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zweisprachige Flamen und 104 000 Wallonen. 1880 Carrièren, die nicht schon überfüllt wären, in den herzählte man in Brüssel nur 130 000 zweisprachige Flameni. fömmlichsten und erprobtesten kämpft man um ein bischen

Lebensluft, um ein bischen Anerkennung, und die Litteratur

gehört zu den unsichersten. Dennoch ergänzen sich die Dieser llmsland ist für die Flamen nicht schmeichel- Todeskandidaten 111 ihren Reihen mit unheimlicher haft, für die Wallonen mindestens auffällig. Die Wal- Schnelligkeit. Es giebt allmonatlich nenie „Junge“. Ein lonen sind in Belgien unermüdliche Pionire französischer „Junger“ 211 sein, ist in den europäischen Litteraturen Sprache und Kultur, und da ihre Sprache wolklingender ein Beruf geworden. und leichter, ihre Rultur älter, reifer, milder imd geformter Die belgischen „Jungen“ find vielfach lediglich ist, als die der Flamen, so ist mit Sicherheit der Tag zu journalistische Lichter. Die starke Entwickelung der Presse erwarten, wo die Flamen Belgiens, obwol hent noch in in Belgien ist auch der jungen litterarischen Bewegung Besiß der numerischen Ueberzahl, vollständig französirt | 311 gute gekommen. Man findet dort sein Brot, fein oder richtiger wallonisirt sein werden.

leichtes, aber immerhin Brot. Die französische Sprache Eristirt ein Unterschied zwischen franzöjisch und wal ist heut ein ungemein geschmeidiges Werkzeug geworden. lonisch? Man merft ihn schon, wenn man, ohne Belgien Die jogenannte „fünstlerische Formel", d. h. die Kunst, zu kennen, nur furze Zeit in Frankreich gelebt hat. "Es der Sprache gewisse stilistische Wirkungen abzugewinnen, gehört zu den überlieferten Scherzen des französischen ist beinahe Allgemeingut. Es giebt" angebliche KunstSpießerš, über das „parler belge" 311 spotten. In der Fertigkeiten, deren Geheimnis jeder kennt. Es ist mit dem Tat ist die oft angenommene volikonimene Identität Stil, wie mit dem Geigenjpiel. Früher konnten zehn zwischen der französischen und wallonischen Sprache nicht Virtuosen die Stücke von Paganini und Vieuxtemps vorhanden. Die Wallonen sind Nachkommen der alten spielen; heute gibt es zweitausend Schüler, die das früher galischen Belgier und verraten diese Abstammung noch iinmögliche möglich machen. Man kann heute eine geheute durch viele keltischen Wörter in ihrer Sprache; dazu wisse stilistische Geschicklichkeit erlernen, auch ohne gekommen eine Menge deutscher Wörter in Folge der jahr borener Schriftsteller zu seiri, und diejenigen jungen Leute, hundertelangen intimen Berührung mit den flamländischen die heute von ihrem ,style suggestif“ oder „nostalgique" Nachbarn. Litterarisch jedoch drückt sich diese Verschieden: oder „impeccable“ am meisten Wesens machen, sind geheit weniger sichtbar aus. Das Wallonische machte zwar borene Commis voyageurs. im 18. Jahrhundert einen Anlauf, eine eigene Liiteratur Diese Leute nimmt Herr Nautet alle ernst; sie ge31 gewinnen; aber die Bewegung war vorübergehend, ind hören zu seinem Orden. Gegen die andern Schriftsteller seitdeun fristet es in litterarischer und gesellschaftlicher Be nährt er einen grinimen Hab; sie haben das llurecht be ziehung im Aschenbrödeldasein: es bleibt ein Dialekt ohne gangeni, berühmt zu werden. 'Zola 3. B. nennt der nachhaltige litterarische Pflege. Die nach Geltung ringenden Herold Jung-Belgiens einen „romancier-reporter“, dessen Schriftsteller wallonischen Stammes schreiben franzörsch. uitverbesserliche Plattheit, selbstgefälliges Geschwät und Das hindert jedoch nicht, daß man in Frankreich vielfach abitoßendes Krächzen er veradštet". Der Zola Jungjeden Belgier für einen banausischen ,,Savez-vous?" hält Belgiens" – gleichgiltig wie er heißt ist dagegen ein und von der belgisch - französischen Litieratur nichts weiß. ganzer Kerl. Bourget ist ein braver, plumper VielDie Franzosen lieben es, sich mit den (Griechen, Haris mit schreiter; der Bourget „Jung-Belgiens“ gleichgiliig Athen zu vergleichen. In einem Punfte stimmt der wie er heißt - hat eine tiefdringende Sonde, die unbekannte Vergleich jedenfalls. Sie halten die andern" für Bar- Regionen erforscht. Ganz in Verzückung aber gerät baren. Für manche Franzosen hört die Kulturwelt an den Herr Nantet, wenn er von seinem Freunde Mar Waller Grenzen Frankreichs auf; für manche schon mit dem spricht, „dem invergeßlichen“. Der Jüngling hatte einige Weichbilde von Paris; für einige sogar bereits mit dem Feuilletons und einige Liedchen geschrieben. Observatoire im Süden und dem. Boulevard de Clichy im Norden.

