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von ihr heißen sollte, sie hätte einer Frau den Mann | zusammengehen als jeßt! Befämen sie die gleiche Erweggelodt; iind der Skandal, der Skandal !

ziehung, würden sie gleiche Interessen haben und während Es wäre aber itnrecht gegen die Frau, sie nicht zu eines ganzen Lebens nicht von einander gehen. benachrichtigen, es wäre imrecht weiter zit gehen; man Hier hielt der Baron inne, als habe er was Dummes wüßté nie, wohin es führen könne!

gejagt. Die Baronin hörte aber nicht auf ihn, denn ihre Was? Was meinte er? Wohin solle es führen Gedanken waren noch bei dem Schimpf. förinen?

Ein Kellner hatte sie beschimpft, aus der guten Das fönne man nicht wissen!

Gejellschaft gewiesen. Da mußte etivas dahinterstecken! Ach! Wie schändlich! Was dächte er denn von ihr? Ganz sicher! Man kannte sie in dem Lofal! Es war

Daß sie ein Weib sei! llud er fiel auf die Knie und jo, derint fie hatte es im voraus bemerkt. – Was hatte betete fte an imd erklärte, er fümmere fich den Teufel im fie bemerkt? -- Daß man sie im Restaurant mit Geringihre Gefangenenpflege und Armenschule, er wüßte nicht, schäzung behandelie. Die Leute glaubten nicht, daß fie ob sie die oder die sie, er wüßte aber, daß er sie liebe! verheiratet seien, weil sie Armin Arm gingen und Da verachtete sie ihn und reiste Hals über Kopf nad) freundlich gegeneinander waren.

freundlich gegeneinander waren. Sie hatte lange daran Paris. Er reiste augenblicklich hinterdreint imd schrieb aus getragen, jeßt fonnte sie nicht mehr. Aber was war Hatiblitg einein Vrief an seine Frait. Erflärte, daß sie es gegen das, was sie aus der Heimat zu hören beeinen Fehlgriff getan und das es unmoralisch sei, den fommen. Fehlgriff nicht gut zu machen. Ilnd trug auf Scheiding an! Mas hatte sie aus der Heimat zu hören bekommen,

Sie wurden geschieden, und ein Jahr darauf hatte der das sie ihm nicht gesagt? Baron die Cousine geheiratet. Da kriegten sie ein Kind Ach, folche Sachen! Solche Briefe! Hind anDas störte ihr Glück aber nicht, im Gegenteil. So viel onym! – Aber der Baron crít! Man behandelte ihn neue Ideen, so viel starke Winde, welche hier draußen wie einen Verbrecher! Und er hatte ja doch kein Verwehten! Er brachte sie dazut, ein Buch über „junge Ver- brechen verübt! Er war allen Forderungen des Gefeßes brecher“ zu schreiben. Es wurde von der Kritik herunter nachgekommen und hatte keinen Ehebruch begangen. gemacht. Da wurde sie wütend und gelobte, nie mehr zu Er hatte das Reich verlassen nach den Vorschriften des chreiben. – Er nahm sich die Freiheit 311 fragen, ob sie Gesetzes, hatte es öffentlich befannt machen lassen, und geschrieben um Ruhm zu ernten, ob sie chrbegierig sei? das Gesuch um die Ehescheidung war ihm vom königlichen Sie' antwortete mit der Frage, weshalb er schriebe? Ronsistorium bewilligt worden: die Priesterschaft, die Das gab Veranlassung zu einem kleinen Meinungsans- | heilige Kirche hatten ihn von seinen ersten Ehegelübde tausch. Es war aber nur erfrischend, mal eine andere gelösi; demzufolge hatte er es nicht gebrochen! Man Meinung zu hören als seine eigene. – Seine eigene? fonnte ja ganze Völker von ihrem Treuichwur an den Was sollte das heißen? Watte sie nicht ihre eigenen

Hatte sie nicht ihre eigenen Monarchen lösen, bei der Eroberung eines Landes, weshalb Meinungen für sich. – Sie jeste vou nun an ihren Stolz erfannte die Gesellschaft diese Lösung eines Gelübdes darein zu zeigen, daß sie eigene Meinungen hatte, und nicht an? War die Gesellschaft nicht dabei gewesen, als diese mußten deshalb immer verschieden sein von denjenigen die Befugnis des Konsistoriums, die Ehe aufzulösen, ihres Mannes, damit fein Irrtum möglich sei.

ausgestellt wurde? Wie fonnte sich die Gesellschaft denn Da erklärte er, sie fönne Meinungen haben soviel sie verurteilend über ihr eigenes Geset stellen? Die Gesellwolle, blos lieben fode sie ihn. – Lieben? Wie käme er schaft war solchermaßen in Streit mit sich selbst. Man blos darauf! Er wäre ja ein Tier wie alle andern behandelte ihn wie einen Verbrecher, ja! Hatte nicht Mannsleute, und er wäre falsch gegen sie gewesen. Er der Gesandschaftssekretär, sein alter Freund, als er ihm hätte nicht ihre Seele geliebt, ieint, ihren Körper! jeine und der Baronin Karte zuschichte, nur eine Karte

Doch – beide Teile: Sie ganz und gar. — Oh, wie retournirt! Wurde er nicht bei allen öffentlichen Karten. falsch er gewesen!

austeilungen vernachlässigt? Nein falsch nicht, er wäre die Beute einer Selbsttäuschung Nun ja, die Baronin war aber noch Schlimmerem gewesen, als er glaubte, mir ihre Seele zu lieben. ausgeseßt gewesen. Eine von ihren Freundinnen hatte

