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wieder sagte: „Ich bitte Sie, raten Sie mir, was ich tun / auf, wir verlangen sie und wir entbehren sie. Die Polis foll, erklären Sie mir, zeigen Sie mir, was Schriftsteller tifer enthalten uns die Freiheit vor, die sie uns geben sollten. und Künstler eigentlich von der Regirung verlangen!“ Ich will unter anderem noch drei Tatsachen anführen.

Da sah man doch den Willen, unsere wirklichen Be- Ist es nicht eine Schande, daß die Preise nicht völlig dürfnisse kennen zit lernen und sie zu befriedigen. Eines frei ist, daß noch eine Kommission für Rolportage-LitteTages war ich zugegen, als der Minister gegen mehrere | ratur und die Theater-Zensur besteht? Dabei ist eine meiner Kollegen seine Ansicht aussprach. Er ging von unglaubliche Tatsache zu verzeichnen: man hat diese Zensur einem zum andern und wollte die Meinung eines jeden sogar wieder neui hergestellt, indem man öffentliche Sittenhören. Der erste verlangte das Ehrenkreuz für begabte Polizei-Verordnungen erließ. Leute, deren Persönlichkeit bis dahin die Mächtigen er Ich kann mich nicht auf eine Untersuchung der gegenschreckt hatte; der zweite forderte Fonds zur Begründung wärtig. bestehenden Preßgeseße einlassen. Man weiß wie einer Art folossaler Enzyklopädie, die die Geschichte und einschränkend sie find.""linjere Republik ist gegen die die Wissenschaft

' in sich vereinigen sollte; der dritte sprach Zeitungen ebenso streng, als die selbstherrlichen Dešpotien. davon, daß man eine Mission in gewisse Teile Rußlands Šo lange die Republikaner nicht am Ruder waren, schicken sollte, wo, wie er vermutete, noch litterarische haben sie absolute Freiheit gefordert, wir werden sehen, Schäße fich verborgen fänden. Gewiß. alles das wäre ob sie sich deffen erinnern. Die Kommission für die ausgezeichnet. Jch gestehe aber, daß es in keinem Falle Kolportage-Litteratur tastet nicht allein die Freiheit an; allein genügte. Alls der Minister mich befragte, antwortete sie ist einfach albern. Rönnte man mir z. B. eine ich ihm nur: „Machen Sie uns frei, so werden Sie ein findischere Unterscheidung nennen als die zwischen den großer Minister sein."

Buchhandlungen, die sich auf dem Bahnhof befinden und Die Freihelt ist alles, was uns eine Regirung geben denen, die in den nächsten Straßen liegen? Jedermann kann. Ich leugne nicht, daß ein intelligenter Minister geht auf dem Bürgersteig spaziren, ich habe das Recht, berufen wäre, eine bedeutende Rolle zu spielen. Er hat hier meine Bücher auszustellen; ein Bahnhof hingegen die Schulen unter sich, er schreibt Preise aus, verteilt wird nur von einem bestimmten Reisepublikum schnell Stellen und Mittel und bewilligt Pensionen. Doch von durchkreuzt, und neue Bücher darf ich dort nur verkaufen, einem Menschen, der am Ruder ist, profitiren vor allem nachdem eine Kommission fie als unangreifbar erklärt die Mittelmäßigen, obgleich sie auch sonst immer die hat Unter dem Kaiserreich begriff man diese Polizei, grösten Vorteile ziehen. Aber welchen wahrhaften Nußen welche, die Bücher durchblätternd, Ünrat witterte, wo gar haben Kunst und Litteratur von dieser Einmischung und feiner da war; aber in einer Republif spielt solch eine Unterstüßung seitens der Regirung? Das sind nur ver Rommiffion eine verhafte und unbegreifliche Rolle. Eine einzelte Verwaltungsmaßregeln, die weder auf Entwicke- unwichtige Sache, meint man; doch die Sache ist nicht lung der Geister noch auf die Entstehung großer Talente unbedeutend für die Schriftsteller, die die Erlaubnis des irgend welchen Einfluß üben. Man unterstüßt den Arment, Verkaufs nicht erhalten. Man verhindert sie mit Gewalt, man zeichnet den ans, der einem angenehm ist; die Litte ins Publikum zu dringen; man nimmt ihrien ein ficheres ratur hat davon aber keinen Vorteil und keinen Nachteil; Geschäft und verseßt der Freiheit und dein Recht damit man erhebt wol Maler und Komponisten etwas, aber das eine Ohrfeige. Die Tatsache allein, daß diese Kommission entscheidet in feiner Weise über das Fortkommen desjenigen ein Attentat auf die Gedanken- und Schreibfreiheit ist, Meisters, der grade die Malerei und Musik selbst fort sollte genügen, um die Republik zu ihrer Abschaffung zu bilden will. Die Meister seßen sich ganz allein bei einem veranlassen. Und die Theater-Zensur, soll die denn ewig Volk durch, ohne daß die Regirung hier irgend etwas bestehen bleiben? Die Regirungen stürzen, und die Zensur nüßt; es fommt sogar fast immer dahin, daß die Re bleibt! Hier bekommt die Sache eine weitere Bedeutung. girung sie verleugnet, so lange sie sich nicht durch ihre Ich weiß wol, die Zensur fann auch gutmütig sein. Die eigene Araft durchgeseßt haben. Ein Minister könnte also erfolgreichen Schriftsteller behaupten, daß man sich immer gar keinen direkten Einfluß ausüben. Selbst wenn er die ganz gut mit den Zensoren vertrage; man überläßt ihnen Dinge förderte, wenn er auch stark genug wäre, sich vom einige Striche, und man rächt sich dann, indem man von Serkommen und der Politik zu befreien, wenn er die ihnen irgend eine Albernheit berichtet. Einer, der sich Mittelmäßigen davon jagte und die zu vergebenden Stellen, mit ihnen zu verständigen wußte, sagte mir: Nemen Pensionen und Orden an wahrhaft originelle Talente der Sie mir die Bücher, die die Zensur an ihrer Wirkung teilte, so wäre er doch im besten Falle nur ein aufgeklärter gehindert hat.“ Ich antwortete ihm: Mäzen, ein Litteraturfreund, der den Schriftstellern mög- nicht die Titel von Meisterwerfen anführen, deren wir lichst viel Annehmlichkeiten verschaffte.