Genug, genug von Herrn Nautet. Er sollte nur

zeigen, daß Jung-Belgien genau so unbescheiden ist wie Neuerdings ist eine zweibändige Geschichte der Jung-Frankreich oder Jung Deutschland. Damit ineine wallonischen Litteratur erschienen. Sie heißt: ,,Histoire ich aber nicht die wirklicheri Talente. Die bedienen sich des Lettres belges d'expression française, par M. Francis der Schule, der Coterie nur als Sprungbrett. Die Mafie, Nautet. Sie ist auf drei Bände berechnet, von denen die zurückbleibt, die Maffe der Zufalls-Litteraten, die bildet zwei erschienen sind. Allerdings ist der Pusdruck die Clique. Sic hat nur cin Talent: die lInbescheidenheit. , bistoire" etwas kühn für ein Buch, das eigentlich nur Eigentlich darf man überhaupt nur von einem ,,Jungeine Sammlung von Gelegenheits-Feuilletons ist, in denen Belgien“ sprechen; denn ein ,,Alt-Belgien“ gibt es nicht. gleichgiltige Leute breit behandelt, wichtigere Erscheinungen Sprechen wir von den Anfängen der wallonischen Litteratur, kaum gestreift werden. Der Herr Nautet ist der jo müften wir schlechterdings von ein paar inbedeutenden journalistische Herold einer kleinen Selique, die seit zehn Dialefidichtungen absehen, die sich bis ins vorige JahrJahren im wallonischen Leben viel Geldrei macht und hundert zurücferstrecken. Der erste Autor bewust walloihre „pfadfinderischen“ Lyrifer und gewundenen Prosaistent

, nischer Prägung war Coster. Er schrieb 1867 einen unter denen übrigens einige wirkliche Talente find, aus „Uilenspicgei". "Als dann nach dem Kriege von 1870 der posaunt. Sie haben damit in der Tat so etwas wie Einfluß Frankreichs auf sein Nachbarland plötzlich nacheine belgische Litteraturbewegung zustande gebracht, aus ließ, schossen die belgischen Revuen und Tagesblätter wie welcher das fefselnd gesc; riebenie Buch „La Belgique“ Pilze aus der Erde; mit ihnen Schriftsteller, die sich als von Camille Lemonnier und die Dramer Maeterluds ipezifisch

) belgisch fühlten. Es entstanden belgische Naturmit ihrer primitiven und subtilen Komposition wahr alijten, Mystifer und Symbolisten. Und in ihren besten scheinlich die bezeichnendsten Erzeugnisse bleiben werden. Tiainen Lemonnier, Eeckhoud, Picard, Maubel, Verhaeren,

Dié belgische Litteratur ist natürlich in vielen Be (Silfin, van Lerberghe, Maeterlinck — hat die jungbelgische ziehungen, besonders in den sozialen, eng mit der Litteratur auch in der Tat etwas Nationales, oder, wenn französischen verwant; fie hat mit diejer auch die vielen man will, Regionales beivahrt, zum Unterschiede von der berufsmäßigen „Jungen“ gemein. Es giebt so wenig eigentlich französisdicu Litteratur. „Malgré les civilisateurs,

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Nun fünde mir, heilige Geherin
Ich harre der Antwort mit bangendem Sinn
Was dieses eine gewesen.
Die Hoffnung wars, die den Sinn berüdt,
Die ewig trügt, die nur kurz uns beglüdt,
So steht in der Sage zu lesen.

Das glaube ich nicht, auch tann es nicht sein,
Wie manche sagen, daß Liebe allein
Ein Glüd sei im Erdengewühle.
(Die Engel nennen es Şimmelsfreud,
Die Teufel nennen es Şölenleid,
Die Menschen gemischte Gefühle.)

les moralistes et les utilitaires, j'exalte mon terroir, ma race et mon sang, jusque dans leurs ombres, leur tares et leurs vices“, sagt Eeckhoud in der Vorrede zu seinen „Milices de Saint-François“.

Dieses Zitat von Eedhoud ist sehr charakteristisch. Es ist nämlich eigentlich gar nicht französisch; darum gebe ich es französisch wieder. Versuchen Sie es einmal ins Deutsche (oder Niederländische) zu überseßen! Es geht nicht. Und dann sehen sie sich den Namen Eeckhoud ani. Ein niederländischer Name. Und den Nanieli Maeterlinck. Ein niederländischer Name. Und den Namen der Haeren! und den Namen van Lerberghe! und den Namen Rodenbach! Alles Niederländer!

Ja, die Deute behalten etwas Nationales, auch wenn

französisch schreiben; sie „bekennen (mehr unbewust noch als bewust) ihre Raffe, bis zu ihren schattenhaften lleberresten, ihren Flecken und Lastern". Sie fönnen nicht anders. Es geht ihnen, wie den Flamen, die nach der offiziellen belgischen Statistik zweisprachig sind. Sie können sich der überlegenen reiferen und süßeren Kultur Frankreichs nicht entziehen, aber sie bleibeni platiländische, chwere und träumerisch-tiefe Germanen und sprechen ein Französisch, das bekanntlich die schlimmste Ohrenfolter der Lente zwischen Somme und Loire ist. Die Talente Jung-Belgiens sind träumerische Germanen; sie schreiben ein Französisch, das einen prinzipiellen Neinsager, wie Oktave Mirbeau, entzücken mag, einen prinzipiellen Anders. jager, wie Maurice Barrès, anregen mag – dem ungekünstelten Franzosen, dem Blutsverwanten Pascals und Mérimées ist es fein Französisch. Maeterlinck ist jedem Franzosen, der nicht liiterarpolitischer Misvergnügter ist

, ein Rätsel; Maeterlinck ist ein Germane, und zwar ein Gerinane, der in revolutionärer Wildheit von dein glücklid) erreichten Europäertum die Reaktion zum spezifischen Germanentum zurückmachen will. Oder, im litterarischen Jargon, ein Novalis mit naturalistischer Technik.

Auch Ruhm und all das andre nicht.
Mein allertiefstes Ahnen spricht
Von einer höheren Gabe.

fünde es mir mit sicherem Wort, Ich opfre dir an diesem Ort Mit Freude all meine Habe.

Da spricht mir ihr Mund mit tiefem Ton:
ich will es dir fünden, geliebter Sohn,
Dhn Schliche und ohne Krummheit:
Das einzige ungetrübte Glüd,
Das euch auf Erden blieb zurüc,
Das ist und bleibt die Dummheit.“

K

Cat

+ Orakel. 6-3+

Von korfiz Holm.

Ich stand vor der Pythia trüb und bang, ind aus dem Felsengeflüfte drang Des Dampfes gespenstisches Wallen, Mein Atem ging so schwer, so verzagt: Wer weiß, was die heilige Seherin sagt, lind wird mir ihr Spruch auch gefallen?

