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Detting (im „Pfarrer von Kirchjeld“) heinzahlen. Sic heit, dieselbe Mletterlust, imd dieselben, wenn auch im-
übersahen, daß wohl kaum ein anderer Dichter unserer gelenfen Kräfte, und so oft wir bei einer Wegkrümmung
Zeit só energisch ini. Sinne der liberaler Voltsjdule ge das Tal zil (Bejicht friegen, jo tun wir, wie uns eben
wirft hatte, als eben Anzengruber. ich wollte sie daran imms Herz ist, lustig hinabjanchen: Kommt rauf, da
erinnern. Er idrieb mir: Ju jolchen vom Zaune ge geht der Weg! oder weinend ziuvinfen – v wie oft
brochenen Angriffen ist Schweigen die beste Verteiði inverstanden! Das war aud) meine Furcht. Aber siehe
gung!" Über denselben (Gegenjtand tat er mir auch da, plößlich wimnielts auf meinem Weg herauf vom
einmal die folgende Bemerfung: ,,So viel haben's mich Tal, ich jche mich ganz verstanden, sehe mich eingeholt,
g'schimpft, daß fein und ein Stück Brot von mir umringen und siche den Volf gegenüber, gehätschelt wie
nimmt; schimpfen's noch a Vijjel miehr, so möchten sie's cinsind oder ein Narr die befanntlich die Wahr-
"leicht noch dahin bringen, daß kein Mensch inehr ein heit jagen. Gott erhalte units das Volf so, wir wollen
Stück (Geld von mir nimmt, was mir jept 311 Neujahr gern seine Kinder sein und seine Narren bleiben.“
recht zu statten fäni!" librigens rechtfertigte er sich in O rührende Dichterz!ıversichi! Wie ganz anders
der Sdjulmeistersache später jelbji durd) einige maßvoll ichrieb er schon nach fünf Jahren! Brief vom 12. Fe-
gehaltene 3cilen.

brilar 1876: ,,Verstinnend wirkt aud), daß diesmal bei luvergleichlich

) crujier als der Schulmeisteransium meiner neuen Komödie (Der Doppelselbstmord) Publikum war der „Pfaffenkrieg“, der gegen Pluzengruber seit 911 NIID die Direttion mich vollständig sißen ließ, hingegen begin seiner litterarischen Laufbahı geführt wurde. ich allerdings die Behandlung, welche die Journalistif Den geweihten Gegnerit war fein Mittel zit schlecht, um den mir angedeihen ließ, im dankbaren Bemüte bewahren Dichter beim Wolfe in Mißtredit zu bringen Wit den werde; aber das geichäßli publikum blieb einfach weg für uns Voltspocten eigens crfundenen Sportament und die Direktion strid) vor dem ungünstigen Kassa„Lederhosendichter“ richteten sie nicht viel aus; im Gegen- erfolge, ohne Versuch, das Siücf zit forciren, die Segel. teil, die Lederbehosten Alpenbauern wurden nun erst begierig, ji mrzim Schluß die wol aufzuwerfende Frage: cinen solchen, and auf das Beinfleid bedachtnehmenden Wozii, rcipeftive für wen schreibt man den eigentlich

) Dichter tennen zu lernen. Besser machte sich schon das Wolfsstücke? Schlagwort vom „gotilojen Freimaurer"; unter dieser Mis 1872 meine Muter gejiorben war, tröstete mich von der Stanzel her befannten Bezeichnung denft sich 9111zengriber brieflich mit folgenden Worten: ,,Ihre legten die katholische Landbevöisering einen Ausbund von wenigen Zeilen fielen mir schwer aufs Herz. Lassen Gottlosigkeit

, Verführungskunst imd Schlechtigkeit. lm Sic (8 Frühling und wieder Frühling werden und wirksamsten aber war die folgende Stampjart: Man inis umiere Toten finden in imjerem Herzen ihre Auferstehung; deutete in Autzengrubers Dramen die von wahrer Mural in freundlichem Gedenfeii, ihre kleinen Schwächen ganz beseelten Sentenzent, interschob den russprüchen einen tills dein lieben Bilde hinweggetilgt, stehen sie vor ims. falschen Sinn und schrie dau: Schet den Unchristen! -. im Frühlingscommendhein schwebt ihr Bild mit allen Also trieben sie es besonders beim „Pfarrer von Kirch Hindheitscrimmeringen über der beide, im Sommer lugt Feld", beint ,,Gewijieriswarm" md beim ,,Vierten Gc cs aus den wogenden Ähren, plößlich steht es am bot“. Sie hatten wohl ihren guten (rund, diejen Kain und lächelt ins 311, im Herbsie geht es mit raschelnDichter zu befämpien, aber den wollen sie nicht sagen. dem Tritte nebent ing durch das fallende Laub - 1111d Er stand gegen das orthodore Siirdhenitum, und jie es will 11119 gar wehmütig werden. Aber wentni (' jagtert, er verfolge das Christentum.

