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Memoiren, die einer Unbekannten gewidinet sind, Ge durd) Denunziation vor „Gott und Menschen angenehm" zu machen ständnife an eine, die nicht existirt, die nicht zum Vor

sucht. Er gab das Panizzasche Buch dem Polizeicat und dieser ichein kommt. Zweifelsohne ein Vorwand, um die ganze

überließ es keinem Wachtmeister zur Leftüre Nun, der Wachtmeister

entrüstete sich auch gehorsamst und die Sache ging an die münchener Wahrheit unter dem Deckmantel der Fantasie nieder Staatsanwaltschaft. Die Sensation war da. Ein Buch, von dem zuschreiben, das ganze Liebessehnen eines Mannes, der das große Publifum unter gewöhnlichen Umständen ebensowenig fich in diese verschollene Stadt, in dies stilie Haus zurück Notiz genominen hätte wie von den früheren Arbeiten des Verfassers,

ein Buch, das im Grund faum mehr als der verspätete Jugendsireich gezogen hat, nachdem er einstmals den Anlauf zii einer

cines Verärgerten, Zurückgedrängten, Verkannten ist, wurde der Ges Rolle genommen, und nun wußte, daß er jung sterben sprächsstoff Der litterarischen Thees, ja, wurde das Ereignis der follte.

Saison, und wenn auch vielleicht niemand eine litterarische Tat Ein Freudenschrei entrang_sich ihrer Brust, Tränen

darin erblickte, glaubte man doch an eine Herostrates-Tat.

Oskar Þanizza wurde von einer üb raus harten Strafe bes stürzten aus ihren Augen, sie betrachtete das Bild,

troffen: man verurteilte ihn zu einem Jahre Gefängnis. Das ist dessen reiner, stralender Blick and) zu ihr herabschaute, bei uns in Baiern fein Wunder. Ein Spottwort über Gottwater und plößlich überfam sie die Zuversicht, daß dieje hätte man immerhin passiren lassen, aber man denkt zu fatholisch. fingirten Briefe an sie gerichtet waren, – daß sie jetzt

daß sie jetzt als daß man nur den Sdjatten eines Schimpfs gegen die Jungfrau endlich Besitz davon ergriff! daß sie gefommen war,

Maria" ungeahndet lassen würde. Zudeir waren die Geschworenen

durchweg Bauern um sie dort aufzufinden, wo sie lagen, weil das Schicksal Nun ist freilich die Verleßung der Moral und die Gotteses so gewollt hatte, weil er 311 früh und die zii spät lästerung fünstlerisd) belanglos. Der leipziger Wachtmeister geboren war.

würde sich gewiß auch über die fla sisdie Walpurgisnacht cntrüsten, Und so begriff jie in der Erregung und im Wahn

r sie verstände Aber eine litterarische Miffetat scheint mir

das „Liebesfonzil" ohne Zweifel Der licbe Gott braucht teinin Bers den Schmerz des Umviederbringlicher, das Gefühl des teidiger; die Kunst aber hätte ihn oft sehr nötig, zumal ihre Richter Unmöglichen.

meist so wenig kompetent sind. Auf den vielen Seiten dieses Buches erfahren wir keinerlei Erhebung und keinerlei Bitterfeit, mit matten

Farben wird ein mattes Bild gemalt, aus faulem Holze werden widerwärtige Figuren geschnitt und mit ihnen ein paar stimmungslose, gehaltloje und stillose Szenen gezimmert. Was sagen al der Mut und die Difenheit, mit denen der Verfasser vor dem Richter sein Werf vertrat, wenn dieser Mut und diese Difenheit einer künsts lerisch so schwachen Sache geweiht sind – ?

Ein Satirspaß ohne gleichen war es übrigens, daß Oskar

Banizza in der jüngsten Vorstellung des „intimen Theaters“, in Litterarische Chronit.

dem Büchnerschen Lustspiel „Leonce und Lena“, den Hofprediger spielte.