durch die Zensur beraubt wurden, weil jene Meisterwerke , daß man doch auf uns hörte: Wir, die Arbeiter eben gar nicht geschrieben wurden.“ Das ist alles. Wenn der Litteratur, die wir aus feiner Schule erwachsen sind, auch die Zensur aftiv feine sehr beträchtliche Rolle spielt, wir, die keinein Befehle gehorchen, nach feinem Orden so wirft sie doch abschreckend, wie eine Vogelscheuche, und verlangen und nur darauf hoffen, daß das Publikum uns stört deshalb die Entwicklung der dramatischen Kunst. belohne, indem es unsere Arbeiten fauft, wir verlangen Man weiß, welche Stücke man nicht schreiben darf. So mur Eines von der Regirung: Freiheit!

ist ein sehr fruchtbares Gebiet, die politische stomödie, Man spricht davon, daß man das Volf sich selber untersagt, wenigstens soll sie sich in den gemütlichen zurüdgeben müßte. Gut: aber vorher joll man die Litte- Grenzen eines harmlosen Spaßes halten. Das ist im so ratur fich selbst wiedergeben und sie von den Fesseln be schlimmer, als nach meiner Auffassung die ganze moderne freien, mit denen sie die früheren Regirungen gefnebelt Komödie in der Politik wurzelt

. Man macht unsern haben! Was soll man von jenen Republikanern sagen, Autoren den Vorwurf, daß sie nichts Neues erfunden, die die alle Arten von Freiheit wollen, sich aber nicht ent befannten Typen nur wiederholt, es aber nicht verstanden schließen können, die Freiheit des geschriebenen Wortes hätten, die Komik der modernen Fricheinungen zur Darzu proklamiren? Sie mögen ihre Auszeichnungen, ihre stellung z11 bringen, und verbietet ihnen doch, die politische Pensionen und ihre Ehren - Bänder behalten; wir Welt zu betreten, gerade jene Welt, die init ihrem Skandal wollen ihre Mitwirkung nicht, wir wollen uns ihrer das Jahrhundert nicht zu Atem kouimen läßt. Dic Polizei nicht unterwerfen, wir laffen uns nicht entmutigen, Komödie lebt doch von den Ereignissen des Tages, aber wir fordern nur Freiheit; wir haben ein Recht dar: wo ist denn das moderne Tagesleben, wenn nicht in der

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Politik? Hier allein könnten die Autoren das Charakte- | hat, wenn sie am Ruder fißen, halten sie noch an der ristische der Zeit, die neue Form des Geschmacks, der Litteratur fest und bewahren für sie in ihrem Verdruß Interessen und des Komischen in unserer französischen eine unveränderte Zärtlichkeit

. Die Litteratur bleibt in ihren Gesellschaft finden. Sperrt man ihnen dieses große Ge- Augen eine Jugend - Orgie, die man überwachen muß; biet, das in vergangenen Jahrhundert noch unbekannt lie denken an dumpfe, unbefriedigte Wünsche, sie stellen war, und das von Tag zu Tag größer wird, dann ver sich wie Spießbürger unter Schriftstellern Leute vor, die urteilt man sie zur Ohnmacht. Das ist ebenso, als wenn ihre Tage auf dem Divan zubringen und sich unter man einem Bildhauer' die Erlaubnis gäbe, eine Statue raffinirten Ausschweifungen von Maitressen bedienen zii meißeln, ihm aber zugleich verbote, einen Block aus lassen. Deshalb ihre Verfolgungssucht, ihre Moraldem Marmor zu hauen, den er gebraucht.

