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dritte, die Landschaft wäre das beste uid fäme immer eines Bildes liegt in seinen malerischen Qualitäten! höher, der vierte, sie würde immer schmieriger und trübe Die Malerei ist nicht die Hieroglyphenschrift eines Poeten, seliger, der fünfte, die Verrückten nähmen reißend zu, sondern ein Singen und Tönen in Formen und Farben. der sechste, die alten Herren könnten nichts mehr ii. 1. W. Sie ist vollwichtig in sich, wie die Instrumenialmusik 11. s. w.

und bedarf nicht des Wortes, der von außen herzuUnd wenn ich als noch irgendwer mich zu den getragenen, sagen wir der litterarischen Ideen. übrigen geselle, so kann ich ein gewisses Recht hierzu nur Unser ganz und gar kunstfeindliches und finnblödes darin erblicken, daß ich alles das und noch vieles andere modernes Erziehungssystem hat unendlich viele für alle weder finden noch beweisen will, daß ich weder für die anderen Eindrücke als jene, die sich durch unanfechtbare Alten noch für die Jungen, weder für die Fantasten Schlüsse als irgend etwas Tatsächliches ausdrücken lassen, noch die Naturalisten mich eingeschworen habe, daß ich verdorben. Weit mehr, als man glaubt

, als sie selbst

, mich aber vor nichts verschließen will – ist doch die die Sinnblöden, es glauben. Aber während sie, you Individualität immer an sich beschränkt genug ohne dem Lehrja gepeinigt, daß Kunstverständnis ein ernstes künstliche Scheuflappen, wenngleich es auch wieder nichts Bildungserfordernis sei - als ob es nicht freudige Gebesseres als Individualität gibt. Ich wanidle freuz und nußfähigkeit wäre!

Ich wandle freuz und nußfähigkeit wäre! -- von außen her mit ihrem einzigen quer, ob sich nicht von selbst ein Richtweg vor mir auf- entwickelten Organ, einer dünnen Tatsachenbeobachtung tut; ich suche ihn, doch ohne Eilfertigkeit und Sorge, und schematisirten Lebensbetrachtung, in die Geheimnisse luge vielmehr in alle Richtungen, was vielleicht am Ende eines Kunstwerkes einzudringen mit blödem Philologenliegt

das heißt: ich möchte das alles so tun. witz sich mühten, haben die Künstler dieser leßten zivanizig Und da scheint mirs, als ob ohne mein besonderes Ver- fahre in brünstigem Mühen, sehnenden Erschauern und dienst der Richtweg plößlich vor mir läge.

heiliger Freude tiefer und tiefer von innen heraus die Seit ich Bilder der Bilder, nicht des Gegenständlichen Ítatur nachgelebt; sie, die neuen, die echten Künstler, nicht wegen, beschaue, also anfange, mich um bildende Kunst die Bildermiadher und Akademiestuhlgänger.

Und sit tiefer zu bemühen, hat die Entwicklung der Malerei haben in reichem Siegeszige ganze Provinzen des mancherlei Bahnen verfolgt. Ich habe dabei allmälig Malerisch-Schönen neu erobert. Sie führten uns in die gelernt, Zeter- und Siegešgeschrei gleich mištrauisch 311 Herrlichkeiten des lindjeitibaren, sie entdeckten uns das betrachten. Ich habe wie alle gelernt, das große pubii- Charakteristische im „Haßlichen“, jie gewannen Macht über kun zu verachten und freue mich daneben ganz diebisch brennende Sonne wie braiiende Niebel und traumhaftes der lustigen Tatsache, daß die Künsiler dazu auch nodi Zwielicht. die Kunstschreiber verachten als Leute, die nichts von Die Entwicklung der modernen Malerei ist also Kunst verstehn, daß aber die Künstler gemeinhin von nichts geringeres als eine Neueroberung der ganzen malc„Kunst“ auch nicht mehr verstehn, nur ihre Kunji. Nun rischen Natur. Aber sie ist auch Eroberungszig insoferni, hatten wir aber bis in die allerjüngste Zeit eine Strömung, als der Kampfesdrang häufig ein ganz freies Aufschalen die den Glauben hochbrachte, “wer seine Kunst könne, verhinderte, als die Freude vielfac) unterging im gurgelnden habe die Kunst. Mit anderen Worten: das Technische Ringen, als die Ruhe des Sieges, das Einfahren der hatte über das Metaphysische gesiegt. Sagt mans fo | Kampfesernte noch nicht erfolgt sind. absolut, so muß es cum grano salis verstanden werden. Aber es will mir scheinen, als ob wir vor diejeni Nur die — Techniker haben jemals rein daran geglaubt, Augenblick ständen. daß Kunst nur Technik sei; die Photographen wollten Ein neuer King in der Kette der Kunstentwicklung eben gern noch Künstler heißen. Aber soviel lehrt ein will sich schließen; der Analyse folgt die Synthese. Mai häufiges Wandeln durch die Bilderreihen der Ausstellung beginnt sich im Bejiß al des Neiten zu fühlen, was mit Sicherheit: der Kernpunkt der Entwicklung liegt uns die moderne Malerei gebracht hat, von der intimen augenblicklich nicht mehr im Reintechnischen wie noch Landschaft über Freilicht und Impressionismus hinweg vor wenigen Jahren, ja nicht einmal niehr jo im Neues bis zu den Schotten. Ilnd man geht deshalb daran, Sehenlernen, wie bei der Freilichtmalerei. Eine neue diesen Besik zu verwerten. War bisher die Natur die Periode scheint sich vorzubereiten, eine Periode wesentlich Herrin gewesen, jo beginnt jeßt die persönlich feit sie veränderter Schaffenstriebe. Es ist im Stern der Sache zu meistern. Man lebte die Natur nach, so lange sie ein Vordringen des Innerpersönlichen, des Subjektiven täglich noch neue Reize dem liebevoll Suchenden offenbarte; über das Objektive.