TW. Ein Heine-Colleg. - Unter gunz außerordentlichem Andrange der Hörerschaft aller vier Fakultäten liest unser wiener Universitäts-Professor Herr Dr. Jakob Minor im größten Hörsaale der

Se lein Gyolf“ in Paris. Die jüngste Auffü' rung des

„Théâtre de l'Oeuvres brachte neben einem mit Hohn abphilosophischen Fakultät allwöchentlich, dreiviertel Stunden lang,

gelehnten Drama in Versen, „Die Schule des Ideals“, dessen über den Schriftsteller Heine aus Düsseldorf. Das ist nun nichts autor, Þ. Vérola, nach dem Figaro die Kosten der Vorstellung bezahlt Absonderliches, dod muß es heute mit vielem Respefte vermerkt haben jou, der pariser Ibsengemeinde endlich den s:hnlichst erwarteten werden; denn es ist wol kaum zwei Jahre her, daß Schriftsteller

„neuen Ibsen.“

Der Kiritifer des litterarisch recht konservativen Figaro erzählt Heine das deutsche „Nationalbewustsein“ zu siitlichen Protesten her: ironisch: ausgefordert und so sich neuerdings als brauchbarer Satiriker be Dann (nach den Durchfall des ersten Stüđ3) begann die währt hat. Auch kommt es nicht alle Semester vor, daß ein deutscher religiöse Zeremonie ich will sagen, man spielte , selein Eyolf" Litteraturprofessor die dichterischen Qualitäten dieses „Waterlandsvers

immitten emes frommen Schweigens in den Logen, wo furz vor

her helle Lachsaiven ertönten, hätte man das Summen einer Fliege räters" anzuerkennen geneigt ist. So muß es mit Freude und An

über den Sphynxköpfen der bleichen Damen hören fönnen. Und ich stand begrüßt werden, daß Dr. J. Minor in anerkennenswerter Do wagte nicht, unter dem Auge eines furchtbaren Ibsenianers mit jeftivität die staatsprofessorale Reputation feines Amtes al wöchent: riesigem Stout, meine Lorgneite aufzuheben Soviel Aufmerfjamlich einmal zu schädigen wagt: nun gibt er nämlich rüchaltlos und

keit hätte vi Uleicht noch nicht genügt, wenn ich nicht vorher den

„ Selein Eyolf" ernsthaft durchbüffelt hätte.“ wöchentlich einmal zu, daß Seine ein Dichter ist. A. L.

Der brave Kritiker erzählt dann die „Hindlung“ nach seiner Beije.

Nitas Gatte (sie selbst erzählt ez; hat sie bei der RücOskar Panizza, der sein ganzes Leben dem Stampf gegen fehr von der Reise allein schlafen gehen lassen und ist, nachdem er den Bopit, çegen die Serrschaft Nonis in Deutschland gewidmet von dem Siind gesprochen, wenig aufmerkjamer Weise selbst einge hat, strebte lange Zeit vergebens danach, diese Sache zum Sieg zu schlafen Iitt, fern von dem ibsenianischen Nachbar, fann ich einführen Die katholische Kirche ist viel 3.1 flug, um auf Heraus gestehen que c'est là une situation de va'deville. Rita nimmt forderungen solcher Art 311 reagiren, denn sie weiß genau, daß solche sie tragijd) und erflärt in einem Anfall, der an Hysterie grenzt und We&- und Hohnrufe nie bis ins Volt dringen Was auch Panizza den Wunsch nach der Douche erweckt, ihre Eifersucht