Sie hatten sich auf dem Boulevarð müde gelaufen ihr ihre Tür verschlossen, und mehrere hatten sich abund seßten sich vor ein Café. Sie zündete eine Zigarrette gewendet, als sie ihnen auf der Straße entgegenfam. an. Der Kellner fam, ziemlich unhöflich, auf sie zu und Nur der weiß, wo der Schuh drückt, der ihn anhat, sagte, das Rauchen sei hier nicht gestattet. Der Mann Jeßt hatten sie die Schuhe angekriegt, so recht spanische verlangte eine Erklärung Der Rellner antwortete, dies Stiefel, und sie fühlten sich in Fehde mit der Geselljchaft. sei ein feineres Lokal und man wolle seine Gäste nicht The upper ten hatten sie verlengnet! The upper ten! verscheuchen, indem man solche „Frauenzimmer“ hereinließe. Diese Sammlung von Halbkretins, die heimlich wie die

Sie standen auf, bezahlten und gingen. Der Baron Hunde lebten, sich aber gegenseitig ehrten, so lange sie keinen raste; die Baronin war dem Weinen nahe. – Da sieht | Škandal machten, das heißt ehrlich genug waren, den man die Macht der Vorurteile! Das Rauchen sei eine Kontrakt zu fünden, die Verfallszeit abzuwarten, um die Dummheit am Manne, denn es ist dumm zu rauchen, Freiheit wiederzuigewinnen, die das Gefeß schenkte. Und für die Frau aber sollte es ein Verbrechen sein! Wer diese upper ten, die Gesellschaft par préférence, saß da es kann, Ichaffe dieses Vorurteil aus der Welt! llnd wer in ihrer heimlichen Lasterhaftigkeit und teilte soziales es will! Der Baron wollte nicht, daß seine Frau das Ansehen aus nach einer Skala, wo Ehrlichkeit am tiefsten erste Opfer werden sollte mit der zweifelhaften Ehre, unter Nul stand. Also war die Gesellschaft nur ein dies Vorurteil gebrochen zu haben. Denn was anderes Lügengewebe! Daß man das nicht vorher gesehen. Jeßt war es ja nicht. In Rußland raichten ja die Damen aber wolle man seine IIntersuchungen an dem schönen der feinen Welt zwischen den Gerichten bei den großen Gebäude anfangen und ausfinden, wie es mit der Basis Diners. So veränderten sich die Begriffe mit den Ge- stände. wohnheiten. lind doch seien diese Kleinigkeiten nicht Sie waren lange nicht so einig gewesen wie diesmal, bedeutungslos im Leben, denn das Leben besteht aus als sie nach Haus famen. Die Baronin blieb nachher Kleinigkeiten. Hätten Männer und Frauen dieselben daheim bei ihrem Kinde, fie erwartete bald das zweite. üblen Gewohnheiten, würden sie leichter miteinander Dieser Kampf war ihr zu schwer und sie war seiner verfehren, sich besser kennen lernen und gleichmäßiger ! schon müde geworden. Sie hatte alles satt! In einem

elegant möblirten und warmen Zimmer über losgelassene , achtungswürdigsten Mitglieder der Gesellschaft, eine Bone Gefangene schreiben und ihnen aus gehöriger Ferne heit, von der gemeinsten Rache diktirt

faltete eine wolbehandschuhte Hand reichen, damit waren the das Blatt zusammen und steckte es in seine Schlafrocks. upper ten einverstanden gewesen, einer Frau aber die tasche. Er riß das zweite Kreuzband auf. Es war eine Hand zu reichen, die einen losgelassenen Ehemann ge Karikatur auf ihn und seine Frau. Er ließ diese Zeitung heiratet, das wollten the upper ten nicht. Weshalb? denselben Weg wandern wie die andere, ganz schnell, Die Antwort lag nicht auf der Hand.

denn die Frau fam herein. Er beendete das Frühstück Unterdessen suchte der Baron hinaus ins Leben. und ging sich ankleiden. Darauf gingen sie zusammen aus. In den Stammern, auf den Zusammenfünften, in den Die Sonne schien auf die bereiften Platanen der Vereinen, und überall hörte er wilde Ausbrüche gegen die Champs Elysées, und die Place de la Concorde breitete sich Gesellschaft. Er las Zeitungen und Zeitschriften, folgte aus wie eine große Oase von Sonnenlicht mitten in der der Litteratur, machte Studien. Seine jebige Frau wurde Steinwüste. Er hatte ihren Arm unter dem seinen, und von demselben Schicksal bedroht wie die vorige: zurück er empfand es, als stütze sie ihn. Šie sprach darüber, zu bleiben! Aber sonderbar war es. Sie konnte die was sie den Minderit faufen sollten, inð er antwortete Einzelheiten seiner Untersuchungen nicht überschauen, so gut er konnte. Zuletzt unterbrach er sie initten im fie misbilligte vieles an seinen neuen Lehren, sie fühlte Gespräch und fragte wie obenhin: – Weißt dit, welcher aber, daß er recht hatte und für eine gute Sache wirkte. lInterschied zwischen Strafe und Rache besteht? Nein, Er wußte immer, daß er daheim einen ,,Rückhalt“ fände, fie hatte nicht darüber nachgedacht. - Ich möchte wissen, der nie ermüdete, einen Freund, der ihm wol wollte. meinte er, ob es sich nicht so verhält: rächt sich ein Ihr gemeinsames Schidjal trieb sie zueinander, wie er: anonymer Zeitungsschreiber, dann heißt es Strafe, straft schreckte Tauben, wenn das Gewitter aufzieht. Das Weib aber ein namhafter Nichtzeitungsschreiber, dann heißt es liche an ihr, das, was bis jeßt von ihr so wenig beachtet wurde, Rache! Lassen wir uns unter die neuen Propheten und was doch nur eine Reminiszenz der Mutterschaft ist, einregistriren! – Sie bat ihn ihr Weihnachtsfest nicht mit die Naturkraft, die dem Weibe gegeben, brach jekt hervor. dem Reden über Zeitungen zu stören. Dies Fest“, Sie fiel, wie die Wärme eines abendlichen Kaminfeuers | wiederholte er für sich, „da Friede und Versöhnung u. f. w." über das Kind, wie Sonnenschein über den Mann und Sie gingen unter den Arfaden der Rue de Rivoli. wie Frieden über das Haus. Er wunderte sich oft dar Sie aßen Frühstück im Grand Hotel. Sie war in über, daß er den Kameraden nicht vermißte, mit dem er fonniger Stimmung und suchte ihn zu erheitern. Er früher über alles sprechen konnte, er entdeckte, daß seine aber blieb gedankenvoll

