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Weibes zu grunde lag, als der Ausdrud seiner eigenen | Und in diejem Falle werden Sie aud) mit der Prinzessin Ueberzeugung.

zufrieden sein, nicht wahr?“ Sire“, sagte Heribrand, nachdem er ehrerbietig zu „Ich werde fie anbeten wie eine Heilige“, antwortete gehört, „wenn ich nicht fürchtete, Ew. Majestät 311 be Heribrand und verabschiedete sich von Sr. Majestät. Als leidigen, so möchte ich inir noch eine Bemerkung gestatten.“ er bereits das Kabinett verlasset, erinnerte er sich plößlich. „Sprechen Sie!"

daß er seine Brille vergessen hatte, er fehrte wieder zu,,Ich glaube, ja, ich möchte sogar behaupten, daß dieses rück, und während er sie rajd vom Tische nehmen Billet nicht die leßie Mitteilung der Prinzessin war.“ wollie, stieß er unfreiwillig mit dem Aermel gegen das Der König errötete verlegen.

kleine antife Geäß. so daß es inmfippte und die Rose zu Sie sind höchstwahrscheinlich einem Wagen begegnet, Boden fiel. Der General stammelte einige Worte der als Sie hierher' famen,“ jagte er, „und daraus schließen Entichuldigung und des Bedalierus, bückte sich dabei schnell

, Cie...

um die Biunie aufzuheben, tastete auf dem Fußboden Nein, Sire“, antwortete Heribrand, „das nicht“, umher, erfaßte stait des Stieles die Blume selbst und und seine Augen hefteten sich auf einen Punkt des Arbeits- legte sie wieder in das Gefäß. Die Roie war fast un. tisches. Der König bemerkte es, doch da er soweit nicht versehrt geblieben; nur ein einziges Blatt war zerdrüdt sehen fonnte, riet er falsch.

und hatte sich losgelöst. „Ein seidner Faden hat genügt“, meinte der König Der König sah dies alles. Er blieb unbeweglich und errötcte noch stärker als vorhin ..

vor demn Ramin stehen und sprach kein Wort. Seiii „Doch nichi“, erwiderte der General lächelnd, „die poctischer Sinn, sein Zartgefühl, jein fast weibliches GeSeidenjchnur ist nicht mehr da, ebenso wenig wie die müt wurden durd) jede Plumpheit beleidigt; die geringste Blume ...

Zersireitheit der ihn umgebenden Personen berührte ihn Der König näherte sich seinem Arbeitstische und bc- unangenehm Der geistreichste und gebildetste Mann wäre merkte darauf zwei zarte, moosähnliche Fäjerchen und ill leiner Auditing gajitiken, irelli er die Äsche einer Bieinen fast unscheinbaren feuchten Fleck auf der Lederver: garcite stait sie auf den Aschbecher 311 schütten auf den kleidung des Tisches.

Teppich hätte fallen lassen, und die schönste und liebeng„Ich mache fein Geheimnis daraus und habe sie nidt würdigste Frau hätte in seinen Augen von ihrer Auverborgen", erwiderte der König lebhaft, als Sie ein.

„als Sie eine ziehungskraft viel eingebüßt, wenn die im Gespräch mit traten, hätten Sie sie wol jehen fönnen.“

ihm aus Versehen einen Tropfen Thee auf ihre Robe Es wäre aber in der Tat sehr schwer gewesen, in verschüttet hätte. dem Fache cines seltsam geformten, antiken Bücherichranfes Volterraš Lafrymaiorium aus Alabaster zu entdecken, welches die mysteriöse Blume enthielt. Voilà!“ jagte der König, indem er Heribrand das

Nachdem Heribrand das Palais verlassen hatte, ver. fostbare antike Gefäß hinreichte. Es war eine volle heri.

Finserten sich des Königs Züge. Der Anblick des abgeliche Rose, welche wie schnachtend dalag, die zarteni, fast fallenen Blattes und der in seinen Augen entweihten Rose durchicheinenden Blätter halb cufaltet: das Bild eines

erfüllten ihn mit einein gewissen Misbehagen. Er nahm begehrenswerten Weibes, das sein Derz erschliest und mit

das abgefallene Blatt und warf es ins Kaminfeuer. göfilichem Lächeln ein süßes Versprechen zuflüstert.

