Billeder på siden
PDF
ePub

und ferne genug, wo sie uns nicht, mit ihren Nebeln und jeiner Ueberzeuguig, in der Reinlichkeit in Sachen des Wolken zu erreichen wüßte. Als Zweifel, als Gewinn, Glaubens gleichter Charles Bradlaugh. Es ist das als Hoffnung, als Tugend verkleidet, in der wechselreichsten Schidsal aller freien Geister, daß immer die schlechtesten, Maskentracht umschleichen uns die Bilder jener Kultur: abgegriffensten und unlogischsten Einwände ihnen entund selbst hier in Ihrer Nähe, d. h. gleichsam an der gegengeworfen werden. ,,Deine Ideen sind Petroleusen! Hand eines wahren Bildungserennitén wußte uns jene Gehe zu den Sozialisten, wohin du gehöft!“, hatten Gaufelei 311 verführen. Wie beständig und freu muß die einen gerufen. Das blutige Gespenft der Kommune jene kleine Schar einer fast sectirerisch zu nennenden wurde gegen einen Mann heraufbeschworen, der allerdings Bildung unter sich wachen! Wie sich gegenseitig stärken! eine Revolution wollte, aber cine Revolution der Geister. Wie streng muß hier der Fehltritt gerügt, wie mitleidig und wieder sollte der Streit der Meinungen zwischen verziehen "werden! So verzeihen Sie nun auch mir, vorcister Drthodoxie und moderner Weltanschauung als mein Lehrer, nachdem Sie mich so ernst zurecht gewiesen der Kampf von Christentum und Atheisnius gebrandhaben!"

marft werden. Brandes hat selbst hierauf die beste Du führst eine Sprache, mein Guter“, sagte der Antwort gegeben in einer Brochüre, die er wider seine Philojoph, ,, die ich nicht mag und die an religiöse Ron: Gegner geschrieben: die Frage ist in Wirklichkeit nicht, ob man ventifel erinnert. Damit habe ich nichts zu tun. Aber einen persönlichen Gott annimmt oder nicht, sondern ob dein platonisches Pferd hat mir gefallen, seinetwegen man eine Offenbarung der höchsten Wahrheit annimmt, soll dir auch verziehen sein. Gegen dieses Pferd tausche ob man, mit einem Worte, diese höchste Wahrheit als cin ich mein Säugetier ein. Uebrigens habe ich wenig Lust Gegebenes betrachtet, oder ob man der Ansicht ist, daß noch, mit euch hier im Kühlen noch ferner herumzugehii

. sie zu suchen, und mit Anstrengung der höchsten Aräfte Mein von mir erwarteter Freund ist zwar toll genug, des Menstien, ohne Rücksicht auf irgend eine sogenannte auch wol im Mitternacht noch hier hinauf 311 fommen, historische offenbaring zii juchen sei. In ersten Falle wenn er es cinmal versprochen hat. Aber ich warte ist man orthodor, im leßten Falle ist man Freidenfer, vergebens auf das zwischen uns verabredete Zeichen: mir i gleichviel zit welchem Resultate man im übrigen gelange, bleibt es unverständlich, was ihn bis jeßt abgehalten hat. ob injer Bedanke Ruhe finde im Glauben an einen Denn er ist pünktlich und genau, wie“ wir Älten zu sein persönlichen Gott, im Pantheismus oder im Atheismus. pflegen und wie es die Jugend jeßt für altväterisch hält. Hier liegt der Gegensaß, die zwei Lager sind das der Diesmal läßt er mich im Stich; es ist verdrießlich ! Nun Orthodorie und des freien Gedankens. Lepteren für folgt mir nur! Es ist Zeit zu gehen!"

gleichbedeutend mit dem Atheismus erflären, heißt sich In diesem Augenblicke zeigte sich etwas nielles. einer wissentlichen Fälschung schuldig machen.

Und" an anderer Stelle bricht es gegen seine An(Ein füniter Aufsatz folgt.)

greifer bei ihm hervor: Seid ihr nicht imsiande gewesen, gegenüber der Sritik und ihrer großen ernsten Tat ins cine Entgegnung und Abfertigung auf die Lippen zu legen, so habt ihr kein Recht, euch z11 wundern, daß wir als wahr annehmen, was den Stempel der Wahrheit auf

seinem Antlit trägt, und was ihr nicht aus der Welt Georg Brandes.

schafft, weil ihr euch gebärdet, als sei es nicht da. Den Von

Ehrabschneidern aber unter cuch sage ich: Bringt uns Pil CIC 1 c 11.

nur in Miskredit bei dem Volke!' Ihr könnt es nicht

ewig auf der Geistesstufe festhalten, auf welcher es heute II.