Der tun moditi, es gelang ihm nid)t, die Aufmerksamkeit des Staatsan Ingenieur Burgheim wird der gesündeste von der Bande“ genannt. walts, den er sogar in einer Komödie („Der heilige Staatsanwalt“) Von Nita heißt es an anderer Stelle: -Cette Norvégienne est uue verhölıntı, auf sich zu zichen Es mochte ihn wol ergrimmen, daß guillarde, und mit Bezug auf die Symbolik des Dramas: „Ich drr hohe Gerichtshof nicht aus seiner erbarmungsvollen Milde auf glaube, die meisten der Enthusiasten halten es mit dem alten Wort: zusdhrecken war. Er mochte sich fragen, ob denn der „teutsche Michel“ Credo quia obscurum! lind ich bleibe bei meiner Ansicht, daß jo arm an moralischer Empörungsfähigkeit sei, das cin fo (treitbarer ein Stüd, das die Menge nicht hören kann, ininderwertig Autor wie er sich nicht einmal einen Monat Gefängnis erschreiben ist, wenigstens im Ausdruď!" – Figarol 0 ,Intimes Theater“Y fönne. So lag ihm daran, die alten, abgelegenrn Gerichte mit den Journal des Débits“ vergleicht in einem Artifel „Das stärfst n Gewürzen neu und gleichsam als Ertrakt aufzuitischen Da Alter Henrik Ibsens“, wie verschieden das Alter großer Künstler sei: entstand denn das „Liebeskonzil.“ Oskar Panizzas Ideal ist es, Verdi verwandelt sich in überraschender Schwungfraft, mit ein Vorfämpfer des Luthertums in Deutsciland mit der Feder achtzig Jahren. Tolstoj wird in „Herr und Snedit“ immer einFischarts oder Nabelais' zu sein Das ist ihm bisweilen ganz gut facher und immer ergreifender. Andre Zeichen marfiren das fruchtgealüdt. Aber im allgemeinen fehlt seinem Stachel die Spiße, und vare und fraftvolle Alter švens. vor allem fehlt ihm die dichterische Potenz. So komınit es, daß er „Das eigenwillige verstandesscharie und stürmische Genie des wol gallige Tunismin und wizige Bosreiten sagt, aber man vir: aroßen Norwegers hat sich nicht verändert, noch gemildert Er ist mißt die volle künstlirijche Persönlichkeit, welche dirjen Cinismen sich gleich geblieben, aber er hat seine persönlichsten Züge mehr hers und Bosheit: n zu ihrem Recht verhülfe Daher ist er immer ein vortreten, seine eigentümlichsten Eigenschaften bis zur Uebertreibung Prediger in der Wüste geblieben: niemand hat ihn recht gehört, bis jich entwickeln lassen. Mehr und mehr ist das Symbolische in seinen sich dic Obrigkeit scines jüngiten Budhes' annahm. in Leipzig Werfen ang:wachsen In „Klein Eyolf“ hat das Geheimniseristirt nämlich ein Buchhändler, der in seinem Busen vicleicht volle eine größere Rolle als je zuvor. Es zeigt sich hier sogar in streberhafte Hoffnungen für das Umsturzgeseß nährte und der sid) zwei Arten: die eine berührt das Uebernatürliche, das Fantastische,

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die andere den Hypnotismus, die Suggestion. Die Symbole sind winnen als dem „Einzug Alarichs in Rom“, mit dem Lindenschmit
unzählig. Aber unter den vielfältigen Seltsamfeiten ist das Drama
selbst wunderbar lebendig und machtvoll. lind Ibsen hat ohne

im Jahre 86/87 nicht nur das münchener Direftorat, sondern auch zweifel nichts gesdhrieben, was die leßte Szene übertrifft, deren

sonst das Erbe Pilotys antreten wollte. In seinen Historienbildern kurze Replifen, voll von schwerem Sajmerz und verhaltener Bes

ist Lindenschmit über eine theatralische, falsch -pathetische Gestaltung wegung, eiiren erhabenen Eindruck von Kraft und Schönheit hervor nicht hinausgefoninien, und man nimmt hier noch immer wahr, daß rufen.

er aus der cornelianischen „malerlosen Zeit" hervorgegangen ist. An der Spree und der Seine derselbe Anblick: nervenfeinere Künstler und gesunder Menschenverstand" tommen zu cinigermaßen

Tenn neben der Härte und Trođenheit der farbigen Anschauung verschiedenen Urteilen.

W. R. behielt er bis zuleßt etwas von der fonturirenden und mit braunen

Tönen opcrirenden Art jener Zeidner An glüdlichsten war linden

schmit in der Darstellung von Episoden aus der Zeit der Refors Ein Brief von Tafsos Hand ist von Eugène Paillet, dem

mation. Besonders wenn diese in kleinerem Format erfolgte, war Präsidenten der „Societé des Amis de livres, gefunden worden. er nicht ohne Licbenswürdigkeit. Die Bilder dieser Art, besonders Er ist an einen Freund gerichtet und besonders dadurch interessant, daß er Tafio in der für einen Epifer nicht bedingungslos günjiigen

abır die Skizzen und Studien, gehören zu seinen besten Arbeiten. Beleuchtung des Bücherfreundes zeigt:

Mit dem kleinen

Lindenschmit erhielt seine erste Ausbildung durch seinen Vater, den Geschent, das id) Euch schicke, enipfangt Ihr auch die Liste ciniger bekannten Hofmalar, der u. a. nach Entwürfen von Cornelius die Bücher, die ich brauche. Schickt mir gleich eins oder zwei davon, Loggia der münchener Pinakothek ausmalte, war später Schüler des wenn es nicht zu viel Beschwerde machi! Doch ich fürchte, Euch zu erfchređen durch die Menge der Werke, die id) wünsche,