Litterarische Chronit.

Kom nenen Ørama. (Berthold Litzmann: Das deutsche Drama in den litterarischen Bewegungen der Gegenwart. Borlesungen, gehalten an der IIniversität Bonn. Leop. BOB. Hamburg 1891.)

Dieses Buch eines jugendkräftigen Nationalliberalen feßt mit der patriotischen Lyrit nach dem siebziger Ariege ein; es wird bes dauert, daß die ganze Skala der Töne, „von der grollenden Ents rüstung über den fredlen Friedensbruch“ bis zur Feier der Siege, eigentlich ungesungen blieb; das Buch schreitet über Wildenbruch „Vionville“ zu Freytag, Ebers, Spielhagen, geht mit Freytag kräftig-frisch ins Gericht, vernißt an Spielhagen die Fühlung mit dem sogenannten Pulsschlag der Zeit, weil er sich eine gewisse Parteifeindseligkeit gegen Otto Bismard nicht vertneifen gefonnt, und müht sich überhaupt mit der Beantwortung der Frage, weshalb die Dichtung so schwach auf Siebzig reagirt. Vielleicht aus demselben Grunde, aus dem man heut kein Buch über das deutsche Drama in den litterarischen Bewegungen der Gegenwart schreiben kann: die Dinge liegen zu nahe. Vom Roman geht das Buch zum Drama über, zum Schillerpreis, zu Paul Lindau, es streift Richard Wagner, dem der Verfasser überraschenderweise nicht so feurig gegenübersteht, wie aus dem Ton des Ganzen zu erwarten wäre, es vers weilt bei den Meiningern und con amore bei Ernst von Wildenbruch; dann eine sehr summarische Betrachtung der jüngeren Aufwühler in Deutschland (Charakteristit ist nicht), Shen wird mit dem Ellbogen gestreift, wobei ihm das Unglück widerfährt, einen Stoß zu bekommen, und mit einer allerdings liebreichen und warms blütigen Besprechung Gerhart Hauptmanns und Sermann Gubers manns, die aber wieder keine Charakteristik ist, schließt der Berfasser.

Ich stehe diesem Buch diametral entgegen. Es stammt von einem Mann, dem das Wol der Sache ehrlich am Herzen liegt, es hat auch einige Vorzüge der subjektiven Bücher; sein Verfaffer ist nicht professoral, sondern frisch und warm, eine gewisse Gympathie läßt fich ihm nicht versagen; er ist auch fein füßer, zahnloser Seuschheitseduard und međert nicht über Schmuß und Gemeinheit und die Darstellung der Nachtseiten des menschlichen Lebens; er tritt an einige neue Erscheinungen zutraulich heran und forcht sich nit. Aber

Was fündet der Unterwelt heimliches Los ?
Die Frage war wichtig, die Sache ist gros;
lind muß mir das Tiefste verkünden.
Ihr kennt jene Jungfrau, Pandora genant,
Die Zcus auf die grünende Erde gesandt,
Der Menschen Glück zu begründen.

Ihr wißt, wie der Mensch, zum Schlechten beherzt,
Im Frevelmut mit den Gaben gescherzt
Und selbst um sein Glüd sich betrogen.
Doch fündet die Sage, cin einziges Glück
Blieb in der heiligen Büchse zurüd,
Als al die andern entflogen.

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ich habe in diesen 216 Seiten keine feinere Regung gefunden. Es

Szene 3. bleibt etwas Hurrah-Aesthetit an dem Buch haften. Der National Ein Weber: ' ist nicht möglich, man nimmt die Arbeit pädagog tritt mir, bewust oder unbewust, zu sehr hervor Sier

wieder auf. Wem gehört denn die Fabrik? bietet sich Gelegenheit, ein wenig über die sechs, und siebenund

Ardouin: Uns selbst. Wir bilden eine Gesellschaft.

Ein Weber: Und das Geld ? zwanzigjährigen jungen Leute zu schimpfen, welche mit überlegenem Ardouin: Gibt man uns. Lächeln, mit jugendlicher Greisenhaftigkeit - u. f. w. u. 1. W. Tro Derselbe Weber: Und die Fabrik? dem wiederhole ich, daß mir dieses Buch zu sehr ein Buch fürs

Ardouin: Gibt man uns auch. deutsche Haus ist. Ich glaube, daß in der Seele seines Verfassers

Derselbe Wever: Du bist ein Narr! So was verschenft

man nicht. wol Raum für den Wilhelm Tell ist; für die venetianischen Epi Ardouin: Still (Micheline konimt. Man grüßt fie. gramme schon kaum. Turz: er ist mir nicht Künstler genug

Allgemeine Spannung.) Still doch! Hört die Mitteilung, die große Was mich beleidigt, ist auch eine Eigenschaft des Verfassers, die

Neuigkeit! ich höflich auszudrücken bestrebt sein werde. Er äußert öfter Dinge,

Szene 4. deren Unbestreitbarkeit nahezu überraschend ist. In dieser Hinsicht

Micheline: Der Augenblid ist noch nicht da. Bringt zunächst begreife ich sein inneres Verhältnis zu Wildenbruch. Das Buch

einen Tisch und Siße. (Man bringt diese; Micheline nimmt mitten

vor dem Tisch Plaß, das Gesicht den Zuschauern zugewendet. Mit schließt mit dem Saße: „Nicht mit Denkmälern chren wir das An schlichtem und kirchlichem Ton wendet sie sich an die noch umherstehende denten unserer großen Toten, sondern dadurch, daß wir das hüten Menge.) Ihr habt þunger und ihr habt Durst. Ihr müßt jes und wahren und weiterbilden, was wir als Erbe von ihnen über

sättigt und euer Durst muß gelöscht werden. Hier ist Brot und konimen haben, alle für einen, einer für alle, unsere nationale

hier ist Wein.