steht, wenn auch die Ilmahrheit noch eine Zeitlang die Als Philosoph war Brandes von Hegel ausgegangen. zahlreichsten Anhänger finden mag. Die Unwissenheit Seine beiden ersten Arbeiten waren Studien im gewöhnlichen war immer die Leibwache der Lüge. Aber die Zeit wird hegelianischen Genre gewesen. In seiner Soziologie fußt kommen, wo selbst die große Masse Ekel und Widerwillen er auf Pin und Spencer, in seiner Aesthetik und den an den lleberresten der Vorurteile vergangener Zeiten Grundfäßen seiner Kritik auf Taine. Rudimente dieser empfinden wird, welche ihr ihm jezt als Koft darbietet! verschiedenen europäischen Einflüsse sind noch in allen Die Zeit wird kommen, wo man érkennt, daß die Epoche, seinen Werfen zu entdecken. Von Hegelstammt die welche ihr vertretet, tot ist, wenn ihr es auch leugnet, Vorliebe für rein abstrakte Erkurse, im Anfang auch und die Leiche, gleich der Leiche jenes affyrischen Königs, seine Terminologie, dann aber auch seine unglaubliché nominell noch immer das Regiment führen laßt. dialektische Gewantheit, die ihn mit den Begriffen Fang Die Schärfe der Gegensäße, die Erbitterung des ball spielen läßt, ihm allen Angreifern gegenüber die Stampfes, die Gewissenlosigkeit in der Wahl der Kampfesbestgeschliffenen, geschmeidigsten und schärfsten Waffen ver mittel erinnert an den Sturm, der sich einige Jahrzehnte schafft, und endlich eine außerordentliche systematische früher in Deutschland gegen Strauß crhoben. Hier wie Schulung des Denkverınögens. Auf englischer Erde erntete dort die gleichen Misverständnisse der großen Menge. er nicht nur seine leitenden Ideen in der Frauenfrage, steine Erinnerung, daß ein Voltaire, ein Lessing, gelebt. sondern vor allem auch seine moralischen und moral Als Erzeuger, als Erfinder des llnglaubens wurden philosophischen Prinzipien.

Strauß wie Brandes angeklagt, die doch beide nur beAuf Hegel führt auch seine Stellung zu den redte Juterpreten waren. Religionsgemeinschaften zurück. Nicht die Lehren der Das war vor zwanzig Jahren. Und heute? Entwicklungstheorie waren es, die ihn so weit nach links Brandes macht aus seinen Sympathieit und seinen trieben, sondern die deutschen Philosophen. Strauß und Ueberzeugungen kein Hehl – überall in seinen „HauptFeuerbach

) waren hier die Uebergangsstationen. Alles stiömungen“ züngelt die Feindschaft gegen die Reaktion haben ihni seine Feinde verziehen, den Sturz der Romantif, und die Unterdrückung des freien Gedankens, bricht die das Aufmühlen von sozialen Fragen, die geistige Iluter Flamme feines ungezügelten Freiheitsdranges in breiter jochung unter die cigene Person - nur das eine nicht, roter Lohe hervor. Die Ablösung der Leidenschaft zu daß er der dänischen Orthodoxie den Todesstoß verjeßt. denken durch die Leidenschaft zu glauben, wie sie fich In seiner streitbaren Ilnerschrockenheit im Wiedergeben im Norden in Heiberg und Kierkegaard und in allen euro

päischen Kulturländern längst vorher zeigt, analysirt er waltiger Anstrengung festgesogen hat. Und endlich leuchtet zwar und legt Ursachen und Folgeerscheinungen dar, aber hier weit mehr als in den späteren Essays die tener bekämpft sie auch bis aufs Mesjer. Durch den ganzen denziöse Grundfärbung des Buches hindurch. Nicht ein Band über die Reaktion in Frankreich zittert der Üroll, Handbuch wollte Brandes schreiben und ein litteraraber mit dem Groll der Schnierz um deit unwiederbring- Historisches Compendium, nicht ein halbes Jahrhundert Zeitlichen Verlust der großen Freiheitsgedanken der vorher geschichte aufarbeiten und etwa eine Fortseßung Hettiers gehenden Zeit. Die Wiederaufrichtung des Konfordats, liefern jeine unverhohlene Absicht ist, zu zeigen, und die Guizot Napoleons schwierigste Regierungshandlung zunächst seinen dänischen Landsleuten zu zeigen, wie die hieß, und die der Scorse felbst seine Schußpocken großen Freiheitsgedanken des 18. Jahrhunderts aufschossen, gegen die Religion nannte in fünfzig Jahren wird in der Reaktion interdrückt, in der Romantit umgemodelt es in Frankreich keine Religion mehr gebeii, jagte er zum wurden, um endlich wieder zur Herrschaft zu gelangen. Philosophen Cabanis — bezeichnet Brandes nicht nur als Das verführt ihn bei seinen Lieblingsdichtern, vor allem Napoleons grösten Regierungsfehler, sondern als jein bei Shellen, zu mannigfachen Hyperbeln und läßt ihn gröstes Verbrechen.

reaktionären Stöpfen, Lamartine und Chateaubriand gegenEs ist das Autoritätsprinzip, das Brandes überall über, nur schwer eine ruhige Würdigung finden. Hennequin befämpft, und an dessen Stelle er das freie Denken und Huysmans, die es "in ihreit wunderlichen Gelüsten unter eigener Verantwortlichkeit fept unter Freiheit und seltsamen, perversen Instinkten gerade zit den Gestalten und Verantwortlichkeit, wie Ibsens Frau vom Meere hinzog, die sich der Grenzscheide zwischen Genie imd Irrruft. So hat auch der Despotismus in Europa faum juht nähern, sind entschieden für die Interpretation dieser einen grimmigeren Gegner als ihr. Man muß sich der wenigen Persönlichkeiten genialer beanlagt, aber ihr äßenden Satire auf den feisten vierten Georg von Eng- Sensibilitätsumfang ist dafür nur ein Seftor mit england erinnern, um 311 begreifen, wie er mit gekrönten gemessener Sehne aus der großen Peripherie Brandes. Häuptern umspringt. Gerade bei der Schilderung des Daj die deutschen Litterarhistorifer ihm Mangel an vorbironischen Englands feiert seine Leidenschaft, Masfen Döjeftivität vorwerferi

, ist begreiflich, obwol der Einwand abzureißen und Götzen zu entronen, Triumphe.