Städelschen Instituts in Frankfurt und ging schließ:id) über Antund Ihr könnt sie mir vielleicht nicht alle besorgen. Deshalb will

werpen nad Paris, wo er sich an Delarode anschloß Hier unter idh, obwol ich nach Büchern jeder Urt Verlangen trage, die zwei

diciem Einfluß entstand das „Frühstück zu Rudolstadt“, das dio nennen, die ich mir vor allem wünsche: die Werke von Gregorio Gräfin zu Rudolstadt und Alba darstellt und jeßt in der hamburger Hicesius (einem griechischen Arzt) und den Kommentar des Alexander (?) über die Metaphysit Gott mache Euch glüdlich und mich zu

Kunsthalle hängt. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Frankfurt am frieden! Mantua, den 2. Oktober 1588.“

Main siedelte Lindenschmit 1893 nach München über, wo er zuerst ein Bild nad, dem Goetheschen Fischerliede malte, das sich jeßt in der Schackschen Galerie befindet und rein malerisch genommen wie

in Anbeiracht der Zeit seines Entstehens von nicht geringen QualiChronik der bildenden Künste. .

täten ist. Nun entstandın die vielen Bilder, die Lindenschmit be

rühmt machten: „Luther als 'Surrendeschüler“, „Die Stiftung des Wilhelm Lindenschmitt. Seit dem Tode Pilotys ist

Jesuitenordens“, „Ulrich von Gutten im Kampfe mit französischen Lindenschmit seines Lebens nicht mehr recht froh geworden. Er

Adligen“ ?c. 20. Nachdem Lindenschmidt eine Zeitlang an der Fr:iuenhoffte damals Direktor der münchener Akademie zu werden und er

funstschule zu München tätig war, wurde er 1875 der Nachfolger konnte es nicht verwinden, daß ein Jüngerer, daß Friß Aug. Saul

Rambergs an der Akademie. Er war Lehrer bis zu seinem bach seine Pläne durchkreuzte und an seiner statt Direktor wurde.

am 8. Juni crfolgten Tode. Nod) vor kurzer Zeit hatte er eine Der ehrgeizige und streitbare, intellektuell sehr begabte Mann machte Ausstellung arrangirt welche Arbeiten seiner vielen einstmaligen Schüler der neuen Direktion das Leben schwer und er bestrebte sich auf jede vorführte, unter denen Stud, Samberger, llbellode, Messerschmid, Weise zu zeigen, daß er für diese Stellung die bessere Seraft sei.

Schmuz-Vaudiß u. a. die Lehrtüchtigkeit ihres Meisters bekundeten. Ich erinnere mich noch, wie er bei Gelegenheit des Sommerses, den die Akademiker zu Ehren Kaulbacıs veranstalteten, nach der An

ugo Ernst Schmidt. sprache des Direktors eine gute und kluge Rede vor versammeltem Kriegsvolk hielt, die sich fast wie eine Korrektur der Worte seines Vorgängers ausnahm. Bald darauf veröffentlichte er in der „Kunst für Alle“ seine Pläne über die Reorganisation der Kunstanstalten, Albert Brendel ist am 23. Mai in Weimar im achtdie in der Forderung, die Erziehung des jungen Künstlers in die undsechzigsten Lebensjahre verstorben. Mit ihm schied einer der Hand eines Meisters zu geben, gipfelten Er wollte ähnlich wie crsten Maler aus dem Leben, die Trođenheit und Nüchternheit die Alten verfahren und die heutige Art des Unterrichts, wo der der berliner Tiermalerei durch die Anregung der fontainebleauer junge Mann von Meister zu Meister wandert, in der Gypsklasse, Meister überwunden und an Stelle der ungefähren Reproduktion der in der Strichtechnik arbeitet, in der Naturklasse mit Sohle und