Winter wird, 311 Allerseelen, da tritt es gar in mser Gegen solche Siampresivcise habe ich denn mehrmals Stübchen: „Grüß3 (Boit, lieb Kind!" „Brüß (Vott, lieb mit zornigen Artifeln dreingeschlagen, in der bjicht, die Mütterlein!" Für unsere heißen Tränen tauschen wir (Segner eines Besseren 311 belehren. Auzengruber saly ins Schmit und Schnucht ein, dicie beiden sind die niir jiets schweigend 311, lachte wohl wieder einmal ini (Geburtswehen umjerer Welt, durch die sic edlerer (cichöpfe reinen Bart umd id) wette feinen jädji dei Pfennig, ob gentejent will! Zu dieser sanfte stillen Selt, die ahnungser mich) nicht ausgeladit hat. Einer, der Pfaffen mit voll wie jierrienhelle Winterracht auf der Seele liegt, Bermuftgründen überzeugen will es ist in der Tat Icilit ihr uns den Edlüliul, ihr lieben (lcstorbenen!" 311 lächerlich). Werde es wohl in Zukunft auch bleiben lassen. selch herzimige Dichterworte! Drei Jahre später

Also war Anzengruber durch jeine würdevolle Ninhe jollte ich je ihm zurüctrufen müssen, als er seine Mutter mir der beste Wegweiser, durch sein Schweigen manchmal verlor, „die er geliebt mit einer Liebe, wie jonit feinen der beretejte Lehrer.

Menschen auf der Welt.“ Dicjes Kort hai or Jahre vor ihrem Tode gesprochen und Jahre nach ihrem Tode

in bitterer Schmit widerholt. Weiter fennzeichiichid für 21113engrubers Nesen sind in jenen Jahren war is oft, daß ich an meinen folgende Stellen, die ich seinen Briefen an mich mit schriftstellerischen Kömmen verzagte, daß mir vor Mutnehme.

losigkeit die jeder aus der Hand sinfen wollte. Immer jo cinem Schreiber vom 11. februar 1971, bald auf die Leiden inciner sindheit blickte ich zurück und nachdem wir uns gefunden, heißt cs: ,,We wir, die crging mich in Dichtungen, die mir das Herz versengten. wir uns emporgerungen aus cigener draft über die Der Freund wurde nicht müde, mid) 311 ermutigen. Masse, heraus aus dem Volte, das all inser Empfinden Bricf von 3. März 1873: uitd imjer Denken großgejängt hat, wenn wir, jage icli, ,,lim dos Dimmels willeit, guter Freund und herzzurückblicken auf den Weg, den wir mühevoll sicilanf licbei Menjd, til sie das in und nimmermehr. geflettert in die freiere Luijt, zurück auf all die tausend Schaffen Sie sich zur Luft und Sie werden and zi1 Zurückgebliebeneni

, da crfaßt aus eine Wchmut, denn wir, Lust der anderen geschrieben haben, bleiben Sie gesind wir wissen 311 gut, in all diejen Herzen schlummert, wenn 0111 @colo und Leib! -- Mein Bester und Guter! Sie and imbewußt, derselbe Hang zin Licht und zur Frei- haber gar fein Recht, sich auf Ihrem Wege umzujeheri,

-

in der Zukunft liegt für Sic Ehre und Wolergehen und Menschen. Beine Nacht war ihm zu lang in Psyle der Anerkennung, also allweg vorwärts!" Id habe Freunde. Ihnen schon gesagt, daß ich von Ihrer Zukunft alles lind hierin gab es zwischen ims Nonflikte. Id), erwarte. Wenn Sie mir den Zukunfts-Rosegger ver der manchmal in der Anzengruber-Gesellschaft (Gasthof berben wollen, das greift mir ans Herz und ich kann zum ,,Lothringer" später Basthaus zur,,Birne" in Wien) erdann den gegenwärtigen gar nimmer leiden h) pah),

scheinende Provinzler, tani ihm des Abends allenial zu rasten Sie sich nur etwas aus und gehen Sie sam früh und ichied anch 311 früh. Darüber schrieb er mir wieder frisch ans Werf."

denn eines Tages folgende Epistel: Auch diese Äußerungen sollte ich ihn zurückgeben

„Siimmst wieder eppa amal nach Wean, müssen nach Jahren.

