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Gomorrha's Ende.

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1832 begründet
Ferausgegeben von Otto Neumann. Hoofer.

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Deutsche Derlags-Gesellschaft Redaktion: Berlin. Charlottenburg II, Garmerstraße 10. Joseph Lehmann.

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3 Preis der Einzelnuinmer: 40 Plg.

63. Jahrgang.

Berlin, den 17. November 1894.

Nr. 46.

Auszugsweiser Nachdruck sämtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Unbefugter Dadjbruck wird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt.

Inhalt:

dem Alkoholisten u. s. w. Aber von diesen BewegungsLitteratur, Bissenschaft und öffentliches Leben.

arten entziehen sich einige der Beobachtung, andere geben

von dem Seelenzustande einen nur annähernden Begriff, Cesare Lombroso: Die Psychologie der Schrift. Sp. 1441.

und man muß sie daher mit Zuhilfenahme äußerst feiner Alfred Kerr: Antoines Theater. Sp. 1445.

Instrumente, deren sich die physikalischen Laboratorien und Julius Petri: Frauenlitteratur. II. Sp. 1449.

die kliniken bedienen, feststelen. map Brodski: Liebe. Sp. 1453.

Es ist natürlich, daß die Wirkung einer zum großen to achinoki, ein japanifches Drama. Sp. 1456.

Teile bewusten und freiwilligen Bewegung, die in jo Litterarische Chronit. Sp. 1462.

direkter Beziehung zur Vernunft steht wie das Schreiben, TUAR .

nicht nur noch weit mehr mit dem Gemütszustande in Alesander Moszkowski: Musifalische Chronit. (Jabuka - das

Uebereinstimmung stehen muß, sondern auch mit den verböhmische Streichquartett - das Richard Wagner-Werk.) Sp. 1466.

schiedenen Formen des Erfenntnisvermögens, wobei über

dies der große Vorteil in betracht kommt, daß, während Bildende Kunf.

die andern Bewegungen, faum ausgeführt, sich verlieren Sriedrich Suchs: Dora $iß und Henny Geiger. Sp. 1468. oder nur durch sehr feine Instrumente festgehalten werden mar Schmid: Chronik der bildenden Künste. Sp. 1468. fönnen, die Bewegungen der schreibenden Hand von ihrem

Litterarische Gesellschaft zu samburg. Sp. 1470. ersten Zuge an auf dem Papiere für immer figirt bleiben. Freie litterarische Vereinigung zu Elberfeld-Barmen. Der Mensch lebt, während er schreibt, sagt Varinard, Sp. 1470.

ganz in seiner Feder und folglich in der Hand,

die das litterarische Anzeigen. Sp. 1471.

vermittelnde Werkzeug ist, und' so wie das Wort die momentane Offenbarung des Gedankens ist, ebenso ist die

Schrift dessen ebenso unmittelbare, wenn nicht noch raschere Die Psychologie der Schrift.

Kundgebung. In der Hand des Schreibenden entstehen Von

unbewuste Bewegungen, die, obwol sie sehr gering und Cesare Lombroso.

kaum wahrnehmbar sind, dem Beobachter doch genügende Autorisirte Uebersebung von Otto Eijenjdi.

Anhaltspunkte geben.

Alle Gefühle, alle Empfindungen, alle Gedanken Es ist bekannt, daß viele unbewuste Bewegungen entfließen dem Gehirn und werden, ohne daß wir uns unserer Muskeln und unserer Eingeweide, die mit den

darüber Rechenschaft geben, auf die Muskeln durch die Instrumenten von Mojjo und Maren gemessen und motorischen Nerven übertragen.' Und so wie die Sprache festgestellt wurden, uns einen deutlichen Begriff von den die psychischen Eindrücke in einer bestimmten Form überverschiedenen Stadien der Gemütsbewegungen und sogar trägt, ebenso geschieht dies durch die Schrift, die ein von der geistigen Beschaffenheit der betreffenden Individuen anderer Uebertragungsprozeß des Gedankens ist. Die geben konnten. Und ebenso können manche unserer neu Oszillationen der Şand des Schreibers find fortdauernde ropathischen Zustände durch genaue

durch genaue graphische Bes und ändern sich je nach der Art der Schrift. Diese obachtung des Sanges, der Stimme, der Aussprache chwingenden Bewegungen, die bald biegende, baid stređenistudirt werden. Jedermann weiß, daß das langsame de, bald verbindende find, tragen durch ihre Gejamtschwere Einherschreiten eine Besonderheit des Kretins, tätigkeit zu den Bewegungen der Feder béi, jede einzelne das Gehen auf den Fersen eine Eigentümlichkeit des derselben versieht aber dabei ihre besondere Aufgabe. Ataftifers*) ist, der hüpfende Gang dem Idioten angehört;