weniger Berechtigung hat als bei Taine, Belinski, Gervinus. In feiner crsien Periode ist der Einfluß Taines bei Wir freuen uns des Schauspiels, wie auf diesent starfen ihin am stärksten und am deutlichsten wahrnehmbar. Aber (Geist und dies lebhafte Temperament die Geister eines hier springt zugleich der linterschied am nieisten in die halben Jahrhunderts wirken, jelbst wenn die Bilder, die Augen, bedingt durch das gänzlich verschiedenie Naturell jo entjiehen, wertvoller find für dic Charakteristik des mmd die verschiedenen Absichten der beiden Führer. Es stritikers als für die seiner Lbjekte. ist schwer, die beiden nebeneinanderzustellen. Taine ist aber eines hat er ganz sicher voraus vor allen franzöals Philofoph eine geschlossene männliche Hersönlichkeit sijchen Kritikern: den fittlichen Ernst. Der schweren Vermit einem ebenso geschlossenen System; Brandes ist über- antwortlichkeit seiner Aufgabe, geistiger Heroló und VerHaupt fein selbständiger Philosoph; im Juterpretiren imd mittler zu sein, ist er sich in jedem Augenblicke wol bewust. Popularisiren von Philosophen für das spezielle Bedürf- Das trennt ihn wieder von den Vertretern der zeitgenössischen nis von Dänemark liegt jeine Bedeutung. Ju dem ge- französischen Tagesfritiť, von Francisque Sarcel und schloffenen System liegt Taines Vorzug, aber auch jein Jules Lemaitre, von denen der eine ein Gelehrter mit Mangel als Kritiker. Am besten zeigt sich das wol bei viel (Grundiäten und der andere ein Rünstler ohne Grundseiner grösten Tat auf demi Gebiete der Siritiť, jätze ist. der Geschichte der englischen Litteratur. Aber das Pro Er ist nichts weniger als impressionist, der muur gegramm und die Methode, die er in der berühmten Ein- nießen und anderen (Genüsse verschaffen will nach dem leitung in klassischer Form entwickelt, sind eben nicht auf Wort Lemaitres: la critique tend à devenir simplement alle Individualitäten anvendbar: fie reagieren nicht alle l'art de jouir des livres et d'enrichir et d'afliner par gleichmäßig auf das Milieu. Taine war zu sehr der eux ses sensations, er geht aber auch nicht wie Sarcci) ernste, charaktervolle Mam mit bestimmten Grundsätzen, mit einem ganzen Sack voll vorgefaßter Meinungen und als daß er sich nicht durch moralische ind politische Chme afademijder Kunsturteile an das heute Werf heran, immer pathicn und Antipathien hätte leiten lassen jollte – er idon cine Etikette und eine Schublade bereit haltend, er war als Kritiker zu sehr Whilojoph und 311 wenig jenji- legt sich seine Analyse auch nicht so einfach zurecht wie tiver Genußmensch.

Vourget, der jede Erscheirung in drei, vier WejenisBrandes besitzt gerade alles das, was Tairie fehlt. momente zerlegt und im übrigen alles von der nervösen In seiner femininen Sensibilität ist er mehr modernier Empfindjamkeit seiner Leser erwartet. Franzose als Taine selbst. Der Ilmfang dieser Sensibilität Brandes hat eine Affinität, die sich an jeder Perist eben nach seiner ganzeni komplizirten Natur und der jönlichkeit fejtklammert und sie an sich zieht, sie belauschi Zusammensetzung seines Milieus ein außerordentlich großer: iind sie jezirt, mühsam die kleinsten Dokumente zusammender Sohn jüdischer Eltern, als Philosoph in Dänemark trägt, um am Schluß zurückzuschnellen ind in großen crzogen, geboren im innigsten Stontakt mit Frankreich und Linien das erlauschte, seirlem Objeft abgestohlene CharafterEngland, in Deutschland lange Jahre hindurch heimisch, bild 311 zeichnen. fo dereinigt er eine ganze Fülle von Charaktereigenschaften Auch die seunst dieser Charakteristik läßt fich nicht imd Nationalitätseigentümlichkeiten in sich, und seltener auf ein paar Formeln bringen. Sainte-Beuve hatte zum als anderen mag ihm eine persönlichkeit begegnen, bei Motto seiner Kritifen das alte Wort de Meilhans ge. deren Offenbarungen nicht die eine oder die andere Saite wählt: Nous sommes mobiles et nous jugeons des êtres in seinem Junerii mitschwingt. Das ist ganz gewiß feine mobiles. Brandes könnte dasselbe für sich in Anspruch Charakterlosigkeit Denn auch die ist ihm vorgeworfen nehmen. Sein Zweifel, daß ebenso wie Taine ihm für worden, zuletzt von Dla Dansjon: der Vorwurf ist vor die ästhetischen Theorien und die Methode der fritischen allem verwunderlich gegenüber seinem Lebenswert, den Untersuchung

Unterjudhuing Vorbild war, fo Sainte-Beuve für die „Hauptströmungen der Litteratur des 19. Jahrhunderts." Form der Darstellung,

Form der Darstellung. Er wechselt Ton, Stimmung Denn gerade hier läßt sich in den sechs Bänden ganz und Klangfarbe je nach der Persönlichkeit, von der er genau verfolgen, welche Herjönlichkeiten ihm fongenial redet, nie ein frođenes Aufzählen von biographischen und sympathiich waren, imnd an welche er sich erst mit ge- | Tatsachen, überall Mischung von Lebensbeschreibung und