man fühlte das Wiederklingen der eigenen Seele in jedemi Dies wird näher nachgewiesen werden inüssen. Ausschuitt der Welt, desjen iinentdeckte Schönheiten der

Seit dem Sturze der blasjen Ideekunst, dem merf- Künstler sid) zu eigen machte; man ging auf in dem von würdigen, aber echten Kinde einer größelojen, weltflüch- außen Gegebenen und fühlte sich selbst dabei wachselt, tigen verhegelten Zeit, ist jedes Vorschreiten der Malerei wurde darin zur Persönlichkeit. Nun aber suchen ein Vorschreiten zum jpezifisd) Malerischen. Wir wissen, die Persönlichkeit gewordenen, die Besißenden, die Sprachdaß dies zielbewuste Drängen zuweilen in der brutaljten mächtigen der Malerei nach Darstellung des eigenen Form auftrat, wissen, daß das Publikum zwar nicht init Suern durch die Natur.

Natur. Bewust wird die eigene Feuer und Schwert, aber mit ftohlföpfen und Rüben- Stimmung in die Natur hineingetragen, während bisher feldern zu der Einsicht befehrt werden sollte, nicht das die der Natur mit liebevollster Jnbrunst erspäht und W as, sondern das Wie mache die Malerei. Das wiedergegeben wurde. Aus der Naturstimmungslyrik ist Publifum aber wurde nicht bekehrt, denn die Menge ist die Malerei zur fubjeftivsten, innerlichsten Lyriť hinüberfarben- und formenblind, sie hat nicht sehen gelernt geglitten. Denn es ist ein ganz almäliger Prozeß geund hat darum auch keine Freude am Šehen gelernt! wejen, ališgehend vom Impressionismus, der das Ich

und dod), die Maler haben recht! Immer wieder, ge- durch die Form des Sehens zuni mächtigen Faktor machte, rade des sinnblöden Publikums wegen, das sich um die fortgeführt dann durch die Schotten, deren Wesen bereits Schildereien für Grusel-, Skandal-, Sensations- oder jubjektivste Stimmungsnalerei ist. Und das Schlußglied Geschlechtserregung drängt und vor neueni, ungewöhnl- ist der Syinbolismus. lichen Farbenproblemen sich unverschämt besserwissend Ich will dem Symbolisinus feinten bakchischen Jubels gebärdet, muß es in allen Zungen, von der des Profeten, gerang anstimmen. Er ist mir, der ich leidenschaftslos, bis zu der des Spötters, gepredigt werden: der Wert doch

) anteilfreudig auf die ganze Entwicklung zu schauen

suche, nur Symptom, nicht Gipfel der Kunst. Aber das Und darin steckts! Darin steckt sowol der Haß jener Simptomatische wird auch dem Grobnervigeren in die kleinherzigen Könner, die in ihrer Spezialität zu höchster Augen springen, wenn er die lustige Tatsache vernimmt, Meisterschaft gelangt find, gegen Kunsiphilosophen“ wie daß einer unserer tüchtigsten Akademiker und heroischesten Malerpoeten", als auch das Sehnen, aus dem VirtuosenLandschafter seinen Schülern bereits - Vorlesungen über tum zum höchsten Menschentum. Darin liegt aber doch Symbolismus halten will.

die eigentliche Synthese. Im großen Menschentum neben Eine Bewegung muß doch erst eine gewisse Macht dem großen Künstlertum. llnd daß man dies wieder erlangt haben, ehe die Erfolgsüchtigen sie farifiren! Ach fühlt, ist ein Fortschritt

, entschieden. Nicht eigentlich ja, und es wird schwerlich eine Bewegung geben, die so für die Kunst an sich aber für die Gejamtkultur, der viel des blühenden Blödsinns, des frankhaften und Alb dann freilich doch wieder auch der Kunst zugute kommt. geichmackten als Nebenproduft zit erzeitgen geeignet ist als Ich glaube einmal daran: die Zeit, die nach dem der Symbolisinus. Man kann den Eingang zu ihm recht großen Künstler und Menschen drängt, gebiert ihn auch. wolin jenem Biide in Saal 8 der Ausstellung ver lind so ists eine Johanneszeit, in der wir leben, da der finnbildlicht sehen, das unten schwarze, nebelhafte Finsternis, Größere sich bereits ahnen läßt. oben befränzle Ochsensihädel zeigt die Ochsenköpfc Freilich, dem Nichtgroßen nützt in der Kunst, für brauchten nur nicht maceriit zii sein; sie sind noch ganz sie, das Sehnen, die fünstliche Aufblähung zur Bersönlebendig!