Die zum Schreiben notwendige Musfel-Tätigkeit ist daß dem Ataftifer eine gewisse langgedehnte Aussprache

von Burckhardt, der fie myographisch untersucht hat, eigentümlich ist, ebenso wie die übersprudelnde Aussprache flar dargelegt worden. Er hat gefunden, daß die

Aurve des Myographen mäßig ansteigt, wenn die be*) eines Rüdenmarkskranken besonderer Art.

treffende Perjon schreibbereit ist,' was darauf hin

weist, daß der Aft des Federhaltens eine tonische Tätig Die Annahme Erlenmeyers und Vogts scheint mir feit von seiten der drei Muskelgruppen erfordert. Schreibt jedoch die richtigere zu sein. Deren Hypothese ist nämdie Person nicht, so nimmt die aufsteigende Tendenz ab | lich durch die Úntersuchungen Charcots und seiner Schule und verliert sich endlich gänzlich; schreibt sie hingegen über die Agraphie' bestätigt worden. Nach Erner sofort, so dauert die Aufsteigung fort und es bildet sich wird die Agraphie ein sekundäres Niveau da, wo die für die Bildung der hervorgebracht durch Erkrankung

hervorgebracht durch Erkrankung oder Verleßung der Schriftzüge nötigen Bewegungen sich übereinanderlegen, zweiten linken Stirnwindung wie die Kurven des Pulses während der Ausatmung. Damit die Schrift deutlich geführt sei, bedarf es also

Wir erklären uns auf diese Weise sehr gut das einer guten Uebertragung der psychischen Eindrücke. Diese mechanische Entstehen der Schrift auf dem Wege der Eindrücke müssen nicht nur regelrecht wiedergegeben werden, muskularen Tätigkeit unter dem Antrieb des Gehirns. sondern die Nerven-Érregung muß sich in die verschiedenen Das Gehirn selbst ruft diese Tätigkeit hervor und die Muskelgruppen verteiien, die ihrerseits sowol dazu geErregung der Gehirnnerven wird durch das Rückenmart eignet sein müssen, den physiologischen Geseßen zu geauf den Aörper übertragen.

horchen, welche die muskulare Zusammenziehung regeln,

als auch Es giebt Tatsachen, die uns zu der Annahme zwingen,

mit einer

infolge der großen Uebung das es ein besonderes zerebrales Zentrum für die Schrift ebenso großen Regelmäßigkeit und Genauigkeit reagiren giebt. Alle zivilisirten Völker schreiben mit der rechten

müssen. Hand; es ist also die linke zerebrale Hemisphäre, die

Ein dergestalt fomplizirier Apparat wird selbstverLefiehlt, und demnach steht die Schrift in engster'Ver- | ständlich zahlreiche mehr oder weniger bedeutende Unvollbindung mit der Sprache.' Bei den primitiven Völfern kommenheiten zeigen müssen, von welchen jede einzelne hingegen, wo die Sprache in jener Hemisphäre weniger die Schrift in irgend einer Weise beeinflussen wird; und vorherrschte, schrieb man mit der linken Hand. Doktor solchermaßen werden die mannigfaltigsten Schriften entHolder zitirt den Fall eines Kranken, der infolge eines stehen. Jenachdem diese Unvollkommenheiten mehr oder zerebralen Schlaganfalles, während dessen er die Sprache minder bedeutend sind, werden sie der Schrift ein mehr verloren hatte, diese nach und nach wiedererlangte, aus

oder weniger charakteristisches Ge, räge geben. genommen die Buchstaben f, r und 1, und der auch nicht