Predigten, ihr Bedürfnis, die Litteratur zu reglementiren, In Wahrheit, ich wiederhole es, die Politiker mögen wie man die Prostitution mit Polizei und Arrest regleden Schriftstellern volle Freiheit geben! Sie können nicht mentirt. Und diese entjeßlichen Mittelmäßigkeiten, diese mehr tun, aber sie können auch nicht weniger fun. Alles treckenen Gesellen, die auf ihre Autorität pochen, richten andere ist nur eine liebenswürdige Farce, die weiter nichts tas ganze Uebel an. Es sind die Parasiten der unglückbedeutet. Uebrigens, ich muß gestehen, wenn uns die lidhen Republik. Man findet sie immer als die ersten Republik jene Freiheit verweigert, dann werden wir in den revolutionären Perioden, sie drängen sich in den sie uns wol zu nehmen wissen. Doch, meine ich, wäre Vordergrund und find für die kleinen wie für die großen es nur folgerichtig, wenn diese litterarische Freiheit gerade Ereignisse nur Hemmnisse. Aber die Republik fann nur durch die Republik begründet würde. Sie, die in wissen- unter der Bedingung leben, daß sie die Regirung der schaftlicher Form und durch die Tatsachen besteht, müßte geistigen Größen, die von freien und vernünftigen Geistern doch begreifen, welche Haltung sie gegen die moderne angewandte wissenschaftliche Form der modernen GesellLitteratur einzunehmen hat: nämlich die Haltung einer schaft ist. Macht, die jede vom Staat abhängige Litteratur zurück:

Schließlich will ich noch ein Bekenntnis ablegen, weist, die sich für feine Schule erklärt, und die mur darüber' wacht, daß jedem Bürger die freie Entwidlung drückt uns, man hält uns von der Politik fern. Ich

das zugleich das meines ganzen Standes ist. Man unterseiner Ideen zuigesichert werde. Sie soll sich weder an

erinnere mich, daß unter dem Kaiserreich sehnsüchtig die maßen, leiten, noch entmutigen oder unterstüßen zu wollen, Zeiten parlamentarischer Debatten vermißt wurden; die fie laffe nur die genialen und schöpferischen Kräfte des

Tribüne wäre stumm, sagten sie, die Presse zum Schweigen Jahrhunderts ihre Arbeit tun. Diese Rolle scheint sich

Diese Rolle scheint sich gebracht, die Erörterungen öffentlicher Angelegenheiten doch ganz leicht spielen zu lassen. Keine Regirung hat

verboten. -- Wol wahr! Aber heute hat man uns jo bisher Einsicht genug gehabt, um sich hier mit gutem herumgestoßen, so betäubt, seit ins vom Morgen bis Geschick aus der Affaire zu ziehen. Wird sich die Re

zum Abend unter unsern Fenjtern die Politik in den publik größer zeigen? Doch das wird uns erst die Zukunft lehren.

Ohren gellt, daß wir uns schon nach der großen Stille

des Kaiserreichs zurücksehnen, das uns doch wenigstens Zunächst braucht man wahrhaft bedeutende Leute am Ruder. Ich fann mir keine von Mittelmäßigkeiten regirte ind begreifen wol, daß man nicht ruhig aus einer Krise

im Denken nid;t störte. Wir haben gewiß Geduld gehabt Republik denken. Das scheint mir einfach widersinnig. gleich der von 1870 hervorgeht; wir haben uns gesagt, In der Regirung eines Landes müssen die Leute, welche das eine Republik jich unter dem Zorn der Parteien nicht von ihren Mitbürgern an die Macht berufen werden, ent

auf bequeme Weise gründen lafie, und daß man den schieden die Ehrenwertesten und Intelligentesten der Nation sein. Dder warum wählte man sie denn sonst?. Sind | ist die Republik fest begründet.

Lärm des Kampfes zu ertragen wissen müsse. Nun, jeßt

ist die Republik fest begründet. Mag man uns den sie mittelmäßig, von zweifelhafter Ehrenhaftigkeit und

Frieden geben! geistlos, sind sie mit einem Worte Nullen; dann will ich lieber zum alten Regime zurückkehren; mindestens waren Ja, wir alle, wir Männer der Wissenschaft, wir doch die Minister der Monarchen Leute mit Titeln, die Schriftsteller und Künstler, heben unsere Hände auf gegen einer Aristokratie von Rasse entstammten und über der die Politifer und bitten sie, uns ihr Ohr nicht mehr zu Menge standen. Das Unglück ist, daß die Dinge dieser verschließen. Die Republikaner haben gesiegt, nicht wahr? Welt nicht zur größeren Ehre und dem größeren Nußen Sie sind heute die Herren auf allen Gebieten. Nún,

