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+ - für Sitteratur.

1832 begründet

Union
Herausgegeben von Etto Heumann - Fdofer.
von

Deutsche Verlags.Hejelsdaft Josepb Lehmann.

Berlin u. Stuttgart Redaktion: 23erlin W., Lütow: Ufer 13. #rideint jeden Eonnabend. Preis 4 Mart vierteljährlid. Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (17r. 3589 der Postzeitungsliste), jowie vom Verlage des „Niagazin" entgegengenommen. Anzeigen 40 Pig. die dreigespaltene Petitzcile.

a Preis der Einzelnummer: 10 Pig. Bo

63. Jahrgang.

Berlin, den 20. Januar 1894.

Ir. 3.

Auszugsweiser Nadıdruch jämtlicher Artikel, außer den novellistisden und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Linbefugter madidrucli lvird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt. Inhalt: Litteratur, Wissenschaft und öffentliches Leben: iFriedrich Nietidhe: Ileber die Zukunit uníuer Vildun::- Anstalten. 3 weiter

Vortrag Forii. und Ediluiz Sp. (15. Friedrid) Hebbel und die samilie Noujicau. lingedruckte Bricie herausgegeben von Fritz Lemmernener Ep. 71. Siriitian Dahl: Das dänische Litteraturjahr. Ep. 75. Fritz stoegel: Fantasien nach

Klingerichen Nadirungen. Sp. 79). Bai-miing Tiien: li wa. Ein chinejiiches Sittenbild. Sp. 42. Bildende Kunst: M. 9. Chronik der bildenden siníte. EP 91.

Ueber die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. leicht und schön jie auf ihr schritten und wie imgelenk Eachs, im Auftrag der

oder gespreizt die andern hinter ihnen dreinfolgen. „Afademischen (Bejellschajt“ in Vaiel gchalicne, pentliche Vieden.

Erst durch eine solche Zucht befommt der junge

Mensch einen physischen Efel vor der jo beliebten und Von

so gepriesenen ,Eleganz“ des Stils umjerer ZeitungsFriedrich pietidhe.

Fabrif Arbeiter ind Romanschreiber, vor der „gewählten

Diftion" linjerer Litteraten, ind it mit einem Schlage ;} weitir Portrag lišortickung und Schluj;'.

und entgiltig über eine ganze Reihe von recht fomischen „ „Vergleichen wir dieie drei angeblichen Ziele des Fragen und Strupeln hinausgehoben. Blaube jedod) nieGymasius mit der Wirklichfeit, die wir in Betreff des mand, daß es leicht ici, jein (efühl bis 311 jenem phydeutschen Interrichts beobadieten: was sind diese Zicle 311 sischen Efel auszubilden: aber hoffe auch memand, auf meist im gewöhnlichen (Sebrauche? --- Verlegenheitšausflüchte, einem anderen Wege 311 einem ästhetischen llrteile 311 für den Kampf und Krieg crdacht und wirklich auch zur · fommen, als auf dem sornigen Pfado der Sprache, und Betäubung deš (Segneis uit genug geeignet. Denn wir zwar nicht der jprachliten foridung, sondern der sprachvermoditen am deittjden linterricht nidits zu erfennen, lichen Selbstzicht. was irgendwie an das flajiiici-antife Vorbild, an die „Hier muß es jedem crn that sich Bemühenden jo antife Großartigkeit der sprachlichen Erzichung erinnerte: ergehen, wie demjenigen, der als erwachsener Menich, die formale Bildung" aber, die durch den bejagten deutschen etiva als Soldat, genötigt ist, gehen 311 lernen, nachdem Ilnterricht circicht wird, crivie: fich als das abjolute Be er vorher im Gehen roher Dilettant und Empirifer war. licben der „freien Persönlichfeit", D. h. als Barbarei ind Es find mühjelige Monate: mai fürchtet, dass die Schuen Anarchie; und was die „Ocranbildung zur Wificnidari" als reifen möchten, man verliert alle Dojiung, dass die Folge jenes Inierrid is beirijit, jo ierden umjere (Germa- . fünstlich imd bewust erlernten Bewegungen und Stellungen musten mit Billigkeit abzuschäben haben, wie wenig zur · der süße jemals bequem und leicht ausgeführt werden: Blüte ihrer Wissenschafi gerade jene gelehrtenhaftei 011- ; man sieht mit Schreden, wie ungeschickt und roh man fänge auf dem Gymnasium, wie viel die Persönlichkeit Fuß vor fuis iegt, und fürditet, jedes (Wehen verlernt einzeluer Universitätslehrer beigetragen hat. – 31 Summa: 311 haben und das redite Sehen nie 311 lernen. llnd das Gymnasiun venjäumt bis jcbt das allererste uud plötzlich wiedeum merkt mait, daß aus den fünstlich nächste Objekt, an dem die wahre Bildung beginnt, die eingeübten Bewegungen bereits wieder eine neue 'Hes Muttersprache: damit aber fehlt ihm der natürlidie frucht: wohnheit und zweite Natur geworden ist, und daß die bare Boden für alle weiteren Bildungsbemühungen. Denn; alte Sicherheit imd Seraft des Schrittes gestärft und erst auf Gund einer strengen, fiinjtterijd) jorgfältigen , selbst mit einiger førazie im Hefolge zurüdfehrt: - jeft sprachlichen Zucht und Eitte erstarft das richtige (Sefühl weiß man aud), wie schwer das (Sehen ist, und darf sich für die Größe unserer Silaisifer, deren Anerkennung von über den rohen Empirifer oder über den elegant sich Seiten des Gymnasiums bis jet fast nur auf zweifel- i gebärdenden Dilettanteil des Gehens lustig machen. haften ästhetisireiden Liebhabereien einzelner Lehrer oder lInsere „clegant“ genannten Schriftsteller haben, wie ihr auf der rein stofflichen Wirkung gewisier Tragödien und Stil beweist, nie gehen gelernt: und an unjeren GiniRomane ruht: man muß aber selbst aus Erfahrung utafien lernt man, wie unsere Schriftsteller beveijen, wissen, wie schwer die Sprache ist, man muß nach langem nicht gehen. Mit der richtigen Gangart der Sprache Sudien und Ringen auf die Bahn gelangen, auf der aber beginnt die Bildung: welche, wenn sie nur ridhtig unsere großen Didter schritten, um nachzufühlen, wie begonnen ist, nachher" auch gegen jene „eleganten“