Dann gedachte er der eben gehabten Iluterredung, „Ich femie fie“, sagte Seribrand, indem er den wol. und infolge seiner Misstimmung erschien ihm die Gestalt tienden Duft einsog. „auch ich liebe die Rojen". Es ist

des Generals antipathisch, deffen Stimme rauh. Die die France Herrliches Exemplar! Magnifique!“

strengen Worte, die der General gesprochen, famen ihm Besser eine Alliance mit dieser France als mit der riod; schroffer vor, als sie in Wirklich: eit gewesen waren, andern!"" Er neigte sich noch einmal zu der Blume hinab, während ihm seine liebevollen Worte weniger aufrichtig dann wandie er sich ziim König und versuchte, ihm mit dünften. deutlichen, warmen überzeugenden Worten die Unzweck

Indem er noch über die Ratichläge des Generals mäßig feit ciner französischen Allianz und dessen unver

llachdachte, betäubte ihn der starke Duft der Rose und er meidliche schlimmie Folgen klarzulegen und begreiflid) 311

crinnerte sich plößlich der Bedeutung, die der General machen.

dieser Blume beigelegi, und einen Augenblick lang hegte er ,,llnd wenn ich mich für Sie entschiede, General ?"

den Verdacht, daß alles das, was sein alter Lehrer ihm sagte der König, wilcher anfing nadzugeben, fich aber gesagt, doch wahr sein fönne und daß die Prinzessin fich mit dem Gedanken an ein Kabinett Lemmink, dessen versielle und blos ihre woldurchdachten Pläne durchseßen schroffes Wesen er nun einmal nicht ertragen konnte, nicht wolle. Er bannte aber sofort diejen Argwohn als seiner vertraut machen wollte, und daher versuchte, sich an

das , daß Heribrand zu flammern.

Zervircutheit und Iluvorsichtigkeit Geribrands ihn in seinem „Nein, Majejiät“, antwortete der alte General, „ich Innern tief beleidigt hatte. Und gleichzeitig bemächtigte bin zu unpopulär und hänge zu sehr am Vergangenen sich jeiner eine leidenschaftliche Sehnsucht: wenn fie doch und ich wäre nicht nachsichtiger als Lemminf mit den

jelbit gekommen wäre, statt die Rose zu senden ,.. wenn sprechenden Blumen. Man muß Lemmint br- sie jeßt eintreten würde, wenn sie bei ihm wäre in diesem rufen.“

Augenblick .... nur für einige Stunden, ehe der Tag „Ich versichere Sie, daß ich den Namen dieser' Roje anbräche und er wieder an die Politit 'würde denken nicht "kannte!" rief der König gereizt aus, ,, sind Sie denn müssen. sicher, daß es die France ist? Denfen Sie doch darüber Er preßte ein Blättchen Papier an die Lippen, das itach!“ Er begann unruhig im Zimmer auf und abzu- | Briefchen, das er mit der Rose erhalten hatte; dann preßte gehen, gejenften Hauptes und wiederholte niechanisch die eres ans Herz, gleichsam, als wollte er sein Inneres ießten Worte, während der General bei der Behauptung durch das unendliche Gefühl der Liebe erhellen und tröstent

, blieb, seiner Sache ficher zu sein.

dann drückte er einen langen Nuß darauf. Der zarte Endlich blieb der König vor seinem alten Freunde Duft des Briefchens, der Gedanke an die Prinzesfin er. stehen, schüttelte ihm herzlich die Band und sagte: „Ich füllten ihn mit einer glühenden Leidenschaft, machten sein glaube, daß Sie morgen mit mir zufrieden sein werden. I Herz erbeben und berauschten ihn.

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!