Damit beginnt dann das sozialistische Mal, an dem Greise und Sprache und unsere Dichtung." Hier unterschreiben wir jedes Wort, Stinder, cbgleich zur Arbeit 311 schwach, teilnehmen dürfen. und wer täte es nicht mit uns? Aber was die nationale Sprache Das Štück ist in seiner Komposition sehr einfach und auch frei betrifft, so würden wir einen „Not- und Anklageschrei des

von aufrührerischen Schlagworten. Die Zensur scheint keine umunter dem Ioch einer ach so treu gemeinten und doch so

stürzlerische Wirkung von ihm zu erwarten.

C. d. M. roh und brutal wirfenden väterlichen Autorität innerlich zerfleischten Weibes“ lieber ungehört wiffen. lind die Schick

Herr Baron A. Gundaccar von Suttner, ersucht uns, fale Wilbrandts, Anzengrubers, Nissels, „denen wegen der durch

folgende Karte abzudruden: die zweimalige Nichtverleihung aufgeparten Gelder

Harmannsdorf, am 30. 11. 1894. materiell jedem der volle Preis zufiel“, sind eigentlich nicht

Sehr geehrter Herr! völlig aufgeklärt. Auch hübsche Säge finden sich wie der folgende: „Und

Mein leßt eingejantes Manuskript „Die alten Jungen“ ist wenn es auch ein Skandal war, daß der Leiter der berliner Hofbühne, der gegenstandslos geworden, ich ziehe es daher zurüd; ich möchte nicht selbst als Breisrichter Niffel des Preises würdig erkannt hatte, dessen den Schein auf mich laden, einem Toten daher Wehrlosen Drama , Agnes von Meran' nicht einmal des Versuchs einer Auf

Hiebe zu verseßen. Bitte daher das Manuskript einfach in den

Bapierkorb zu befördern. führung wert hielt, sondern die Einlösung dieser Ehrenpflicht dem dafür ganz ungeeigneten Residenztheater überließ, angesichts der sich

Hochachtungsvoll

von Suttner, in diesen Jahren auf dem Gebiet des höhern Dramas jaft durchweg offenbarenden Talentlosigkeit, konnte man es einem von der Laune

Zu unserem Bedauern konnten wir den Wunsch unseres verdes Bublikums abhängigen Theaterdirektor nicht so sehr verargen,

chrten Mitarbeiters nicht erfüllen. Sein Artikel „Die alten Jungen" wenn er sein fünstlerisches Gewissen mit regelmäßig wiederkehrenden

war schon erschienen, als wir die Starte erhielten. Klassikeraufführungen abfand und im übrigen jenen 200 TalerMännern Moser, Lindau, Hugo Bürger, L'Arronge und Genossen die Eine illustrirte Prachtausgabe von V. Hugos sämtlichen Füllung seiner Stasse und die Unterhaltung des Publikum überließ." Werken erscheint unter dem Titel „1. Edition nationale des Bitte, schöpfen Sie Atem! Uebrigens mit den „200 Taler-Männern“ () euvres de Victor Hugo" im Verlage von Emil Testard in meint Lißmann nicht etwa 200 Männer, von denen jeder einen Taler

Paris. 43 Bände in Quart zu je 700 Seiten wird sie umfassen,

225 Radirungen auf besonderen Bogen und mehr als 2000 Kupfers bekam; sondern mehrere Männer, von denen jeder 200 Taler bekam;

stiche im Tert, alle von den ersten Künstlern Frankreichs, werden er schreibt das „200 Taler-Männer!“

das Werk schmücken. Das Buch wurde aus Vorlesungen zusanımengeseßt, welche

Der Preis ist denn auch ein entsprechend hoher: 1297 Frs.;

gewiß eine ansehnliche Sumnie. Es wäre interessant zu erfahren, Lißmann in Bonn gehalten hat. Aus dieser Entstehungsart mag

wieviel Stäufer und welche das Werk finden wird. manches in der Sprache zu erklären sein. Immerhin: ich hätte solche Dinge nicht druđen lassen. Es geht mir mit dem Verfasser auch hier wie vorhin: er ist mir nicht Künstler genug.

Jeue litterariiche Erf djeinungen. Die von Franz Alfred Kerr. Scherer in Wien begründete Genossenschaft Schriftstellerhaus.

hat jeßt auch einen Verlag begründet. Die erste Publikation ist ein

Band von kleineren Beiträgen der Genossenschaftsmitglieder, unter Sozialistische Ostern“, ein soziales Drama, wird demnächst

ein soziales Drama, wird demnächst dem Titel „Schriftstellerhaus". (26 Bog. gr. 89). Darin find in der Maison du Peuple zu Baris zuni ersten Male zur öffentlichen u. a. Marie von Ebner-Eschenbach, Ferd. V. Saar, das Ehepaar Aufführung gelangen, und soll dann in den Vorstädten, auch wol gar Suttner, Chiavacci und Ganghofer, Thaler und Lothar, Kalbed und in ganz Frankreich eingeführt werden. Die Feuerprobe hat das Stück Vincenti vertreten. Des weiteren werden Romane von Frz. Scherer in zwei Ausführungen vor geladenem Publikum bestanden Es war und F. Flemming angefündigt. - Von Mar Biola erscheint ein dem Gymnase-Theater eingereiht, sollte aber zu sehr abgeändert werden neuer Roman „Blasirt“ (Berlin, Bibliogr. Bureau); desgleichen und wurde zurücgezogen. Die Zensur hat es jedoch, ohne etwas zu einer von Rudolf Bolni: „Der alte Adam und die neue streichen, in der ersten Fassung freigegeben.