Natur einer intimen charakteristischen Auffassung zum Durchbruch Wischer hantirt, in der Malklasse bei einem andern Lehrer als in verholfen hatte Brendel war ursprünglich ein Schüler des berliner der Aktklasse vorwärtsstrebt nach jenem Muster umbilden. Es Marinemalers Krause. Später studirte er in Paris bei Couture war ihm nicht beschieden, seinc Ideen zu real.firen. Er sollte als und Palizzi, lernte nachl;er in Barbison im Walde von FontaineAkademieprofessor sterben, und so lange er lebte, mußte er sich bis blau Troyon, Rousseau, Diaz. Dopré fennen, die bestimmenden Eingnügen, das Material, das er aus den Händen der Hadl, Raupp, Fluß auf ihn ausübten und einen radikalen Umschwnng seiner ganzen Herterid), Gysis 20 bekam, weiter- und umzubilden. Und er Kunsttätigkeit bewirkten. Von hier datirt seine eigentliche künstlerische war in der Tat eine hervorragende Lehrkraft. Seine Malschule Vetätigung und er erzielte damit nicht geringe Erfolge. Begründet war vor der Aera Loefft eine der besten Münchens. Ihr hatte er seinen Ruf durch das Innere cines Schafstales, das 1857 Ruhm schwand erst, als der Realismus durch die Tore Münchens entstanden war. Vald darauf siedelte er nach Berlin über, machte einzog. Da wurde alles, was irgendwie einen Beigeschmad nach Studienreisen nad Holland, Italien und wurde später an die weimaKlassizität hatte, verdrängt, und so wie die Schule Lindenschmits in raner Seunstschule berufen, wo er auch eine zeitlang Direktor war. der allgemeinen Wertschäßung fiel, so erging es ihrem Leiter. Brendel war, ohne auch nur annähernd ein Beherrscher der Lindınschmit gehört zu den Künstlern, die um die Mitte unseres Malerei im modernen Sinne zu f:in, über die kolorirten Zeichnungen Jahrhunderts, durch die Einflüsse der Franzosen, besonders des seiner Verliner Vorgänger Krüger, Krause, Steffet weit hinaus gefranzösischen Geschichtsbildes die Karton-Kunst der Cornelius, Rethel, langt und verband mit reizvollerm Solorit eine verinnerlichte AufSchnorr von Carolsfeld 26. überwanden und einer vollen, malerischen fassung der Natur. Er war im Sinne der alten niederländischen Darstellung zum ersten Durchbruch verhalfen. Während sie solcher Tiermaler bestrebt, sich in das kleine, aber doch so interessante Leben maßen einen Fort;chritt bedeuten, so ist doch zu bemerken, daß fie der Tiere 311 versenken. Er war Spezialist comme il faut, und gegen ihre kartonzeichnenden Vordermänner in der geistigen Durch der Darstellung des Schafes widmete er den gröften Teil seines dringung und Verti fung sehr weit zurüdblieben. Uns scheint heut späteren Lebens. Auf diesem Gebiet erzielte er bemerkenswerte Erdie Historienmalerei, wie sie etwa Lindenschmit ausübte, die lang- folge. Als verbindendes Glied zwischen der epigonischen, nicht auf weiligste Etappe in der neueren deutschen Kunst, und wir können der Natur fußenden und der modernen Malerei ist er nicht ohue einem Karton Rethels, ja selbst Schnorrs, mehr Geschmad abges | historische Bedeutung

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Verantivoutlicher Redakteur Paul Schettler, Berlin-Charlottenburg. Sit den Inj. rat. ntil verantw. Th: Liljer, Charlottenburg. - Verlay der Union Deutsche
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e für Sifferatur. *

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182 begründet
Herausgegeben von Otto Neumann Foofer.

Union
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Redaktion: Berlin. Charlottenburg II, Garmerstraße 10.

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der Postzeitungsliste), sowie vom Verlage des „Magazin“ entgegengenommen. Anzeigen 40 Prg. die viergespaltene Nonpareillezeile.

Preis der Einzelnummer: 40 Prg. $

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64. Jahrgang.
Berlin, den 29. Juni 1895.

Mr. 26.
Auszugsweiser Nachdruck sämtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Unbefugter Dadidruclt lvird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt.
Wir ersuchen unsere verehrlichen Abonnenten, die Bestellung auf das dritte Quartal rechtzeitig erneuern zu wollen.

Der Verlag des „Magazins für Litteratur", Friedridstr. 207.

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Juhalt:

die „Umsturz-Vorlage.“ Bei dieser Gelegenheit befundete

I denn aitch der höchste Vorgesepte der Zensur-Polizei, er Litteratur, Biffenschaft und öffentliches Leben.

sei auf das entschiedenste gewillt, „revolutionäre“ Werke Bruno Wille: Die Polizei über die „freien Bühnen.“ Sp. 801.

wie Hauptmanns „Weber von den deutschen Bühnen Prof. Mar koch: Der Lachmann-Mundersche Lessing. Sp. 309. möglichst zurückzuhalten. Da min „Die Weber“ nicht Karl Bleibtreu: Napoleon und die Frauen. III. (Schluß). Sp. 820.