Er jlle cinen tiefen Seufzer aus, als wollte er nach , nicht mehr erleuchtet sei. Die priuzejjin sprang aus Luft und Leben ringen und las noch einmal die lekten dem Bett, warf einen Pelzmantel um ihre Schultern, Zeilen. der. Prinzessin:

erfaßte hastig das Fernglas, welches ihr das Mädchen C'est arrivé done! Mut, Sire, tun Sie Ihre hinhielt und riß den Fensterflügel auf. In der königPflicht; Ihre Geliebte bittet Sie darum. Ich leide, lichen Wohnung waren blos elf Fenster beleuchtet; das mon cher ami, denn ich liebe Dich wie eine Wahit: Ecffenster des Turmes lag im Finstern. Viktoria umsinnige, und möchte mich in Deine Arme werfen. Aber armte ihr Mädchen, blickte noch einmal durch das Glas, ich werde nicht kommen, ich werde start sein! Jich warf es dann von sich und kehrte pochenden Herzens, sende Dir eine Rose für die Alabastervase, tu sais

, glüditralend und triumphirend in ihr Bett zurüc. Während eine Rose, die des fleinen charmanten Tränenbechers

die Zofe das Fenster schloß, fragte die Prinzessin das würdig ist

. Sie bringt Dir meine Tränen, glaube erstaunte Mädchen, cb es Angst hätte vor einem nahen, mir, aber auch meine Nüsse, ja innige, heiße Tränen großen Kriege und Küsje! Wie glücklich ist diese Rose, daß sie dieje

Zwölf Stunden darauf veröffentlichte die offizielle Nacht mit Dir verbringen kann, um morgen früh kann, um morgen früh Reichszeitung das Defret der Auflöjung der Rammer

, zu sterben.

unterfertigt vom Grafen von Fersen.
Adieu, Sire. Wenn Ihre Wahl entschieden ist,
lassen Sie es mid), bitte, so schnell als möglich wissen.
Löchen Sie Ihre elektrische Lampe heute Nacht nicht
aus; das soll mir ein Zeichen sein, daß Monsieur
Lemminf Minister wird. Ich fam das Licht mit
Hilfe eines Biocles von meiner Stube aus seheni.
Das ist mein Stern; er wird nie so rein, so hell ge-
ichienen haben!

Litterarische Chronik.
Qiftoria.

Wien. Deutsches Volkstheater, 10. Mai 1894. Þagars Sohn, Der betäubende Maiblümchenduft, welcher dem Billet Schauspiel in 4 Aufzügen von I. I. David. entströmte, hatte in seiner ohnehin erregten Fantasie das Kurz vor dem Ende der Saison ist auf dieser Bühne aus, Bild der Prinzeijin wachgerufen; die in Eile geschriebenen nahmsweise einmal ein Dichter, ein wirklicher und ein österreichischer Zeilen, die großen, flüchtigen, aber festen Schriftzüge ver dazu, zu Wort gekommen. Auf eine bloße Abschlagszahlung gegens wirrteil ihi. Ju jeniem Junern begann plötzlich die über der allgemeinen Stimme der Kritik, die auch in der VersammStimme des Gewissens laut zu werden, er fragte sich, ob lung der Aktionäre ihren Widerhali find, war es abgesehen; ein es nicht allzigroße Schwäche wäre, fich von den Gefühlci echter und rechter Erfolg stellte sich, unerwartet nur für den Pöbel der Liebe hinreißen zu lassen, gerade jetzt, da ihm Rule der Theaterpraktiker, cin. Seit vielen Jahren hat in Wien kein und Kraft 1101 taien. Er antwortete diejer Stimme, daß / dramatischer Schriitsteller, ohne von draußen angekündigt zu sein, cs süß sei, sich dieser großen und schönen Liebe zu unter mit cinem Erstlingswert jo durchgeschlagen. Am alerwenigiten bei werfen und daß gerade dieje Liebe ihu inspiriren werde ... den Premièrenpublikum des deutschen Volkstheaters, das die Mehrs

Er nahin ihr Bild in die Hand, sah in die schönen zahl der Novitäten, die man ihm in diesem Winter von deutschen Augen, aus irelchen gleichzeitig Milde und Stolz 311 Autoren aufgettícht hat, in unverhelter Misachtung anfangs mit sprechen schienen, betragtete verklärten Blickes das mehr stiller Resignation, zulezt aber mit lautem Hohn zurückgewiesen hat. vornehme und feine als schöne Antlitz seiner Geliebten Es hat sich nun herausgestellt, daß das Publikum besser ist als sein und schwelgte in Gedanken an ihre Liebe. Seine Stirn Ruf und verständiger als die Bühnenleiter. Mit Jubel hat es den brannte, er öffnete das Fenster, trat auf den Balkon und Dichter inner wieder herausgerufen; und es herrschte eine so warme, die rauhe Nachtluft übie ilie woltuende Wirfung auf fast feierlid, e Stille während der Afte, daß es eine Lust und Freude ihn aus. Von unten herauf ertönte das dumpfe Schäumen war. Man hat das deutsche Voltstheater wieder einmal ernst ges und Tojen der Meereswogen, welche gegen die Feljen anschlugen. Der Mond war hinter den Wolken verborgen; lleber die Vorzüge und Fehler des Stückes zu reden, ist hier aber in der Ferne fonnte man die Injel Sihl erblicken. nicht mehr nötig. Es tritt in manchen Situationen etwas Ges Er fühlte sich ein wenig gestärkt