Aritif. Seine Vorliebe für prägnante Anekdoten und am besten in seiner Kritif Björnsons in den „Viodernen Einzelzüge überträgt er auch auf die litterarischen Werke. Geistern“ wiederlegt. Aber wie in Frankreich die geniale Ganze Bücher charakterisirt er durch ein paar meisterhaft Formel Taines von dem allmächtigen Milieit von seinen herausgegriffene Säße. Balzacs Årbeitswut, Gautiers Nachtretern übertrieben und doch zugleid) abgeschwächt jugendliche Sdwwärnierei werden durch die Kaffeegeschichte worden ist, so die Viandessche Forderung des zeitgeund die Episode mit der roten Weste illustrirt, und nichts genössischen Inhalts von seinen dänischen und deutschen in der ganzen Schilderung wirft ein solches Schlaglicht | Anhängern. Die alte Geschichte vom Zauberlehrling und auf Byron als die farbenprächtige Erzählung von dem den Besen. Su stark, so ungeheuerlich schwoll diese heidnischen Leichenbegängnis, das er dení toten Shellen Forderung an, daß der größte Dichter des jungen am Strande von Divorno rüstete.

Schwedens, August Strindberg, jahrelang seine Fantasie Sein Stil hat im Laufe der fünfundzwanzig Jahre | zu interjochen suchte, die Poesie als einen Entwicklungscine große Wandlung durchgemacht. In den ersten stummel, als ein Kudiment ansah, gut genug für Kinder Bänden der Hauptströmungen ist er oft pathetisch, deflamirend, iind Weiber, und mit aller Gewalt die Tagesfragen agitatorisch, er liebt eine "an Bildern überreiche, gedrängte

, wissenschaftlich zu ergründen suchte. Dhne Brandes Aufglänzende Sprache mit langausgesponnenen Perioden, treten stände Björnjön schwerlich dort, wo er im Augeneine französische Beredsamfeit. Seit der Mitte der acht

blick steht

auf dem äußersten Flügel der unionsfeindziger Jahre unterliegt, glaube ich, auch Brandes dem lichen Radikalen als der meistgenannte und bei den Einflusse Jacobsens, des großen Erneuerers und Ver- Schweden bestgehaßte Politifer des Landes. jüngers der dänischen Sprache. Das zeigt sich vor allem In seiner Schilderung der Wirksamkeit Saintein der äußerlichen Charakteristik, den feinabgetönten, in Beuves Hat Brandes selbst ein Bild von der Aufgabe gedämpften Farben gehaltenen Naturbeschreibungen. Man der Kritif gegeben, wie sie ihm vorschwebte. Er rühmt stelle den späten Schilderungen einmal die ersten von es als Sainte-Beuves Eigentümlichkeit, daß er eine Rousseauscher Naturverehrung getragenen Landschaftsbilder außerordentlich große Anzahl anderer Geister verstand entgegen, wie er in die Szenerie der Neuen Heloise durch und erklärte. Er zitirt Emile de Montéguts Worte: Die eine glühende Beschreibung des Genfer Sees versekt und Kritit ist die zehnte Muje, sie war Goethes heimliche die italienische Poesie durch die Erzählung eines Ábends Braut und machte ihn zu zwanzig Dichtern. Was ist in Sorrent charakterisirt. In den Esjans der leßten die Grundlage der deutschen Litteratur anders als Aritik? Jahre endlich meine ich neben der freien und französisch Was sind die englischen Dichter unserer Tage? Bewegte anmutigen Árt des Schreibens aus seiner Jugendzeit noch Kritiker! Karl Hillebrand hat Sainte-Beuve als den einen knapperen, oft vielleicht härteren, festeren Ton grösten des ganzen Zeitalters bezeichnet. Stellt man die verspüren zu fönnen, der wieder mehr deutsch ist. Die Kritif an und für sich niedriger als Drama und Lyrif, Säße sind kürzer, nackter, die Gedankenentwickelung geht so erscheint das upassend. Über für den Schriftsteller rascher voran, er malt nicht mehr ganz so breit aus ist die Kunstart die höchste, worin er sein Wesen am wie früher, deutet nur an, läßt den Leser selbst erraten besten zeigen kann. und zieht ihn darum fester an sich heran. Er neigt selbst So ward Brandes zum Typus der wirklich produtein wenig zum Paradoren, flicht vor allem neue Seiten tiven schöpferischen Aritik, die nieue Wege zeigt, indem an bekannten Objekten zu entdecken. So in dem lepten sie Vorurteile iind lleberlieferungen aus dem Wege räumt, Essaybande in dem Zolaaufsaß, der schon zweimal, in der Kritik als Gedankenerzeugerin, die als Sturmvogel der Deutschen Rundichau" und den ,, Litterarischen Volks vor dem anbrausenden Taifun dahinfliegt, der fritik der heften“ dem deutschen Publifum vorgelegen hatte. Er befolgt | Lessing und Belinski. hier etwas die Methode Flauberts, mit welcher dieser Ilnvergessen soll ihm bleiben, was er als Freund, Guy de Maupassant zum Schriftsteller erzog. „Wenn | Vermitiler, Ratgeber, Helfer, Vorfämpfer für drei Gencwir ein loderndes Feuer, einen Baum auf einer Flur rationen der literarischen Jugend im Norden gewesen beschreiben wollen, so haben wir uns vor dieses Fenier, ist. Sie sind fast alle durch sein Arbeitszimmer gevor diesen Baum so lange hinzustellen, bis sie in unseren schritten und haben dann mit Zagen nach seinen Kritiken Augen keinem anderen Feiter, feinem anderen Baunie ausgeschaut. In Deutschland war er wenigstens für auf der Welt mehr gleichen. Auf diese Weise wird man eine Generation ein geistiger Befreier. lind es giebt auch originell.“ Wol' zü merken, menn man es ist, fügt bei uns viele, die bei deuen Zweifeln, ob Gold, ob Brandes selbst hinzu.