. Schließlich warf er hin : Gedanken an Kraft gewonnen, seitdem er aufgehört, sie Wie fann man ein bölcs Gewissen haben, wenn man recht augenblicklich herauszuschwatzen; und er dünkte sich, mehr gehandelt? - Das wußte sie nicht! - War es weil wir gewonnen zu haben in dem stillen Beifall, denn freund- von the upper ten dazu erzogen worden, jedesmal ein lichen Niden, dem teilnehmenden Händedrud. Er fühlte böses Gemiffen zu haben, wenn wir uns gegen sie em. sich stärker als zuvor und freier von irgend ciner Kon pörten? Sehr wahrscheinlich! Weshalb hat derjenige nicht trolle über seine Meinungen: er war einsam jeit, ein das Recht, die Ungerechtigkeit anzugreifen, der von der samer aber zuvor, Tenn damals begegneten ihm mitunter Ilngerechtigkeit gefränkt worden? Deshalb weil es keinem Widersprüce, die nur Zweifel erweckten.

anderen einfallen würde anzugreifen als demjenigen, der Es war zu Weihnacht, in Paris. In ihrem kleinen gefränkt worden ist, und weil the upper ten nicht angeChalet am Cours la Reine waren die Vorbereitungen griffen sein wollen. Weshalb hatte er sie nicht angegriffen, beendet und ein großer Tannenbaum aus dem Saint vordem, als er zu ihnen gehörte? Weil er damals natürGermainwalde geholt. Der Baron und die Baronin licherweise nicht wußte, wer sie waren. Man muß Distanz wollten nach den Frühstück ausgehen und für die Kleinen gewinnen bei einem Gemälde, um den rechten GesichtsWeihnachtsgeschenke einkaufen. Der Baron war etwas punft zu bekommen! gedankenvoll, denn er hatte kurz zuvor eine kleine Schrift Nicht von solchen grausamen Sachen sprechen, heute im Druck ausgegeben unter dem Titel: Sind the upper am Weihnachtsabend. Sie hatte Recht, es war Weihnachtsten die Gesellschaft? Er wußte aber nicht, wie sie auf- abend, „dies Fest .. genommen worden. Sie saßen beim Kaffeetisch in dem itud fie fuhren nach Haus. Der Weihnachtsbaum hübschen Speisezimmer und die Türen ftanden offen bis wurde angezündet, und er stralte Frieden und Glück aus, in das Kinderzimmer. Sie hörten, wie die Amme mit das dunkle Tannenholz aber roch nach Einsarging und den Kindern spielte, und die Baronin lachte vor Glück und schaute finster drein, wie das Gesicht des Barons. Da Befriedigung. Sie war so sanft geworden und ihre Freude aber kam die Amme mit den Kleinen herein. Er wurde war ruhig. Eins von den Kleinen schrie plöblich auf, wieder heiter, denn, dachte er, wenn sie erwachsen sind, und sie erhob sich vom Tisch um nachzusehen, was los sollen sie in Freiden ernten, was wir in Tränen gefäct, fei. Im selben Augenblick tiat der Bediente ins Speise- dann werden sie nur ein böses Gewissen haben, wenn sie zimmer mit der Post. Der Baron riß zwei Sireitzbänder die Gefeße der Natur brechen und nicht wie wir von auf. Das erste war eine „große, angesehene“ Zeitung. Grillen geplagt werden, die iins eingepeitscht, mit PriesterEr suchte sie nach allen Seiten durch und erblickte fofort geschichten eingeängstigt und von der feinen Welt ereine Rúbrit mit fetten Typen: „Der Wolf in Schafspelz!“ funden sind, 311 gusten der feinen Welt. llud die Und er las einige Zeilen:", Weihnachten waren gekommen! Baronin jetzte sich ans Hlavier, als die Mädchen und der Dies Fest, das aŭen reinen Herzen jo lieb ist, dies Fest, Bediente aus der Rüche hereinkamen. . Und sie spielte alte da über der ganzen Menschheit Friede und Versöhnung wehmütige Tänze, über die der Nordländer sich freut, und waltet, da selbst der Mörder sein Meffer in die Tasche die Leute tanzten mit den Kindern, sahen aber nicht lustig steckt, und der Dieb das heilige Eigentumsrecht respektirt, aus. Es war wie ein pflichtgebotener Teil eines öffentdies Fest, das speziel in den nördlichen Ländern, fomol lichen Gottesdienstes. Dann wurden den Kindern und den aus historischen Vorausseßungen wie aus uraltem Her: Diensboten die Weihnachtsgeschenke bescheert. Und dann fommen hervorgegangen ii. f. m. llud da kommt, wie mußten die Kleinen schlafen gehen. der Gestant aus einer Kloake, ein Individuum, welches Die Baronin ging in den Salon und jepte sich in es nicht unter seiner Würde gehalten, die heiligsten Bande einen Lehuseffel. Der Baron seßte sich auf einen Schemel zu zerreißen, iind sprißt seine Bosheit aus gegen die ihr zu Füßen. Darauf lies er den Kopf in ihren Schos