, aber die Düsteiheit waltiames, Vrutales hervor, das die Physiognomie des Dichters der Nacht wirfte mit ihrer dämonischen Gewalt auf sein um ihren Adel zu bringen droht. Es fehlt nicht an den getünstelten Gemüt; ließ ihn die Zukunft vergessen und führte ihm Zügen, dem Genachten und absichtlich Bedeutenden, welches die șie Gegenwart mit zauberischer Macht vor Plugen, und schönsten Erzählungen Davids oft im Detail entstellt. Aber es ist jeine innigsten Herzenswünsche schwebten in fantastischem im ganzen eine bedeutende Erstlingsarbeit, fest und sicher in der Gluge hinüber zu jener cinjamen Insel, die gespenjterhaft Struktur, durchaus wahr in den Charakteren, pađend in den Ronim Deere ruihte.

flikten, starf in der szenischen Wirkung. Ein solches Talent muß Pie er so dastand, allein, ganz beherrscht von seinen im Zuge gehalten werden. Es hat den Anschein, als ob dieser Gefühlen, da war ihm die Politik nichts, die Liebe alles. Novellist, frei von den bloßen Probirarbeiten der Charakteristik, den Nach fünf Minuten trat er wieder in sein Kabineit und festen und großen Schritt einhalten könnte, den das Theater verlangt. fuchie sich um, um vor sich selbst ehrlich und gerecht zu Die Ausführung war nicht im Stil der Dichtung. David läßt cricheincii, mit allen jenen halilojen Argumentationen seine Rauern ein Hochdeutsch reden, das sehr fein dialektisch gefärbt 311 entschuldigen, die er vorhin dem General gegenüber iít; dem Tialekt selber ist er ebenso wie archaistischen Anwandlungen hale geltend machen wollen. Er hielt den Finger auf (das & tüd spielt im XVI. Jahrhundert) aus dem Wege gegangen. deri elettrischen Knopf, machte eine rasche Bewegung, Aber seine Bauern reden nicht die Sprache Mosenthals, sondern gleichsam als wollte er jeden Widerspruch niederkämpfeni: ein jo herbes, knori iges Hochdeutsch wie Hebbels Reden. Das wäre ein leichter Druck und das Licht erlöschte.

eine Schule für unsere Schauspieler, die hoffentlich: nicht verlangen werden, daß David ihre Sprache lernt. Was man mundgerecht

nennt, ist seine Diftion für den Schauspieler aber nicht. Im Dialekt Es Minuten zwei

hätten sie sein Stüc ganz untadlig gespielt; aber ihr Hochdeutsch Žofe der Prinzessin Maln:öe-Ziethen benachrichtigte ihre ist ärmer und einförmiger als ihr Dialekt. Im Dialekt spielen fie, Herrin sofort, daß das Arbeitszimmer Sr.' Majestät I im Hochdeutsch sprechen fie. Im Dialekt fehlt es ihnen nicht an

nominen.

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Bring eines

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Nuancen und Salbtönen, im Sochdeutsch wird alles auf einzelne Eilif Peterijen, ebenfalls ein befalli.ter Künjiler, stellt ein rhetorische Radenzen zurūdgeführt. Sogar der treffliche Martinelli. großes Wild von dem berühmten Bürgermeijier von Stawanger, dem es für den Alten auch an Kraft und an origineller Fülle ge

Alexander Kiculand. aus Stielland ist eine itattliche und elegante

Ericheinung, mit ein bischen Spinncigung zu alten Moden, obsdon er bridit, wird im Hochdeutschen um viele Tönc ärmer. Herr Nursdhera,

noch lange nid)t fün'zig Jahre ist. Er ist entschieden Dandi). aber ein guter Schauspieler blos im Dialekt, sagt seine hod)deuijden cominencement du siècle angebaudit. Sjelden mit schülerhaft steifen Pewegungen auf. Auch Herr xöwe,