So tua nit gar so schleitni, Vnzengruber arbeitete nicht leicht, hatte aber die Babe,

Sit nit ini 6 ins Wirthshaus h'ntein, bei eineit festgefaßten Stoffe zu verweilen jahrelang, ihn

llud ins Kaffee gar schon in nenni. ausreifen zil lassen. Er schuf cben mehr mit dem Verstande und war nicht so sehr auf die flüchtige Gemüts

fimm spater und geh in der Frita, stinimung angewiesen. In ihm lebte einestarfe fraft, die nur

Da friagst mich a dazia. etwas schwer beiveglich war und wohl auch als Anstoß

Der Kirchfelder." die Anerkennung der Leute bedurfte. Wo diese verjagt wird, da erlahnt endlich auch ein gewaltiger Dichterflug

Ein ordentlicher Wiener, meinte er, gehe abends und statt uns Atherwogen zuzufächeln von hohen ins Wirtshaus und morgens ins Kaffeehaus und der Himmel, peitschen die Flügel des Adlers den Staub Einfachheit halber im Mitternacht gleich von dem einen der Straße auf.

zum andern. Ludivig Anzengruber wurde Redakteur, beziehungs Der Philister in mir aber jagte einmal, daß der weise Schreiber des politischen Wijblattes Figaro". Menjd) am nächsten Tage nicht Kopfweh haben Sürfe, Auf niein Vierzeiliges:

und daß Gesundheit eine Hauptsache sei.

,,Hopsweh) ist ja auch eine Hauptsache", mit diesem „Der größte Tragiker unjerer Zeit,

Spaße hatte er die Lacher auf seiner Seite, und aud) Der muß cilt Witzblati machen:

mich

bis vier Ihr morgens. Ein tragischer Wiz, bei meiner Seel",

Man mödite Tränen lachen!" anwortete er: „Ich bitte Sie, Pegasus im Joche muß

Häufig wurde Anzengruber in Wien und anderen froh sein, daß er im Zirkus durch den Reifen springen

Städten cingeladen, öffentlich aus seinen Werfen vor: darf das ist immer noc Runst."

zulesen. Er tats aber nicht gerne, gab sich anch keine besondere Mühe, in Vortrage künstlerisch zu wirken;

„soll man lesen, so muß man lesen“, sagte er einmal, In Wien hatte id seit Jahren einen drolligen und er las aus seinem Buche, wie mani cben recht Widersacher, der inir unter manderlei Bermummungen und schlicht licit. „lms Hören gehts ihnen ja eigentlich bei jeder Gelegenheit öffentlich einen gallischen Rippen doch nicht, sie wollen es nur leheit, das Tier mit den stoß versezte und bei meinen Werfen vor "llemi den

großen Schädel. sem daim nach der Vorlesung Erfolg nicht verzeihen konnte. Fragte ich einmal: die Verehrer und Verehrimen ihil itdrängten, stand er „Was dieser Mensch nur hat!"

da in jener ruhig stolzen Bescheidenheit, die den ,,Nichts hat er," antwortete inzengruber.

Duldigungsschwall annäherungssüchtiger Schöngeister Ju solchet scharspointierten Aussprüchen lag Salz, zwar beträchtlid) eindämmte, die wahre Verehrung für mit welchem er Manchem den Sohl gewürzt, Manchem ihn aber nur noch steigerte. die Suppe versalzen hat. Doch wußte er seinem Epi Mit Anzengribers dramatischen Werken ist es mir gramm zumeist eine gutmütige Wendung zu geben; alio mandhmal wunderlich ergangen. Er schickte mir das scßte er damals auch bei: „Beueidet öll werden ist Sud) Bud) gewöhnlich schon vor der Erstaufführung; ich las ein Vergnügen. Ich wollte, auch inir würde es öfter zu es mit Heißhunger und ward allemal enttäuscht. llu Theil.“

so größer war meine Freude, das Werk dann auf der Zu einer gewissen Genugtuung gereichte ihn die Bühne in fünstlerischer Albrundung und mit hoherdramatischer Séritif, welche mit wenigen Yusnahmen ihn fiets hod Wirkung zu sehen. Ich erfaite es kaum wieder vom gehalten hat. Aber glücklich machte ihn das auch nicht. Buche her und da ward mir klar: cchte dramatische ju der Zeitung stehts, was ich für ein Merl bin!" Perfe soll man nicht lejen, sondern sehen, und ein murmelte er einmal mit Selbstironie vor sid) hin, „11a, gutes Lejedrama ist ja befanntlid) nicht immer im wenn's in der Zeitung steht --- he, he!"

gleichen (Brade wirfjam auf den Brettern. Einzelne Vom richtigen Philosophen sagt man ja, daß er Stücke Anzengrubers habe ich über ein Dußendnal annidits ernst nimmt - auch jich selber nicht. lind doch! gesehen; mein Tagebüchlein erzählt sogar, daß ich dem

Überaus ernst war Ludwig Anzengruber geworden „Pfarrer von Stirchfeld" seit zivanzig Jahren 41 mal im Laufe der Zeiten. Er hatte dafür Bründe, die seine beigewohnt hätte! über utie mit fritischer übsicht oder Freide wol sahen, aber er hatte auch solche, die wir als lerngieriger Jünger, sondern als einfacher Zuschauer, nicht sahen und die er in sich verbarg, wie in cinein der nichts will, als die Gestalteit menschlid) auf jid) Grabe. Ein Dichter, den’s verlangt, al jein Empfinden wirken lassent. lnd oft nach der Vorstellung seßte ich in die Welt zu rufen, und der gerade sein tiefstes Weh mich hin und schrieb an den Verfasser Ähnliches wie: verschweigen muß!