Eva“. „Einen Roman unserer Uebergangszeit“ nennt leßteren sein Der Inhalt des Stüdes ist kurz folgender: Der Vesißer einer Autor. (Dresden, E. Pierson.) großen Weberei hat zwei Kinder: einen legitimen Sohn, Gilbert, und Professor 3. stohler, der geistvolle und paradoxale Jurist, der eine natürliche Tochter, Micheline. Das junge Mädchen ist Werfs vor ein paar Jahren als Lyriker mit einem Bande „lyrischer Gedichte“ führerin in der Fabrit. Beim Tode des Spinnereibesißers teilt debütirt hatte, zeigt „Neue Dichtungen" an." (Mannheim, Gilbert Micheline mit, in welchem verwantschaftlichen Verhältniß fie I. Bensheimer) zu einanderstehen. Sie führen ihre Fabrit gemeinsam weiter. Da In den nächsten Tagen erscheint von der dritten, von Franz sie fich dem Ring, den die Spinnereibesißer der Umgegend gebildet Munder besorgten Auflage der monumentalen Lachmannschen haben, um die Produktion einzuschränken, nicht anschließen, werden Lessing-Ausgabe der zehnte Band. Mit 15 Bänden ist die Auss sie von diesen boykottirt. Sie geraten dann in Konkurs; vergeblich gabe vollständig. Man sollte dieser Leffing-Ausgabe doch mehr streben sie eine Einigung mit dem Ringe an Darauf verteilt dann Äufmerksamkeit zuwenden, als geschieht. (Stuttgart, Göschen.) Micheline ihren Teil der Erbschaft und gibt allen Arbeitern Anteil Interessant verspricht die Publikation einer deutschen Dame an der Weberei.

über Tolstoi zu werden, die von Eugen 8 abel angezeigt wird. Ich möchte noch die beiden Szenen hier anführen, die dem Stüc Die Dame, Frau Anna Seuron, war viele Jahre Lehrerin und Titel und Prägung geben; es ist die dritte und vierte im vierten Att. Vertraute im Hause Tolstojs und hat ihre Eindrüde auf Babels

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Veranlassung zu einem Budie „Graf Leo Tolstoj, Jutimes aus vorliegenden Falle von Frau Marianne Scharwenta, der Gattin.:des feinem Leben“ (Berlin, S. Cronbach. 12 Bog. 40) zusamınıeng:faßt

. Konzertgebers, in meisterhajter Weise gelöst wurden. Die "schon: als Zabel jagt in seiner Vorrede: Die Verfasserin zeigt das beständige

Mädchen viel gefeierte Stünstlerin hat der Deffentlichkeit lange fern unruhige Gären in Virn und Herz des genialen Mannes. Sie verrat uns sein innerstes Seelengeheimnis in Hody herzigkeit wie in gestanden, während dieser Zeit aber nichts von der Tonschönheit und Bedürftigkeit und lehrt uns erst wahrhaft verstehen, worin die technischen Fertigkeit ihres Spiels eingebüßt. Soffentlich reizt fie außerordentliche Macht dieses Mannes über die Geister' in ollen

der neulid errungene frürmische Beifall jest wieder zu häufiger:n modernen Stulturstaaten liegt“.

Auftritten an Der vor einiger Zeit angezeigte zivölfte Band der „politischen

Den Beschluß des Abends bildetė die bereits erReden des Fürsten Bismard“ historisch-kritische Gesamt-Auss wähnte Sinfonie in D-moll, cines der besten, wenn nicht das beste gabe, besorgt von Horst Siohl, gr. 49, 697 S.) ist nun erschienen, Werk, das uns von der Feder Scharwenkas bekannt geworden ist. und damit ist das gewaltige Werf beendet. (Stuttgart, Cotta. Der

Der Stomponist bietet hier eine leicht verständliche und doch nirgends 12 Band umfaßt die lebten vier Jahre der Reichskanzler,chaft Bisa

Beets mards. Wir kommen auf das Wert noch ausführlich zurüd.

flache Musik, die zwar stetlenweise – so z B. ini Scherzo Aus der Feder Ernsts von Heise-Wartegg erscheint ein hovensche Einflüsse und im Finale einige Rubinsteinsche · Anklänge starfer Band: „Storea. Eine Sommerreise nad) dem Lande der aufweist, im großen Ganzen aber doch die originale Erfindungskraft Morgenruhe.“ (Mit zahlreichen Juustrationen, Karten und Plänen.

ihres Schöpfers in glänzender Weise dokumentirt. Das gilt namentlich Dresden, K. Reißner.) Profcijor Dito Seeck in Greifswald beginnt ein großaugeiegies

von den drei letzten Säten des Werkes. Das Undante ist ein in Werf zu veröffentlichen. Es ist eine „Geschichte des il nter Wollaut getränktes, von warmer Innerlichkeit durchströnites Musikstüť, galigs der antiken Welt". Das Werk behand:It die Auflösung das int wirtsamsten Gegensatz zu demi an pikanten und blendenden des Römertums und des römisden Reiches jei Einführung deš

Ordiestereffekten überreichen Scherzo steht. 3nbezug auf Größe der Christentums und des römischen Rechts. Es ist die dofumentarische Gejdiichte cines fin des siècles, auf jechs Bände beredinct. Der

'Erfindung und Ebenmaß der Form niöchten wir indes den Preis erste Band ist im Erscheinen begriffen. (25 Bog 8', Berlin, Siemen: Sem Finale zuerkennen, das wir aus voller Ueberzeugung den besten roth & Worins.) In zwei bis drei Jahren joll das Wert beendet sein. Orchesterjägeit unserer zeitgenössischen Sinfonifer cinreihen. Soffents Aus dem Jtalienischen übersetzt erscheint Anfang nächsten Jahres

lich begegnen wir dem ganzen Werke recht bald wieder in unseren die „strargerichtliche Psychologie“ eines italienischen Staatsanwalts Lino Forriani „Minderjährige Verbrecher“. Der llebersetzer

Stonzertjälen! ist Alfred Nuhemann gr so, 30 Bog, Lp3., Wilh. Friedrich).

Aus dem Tschechischen ibersept erscheint in kurzem „Neueste Durd, cinen Irrtum ist der Titel des, in voriger Nummer erPoesie aus Böhmen": 1. Die der Weltliteratur konformien ichienenen Aurjaves von N. Sternfeld unrichtig wiedergegeben. Es Richtungen. Herausgegeben von Eduard Albert, k, f. IIniv -Prof muß heißen „Der bayreuther Lohengrin und die Zukunft Die Ueberseßungen rühren von Albert und anderen her. Es ist unserer Opernbühne". dieses übrigens schon der dritte Band dicjer Publikation. (Bien, Alfr. Hölder.)