lichkeit, auch nichts. Da un andrerseits das Genie Ich fasse dabei – dies zur Verständigung voraus von selbst zugleich Menschen- und Künstlerpersönlichkeit benierst Symbolismus nid)t mr als eine Richtung, ist, so wird es "flar, daß die neue Strömung zur Herdie das Uebernatürliche darstellen will, sondern im weitesten vorbringung des Genies eigentlich nichts leisten kann; Sinne als das bewuste Strebeni, innerlichste Empfindungen es besser zu schäßen, kann sie nur lehren. Nur symptound Gedanken – feien es spezifisch malerische oder

spezifisch malerische oder matische Bedeutung, hat jonach der Symbolismus; an metaphysische Träume zur Darstellung bringen 311 fich ist er weder ein besonderer Segen noch ein Fluch. wollen, wobei die Naturobjekte nur mehr oder weniger Anders die Simbolisten. Hier ist die Frage – und das Werkstoff sind, d. h. 311 jenein höheren Zwecke ausgewählt ist eben überall die Kernfrage, zu der wir jeßi glücklich oder gar umgeinodelt werden.

durch die jüngste Entwicklung gekommen sind: in wie Was also im Symbolismus tipiich hervortritt ist weit ist der stünstler Persönlichkeit, das fünstlerische der Individualismus, die persönlich feit als solche, die durd) Können vorausgesetzt, und zwar mit allem Nachdruck das tunstwerk hindurchschimmert.

vorausgesetzt. Hier ist also engster Anschluß an die moderne Littera llud diese Persönlichkeiten sind die Pfadfinder. Von turbewegung wahrnehmbar. Aber wie dort ist die Ge- ihnen das nächste Mal! fahr auf diesem Gebiete außerordentlich naheliegend. Die isolirte Persönlichkeit muß sehr groß sein, uin anderen noch etwas zu fein; das Individuelle, Individuellste wir zum Einseitigen, inverständlichen, Aberwißigen.*) Es wäre einmal eingehender Betrachtung wert, wie nahe der understandene Künstler und der blutige Dilettant einander verwant sind. Für beider Ich erfüllt ihre Sunst alles, was sie von ihr erträumten; nur der Wiederhal in anderen Seelen fehlt, das allgemeinmenschliche und damit die künstlerische Klarheit, die den Monomanen von

Bürger. der großen Persönlichkeit unterscheiden.

(Gest. 8. Juni 1794.) Diese Riippe der Persönlichkeit bei unserer modernen

Von individualistischen Kunst, einer Kunst, die auch in ihren

Felir Poppenberg. reifen Erzeugnissen immer nur eine Gabe für wenige ist, wird noch viel zu wenig beachtet. Und für die Malerei zeigt sich beim Symbolismus im weitesten Sinne sogleich Ein Martyrium des Lebens und der Liebe war noch eine weitere Klippe: die Ideenmalerei, der wir vor Bürgers Erdemvallen. Das Leben hat ihi von Jugend dreißig Jahren entflohen sind.

an bunt gelockt und schmählich betrogen, der niedrigsten Sie wird wiederkonimen, mit allem gespreizten Ge- und fleinlichsten Sorgen-Fülle über ihn ergossen, in 11tue dilettirender Schöngeister, denn das Leben der Stunst würdigem Kampf hat er Talent, Mut und Kraft zerist ein ewiges Pendeln um die Gleichgewichtslage: nur mürbt und zerriebent, als ein müder Mann, legte er die großen Genies im Schwerpunkte behalten ihre Stellung. sich enttäuscht und hoffnungslos zum Sterben. Und die Statt der Maler, die „ur malen können", aber in des Liebe war ihm der Pfahl im Fleisch, den stämpfer um ganzen Könnens willen, des Malenfönnens auch mit der die Existenz umstrickten die peinlichsten Herzenswirren. Seele, doch große Künstler sind, die aber eine jede ge- Fiebernde Leidenschaft verbotener Neigung, die tiefer saß danfliche Betrachtung über ihre Kunst, jede „litterarische“ als die mit großen Worten geschilderten kleinen Ländeleien

Idee in ihr für journalistisches Geschwefel hälten, werden mancher Zeitgenossen, nagte geiergleich an seiner Seele; wir die Schönredner wiedersehen init großen Gedanken, wie zum grausamen Spiel ward ihm auf kurze Zeit Erdie auch Bilder malen - aber was für welche !

füllung seiner brennenden Wünsche, der nur zu bald der Und doch! Einen Fortschritt bezeichnet doch der schwerste Schlag durch den Tod der „Einzigen“ folgt; Symbolismus: die unbewuste Anerkennung, daß auch die doch am grausamnsten spielte ihm die Liebe noch an seiner höchste Malerei an sich noch nicht die – höchste Kunst

höchste Kunst | Tage Ausgang mit; sie narrte ihn mit frischen Wangen ist. Daß die Idee doch noch ein Pius ist, ein Siimuiand, und blanken Øugen, häufte den Fluch des Spottes auf der zu allen malerischen Qualitäten hinzutritt

, als Ueber- sein vertrauendes Haupt und flog hohnlachend davon, fluß an guten Werken, als ein Zeichen, daß der große einen Siechen, in der Wurzel Gebrochenen, Dodgeweihten Künstler solcher Bilder auch ein großer Mensch ist! zurücklasjend!