allein vor dem wenig revolutionären Publikum des 17. Slato wratski: Man muß sich beeilen. (Fortj. statt Schluß). I „Deutschen Theaters“ zur Aufführung gelangten, sondern

auch vor etwa 5000 Mitgliedern der Neien freien VolfsSp. 826.

bühne und mindestens ebenso vielen der Freien Volks. ufk.

bühne – also vor Leuten, denen die rötefte Gesinnung Ernst Otto lodragel: Musikfeste. Sp. 810.

zugetraut wird – jo durfte man, auch ohne Profet zu Yildende Kunst.

sein, erwarten, daß die Aera Köller gegen die längst un

bequemen ,,freien Bühnen" vorgehen würde. Waren diese Bugo Ernst Schmidt: Die berliner Stunstausstellung. IV. Bühnenvereine doch die einzigen Theater, wohin die poli

Trübner, Thoma und die münchener Sezellion. Sp. 816. zeiliche Zensur bisher nicht zu dringen vermochte, und wo
Litterarische Anzeigen. Sp. 831.

deswegen Dramen, denen wegen ihres freiheitlichen Ideen-
gehalts die ständige Bühne sich verschloß. Gelegenheit
fanden, sich dennoch zit Ansehen zu bringen.

Schon vor vier Jahren hatte der Polizeipräsident Die Polizei über die „freien Bühnen.“

von Berlin versucht, die ihm bedenklichste Strömung unter Von

den freien Bühnen, die Freie Volksbühne“, zu beseitigen, Bruno Ville.

indem er sie als einen Verein behandelte, der auf öffent. liche Angelegenheiten einwirken“ wolle, offenbar, um sie

später gar zum politischen Vereine stempeln zu fönnen. Eine Regirung, welche darauf ausgeht, das geistige | Der Plan gelang schlecht; die sich widerseßende Volksund sittliche Leben, das Dichten und Trachten des Volkes bühne verlor zwar in zweiter Instanz den Prozeß, erzielte militärisch zu gängeln und von allen ihr unbequemen jedoch dabei die gerichtliche Anerkennung, daß sie fein Richtungen durch Warnungstafeln und Schranken abzu. politischer Verein sei. Von dieser Seite also war der halten - eine solche Regirung gelangt naturgemäß dahin, Volfsbühnenbewegung schwer beizukommen, um so mehr, mit Mistrauen allem zu begegnen, was vom Volke „frei“ als man der Neuen freien Volisbühne, welche aus der genannt wird. Vereinsfreiheit und Versammlungsfreiheit, Spaltung der alten Freien Volksbühne hervorgegangen Freiheit auf wissenschaftlichen und religiösem Gebiete, war, wol keinerlei Parteigetriebe nachweisen konnte. Niin Preßfreiheit, Redefreiheit, Gedankenfreiheit, diese Ideale, auf einmal jedoch verfiel die findige Polizei auf eine welche durch tatkräftigen Freisinn unseres Volkes teilweise, andere Angriffsidee. Sie stellte die Behauptung auf, die wenn auch noch ziemlich dürftig, verwirklicht worden sind, Vorstellungen der freien Bühnen, welche bisher, auch bei gelten dem Obrigkeitsdünfel geradezu als Erbfeinde ind der Polizei, als nicht-öffentliche Vereins-Vorstellungen werden denn auch neuerdings wieder einmal in offener i gegolten hatten, feien „öffentlich“, also der PolizeiFehde mit blinder Wut befämpft von Bureaukraten, Verordnung von 1851 unterworfen, welche öffentliche Vordenen Furcht vor dem „Umsturz“ sowie militärisches stellungenzensurpflichtig macht. Die vier in Berlin beMachtgefühl zu Kopfe gestiegen ist.

stehenden freien Bühnen, nämlich die „Freie Bühne“, die Wie die Staatsmänner Möderschen Geistes speziell „Versuchsbühne“, die „Neue freie Volksbühne“ und die über Freiheit der Kunst denken, davon hat das Volk der Freie Volksbühne“ erhielten folgende gleichlautende poliDichter und Denfer manch verblüffendes Þröbchen ers zeiliche Verfügung vom 18. April: „Auf Grund der hier halten durch die parlamentarischen Verhandlungen über gemachten Beobachtungen und nach dem Inhalte der