Ich finde auch hier wieder jene zlım Dank sollen sie versuchen sich mit einander zu verschreckliche menschliche Eigenschaft, die die schönsten auf fragen. Wir werden ihnien' dafür erkenntlich sein. Logik und Recht basirten Theorien herabzieht. Für sie Niemand denkt an uns, wahrhaftig. Man scheint schlagen sich die Menschen weit mehr als für die Wahrheit. nicht zu begreifen, daß unsere Generation, die Männer So gelangt ein Parteichef mit allen seinen Kreaturen zur von 30— 10 Jahren, unter den leßten Zudungen des Macht. Er ist der Ueberlegene; aber die Kreaturen sind Kaiserreichs und der so mühevollen Geburt der Republik mieist nur gefällige Nullen, Dummköpfe, mit denen nian erstickt wurden. Kann denn ein Schriftsteller existiren, rechnen muß, Hampelmänner, die das merkwürdige Glück wenn die Politiker ihm alles Licht fortnehmen? Bes gehabt haben, ernst genommen z11 werden, und die so ganz schäftigt man sich denn mit Büchern, wenn die Blätter unerträgliche und gefährliche Statisten der Macht werden. voll gepfropft sind mit parlamentarischen Debatten und Ja, es kommt sogar fast immer so weit

, daß die Statisten den langweiligsten und albernsten Diskussionen?! Politik den Parteichef töten. Die Politik wird in verwirrten und nichts als Politik, und in so großen Mengen, daß Zeiten auf diese Weise die Zufluicht aller getäuschten Männer sogar die Frauen in den Salons von nichts mehr als von Ehrgeiz, der Boden, auf dem sich die llinüßen, die von Politik sprechen! So stehen wir, man läßt uns Ohnmächtigen, die Besiegten versammeln, um die Leiter unsere schönen Jahre verzetteln; und wenn man uns morgen des Erfolges zu erklimmen. Fast alle haben sie in ihren endlich sagen wird, daß unsre Zeit nun gekommen ist, Taschen Manuskripte von Dramen und Romanen, die und daß wir am Worte sind, dann werden wir schon wol zwanzig Mal von Direktoren und Herausgebern ab- sehr alt sein, und unsre Jüngsten werden uns bereits gewiesen wurden; da ist ein verbitterter Journalist, den Plaß streitig gemacht haben. So also können Geneein verunglückter Historiker oder ein unverstandener Dichter rationen durch die Ereignisse erdrückt werden. Wir wer— selbst, wenn die Politik ihren Ehrgeiz bereits befriedigt I den natürlich keine große Zärtlichkeit für die Politik

Englische Sozialisten. 1871.

Von
Holger Drachmann. *)

Mild auf die Dächer der Stadt hin gleitet
Das lepie Lächeln, das leßte Zeichen
Drs Tags und der Sonne Im iflusse streitet
Ilnd wälzt sich des Stromes schlammiges Wasser;
Ilnd willfommen als Gast der schmußigen Stätte,
Von des Meeres, der Nordsee feuchtem Bette
Nebel sich senft auf die Ufersäume
Dann kommen Nacht, Tod oder Träume!

(Geschützt vor dem Winde und faltem Nebel,
Ilm des Kohlenbeckens qualmende Gluten
Die Kohlen sind vom Strande gestohlen,
Wo der Kaufmann löscht die beladenen Schuten,
Sißt eine Schar. Vedeđt sind mit Ruße
Die fnodigen Arme in wollener Vlusc.
Wol vierzehn sinds, sie löschten die Schute;
Die Haut zeugt von Angelsachsenblute.

Sie murmeln, und saugen an thönernen Pfeifen,
Das Alc geht herum in flappernden Kannen;
Man hat etwas vor, möcht etwas ergreifen,
Man will aus der Not und möchte sie bannen;
Es hänimert ihr Puls wie bei Fieberkranfen;
Toch fehlen die Worte den vielen Gedanken,
lind ohne System muß alles ersticken.
Da erhebt sich ein Mann mit funkelnden Vliden.

haben, so wie der geräderte Mensch auch das Rad nicht preist, das ihm über den Körper geht.

Die historischen Gefeße müssen wir ohne Zweifel anerkennen. Aber wir find außer uns über die große Rolle, die in den lebten Jahren die Mittelmäßigkeiten, von denen ich spreche, immer gespielt haben. Niemals haben Corneille, Molière oder Balzac in den Blättern einen jo schändlichen Skandal gemacht wie die Schwachköpfe von heute. Der erste beste Dummkopf, der die Tribüne besteigt, nimmt eine größere Bedeutung für sich in Anspruch, als ein Schriftsteller, der dem Publikum ein Meisterwerk liefert. Ich weiß, daß der Skandal wenig nußt, daß ein Dummkopf ein Dummkopf bleibt und wenn man ihn auch von einem Ende Frankreichs bis zum andern keunt. Aber wie viel Zeit raubt die Lektüre schlecht geschriebener Erörterungen, wie schlecht fommt die Wahrheit und Gerechtigkeit dabei weg, wie viele Irrtümer werden dabei in Ilmlauf gesetzt! (Grade jene leichten politischen Triumphe sind die lirsache davon, daß sich so viele heruntergekommene und verunglückte Leute beeilen, fich hier eine Bedeutung zu sichern; und grade jene Siege dei Mittelmäßigen, Wichtigtierei gewisjer fomischer Personen, jener aufgeblasenen Menschen, die eines Tages vor dem erstaunten Frankreich paradiren, sind die Ursache davon, daß wir, die Arbeiter, die wir nur an das Genie und das Studium glauben, die Politik mißachten!