Doch in seiner Lebens Wildnis leuchtete die Poesie. *) Ein lehrreiches Beispiel bringt unsere heutige Chronit. Er war ein Dichter und er hat die Zeit überdauert. Das

Echte, das er geschaffen, wirkt heut hundert Jahr nach) erlagen. Und das seltsamste, Frau Dorette wußte darum. seinem Tod – frisch wie einst. llnd gegen die Schlacken, Dorette war ein sanftes, stilles Frauenbild, sie sprach nicht gegen das Verfehlte, gegen so manches, das den Stempel viel, auch wenn Besuch fam war sie nur schwer zum augenbliclicher, mühsam durch Wortgetlingel übertünchter, Reden zu bewegen. Sie saß „zärtlich und fittsam auf künstlerischer Ohnmacht trägt, sind wir heut milder ge dem Kanapee. Hatte sich und ihr find in einen Mantel sinnt als die Kritiker von damals. Uns sind jene Schick gehüllt und schlug die Augen auf das Kind wie eine falsgezeichneten, denen die Hölle nur die halben Talente Madonna“. Sie war ganz Duldiing und Resignation gab, interessanter als die Ganzen und Starfen, und mit und wie Goethes Caecilie trat sie den geliebten Mann an schmerzensreichem Verstehen betrachten wir zerronnenes die geliebte Schwester ab. Die Angetraute entschloß fich Leben, zerronnes Dichten.

Bürgers Weib zu heißen und die Geliebte es wirklich zu Der Schauplaß, auf dem sich Bürgers Lebenstragödie sein", beichtet er selbst später seiner dritten Braut

. abspielt, ist ein landschaftlich eng begrenzter. Die Pfarre In Bürgers Innern kämpften in dieser Zeit schwere zu Molmerswende in der Herrschaft Falkenstein, wo seine Stürme. Er erstickte fast und konnte sich doch nicht Luft Kno antasie die erste Nahrung durch die Bibel und machen, nur der Reflex jener wilden Gemütsbewegungen, durch Waldeinsamkeit erhielt. Die Universität zu Halle, das Wellengefräusel, das von den Erschütterungen in der wo er gezwungener Theolog und ungezwungener Jünger Tiefe Kunde gibt, vibrirt in den Briefen Er spricht von des leichtsinnig-galanten Litteraturgecken Mloz war; die seinem „Hoffeit und Harren, das Verbrechen ist“, und er Universität zu Göttingen, wo er von der ihm verhaßten hofft und harrt, bis er zum „Narren und Hundsfott“ Theologie zu der ihm gleichgiltigen Juristerei überging, wird. Er klagt, daß ihni ein Geier das Herz aus dem einen Freund und Förderer seiner fünstlerischen Neigung Leibe hacke, „daß er zugrunde gehen muß, da ihm alle in Boie, und durch ihn die wirksame klingende Hilfe des Nerven erschlaffen. Matt und überdrüssig fühle er sich Vaters Gleim fand. Das Amtshaus zu Gelliehausen, wo und gleich ist ihm, ob er am Wege oder im Bett verreckt“. er als Justizamtmann des Gerichtes Altengleichen wohnt. Halb wehmütig, halb schadenfroh beglückwünscht er in I.

dieser Zeit Voß zu seiner Heirat: „weil wir angeführt Es ist das Jahr 1772. Im benachbarten Göttingen sind, so sehen wir gern, daß auch andre mit uns es feimt ein neuer Parnaß. Die Alnafreontit liegt im werden und er preist die Vernunft. „Ohne Vernunft ist Sterben und regt nur noch schwach die goldpapiernen und bleibt man ein Erzgeneralhundsfott auf Erden. Das Amorettenflügelchen. An ihre Stellé tritt in Tränen erfahre ich an meinem eigenen Leibe und Leben“. Umschmelzende Empfindsamkeit

, in deren weiches Schluchzen als hergeworfen von widerstreitenden Gefühlen suchen ihn nun feltjame Begleitung der grimme Streitruf der teutschtümelna noch, Erynnien gleich, zweifel an seinem Talent heim. den Barden, hineintönt. Die Milden paren sich mit den Er möchte den Musen entsagen, ihn überkommt jene Starken, die schnäbelnden und girrenden Taubenjünglinge Sehnsucht nach einem ehrlichen Pfahlbürgertum; und mit den „flügelklatschenden Adlern“. So entsteht der stürmischer noch schreit er aus den Tiefen seiner Qual Hainbund." In enge freundschaftliche Beziehung zu ihm nach Einsamkeit