,,Herrlider Mensch! Ihr Werk hat mid) wieder wunderIn heiterer Gesellschaft beim Weine ward jreilich : bar ergriffen, zutiefst erschüttert

, bis zur Glückjeligkeit aud) er froh. Er fühlte sid) Heimisd) bei fröhlichen : erhoben!" War dieser Tribut des dankbaren berzeus

II.

geleistet, erst dam konnte ich die Ruhe des Gemütes

Zur Gesdichte wiederfindert und das scelische Wolbehagen, das in mir durd, seinen Genius erivedt worden, hielt stets

des Problems des Grafen von Gleichen. tagelang an.

Von Die Erzählungen und Romane Anzengrubers, welche

fr. Helbig. niedergründen in die Tiefen des Lebens, welche die Charaktere fest und sicher fassen und bis in die äußersten Jolgerungen darstellen, welche voll gewaltiger Bestalten und voll des schärften Geistes jind, haben inid) oft ziır jd) habe zwei Schwestern 311 Weibern gehabt“, schrieb Beivinderung hingerissen; hinter dem Brustfleck warm Bürger an seine spätere Verlobte, Elije Vahu. „Auf eine gemacht haben sie mir seltener. Wol war dieser Dichter jonderbare Art, zii weitläufig im hier zii crzählen, kam der ergreifendsien Herzenstöneinächtig wie wenige; ! ich dazıı, die erste 311 heiraten ohne sie zu lieben. Ja, schon das sieht man besonders in seinen Dramen; in seinien als ich mit ihr vor den Aliar trat, trng ich den Zunder erzählenden Schriften tritt die Gemütsinnigfeit vor dem z11 der glühendsten Leidenschaft für die zweite, die damals Geiste zurück.

110ch ein Kind imd faum vierzehn bis fünfzehn Jahr Mehrmals ist bic pcrmutung ausgesprodii ni mordeni, alt war, in meinen verzen Id) fühlte das wohl, allein daß wir uns bei einzelnen Werfen oder Gestalteit gegen aus ziemlidher linbekanntschaft mit mir selbit, hielt ich seitig beeinflußt hätten. Das ist nicht. Wir jianden Jeder (s, obgleich ichs nicht ganz ableugnen fonnte, höchstens für sid. Neiner von uns beiden hat wohl je den leisesten für einen kleinen Fieberanjall, der sid bald geben würde. Fatig gespürt, in die vristapfen des andern zit treten. Hätte ich alle einer halben Blick ini dic granjame Zukunft Außer ein paar Schwant-ideen, die wir seiner Zeit tin fönnen, so wäre es "flicht gewesen, selbst vor deni cinander geschenkt, und außer der gegenseitigen Mit Altare von den Segenssprudie nod) zurückzutreten. Mein arbeiterschaft an den von uns herausgegebenen Zeit- Fieber legle sid) nicht, sondern wurde durch eine Reihe schriften, haben wir uns gegenseitig litterarisd) nicht von jajt zchli Jahren immer heftiger und unauslöschfördern können. Doch als Mensch habe ich durch ihn ge- licher. In eben dem Maße, als id) liebte, wurde ich wonnen, und hat er hoffentlich durd) mid nicht verloren. von der Hödystgeliebten wieder geliebt. , ich würde

Jil den lcßten Jahren eines Lebens ist unjer ein Vud) idreiben müssen, wenn ich die Martergeschichte persönlicher Verkehr einigermaßen lar geworden. Er dieser Jahre und so viele der grausamsten lämpfe wohnte mit seiner Familie in einem entlegenen Vor- 3:vischen Liebe und Pflicht erzählen wollte. Wäre das orte Wiens und schloß sich immer mehr ab. Auf De mir angetraute Weib ein Weib von gemeinem Schlage, such verspürte id) in seinem Hause cijen inir unheim- wäre sie minder billig und großmütig gewesen (worin lichen Hand und der Dichter war verstimmt. lii lo sie freilid) von einiger Herzensgleichgiltigkeit gegen mich luistiger, manchmal fast frankhaft lustig, war er, IVCIIII unterstüßt wurde), so wäre id) zliverlässig längst 311 wir in einer Gaststube beim Blaje saßen und davon Grunde gegangen und würde jeßt diese Zeilen nicht mehr sprachen, was wir wollten und nicht erreichen fonnten. schreiben können. Was der Eigenjinn weltlicher Eigentlich kein lustiges Thema, aber er gewann ihm Bojepe nicht gestattet haben würde, das glaubten Humor ab.