Doch genug vom Skandal. Freuen wir uns unserer Republik. Die Bedürftigen und Ehrgeizigen, die von ihr leben, sollen sich in Amerika einen Tron suchen und ein Vermögen erwerben. Wir aber wollen Musik machen, tangen, unsere Blumen kultiviren und schöne Bücher schreiben. Man muß wol gestehen, daß unter den Schriftstellern und Künstlern ein Mißtrauen gegen die Republik herrscht. llnd das so lange, als sie fühlen, daß fic von den Republikanern nicht gerne gesehen werden, die nur immer ihre traurigen Gensdarmen gegen Kunst und Wissenschaft gehabt haben. Man sagt wol, daß die Republik oft für uns Schriftsteller mit ihren puritanischen AVüren, mit ihrem Bedürfnis zu lehren und zu predigen, mit ihrer These der Gleichheit und Nüßlichkeit, die schlimmste Regirung sei. Aber man muß auch hinziifügen, daß man noch niemals die republikanische Res girung ani Werfe gesehen hat, denn bis jetzt hat sie in Fraufreich noch nicht die nötige Festigkeit bejesjen.

Wein Schluß ist einfach: Jede entschiedene und dauernde Regirung hat eine Litteratur. Die Republiken von 89 und 48 haben keine gehabt, weil sie über die Nationen wie Strijen hinweggegangen sind. Heute scheint unsere Republik gefestigt zi1 fein, und deshalb wird sie auch ihren litterarischen Ausdruck habent. llnd dieser Alusdruck wird nad) meiner Ansicht entschieden der Naturaliss mus sein, ich meine die analytische und elperimentelle Methode, die auf Tatsachen und menschlichen Dokumenten aufgebaute moderne Forschung. llnd darum muß man die soziale Bewegung als llrsache und den litterarischen Ausdruck als Wirkung zujammenfasjen ind betrachten. Wenn die über sich selbst verblendete Republik nicht begreift, daß sie schließlich nur durch die Macht der wissellschaftlichen Form eristirt, imd diese Form in der Litteratur verfolgen sollte, dann wird das ein Zeichen sein, daß die Republik 110ch nicht durch Tatsachen gereift ist, und daß sie noch einmal von der Diftatur abgelöst werden muß.

Er ballt die Fauit, die schmierige Müße Reißt er herunter von breiter Stirne lind wirit sie hinein in die Kohlenhişc, Und spuckt in die Flammen, daß sie dampfen: „Kameraden“, ruft er, „gelöst ist der Bann Ter russigen Müte vom Kohlenschiffsmann; Nun gilts nur Gehirn und Arme zu wahren, fic wollen für fünftige Tage wir sparen!

Hört ihr den Sturm, icht des Stromes Schäumen? ochon ringsherum bricht alles zusammen, Wic, schlaft ihr da? Heut Nacht noch ists Träumen, poch morgen vielleicht schon Verdammung und Tod. jhr saht doch die Facel, es roch nach dem Brande, Der Rauch 309 hierüber vom fremden Lande; Dod cud) mag nichts aus dem Jammerloch holen, Da fißt ihr da und gloßt in die Kohlen.

lind dennoch habt ihr die Kraft, cuch zu wehren!
Was, fordert ihr nicht mit tausend Stimmen
Vom Goldfalb, das eure Henker verehren,
Ein saftiges Stüd aus dem Rücken geschnitten?
Sie ienden uns Priester mit Krausen am Kragen,
Tie bicten die Bibel dem leeren Magen,
Für den Funger euch Terte aus Sèanaan,
Für die Micte Wechsel auf jenseits an.

Was helfen uns Reden, was nüßen Versprechen?
Wir wollen Vorschuß aufs selige Leben;
Wir wollen nicht sohlen löschen und tragen
Daß uns nach den Tod einst der Lohn sei gegeben.
Wir sind Kinder der Erde und bleiben auf Erden,
linser Lohn muß hier schon zuteil uns werden.
Was follen wir stets nach dem Himmelreich fragen,
Ob wir dahin kommen, kann doch niemand sagen!

*) Vom Dichier selbst übersekt.

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Unser Seiland! -ja, er verstand die Armen

fennen? fragte er. - Was ist denn da Schwieriges dabei? In zerfekten Kleidern, zerrissenen Schuhen.

Personen, die dasselbe denken, kennen immer die Gedanken Und tat er Wunder, so wars aus Erbarmen

der andern. - Hm! Sie sind ein fonderbares Mädchen; Mit armen Leuten, wie mir und euch allen.

glauben sie an die Siebe? - Nein! - Ich auch nicht! ! Unser Seiland gab hin, was er hatte, zumeist,

Man muß aber auf alle Fälle heiraten! Ja, ich fange Und den Rest wies er an auf den heiligen Geist;

an es zu glauben! — Würden Sie es mit mir versuchen Doch der Priester! – er nimmt unsrer leßten Taler: wollen? - Weshalb nicht? Wir werden uns wenigstens „Mein Sohn, unser Herrgott sei dein Bezahler!"

nie prügeln! Pfui! Wie können Sie das aber wissen?