Schon in Herlin ausgestellt sind Sogeldos Strindberg und einer der besten Sprecher auf dem heurigen Theater, hätte den

Fr. v. Uhdes Schauspieler, welcher vielleid)t aud Korträt ist. 11. H. Studenten, den er in Maske und Ton sehr cdel verförperte,

Verzeichnis pon immer noch etwas breiter und derber, mehr im Stil des Fahrs

Photographien nach Werfen der hunderts. und des Bauernstüđes, halten dürfen. Der Abend wird

Malerei. Berlin, Amš!er und Nuthardt auch für die Schauspieler fein verlorener sein; sie haben wieder

Kataloge sind in den Augen vieler wissenschaftlich wertinjes einnial Dichter worte gesprochen.

F. Minor.

Material. Für den Stennir sind sie, je nach der Art ihrer Hers

stellung, unter Il mitänden wahre Lehrbücher der betr. Spezial„Nulla dies sine linea“ steht in goldenen Lettern über dem

wissenschaft. Das gilt von diesem Stataloge, der als ein Lexikon Kaminsims in Zolas Arbeitszimmer in cinem Hauje in Medan

für die Beidhichte der Malerci betradı'et, und wegen jeiner gewissenIn höchst interesanter Konfession, die Zola Dir. N. Ñ Sherard gegen haften Bearbeitung gerühmt werden muß. Zugleich bietet er jedem, über gemacht hat, befennt er sich zu dem Grundjaße methodischer, regelmäßiger Arbeit. Er schreibt täglich 4.6 Seiten, aber er geht Gelegenheit

, sich zu orientiren, ob und in welcher Größe und zu

der Photographien alter und neuer Meiiter 311 erwerben wünscht,
an seine Romane ohne feste Disposition, nur mit eine rganz allgemeinen
Idee Es ist ihm unmöglid) unders als mit der Feder in der Hand welchem Preije solche vorhanden ind. Man verliert also auf Reisen
zu arbeiten. Müßig sißen und nachdenken ist ihm unerträglich. To nicht unnötig Zeit mit Photographiefaufen, sondern beitellt daheim
urbeitet seine Fantasie beim Niederschreibın und nur selten kommt es

in aller Ruhe nach dem Siatalog das Gewünschte
vor, daß, er verändert Nach Vollendung von Lourdes denkt Bola
eine französijde Literaturgeschichte unter ganz neuen Gesichtspunkten

Ernst Groije: Die Anfänge der s'unit. Freiburg 1894. zu dreiben. Dder auch Erzählungen für Kinder Jedenfalls

I. C. V. Mohr. aber .,Dulla dies sine sipea!: der französidie Litteratur-Imperator Da wir heute die Frage nach dem llríprung der Kunst nicht ist eben auch einer von denen, die der Poesie fommandiren.

mehr einfach dahin beantworten fönnen, daß sie eine von Gott

verliehene Gabe sei, jo müssen wir den mühjamen Wig einschlagen, In der englischen Zeitschrift „Die Arena“ ist wieder einmal die der aus dem Vergleiche aller primitiven Acuferungen des SiunstShakespeare-Bacon-Frage erörtert worden von den 25 eng

tiebis die Geictze für die Entwitlung dosieben gewinnt. Sowol lischen „Celebritäten“ haben sich doch immerhin 20 dahin ausgesprochen, in Shakespeare den alleinigen Verfasser der unter seinein Namen

die prähistorischın als die nod) lebenden primitiven Völfenichaften gehenden Werke zu sehen. Auf einen dharakteristijden Gedanken ijt sind hierbei zu berücfjichtigen, und es iit wahrlich feine leichte AufDabei A. B. Brown verfallen.' Shake peare soll geschrieben haben, gabe, aui jo jdwierigem llmersuchungsgebiete zu positiven Nes wie das Madium in clairvoyantem Zustand schreibt. Höhere, un sultaten zu gelangen. Grojje hat eine fülle ridtiger Picobachtungen befannte Mächte sollen ihn influenzirt und inspirirt haben. Herr Brown führt damit den Spiritismui pratiisch in die litterarische

über die Entwidlung der bildenden Künste, der Musik, des Tanzes Forschung ein. Aber er wird die englische Wissensdiaft faum an und der Poesie zusammen getragen und daraus eine Reihe jehr Ceist bereichern. Auch die Shafespeareforschung wird ihm seinen interejianter Schlüsse auf Weien und zweď der primitiven Kunstzeitgemäßen Einjal wol nicht danten. Herr .rown begreift eben übung gezogen. řur den Geiji, der ihni gleicht.