drei korjonen sich zu allerịcitigen Rettung vom Mehrmals gebrauchte er einer drohendert erz- Verderben jelbst gestatten zu dürien. -- Die Anverfettung wegen die Nur in Marienbad; übrigens getraute entschloss sid, mein scib öffentlich und vor der hörten wir nicht viel von angegriffener Gesundheit. Welt unr 311 heißen und die andere geheim es wirklid) War er in letzterer Zeit gleichwohl starf crgraut, jo sah er doch sonst nicht frauf aus. Am Tage nach der Era ,, Siellas find feine Träume, aber weiß Gott, and) öffnung des Deutschen Volkstheaters in Wien habe ich Fernandos nicht", drieb damals Bürgers Freund ihn besucht und befragt, warıni er — dessen neues Stück: Spricfman, der Vertraute des cheimnisjes. „Der Fleck auf der Ehr“ das neue Hans cingeweiht

Das Verhältnis bestand bis 31011 Tode der rechtan dem darauffolgenden Festmale nicht teilgenommen habe? mäßigen (Battin.

mäßigen (vattin. Doris, cine echte Stella-Natur, starb ,,Lieber Nojegger," war scine Antwort, „der Flock ilan darf hier wohl die Diagnose des gebrochenen auf der Ehr!" — Dam sprach cr in sehr gleichgiltiger Herzens stellen --- erst adundzwanzig Jahre alt, im Vicije über das Stück. ,,Sie jagen, es wäre nicht Jahre 1787 und Bürger erwartete mit Sehusudht den schlecht

, weinetwegen! Ich bin enifräftet, ich bin ent ublauf des Trauerjahrs, inın sich mit seiner , heißgeliebten" mutigt; mir fällt nichts mehr ein."

Molli) 311 verbinden. Das jo schwer erfämpite (Blück Psic einist ar 311_mnir, so sagte ich lillni z11 ihm: war inde ur vou furzer Dauer, denn Molli) sarb, Rasten Sie sich nur ctivas auis."

| niachdem sie cilter Tochter das Leben geschenft, schon am ,,Freund, das werde ich."

9. Januar 1786 nad ciner faim siebeuronatlichen Ehe. Man jätte es inach solcheni Muzeichen ahireti könnett, Bürger hat im das Haupt seiner Mollu den inte daß sein Derz gebrochen war. Ein paar Monate später, vergänglichen Lorbeer der Dichtfunsi in reicher Fülle am 10. Dezember 1859 fam die Depesche: „Anzengruber geschlungen, und die auf ihr imd ihm lastende Schuld heute früh versdieden."

mit dem (Slorienscheine der Tragit umgeben. Ju der An jéiner Bahre stritten Zeitungsblätter der Parteien befanten Elegie „Als Molli) sic) lußreißen wollte" umjein Erbe. anzengriber hatte sich um Parteien: schildert er seine Flanımenliebe mit so glühender Farbenwenig gefümmert, er wußte ir vom Menschen, er war gabe, daß man das Gedicht nidht mit Inredyt dem ein Dichter.

Hohen Liede“ Salomonis gleichgestellt hat. Er empfindet Mir war er, wie angedeutet worden, noch etwas

ale Qualen des sittlichen Konflikts, cr findet zwar Ents mehr.

i sduldigung für jein Gewissen, aber nicht die Kraft, den

Widerjireit 311 lösen.

311 sein.

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War denn diese Flammenliebe

Sommer auf dem Lande 311zubringen. Hier trat er in fragt er sid:

einen fast täglichen Verkehr mit der Familie. Schiller Freier Widfür heimgestellt?

lag es zunächst fern, eine Herzliche Nunäherung zu den Nein! Den Sommer solcher Triebe

Sdhwestern zii suchen, obwol Charlotte ihm bereits nicht Streut Natur ins Herzensfeld.

gleichgiltig geblieben war.

„Ich werde,“ schrieb er in den crsten Tagen seiner Unaustilgbar feimen dicse Sprossen didit von selbst empor

Ibersiedeling an Körner, der vertrauten Freund und

Berater seines Herzens, „eine sehr nahe "nhänglichkeit Wie im Tal und auf der Sicic

an dieses Haus und eine ausschließende an irgend eine Kraut und Blume, Gras und Rohr. Sinnig sitz id) oft und frage

einzelne Person aus demselben sehr ernstlich zu ver

meiden suchen Es hätte mir etwas derartiges belind erwäg es herzlich treu

gegnert könncii, wenn ich mich mir selbst hätte überlassen Auf des besten Wissens Wage

wollen." Cb „Uns lieben" Sünde jei?