Weil wir einer Meinung find! – Ja, das fann aber Wolan, wir waren dem Weib gleich, dem Kinde,

einförmig werden! Wir haben ja nie etwas, worüber Mit Weichheit im Herzen und Tränen im Auge,

wir sprechen können, denn wir kennen ja unsere Ansichten. Wir ließen uns leiten als wären wir Blinde

Ja, es wäre aber doch einförmiger, underheiratet Ilnd trugen das Kreuz und ersehnten den Tod.

herumzugehen, unverstanden, wissen Sie! - Das ist wahr! Doch wir sind Männer! Laßt eines euch sagen:

Wollen Sie Zeit zum überlegen? Ja, bis zum Rotillon!
Es ist unrecht zu hungern, wenn man sich soll plagen! - Nicht länger? – Weshalb denn länger?
Wir wollen nicht hungern, hinauf zur Tribune,

Er führte sie in den Salon und verließ fie. Darauf
Hinauf, um zu richten! Hoch die Kommune!“

trant er einige Gläser Champagner Beim Souper

beobachtete er sie. Sie ließ sich von zwei jungen Diplomaten Er schweigt; - fie drängen ihn, fortzufahren!

bedienen, schien sie aber anzuhöhnen und wie Untergebene Er wendet sich stumm und zeigt nach der Stadt.

zu behandeln. Da kommen die Kohlenmänner in Scharen

Als der Rotillon getanzt wurde, ging er augenHerausgeströmt aus den nahen Kneipen.

blicklich auf sie zu und überlieferte sein Bouquet. Die reißen ihn mit und er greift zum Worte

Nehmen Sie an? fragte er. Ja, antwortete sie.
Da drin in der Schänke hoch auf dem Borde:

So waren sie verlobt.
Gegen Kirche und Staat und Goldtyrannei;

Das wäre eine rechte Ehe, sagte die Welt. Sie
Geräumt ward die Kneipe drauf durch Polizei !

wären wie für einander geschaffen. Dieselbe gesellschaftliche

Stellung, dieselben Vermögensverhältnisse und dieselben Auf der Riesenstadt sieht eine Wolke man schweben,

„blasirten“ Anschauungen vom Leben. Mit blasirt meinte Die Fluten rauschen, und Stürme heulen,

die Welt, daß fie fich nichts aus Bällen, Schauspielen, Seltsame Stimmen laut sich erheben

Bazaren und derlei edlen Vergnügen machten, die dem Und brausen da oben wie drohende Klagen.

Leben feinen Wert schenfen. Und sie waren wie zwei Vom Licht der stolzen Paläste des „Westens“,

neugewaschne Schiefertafeln, für den Augenblick einander Vom Feuer der schwarzen Fabriken des Ostens

vollfommen gleich, ohne jegliche Ahnung aber, inwiefern Ist ein Brandschein über den Himmel ergosjen.

ihnen das Leben ein und denselben Tert aufschreiben Ists, was die Kommun ob der Stadt beschlossen?

würde. Nie fragten sie sich während der zärtlichen Zeiten der Verlobung: Diebst du mich? denn sie wußten ja, daß sie sich nicht liebten, da sie an die Liebe nicht glaubten. Sie sprachen wenig, doch verstanden sie sich gut so. Und die Hochzeit wurde gefeiert.

Er war immer zuvorkommend, immer aufmerksam, und sie waren gute Freunde. Ihr Kind, das fam, beein.

flußte ihr Verhältnis nicht, es sei denn, daß sie jeßt etwas Kämpfe.

zu besprechen hatten.

Indessen fing eine gewisse Luft zur Wirksamkeit sich beim Novelle von August Strindberg, autorisirte Ueberseßung von Manne zu regen an. Er begann die Verantwortung für seine Th. Krüger.

Untätigkeit zu fühlen und was mehr war, er wurde ihrer Die Augen waren ihm aufgegangen über den Blöd- überdrüssig. Er lebte von seinem Gelde, hatte aber keine sinn der Welt, er besaß aber nicht die Rraft, das Dunkel Anstellung im Staatsdienste angenommen. Mittlerweile zu durchdringen und nachzusehen, wo die Ursache ihres fing er an, sich nach irgend einer Beschäftigung umzusehen, Blödsinns lag; so wurde er verzweifelt, zersplitteri

, zerrissen. welche die Leere seines Lebens ausfüllen könnte. Er hörte Da verliebte er sich in ein Mädchen, das einen anderen den ersten Morgenschrei der Geister, wie sie zu erwachen heiratete. Er beklagte sich bei seinen Freunden und anfingen, und er fühlte es als eine Pflicht, teilzunehmen Freundinnen, die aber lachten ihn aus. Dann ging er an der großen Erforschung der Ursachen des menschlichen einsam, „understanden“, seinen Weg ein Stückchen weiter. Elends. Er begann zu lesen, in der Politik mitzufolgen, Er gehörte den upper ten an und nahm Teil an ihren und schrieb schließlich für eine Zeitung einen Artikel Vergnügungen, weil sie ihn zerstreuten; er verachtete' fic über die Schulfrage