Auch das Gehirn ist nicht immer in normalen Zus imstande war, diese Buchstaben zu schreiben. Beim Sprechen stande. Die Erregbarkeit wird je nach den verschiedenen ließ er fie aus, beim Schreiben erseßte er sie durch ein Temperamenten eine verschiedene sein. Das Gehirn des Häkchen. Derartige Resultate erzielt man übrigens auch Künstlers wird in anderem Maße erregt jein wie in vorübergehender Weise durch hypnotische Suggestion, das des Mathematikers, und dasjenige des einfachen ohne eine dauernde Beschädigung des Gehirns befürchten Schreibers wird sich gewiß in keinem beirächtlichen Grade zu müssen.

der Erregung befinden u. f. w, und diese Nervenreize Abgesehen von dem unbewusten Eindruck des Gehörs mäßig verteilt werden.

fönnen überdies durch das Rückenmark sehr ungleichdurch welchen die Schrift mit der Sprache verknüpft ist, entspringen die Eindrücke der im Raum beschriebenen und

Es wirken mithin auf den Mechanismus der Schrift in unserem Gehirn aufbewahrten Figuren aus zwei ver

zahlreiche Faktoren ein, die ihre große Mannigfaltig feit schiedenen Quetien: aus dem binokularen, durch die Augen lich ein und derselbe Gemütszustand und ein und die

hervorbringen. Andererseits aber werden selbstverständübertragenen Eindruck und aus dem unbewusten Eindruck der durch die rechten Gliedmaßen ausgeführten Bewegungen.

selbe muskulare Tätigkeit eine gleichmäßige Wirkung auf Die Bilder entstehen aljo (nach Erienmeyer und Vogt) gleichmäßige Form der Schriftzüge wird also ein Bild

die Schrift ausüben müsjeu, und die so entstandene in den beiden Hemisphären durch die Koordination der Worte und der Linien und vorzugsweise in der linken

jener intellektuellen Kräfte geben, mit welchen die Schrift Hemisphäre durch die Koordination der Form der Buch Eindruď" ist aljo derart charakteristisch, konstant und prä

in so engem Zusammenhang steht Der so sich ergebende staben. Wenn dieses Zentrum zerstört oder erloschen ist, so leicht beurteilen können wie nach ihrer Physiognomie

.

zise, daß wir die Personen nach ihrer Schrift ebenso wird es durch ein analoges, in der rechten Hemisphäre Ja, aus einer gewissen Eurhythmie der Bewegungen gelegenes Zentrum erseßt, welches auf der linken Seite eine der ersten symmetrische Schrift hervorbringen wird, heit bes Schreibenden Schlüsse ziehen tönnen, welche

wird man sogar in bezug auf die physische Beschaffendas heißt eine der ersten entgegengesepie Links-Schrift oder allerdings keine so große Sicherheit bieten als jene, welche die sogenannte „Spiegelschrift“ der Lithographen. Andere wir zur Beurteilung der moralischen Eigenschaften des Forscher verlegen dieses Koordinations-Zentrum in das Rückenmarf auf der Höhe der Venden-Ausbreitung, indem sie

Schreibers ziehen können.

Man braucht gerade fein Graphologe zu sein, um sich auf die Erperimente Woroschilows stüßen, welchem es, herauszufinden, daß eine flare, deutliche Schrift mit da er beim Hunde die miteinander vereinigten Bewegungen ordiungsmäßiger Interpunktion auf einen ordnungs: der vorderen und rückwärtsigen Ertremitäten studirte, gelang, dieses Koordinationszentrum in das Mark, in vielen Punkten und mit dicken und breiten Strichen den

liebenden Menschen schließen läßt, daß die Schrift mit einen Punkt der Nackenregion, zu verlegen.

heftigen Leuten eigen ist, daß die zitternden, unsicheren Erb dagegen bestreitet dieses Koordinationszentrum Schriftzüge alten Leuten und die unsicheren, großen, der Schrift. Seiner Ansicht nach steht jeder Schriftzug langgezogenen Schriftzüge Kindern angehören u. 1. w. in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Serie ganz Aus dem Gesagten kann man also ersehen, auf besonderer Willensäußerungen; und zur Erklärung der welcher breiten wissenschaftlichen Grundlage die Graphoverschiedenen unbewuisten Bewegungen beim Schreiben logie aufgebaut ist. nimmt er an, daß die willkürlichen Impulje, welche vom Gehirn zur Peripherie gehen, gewisse Punkte der grauen Sehirnsubstanz durchschreiten, die ihrer llebertragung einen geringeren Widerstand entgegenseßen und zwar infolge der langen Gewohnheit und der häufigen Wiederholung der gleichen Tätigkeit.