D. Henne am Ni H1) 11: Scrobichte des Rittertums. Leipzig.

Friesenhahn. Aus er illustrirten Viblio:hef der Hunit- und
Deur Bühnenersdienungen: David, is. J: Bagars Sohn.

Sulurgeschichte).
Erfolgreich aufgeführt

, Deutsches Volkstheater, Wien.
Engel, Georg: Der þcrentejjel. Schauspiel in 3 Aften

Längit ist bei uns der romantische Traum von der makellosen
Angenommen, Lejingtheater, Berlin

Rittertugend, von den wunderbaren, unnachahmlichen Tatin unserer
Karczag, Wilhelm: Entsagung. Schauspiel in + Alien. 911 ritterlichen Vorfahren geidwunden. Niitertum und Niitterz-it ind
genommen, Neues Theater, Berlin.
Leon, Viftor: Gebildete Menschen siomödie

uns durch die historische Forschung in ein anderes, nid)t immer

Siomödie Augenommen,
Raimundtheater, Wien.

poetisches Licht gerügt, und wir verlangen statt verhimmelnder Lothar, ki: Der Wunsch. Märchenspiel in i Aft. Angenommen, Phrasen nach einer getreuen, quellenfundlich festgestellten Ents Neues Theater, Berlin.

widlung geschichte des Rittertums, jeines öffen'lichen und privaten

Dajeins, jeiner Kleidung und Nüjiung, jeiner sämpfe und stampiChroniť der bildenden Künste.

spiele, seiner Bauten, jeiner Dichtung, jeiner sozialen Institutionen. Auf der diesjährigen staatlichen Kunstausstellung zu Chriftiania Alles das finden wir kurz und knapp, sehr reichlich ilustrirt in ist der jüngste Solin des Königs, Brinz Eugeni, int fünf noch nid)t Hennes Wortvereinigt, das auf engem Naume eine erstaunliche ausgestelien Bildern vertreteni, welche wieder von der fünstlerisdien

Fülle von Material zusammendrängt. Sehr lobenswert ist auch, Begabung des Prinzen zeugen. Die Bilder sind durd)wen Land

in anbu tradit des geringen Prcises, die hübsche, clegante Ausstattung
schaften mit einfachen, aber doch sehr jimmungsvollen und effett-
rrichen Motiven. Eine Gruppe jonnenbeleuchteter Kiciernbäume auf

des Werfos.
Schnee, nordische Bei dants zu den Palmen des Südens .. Ein
Wald, durch dessen Stämme dir abendrote vimmel leud.te: Ein

Die Veiligen in der christlichen Kunst. Leipzig Breitfopf altes weißes Schloß mit ziegelrotem Dache unter blauenden Himmel

und Haertel, 1893. (Preis M. 4.) Auch Alnicisier bude aus Berlin ist dieses Jahr wicder cls Wer jemals auf Reisen Kirchen und Mujeen durdiwandert, der schienen Er wurde mi. Freude begrüßt

wird stets mit Vedaucrı benierkt haben, das unter der ingezählten Tie interessante Künstlerfamilie Sinding iit durch viervous ihren fechs Mitgliedern repräsentirt: der schaffenefrohe Maler D110

Schar von Heiligen, nelde die Kunst verherrlichte, nur wenige ihm und sein debütirender Sohn siegmund, gleichfalls aler; die

befannt waren. Tem lebeljande abzuhelfen, hat Döpfner dies Krankheit halber wenig produttive, aber sehr begabte Bildhauerin fleine handliche Tasdienbuch herausgegeben, das die wichtigiten Daten Johanna; der Komponist Christian (dicien winter oft in Vierlin ge

aus dem Leben der Veiligen, ihr Martyrium. ihre Symbole in jo spielt), weld er freilidi nur in einem Borırät erschienen ist Es fehlen die Malerin Elisabet und der berühmte Bildhauer Stefan, welcher in

übersichtlicher Anordnung bringt, daß fur den Sèunst- und Süulturdeffen diesen Winter cine ncue Barbarengruppe ausstellte: eine Witwe historifer alles Notwendige leicht zu finden ist. Solche praftische bei der Liiche ihres Mannes.