Talmi, was ihnen geboten wird, nach Kopenhagen auf Es ist ein besonderer Tric von Brandes, daß er bei schauen, wie sich das neue litterarische Phänomen in jedem Typus immer zuerst seine Karrikatur zeichnet. So Brandes Geiste spiegelt. verfolgt er auch nur die Richtungen in ihren Höhepunkten Die leßte periode in der Geschichte der litterarischen und überläßt sie im Verfallen sich selbst

. Jede Richtung, Entwickelung des Nordens und der Wirksamkeit von Georg sagt er, ist immer noch historisch, lange nachdem sie auf- Brandes ist noch nicht zum Abschluß gekommen. Dies gehört hat, litterarhistorisch 311 sein. Lebteres ist sie selbe Wandlung, die sich gleichzeitig in Frankreich und nur, so lange fie nicht allein die Gewalthaber, Herzöge etwas später in Deutschland vollzog, trat ein: der Natura. und Bischöfe, sondern auch Geister und Talente in ihrem lisnuus mußte ziim Rückz11g blafen. Eine trođene, nüch. Dienste hat. Und denen, die mit leichtfertiger Grazie terne, inechanische Problemlitteratur, noch nüchterner, weil immer wieder auf dem morschen Boden den Eiertanz jeder brave garçon mit trefflichen Grundfäßen nun auch aufführen wollen, wirft er sein Wort entgegen: Das den Anspruch erhob, ein trefflicher Dichter zu sein Genie ist nicht der geniale Müßiggänger, sondern der ein lleberfluten der materialistischen Weltanschauung auf geniale Arbeiter, und die angeborenen Gaben sind nur das allen Gebieten des Lebens war der Ausklang der Brandes. Werkzeug, nicht das Werf.

Periode gewesen. Die neue Dichtung war von Anfang At en litteratur lèver, viser sig deri, at den saetter an mit der politijd en Linken Arm in Armgegangen. problem under debat daß eine Litteratur in unseren Das ward ihr zum Verhängnis. Als der Krämergeist Tagen lebt, zeigt sich dadurch, daß sie Probleme zur in allen drei skandinavischen Reichen Fiasko machte, zu. Debatte bringt. Die falsche Furcht vor einer Tendenz- leßt in Norwegen mit dem „Verrat“ Swerdrups, schien litteratur, eine Furcht nicht vor der Tendenz an sich. fich auch über die Litteratur wieder der Nebel breiten zu sondern nur vor der neuen Tendenz, hat er selbst wol I wollen, öde, grau, freudlos

Jacobsen war gestorbeni, im Jalire 1893 bract) julger

tommt diesmal aus Canada, jowie er jonjt aus Japan oder Australien Drachmann mit der Partei, der er seit 1872 angehört; oder Batavia fommt. Die Wegschidung der Frau ist die Folge der fleine Abschnitt Ostende-Brügge in Skyggebilleder ent dieser Ankunft; die Eifersuchtsverwirrung, welche den Kern des hielt seine Anklage und sein Programni. Zwei Jahre Stüds bildet, die Folge dieser Wegídigung. Technisch sehr unges später wandte auch Gjellerup der Partei den Rücken in (chiđt wird „zufällig“ alles zur Erläuterung nötige über den Vandreaaret. Nur die ewige Jugend und die chamäle Seanadier mitgeteilt, – da tritt er ins Zimmer. Dieselbe lingeschidontische Frische Brandes vermochte das Heft in Händen lichteit, die noch 3bjen im ersten Akt der „Stügen der Gesellschaft zu behalten – er war immer wieder der erste, es war, beging, bevor er über die französische Technit hinauswuchs. Klar als ob seine peripherischen Nervenenden feiner seien als und scharf wird sonst in diesem Akt die Lage exponirt. Erstens das die anderer Menschen, als ob fie eher die Aetherichwin. Verhältnis des Apothekers zum Doftor: sie sind in ein Haus ges gungen erlauschen, die fommenden Gewitter erspüren könnten gezogen und arbeiten einander in die Hände. Zweitens das Vers als andere Sterbliche. llnd als die Schar der Mittel hältnis des Apothekers zu seiner Frau: jie ist eifersüchtig, er hat mäßigen überhand zu nehmen, der Sturni im Wasserglase genug von ihr Drittens der Doktor und seine Frau: fie lieben einen Wirbel z11 erregen drohte, da griff er aufs neue sich, Darlegung der Heiratsgenesis durch die Vegaunerung Justarets, zur Ayt wie vor achtzehn Jahren und gab einen neuen Plan einer Reise nach Nizza. Ende der Erposition. Zweiter Teil Namen als Parole aus. Im Sommer 1888 eröffiiete des ersten Aktes. Jujtarets Ankunft als erregendes Moment. Sein Brandes eine Reihe von Vorlesungen über - Friedrich

) Friedrich

) | Verbleiben im Hause, Quelle augenblicklicher Komit. Abschub der Nießsche Er folgt ihm durchaus nicht blindlings, stimmt jungen Frau mit dem alten Apotheker