Gegen Weihnachten erscheint „Hänsel und Gretel“ Märchen

ipiel in 3 Bildern von Engelbert Humperdinc, in vollständiger Musikalische Chronik.

gestochener Orchesterpartitur. (Mainz, B. Schotts Söhne.) Mit einem Kompositions-Stonzert gröjten Stils trat Herr Phi

Chronik der bildenden Künste. lipp Scharwenta em vergangenen Freitag in der Philharmouic vor Brandmalereien. In dem Schaufenster ciner Kunsthandlung das berliner Publikum. Das Progranım enthielt nur drei Nummern:

an der Leipzigeritraße :varen dieser Tage eine Anzahl Brandmalereien

ausgestellt, Landschaften nach italienisden Motiven, zunieist dunkle eine sinfonische Tondichtung, ein Violin-Stonzert und eine Sinionie;

Pinien und Kappeln neben helleuchtenden Villen an lieblichen Sees sämtlich Manusfript-Sompositionen, die ilire erste Aufführung erfuhren. acftaden, anmutige Silhouetten gegen eine ruhige, klare Luft. Dem VorDaß der große Saal der Philharmonie cin jtattliches, den Raum übergehenden fielen diese ganz einfachen einfarbigen Schilderungen nahezu füllendes Publikum aufwies, darf dem Konzertgeber als ein

durch einen eigentiimlichen Reiz ins Auge, durch den tiefen, satten, golds,

braunen Sa'i der Schatten und den zarten, weicheir, schimmernden erireulicher Beweis der Sympathie gelien, die jeinem künstlerischen

Duft der Lichter. lind doch warın cs Arbeiten, hergestellt mit ganz Schaffen in unserer Stadt entgegengebracht wird. Auch andere, den primitwen Mitteln, mit der glühenden Platinspitze in das nacte Solz gleiden Zielen Bustrebende werden hierdurd, vielleicht wieder einige cingcbrannt. Dics Verfahren ist weder gerade nieu, noch originel, denn Ermutigung gewinnen und den t'oftreichen Schlug daraus ziehen es ist heutzutage bei unzähligen jungen und weniger jungen Damen

als standesgemäßer Zeitvertreib außerordentlich beliebt, und in keinem dürfen, daß das von mittelmäßigen Virtuosenleistungen und physio

vaushalt jehlen derartige Produkte einer verzweifelten Muße. Sier gnomielosen Opernproduktionen bis zum Efel gelangweille Pablifum aber an den feinen Arbeiten der Frau von der Hellen zeigt sich sein Ohr immer noch willig demjenigen leiht, der ihm ncue, auf die bemerkenswerte Ausnahme von der breiten Regel, daß sich auch dem Boden wirklichen Talentes entiprungene und durch fünstlerisden

echte künstlerische Wirkungen mit jenem Handwerkszeug erzeugen Ernst zur Reife gebrachte Werfc darbringt. Als solche wird man

lassen, das nicht nur Konturen, sondern auch nucncirte Tönungen

mit Feingefühl und Geschick sich hervorrufen lassen, die am Freitag gehörten Kompositionen sicherlich ansprechen müsjen. Die ganz lichten Grundtöne sind aber doch, scheint mir, mit einer Nobleffe der Empfindung und meijterhafte Faktur sind allen dreien Tinktur leicht hingepinselt, das heißt gebeizt. gemeinsam. Inbezug auf die Originalität der Themen und die Abrundung der Form in einem höheren als dem jdulmäßig. 11 Sinne Bei 5 dulte. in den gutgeheizten komfortablen Salons des erscheinen sie uns allerdings nid)t gleichwertig. Die den Abend ein. Herrn Schulte war es trop alleden wieder einmal recht unbehaglich, leitende Tondichtung, Traum und Wirtlichkeit“ frankt zuvörderst an dem io ungemütlich, wie im Sommer in der großen Markthalle am großen Fehler ciner enormen Länge, dann abır auch an der Verbrauchtheit l'eh:ter Bahnhof, wo unter dem trostlosen Kitsch auch große, schöne, des poetischen Vorwuris, den der Stomponist zu illustriren unternommen crquidliche Sünstlerschöpfungen angefahren werden. Hier bei Schulte hatte. Ein ziemlich umfangreiches Gedicht aus der Feder Ph. Scharwentas war vielleicht selten cine so stattliche Anzahl hervorragender Persönlich erzählt uns von dem Leben, Lieben, kämpjen und von dem ver: feiten oder gut klingender Namen beisammen: Bödlin, Blod, Fechner, flärten Ende des normalen „sinfonischen Dichtungs- Menjden“, den Höniger, Warthmüller, Hans von Voffmann, sie alle mit einer reichen nun bereits Liszt, Niaji, Nidhard Straus und eine ganze Anzahl lusltje ihrer jüngsten Werke. lind doch kein reiner Genuß. Ein anderer musikalijd) verherrlicht haben. Zu diesem Allerw.lis programm Imbarras de richesse. Aber nicht allein das. Die vielen Bilder hat nun auch Scharwenta cine wol ganz angemessene, aber nicht her: der verschiedenen Urheber waren schledit angeordnet, unvorteilhaft vorragend originelle Musik geliefert und auf diese Art ein Werfic. für den Beschanter und zum Nachteile der Künstler selbst. Nur schaffen, das mit feinen Details aller Art zwar sehr reidi ausg-stattet Böcklin fonnte man in einem besonderen Naume bei besonderer Bes ist, aber auch viel Minderwertiges enthält und schließlich durd) jeine leud)fung mehr für sich genießen. Aber wenn man einen Bödlin große Länge ermüdend wirken muß. Eine viel größere lusįidit und nun gar nahezu ein Dugend betrachtet hat, ist man dermaßen auf Langlebigkeit scheint mir das Violinkonzert zu haben. Dieses geblendet und betäubt, daß nian blind und stumpf ist, um noch bietet nid)t nur eine durdiweg reizvolle Musik, sondern stellt auch anderes wahrzunehmen, gejdyweige zu genießen, sei dies andere auch dem Solo-Instrument interesante und dankbare Aufgaber, die im .irische starke Sunft. Josef Bloc ist noch dazu ein ausgesucht feiner