:

Schriftsteller eine physische Empfindung erzeugt, die man wenn man bedenkt, wie sich das Gymnasium von den deut. Efel" nennt.

schen Klassikern und von der deutschen Sprachzucht eman: „Hier erkennen wir die verhängnisvollen Konsequenzen zipirt hat." Mit einem Sprung ins Blaue kommt niemand unseres jeßigen Gymnasiums: dadurch, daß es nicht im ins Altertum: und doch ist die ganze Art, wie man auf Stande ist, die rechte und strenge Bildiing, die vor allem den Schulen mit antifen Schriftstellern verkehrt, das Gehorsam und Gewöhnung ist

, einzupflanzen, dadurch, redliche Kommentiren und Paraphrasiren unserer philudaß es vielmehr besten Falls in der Erregung und Be logischen Lehrer ein solcher Sprung ins Blaue. fruchtung der wissenschaftlichen Triebe überhaupt zu Das Gefühl für das flajsijch-Hellenische ist nämlich einen Ziele kommt, erklärt sich jenes so häufig anzit eiu jo seltenes Resultat des angestrengtesten Bildungstreffende Bündnis der Gelehrsamkeit mit der Barbarei fampfes und der künstlerischen Begabung, daß nur durch des Geschmads, der Wissenschaft mit der Journalistif. ein grobes Misverständnis das Gymnasium" bereits den Man kann heute in ungeheurer Allgemeinheit die Wahr Anspruch erheben fann, dies Gefühl zu wecken. Jul nehmung machen, daß unsere Gelehrten von jener welchem Alter? In einem Alter, das noch blind herumBildungshöhe abgefallen und heruntergesunken find, die gezogen wird von den buntesten Neigungen des Tages, das deutsche Wesen unter den Bemühungen Goethes, das noch keine Ahnung davon in sich trägt, daß jenes Schillers, Lessingå und Winckelmanns erreicht hatte: Gefühl für das Hellenische, wenn es einmal erwacht ist, ein Abfall, der sich eben in der gröblichen Art von sofort aggressiv wird und in einem unausgeseşten Kampfe Misverständnissen zeigt, denen jene Männer unter uns, gegen die angebliche Stultur der Gegenwart sich ausdrücken bei den Litteraturhistorikern ebensowol als in jeder muß Für den jetzigen Gymnasiasten sind die Hellenen Geselligkeit, ja fast in jedem Gespräch unter Männern als Hellenen tot: ja er hat seine Freude am Homer, aber und Frauen, ausgeseßt sind. Am meisten aber und am der Roman eines iinserer neitesten Dichter fesselt ihn doch schmerzlichsten zeigt sich dieser Abfall gerade in der bei weitem stärker: ja, er verschluckt mit einigeni Wolpädagogischen, auf das Gymnasium bezüglichen Litteratur behagen die griechische Tragödie und Komödie, aber so