11

er

E. $.

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finken. , es war so schwer, so schwer! iind fie ftrich

Litterarische Chronit. ihm über die Stirn, aber sagte nichts. Wie! Er

Eine undeutliche Erinnerung an grelle Bilder in kraftvollen weinte? Ja, das tat er. Sie hatte nie einen Mann

Farben, an Kriegsszenen vod Blut und Schrecken, an ein Beieinander weinen gesehen! Es war entießlich! Seine ganze, fräftige von Fantastik und Realismus das ist es was in mir von der Gestalt zitterte nur so, er schluchzte aber nicht, und man Ausstellung, welche der russische Maler W. W. Wereldhagin im hörte feinen Laut von ihm. - Weshalb weinte er?

Jahre 1885 bei Sirol veranstaltete, zurücgeblieben ist. Es sind dieEr war so unglücklich! – Unglücklich mit ihr? - Nein,

selben Eindrücke, die Wereschagin in seinem soeben erschienenen nein, nicht mit ihr, aber dennoch! — Waren sie schlecht

Roman „Der Kriegsforrespondent, Erzählung aus dem gegen ihn gewesen? Ja, ja! Ronnte er es ihr sagen? Nein! – Er wolle blos hier bei ihr fißen!

russisch-türkischen Kriege“ (Stuttgart, Verlag der I. G. CottaSo wie er bei seiner Mutter geseffen, einst, vor langer Zeit!

schen Buchhandlung, Nachf.) hervorruft. Wie mit dem Pinsel ist

Wereschagin mit der Feder ein Maler. Seine Gemälde aus der Sie koste mit ihm, wie mit einem Kinde! Sie füßte

Belagerung Plewnas stehen plastisch greifbar vor der Fantasie seiner seine Augenlider und trocknete sein Gesicht mit ihrem Taschentuch. Sie fühlte sich so fiolz, so wunderbar starf,

Leser. In dem Punkte ließe er sich mit Kipling vergleichen, der wic

als Kriegskorrespondent seine Studien gemacht hat. Aber und sie weinte nicht; wie er sie aber jo jah, faßte er wieder Mut. –

Wereschagins Schilderungen erregen eben auch nur die Fantasie: Daß er so schwach sein konnte! Es war

Genrüt und Herz nehmen keinen Teil daran. Die Schidfale seiner schrecklich, wie schwierig es in Wirklichkeit war, diese ver:

Menschen lassen kalt. Dabei sind seine Gestalten nicht einmal schlecht logenen gegnerischen Meinungen zu ertragen. Glaubten

charakterisirt; es fehlt nur das Fluidum, das von ihrem Herzen in seine Feinde selbst, was sie sagten? Unheimlich, fich das

das der Leser hinübergehen müßte. Ganz dieselben Arten von vorzustellen, aber sie taten es wol. Man sah ja Steine an Tannen festwachsen, weshalb sollten Meinungen nicht

Menschen hat Kiyling erfaßt und mit Hilfe seines starken Humors in Gehirnen festwachsen können! – Sie aber glaubte ja

verständlich gemacht. Das fehlt bei Wereschagin. Bei ihm bleiben doch, daß er recht habe, daß er Gutes wolle! – Ja,

nur Bildir übrig. Bilder freilich die sehenswert sind. Die deutsche

Iteberseßung von Eugen Babel ist gut lesbar. das glaubte fie! Aber, er dürfe nicht böse werden, vermisste er nicht sein Kind, das andere?' - O ja, es wäre ja

Kunst und Polizei. Befanntlich hat das Amtsgericht zu aber nichts dabei zu tun! Nein, noch nicht! Er aber Dortmund Herrn Konrad Telmarin wegen Beleidigung der und die anderen, die für das Heil er Rommenden katholischen Religion verurteilt, die er in seinem Roman „inter den arbeiteten, mußten eine Hilfe für sie erdenken! Noch war Dolomiten“ begangen haben sod; desgleichen einen Redakteur wegen er nicht imstande, einen Vorschlag zu machen, aber stärkere

desselben Vergehens, weil er den Roman in seinen Spalten ab

gedruckt hatte. Köpfe als er und viele zusammen würden sicher einmal

Der Herr Staatsanwalt zu Dortmund fand es

nämlich abscheulich, dajš ein religiöier Zweifler, der in dem Roman jene Frage lösen können, die jeßt unlösbar schien. auftritt, als Zweifler geschildert ist. Nach der Aesthetit dief:8 Ja, sie würden es! - Aber ihre Ehe, war sie jeßt eine kundigen Thebaners hätte Herr Telmann seinen zweifelnden jungen rechte Ehe, da er ihr seinen Rummer nicht sagen wollte?

