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*+ -- für Sitter at Utr. –+– 1832 begründet

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Sriedrich Hebbel und die Familie Rousseau.
(Ungedruckte Briefe.)

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Herausgegeben von Fritz Lemmermayer.

VIII.
Paris den 17. August 18 44

Dies Mal, meine verehrteste Freundin, erhalten Sie denn einen wahren Geschäfts-Brief, wegen deßen ich Sie gleich im Anfang um Verzeihung bitte Ich übersende Ihnen Hiebei zur gütigen Behändigung an Ihren Herrn Vater die mir von der Erlanger Facultät vorgelegten Fragen und eine Anweisung zum Belauf von 100 Gulden auf Hoffmann & Campe in Hamburg. Ueber letztere zuerst ein Wort. Ich konnte mir wohl denken, daß die Zögerung der Zahlung dieses Geldes einen bestimmten Grund haben müße und erhielt hierüber noch an demselben Tage, wo ich Ihrem Herrn Vater zum letzten Mal geschrieben hatte, Auskunft von Campe. Er schrieb mir, Campe in Nürnberg sey zwar sein Bruder (ich wußte dies gar nicht aber er stehe seit länger als 20 Jahren in keiner Verbindung mehr mit ihm und könne deshalb auf ihn kein Geld anweisen, sey jedoch erbötig, eine von mir auf ihn ausgestellte Anweisung, die sich, wie er wiße (ich weiß es nicht und kann es nicht wißen) in Ansbach ohne Schwirigkeiten ausgeben laße, augenblicklich zu zahlen. Er setzte mir sogar das Familien-Geheimniß auseinander und ich kann wohl begreifen, daß er nach einem solchen Zwiespalt mit seinem Bruder Nichts mehr zu thun haben mag; eben so schickte er mir eine Berechnung, wie viel 100 Gulden in Preuß. Cour. ausmachten. In der Hoffnung nun, daß mein geschäftskundiger Verleger, der in solchen Dingen gründlicher unterrichtet ist, als ich unseliger Poet, sich hinsichtlich der Leichtigkeit, in Ansbach eine Anweisung auf Hamburg auszugeben, nicht täusche, habe ich eine solche beigeschlossen. Sie haben meine Antwort wahrscheinlich schon einige Tage früher erwartet, als sie bei Ihnen eintreffen wird; ich hätte Ihnen jedenfalls umgehend geschrieben, wenn ich nicht durch eine unaufschiebliche Arbeit in Anspruch genommen gewesen wäre. Campe hat den Druck meiner Maria Magdalena so sehr beschleunigt, daß er fast schon zu Ende ist und verlangte nun die Dedication an den König von Dänemark; ich hatte, da ich die letzte Zeit sehr von Kopfweh geplagt war, sie liegen laßen und mußte sie meinem dumpfen Kop nur mit Gewalt abdringen und das hat mir mehrere Tage weggenommen. Gestern habe ich die Dedication abgesandt, heute bin ich an die Beantwortung der Fragen gegangen und ich denke sie noch mit der Nachmittagspost schicken zu können. Aus Ihrem letzten Brief schließe ich, daß diese Angelegenheit dann bis zum Frühling wird hinstehen können, ohne sich darum zu zerschlagen, und daß die Facultät mir den Titel eines Doctors der Philosophie, den ja allerdings heut zu Tage auch noch außer den sieben Weisen Griechenlands einige Leute führen, auch noch im nächsten Jahr bewilligen wird, denn, wenn das Gegentheil der Fall wäre, so hätte Ihr Herr Vater es mir gewiß zu wißen gethan. Glauben Sie mir, daß die Mühe, die ich Ihnen Beiden in dieser Sache verursache, sehr peinliche Gefühle in mir erwekt und daß ich mir fast unverschämt vorkomme. Es war mir ordentlich schmerzlich, daß ich, als ich das letzte Mal an Ihren Herrn Vater schrieb, wegen äußersten Zeit-Mangels nicht wenigstens einige Zeilen des Danks, für die aufopfernde Freundlichkeit, womit sie meinen Wünschen für Italien entgegen gekommen