„Es kann bezeugt werden, daß der einzige Wert, den ein recht modernes Drama berührt ihn doch ganz anders. jene Männer für eine wahre Bildungsanstalt haben, Ja, er ist, im Hinblick auf alle antifen Autoren, geneigt, während eines halben Jahrhunderts und länger nicht ähnlich zu reden, wie der Sèunstästhetifer Hermann Grimm. einmal ausgesprochen, geichweige denn anerkannt worden der einmal in einem gewundenen Aufsatz über die Venus ift: der Wert jener Männer als der vorbereitenden von Milo fich endlich doch fragt: ,,Was ist mir diese GeFührer und Mystagogen der klassischen Bildung, an stalt einer (Böttin? Was nützen mir die Gedanfen, die deren Hand allein der richtige Weg, der zum Altertum fie in mir erwachen läßt? Orest und Dedipus, Iphigenic führt, gefunden werden kann. Jede sogenannte klassische und Antigone, was haben sie gemein mit meinem Herzen?" Bildung hat nur einen gesunden und natürlichen Aus Nein, meine Gymnasiasten, die Venus von Milo geht gangspunkt, die fünstlerisch ernste und strenge Gewöhnung euch nichts an: aber eure Lehrer ebenjowenig – und das im Gebrauch der Muttersprache: für diese aber und für ist das IInglück, das ist das Geheimnis des jeßigen Gymdas Geheimnis der Form werden nur wenige von innen rasiums. Wer wird euch zur Heimat der Bildung führen, heraus, aus eigener Sraft zu dem rechten Pfade geleitet, wenn eure Führer blind sind und gar noch als Sehende während alle anderen jene großen Führer und Lehr- sich ausgeben! Wer von euch wird zu einem wahren meister brauchen und sich ihrer Hut anvertrauen müssen. Gefühl für den heiligen Ernst der Kunst fommen, wenn Es giebt aber gar keine flassische Bildung, die ohne ihr mit Methode verwöhnt werdet, selbständig zu stottern, diesen erschlossenen Sinn für die Form wad)sen könnte! wo man euch lehren sollte, 311 sprechen, selbständig zu Hier, wo allmählich das unterscheidende Gefühl für die ästhetisirent, wo man euch anleiten sollte, vor dem Runft. Form und für die Barbarei erwacht, regt sich zum ersten werf ändächtig zu sein, selbständig 311 philosophiren, wo Viale die Schwinge, die der rechten und einzigen Bil. man euch zwingen sollte, auf große Denfer zu hören; dungsheimat, dem griechischen Altertum, 311 trågt. Frei- alles mit dein Resultat, daß ihr dem Altertum ewig fern lich würden wir bei dem Versuche, uns jener itnendlich bleibt und Diener des Tages werdet. fernen und mit diainantenen Wällen umschlossenen Burg ,,Das Heilsamste, was die jetzige Institution des des Sellenischen zu nahen, mit alleiniger Hilje jener Gymnasiums in sich birgt, liegt jedenfalls in dem Ernste, Sdwinge nicht gerade weit fommen: sondern von neutem mit dem die lateinische iind grichische Sprache durch eine brauchen wir dieselben Führer, dieselben Lehrmeister, ganze Reihe von Jahren hindurch behandelt wird: hier unsere deutschen Klassiker, um unter dem Flügelschlage lernt man den Respekt vor einer regelrecht firirten Sprache, ihrer antifen Bestrebungen selbst mit hinweggerissen 311 vor Grammatik und Lerifon, hier weiß man noch, was werden dem Lande der Sehnsucht 311, nach

nach ein Fehler ist und wird nicht jeden Augenblick durch den Griechenland.

Anspruch infommodirt, daß auch grammatische und orthoVon diesem allein möglichen Verhältnisse zwischen graphische Grillen und lliarteni, wie in dem deutschen unseren Klassikern und der flasiischen Bildung ist freilich Stil der Gegenwart, sich berechtigt fühlen. Wenn nur faim ein Laut in die altertümlichen Mauern des dieser Respekt vor der Sprache nicht so in der Luft hängen Gymnasiums gedrungen. Die Philologen sind vielmehr bliebe, gleichsam als eine theoretische Bürde, von der unverdrossen bemüht, auf eigene Hand ihren Homer man sich bei einer Muttersprache sofort wieder entlastet! und Sophofles an die jungen Seelen heranzubringen Gewöhnlich pflegt vielmehr der lateinische oder griechische und nennen das Resultat ohne weiteres mit einem illis Lehrer selbst mit dieser Muttersprache wenig Ilmstände zu beanstandeten Euphemismus ,,klassische Bildung". Möge machen, er behandelt sie von vornherein als ein Bereich, jeder an seinen Erfahrungen prüfen, was er von auf dem man sich von der strengen Zucht des Lateinischen Homer und Sophokles, an der Hand jener unverdrossenen und des Griechischen wieder erholen darf, auf dem wieder Lehrer, gehabt hat. Hier ist ein Bereich der aller die lässige Gemütlichkeit erlaubt ist, mit der der Deutsche häufigsten und stärksten Täuschungen und der unabsichts alles Heimische 311 behandeln pflegt. Jene herrlichen lich verbreiteten Misverständnisse. Ich habe noch nie Uebungen, aus einer Sprache in die andere 311 überseßen, in' dem deutschen Gymnasiumi auch nur eine Faser die auf das Heilsamste auch den fünstlerischen Sinn für von dem vorgefunden, was sich wirklich „klassische

flallische die eigene Sprache befruchten fönnen, sind nach der Seite Bildung“ nennen dürfte: und dies ist nicht verwunderlich, i des Deutschen hin niemals mit der gebührenden kategori.

schen Strenge und Würde durchgeführt worden, die hier, 1 deutschen Romanschreiber mit jedem auch weniger namals bei einer indisziplinirten Sprache, vor allem not tut. haften französischen oder italienischen: auf beiden Seiten Neuerdings verschwinden auch diese Uebungen immer dieselben zweifelhaften Tendenzen und Ziele, dieselben mehr: man begnügt sich, die fremden klassischen Sprachen noch zweifelhafteren Mittel, aber dort mit künstlerischem zu wissen; man verschmäht es, sie zu fönnen.