, nach Entrüdung aus allem, was ihn tritt Bürger, doch verschreibt er sich nicht auf Tod und lachend umengt. „O Robinson Crusoes Insel! Wer auf Leben. Er bleibt immer nur der Hospitant und hält sein dir' allein wäre, umschirmet von den wolkenhohen Brandichterisches Schaffen frei, das die wahre Befruchtung dungen des Dzeans.“ Tief ergreifende, verhaltene Seufzer. erst durch den schon in der Luft gewitternden Sturm und In einem Zııstand nervöser Angst befand sich Bürger, Drang, durch Herders Apologie der Volkspoesie, durch er fürchtete sich. Briefe zu erbrechen; eine stumpfe Gleich den Homer- und Shakespearefult erhielt.

giltigkeit und Apathie senkte sich auf ihn. Er hat eine Ein hartes Leben ists, das er in Gelliehausen führt. Unruhe auf dem Balge, als ob er einen ermordet hätte. Die Geldnot, die ihn mit grausamer Treue nie verließ. Darüber geschieht denn nun platterdings gar nichts. Alles drückte und hemmte. Die Amtssorgen plagten. Er fühlte was an Briefen und Papieren ankommt, wird auf den sich als „Packesel", verfluchte die verwünschte Aktenwirt- Tisch eines übers andre geworfen, und wenn nun vollends schaft“ und klagte schmerzlich: „ich habe alle meine Poeterei so Kraut und Rüben da durcheinander liegen, so graut vergessen“.

mich noch mehr vor der Aufräumung des alten Mistes". Das Amtshaus zu Gelliehausen wird bald mit dem Zit einem aber schüttete er doch sein Herz aus; es war zu Niedeck und dem zu Wölmershausen vertauscht. Das Freund Goeding, sein Schicjálsgenolie, der ebenfalls niedecker Häuschen mit seinem blühenden Garten, wie ihn zwischen zwei Schwestern stand, mit der einen vermählt, Strodtmann beschrieben, mit seinen ragenden Pappelit

, mit der andern durch Leidenschaft verbunden. Diese Nonseinen Rosenbüschen, seiner Riesenlinde, die mit dem Laub- fessionen sind erst spät, lange nach der Strodtmannschen werk eines epheunmrankten Syringenbaumes eine ver Briefausgabe veröffentlicht worden. Glutdurchlodert, schwiegene Laube bildete, war von träumerischer Stimmung. Ichmerzzerrissen und verzweiflungsvollströmen sie dahin Niedeck und Wölmershausen geben die Bühnen des , Schai- iind erschütternder als alle seine Gedichte zeigen sie uns, spiels für Liebende“, das ins Bürgers nächste Jahre was nach einem Schopenhauerschen Wort am tiefsten packt, zeigen. Zu den Lebensuõten des Dichters kommen jeßt die „Spasmen und Konvulsionen des geängsteten menschdie Liebesnote. Das schmerzlich-süße Motiv der Doppel- lichen Herzens“. An die fünf Jahr fiecht" er nun schon liebe, das nur eine Nuance der aparten und reizvollen an seiner Liebe. Wie „ein Pferd oft desto tiefer nur in Szerzensverirrungen am Ausgang des Jahrhunderts war, den Moor sinkt, je mehr es sich herausarbeiten will“, so und dem Goethe, wie allen andern seine Zeit beherrschenden ist es ihnen ergangen. Genesing sei nicht mehr zu hoffen. seelischen Wirren, zaubergewaltigen Ausdruck lieh, hat Und zum Zeichen, wie stark seine Leidenschaft, zitire er nieniand tiefer und schmierzvoller am eigenen Leibe er aus einem Brief an Molly eine Stelle, die in ihrem fahren, als Bürger. Er heiratete die älteste Tochter des Schwung an die Psalmen, in ihrer Fieberschwüle an das hannoverschen Amtmanns Leonhard, Dorette, um nur zit hohe Lied gemahnt, ein Hymnus von „Ewiger Liebe": bald zur Erkenntnis zu kommen, daß seine Leidenschaft Wie brünstig ich dich im Geist umfange, läßt sich der jüngeren Schwester seiner Frau, Auguste, gelte. Sie mit Worten nicht beschreiben. Es ist ein Aufruhr aller wurde die Molly feiner Lieder, seine Lust und Qual, sein Lebensgeister in mir, der, wenn er sich bisweilen legt, Glück ohne Ruh.

mich in solcher Ermattung an Leib und Seele zurückläßt, Sie kämpften beide gegen die Leidenschaft, bis sie | daß ich schier den leßten Odem zu ziehen meine". Oft

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möchte ich in der finstersten sturm- und regenvollsten die Scheiding ausgesprochen. Zwei Jahre später starb Mitternacht aufspringen, dir zueilen, mich in dein Bette, Bürger. in deine Arme, kurz in daš ganze Meer der Wonne Seine einzige seiner Hoffnungen war dem totfranken stürzen und sterben .