Statuten der ...*) Bühne müsjen die von derjelben ver wie der Vienen freient Volksbühne“ und dem Vorsigenden anstalteten Vorstellingen als öffentliche und daher als den der „Versuchsbühne“ naturgemäß zur Seite steht. Bestimmungen der Polizei-Verordnung vom 10. Juli 1851**) Die Polizei sucht zunächst die 1851 von ihr defretirte unterliegende angesehen werden. Ich mache den Vorstand Zensur überhaupt zu rechtfertigen. Da ihr – so argidarauf aufmerkjam, daß auf Grund des § 5 der gedachten mentirt fie -- die Befugnis zuistehe, die Aufführung „geVerordnung der Tert der darzustellenden Stücke zeitig, fährlicher und insittlicher“ Theaterstücke zu verhindern, so d. h. 14 Tage vor der Vorstellung zıır Zensur hier einzila müsse ihr auch die Prüfung dieser Stücke ermöglicht reichen ist. Eine weitere Aufführung von Stücken, welche werden. Eine solche aber sei nur dann möglich, wenn die zensurpolizeiliche Erlaubnis nicht erhalten haben, wird alle Stücke vorher eingereicht werden. Woher soll sich von hier aus inhibirt werden."

die Polizei sonst die Kenntnis davon verschaffen, ob der Auffällig an dieser Verfügung ist zunächst der Ilm Inhalt eines Stückes gefährlich oder unsitilich ist? Ganz stand, daß auf einmal - offenbar unter dem erleuch abgesehen davon, daß die Einreichung des Textes auch tenden Einflusse des Regines" Möller – dem Polizei- noch der Polizei die Kontrolle ermöglichen soll darüber, präsidium die Augen darüber aufgegangen sind, daß die daß von dem genehmigten Tert nicht abgewichen wird. freien Bühnen eigentlich öffentliche Vorstellungen veran Im übrigen hat das von dem Kläger erwähnte Erkenntftalten. Wenn man vollends bedenft, daß der Verein nis des Oberverwaltungsgericht: betreffend das Verbot „Freie Bühne“ seit zwei Jahren keine Vorstellung verani des Schauspiels Hanna Jagert ausdrücklich das Recht staltet hatte, so gelangt man zu dem Schlusse, daß hier der Polizei anerkannt, zur Sicherung eines eventuellen die „gemachten Beobachtungen" nicht neuer Art fein Aufführungsverbotes allgemeine Anordnungen dahin 311 fönnen, daß also die Polizei fich von dem Widerspruche i treffen, daß vor der öffentlichen Aufführung jedes Stück nicht frei 311 sprechen vermag, plößlich etwas zu ver 3.1r Prüfung vorzulegen ist.“ bieten, was sie vorher unter denselben Ilmständen zuließ. Das königl. Polizeipräsidium erkennt jedoch aus

Auch in der Durchführung der neuen Verfügung drücklich an – was es nach dem Wortlaute der Polizei. trat eine auffallende Haft zu Tage. Die Neue freie

Die Neue freie Verordnung von 1851 auch nicht bestreiten könnte — daß Volksbühne hatte das polizeiliche Schreiben nicht einmal diese Verordnung sid) lediglich auf öffentliche Vorin Händen, als bereits von ihr verlangt wurde, sich danach stellungen bezieht. Aler so meint das Polizeipräsizu richten. Sie hatte nämlid) für den 21. April die dium - die Vorstellungen der Neuen freien Volksbühne Aufführung von Alfhild Agrells ,,Einsam" angeseßt, ut seien tatsächlich öffentlidie, wenn auch „unter dem Deckdie Vereinsmitglieder füllten bereits das Theater, als mir, mantel des Vereins“ veranstaltet, eines Vereins, der nicht dem Vorfißenden, von einem Polizei-Wachtmeister mitge den Charakter einer geschlossenen Gesellschaft besiße. Der teilt wurde, er habe den Befehl, die Vorstellung zu inhi- Begriff „Deffentlichkeit" jei in R -Str.-G B. nicht definirtbiren. In der Tat ließ sich, als der Vorhang aufging. Eine Handlung und daher auch eine Theatervorstellung die Stimme des Beamten vernehmen, welcher, die Vers sei dann eine öffentliche, wenn festgestellt wird, daß dieselbe sammlung auflöste“ und die Anwesenden aufforderte, das „von unbestimmt welchen und wie vielen Personen wahrTheater zit verlassen. Daß das Publikum hierbei Ent genomunen, beziehungsweise besucht werden fann.“ Die 1üstung äußerte, ist unter den vorliegenden Ilmständen Das Wesen der Déffentlichkeit bildende Unbestimmtheit des nicht zu verwundern.