Ernst, mindestens mit sprachlicher Korrektheit, oft mit „Hier wird die gelehrtenhafte Tendenz in der Auf- Schönheit verbundent, überall der Wiederflang einer fassung des Gymnasiums wieder sichtbar: ein Phänomen, entsprechenden gesellschaftlichen

alles weldjes auf die in früherer Zeit einmal ernst genommene unoriginal, schlotterig, im Hausrocke des GedanHumanitätsbildung: als Ziel des Gymnasiums ein auf, fens und des Ausdrucks oder unangenehm gespreizt, flärendes Licht wirft. Es war die Zeit unserer großen dazu ohne jeden Hintergrund einer wirklichen Dichter, d. h. jouer wenigen wahrhaft gebildeten Deutschen, gesellschaftlichen Form, höchstens durch gelehrte Manieren als von dem ausgezeichneten Friedrich August Wolf der und Kenntnisse daran erinnernd, daß in Deutschland der nienie, von Griechenland und Rom her durch jene Männer verdorbene Gelehrte, in den romanischen Ländern der strönende klassische Geist auf das Gymnasium geleitet fünstlerisch gebildete Mensch zum Litteraten wird. wurde; seinem fühnen Beginnen gelang es, ein nenes Mit dieser angeblich deutschen, im Grunde unoriginalen Bild des Gymnasiums aufzustellen, das von jeßt ab nicht Kultur darf der Deutsche fich nirgends Siege versprechen: etwa nur eine Pflanzstätte der Wissenschaft, sondern vor in ihr beschämt ihn der Franzose und der Italiener allem die eigentliche Weihestätte für alle höhere und und, was die geschickte Nachahmung einer fremden Kultur edlere Bildung werden follte.

betrifft, vor allem der Russe. Von den äußerlich dazu nötig erscheinenden Maß „Um so fester halten wir an dem deutschen Geiste regelit sind sehr wesentliche mit dauerndem Erfolge auf fest, der sich in der deutschen Reformation und in der dič moderne Gestaliung des Gymnasiums übergegangen; | deutschen Musik offenbart hat und der in der ungcheuren nur ist gerade das wichtigste nicht gelungen: die Lehrer Tapferkeit und "Strenge der deutschen Philosophie selbst mit diesem neuen Geiste zu weihen, – sodaß sich in und in der neuerdings crprobten Trenie des deutschen zwischen das Ziel des Gymnasiums wieder bedeutend Soldaten jene nachhaltige, allem Scheine abgeneigte von jener durch Wolf angestrebten Humanitätsbildung Kraft bewiesen hat, von der wir auch einen Sieg über entfernt hat. Vielmehr hat die alte, von Wolf selbst jene modische Pseudokultur der „Jeßizeit“ erwarten überwundene absolute Schäßung der Gelehrsamkeit und dürfen. In diesen Sampf die wahre Bildungsschule der gelehrten Bildung allmählich, nach mattem Kampfe, hineinzuziehen und besonders im Gymnasium die herandie Etelie des eingedrungenen Bildungsprinzips cinge wachsende niente Generation für das zu entzünden, was nommen und behauptet jeit wieder, wenngleich nicht mit wahrhaft deutsc) ist, ijt die von uns gehoffie Zufunftss der früheren Offenheit, sonderit maskirt und mit ver tätigkeit der Schule: in welcher auch endlich die sogehülltem Angesicht, ihre alleinige Berechtigung. llnd daß nannte „klassische Bildung" wieder ihren natürlichen es nicht gelingen wollte, das Gymnasium in den mäch Boden und ihren einzigen Ausgangspunkt erhalten wird. tigen Zuig der klassischen Bildung zu bringen, lag in Eine wahre Erneuerung und Reinigung des Gymnadem undeutschen, beinahe ausländischen oder kosmo siums wird nur aus einer tiefen und gewaltigen Erneuerung politischen Charakter dieser Bildungsbemühungen, in und Reinigung des deutschen Geistes hervorgehn. Sehr dem Glauben, daß es möglich sei, sich den heimischen geheimnisvoll und schwer zu erfassen ist das Band, Boden unter den Füßen fortzuziehen und dann doch welches wirklich zwischen dem innersten deutschen Wesen noch feststehen 311 fönnen, in dem Wahne, daß man in und dem griechischen Genius jich knüpft. Bevor aber die entfremdete Hellenische Welt durch Verleugnung des nicht das edelste Bedürfnis des cchten deutschen Geistes deutschen, überhaupt des nationalen Geistes gleichiam nach der Hand dieses griechischen Genius wie nach einer direkt und ohne Brücken hineinspringen föme.

festen Stutze im Strome der Barbarei hascht, bevor aus „Freilich muß man verstehen, dicjen deutschen Geist diesem deutschen Geiste nicht eine verzehrende Sehnsucht erst in seinen Verstecken, unter modischen lleberkleidungen nach den Griechen hervorbricht, bevor nicht die mühsam oder unter Trümmerhaufen, aufzusuchen, man muß ihn erruingenie Fernsicht in die griechische Heimat, an der so lieben, um sich auch seiner verfümmerten Form nicht Goethe und Schiller fich erlabten, zur Wallfahrtsstätte zu schämen, man muß vor allem sich hüten, ihn nicht der besten und begabtesten Menschen geworden ist, wird mit dem zu verwechseln, was sich jetzt init stolzer Ge das klassische Bildungsziel des Gymnasiums haltlos in bärde als „, deutsche Kultur der Seitzeit“ bezeichnet. Mit der Luft hin- und herflattern: und diejenigen werden dieser ist vielmehr jener Geist innerlich verfeindet: und wenigstens nicht zu fadeln sein, welche eine noch so begerade in den Sphären, über deren Mangel an Kultur dränkte Wissenschaftlichkeit und Gelehrsamkeit im Gymjene „Jetztzeit“ zu flagen pflegt, hat sich oftmals gerade nasium heranzichen wollen, um doch ein wirkliches, festes jener echte deutsche Geist, wenngleich nicht in anmutender und immerhin ideales Ziel im Auge zu haben und ihre Form und unter rohen Aeußerlichkeiten, erhalten. Was Schüler vor den Verführungen jenes glißernden Fantoms dagegen sich jeßt mit besonderem Dünkel ,,deutsche Kultur“ zu retten, das sich jetzt „Kultur“ und „Bildung“ nennen nennt, ist ein kosmopolitisches Aggregat, das sich ziim läßt. Das ist die traurige Lage des jeßigen Gymnadeutschen Geiste verhält, wie der Journalist 3u1 Schiller, ins: die beschränktesten Standpunkte find gewisserwie Meyerbeer zu Beethoven: hier übt den stärksten maßen im Recht, weil niemand im Staude ist, den Einfluß die im tiefsten Fundamente ungermanische Zivili- Ort zu erreichen oder wenigstens zu bezeichnen, wo alle sation der Franzosen, die talentlos und mit unsicherstem diese Standpunkte zum Unrecht werden." Geschmack nachgeahmt wird und der deutschen Gesellschaft „Niemand ?" fragte der Schüler den Philosophen und Presse, Kunst und Stilistik in dieser Nachahmung mit einer gewissen Rührung in der Stimme und beide eine gleißnerische Form giebt. Freilich bringt es diese verstummten. Kopie nirgends zu einer so fünstlerisch abgeschlossenen