1444

Antoines Theater.

besonderen Akt jene Brautwerbung! Er weiß keine andere Ein Nachruf von

Art, die Vorgeschichte mitzuteilen, als daß er fie drama

tisirt und breitschlägt. Mit der neuen Kunst berührt er Xifred Kerr.

sich darin, daß er keine Schönfärbereien bietet, sondern

Wirklichkeitsbilder. Hie und da gelingt ihm eine erstaunDas Théâtre Libre hat in Berlin nicht alles gespielt, liche genrehafte Szene. was es spielen kann. Die Gäste empfahlen sich vor der Šus verwanten stofflichen Rücksichten gehört noch Zeit. Sie mußten das, weil immer nur eine sogenannte anderes dem Théâtre Libre an: natürlich die „Dupe“ Gemeinde fich einfinden wollte: die misera, aber nicht von Ancey, welche anstößig ist, weil das Verhältnis contribuens plebs aller Premièren. Tröstlich ist, daß der zwischen der ewig liebenden Frau und dem brutalen und Geldverlust keinen Künstler, sondern blos' einen Im. ehrlosen Mann unbeirrt bis ins äußerste dem Leben presario getroffen hat. Uns geht bei diesen Aeußerlich nachgemalt ist. Aber auch durch ein zweites Element, keiten das eine an: daß bei der beschränkten Auswahl des neben der Rücksichtslosigkeit gegen Schwachnervige, wurde Gebotenen doch ein Grundsaß geherrscht hat. Wo ein Mann dieses Stück und zugleich die meisten übrigen einer Ausvom Schlage Antoines waltet, ist anzunehmen, daß diese nahmebühne zugewiesen: durch die Einfachheit, die gegen unvollständige Zahl der aufgeführten Stüce' immerhin das frühere Drama etwas Ungewöhnliches ist. Sie zeigt den Kern der französischen Freien Bühne zur Án- rich in den Stücken des Théâtre Libre überall

. Eine schauung gebracht hat.

simple Handlung wird überall simpel durchgeführt. Es Und da wir diese Freie Bühne nun in der Nähe gibt keinen Episodenreichtum, es gibt keine verschlungenen sehen, senken sich die Nebel, die sie nicht nur verdeckend, Beziehungen, es gibt keine Feuiletons und keine Åphosondern auch leuchtend für den entfernten deutschen Blic rismen, es gibt keine Spannungen, es gibt oft nicht einumschwebten. Wir erkennen bei aller Achtung und sogar mal eine Verknüpfung und Lösung; es werden Tatsachen bei aller Dankbarkeit: um wie viel mehr sie doch impulsiv nebeneinandergereiht. Die meisten dieser Stücke nehmen als produktiv gewesen ist. Wir schulden ihr vielleicht sich aus wie die Dramatisirung einer Romanhandlung das beste, was wir jeßt besiken. Aber nicht daß es besteht, oder einer Anekdote. Ancey ist im Anfang gern etwas ist ihr zu danken; blos, daß es ans Licht dringen konnte. episodisch, aber sonst geht auch er schlicht und bequem auf Sie war eine ganz mittelbare Anregerin: jie bewirkte ein einheitliches Ziel los. die deutsche Freie Bühne, durch welche der Aufschwung Soziale Anstößigkeit brachte – neben allen fünstunfres Dramas zeitlich und ursächlich zu bestimmen ist

. lerischen Gründen

lerischen Gründen – die Weber auf Antoines Theater. So hat sie unseren Boden glattmachen helfen: aber die Eine gewisse soziale Anstößigkeit scheint bei der ,,Tante Blumen, die auf dieser Erde wuchsen, hat diese Erde selbst Léontine“ mitgewirkt zu haben. 'Wie in Geldsachen gezeugt.

nicht nur die Gemütlichkeit, sondern auch die bürgerlichste Die Blumen drüben scheinen matt und etwas friep- Moral aufhört, zeigt diese ergößliche Komödie. Und licht dagegen. Sie lassen sich in Klassen scheiden. ulur wenn man sie als antibourgeoise Satire faßt, ist