Nach einer ,,Dresdener Liäjon", dem befannten Dann erfenn ich zwar und finde

zweideutigen Verhältnisse 311 Henriette von Arnim, und Krankheit schwer ind inheilbar:

seiner eben erst zur Lösung gefommenen Beziehungen Aber Sünde, Liebchen, Sünde

311 der genialen Charlotte von Salb hatte er mit Mühe Fand ich nie, daß Krankheit war.

wieder ein „bischen Erding in seinen Kopf, sein Herz Von dicser Krankheit möchte er wohl geri geresen, und seine Geschäfte gebrad)t“ und modète durch eine aber ob er auch Ärzte, Pricter, Weijo 1d Torei

Weise und Torci solche neue ,,Dijtraftion dicebe nicht wieder über den „um ihren Rat befragt“, feiner hat ihm die rechte Arznei Haufen werfen“. Er traute indes seinem Herzen dud) verschreiben können. So läßt er deim seine Liebe als nicht ganz und griff 311 cinem eigentümlichen Mittel, freien Stronı dahinfließen! Auf der Höhe des Stromes diese Absicht zu erreichen: Er nahm sich, seinen eigenen liegt eine animutvolle Jusel, auf welche der Schiffer 311 Worteil ilac), vor, fein Derz durd) Verteilung j11 lenken begehrt, aber sein Schiff hängt an den Banden schwächent.*) Nudes criveft dort der Bejud) eines strenger Pflichten, die er zu chren hat und Molli) jelbst Valles seitens Lottchens in ihm die schlecht verhehlte verwehrt ihm dort anzıılanden. Er will sich daher ve Empfinding der Eifersucht Als der Herbjt und damit gnügen, den Rand des Paradicses 311 umfahren und die Stunde der Trennung nahte, wagte sich die zurück: seine Obhut wahren gegen fremde Räuberhand. Sber gchaltene Liebe ichon etwas mehr hervor, doch glaubte das Gelöbnis hält vor der Leidenschaft der Sime nicht cr noch Nörnier versicherit zu förunei, er habe es redlich) stand.

gchalten, was er sich 3111 Vorjaße machte und ihm aitAls die verrliche" dann iad der Schwester Tode gelobte. Sein ferz seirlod) ganz frei. id) habe die Scine ganz vor Welt und Himmel" geworden war, micine Empfindung durch Verteilung geschwächt imd singt er „nın Altar der Einzigen“ das „Hohe Lied": jo ist den das Verhältnis inuerhalb der Brenzeit einer Ad, in ihren Fecharmen

herzlichen, vernünitigen Freundschaft geblieben.“

Der Sommer des itüchjien Jahres zog ihit wieder
Nun zi1 ruhen ohne Sduld;
An dem Quijen zii crwarmient

in die Nähe der Schwestern. Das Verteilungsprinzip An den Quien voll Erbaruien

war da bereits aufgegeben. Er hatte sogar die be

stimmte bjicht, sich Lottchen jil erflären. Aber es kam Vouer Liebe, Trei und Dild:

nicht dazu. Er redete sich ein, daß sein (Beständnis Das ist mehr als au der Seite

„die schöne Harmonic der Freundschaft zerstören förine, Aus der Folterfammer ein Dder von dem Rabenstein

daß er mit ihm auch das verlieren könnte, was er schon

besaß, an beiden bejas". Er fan, indem er Lottchens In der Wollust Flammenbette

Zurückhaltung als Kälte deutete, jogar dahin, a11311Turch ein Wort entrücft zu sein.

nchmen, og bestehe cine geheime Abmadimg zwischen Der Leichtsinn des Verzens hat in Bürgers Leben den Schwesterni, „, die eigenen Herzenswünsche dem Zivang dann noch eine schwere Buße gezahlt in seiner trostlosen der Freundschaft z11 opfern, die gemeinsame Freundschaft Ehe mit dem „leichtfertigen Schwabenmädchent“, das ihu nie zur Liebe z11 fihren, jondern sie sich ohne Liebe aufs schwerste betrog.

vollendet 311 lajici." Übrigens verwirrten Sionflikte dieser Art vorüber In gegenseitiger Selbstqual wuchs das imtare gehend auch andere Dichtertöpfe jener Zeit, wie (Höcfingf Verhältnis immer mehr in eine peinliche Spannung und Stolberg. Am interejjantesten aber ist es zu ver hincin, bis der Heroismus Karolinens die Entscheiding folgen, wie das Gleichenische Problem and in dem herbeiführte, indem sie Schiller, den sie selbst liebte, der Herzensleben Schillers eine, wenn auch nur zeitweilige, Schwester zuführte. Sie handelte also genau so wie doch für dessen Geschichte bedentsame Rolle gespielt hat. jene Henriette in Jakobis ,,Waldemar". Nach der jest Hier wandeln wir wieder in höheren und reineren erfolgten Verlobung Schillers mit Lotten hätte man Sphären.