(Fortfeßung folgt.) Wirkung, wie jene originale, aus dem Wesen des Nomanischen hervorgewachsene Zivilisation fast bis auf unsere Tage sic'in Frankreich hervorbringt. Ilm diesen Gegensatz nachzuempfindeni

, vergleiche man unsere namhaftesten

Friedrich bebbel und die Samilie Rousseau.

Hinderniße eintreten, am 1. Sept. Paris zu verlaßen und dann

direct nach Rom zu gehen. Meinen Aufenthalt in Frankreichs (Ungedrudte Briefe.)

Hauptstadt würde ich gern noch verlängern, aber ich kann nicht, Serausgegeben von Fritz Lemmermayer.

denn wenn noch Geld für die Reise nach Italien übrig bleiben soll,

so muss ich mich endlich auf den Weg machen Längst wäre ich VIII.

fort, wenn die Berliner mich nicht so lange mit falschen VorspiegeParis den 17. August 1:41 lungen hingehalten hätten, denn dann hätte ich das Stück gleich im Dies Mal, mieine verehrteste Freundin, erhalten Sie denn einen Frühling drucken laßen, ich hätte es, während nun Alles in der wahren Geschäfts-Brief, wegen deßen id Sie gleich im Anfang um äußersten Eile gehen muß, bequem nach Copenhagen schicken und Verzeihung bitte Ich übersende Ihnen Hiebei zur gütigen Behändigung dann weiter Heisen fönnen. Doch, wozu ein Lied aus Aber und an Ihren Herrn Vater die mir von der Erlanger Facultät vorgelegten Wenn! Die Post geht sogleid), für eine eigeutliche Beantwortung Fragen und eine Anweisung zum Belauf von 100 Gulden auf Ihres lieben Briefs vom July halten Sie diese nicht, wird sie später offmann & Campe in Hamburg. lieber leştere zuerst ein Wort. von Italien oder Deutschland aus erfolgen. Ein großes Gedicht: Ich konnte mir wohl denken, daß die Zögerung der Zahlung dieses Thorwaldien habe ich neulich im Telegraphen erscheinen laßen, Geldes einen bestimmten Grund haben müße und erhielt hierüber vielleicht kommt es Ihnen zu Gesicht. Canipe meint, es werde mid) noch an demselben Tage, wo ich Ihrem Herrn Vater zum lekien in Rom bei der Künstlerwelt sehr gut introducieren, es ist möglich. Mal geschrieben hatte, Auskunft von Campe. Er schrieb mir, Campe Für Rom hat Campe mir eine Adreße gegeben, wohin ich, wie er in Nürnberg jer zwar sein Bruder (ich wußte dies gar nicht, aber meint, meine Briefe am besten adresierer: laße, da dies seit 50 Jahren er stehe seit länger als 20 Jahren in feiner Verbindung mehr mit alle Deutsche thun: Cafe del Greco. Ich mui; schließen, die Zeit ihm und könne deshalb auf ihn fein Geld anweisen, jer jedoch drängt. Noch einmal die Bitte um Entschuldigung wegen dicjos erbötig, eine von mir auf ihn ausgestellte Anweisung, die sich, wie Geschäftsbriefs! Mit den herzlichsten Grüßen und Empfehlungen er wiße (ich weiß es nicht und kann es nicht wißen) in Ansbach an Ihre verehrten Eltern & Geschwister ohne Schwirigkeiten ausgeben laße, augenblidlich zu zahlen. Er

Jhr aufrichtiger Freund septe mir sogar das Familien-Geheimniß auseinander und ich kann

Friedrich Hebbel. wohl begreifen, daß er nach einem solchen Zwicipalt mit seinem Hirank werde ich in Italien gewiß nicht, im (Begentheil gesund, Bruder Nichts mehr zu thun haben mag; eben so schidte er mir denn endlich werde ich diesen Molod), der mid) zu beschweren anfängt, eine Berechnung, wie viel 100 Gulden in Preuß. Cour. auầmachten. ja wohl los werden. So sehr id) mich freuen würde, in Nom von In der Hoffnung nun, daß mein geschäftsfundiger Berleger, der in Ihnen einen Vrief zu empfangen, jo bekenne ich doch daß ich nicht solchen Dingen gründlicher unterrichtet ist, als ich unseliger Poet, den geringsten Anspruch darauf habe und daß Sie im Gegentheil sich hinjichtlich der Leichtigkeit, in Ansbach eine Anweisung auf noch von mir eine Antwort zu erwarten haben, die Sie für diese entschädigt. Hamburg auszugeben, nicht täusche, habe ich eine solche beigeschlossen.