Priester strenggläubig sprechen lassen müssen, obwol

' oder vielleicht War es nicht auch Pro...? - Nein, es war eine rechte

weil er zweifelt. Diese Dogit hat im stettiner Amtsgericht gezündet,

Nein, es war eine rechte i das nun gleichfalls Herrn Telmann zur „verantwortlichen Vera Ehe, denn sie liebten sich; das hatten sie damals, früher, nchmung“ vorgeladen hat. Von solcher Art von Rechtsprecherei nicht getan! Liebten sie sich nicht? Konnte sie es leugnen?

kann man sagen: judicat quia absurdum. Nein, Lieber, Geliebter, das konnte sie nicht! - Nun, dann war es auch eine rechte Ehe von Gott und der Neue Bühnenericheinungen. Bernstein, Mar: „Blau“. Natur gestiftet!

Lustspiel in 1 Aft

. Angenomnen am Deutschen Theater. Echegaray José: „Mancha que limpia“, deutsch: „Reinigender

Flex“. O. 35

Fulda, Ludwig: „Die Kameraden“ in 3 Akten. Angenommen am Deutschen Theater.

Giacosa: „Die Rechte der Seele“. 1 A. S. Angenommen am Nachtgewitter.

Burgtheater.

Farman, Fred: „Unter der Herrschaft des Zars". Drama. Der runde rote Mond rolt

Fones: „Der Sittenrichter“. Deutsch von O. Blumenthal.

Leffingtheater.
Auf schwarzen Wolfen her.

Bresber, Rudolf: „Der Sdub" 3 Afte. S. Erstaufführung
Der Nacht ist schwül, der Nacht ist schwer,

Baden Baden, erfolgreich.
Sie zittert, wenn hinter dem Wald heraus

Stempel, Mar ind farno, Josef: Der Heiratsmartt" in 3
Das Wetter grout.

Aften. Schw. Erstauff. Freienwalde a. D.

Sudermann, Herm.: Die Schmetterlingsschlacht. Komödie. Der rasche blanke Blig tritt

4 A. Þrem : 6. Oktober Lessing-Theater Berlin, Burgtheater Wien. Gerrisch aus jeinem þaus

Wolters, Wilhelm und Gjellerup, Karl. 3 Akte. S. Erst

aufführung Dresden, Residenz-Theater, erfolgreich.
Und schleudert den flammenden Speer hinaus,

Ziegler, Klara: „Flirten".' 2. Kissingen, erfolgreich.
Ilnd die Nacht erschriďt vor dem lodernden Schein
lind hemmt den Schritt.

Biographien der öfterreichischen Dichterinnen und Schrift:

stellerinnen. Ein Beitrag zur deutschen Litteratur in Desterreich. Der runde rote Mond friechi

Herausgegeben von Marianne Nigg, Lehrerin an der Tief in die Wolfen hinein.

Mädchen-Boltsschule und Redactrice der Frauenzeitung „Neu: Er wil nicht ohnmächtiger Zeuge sein,

zeit“. Korneuburg, Julius Kühkopf. 1893. Wie der feurige Held seine bebende Braut

Auch Bibliographien haben ihren Wert, wenn sie mit Verstand und

Fleiß gemacht find und eine bestimmte Ordnung festhalten. Auch Im Sturm besiegt.

eine Sammlung von Biographien der vielen schreibenden Damen in

Desterreich wäre von Wert, wenn sie mit Taft und Sorgfalt gemacht Die steht mit gelöftem Schwarzhaar,

worden wäre. Fräulein Marianne Nigg, die sich sehr lebhaft als Demütig, ohne Laut.

eine Vorkämpferin für die „Frauensache fühlt und uns auf zwei Lang seufzt der Wind. Und aus feuchtem Kraut

großen Dktav-Drucseiten ihre Verdienste um die Menschheit auf Schluchzt es auf. lind die Nacht schwanft hin,

zählt

, hat aber weder Sorgfalt, noch Takt, noch eigentlich Fleiß bei Und es weint ihr schwarzes Haar.

ihrem Unternehmen walten lassen, und darum ist ihr „Beitrag zur

deutschen Litteratur“ fast ganz wertlos; und dieser geringe Wert, den Sustav Falke.

er hat, ist der Güte einiger kleinen biographischen Mitteilungen zuzuschreiben, welche die eingeladenen Damen der Herausgeberin ein

janten. Fräulein Nigg inachte fich die Arbeit zunächst dadurch

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leicht, daß sie nur lebende Schriftstellerinnen berücksichtigte und die und Layard als der eigentlichen Entdecker babylonisch-assyrisches von diesen eingesendeten Biographien entweder wörtlich oder mit Kunst eingepaukt