Handbücher braucht man faum zu emprehlen, sie empfehlen sich
Bon Porträts ist ein neues Bild von Ibsen zu nennen, von

jelber als unentbehrlich.
dem oft ganz ausgezeichneten Heyerdahl gemalı; aber er hat den
Dichter adzu milde, ehrwürdig dargesteut. Ibsen jieht noch nidit

39. S.
aus, als ob er mit seinen „kleinen Teufeleicn“ fortig wärse Nur
etwas abgeklärter sieht er jeßt aus, falls die Bilder aus der „Gespenster“, Wegen Naummangels muß die musikalische Chronik und
und „Boitsfeind"-Zeit wirklich triu gewesen sind.

die Litteraturtafel ausfallen.

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II. Abschnitt. Die Musik in Hellas und Rom.

III. Abschnitt. Früheste Geschichte der christlich - abendländischen Musik. Von der ältesten christlichen Hymnologie bis auf Franfo von Köln. Volksmusik, die Troubadours und die Minnejänger.

IV. Übschnitt. Das Aufblühen der Polyphonie in der Zeit vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Die altfranzösische Schule bis auf Dufay. Die Niederländer.

V. Abschnitt. Die Tonkunst unter den Einwirkungen entgegengefeßter Kulturströmungen. Luther und die protestantische Kirchenmusik. Die beiden Gabrieli, Palestrina und die klassischen Tonschulen Italiens. Die toskanische Schule und das musikalische Drama. Lotti und die Meister der katholischen Restauration.

VI. Abschnitt. Allniä hlicher Virfall der Tonkunst bei den Ros manen und ihr Emporkommen bei den Deutschen. Alessandro Scarlatti und die neapolitanische Schule. Ludy und die altfranzösische Dper. Die Deutschen in der Schule der Italiener und die Vorläufer Vadis. Ausbreitung des musikalischen Zopfes über Mitteleuropa.

VII. Abschnitt. Die Genie-Epoche der Tonkunst der Deutschen. Bach, Händel, Gluck, Haydn, Mozart, Beethoven.

VIII. Abschnitt. Die Epoche der großen deutschen Talente. Franz Schubert, Siarl Maria von Weber, Spohr, Meyerbeer, Mendelssohn, Schuniann.

IX. Abschnitt. Einwirkung der deutschen Genies Epoche auf Italiener und Franzojen. Die große Dper von Paris und die fomnischromantische Oper der Franzosen. Cherubini, Spontini,'Nojjini.

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, die diesen ungeheuren Stoff flar und übersichtlich geordnet und ihn zu cinem harmonischen Ganzen vereinigt hat. Die Liebe und Begeisterung für die edle sèunst der Mujit bringt der Verfasser in jeder Zeile zum Ausdruck, so daß es auch dem der Musik weniger Nabestehenden hohe Befriedigung gewähren muß, sich mit dem Inhalte des Buches' bekannt zu machen und den Gang der Entwicklung in den Reiche der Töne von den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart kennen zu lernen. Zu bezieljen durch die meisten auchhandlungen,

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Preis der Einzelnummer: 40 Plg.

63. Jahrgang.

Berlin, den 2. Juni 1894.

Nr. 22.

Auszugsweiser Nachdruck sämtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Unbefugter Dadidrucli Ivird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt.

den erhofften Messias, das alle hinreißende Bild nicht Inhalt:

gefunden zu haben, hat sich gelegt und man wandelt

anspruchsloser, wenn nicht unter Palmen, so doch unter Yildende Kunst.

| Wiesenblümchen, aus deren Teppich hier und da sogar foans Schliepmann: Von der 11. großen berliner séunstaus- Zileßt wird alles selbstverständlich,

ein würziger Strauch, ein kerniger Baum emporragt.

selbstverständlich, stellung. II. Sp. 673.

wie diese Physiognomie bei fast allen berliner Kunstho. 6.: Einer-Ausstellung. Sp. 701.

ausstellungen! m. B.: Chronik der bildenden Künste. Sp. 701.