Mann in Erfüllung gegangen. Statt, daß man ihm eine Nackend und barfuß, durch Dornen und Disteln, Besoldung in Aussicht stellte, schickte man ihm das Bettelüber Felsen, Schnee und Eis möchte er die Erde um- gnadengeschenk vor funfzig Talern. Die geistvollste Frau wandern, um sie zu erkaufen . Die fündige Liebe

der Zeit, Karoline Böhmer, schrieb damals über den inwurde beiden heilig; Bürger erzählte dem Freund von seligen: „Weißt du, daß Bürger sterben wird, in Elend, in Mollys heißem Schwur: „Nimm von mir alles, was ich Hunger und Kummer? Er hat die Auszehrung – wenn dir geben kann, und wenn ich dir alsdann jemals untreu ihm der alte Dietrich nichts zu efsen gäbe, er hätte nichts, werde, so will ich als eine Eheb recherin vor Gott er und dazu noch Schulden und iinversorgte Kinder“. scheinen." 3hre durch Leidenschaft geschmiedete Verbin So wurde ihm zu teil, was er in seinem fühnsten und dung galt ihnen also als die wahre heilige Ehe und nicht troßigsten Epigramm gesagt hatte: „sich aus der Welt jenes äußere pflichtmäßige Band, das Bürger an Dorette hinauszuhungern“. fesselte. - Die damalige Zeit hat andere Formeln für

II. ihre Gefühle als die heutige. Den modernen Menschen

Was Bürger als Dichter war, läßt sich daraus er. in seiner Gefühlsreserve, der mit zärtlicher Scheu die Gefühle in sich verschließt, und sie, statt sie ausströmen zu

jehen, daß man sein Schaffen in feine der Zeitgruppen lassen, höchstens graujam jelbst ironisirt, werden solche die Weise des Hains ein, ist Minnefänger und Barde;

einregistriren kann. Er gehört allen an. Er stimmt in Ergüsse Regenströmen aus Felsenrissen gleich

er folgt den fliegenden Fahnen der Stürmer und Dränger; fremdartig anmuten. Er wird sie für verstiegen, groß

er tummelt sich in der wildfühnen Freischar der Herder: wortig, ja für unecht ansehen.

Bei
Mit Inrecht.

jünger und schwört den Treueid auf Shakespeare und die Bürger war es nicht bloßes Strohfeuer, sondern wirflich

Volfspoesie; und er ist, was Goethe vom Lyriker verlangt jene „große Passion“. Und der „Brand war stark und

und was nieben ihm 311 dieser Zeit in einigen wenigen echt und loderte schön und lange".

Liedern nur Leniz gewesen, ein echter Gelegenheitspoet, Doreite fiechte in dieser Zeit dahin, sie spricht in

ein Ausgestalter des eigenen Erlebens. Des sind schmerzihren Briefen von der Ruhe, die nie in ihr Herz ge

lich füße Zeugen die Mollylieder.*) fommen, seit sie das Leben angefangen zu genießen, und Hier erklingen die schlichten Töne des Volksliedes. in die sie nun bald einziehen werde. Einsam geht sie An Molières ,,si le roi m'avait donné" erinnern die zwischen den beschneiten Bergen und Tälern und läßt den einfachen Zeilen: „Ja wenn ich der Regente von ganz Gedanken ihres Herzens freien Lauf. Doch das Scheiden Europa war und Molly faufen fönnte o gäb ich alles wurde ihr schwer. Das hektische Fieber wirft sie aufs her." Hier hat aber auch Sehnsuchtsqual, Servisjenspein Totenbett. Sie stirbt mit „dürstendem Trieb nach dem

und Leidenschaftstaumel den tieferschütterndsten Ausdruck Leben". Das war im Juli 1784. Ein Jahr später ver

gefunden. band fich Bürger mit derjenigen, die „seit zehn oder zwölf „Herr mein Gott, wie soll es werden, Herr mein Gott Jahren das llnglück seines Lebens gewesen war, um sie erleuchte mich", schreit er tiefer tief zu nichte geworden, dadurch zum Glück jeines noch übrigen Lebens umzii zum Himmel empor, auf der Erde weit und breit, ist schaffen. Es währt nicht lange; schon nach einem halben

ja fein Alltar vorhanden, welcher imjere Liebe weiht". Jahr stirbt Molly.

Sie ist ihm die „Eine und Einzige“, die „llnvergleichBürger ist im Innersten gebrochen und nun hat er liche“, überall hin verfolgt ihn ,Molln und Liebe". "Mit weder Glück noch Stern. Er war jeßt, nachdem er die schmerzlicher Wollust beschwört er die Bilder verrauschten Juristerei an den Nagel gehängt, Privatdozent in Göttingen, Gemuffes herauf und zaubert fich fiebernd die Reize der mit geringen Hoffnungen und noch geringerem Einkommen. Geliebten vor die Sinne, wie sein Ähne, Christian Günther

, Vermittlungen der Freunde, eigene Bitigesuche um Gehalt der fahrende Schüler und wüste Gefell, die zerwühlten schlugen fehl. Seine Vergangenheit hatte ihn nach außen | Locken; den wogenden Busen, von der Schleife nur schwach fompromittirt. Er ist zerfahren und überreizt. Sein Herz verschloffen; das Gesicht, die Malstatt feiner Rüsse“. ist „zerrissen und zerlumpt“; die „Teufel“ treiben drin ihr Der Resignation tiefste Töne hallen aus seinem Spiel. Der „Faulheitsteufel", der „Hypochondrieteufel", Schwanenlied. nicht selten aber auch, der Betäubung halber, der ,,Saus