meinen sollen, daß es mit dem Dreibinde zu Ende geSchiller hatte durch Wilhelm von Wolzogen desjen : wesen wäre und die Schwägerin Karoline ganz aus Cousinen, die Schwestern Karoline imd Charlotte von demselben scheiden würde. Da geidah aber das SonderLengefeld kennen gelernt. Die erste war in inglücflider bare, daß Schiller sich imd zwar scheinbar in allem Ehe mit einem Herrn von Beulwiß verheiratet. Beide Schwestern fanden den Mittelpunkt ihres Lebens im *) Der Verfasser folgt hier joinem im Jahrgang 1877 der Hause der Mutter, einer Forstmeisterswitwe Johanne gehenden Gsjai: Aus dem Herzensleben injeres Lieblingsdichters,

Bartenlaube“ enthaltenen, durch mehrere Nummern" hindurchvon Lengefeld in Rudolstadt. Im Sommer 1788 zog

in dem er eine eingehende Analyse des Verhältnisjes 311 geben Schiller nach dem nahegelegenen Volfstädt, um dort den versucht hat.

Ernste in den Gedanken hinein träumte, daß jein Herz Jacobi von ihr in Besit hatte. Schiller sagte sich dabeide Schwestern mit gleicher Liebe umfassen föinne. Der bei recht wol, daß die Welt für ein solches Verhältnis unerfahrene Lebenspraktifer hielt das Leben für inhalt fein rechtes Verständnis haben und über dasselbe wol voll genug, daß in seinem Schoße das in voller Re- bedenklich den Kopf dütteln würde. „Hätte man ins alität bestehen könne, was Jakobi in Romane ausge- erst in unseren engeren föreise beobachtet, wo wir drei staltete. Der Herausgeber des litterarischen Nachlasses ohne Zeugen waren, wer hätte dieses zarte Verhältnis Karolinens, der jüngst verstorbene Kirchenhistorifer Karl begriffen? Eine freie schöne Seele gehört dazu, unsere Haase in Jena, spricht es in der Vorrede zu jener Herr persönliche Stellung gegen einander aufzufassen. Die ausgabe, mit ausdrücklichen Worten aus, Schiller habc ganze Geschichte unserer aufblühenden Werbung untergeglaubt, die Ehe des Grafen von Gleichen im Reiche einander müßte man übersehen haben und feinen Sinii des Idealen verwirklichen zii fönnen. Unmittelbar nach

llninittelbar nach genug haben, diese Erscheinung in uns auszulegen." der Verlobung mit Charlotten schreibt Schiller an Karolinen:

,,Vor meiner Seele steht es flar und belle, welcher Himinel in der Deinigen inir bereitet liegt. D was für himmlisch schöne Tage eröffnen sich uns. In mir,

Georges Ancer, Ichtfein Wunsch, den icine Cotte und Karoline

der Tramatiker des „Théâtre libre" 311 Baris. nicht unerschöpflich befriedigen fönne. lind wohl mir, Teiterste inciner Seele, wenn Ihr in mir findet, was

Boni Euch glücklich macht.“

A. Reyher. Die ditalistische Form der Anrede kehrt and in den nachfolgenden Briefen wieder. Da heißt es: ,,Wie Der bedeutendjie Bertreter

der auf Antoines Bühne su anders ist alles um mich her, seitdem mir auf jedem herrschenden Schule ist (Beorges lncel). Er ist ein Talent, Schritt meines Lebens nur Euer Bild begegnet! Wie cine Berjönlichkeit. Troß einer gewijjen pessimistischen libertreibung, eine Glorie schwebt Eure Liebe im mich, wie ein spricht aus seinen Figuren eine solche intensive Wahrheit und schöner Duft hat sie die ganze Natur verkleidet

. Die Lebensfähigkeit, eine solche Natürlichkeit im Dialog, daß man Erinnerung an Euch führt mich auf alles, weil alles

versucht ist, einen Ejjai über ihn mit einem sehr perwieder mich an Euch erinnert." lind dann wieder:

jönlidien: „sch liebe Ancel" à la Jules Lemaitre zu beginnen. „Ja eine schöne Harmonie ist

, soll unser Leben sein, Id liebe ihn trop jeiner, wie mir scheint, nur gewollten, und mit immer neuen Freuden sollen sich unsere Herzen konventionellen Mängei, ichon um der (eißel willen, mit der er überraschen, unerschöpflich