Unter diesen Ilmständen traf mich die liebensa Litteratur, Biffenschaft und öffentliches Leben. würdige Bosheit einer Frage, die einer meiner Freunde,

der fünstverständigsten einer, an mich richtete: wie kann Selif Poppenberg: Bürger. Sp. 678. Moritz Goldschmidt: Geistiges Leben in Frantjurt a. M. IV.

man nur über diese rund 2500 Stunstwerfe der jo ind

so vielsten berliner Ausstellung noch immer wieder was Sp. 684.

schreiben wollen, ohne gesucht geistreich werden zu müssen, S. 1.: Das englische Theaterjahr. Sp. 688.

oder in das fadeste Zenjurausteilen zu verfallen? – Ich folger Drachmann: Boltslied. Sp. 694. Georg Sreiherr von Ompteda: Die alte Zichaiß ist tot!

trumpfte ihn zwar für den Augenblick mit der lakonischen

Gegenfrage ab: Ja, jag nur, wie kann man nur noch SP. 694.

was drüber lejen wollen? - aber der Stachel fijzt und litterarische Chronit. Sp. 700. Litterarische Gesell.

sticht jedesmal, wem ich à la Schmock nach ,,de Brillschaft zu Samburg. Sp. 702.

janten“ greifen möchte, um einen toten Punkt mit ihnen zu verdecken. Zensuren auszuteilen kann mir aber vollénds. nicht einfallen. Ich will nicht urteilen, sondern nach

empfinden und das auszudrücken suchen, möglichst ohne Von der II. großen berliner Kunstausstellung. jede Voreingenommenheit

. llnd an dieser Stelle brauche II. Auf der Suche nach einem Richtwege.

ich ja zum Glück auf Leser, die nur Vokabeltauschware Von

für dieses Sommers Kunstgeträtsch erwarten, nicht Rücks Hans Schliepmann.

sicht zu nehmen, ebensowenig wie auf Keflame für die

Künstler. In mehr als drei Wochen des Schlenderns durch Verbietet mir doch allein schon der Haum, auf die Räume des großen Eisenhauses gewöhnt man sich an jeden einzelnen einziıgehen. Auch gestehe ich frei, daß gar vieles und fühlt sich allmälig heimisch, fast be mir die Fülle der Epitheta ornantia eines „L. P.“ fehlt, haglich und befriedigt. Man teilt die jüße Gewohnheit um den ganzen Wiesenplan abzugrasen und zit sagen: des Sommerdajeins mit den vorlauten Backfischen und dies Buiterblümchen schmeckt hold, jenes Aurikelchen den parfümirten Damen, ohne sich mehr über die vers wonnig, jenes Leberblünchen armleutehaft 11. s. w. blüffendsten Offenbarungen des Schaupöbellums aus so Für ein spezifisch litterarisches Blatt scheint es mir zierlichen Mäulchen und Mündern zu erregen. Man vielmehr nur wesentlich, den Gang der Entwidlung freut sich gar, wenn ein alter Herr giftig vor einem der übrigen Künste zu verfolgen, um sich zu vergewissern, „modernen" Bilde steht und sich aufregt, wie man so daß die allgemeinere geistige Entwicklung unserer Zeit etwas überhaupt zulassen fonnte! Es glimmt dann ! überall gleichen Schritt hat, und die Pfadřinder zu zeigen. wieder fröhlich die Hoffnung auf, es müsse doch ein Zug Ach, die Pfadfinder! Wer findet denn felbst so leicht des Neuen vorhanden sein, ein Zufunftskräftiges, das einen Pfad durch dieses Bilderchaos, wenn er nicht eine nach Naturgeseß die Alten ärgern muß, wenn sie sich vorgefaßte Idee wie eine Ayt schwingt und zertrüuimert, anders nicht die Herzensjugend eines Fontane oder August | was ihm entgegensteht? Zumal die Großen aus Heimat von Heyden bewahrt haben. Aber auch ohne diese kleine und Fremde diesmal fast alle daheingeblieben sind! Ich Schadenfreude gegen die schwachsichtig gebliebenen oder bin überzeugt, daß der eine beweisen wird, die Armes gewordenen wird man ftillvergnügt; die Enttäuschung, | leutemalerei nähnie zu, der zweite, fie nähme ab, der

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