. Wer im British Museum zu London die großr schwulstigen Umschreibungen ohne Kenntnis der Bücher abdruckte artige Fundreihe aus Ninive mustert, der gedenkt jenes glüclichen Auch dabei verfuhr sie nachlässig, denn sie nennt die Frauen Elise Entdeckers von Ninive. Last, eine philosophirende Dame, und Theresc Mirani, die sich um Layard war Kunsthistoriker und Archäolog zugleich, hatte übridie wiener Stickereisdule verdient machte, unter den lebendeni, indeß gens Jura studirt und war nebenbei Minister und englischer Gedie erstere schon viele Jahre tot ist; eine der begabtesten Schrift janter bis 1880. stellerinnen Wiens, Fräulein von Gallini (Bruno Walden) nennt Weit schlichter ist der Lebenslauf des fürzlich zu Schliersee vers sie gar nicht War die Handschrift einer Einsenderin undeutlich, so storbenen Heinrich v. Brunn. Als Professor der Urchäologie lehrte entstanden daraus läppische Fehler, denn Fräulein Nigg weiß nicht er an der münchener Universität als der bedeutendste unserer deutschen aus eigenem, daß das Pseudonym Bertha von Suttners nicht Onlot, Archäologen, dessen Künstlergeschichte seiner Zeit epochemachend wirkte. sondern Dulot, und daß der Erstlingsroman Emil Marriots nicht Ihm haben wir es hauptsächlich zu verdanken, wenn die klassische Egon Palmores“, sondern Egon Talmors hieß. Wer hat dem Archäologie die fünstlerische Wertung, die stilkritische Forschung in Fråulein mitgeteilt, daß Ada Christen eine „Gräfin“ wäre? Sie ist den Vordergrund treten läßt und grade damit in unserer Periode eine schlichte bürgerliche Frau, Christiane Breden. Fräulein Nigg reicher, aber litterarisch oft faum bezeugter Funde schöne Erfolge erfündigt ausdrüdlich einen Beitrag zur deutschen Litteratur in zielt. Die Gefahr lag nahe genug, ganz in das quellenfundlich Desterreich an; aber sie nahm auch einige Biographien polnischer philologische Fahrwasser zu geraten. Damen auf. Was hat das übrigens' so liebenswürdige und heitere Aiš sein Nachfolger ist Furtwängler, einer seiner Schüler Fräulein Ilka Palmay in dieser Sammlung zu figuriren? Se berufen, der bisher in Berlin an Museum und Universität wirkte. unbedeutender die Frauen sind, um so mehr sprechen sie von sich in Einen wesentlichen Teil seiner Tätigkeit hat Furtwängler der für dieser Sammlung, und Fräulein Nigg ließ ihnen auch ohne Hin die ältere hellenische und vorhellenische Kunst so wichtigen Keramik dernis das Wort. Die berühmte Schriftstellerin Aloisia Bartuneck gewidmet. die ihren Geburtstag anzugeben unterließ, erzählt: „Nach dem Tode meiner teuren Eltern bewarb ich mich im Jahre 1870 um eine Lehrerinstelle in Prachatig, Böhmerwald, erhielt selbe, und wirkte

Unser fürzlich ausgesprochener Wunsch, ein Werf Biglheins dort segen bringend als Lehrerin durch volle zwölf Ja hre“ Man sollte meinen, daß dies zu sagen doch nicht Sache des

in der Nationalgallerie zu sehen, ist von Herren Kommerzienrat Fräulein Bartuneck selbst wäre, daß sie in einiger Bescheidenheit der

Krupp in Essen sofort erfüllt worden. Er hat das bekannte Früh

bild des Meisters „Moritur in Deo“ für die Nationalgalerie anMilwelt zu urteilen überlassen sollte, ob sie jegenbringend oder nicht gewirkt hätte. Aber Fräulein Bartunec ist nicht die einzige, die von

gekauft. Besten Dank! sich das allerbeste auszusagen sich gedrängt fühlt. Frau Caroline Bruch-Sinn ist nicht bescheidener, wenn auch etwas klüger, indem sie in der dritten Person von sich sprechen läßt; u. a erzählt fie: „eingeradezu rührende Teilnahme für das sich schön entwickelnde Talent

Die Gemeindekirche. Laiengedanken über evangelischen der jungen Schriftstellerin zeigte der große Dichter, Denker und

Kirchenbaustil von Dr. jur. Christian Rang. Posen Ebbecke, Mensch ħamerling. Was für eine gute Meinung muß diese Frau

1894. von sich haben, die von ihrer „äßenden“ Kritik, von ihren den

Laiengedanken über Architektur, von einem Juristen verfaßt und „Schöpfungen“ Eduard. Pößls ähnlichen Humoresken aus dem

überdies gedruckt! - Mistrauisch greift man nach der Broschüre. wiener Voltsleben, von ihren Beiträgen zu dem Schandbuche „Wien Um so angenehmer ist man überrascht. Denn sie ist gut, und die Wiener“ u. dergl. m. spricht! Von der Frau Gisela von

Knapp, klar und bestinimt sind die Gedanken gereiht, wie man Camesina wird wörtlich gesagt: Die Tätigkeit der Frau Gisela

es vom Juristen verlangen darf. lind diese Gedanken sind sehr Edlen von Camesina im Interesse des allgemeinen Wols verdient vernünftig, sehr diskutabel. Nang bezeichnet sich als Laien in der daher in der ganzen gebildeten Welt beider Hemisphären beachtet zu Architektur, aber für einen Laien hat er doch redit ansehnliche Sèenntwerden.“ Und so geht es munter fort, Margarete Halm schreibt:

nisse, und, was mehr sagen will, ein sehr entwiđeltes Verständnis. „1870 trat sie (Halmú in der Deutschen Dichterhalle Ecksteins sieg

Nicht minder erfreulich ist es, daß er eine wirkich protestantische reich mit der Idee von einem höheren Menschentum auf, welches die

Gesinnung beweist, die am lutherischen Glauben fest und treu hält, Tendenz ihres Lebens und Schaffens ist.“ Diese Beispiele werden

und doch nicht vergißt, daß Protestantismus Reformation ist, daß genügen, um es sehr zweifelhaft erscheinen zu lassen, daß dieses

der größte Segen des Protestantismus eben darin besteht, daß er „Werkchen“, wie Fräulein Nigg sich bescheiden ausdrückt, „den Stand nicht hartnädig an der Tradition haften muß, sondern unter Wahrung der österreichischen Schriftstellerinnen zu heben“ geeignet sei. Es ist

des Kernes, des Glaubens an Christus als Gottesjohn (nicht nur vielmehr darnach geeignet, genau die gegenteilige Wirkung zu er

Gottesmenschen), zugleich heilsames Reformiren der äußeren Formen, zeugen.

