. In diesem frischen Nennsport-Stil hat Egestorff sich Detlev von Liliencron zum Muster genommen, an den er and sonst in der kräftigen, taufrischen Natürlichkeit, in der Vorliebe für militärische und Kampfbilder, in der etwas feudalen Anschauungsweije crinnert. Freilich) fehlen ihm die anderen Liliencronichen Eigenichaften, der Zug zum Phantastischen und die Neigung zum Erotischen ganz und gar. Die Freilichtbilder sind zum größten Teile Stimmungsbilder, die sich)

Litterarische Neuerscheinungen des Auslandes. durch scharfe, treffende Veobachtungsgabe, durch gute, mit wenigen Worten vielerreichende Charakteristik vor vielen ähnlichen auszeichnen. Der Inhalt ist, wie dies bei solchen impressionistisdien Bildern jest |

Frankreidi. die Regel ist, ziemlich unbedeutend, da aber, wo die fabel interesiant i wird, wie in „Der Alp“ und „Die beiden Turmwächter“, beruht sie Ferdinand Fabre, Xavière, 1 vol., bibliothèque Charpentier. jogar auf linwahrscheinlichkeiten. Nur einmal, in ein Problem“, 3 f. 5. wird ein Motiv berührt, das vom Hauch der Modernität durch Jean Dargène, Sous la Croix du Sud, Libr, de la Nouvelle wcht ist; indessen gerade hier versagt die Gestaltungsfrast des Dichters. Revue, 3 fr. 50. Etwas für die Litteratur Neues bietet somit Egestorff 110d) nicht, in Leon de Tinseau, Du llavre à Marseille par l'Amérique et le dessen hat er ein hübidies Talent, das bei einiger Selbstzucht und Japon, Calmann-Levy, 3 fr. 50. etwas weniger feudalem Sporenklirren nod ganz Tüdhtiges leisten kann.

C. G.

England.
Hugh Westbury, The deliverance of Robert Carter, 2 vols.

Bentley anil Son.
The author of Our Own Pompeii, George, 3 vols. David Stott.
Leith Derwent, A daughter of the Pyramids, 3 vols. Bentley

and Son.
Notizen.

Julien Gordon, A Diplomat's Diary, 1 vol. George Rout

ledge and Sons.

Mrs. Edward Kennard, A Homburg Beauty, 3 vols. F. V. Das berühmte Verlagshaus Fratelli Treves in Mailand:kündigt

White and Co. für das Jahr 1891 folgende Werke berühmter italienischer Autoren an: Primo maggio von De Amicis, cin Wert, von dem es noch

Italien. nicht bekannt ist, ob es ein Noman oder eine soziale Studie sein wird; ferner cinen neapolitanischen Roman Paese di Cuccagna von

S. Farina, Piu forte dell' amore. Milano, Brigola, 2 1. 50.

Vivere per amare, Milano, Brigola 2 1. 50. Matilde Serao, einen neuen Roman von (Babriele D'Annunzio. G. Ferrugia, L'ldea, Milano, Libreria" editrice Galli di Ter populäre Parrili hat zwei Romane unter der Feder: La bella

C. Chiesa e E. Guindani, 3 1. Graziana und Rosa di Gerico. Trei Meister der litterarischen

Onorato Fava, La discesa di Annibale, Milano, fratelli

Treves, 4 1.
Nritit jammen ihre Kurjäbe: Alessandro D'Ancona gicbt den 3. Band
jeiner Varietà heraus, Ferdinando Martini scine Abhandlungen
A Teatro, Enrico Panzacchi cinen Essay Prosatori e Poeti.

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Perantwortlid); Dr. (5urt Grottew it, Berlin.

Perlas ron J. & *, Rehna 111, Berlin W., Köthenerstr. 30.

Getrudt bei N. Gensd), Berlin SW,

für Sitteratur. +

pon

vont

1832 begründet

Verlag
Herausgegeben von Fritz Hautliner und Otto Neumann-Hafer.
Joseph Lehmann.
Kedaktion: 2:3erlin W., Winterfeldtstraße 8.

S. & P. Lehmann. Erspeint jeden Sonnabend. Preis 4 Mart vierteljährliď. ' Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (ltr. 3589 der Postzeitungsliste), sowie vom Verlage des „Magazins" entgegengenommen. Anzeigen 40 pfg. die dreigespaltene Petitzeile.

& Preig der Einzelnummer: 40 Pfg. po

60. Jahrgang.

Berlin, den 21. März is9i.

1Tr. 12.