Mademoiselle Sie haben meine Antwort wahrscheinlich schon einige Tage früher

Mademoiselle Ch. de Rousicait Crwartet, als sie bei Ihnen eintreffen wird; ich hätte Ihnen jeden

à falls umgehend geschrieben, wenn ich nicht durch eine unaufschiebliche

Anspac Arbeit in Anspruch genommen gewesen wäre. Campe hat den affranchir.

Pavicre. Druck meiner Maria Viagdalena jo sehr beschleunigt, das; er fast schon zu Ende ist und verlangte nun die Dedication an den König

I. von Dänemark; ich hatte, da ich die legte Zeit schr von Kopfweh

Verehrteste Freundin! geplagt war, sie liegen laßen und mußte sie meinem dumpfen Kopf Ich fühle die ganze Schuld eines so langen Stillschweigens, wie nur mit Gewalt abdringen und das hat mir mehrere Tage weg das meinige war, glauben Sie es mir. Seit meiner Abreise aus genommen. Gestern habe ich die Dedication abgesandt, heute bin Paris haben Sie keine Zeile mehr von mir empfangen. Verzeihen ich an die Beantwortung der Fragen gegangen und ich denfe sie Sie! Ich konnte mich nicht entschließen, an Sie oder ihren Herrn noch mit der Nachmittag post schicken 311 können Aus ihrem legten Kater zu schreiben, ohne meiner Verpflidtung gegen lepteren zu geBrief schließe ich, daß dieje Angelegenheit dann bis zum Frühling nügen, und dazu war id) nid)t im Stande, ohne ein kostbares wird hinstehen fönnen, ohne sid) darum zu zerschlagen, und daß die Manuscript, das ich wenigstens nie zum zweiten Mal besitzen werde, Facultät mir den Titel eines Doctors der Philosophie, den ja zu verschleudern. Daher mein zögern. I'ßt fann ich ihnen freilich allerdings heut zu Tage auch noch außer den sieben Weiien Griechen nur ein trođenes Inhalts-Verzeichniß dir lebten anderthalb schre lands einige Leute führen, auch noch im nächsten Jahr bewilligen schicken, statt Sie an dem Inhalt selbst Theil nchmen 311 laijen. wird, denn, wenn das Gegentheil der Fall wäre, jo hätte jhr merr Wer kann Weintrauben malen, die er schon gegeven hat? Auch ist Vater es mir gewiß zu wißen gethan. Glauben Sie mir, daß die meine Gegenwart jegt so gewichtig, daß ich auf die Vergangenheit, Mühe, die id) Ihnen beiden in dieser Sache verursache, sehr pein- jelbst auf die nächite, nur einen flüchtigen Nückblid werfen fann liche Gefühle in mir crwelt und daß ich mir fast unverschämt vor Aljo in aller stürze: id) war etwa 9 Monate in Rom und 6 in fomme. Es war mir ordentlich schmerzlich), dajz id), als ich das Neapel, in Rom frank, in Picapel geiund. Meine italiänischen Einleßte Mal an Ihren Herrn Vater schrieb, wegen äußersten Zeit-Mangels drüde habe ich in einen Band von Epigrammen und anderen Ge: nicht wenigstens einige Zeilen des Dant's, für dicaufopfernde Freuridlich-dichten, die id; erst in einiger Zeit crscheinen zu lassen beabsichtige, feit, womit sie meinen Wünschen für Italien entgegen gekommen niedergelegt Es werden sich meine besten Sadiin darin finden, und waren, beischließen konnte. Ich danke ihnen denn jeßt, obgleich ich ich muß mein: Frcunde darauf verweijen. Ihnen werden sie schon auf einem Papier, worauf schon Facultätsfragen und Preußisches aus dem Grunde größere Befriedigung, wie mandes frühere von Courant besprochen sind, die zarten Angelegenheiten des Geistes und mir gewähren, weil sie hellere Stimmungen ausdrüden. jch glaube, der Seele kaum erwähnen mag Wenn ich bedenfe, wie wiel (Güte Jonas, der Prophet, hat sich zuletzt an den Wallfisch-Bauch gewöhnt und Liebe Sie und jhre ganze verehrte Familie einen Menschen, und es sich bequem darin gemacht; wie sollte man sich nicht aud) den sie gar nicht kennen und der ihnen zu seinen großen Schmerz nach und nach an die Welt gewöhuen! auch gar nichts seyn kann, da ihn wenigstens bis jetzt die Verhält Cins der Epigramme heißt: niße nicht so weit begünstigt haben, ihnen auch nur die allergeringste

Fromm verlangt Ihr mich, Götter? co mad)t mich glidlich! Gefälligkeit erzeigen zu fönnen, schon erwiesen haben und nicht auf

Ich werd' Euch hören, zu erweisen, fo criaßt mich tiefe Rührung und ich sehe hierin Niemals fürchten, ihr wist's, aber id) liebte Euch gern! einen Ersat für Manches, was mir nicht ganz mit Recht auferlegt Eine fece Herausforderung, nicht wahr? Aber sie hat ges worden ist und fortwährend auferlegt wird. Es ist jeßt meine holfen! Wie? werden Sie fragen. Hier die Antwort. Id habe Absicht, gegen Ende August, spätestens, wenn nicht ganz besondere eine Braut und wahrscheinlich schon in 4 Nionaten eine Frau.