Sonst schlug die Lieb aus mir so helle, Braus- und Schwärmteufel". In Weimar empfing ihn

Wie cine Nachtigall am Quelle. Goethe mit verleßender fühle. Schillers Rezension brachte

Nun hat sie meine Kunst geirrt,

Taß jeder Laut zum Seurzer wird. ihm viel Schaden. Sein einziger Halt war noch die

D Liebe wundersüßes Wesen, Freundschaft mit dem jungen August Wilhelm Schlegel,

Wovon die Sèranken oft genesen; der seines Meisters nie vergessen hat.

ja Tote schier vom Grab erstehn,

Mich drängest du, ins Grab zu gehn. Noch einmal wurde dann der Unglückliche von einer Leidenschaft umstrickt. Eine Stuttgarterin, das ,,Schwaben: ihm die Dichterfraft. Sein hohes Lied von der Einzigen,

Als ihm aber die Geliebte endlich wird, da verjagt mädel" Elise Hahn, trug ihm in einem schwachen Gedicht in Geist und Herzen empfangen am Altare der Vermälung“ Herz und Hand an. Der Verbitterte und Sinjanie wurde ist

, wenige Zeilen ausgenoyimen, schwülstig wie sein Titel durch dieses Juteressezeichen mächtig erregt. Ein Versge- und charakterifirt treffend jene nur zu große Schar der pläntel entspann sich, das zu einer Heirat führte und 31 Bürgerschen Gedichte, die durch pomphaften Wortprunt Bürgers llnglück. Er hatte ein oberflächliches, sinnliches, innere Leere verbergen wollen. vergnügungstoles Weib genommen, das ihn nicht mit

Seine übrige Syrit hält sich innerhalb der Schranfen einem nur, sondern mit Scharen von Galanen betrog. des Zeitgeschmacés. Es wird mythologisirt und antikisirt. Die Geschichte dieser dritten Ehe Bürgers ist ebenso wider

Der ganze Olymp wird aufgeboten, zu Vergleichen werden wärtig als uninteressant. Das Belastungsmaterial, das der verratene Gatte in einem langen Brief an die Mutter Elisens niederlegte, gehört zu den peinlichsten Aftenfaszifeln Jahr 1789 mit den Kupfern gibt die Grisebachsche „Hündertjahr.

*) Eine getreue Reproduktion der Ausgabe leßter Sand vom aus der Stanzlei unjerer Litteraturgeschichte. 1792 wurde ausgabe" der Gedichte (Berlin 1889. Verlag von Grote).

berühmte Liebespaare des Altertums und Mittelalters tiker unter den Balladendichtern hält stets auf sorgsam heraufgerufen. Hierin mischen sich die travestirenden Töne abgetönte Differenzirung der Sprache in den Rollen seiner des Bänkeljänger - Leierfastens. Anakreontische Schäfer- Personen weisen tändeln einher mit den typischen Amantennamen, der Seine Gegenwart sah nur die Schladen und Fleden bekannte Agathon findet die bekannte Selinde in den an seiner Persönlichkeit. Und er hat sich hinausgehungert bekannten süßen Träumen hingesunken. Auch das Natur aus der Welt, die ihn verstieß. gefühl ist noch ein sehr bescheidenes. Des Wiesenbaches Die Nachwelt aber ward ihin gerechter als die MitRohr, der aufgeblühte Hain, die blauen, roten und weißen welt, und hundert Jahr nach seinem Tode will man sogar Blümchen sind die harmlosen Requisiten. Das Liebespaar, ein Denkmal ihm errichten. Doch er hat fiets entbehren das durch diese simple Natur wandelt, hört „an des müssen, was seinen Werfen nun so reichlich widerfährt. — Bächleins Murmelfall das Solo einer Nachtigaữ“, oder lauscht „des Zephyrs Flug durch das Gefräusel jungen Laubes". Sein Ideal ist ein Dörfchen mit Auen, Wiesengrün und Aehrenfeldern und eine Einsiedelei von Ulmen und Rebengewinden übersponnen; am grünen Hügel weiden Lämmer, im hellen Bach, der über Silberfiesel rennt, plätschern die Schmerlen.

Derselbe Sänger solcher holden Nichtigkeiten hat aber auch das bewegte dramatische lied geschaffen wie es Herder Geistiges Leben in Frankfurt a. M. verlangte; er, der einzige neben Goethe.' Die Volkslieder

Von mit ihrer lebendigen Technik, die häufig kleine Dramen mit Hin- und Widerrede sind; die fraftvolle Wucht des

doritz Goldschmidt.
Sturms und Dranges mit seinen oft fraffen Motiven;
das Shakespeareevangelium, das nach Natur, Leben und

IV.
Charakteristik schrie, diese Dreieinigkeit befruchtete
Bürgers Balladendichtung.

Seitdem Sie meinen letzten Bericht erhalten haben, Auf malerischen Hintergrund mit wild bewegter ist manche Woche vergangen; es fehlte mir eine zeitlang Szenerie sind diese Stücke aufgebaut, wir hören nicht inr, all zusehr an Stoff