Inhalt: Marie v. Ebner-Eschenbach: Margarete. H. Thal: Die crperimentelle Methode in der Kunstwissenschaft. Mielke: Proletariat und Dichtung. Franz Servacs: Tino Moralt. --- Nach jüngsten Mistern, vierundzwanzig Stunden auf dem Lande, nach Johannes Schlaf. Theater von Fritz Mauthier: Widmanns „Denone". - Litterarische Chronif. – Litterarische Neuigkeiten: M. (6. Conrads ,,Erlösung“, besprochen von C. G.; Deutschlands Schule im Jahre 2000, besprochen von F.

Auszugsweiser Machdruck sämmtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Unbefugter Paciidrucli wird auf Grund der Gesetze und Verträge versorgt.

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Margarete.

Gute Mama!“ schluchzte Priska und drückte ihre

Mutter und ihre Schwestern abwechselnd an ihr Herz, foVon

gleich aber wante sie sich wieder zu ihrem Manne. marie b. Ebner-Eschenbadj.

„Verzeih mir, Robert, daß ich weine,“ sprach sie.

Statt anderer Antwort umfaßte er seine Frau mit III.

beiden Armen und hob sie in den Waggon. Der Schaffner

verschloß den Schlag, die Lofomotive pfiff ,,Leb' Die Mochzeitsgäste warteten in der Kirche und die wohl! ... Schreib' bald!“ riefen drei Stimmen auf einGeistlichen in der Sakristei, die Brautmutter mußte bereits mal, und der Zug brauste davon. ihre Zuflucht 311 dem frampfhaftesten Lächeln nehmen, um

Gräfin Walsegg wischte sich die Augen! „Sie ist ihre Ilnruhe über das lange Ausbleiben des Bräutigams

fort ja, wir armen Mütter! Welch ein Schicksal, das zu verbergen, als dieser erschien und sich mit einem lin

unsere. Diese Kinder! da hat man sie, zieht sie groß, fall entschuldigte, der ihin auf der Fahrt zugesloßen war.

lebt nur für sie und wenn sie endlich anfangen, uns statt Alsbald verschwand die leise Verstimmung, die schon be

einem gonnen hatte, sich der Gesellschaft zu bemächtigen. Inter Sorge Freide zu machen, verlassen sie uns

wildfremden Menschen 311 Liebe —" allgerneiner Teilnahme wurde die Trauung vollzogen und

,,Dem wir sie an den Stopf würfen, wenn er sie nicht nach derselben im Dome geschwatzt und gejderzt wie in cinen Salon. Die Neuvermählten nahmen von dem ! gutwillig nähme,“ dachte Steinau und sprach: „Das ist großen Kreise ihrer Bekannten einen heiteren Abschied und Gräfin, Ihre Enkel werden Sie rächen.“

der Lauf der Welt. Aver seien Sie ruhig, gnädigste fithren, nur von den nächsten Verwanten und Freunden

Trotz der Munterfeit, die er zur Schau trug, war begleitet, zum Déjeuner in das Haus der Gräfin von Walsegg. Gegen Abend trat das junge Paar die Hodh ihm nicht wol zu Mute

. Er befand sich in übler Lane,

war unzufrieden mit der ganzen Welt, war es vor allem zeitsreise nach Italien an. Graf Steinait, die Mutter

mit sich selbst. und die zwei Schwestern Priskas gaben ihm das Geleite zum Bahnhofe.

Nur von ihm, so meinte er, hätte es abgehangen,

heute an Roberts Stelle 311 fein. Ein rascher Entschluß, „Ich weiß wirklich nicht, mein Mind,“ sprach die

vor einem Jahre gefaßt, und Priska wäre statt (Gräfin Gräfin, ihre Tochter zum letzten Male unter einem Strome Vohburg Gräfin Steinar geworden. Damals hatte sie von Tränen umarmend, „ich weiß wirklich nicht, ob id), die Huldigungen, die er ihr darbrachte, freundlich aufgenach den Emotionen dieses Tages, noch die Seelenstärke

nommen, hatte ihm nicht ganz unempfindlich geschienen aufbringen werde, deine Schwestern auf den Ball zu führen.“

für die Ehre, von einem Manne wie er, einem Manne „Sie werden, gnädigste Gräfin, Sie werden!“ ver so hochbegabt, von so glänzendem Verstand, ausgezeichnet ficherte Steinau mit einem weltverachtenden Lächeln. zu werden. Von ihrer Mutter wurden seine Bewerbungen

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