Im Oftober verließ ich Rom und kam über Ancona und Triest Durdhurbeitung meiner Komödie: „Der Diamant, welche id) fur nach Wien In Wien wollte ich nur 14 Tage bleiben, sie waren das Beste halte, was ich gemacht habe und jenials machen werde verstrichen und ich stand im Begriff, abzureisen, als ich auf die jo, daß ich mich nur schwer davon zu trennen vermag. nierkwürdigste Weise festgehalten wurde, und zwar auf dem Wege llncndlid würden Sie mich erfreuen, wenn Sie mir redbt bald zur Post, wo ich einen Plaß nehmen wollte. Herr von Zerboni di einige Zeilen antworten möchten, und zwar erbitte id) mir Ihren Sposetti, Gutsbesißer ans Gallizien, hatte die Judith gelesen und Brief, da ich selbst im fotel wohne, unter Adresse meiner Braut. wünschte, den Verfasser zu sehen; ich lernte in ihm einen vortreff Mit den herzlichsten Empfehlungen an Ihre verehrungswürdige Frau lichen Mann und glühenden Enthusiasten für mich kennen und lieg

Mutter und Ihre Fräulein Schwestern mich leicht überreden, nod) einige Zeit in Wien zu verweilen. Jeßt

Ihr freundschaftlichst ergebenster wurde ich in fürzester Frist das, was man den Lion der Saison

Fr. Sebbel.

Adr.: nennt, alle Streise der Literatur, wie der Gesellschaft berührten sich um Fräulein Christine Enghaus, faijerlid) fönigl. Vofichauspielerin mich, die Journale wurden nicht müde, von mir zu sprechen, genug.

Josephstadt, Quergasje No. 2:24 mir wurde viel Champagner vorgeseßt und ich fürchte fast, daß ich im

I. Anfang ein klein wenig betrunken geworden bin. In der Concordia,

Hochwohlgeborner Herr Regierungsrath. einem literarischen Verein, in den ich eingeführt ward, sagte mir ein

och zuverehrender Herr! hiesiger Dichter*), daß Fräulein Enghaus, erste Schauspielerin am

Ilm Threr Verzeihung für die späte Beantwortung Ihrer geehrten' f. f. Hof-Burgtheater, sich seit Jahren Mühe gebe, meine judith auí

Quichrift vom 2. May, die mir jedod) erst den 11. zu Händen kam die Bühne zu bringen, und erbot sich, mich ihr vorzustellen. Jd jah

siderer zu seyn, gebe ich mir vor allem die Ehre, Ihnen meine am fie, und schon beim vierten Sehen verlobten wir uns mit einander.

26. d. M vollzogene eheliche Verbindung mit Fräulein Enghaus Hiermit ist alles gesagt. Was meine Braut als Künstlerin be

anzuzeigen Da ich natürlich nicht vorbereitet war, indem ich bei deutet, wissen Sie vielleicht und ich wünschte Ihnen den Genuß, jie

meiner Abreise nad Frankreich nicht daran denken konnte, daß ich einmal in einer ihrer großen Rollen zu schen. Ich selbit habe nie

mich auf dem Rückweg verheirathen würde, so hatte ich mit dem einen mächtigeren Eindruck im Theater erfahren, als von ihrer Chriem

Herbeischaffen von Papieren so viel zu thun, daß ich kaum noch hild in Raupachs Niebelungen hort, so über alles Maaj elend das Meister meiner Gedanken, nicht aber meiner Stimmung, und noch Machwerk an sid, auch ist. Sie werden es mir zutrauen, daß ich nicht

weniger meiner Zeit blieb So lebhaft ich also auch von den Inhalt mit den Augen des Liebhabers, sondern des Diditeră sah. Aber das

Shres werthen Briefs gerülirt wurde, und so sehr mich mein Herz fomut gar nid)t in Betracht gegen ihren menjdlichen Werth. Sie

drängte, Ihnen meine Gefühle sogleich auszudrüden, so war es mir war schon sehr unglücklich und ist unendlich sdwer geprüft worden,

doch, da ich nun einmal Nichts, was mit dem Gemüth zusammen aber, so lange die Welt steht, haben wohl nur wenige einen solchen

hängt, wie ein Geschäft abthun fann, unmöglich, früher, als jeßt, Seelenadel, ein so reines edles Gerz aus einem Flammenbad, wie

dazu zu f011:men Sen Ihnen ein verspäteter Danf darum nicht das ihrige, gerettet Ich glaube nicht, daß ihr jemand in's Auge minder werth! Sie haben feurige Kohlen auf meinem Haupt sehen fann, ohne sie zu lieben, die Güte ihres Weiens ist unwider

gesammelt, indem Sie, statt mein ungebührlich langes Stillschweigen stehlich). Hönnie ich ihnen nur ihr Bild schicken! Aber so oft jie