, Quelle fünftiger stomit. ihm durchaus nicht rücksichtslos bei. Brandes ist der Verschärfendes und verfnotendes Motiv: Justaret schildert der Apoeinzige, der über ibn schrieb, indem er über ihm stand. theferfrau die Doktors srau im schwärzlichen Licht der einst erhaltenen Er wies seine Quellen und seine Geistesverivanten auf, Auskunft. Kenant, Hartmann, Dühring, Rée. Er hätte noch Stirner Nachdem der Apotheker mit der Doktorsfrau, der Doktor mit nennen fönnen. Ihm fam es allein auf den aristofratischen der Apothekersfrau allein gelassen ist, hätte sid, die Möglichkeit ge: Radikalismus an und auf den Kultus des Dionysischen. boten, doppelte Eifersucht zu jdiildern. Die Verfajjer verzichteten Das war eine Art Gegengift gegen den entgleisten auf die zweite Möglichkeit: der Duftor und die Apothefersfrau Materialismus. Wieder sammelte sich eine junge Schar bleiben aus dem Spiel. Dajir treten die Doktorsfrau mit Justaret um ihnt. llnd wieder stand er an der Spiße der Ent in Funftion: das ist der Eifersuchtskomödie zweiter Teil. Der widelung, an der Führerstelle, die er seit zwei Jahrzehnten Doktor und die Apothekersfrau fonstatiren im zweiten Aft das bekleidet. Ob er diese geistige Führerschaft auch weiterhin Ausbleiben der beiderseitigen Gatten. Der Apotheker trifft verkatert behalten wird, steht dahin. Aber Brandes wird für sich ein, ohne den Tatbestand aufzuhellen; er belügt die Gattin erfolg. das Wort Mirabeaus über die Philosophen in Anspruch | reich. Zweitens: Justaret. Drittens: die Doktorsfrau. Scheinbare liehmen können: Sie haben das Licht erschaffen, ich will Aufhellung: einerseits durch das Entdecken einer Rechnung, andrerdie Beweging schaffen.

jeits durch eine boshafte Fiction der Frau. Folgen: Eifersuchts. szenen zwischen dem Apothefer und seiner Frau, Justaret unschuldig geohrfeigt, Eifersuchtsszenen zwischen dem Doktor und seiner Frau. Dritter Aft: fortspinnen der Fiction durch Justaret, Eifersucht des Doktors auf ihn, Gipjelpunkt der Verwirrung durd) grundlose An griffe der Apothekersfrau gegen die Schwiegereltern des Doktors (Fortspinnung des verschärfenden Motiv: vom Schluije des ersten Afts), allgemeine Entvirrung, Schluß.

Das Ganze stellt sich demnach so einiach wie möglid): 1. Art,

Borbedingungen; 2. Aft, Eifersucht auf den Apotheker; 3. Art, Eifers Litterarische Chronik.

fucht auf Justaret. lind doch scheint das Ganze so reich an Be„Der Maskenball". Von Bisson und Carre. (Residenz- ziehungen und Verknotungen, daß den Hörer ein angenehmer Theater, 20. Febr.)

Schwindel erfaßt. Diese Beziehungen und Vertnotungen, dieje Dieser Maskenbal ist auch einer: ein Schwank, der für sich meisterhaft geordnete Verwirrung ist nur möglich auf dem Grund keine Bedeutung hat, aber als Mitglied einer Gattung sie bekommt. einer so ungeheuren Einfachheit des Gesamtbaus. Sollten das Wir in Deutschland haben die Gattung bekanntlich nicht, wir sehen unsere deutschen Schriftsteller nicht fönnen! Sollten sie nicht ein nach ihr mit neidisch-sehnsüchtigem Blid, und wir fönnen sie dodh Thema in drei lumpige Teile disponiren fönnen! Und jeden dieser nicht sonderlich achten. Wie die durdhschnittlich hübschen Slinder einer Teile in zwei oder drei andre! durchschnittlich hübschen Familie erscheinen diese Gattungsmitglieder Die Charaktere, deß bin ich sicher, werden sie besser machen, Die analogen deutschen Geschöpfe zeigten von je verkümmerte Ge und die Witze nicht schlechter. Denn Charaktere giebt es in diesem sichter; wenn freilich ein hübsches einmal darunter war, trug es Schwank wie in den anderen nicht. llnd das Geheimnis dieser auch gleich, beim Lächeln, eine nachdenkliche Verklärung um den

somit ist nicht schwer zu ergründen: ihr größerer Teil liegt im ewig Mund: einen Ewigkeitszug; der fehlt dort. Wir wollen nicht pedan Scheinischen. Burgirende Mittel und stopfende Mittel sind zugleid) tisch sein. Vielleicht hat Börne Recht: „Ein Possenspiel, das unter komische Mittel; eine Siraftsuppe, die jemand vor dem Ehebruch gezehn Menschen auch nur einen froh gemacht – verschmäht es nicht!“ gessen haben soll, giebt zu Betrachtungen Anlaß; die Aufforderung Aber auf das Recht der Analyse verzichten wir nicht.

einer Frau gegen einen Greis: „Wilfahren Sie meinem Wunsche“, Die Voraussegung und der Verlauf des Stüds stehe diesmaj wird recht fißlich gedeutet. llnd das, jo rufen wir in nationaleni in einem moralischen Zusammenhang Es erwachsen Iinzuträglich. Stolze, das sollten unsre heimischen Dichter nicht können ... feiten für jemanden, der eine schofle Handlung begangen, und sie er Voffentlich ahmen sie ihre Muster nicht so unklug nach wie Frau wachsen deshalb, weil er sie begangen. Doch ob der Zusammens Mea Neichard, die einen trübseligcn Einafter, „Ulm fünf Uhr“, vor hang moralisch oder nicht: wichtiger ist, daß er logisch ist. Das ist dem französischen Schwant hatte spielen lassen. Sie fehrte des

Alle Vorkomnisse des Stückes fließen schließlich aus der Tat Apostels Pauli Wort um, prüfte alles und behielt das Schlechteste. sache, daß ein Freund" dem andern die Braut weggeschnappt, nach

Alfred Kerr. dem er falsche Auskunft über sie gegeben. Im ersten Afte kommt der betrogene Freund an, und gleich spiel in 4 Aften. Aufgef. in Lübed.