M. N.

10 3. B. auch des Kirchengebäudes, verlangt.

Von dieser Erlaubnis hat der protestantismus bisher noch wenig Gebrauch gemacht. Richtig bemerkt Rang: „Man sieht jedem Gottes

haus auf Erden an, welcher Religion oder Konfession es dient (den Chronit der bildenden Künste.

modernen Synagogen freilich nicht mehr), nur der evangelischen Kirche „Fürst Bismard als Kürassier zu Fuß“, ein nettes Poumot, nicht.“ Die sieht meistens aus wie cine römische. Und ein Kunstwert ist das die Berliner gefunden haben, um die kommende Bismarcftatue sie nur sehr selten. Ueber vielen könnte jenes Wort stehen, das ein zu kennzeichnen. Da Bismarck notorisch in Berlin nicht anders in büdeburger Kirchenportal ziert: „religionis non structurae exder Deffentlichkeit erschien, als im bekannten Kürassier-Interimsrode,

emplum“. so bleibt doch den modernen Naturalisten auch für das Denkmal Diese Tatsache steht heute fest, und das Suchen nach einer angar feine andre Wahl. Der dunkle Schlafroď von unbestimmtem

gemessenen Grundform des protestantischen Kirchenbaues ist eine der Schnitt, in dem Lenbach den Fürsten zuweilen malt, ist doch kein

interessantesten Bewegungen in der modernen , Architektur aller plastisches Ideal. Oder träumen die berliner Reporter einen Bismarc evangelischen Länder, worauf wir im Magazin schon mehrfach hinin Ministerfrack? Oder einen notleidenden Landwirt in der Joppe ? gewiesen haben. Ein so militärischer Diplomat wie Bismarck muß auch als Soldat Der Gedankengang Rangs ist überaus einfach, logisch, die verewigt werden. Und ist es nicht bezeichnend für unser Volk in Resultate zwingend. „Die Gestaltung der protestantischen Kirche ist Waffen, daß auch seine Staatsmänner des Königs Rock tragen?

nicht (richriger gesagt: nicht nur) aus dem äußeren Bedürfnis des Im übrigen kann man heute schon unbedenklich einen Mis

Kultuš, sondern aus dem Prinzip. des Evangeliums heraus zu geerfolg der Konkurrenz voraussagen. Es ist das mögliche geschehen,

winnen.“ Rang zitirt die Apologie zur augsburgischen Konfession, um mittelmäßige Entwürfe zu bekommen. Die Zusammenseßung

die die Stirche definirt als eine „societas fidei et spiritus sancti“, des Preisgerichts bietet schon die Garantie, daß nur maßvolle und

deren äußere Kennzeichen „die reine Lehre des Evangeliums" und wahrhaft edle Werke, d h. also brav mittelmäßige, zur Wahl ge die „Verwaltung des Sakramentes“ sind. Rang folgert daraus: langen. Die Wahl des ausführenden Künstlers fteht aber ausschließ

1) Wir brauchen eine Stirche, die dic Einheit der Gemeinde als einer lich dem Comité, also vorwiegend Nichtkünstlern zu. llnd anstatt societas fidei durch Einheit des ungeteilten Raumes ausdrüdt. ein paar anständige Preise auszuscßen, die Künstler von Bedeutung Weder Seitenschiffe, noch Priesterchor oder gar Kapellen sind reizen könnten, zahlt man zehn erste Preise zu 5000, zehn zu 2000,

zulässig. 2) Der Altar ist nicht wie in der katholischen Kirche für zehn zu 1000 Mark. Als ob wir überhaupt in Deutschland 30 Bild das Funktioniren der Priester reservirt, er ist ein Laienaltar, an hauer hätten, die ein wirklich gutes Bismarckdenkmal liefern könnten ! den jedes Gemeindemitglied ideel genommen gleiches Anrecht hat. Er Warten wirs doch ab, ob sich bei den Preisen überhaupt ein wirk

muß also auch inmitten der Genieinde 11ehen, allen gleich sichtbar lid brauchbares finden wird.

und erreichbar. zu verwerfen ist also die Aufstellung im Chor. 3) Die Lehre des reinen Evangeliums ist ebenso wichtig wie der

Ábendmalsdienst, die Kanzel dem Altar gleichwertig. Die Kanzel Zwei große Archäologen sind dahingeschieden, zwei Leuchten ist deshalb 'o anzubringen, daß alle ihr gleichmäßig zugewant sind, ihrer Wissenschaft. In London Sir Henry Layard. Wer in der gleich gut hören und daß man den Prediger von aŭen Punkten der Kunstgeschichte an Assyrien kommt“, dem werden die Namen Botta Stirche aus während der Predigt gleich gut sehen kann

*

Litteratur-Tafel.

Jaclyträge: Erscheinungen, beliannt gegeben vom März big Huli 1894. Besprechung einzelnec der aufgefülirten Novitäten bleibt vor

behalten.

I. Krzählende Litteratur.

Rang folgert nun: Grundbedingung ist zentrale Anlage der Kirche, Aufstellung des Altars „inmitten der Gemeinde“, Anordnung fons zentrischer ansteigender Gißreihen um den Altar, Aufstellung der Kanzel gegenüber dem Haupteingang an der Peripherie der freisrunden oder elliptischen Zentralanlage. Unbringung der Orgel und Sängertribüne darüber.