Einen Teil seiner Stücke hat das Théâtre Libre über ihre Zugehörigkeit zum Théâtre Libre 'erklärlich.' Sonst nommen, weil sie zu unfranzösisch waren, um von anderen hat sie nichts Ungewöhnliches; sie hätte von vornherein Bühnen gespielt zu werden. Diese Gattung läßt uns auf jeder beliebigen Bühne gespielt werden können. am gleichgiltigsten. Die Dramen, die ihr angehören, Technisch ist sie in Einzelheiten so lässig gearbeitet wie wecken an sich starken Anteil; aber grade innerhalb des die sämtlichen französischen Stücke des Théâtre Libre. Théâtre Libre kommen sie zuleßt in Betracht. Wir selbst | Es wird mit Monolog und Beiseite zwangslos hantirt, kennen sie, und wir haben ihre Bedeutung schon früher und sogar der epigrammatisch zugespißte Dionolog angeerfaßt als das Théâtre Libre. Die Norweger und die

Die Norweger und die sichts des fallenden Vorhangs fehlt nicht. Aber eine neue deutsche Dichtung gehören hierhin. Es mag ver: größere Straffheit besteht im Bau des Ganzen. Das ist dienstlich sein, durch ihre Vorführung den allgemeinen kein dramatisirter Roman: das ist als Drama gedacht. litterarischen Horizont in Frankreich zu erweitern, aber şier ist zeitliche Einheit streng gewahrt, hier ist engere eine Initiativtat ist es nicht.

Verknüpfung. Eine wichtige Wendung wird durch das Anderes ist allein aus stofflichen, Gründen über Schwaben eines Dienstmädchens herbeigeführt

, und an nommen worden. Hier steht Änceys École des Veufs diesem Zug, den das Stück mit einem anderen Drama obenan; fünf Akte, in denen ein Vater und ein Sohn des Théâtre Libre, den „Fossiles“ von Curel, gemein einig werden, die unplatonischen Freundlichkeiten eines hat, läßt sich der Unterschied in der Technik ermesjen. Frauenzimmers christlich zu teilen. Diese Kollegialität Bei Curel, der ein lose gearbeitetes echtes Théâtre-Libre. ist ein starkes Stück; das Ganze aber ist ein schwaches Stück gibt, schwaßt einfach plößlich eine Kammerfrau Stück. Ancey, der in „a Dupe“ immerhin feinere bei ihrer Entlassung, und die Wendung tritt ein. In Einzelzüge aufweist

, geht hier knüppelderb allein auf den Tante Léontine schwaßt das Dienstmädchen auch, aber der Stoff los. Er führt den verliebten und betrogenen Greis Grund wird klar in einer Szene, welche zugleich ein intevor, aber er verzichtet darauf, die Gefühle des verliebten grirendes Moment für die Charakteristik einer Hauptund betrogenen Greises in Abschattungen oder Halbtönei person bildet: es gehört zur Kennzeichnung der egoistischen näher zu zeigen. Er verzichtet überhaupt darauf, das Bourgeoise, daß sie ihre Dienstboten schlecht behandelt; als Wesentliche zu zeigen. Es kommt ihm auf einen Inhalt jie das getan hat, tritt jene Wendung ein. Vielleicht an, auf einen Inhalt

, der den sichren Bürger schrecket. Im war die straffere Technik mit ein Grund für die starke übrigen gehört er zur urältesten Schule. Er arbeitet Wirkung dieses Stücs auf die Hörer, die von der herrmit außergewöhnlich ungeschickten Mitteln. Wahrschein- schenden Schlendriantechnik des Théâtre Libre genug lich ist er der liederlich-bequemste Dramatiker der Gegen- hatten. Sie freuten sich, nicht mehrere ,Bilder" hintereinwart." Wenn er sagen will, daß ein Kaufmann Witwer ander zu sehen, in denen dieselben Personen vorkämen, ist, macht er einen Akt, in welchem die Frau begraben sondern ein Drama in Aften. wird! Es kommen darin zwar ein paar Rondolations Die Soeur Philomène habe ich nicht gesehn. Es cherze vor, aber sonst nichts, und das Ganze ist über war das einzige Mal, daß ich fehlte. ltebereinstimmend flüssig. Wenn er sagen will

, daß eine Frau ihren Gatten wurde mir nachher gesagt, es sei der langweiligste aller einst gegen ihren Willen geheiratet hat, zeigt er in einem Abende gewesen, und ich hätte nichts versäumt. Auch

die gedruckten Kritiken klagten über die Dede dieser drama- starken Aussichten hat, läßt hier ahnen, eine wie große tifirten Romanpartie. Und nun leje ich doch im Tage