übel zu nehmen, in neuer Bethätigung ihres väterlich - freundichaft(chon lithographirt wurde: auch nicht als Sdjatten-Nij fann ich

lidhen Wohlwollens mir mit höchster Zuvorkommenheit mein Doctors ein's dieser Portraits anerkennen! Ich liebe fie, wie id) noch nie

Diplom, das mir jeßt sogar besonders zu Statten kam, besorgten. geliebt habe und werde eben so von ihr geliebt. Ein Tag bringt Den Wechsel, der mir von dem Handlungshause Stamet-Mayer mir jeßt mehr Glück, wie ehemals ein ganzes jahr Sie ist lebens

präsentirt tvurde, habe ich gleich

) bejahlt; ich werde mich Ihnen aber länglich mit 5000 Gulden C. Mbeim Hofburgtheater engagirt, ihre

für mein ganzes Leben für Ihre Hülfe in ciner entscheidenden Crisis Stellung erlaubt uns daher, und zu heiraten, sobald wir wollen

zu ewigem Tant verpjlidhtet fühlen, denn ohne Ihr edelmüthiges und es wird in wenigen Monaten geschchen. Auch ich selbst habe

Darlehn hätte ich nicht nach Copenhagen gehen können, und an die ausgezeichnetsten Aussichten. Alles was Tumpfheit und Bosheit

diese erste Neise haben sich alle übrigen geknüpft. Es ist ein wahrer mir in den Weg legte, ist beseitigt, ich finde in Bezug auf mich ein

Schmerz für mid), das mein unvergeßlicher Freund, Jhr vortrefflider ganz anderes Deutschland vor, als id) vor drei Jahren verließ, die

Sohn, mich nur zu einer Zeit gekannt hat, wo ich, mitten im EntNation fängt an, den tiefen sittlichen Gehalı meiner Produktionen

widlungsprozeß begriffen und mich weit mehr dem völligen Verzu ahnen. . Die M. M., die man unmoralisch zu nennen den Muth zweifeln an mir je. bst, als dem Vertrauen auf die Zukunft und der hatte, während sie die echte Moral gerade aus ihrer dicken unmoralischen Dojfnung auf endliche Lösung zuneigend, kaun wohlthätig auf irgend Siruste herausschälen will, ist von der Kritif mit Enthusiasmus auf

cine tiefere Menschen-Natur einwirken konnte. Wie ganz anders ist genommen worden, man hat sie in (Botha, Lidenburg, Königsberg

es jest um mich bestellt! Nicht zwar, daß in dem Sinn von Glück und schon gespielt, die ersten Schauspieler in Berlin geben sie jeßt auf

Versöhnung bei mir die Rede seyn könnte, worin die meisten Menschen cigene Hand auf einem Privattheater, und ohne Zweifel wird

ihrer genießen; aber ich habe doch endlich aud das Schiff, worauf eine öffentliche Aufführung bald folgen. Man fann mich nicht

ich fahre, betrachten gelernt, statt des Oceans, der es trägt. llnd länger ablehnen, es giht nicht; selbit hier, wo ganz andere Hinder

gewiß bin ich jebt jo glüdlich geworden, als ich seyn fann. Meine nisse zu besiegen sind, werden meine Werke Bresche schießen. Tas

Frau ist die edelste Seele von der Welt, und wie sie die Verwirrungen ist mir, weniger meinet- als der Sache jelbst wegen, lieb, denn für

meiner Lebenslage, so habe ich die der ihrigen gelöst. Ich liebe jie die Kunst giebt es nur noch Nettung auf dem Wege, den id) einschlug,

unendlich, und was ist Höheres auf Erden zu finden, als ein Wejen, jeder andere geht in Ning herum,

das alle im Zrren schweifenden Wünsde magnetisch an fich fesselt? Gestern Abend cmpsing ich durch meinen Freund Gurlitt aus

Wo sich zwei Menschen umarmen, da bilden sie einen Kreiß! Nom den fleinen schriftlichen Gruß, den Sie für mid durch Prof.

Erhalten Sie mir jhr Wohlwollen, genehmigen Sie von mir Canstadt bestimmt hatten Es rührt mich, das Sie und die lieben

und meiner Frau die herzlichsten Empfehlungen an Sie, Ihre geIhrigen meiner trop meines jo langen Stillschweigens noch freundlich

ehrte Frau Gemahlin und jhre ganze Familie, und erlauben Sie gedacht haben und ich fühle mich in meinem (Bewissen wieder be

den Beischluß eines Blattes und einer Lithografie für Ihr Fräulein ruhigt; in meinem Gefühl, hätte ich sagen sollen, denn für das Gewissen

Todyter. bleibt Sünde Sünde und, die verzichen, schmerzt zuweilen doppelt. Mit der vollkommensten Bochachtung Jeßt bin ich mit einer neuen Tragödie Julia beschäftigt, worin

Ew. Hochwohlgeboren wieder eine schwere sociale Collision dargestellt werden wird. Jedoch

ewig ergebenster

Fr. Hebbel. rüdt die Arbeit nur langsam vorwärts und ich verwende von der wenigen

Wien. den 6. Juny 1840. Zeit, die ich meinem Herzen abdringen fann, die meiste auf möglichste

Sr. Dochwohlgeb.:

dem Herrn Regierungsrath Dr. v. Rousseau *) Otto Brechtler.

frei.

in Ansbach.

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