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Stünstler, desjen diskrele Mitteilungen in dem gedämpfien Tone ge sprechenden Begriff gäbe. Einfach, weil ausschließlich Werke von sprochen sind, auf den wolerzogene Menschen ihr Organ herabstimmen, Mitgliedern der ufademie Aufnahme fanden. Und es gibt in der

Weli sehr tüchtige Bolzschneider, Radirer und Lithographen, die nicht wenn sie in vornehmen Salons plaudern, flirten. Jedoch ist Bloc

der afademischen Würde teilhaftig sind. Vor einem Jahre würden nicht ein simpler Elegant nur, der hinter guten Sitten und glatten nod z. B. die gigantischen chöpfungen eines Klinger in diesen sicheren Formen unbedeutende Aeußerungen angenehm passabel flingen Reihen gefehlt haben, während die pygmäenhaften Nichtigkeiten, denen läßt. Block ist besonders durch das interessant und bedeutend, was

nur' die Paul Meyerheim, Saltzmann, Hundrieser oder Ende und er zu sagen hat. Und das ist viel, neu, geistreid) und immer

viele andere selbst allein Wichtigkeit beimessen, neben den Meister

werken Socppings sich katalogijiren lassen diirfen. sympathisch, trokdem er seine Leute scharf ins Auge faßt und jeden Seelenzug an ihnen wahrninimt; feinc Menschen gehören der besten

Die Solzichnitte fehlen gänzlich. lind die Lithographie, in der

man durd) geistreiche Versuche neuerdings ein so großes und feines Gesellschaft an, Damen und Herren, die sich in ihrer Façon zu reden,

Ausdrucksvermögen entdeckt hat? Von dem alten waceren Gustav sid) zu bewegen und zu kleiden niemals etwas vergeben, aber zwang Feckert sind eine erhebliche Anzahl seiner sauberen, aber matten Steinlos sind mit dem natürlichen Anstand und dem unauijälligen Ge drücke aufgehängt, alle in der eintönigen, temperamentlosen Sereides idmac, welche das untrügliche Zeichen wirklicher Bildung find.

manier, welche die Lithographie eben in den Misfredit brachte, der

ihre Entwickelung so lange gehemmt hat. Aber da ijt wieder Adolf Dann hat dieser scharfe Beobachter eine intensive Empfindung für Menzel dieser universale Techniker. Aus seinen genialen Versuchen die eigentümliche Stimmung in seiner llmgebung; die Afforde der auf Štein mit Binsel und Schabeisen läßt sich die große Zukunft dieses angeschlagenen Flügelsaiten schwingen nach und die Stimmen der wertvollen Materials deuren cie stammen aus dem Jahre 1851! Sprechenden vibriren in den dämmrigen Zimmern; man hört die

Hat man diese Blätter verborgen gehalten, daß daraus die Künstler

nidt cher Anregungen und Weihungen sich entnommen haben schwernütigen Wielodien und die ernsten Worte. Blods „Der ver

Der alte Stamm der akademischen Graphiker jeßt jich aus lorene Sohn“, „Adagio“, „Träumerei“, „Der neue Herr“ sind

Stupferstechern zusammen, natürlid). Der Kupferitid) mit seinem Charakter- und Lebensschilderungen, einzig in ihrer Art unter den fühlen, vornehmen „Linienadel" ist so recht eine akademische Manir. Gemälden von früher und heute, weil sie eminent modern sind im

Aus den Jahren, in denen er souverän in hohem Ansehen stand Aeußerlichsten wie im Innerlichsten, dagegen nicht modisd), sondern

lio lange ist das nod) gar nicht her, rühren die niedaillirten Platten

des Louis Jakoby, Gustav Eilers und Rudoli Stang; peinliche vol persönlich. Dies eigenartige Naturell, der träunierijdie Ernst, nüchterne Grabstidieleien nach den anmutig schwungvollen und den färbt auch seine Portraitz. Mitunter mag das vortrefflich stimmen, flaren strengen Blütej höpsungen der italienischen und deutschen aber der sonnigen stralenden Schönheit und heiteren sieghaften An

Cinquecentisten. Die Nadirnadel, das mußten jie bald merken, war mut jener blonden jungen Dame dort im lichten durtigen Valfleide

das willige Werkzeug. Die wunderbaren funkelnden und dämnern

den Galeriewerke der breitmalenden niederländischen Meister wollten ist der Maler bei aller Süunst nicht vollkonimen gerecht geworden; auch fünstlerisch kolportirt sein. Für die sonoren slänge dieser das Leben überbietet ihn.

malerischen Gemälde versagte das spröde înstrument, der Grabitichel. Die Berliner, Hanns Fcdner und Robert Warth müller,

Hails Meyer, der freiere Jiupferstecher, hat auch mancherlei riidirt. haben neben Block einen schweren Stand. Gegen ihn wirkt jener

Åber das ücßwasser erscheint start verdünnt, seine Wirkungen matt und

von den schmalen Spuren des Stichels kaum merklich unterschieden. statt gemütlich redit sehr hausbaden und philijirös, der andere stait Johann Bernhard Naab und William linger sind erst professionelle frisch und lebendig gar laut und ungeschlacht. Merkwürdig schnell Nadirer, die sich mit Eifer und Verstand auf die holländischen, ist der woliätige Einfluß, den der legte Aufenthalt in Paris auf

flamischen und spanischen Malereien warten und mit mehr Energie

und Delikateile die lleppigkeit und Leidenschaftlid)feit der Rembrandt, Warthmüllers Geschmack jo erstaunlich und erfreulid) geltend gemacht