Neue Büljnenersdjeinungen. - André Ivanowitsch. Schaus dieser Zug: das Eintreffen des einstigen Verehrers im Sause der Bleibtreu, Carl: ,,Der Weltbefreier“. Vaterländisches SchauFrau, die einen Befannten geheiratet hat, ist typisch. Der Mann ipitl. Angenommen in Zürich. Stadttheater.

er

*

.

Bonn, F.: „Anna Helene“. Drama. (Der Verjajjer ist das Dann aber weist A. v. Heyden darauf hin, daß die „anatomische bekannte Mitglied des Wiener Burgtheaters).

Korrektheit“ überhaupt nicht der alleinige Maßstab für den Kunstwert Blücher, C. .: ,,Des Pilgers Heimfchr". Schauspiel. Ers eines Bildes jei, das die grösten si'ünstler der Antife wie der folgreich aufgeführt im Belleviietheater in Stettin.

Renaissance darin jid) Freiheiten genommen haben, die durch Bód, Å.: „Die alte Jungfer“. Lustspiel in 1. Aft. Abgelehnt, Anitreben gewisser fünstlerischer Effekte bedingt und entschuldigt erPrag.

scheinen. Nur wo anatomische Fehler aus purer Nachläsjigkeit oder Dahn, F.: „Sühne“. Schauspiel. Erfolgr. ausgef. in Pireslau. linjähigkeit nachweisbar sind, ist ein Verdammungsurteil zulässig.

(Granichstaedten: „Lining und Mining“. Lusispiel in 3 Aften Wenn es aber die höheren Zwede und Ziele eines Siunstwerkes (nach Reuter). Angen., Burgtheater in Wien.

erfordern, dürren die anatomischen Gefeße diesen Zweden unteröder, D.: Die Olympier". Lustipiel. Erfolgr. aufget. in geordnet werden „aus cigenem Rechte der Kunst.“ Hamburg. 'Thaliatheater.

Herr v. Herden, obwol der älteren Berliner Künstlergeneration Seben, (6.: „Der kleine Herzog“. Lustspiel in 1 Aft Erfolgr. angehörig, ist einer jener jelten:n Männer, die sid) auch im Alter aufgef. in Preslau. Lobetheater.

den freien Blick für die „Vorzüge“ der jungen (Generation bewahrt Rossi, Ernesto: Amor che uccide. (Tötliche Liebe). Soll an haben, während seine Altersgenosien oft nur deren Mängel nörgelnd die deutschen Bühnen versandt werden. Der Verfasser ist der bekritieln. Mannhaft ist er hier für die „Jungen“ gegen seinen italienische Tragöde).

eigenen Freund, Herren Fritsch, cingetreten. Mannhait hat er dessen Smith), $. 3.: „Ella“. Dramatische Fantasic in 1 Aft. schlecht begründete Angrifc. schlagend wider egt Herr fritich ist Angenommen, Nationaltheater in Berlin.

gebührend in die Sdıranken zuriidkgewiesen, und Herrn v. Heijden Silesius, F.: „Sie ist stummi“. Lustspiel in 1 Aft. Erfolgr. gebührt dafür aufrichtiger Tank.

PM. $. aufgeführt in Breslau. Lobetheater.

Szafran:ki, if : „Carlas enkel“. Schwank, in 1 Aft. Erfolgr. aufgef. in Licgnit.

Wendland, W.: „Alt - Berlin". Histor. Schauspiel. Angen.,
Schauspielhaus in Berlin.

Musikalische Chronit.
Cbronit der bildenden Künste.

Das achite philharmonische Konzert jollte eine Trauerreier für Staatsbauten. Wie gering, im sogenannten „gebildeten“

Hans von Bülow sein. Wenn die Ziele des Toien im Saale gePublikum das Verständnis für nunst und fiir öffen:lidie seunstpflege ist, das beweist uns fast jede Sibung größerer Körperschaften, in

wesen iit, dürfte sie schlimme Witze geriijen haben Fräulein denen Kunstangelegenheiten zur Sprache kommen. Das Nunjt Joachim jang zwei Arien. Herr Echuch dirigirte die „Eroica“ und banausentum macht sich da häufig mit solcher Selbstgefälligkeit breit, eine Badiiche Lieblingsfonipojition Bülow. Es waltete über dem daß es Pflicht wird, unablässig derartige Tatsachen festzunageln, uni

Ganzen ein arger lInstern, der keine Stimmung aufkommen ließ. somehr, wenn es auf linterdrüdung rühmlicher Bestrebungen ausgeht.