Rang zieht die äußersten Stonsequenzen aus seinen Darlegungen. Aber vielleicht hätte er mehr erreicht, wenn er nicht gar zu konjequent gewesen wäre, und ein weniges auch wieder den praktischen Rüdjichten geopfert hätte. Gewiß soll der Altár inmitten der Gemeinde, bequem zugänglich stehen. Wie misglückt es aber wäre, einen vollen Sireis um ihn zu schließen, hat Nang selber auseinander gesetzt. Daß ferner bei Bildung eines vollen Streises die „bequeme“ Sichtbarkeit des Predigers auf der Kanzel für alle gleichzeitig unmöglich ist, wird Rang aud) zugeben. Nicht umsonst hat das antife Theater wie der moderne Hörjal den Halbkreis als Normalform gewählt für die Räume, in denen ein Sprechender allen sichtbar werden soll.

Ueber den etwas überhöhten Halbkreis bis höchstens zum Dreiviertelkreise hin, wird man also nach unserer Meinung nicht hinaus gehen dürfen. An die gradlinig schließende Rüdwand käme dann die Kanzel, die auf einem angemejjen hohen Unterbau als monumentale Rednertribüne zu entwiđeln ist. Dahinter ist die Wand als Nische ausgetieft und darın in der Höhe über der Kanzel Orgelchor rejp. Sängeriribüne plazirt, die bei den jeßigen pseudo-katholischen evangelischen Kirden immer im Rücken der Gemeinde Platz finden, was jedem musikalischen Gebrauch widerspricht. Die Siße sind dann also wie in modernen Försälen in Hufeisenform und aufsteigend angeordnet

, vielleicht mit einer gleichfaus ansteigenden Empore darüber. Im Zentrum dieser Anlage entsteht ein freier Rauni in der Mittelare des Gebäudes. Hier, im angemessenen Abstand von der Stanzel, und zugleich so, daß aller Blicke darauf gerichtet sind, steht frei der Altar ür nimmt aljo genau den Plaß des Altars im antifen Theater ein. Der freie Naum um denselben bleibt dem Abundzugang der liommunifanten reservirt.

llebrigens kann diese Grundjorm ebensowol freisförmig als polygon entwickelt werdeni. Gegenüber Sanzel und Altar befindet jich der Hauptausgang, der durch zwei stattliche Türme flanfirt werden könnte, falls man nicht lieber, wie Rang vorschlägt, das Dach des Zentralraumes so entwickelt, daß es den Glodenturm trägt.

Links und rechts von Kanzel unù Orgel wären in der Schlußwand zwei Portale anzubringen, welche in je einen selbständigen Anbau führen, nämlich in die Taufkirche und den Konfirmandenjal. Beide, an der Rüdseite gelegene Anbauten könnten mehrstöckig ents widelt und durd) einen gang mit darüber liegender offener Loggia verbunden werden, wodurch sich eine gewissen syrischen Basilital: fajjaden ähnliche Gestaltung der Rüdjeite ergäbe. Diese, ich möchte jagen, relative Zentralanlage erlaubt, gegenüber der von Rang enipfohlenen „absoluten“, eine reichere Gejialtung des Außenbaues, neben bequemerer Anordnung des Innenraumes.

lleber die Detailformen, ob romanisch, gothisch oder Nenaissance, ist Nang wol zu keinem ganz festen Entschlusse gefommen. Er spridit von Renaissance-Gothit also woi von einer Art , unirten“ Baustiles. in der Tat kommt es uns heute wol mehr auf angemessene monumentale Durdbildung der Haupifornien, der Fenster, Portale 2c., als auf strenge Stilreinheit an. Wir haben ja heute gelerit, auch in gemischten Stilen alles Siillose zu vermeiden. Für aue Blattjormen empfiehlt sich überdies ein möglichst unbefangenes Stilisiren unmittelbar nach Naturblättern und -blüten.

Nang schließt mit einem Ausblic auf diejenigen neueren Bistrebungen, die sich in der Richtung seiner Ideâle bewegen Leider sind dieje meist Projeft geblieben. "Was heute gebaut wird, ist im Durchschnitt Siompromißarbeit, Anpassung der Zentralfirche an die mittelalterliche Kreuzform. Ehe aber nicht diese Anklänge an fatholische siathedralen beseitigt jind, che fann nichts Neues jich Bahn brechen.

Das ist nur erreichbar durch Aufklärung der evangelischen Gemeindemitglieder über die notwendigen Ziele, des nelleren protestantischen Kirchenbaues, durch die Darlegung, daß der „firchliche Charakter“ der protestantischen Süirche nicht immer noch im Sopiren katholischer Grundriße und Detailformen gejucht werden darf. În diesen Sinne ist Nang ein wichtiger Bundesgenosse und seiner Schrift die weiteste Verbreitung zu wünschen,

Einige kleinere Versehen können wol noch forrigirt werden. So, wenn er, ohne Rüdjicht auf die französischen Vorbilder und Analogien die Liebfrauenkird;e in Trier eine ganz vereinzelte Erscheinung nennt, oder Niccolo Pisano den romanischen Stilcharakter abspricht. Wie wäre denn dann Giovanni Pijano zu klassifiziren? Denn die schulmäßige Kunstgeschichte fann' doch der Klassifizirung nicht entbehren.

M. .

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Wegen Raummangels wuß die musikalische Chronik ausfallen.

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