Und nun leje ich doch im Tages | Zukunft ihm als ingrediens sicher ist. Das Publikum buch der Goncourts,*) daß die erste Aufführung der Soeur aber wird sich an den Genuß solcher Kunstwerke und an Philomène im Théâtre Libre ein „Bombenerfolg“ war, ein anständiges Verhalten bei ihrer Vorführung geja: ein succès à tout casser! Der glückliche Tagebuch: wöhnen müssen. schreiber fragt sich nach den Ursachen und findet sie im Ein drittes Werf, das ausgedehnteste und bedeuZusammenwirken der „Gefühlszartheit, des Stils und

Gefühlszartheit, des Stils und tendste, das in diese Sphäre schlägt, find die „Fossiles“ der

' theaterrealistischen Handlung.“ Das war – wann? des François de Curel. Tiefer Stimmungszauber Im fahre 1887. Jeßi find also sieben Jahre verflossen, schwebt über dem Ganzen. Die Stimmung ist das und die Auffassung hat sich vollständig geändert? Die A und O. Ein fatafalf, brennende Richter, fallende Entwicklungsgeschwindigkeit der realistischen Bewegung Blätter, erlöschende Geschlechter; eine schwermütige, ist daran zu ermeffen oder es war damals nur ein tränenlose Welt, trodne Blumen auf schwarzem Tuch demonstrativer, ein theoretisirender Beifall, den man der verstreut, eine leßte Sehnsucht im leßten dämmerigen Bearbeitung eines Naturalistenromans spenden wollte. Licht, stummes Sterben und Verschollenheit

. Leider ist Jedenfalls wird die Zugehörigkeit zu einem Werk des die Sprache voll von Lyrif, Pathos und Antithesen; epischen Naturalismus die Einverleibung dieses es wird nur Gedructes gesprochen. Leider ist der namen. Dramas in das Théâtre Libre bewirkt haben. ůnd das

ůnd dass loje Stolz diejer Herzöge melodramatisch geraten. Leider selbe scheint bei Henniques Jacques Damour der Fall zu sind auch Ohneische Elemente drin, und ein edles Mädchen fein, in welchem eine Zolasche Arbeit einaktig drama chwört an einem Sarge, sich nie zu verehelichen. Leider tisirt wird.

spielen die rois en exil don Daudet und die rois von Hier aber wirkt noch ein anderes Moment mit, Lemaître eine Incognitorolle; es ist nur alles aufs Herzogdurch welches wieder eine ganze Gattung der Dramen liche übertragen. Leider lieben auch hier Vater und Sohn des Théâtre Libre gekennzeichnet wird. Es handelt sich dasselbe Fräulein. Leider wird eine banale Tendenz ein. um das Stimmungsdrama. Jacques Damour ist als geflochten, des Inhaltă, daß Menschentum wichtiger ist Ganzes ziemlich gering anzuschlagen. Das Stückchen als Geburtsadel. Leider. Aber die Stimmung, die über krankt auch an jener schlimmen Árt der Erposition, deren diese inelancholischen vier Akte ausgegossen ist, macht sie klassisch schlimmes Beispiel Ibsens Stüßen der Gesell - dennoch zu einem nicht gemeinen Kunstwert. Es läßt schaft im ersten Akt sind. Ein Totgeglaubter kehrt hier seltsam tiefe Spuren in der Erinnerung zurück. Vielzurück und findet die Frau vermålt. Grade vor dem

Grade vor dem leicht ist von allen Dramengattungen des Théâtre Libre Eintreffen des Verschollenen werden die einschlägigen die Gattung des Stimmungsdramas die wichtigste für Verhältnisse ohne zivingenden Grund ausführlich be uns; wir haben sie am wenigsten gepflegt. sprochen. Worauf es vor allem in diesem Einakter Jedenfalls ist sie wichtiger als die leßte Klasse, die ankommt, ist der Ausdruck einer Stimmung. Ueber das Antoines Bühne enthält: neuere Versdramen, die irgend nette, reinliche Eheglück eines Schlächterpaars huscht der

eine verwegene Spielerei der inneren Form bieten, Schatten eines Strolches. Der Kerl selbst taucht dann, romantischer Jronie innig verwant, und an die sich norin tiefster Seele elend, in Nacht und Nebel und Ver male Theater deshalb im Anfang nicht herantrauten. zweiflung unter. Grade am Schluß: wird ein beethics

: Bergerat (die ich nicht spielen sah), gehören hierher.