. Die Folge davon war, daß er in aber und er verhehlte es nicht.

die Schulkommission berufen wurde. Jeßt entstand aber Eines abends war er auf einem Ball. Er tanzte ein Studium, denn die Fragen sollten gründlich untersucht mit einem jungen Mädchen von ungewöhnlicher Schön- werden. heit und lebhaften Zügen. Als der Walzer zu Ende war, Die Baronin lag auf ihrem Sopha und las Chateaublieb er mit ihr an der Wand stehen. Er mußte sie briand oder Muffet. Sie hatte jede Hoffnung auf die anreden, er wußte aber nicht, was er sagen sollte. Schließlich Besserung der Menschheit aufgegeben, und es peinigte sie in brach das Mädchen das Schweigen und sagte mit einem all 'dem Staub und all der Spreu zu wühlen, den Jahrharten Lachen: Sie tanzen gern, Baron? Durchaus hunderte über die menschlichen Institutionen gelegt hatten. nicht! antwortete er. Und Sie? Ich kenne nichts Indessen sah sie, daß sie mit den Manne nicht gleichen Blödsinnigeres, antwortete fie. – Er hatte seinen Mann, Schritt hielt. Sie waren wie zwei Wettrenner. The fie oder richtiger, sein Weib gefunden! Weshalb tanzen gestartet,' hatte man sie gewogen, und ihnen gleiches GeSie denin? fragte er. - Aus derselben Ursache wie Sie, wicht zuerkannt; sie hatten versprochen gleichen Schritt auf antwortete fie. Wie können Sie meine Gedanken der Bahn zu halten; alles war so gut berechnet, fie sollten

gleichzeitig den Lauf vollenden und zur selben Zeit aus fragte die Cousine, ob sie gern ins Theater ginge. Nein, dem Wettrennen treten. Jeßt aber war ihr der Mann sie ginge nicht gern hin. Sie hätte die Wirflichkeit lieber schon um eine Pferdelänge voraus. Machte sie sich jeßt als ihr Scheinbild. Sie hätte daheim eine Armenschule nicht auf, mußte sie nachbleiben.

errichtet und einen Verein für freigelassene Gefangene Das geschah denn auch! Das Jahr darauf war er gegründet. Hoho! Gerade jebt hatten sie die Frage Staatsrevisor. Er war zwei Monate fort, auf Reisen. von der Gefängnispflege auf deri Tapet. Sie konnte Jeßt fühlte die Baronin, daß sie ihn liebte, fie fühlte es ihm manche Aufflärungen mitteilen. Und man sprach an der Furcht, ihn zu verlieren, die sich ihrer bemächtigt über Gefangenenpflege, bis der Mittag vorbei war. Und hatte.

die Cousine hatte dersprochen eine kleine Schrift über das Als er zurücfam, war sie Feuer und Flamme, er Thema zu verfassen, die der Baron durchsehen und ausaber hatte den sopf voll von allem, was er auf der Reise arbeiten wollte. gesehen und gehört. Er sah wol ein, daß die Scheidungs Alles, was die Baronin vorausgesehen, traf ein. stunde da war, er wollte sie aber aufichieben, wenn es Der Herr Baron schloß eine geistige Ehe mit der Cousine, möglich war, fie verhindern. Darum fing er an, ihr in

und die Frau war überflüssig. Die Cousine aber war großen, lebendigen Bildern zu zeigen, wie diese folossale auch schön, und wenn sie sich am Schreibtisch über den Riesenmaschine, die man den Staat nennt, eingerichtet ist; Baron beugte, empfand er ein warmes Wolbehagen, ihren suchte das Getriebe der Räder zu erflären, die Mannig weichen Arm an seiner Schulter und ihren warmen faltigkeit der Wechselwirkungen, ihre Regulatoren und Atem an seiner Wange zu fühlen. Und sie sprachen nicht Hemmfetten, schlechte Pendeln und unsichere Ventile. Eine

immer von der Gefangenenpflege. Sie sprachen auch von Weile folgte sie mit, dann aber ermüdete sie. Im Gefühle Liebe. Sie glaubte an die Liebe der Seelen, und sie ihres Zurückbleibens, ihrer Unbedeutendheit warf sie sich erklärte so deutlich, wie sie vermochte, daß eine Ehe ohne auf die Erziehung des Kinsies, sie wollte als musterhafte Seelenliebe Prostitution sei. Der Baron war der EntMutter zeigen, daß fie doch einen Wert befäße. Der Mann wicklung der neuen Anschauungen über die Liebe nicht würdigte dies aber nicht. Er hatte sich mit einem guten gefolgt und fand, das seien harte Worte, sie hätten aber Kameraden verheiratet, und jeßt hatte er eine gute Bonne. doch etwas für sich. Wer konnte da helfen, wer konnte alles voraussehen?