waren, beischließen konnte. Ich danke Ihnen denn jetzt, obgleich ich

auf einem Papier, worauf schon Facultätsfragen und Preußisches Courant besprochen sind, die zarten Angelegenheiten des Geistes und der Seele kaum erwähnen mag. Wenn ich bedenke, wie wiel Güte und Liebe Sie und Ihre ganze verehrte Familie einem Menschen, den sie gar nicht kennen und der Ihnen zu seinem großen Schmerz auch gar Nichts seyn kann, da ihn wenigstens bis jetzt die Verhältniße nicht so weit begünstigt haben, Ihnen auch nur die allergeringste Gefälligkeit erzeigen zu können, schon erwiesen haben und nicht aufhören, zu erweisen, so erfaßt mich tiefe Rührung und ich sehe hierin einen Ersatz für Manches, was mir nicht ganz mit Recht auferlegt worden ist und fortwährend auferlegt wird. Es ist jetzt meine Absicht, gegen Ende August, spätestens, wenn nicht ganz besondere

Krank werde ich in Italien gewiß nicht, im Gegentheil gesund, denn endlich werde ich diesen Moloch, der mich zu beschweren anfängt, ja wohl los werden. So sehr ich mich freuen würde, in Rom von Ihnen einen Brief zu empfangen, so bekenne ich doch daß ich nicht den geringsten Anspruch darauf habe und daß Sie im Gegentheil noch von mir eine Antwort zu erwarten haben, die Sie für diese entschädigt.

Mademoiselle
Mademoiselle Ch. de Rousseau
d,
Anspac
affranchi r. W” aviere.
IX.

Verehrteste Freundin!

Ich fühle die ganze Schuld eines so langen Stillschweigens, wie das meinige war, glauben Sie es mir. Seit meiner Abreise aus Paris haben Sie keine Zeile mehr von mir empfangen. Verzeihen Sie! Ich konnte mich nicht entschließen, an Sie oder Ihren Herrn Vater zu schreiben, ohne meiner Verpflichtung gegen letzteren zu genügen, und dazu war ich nicht im Stande, ohne ein kostbares Manuscript, das ich wenigstens nie zum zweiten Mal besitzen werde, zu verschleudern. Daher mein Zögern. Jetzt kann ich Ihnen freilich nur ein trockenes Inhalts-Verzeichniß der letzten anderthalb Jahre schicken, statt Sie an dem Inhalt selbst Theil nehmen zu lassen. Wer kann Weintrauben malen, die er schon gegessen hat? Auch ist meine Gegenwart jetzt so gewichtig, daß ich auf die Vergangenheit, selbst auf die nächste, nur einen flüchtigen Rückblick werfen kann Also in aller Kürze: ich war etwa 9 Monate in Rom und 6 in Neapel, in Rom krank, in Neapel gesund. Meine italiänischen Eindrücke habe ich in einen Band von Epigrammen und anderen Gedichten, die ich erst in einiger Zeit erscheinen zu lassen beabsichtige, niedergelegt. Es werden sich meine besten Sachen darin finden, und ich muß mein Freunde darauf verweisen. Ihnen werden sie schon aus dem Grunde größere Befriedigung, wie manches Frühere von mir gewähren, weil sie hellere Stimmungen ausdrücken. Ich glaube, Jonas, der Prophet, hat sich zuletzt an den Wallfisch-Bauch gewöhnt und es sich bequem darin gemacht; wie sollte man sich nicht auch nach und nach an die Welt gewöhnen!

Eins der Epigramme heißt:

Fromm verlangt Ihr mich, Götter? So macht mich glücklich!
Ich werd' Euch
Niemals fürchten, Ihr wißt's, aber ich liebte Euch gern!

Eine kecke Herausforderung, nicht wahr? Aber – sie hat geholfen! Wie? werden Sie fragen. Hier die Antwort. Ich habe eine Braut und wahrscheinlich schon in 4 Monaten eine Frau.

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