Banvilles „Baiserund die „Nuit Bergamasque“ von daß der Ausdruck der Stimmung die Hauptsache war. Es gibt ein lebendes Bild: die Personen stehen, die

So wären wir am Ende. Gläser an den Mund geseßt, am Tische; sie haben legtes

Der französischen Dramatik, wie sie alles in allem Lebewol getrunken und der Ueberflüssige verläßt das im Bestand des Théâtre Libre zur Erscheinung kommt, þaus. Nicht darauf kommt es an, ob er überhaupt ist gegen die frühere Bühnenkunst eine stärfere Innerlichgehn wird oder nicht, das ist vorher entschieden. Sondern keit eigen. Das Streben ist redlicher, die Mäßchen fallen darauf, daß die Zerrissenheitsstimmung beim Gehn ge unter den Tisch, ein Zug nach Sachlichkeit wird fühlbar, fühlt wird." Ein Unglüdlicher verschwindet ,,wohin? das Schlichte kommt zu Ehren. Die unteren Voltsschichten wen fünimerts? man weiß es nicht!“ Und weil solche erfahren stärkere Berücksichtigung, an die Stelle der scherzStücke, die mehr ausklingen als enden, in Frankreich vor haften Behandlung des Schlüpfrigen tritt ernsteres Bekurzem nod) selten und neu waren, scheint Jacques trachten ter dunklen Seiten des Lebens, das brutal DraDamour auf das Théâtre Libre gelangt zu sein. Aus matische, das brutal Technische tritt zurück, und fontemdem ganzen Verfahren spricht der tiefe Ekel, der allmählich plative und sensitive Elemente gewinnen an Boden. vor Schlagern und Aktschlüssen über die Dramatik ge Uber fein einziges Kunstwerk noch ist dort erstanden, kommen ist

. Die neuere Dichtung zeigt mehrfach ana das eine hinreißende Wirkung üben könnte. Es bleibt loge ausklingende Akte. In Deutschland sind sie bei Ger dabei: die neue Bühnenkunst in Frankreich ist größer in hart Hauptmann am häufigsten. Bei den Franzosen der Vermeidung von Fehlern als durch den Besik von endete auch Blanchette nur mit einem Seufzer des Bes Vorzügen; sie ist mehr korrekt als liebenswürdig; fie dauerns. Vollends ganz Stimmung und ganz schlußlos sorgt mehr für das Notwendige, als für das Ueberschüssigist die syaibolistische winzige Trilogie „les Fenêtres.“ angenehme; sie ist mehr ein Polizist als ein fröhlicher Das Wesentliche ist hier die Erkenntnis einer jungen Mensch; sie ist mehr eine besorgte Wirtschafterin als Frau, daß ihr freigesprochener Mann ein Mörder ist. eine schöne Wirtin. Kurzum: sie ist mittelmäßig. Doch diese Erkenntnis bildet wieder nicht die Schluß

Wann endlich wird es uns zu vollem Bewujtjein pointe: der ießte Teil des Stücks besteht in einer Per- kommen und wie oft werde ich es wiederholen dürfen: ipektive auf die Art des fünftigen Zusammenlebens. daß wir Deutschen die vordersten Europäer sind auf dem „Sie wird sich an solche Erinnerungen gewöhnen müssen“ Gebiete des neuen Dramas? Wir leben litterarisch wahrmurmelt der Mann

- der Vorhang fält. Ein Nacht- haftig nicht im Lande Schlauraffia. Aber fein andres stüd ist das Ganze, das die beklommene Stimmung in Land darf sich so tiefer und schlichter Innigkeit im neuen dem Grauensmilieu eines Mörders malt, mit dunklen Drama rühmen wie Deutschlaud. Nicht Fragen:" Ges Zügen. Der Symbolismus, der für sich allein feine fühle, die ein ganzes Zeitalter bewegen, haben in unserem

neuen Drama den klassischen Ausdruck gefunden; den *) Tome septième. Baris 1894. S. 218.

flaffischen Ausdruck für die kultivirten Weltteile. Ini

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