Nicht bloß ein übelwollender Auguit Ludwig: auch freundwillige Die Reichspostverwaltung hat in Herrn von Stephan einen Journalisten mußten diesmal das Mislingen fonitatiren. Es ist zu Leiter, der nicht nur ein bewährter šachmann und Organisator ist, crwarten, daß die Scharte bald ausgeweit wird jedenfalls ist der sondern nebenbei auch noch ein hochgebildeter und jogar funstlieben

Zweck, dem Publikum durch eine sionzert-Ausführung die Größe des der Mann. Dic Bauten der Reichspost sind überall ein Edmud der betreffenden Städie, und das deutsche Volk fönnte Herrn von

Verlustes llar zu machen, den Bülows Tod bedeutet, immerhin erStephan gar nicht dantbar genug sein, daß er nicht nur Dienit reicht worden. räume im Kasernenjil errichtet, sondern, im wesentlichen doch z11 Nuß und Frommen der betreffenden Städte dieje Bauten mit monumentalen Fassaden schmüct. Eine solche Gesinnung, die im steten Stampfe mit den stets fnappen Mitteln nur durch energische Aus

Von der russiichen Musik hört man gewöhnlich nicht viel mehr, nüßung aller Ilmstände betätigt werden kann, sollte überall Res als dai; sie eine Zukunit hat. Sie weiit Talente aui; Marksteine wunderung wecken. Wir haben als Stulturstaat die Verpflichtung,

in der Geschichte der edlen Sunst hat noch kein Rujie gesetzt. .'as nicht nur für Stajernen, Panzerschijse, Vichmärkte und Setundärbahnen Mittel zu bewilligen. Wer unsere öffentlichen Bauten zu

fon jetzt anders werden, meint Herr Cui, der Komponist und Aris nüchternen Nußbauten herabwürdigen will, der versündigt sich an tiker zugleich ist und seine Stimme zugleich in Ruiland und in der Entwiclung der Sèunst in unserem Volke.

pariser Zeitungen hören läßt. Es ist derselbe Cäfar Cui, dem Franz Da wagt és der Abgeordnete Müller-Sagan, im Reichstag zu

Liszt eine höfliche Hochschätzung entgegenbrachte und der vor etwa zu behaupten: „Die prunkende Manier der Postgebäude entspreche nicht dem Charakter und der Würde von Staatsbauten. Man sole

fünfzehn Jahren mit Rimst1) - fi orsakoff, Borodin Liadoff einen sich von den bisherigen Zopistil emanzipiren“. Dem Herrn Ab Strauß von Variationen und kleinen Stücken schrieb über ein Thema, geordneten müssen doch die einfachsten Grundbegriffe fünstlerischer weiches mit dem „Flohwalzer“ nan verwant ist. Zwischen der ünschauung absolut fremd sein, wenn er coram publico derartiges

Wagnerschen „ per“ und der rujjischen, stellt Cui fest, besteht ein zu behaupten wagt. (Banz bedauerlich ist es, das gerade diese Seite der Pojtbau

„Abgrund" L., ganz gewij;! Sogar ein breiter! Aber Cui ertätigkeit nicht außer den amtlich dazu berufenen audi freiwillige teilt der russischen [per den Vorrang vor der deutschen. Die Verteidiger im Hause gefunden hat. Hier wo alle Berufsintereijen russische hat in der Verjüngung der Oper am meisten Stühnheit und ihre Vertreter haben, finden die fünstierischen Interessen aujzer in

IIrsprünglid)feit gezeigt Die Nuijen sind die Ilmgestalter des einigen katholischen Abgeordneten und in den resp. Vertretern der Regierung kaum einen Verteidiger.

Mujifdramas, und wenn man ihr Vorgehen mit Wagner vergleicht,

so muß Cui jagen, duiz „wir“ -, nämlich die Russen -, Recht Aus eigenem Rechte der sèunit“. Ein Wort zur Abwehr

haben. Je crois que c'est nous qui avons raison, sagt der von A. 1. Qeyden. Perlin. Fontane. 1991.

Flohwalzer-komponist. Das Vauptgewicht ruhe bei den Nussen auf An den Beh. Med. Rat und Proieijor der Anatomie Dr. G. der Lotalmusik. Die Einführung des Volkslieds und des öffentlichen Fritsch richtet prof. v. Qeyden unter obigem Titeleinen offenen Brief,

Colorits sei der Hauptverdienst bei der rujjijchen Musik. Die in dem er Stellung nimmt gegen die, von uns bereits in N. 3. des Magazins gekennzeichneten absprechenden lIrteile dicjes Anatomen Wagnersche Dper, jagt Cäfar Cui, iit nur Programmusik, „während über moderne Słunst.

die russische Oper das wahre lyrische Drama darstellt“. Herr Prof. Fritsch glauble nadweisen zu fönnen, daß die

Die Posaune kann die Handlung nämlich nicht ergänzen, wol aber Modernen“ zahlreiche anatomische Zeichenjünden auf ihrem (Bewiren hätten. August v. þeiden weist nacı, daj je nach der Urt der

der Sänger, das heißt, der Vertreter der Lokalmusik... So albernes Beleuchtung (plein - air), sehr häufig die Körperformen scheinbar

Gewäsd), das die unendliche lieberlegenheit des polyphonen Orchesters falsche Eindrüde dem Auge des Beobađiters liefern. Man fann und seiner Ausdruďsmittel für tomplizirtere ielische oder äußerliche also nicht, wie Herr Fritidh es getan, in Atelierlicht angefertigte Zustände einfad ignorirt, wird gedrudt und darf sogar als Aftaufnahmen mit Freilichtaufnahmen vergleichen. Deyden beweist

,,Theorie" gelten! aber fogar, daß Herr Fritsch selber in Derdens Atelier cine Aufs

A. R. nahme nach dein Art anfertigte, die, trop unbestreitbarer Richtigt eit, scheinbar anatomisch falsch war. Da der Maler aber nichi ein anatomisches Lehrbuch zu illustriren, sondern seine Eindrücke von den Dingen unmittelbar wiederzugeben hat, wird er gelegentlid) scheinbar falsche Anatomie liefern.

« ForrigeFortsæt »