Personenfreijes findet ihre begreifliche Begrenzung in dem Einmütig beschlossen die vier freien Bühnen, auf Gegensatz, wonach die Deffentlichkeit ausgeschlossen ist, dem Wege der Beschwerde sowie der gerichtlichen Ent wenn die Vorstellung tatsächlich beschränkt ist auf die scheidung die Polizei- Verfügiing anzuifechten, welche nichts Wahrnehmung eines engereni, vermöge der besonderen (Beringeres als ihre Existenz und damit das bischen Frei- ilmstände des Falles als in fich verbunden und bestimmt heit im Bühnenleben sowie die Kunst überhaupt bedroht. abgeschlossen anzusehenden Streises von Perfouen. Wesents Die „Versuchsbühne" und die ,, Nelie freie Volksbühne lich für die Dichiöffentlichkeit ist danach das Bestehen wählten zu ihrem Redisbeistand Herrn Rechtsanwalt eines inneren Bandes von wechselseitigen, persönlichen BeDr. Grelling; der „Freien Bühne" steht, wie verlautet, ziehungen, welche zwijdjen den einzelnen, diesen PersonenHerr Rechtsanwalt Dr. Jonas, der Freien Volfsbühne" freis bildenden Personen vorhanden sind und dem letzteren Herr Rechtsanwalt Dr. Kaufmann zur Seite. Die Klage | den Charakter eines in sich geschlossenen, nach außen bes der Neuen freien Volksbühne hat dieser Tage eine um stimmt abgegrenzten geven. Ein solcher Zusammenhang fangreiche Beantwortung vonseiten des fönigl. Polizei- fann selbstverständlich durch die Zugehörigkeit der Theaters Präsidiums erhalteri. Der Inhalt dieses Schriftstückes bejucher zu einem bestimmten Verein begründet werden. wird im folgenden vorgeführt und mit einigen fritischen llibeðingi notwendig ist es aber nicht. Wesentlich wird Streiflichtern versehen. Diese mögen juristisch laienhaft es hierbei immer auf Art, Zweck und Organisation des sein, entsprechen jedoch einer Kenntnis der Ilmstände, wie Vereins anfommen. Ein Verein fann nach der räum. sie dem mehrjährigen Leiter der Freien Volfsbühne" so- lichen Ausdehnung des Gebietes, das er umfaßt, so wie

nach der Zahl seiner Mitglieder so groß, seine Organisation *) Hicr folgt der Name der jeweiligen Bühne.

kann eine jo lose, der Erwerb iind Verlust der Mitglied**) Diese von ħindeldey erlassene Zenjurverordnung lautet im 8 3: ¡chaft an so geringe Vorausseßungen gebunden, der Be

„Úls öffentlidwird jede Theatervorstellung betrachtet, an welcher stand der Mitglieder ein so wechselnder sein, daß seine Mitaußer den von dem Internehmer ausdrücklich eingeladenen Personen glieder als ein in sich geschlossener, bestimmt abgegrenzter teilnchmen können, mithin auch alle in einen öffentlichen Lokale i Personenkreis nicht angesehen werden können.“ veranstalteten Vorstellungen, wenn von dem Lokale während Auf die polizeiliche Definition der „Deffentlichkeit“ der Vorstellung nicht jeder Nichieingeladene, resp. jedes will ich mich hier, der Kürze halber, nicht einlassen Nichtmitglied der Geseúschaft ausgeschlojien werden kann." Die von Vereinen zur Erheiterung ihrer Mitglieder veranstalteten Theaters

und nur auf die fragwürdige Logik des Endurteils aufvorstellungen sind daher öffentliche, wenn die Teilnahme an denselben merksam machen. Hier wird zunächst behauptet, ein Verauch anderen Personen als Mitgliedern des Vereins gestattet wird, ein fönne den Charakter der Nicht-Oeffentlichkeit dadurch oder wenn die Vorstellung in einem auch für Nichtmitglieder des verlieren, daß er besonders viel Mitglieder erhalte und Vereins zugänglichen Lofale stattfindet. Ob ein an dergleichen Vor: sich über ein großes räumliches Gebiet ausdehne. Einmal schaftlichem Verhältnisse steht oder nicht, begründet hierbei feinen muß man da fragen: Wo ist die Grenze zwischen „viel“ Unterschied.

und wenig“, „groß" und „klein"? Es scheint, die

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