) ist in ihren Gestalten die Licbe, die bürgerliche Falichheit unter ihrem aufbauschenden Tugendund die unserige glüht in dem ewig ichönen Feuer mantel am empfindlichsten zu treffen weiß, schon weil er in jeiner einer immer mehr sich veredelnden Seele. O! Es ist dramatischen Disposition stets als fünstler verfährt. Die losjeßt das einzige Glück meines Lebens, daß Ihr gelöste, mgegliederte Form der jungen Dramaturgen ist die seine mid) in einent Verzen der Liebe tragt. Nur in nicht. Schon join erstes, vor zwei Jahren gegebenes Lustspiel Euch 311 leben und Ihr in mir, oh, das ist ein „Les Inséparables“ beweiji jein durchaus originelles Talent. Dasein, das 1111s über alle Menschen um uns hinweg Tas darin voll seiner Satire gezeichnete Verhältnis zweier rücken wird." Die Phantasie des Dichters sieht dieje Freunde, von denen einer den andern aušiußt imd verdrängt, Seelengemeinschaft auch in der weitern Zufun't gewahrt

. ohne sich seines ansehens 311 entäußern, ja dem linschuldigen die ,,Was wird es sein, wenn ihr mir wirklich ge ganze Schuld zuschiebend, weist bereits mit großer Meisterschaft gegeben jeid, Ihr meine Engel, wenn id) Leben und

hin auf die, 9111c.') in allen jeinen Werfen leitende idee: Liebe von Euren Lippen atmen kam. . . Eure Liebe (Scijelung bürgerlicher Heuchelei. Jei einem nachfolgenden ist das Licht meines Lebens." Selbst räumlich hat er Schauspiel „Monsieur Lemblin“ jchen wir in einem Dreifleeblati, sich das Verhältnis in traulicher Behaglichkeit zurecht

ains bereits Deurn) Becque in seiner „Farisienne“ io gelegt. Ich weiß Euch in meinen Zimmer. Du realitisch gezeigt, denjelben , idcengang in anderer Bestaltung. Caroline bist allt Alavier und Lottchen arbeitet

Vier ist es die Ehe mit ihrer bürgerlichen (Bleißziierei und Unnebent Dir ind aus dem Spiegel, der mir gegen moralität, wie sie jid) vielfad unter der wärmenden Decke über hängt, jehe ich Euch beide. Ich lege die Feder gewahrter äußerer Ehrenhaftigkeit und konvention entfaltet, die weg, um mich an Enrem ichlagenden Herzen leben- ; das Motiv bildet. Vemblin, der, zwischen Frau und Maitrejie, dig 311 überzeugen, daß id) Ench habe, daß i jeinen Gewohnheiten gemäß, zufrieden hinlebt und dieselben nichts mich Euch wieder entreißen kann. Ich erwache schließlich von Battin und Schwiegermutter willig annehmen mit dein Bewußtsein, daß ich Euch finde, und mit dem jicht, soll ein Beispiel geben von jenem Verhältnis zu dreien, Bewußtsein, daß ich Euch morgen finde, schlummere ich wie es das moderne Leben vielfach gestaltet. Schr nent

, jchr cin. Der (Hemiß wird mir blos durch die Doffnung modern ist die Rolle der Schwiegermutter darin, die den unterbrochen und die jüße Hoffnung nur durd die Er Schwiegersohn in der Doffung einer geregelten, ordentlichen füllung. llnd getragen von diesent himmlischen Paare Maitressenwirtįdajt“ unterstüißt und der Tochter einen philoverfließt unser goldenes Leben." Wie Karoline 311 dem jophischen Sittenfoder unterlegt, der 311 den nadisichtigsten MoralBedanken sich stellte, ist nicht tlarzustellen, da sie die Monsequenzen führt. jenen Zeitpunkt berührenden Bricie später vernichtete. 31 Anceis lepten, im Théâtre libre gegebenem Schauspiel, ja jie schreckte nicht davor zurück, in den Briefen an „l'Ecole des Veufs“ haben wir abermals Gelegenheit, die große Lottchen vor ihrer Veröffentliding Sorrekturen anzu dramatische Fähigkeit des Autors kennen 311 lernen, zugleich aber bringen, indem sie an die Stelle des Duals den

treten hier auch die schon früher bemerkten Mängel, eine allzu Singular jepte und die teure Karoline in ein „teures pessimistische, gewollt anschwärzende Wcije -- (und das ist ein, Lottchen" umsepte. Sie tat dabei das Gleiche, was Jo

vor allem nach naturalistischen Begriffen, verschuldetes Berhanna Fahlnier in Bezug auf die Briefe tat, welche die brechen an der Wahrheit!! - jeine perjönlidfeiten zu zeichnen,

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