Hals, Nubens, van Dyck, Murillo und Velasquez schattirten und hatte, verflogen. Waren es nur die parijer Modelle, welche sich in charafterijirten. Der ganz grosze und kor:geniale aber war erst Karl chic zu kleiden wußten? Paul Höniger malt, auch wenn er in Socpping, der mit scheinbarer Willfiir dië icharfe Säure, die kalte Berlin ist, ganz in der Erinnerung an das, was er in den pariser

| Viadel, den Diamant und den polirstahl handhabe, um damit die

glühenditen Ticien, die weidisten Schatten, die ipifejten seinheiten Straßen und in den pariser Salonä сrlebt und gesehen hat. Was

der Pradhtvollen Vorbilder herauszuarbeiten, die vielerlei farbden Chic anbetrifft, da könnte man ihn schon eher mit Vloď vers mujdungen in einfarbigin Nuancen in gleichwertiger vendttraft zu gleichen, aber die Gediegenyeit in der Auffassung des Lebens und differenziren. Die Siaalmeciters“ des Rembrandt, die ,,Sanft der Stunst, was bei rechten sèünstlern immer eins ist, hat sich nod)

Georgs-Schübengilde“ des Hals! Sogar im Format brauchte er

jich nicht zu beschränken und fonnte auf einer original-großen Platie nicht gefestigt. Darum braucht er kein anderer zu werden; es wäre

einen pastojen alten Rembrandtkopf mit allen Zufäüigkeiten des schade, wenn Höniger von seiner fröhlichen feden Far'rigkeit etwas Pinjelstrides plastijd in der Gesamtwirtung und in der Einzelheit verlöre

hervorrufen, cin itaunenswertes Stück von Kunstempfindung und stunstfertigkeit. Auch den Modernsten durchdringt Soepping mit innigern und fuprizivjem Veritändnis: die ihlichten Lieder des

Jules Breton, den friiben Ernst des Mar Liebermann, das pikante Die graphischen Werke in dir Afademie. Die Afade Froufrou des Clairin hat er in seinen Noten klangvoll instrunientirt. inifer sind dein Progamm threr vorzüglichen Absichten, die jie vor

Gerade dies leßte Werk ist das eleganteste, was von einer KupferJahresfrist fundgaben, anerkennenswert treu geblieben Die graphischen platte je auf Papier gedruckt worden ist. Künste, die sonst auf den großen Ausstellungen durch die farbigen Neize der Gemälde überboten werden, sollten einmal ganz für sich zu

Als der gewaltige Dichter, der Bildner seiner eigenen urschöpfes

rijchen fantasie steht neben jenen schmiegjamen Naturen, die sich dem wol verdienten Ehren und Würden kommen Das ist ein glüdlicher Gedanke, und ein besonderes Verdienst hat sich Professor Svepping

Fremden anpassen fönnen, cinsam, unerreicht Mar Slinger. Auch

cine reichen technischen Ausdrucksmittel sind ganz jein perjönliches, noch damit erworben, daß er dem Statalog dieser lehrreichen und

selbsterworbenes Eigentum, sein streng gehütetes Geheimnis. Die entzückenden Sonderausstellung eine bis in die kleinsten Einzelheiten ausführliche, sachverständige und verständlidie Erklärung der nanniga

Gejamtausstellung seiner Werfe, die zu Anfang des Jahres von

seinen Hauptverlegern Amsler und Nuthardt veranstaltet wurde, faltigen mechanischen und chemischen Verfahren gegeben hat, des

zeigte den ganzen Mann, fein frühes Werden und riesenhaftes Werdeganges von der gehämmerten blanken Metallplatte, dem polirten

Wädisen. Joft vervollständigt der Abschluß seines leßtes Cyklus, der Holzstöd und dem geschliffenen Steine an bis zu dem vicliältig ab

Vilätter zur „Brahms - Faniajie“, das imposante Charakterbild. gezogenen Papierdruc. Ienn das Gros der Laien steht dem, was der Stichel, die Nadel und das Aeßwasser auf dem Meiall, und was

Die akademische Ausstellung von graphischen Werken zählt der Stift, der Pinsel und das Schabeisen auf dem Stein hervorbringt,

508 Nummern, die von ungefähr 40 Namen zusammengebracht werden. mit einer weniger lächerlidhen als beklagenswerien lInwissenheit ge

Aues in allem aber wird die gröste Zahl der Blätter von einer genüber. Für das verständnisvolle Würdigen und Genießen dicier

fleinen Gruppe eigentlicher Graphiker repräsentirt. Unter den Malern, Produkte aber ist es ein unbedingics Erfordernis, die liriadien der

den Gelegenheitsradirern, sind nur Menzel und Sfarbina, Leibi Wirkung, die technischen Mittel zu erfennen. Ein hoher, föstlich in

und Hertomer konkurrenzfähig und beachtenswert. Die beiden leßten timer Reiz der Stiche, der Radirungen und Steinzeichnungen liegt

haben als besonders fesselnde Elemente derbildungsfähigen Sunst eben, abgesehen von der Schilderung des Stoffes in der untersdied

Drude zur Schau gestellt, die von der ausschließlidi mit der falten lichen Handhabung und Ausnußung des Werkzeuges, in der persön

Nadel, dem point sec, bearbeiteten Platte abgezogen sind. Die lichen Sandschrift des Künstlers

cigenartige sammtene Gleichheit, die durch den stehen gebliebenen Grat Ein vollständiges und vulfommenes Bild von den graphisdien erzeugt wird, geben dieser Niederschrift einen unnachahmlichen Reiz. Münsten gibt uns diese akademische Ausstellung nicht, weder ein re

Es gibt also immer ein Mittel zu schönen edlen Wirkungen. Man trospettives, noch aktuelles, welches von der Entwicelung, und dem

möge auch hier nur verstehen, dieselben auszunußen. gegenwärtigen Stande aller verschiedenen Sunstarten einen ent

Friedrid) Fuchs.

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