. Wir haben nämlich inzwischen unseren was vorgeht, wir sehen es auch. lind das hat vor Bürger Karneval gehabt! Eine stille Zeit bei uns – und dauert niemand zu ftande gebracht.

jo Wochen, bis endlich Aschermittwoch kommt und man Wir reiten den Todesritt der Venore mit, die Brücfen wieder anfangen kann, sich ein wenig zit amüsiren, weil donnern; zur rechten und zur linken fliegen vorbei die man sich nicht mehr von rechtswegen zu amüsiren braucht. Dörfer, Städte und Flecken. Und chaudernd hören wir Seit Jahren machen wir in der Februarzeit die uner. die Kirchhofstüren klirren und das Geheul vom Rabenstein. hörtesten Anstrengungen, in dem großen Frankfurt ein Wie riesengroße Schatten in flackernder, ungewisser lieber kleines Mainz erstehen zu lassen; doch immer vergebens. gangsdämmering nehmen sich die Gestalten aus, in atem

Man läßt sich einmal ganz gern unterhalten – aber dit Loser Hast jagt das alles vor uns vorbei und wir werden mit lieber Himmel, wie groß kann das Vergnügen von Leuten hinein in den geheimnisvoll nächtgen Spukfreis gezogen. sein, die sich nur unterhalten lassen wollen? Da ist Kolossale Wirkung wird durch den Stontrast erreicht, solch 3: B. ein großes Künstlerfest

. Mai geht hin, aber man wilde llmarmung von Tod und Leben, solch grauenvolle Ver- läßt sich nicht gehen, und nachher kann man in allen einigung von Brautbeit und Leichenschrein, Yolche „volupté Tonarten prahlend erzählen, wie man sich wieder so gut funebre hat später nur noch Goethe in der „Braut von gelangweilt habe. Die Frankfurter nehmen sich aữe furchtforinth" dichterisch gebannt.

bar ernst: da fann eine richtige Heiterkeit und AusgeGleichermaßen zwingend umfängt uns die Atmosphäre lassenheit nicht aufkommen: Prinz Karneval entflieht der Bürgerschen Kindesmörderin, der Tochter des Pfarrers lachend .. von Taubenhain. Die bihlerischen Lüfte der düsteren Lanbe „von blühenden Bohnen imdüftet“, wehen aus den schwülen Verführungsstrophen; voll brutaler Wucht ist die berichtet werden. Auch die Stätte, die eine große Künst

Von unseren Theatern fann nun wieder mancherlei grausa.ne Szene, da der Vater ihr fliegendes Haar um die Faust schlingt und mit fnotigen Riemen auf sie ein

lerin betrat, ist cingeweiht. Seitdem Eleonore Duse in schlägt; voll heilenden Jammers und herzzerschneidenden ferem Schauspielhause geweilt

, hat sich mancherlei in den

fünstlerischen Darbietungen unseres Ensembles gewandelt. Wehs das Bild der schmerzenreichsten Mutter, der sich auf

Ein ganz feines Etwas von dem Geist und Wesen der ärmlichem Lager von Reisicht und rasselndem Laube das Knäblein weinend vom Schoße windet.

wunderbaren Frau ist da zurückgeblieben, Schatten ihrer

Nunst huschen über die Szene, iind manchmal scheint es Doch nur 311 häufig wird auch die Szene zum aus dem Stimmen-Orchester unserer Schauspiel-Solisten Theater; die Bühne des Ritterdramas mit hohen Mauern

herauszutönen, ein süßer, entzückender Klang perlenden und Zinnen tut sich auf, gelblederne Ritterstiefel flirren Lachens: das Lachen der Duse; ein leiser qualvoller Ton bombastisch mit den Pfundiporen, und allzu biderbe Recken

stillen Weinens: das Weinen der Duse! — Woran es schwingen allzit renommistisch die plunipen Schwerter. eben bei uns leider noch immer ein wenig fehlt, das ist Schlimmer aber noch ist es, wenn Bürger vom Theater zum ein Programm. Das Publikum, diese Riesenvereinigung Jahrmarkt übergeht, ein großes gret gemaltes Tableau erwachsener Personen, ist nichts als ein großes Kind, das aufspannt und in beweglichen Reimen ein klägliches gröfte' Rind der Welt, und will erzogen sein. Aber man Karmen absingt. Er verstand sich dazu in übertriebenem probirt dies und probirt das id man vermag mit dieser Streben nach Popularität, uns aber tut es weh, den Erziehungsmethode natürlich nicht viel auszurichten. Wir Dichter unter den Ganklern 31 fehn in Misgestalt. haben einen Stamm sehr guter Künstler, und an Gagen

Doch auch in diesen Produkten zeigt sich unter dem werden (in Oper und Schauspiel) das Jahr gegen hohlen Kling-klang die Meisterschaft, bewegte Gruppen zu 780,000 Marf gezahlt. Wir fönnen 3. B. sehr gute gestalten, Leben und Affekt zu geben. Und der Drania- | Klassiker-Aufführungen haben, aber findet einmal, ges

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