Die Cousine hatte aber auch andere Eigenschaften, Ihr Haus war nunmehr voll von Reichstagsab- die unschäßbar waren für eine rechte geistige Ehe. Sie geordneten und Beamten; und die Herren sprachen beim Mittagessen über Politik. Die Frau beschränkte sich dar

fonnte den Tabat vertragen und rauchte Zigaretten. Die auf acht zu geben, daß untadelhaft servirt würde. Der Folge davon war, daß sie nach dem Diner mit ins Baron hatte doch die Umsicht, an jede Seite der Wirtin

Herrenzimer ging und über Politik sprach. Dann war

sie bezaubernd. Von leisen Gewissensbissen ergriffen, einen jungen Sekretär zu feßen, der sie über Theater und

fonnte der Baron dann einen Augenblick aufstehen, zu Musif unterhalten konnte, die Baronin aber lenkte das

seiner Frau ins Kinderzimmer gehen, ihr und den Gespräch immer auf Kindererziehung. Beim Dessert ver

Kleinen einen Ruß geben und fragen, wie es ihnen ginge. gaß man nie auf das Wol der Wirtin zu trinken, un fich dann Hals über Kopf in das Zimmer des Herrn nicht. Der Baron kehrte in ausgezeichneter Stimmung

Und die Baronin war dankbar, aber glücklich war sie zu flüchten, und rauchend die Politif fortzusetzen. zur Gesellschaft zurück, wie nach einer erfüllten Pflicht Dann ging die Baronin ins Kinderzimmer und

und blieb dort. Zuweilen wurmte es ihn, daß seine Frau, fühlte mit Bitterkeit, daß er ihr jeßt voraus war,

als die feine, nicht mit dabei sein konnte, und er fühlte soweit voraus, daß sie ihn nie mehr einholen fönnte sich halbwegs herabgezogen durch diesen Druck. Er arbeitete während der Abende viel zu Hause und

Als der Frühling fam, reiste die Ccusine nicht nach arbeitete bis in die Nacht hinein, dann hatte er sich aber Haus, sondern begleitete sie nach einem Badeort

. Dort immer eingeschlossen. Wenn er später sah, wie verwaifi arrangirte sie eine Dilettantenvorstellung, und sie und der seine Frau war, schuitt es ihm ins Herz, fie hatten sich Baron spielten zusammen, natürlich Liebhaber und Liebja aber nichts zu sagen. Sie hatten sich nie etwas zu haberin. Mit der ebenso natürlichen Folge, daß die jagen gehabt. Mitunter aber, wenn die Arbeit ihn anefelte , empfand er eine Leere, eine Dürre, eine Sehnsucht ferien, und die Liebe fing Feuer. Gemeinsame Interessen,

Flamme emporschlugdie Gefangenenpflege bekam Sommer. nach etwas Warmem, Intimem, wovon er sich erinnerte in

dieselben Anschauungen und vielleicht ähnliche Seelenseiner Jugend geträumt zu haben. Jedes derartige Gefühl

veranlagung. aber wies er von sich als eine Untreue, und er hatte eine

Die Baronin hatte Muße gehabt über ihre Stellung hohe Vorstellung von den Pflichten gegen seine Frau Um ihr das Leben etwas erträglicher zu machent, schlug nachzudenken. Eines Tages sagte sie zum Manne, es er vor , fie solle eine Cousine, von der fie immer sprach, wäre beffer sich scheiden zu laffen, weil es doch zwischen

nen vorbei sei. Das wollte er im Grunde nicht, und und die er nie gesehen, auffordern, zu ihnen zu kommen und während des Winters bei ihnen zu bleiben. Das

er wurde verzweifelt. Die Cousine sollte zurüdgeschickt war schon lange der Wunsch der Baronin gewesen, jetzt werden, und sie würde sehen, ob er ein Mann von aber, als die Frage erörtert wurde, wollte sie es nicht. Ehre sei. Sie wollte es ganz bestimmt nicht. Der Mann forderte

Die Cousine wurde fortgeschickt. Nun fing dic Gründe, sie haite aber keine. Das reizte seine Neugierde, Korrespondenz an. Die Baronin mußte alle Briefe und zuleßt gestand fie, daß ihr bange vor der Cousine fei; lejen. Sie wollte nicht, der Baron verlangte es aber. sie würde ihr ihren Mann éntziehen, er würde sich in fie Schließlich gab er nach und las seine Briefe für sich: verlieben. Das wäre doch ein merkwürdiges Mädchen, und zuleşt kam die Cousine zurück! Da brach es los! die müssen wir sehen. Die Baronin weinte imd warnte, Der Baron hatte endedt, daß er ohne sie nicht leben der Baron aber lachte, und die Cousine kam.

fonnte! Was war zu tin! Sich trennen? Das hieße sterben! Fortseßen! Unmöglich! Eine Ehe auflösen, die

nach der jetzigen Einsicht des Barons Prostitution war, Es war Mittag. Der Baron_fam nach Hause, und sich heiraten? Ja, das war das einzig Ehrenhafte, müde wie gewöhnlich, hatte die Cousine und seine Neu wenn es auch schmerzlich war. gierde nach ihr vergessen. Sie seßten sich zu Tisch. Der Baron Das wollte sie aber nicht! Sie wollte nicht, daß es

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